Jeremias (23.10.2006, 20:11): Heute auf der Seite der "Rheinischen Post" entdeckt:
Star-Geigerin will abtreten Mutter will ganz Mutter sein VON WOLFRAM GOERTZ Will die Geige an den Nagel hängen: Anne-Sophie Mutter.
München (RP). Die weltberühmte Geigerin Anne-Sophie Mutter will in zwei Jahren von den Konzertpodien dieser Welt abtreten. Sie möchte sich als Alleinerziehende stärker um ihre beiden Kinder kümmern, die keinen leiblichen Vater mehr haben.
Anne-Sophie Mutter ist es leid. Sie hat im Leben oft Entscheidungen für die Ewigkeit getroffen, die sie revidieren musste. Sie plante Ehen und stand plötzlich in Trauer: Nach sechs Jahren gemeinsamen Glücks starb ihr erster Mann 1995 an Krebs (aus der Ehe hat sie zwei Kinder). Die 2002 besiegelte Verbindung mit dem 31 Jahre älteren Dirigenten und Komponisten André Previn wurde kürzlich geschieden. Jetzt plant sie ganz ihren Rückzug. Mit ihrem 45. Geburtstag wolle sie aufhören, sagte die 43-jährige Künstlerin dem „Arte“-Magazin.
Anne-Sophie Mutter ist es fraglos auch leid, immer wieder Platten herauszubringen, die von Millionen Leuten gekauft werden, aber von den führenden internationalen Musikkritikern verrissen werden - vor allem wenn sie Mozart, Beethoven und Brahms spielt. Freilich steht die Diva nicht nur mit den Kritikern auf Kriegsfuß, ihr ist auch der ganze Musikzirkus zuwider. Allerdings weiß sie, dass sie diesen Zirkus bislang willig bedient hat und von ihm lebt. So wurde sie über die Jahre der einzige deutsche Klassikstar mit Pop-Format, sozusagen das Basismodell, das in Gestalt der jüngeren Anna Netrebko getunt wurde (die es als Russin zur Pass-Österreicherin gebracht hat).
Was diesen speziellen Vergleich anlangt: Angesichts der optischen Erbaulichkeit, den Mutter heute verströmt, muss sie keinen Vergleich fürchten. Fürchten muss sie allerdings den Geigennachwuchs: Hilary Hahn, Joshua Bell, Julia Fischer, Sarah Chang, Janine Jansen, Baiba Skride, Renaud Capuçon. Alle jung, alle vehement begabt und Stars schon jetzt. Da wird die Luft am Olymp der Geigenkunst dünn.
Indes will Anne-Sophie Mutter ihre Ansage nicht pingelig bewertet wissen: „Das bezieht sich nicht explizit auf dieses Datum, sondern auf eine gewisse Spanne, in der ich mein Leben auf der Bühne beenden möchte, bevor man hinter meinem Rücken davon träumt, dass ich zurücktrete“, sagte sie. Diese „gewisse Spanne“ sagt nun gar nichts.
Oder eine raffinierte PR-Nummer?
Wollte man übellaunig sein, könnte man die Chronik eines angekündigten Rückzugs bereits jetzt niederschreiben und als gerieben eingefädelte PR-Nummer ausweisen: Bald werden noch einige CD’s aufgenommen, dann als wuchtige „Last Edition“-Box auf den Markt gedonnert, die dann wieder in Einzelteile zerlegt und einzeln verkauft wird.
Derweil wird Anne-Sophie Mutter eine gigantische Abschiedstournee in 58 Ländern mit 398 Konzerten geben. Diese Tournee wird - Erholungspausen, Urlaub, Kindererziehungszeiten eingerechnet - neun bis zwölf Jahre dauern. Es gibt viele Künstler, die seit Jahrzehnten Abschiedstourneen unternehmen. Immer kommt was dazwischen.
Über ihre Neigung zum Unterrichten ist wenig bekannt. Allerdings unterstützt sie Hochbegabte immens (vor allem durch ihre Stiftung). Anne-Sophie Mutter ist eine vermögende Frau, die von Honoraren nicht mehr leben muss und den Stress und die fremden Hotelzimmer gegen eine höher gewichtete und intensivere Mutterschaft tauschen will. Nicht die unsympathischste Lebensplanung einer Künstlerin, die wohl auch ihr Image als kühler Engel zu beenden sucht.
Rachmaninov (23.10.2006, 20:18): Als Künstlerin schätze ich sie überhaupt nicht! Viele viel bessere GeigerInnen hatten nicht eine derartige Karriere und das Gkück derart durch einen Karajan gefödert zu werden.
Natürlich wünsche ich ihr alles gute für den neuen Lebensweg..........
Vermissen werde ich sie sicher nicht :ignore
cellodil (23.10.2006, 20:34): ...soll ja Musiker geben, die dann jedes Jahr ihre Abschiedstournee machen... :haha
also @jeremias lieber nicht zu früh freuen...
- aber hoffen dürfen wir. :beer
Grüße
Sabine
sennahresor (23.10.2006, 22:33): Also ich möchte schon eine Lanze für ASM brechen :times10. Besonders einige der frühen Aufnahmen mit Karajan (Beethoven, Brahms Violin- und Doppelkonzert, aber auch Mozart 3 & 5) möchte ich nicht missen. Ebensowenig ihre Symphonie Espagnole (Ozawa) und die Carmen-Fantasie (Levine). Und der Lutoslawsky, und, und, und...
Sicher, sie ist in den letzten Jahren immer exzentrischer geworden und mit ihren bizarren Kammermusik-Aufnahmen hat sie sich keinen Gefallen getan.
Viel Licht, viel Schatten...
Viele Grüße, Hannes
cellodil (23.10.2006, 23:50): ... und außerdem hat sie mit ihrer Stiftung ja Daniel Müller-Schott gefördert
dafür kann man dann doch manches verzeihen...
Versöhnlicher
Sabine :D
Rachmaninov (24.10.2006, 07:52): Original von cellodil ... und außerdem hat sie mit ihrer Stiftung ja Daniel Müller-Schott gefördert
dafür kann man dann doch manches verzeihen...
Versöhnlicher
Sabine :D
Natürlich hat ihre Stiftung ihre gute Seiten.
Unter anderem hat auch glaube ich S. Khachatryan seine Geige aus dieser Stiftung
ab (24.10.2006, 21:24): Ich muss schon gestehen, dass ich verblüfft bin, dass selbst in diesem Forum so in der völlig üblichen undiffernzierten Form über ASM hergezogen wird. Das hätte ich eigentlich nicht erwartet! ?( ?(
Rachmaninov (24.10.2006, 21:25): Original von ab Ich muss schon gestehen, dass ich verblüfft bin, dass selbst in diesem Forum so in der völlig üblichen undiffernzierten Form über ASM hergezogen wird. Das hätte ich eigentlich nicht erwartet! ?( ?(
An welchem Punkt kommt Dir das indifferenziert vor? Hoffe nicht bei meiner Aussage! ?(
ab (24.10.2006, 21:44): Ich meine natürlich nicht die ihre Förderungstätigkeit, sondern die übliche Häme, als handelte es sich um Scharlatanerie.
Gleichgültig welches schlechtes Händchen sie bei ihren Partnern hie und da gehabt haben mag (Masur, Orkis, etc), die ihr das Wasser nicht reichen konnten, ASM gehört sicherlich zu den Musikern, deren Können nicht nur auf das Technische zu reduzieren ist - und bereits in diesem Bereich gehört sie immer noch zur Weltspitze!
Gleichgültig, ob man ihren Ton und ihre Musikalität mag oder nicht, sie hat Einspielungen hinterlassen, die sich oft deutlich von denen ihrer Kolleginnen und Kollegen unterscheiden - und das wiederholt zugusten von ihr. Ihr Einsatz für moderneres Repertoir ist exemplarisch, ihre Zyklen allein physisch staunenswert.
Warum wird dies nicht anerkannt? Warum ist es üblich, über sie zu lächeln? Das entbehrt jedem Fundament in der Sache, sondern liegt wohl an einer (abzulegenden) Gewohnheit (an der die deutschen Medien gehörig schuld sind).
Ich denke, wir in diesem Forum sollten da achtsamer und angemessener mit unserem Ton bei unseren Bemerkungen über solche Künstlern umgehen.
nikolaus (24.10.2006, 22:05): Ich muß ab hier unterstützen:
Zwar sehe ich ihre "Öffentlichkeitsarbeit" in letzter Zeit auch eher kritisch, aber dennoch zählt Anne-Sophie Mutter für mich auf ihre Weise zu den außergewöhnlichen Künstlern/innen im "Musikgeschäft", denen man den nötigen Respekt zollen sollte. Man mag ihr Spiel oder man mag es nicht, Individualität bei dem musikalischen Niveau hat der Musik noch nie geschadet!
Nikolaus.
cellodil (24.10.2006, 23:30): Original von ab Ich denke, wir in diesem Forum sollten da achtsamer und angemessener mit unserem Ton bei unseren Bemerkungen über solche Künstlern umgehen.
@ab
Ich verstehe Deine Einwände gegen die Frotzeleien, auch wenn ich sie nicht ganz teile.
Keine Frage: Auch Frau Mutter verdient - wie jeder Mensch (auch diejenigen, die vielleicht gar nichts Herausragendes leisten) - Respekt.
Aber ein bisschen Herumalbern sollte meiner Meinung nach auch hier drin sein. Zudem hat Frau Mutter, die ja angeblich nur mit nackten Schultern geigen kann (nicht auszumalen, wie himmlisch erst Gidon Kremer oder Joshua Bell geigen würden, wenn sie nicht blöde Anzüge oder gar Fräcke tragen müssten), doch auch selbst einiges dazu beigetragen, dass sie "belächelt" wird (wobei ich das noch in Frage stellen würde, ob das allgemein "üblich ist").
Oder, um es mit Beuys zu sagen: Ihr lacht mir zu wenig, das ist mir ein Zeichen, dass Ihr es nicht ernst meint.
In diesem Sinne ganz und gar ernsthafte Grüße
Sabine
cellodil (25.10.2006, 07:18): .... noch ein Wort, naja, vielleicht eineinhalb.
Satire - und ich zumindest habe Jeremias Szenario von ASMs Abgang als satirischen Blick auf die Mechanismen dieses Marktes interpretiert - kann und will gar nicht gerecht und/oder angemessen sein, das hat mit ihren Stilmitteln zu tun und liegt in ihrer Natur (ich bin ganz bestimmt keine Musikexpertin, aber auf diesem Feld kenne ich mich aus). Dennoch ist - auch (und gerade) Satire durchaus eine ernsthafte Auseinandersetzung mit dem jeweiligen Sujet.
Grüße
Sabine
Rachmaninov (25.10.2006, 07:39): @ab,
Original von ab Gleichgültig welches schlechtes Händchen sie bei ihren Partnern hier und da gehabt haben mag (Masur, Orkis, etc), die ihr das Wasser nicht reichen konnten, ASM gehört sicherlich zu den Musikern, deren Können nicht nur auf das Technische zu reduzieren ist - und bereits in diesem Bereich gehört sie immer noch zur Weltspitze!
Und genau dieser Meinung bin ich nicht! Es gibt und gab Geiger, die in beiden Belangen aus meiner Sicht Frau Mutter um klassen überlegen sind/waren.
Warum wird dies nicht anerkannt?
Weil ich für meinen Teil noch nicht von ihr gehört habe was mich wirklich überzeugt hat!
Jedenfalls habe ich noch keine Aufnahme von ihr gehört, die ich dann auch unbedingt haben wollte und von den Aufnahmen, die ich von ihr hatte habe ich mich getrennt.
cellodil (25.10.2006, 07:47): Original von Rachmaninov Original von ab Warum wird dies nicht anerkannt?
Weil ich für meinen Teil noch nicht von ihr gehört habe was mich wirklich überzeugt hat!
Jedenfalls habe ich noch keine Aufnahme von ihr gehört, die ich dann auch unbedingt haben wollte und von den Aufnahmen, die ich von ihr hatte habe ich mich getrennt.
Dem kann ich mich nur anschließen, so geht es mir auch.
Grüße
Sabine
sennahresor (25.10.2006, 12:33): Die Debatte zeigt eben, wie stark ASM polarisiert - und mir scheint, das tut sie ziemlich bewußt. Von daher habe ich kein "Mitleid" mit ihr, auch wenn ich allzu harte Kritik nicht teile und ihr exzentrisches Geigenspiel alles in allem gerne mag. Ob man jedem etwas polemischeren Kritiker gleich mangelndes Ethos oder Niveaulosigkeit vorwerfen muss? Diese Haltung teilt wohl nicht jeder.
Viele Grüße, Hannes
ab (25.10.2006, 13:15): Original von cellodil
Aber ein bisschen Herumalbern sollte meiner Meinung nach auch hier drin sein. Zudem hat Frau Mutter, die ja angeblich nur mit nackten Schultern geigen kann (nicht auszumalen, wie himmlisch erst Gidon Kremer oder Joshua Bell geigen würden, wenn sie nicht blöde Anzüge oder gar Fräcke tragen müssten), doch auch selbst einiges dazu beigetragen, dass sie "belächelt" wird (wobei ich das noch in Frage stellen würde, ob das allgemein "üblich ist").
Über zB Accardo macht man ja auch keine Witze, nur weil er zu der soliden Mittelklasse gehört - schon etwas seltsam, wie hier mit zweierlei Maß gemessen wird...
Jedem seinen eigenen Humor! Ich kann damit nichts anfangen, zuviele Witze wurde schon über * gemacht....
ASM sollte, wie jeder ander Musiker auch, durch das, was sie zum Erklingen gebracht hat, bewertet werden.
Und zu solchen Anmerkungen wie: "Es gibt Geiger, die in beiden Belangen aus meiner Sicht Frau Mutter um klassen überlegen sind" kann ich nur sagen: Nehmen wir ganz im Konkreten ein Werk und vergleichen es: dann können wir es ja sehen.
Ich schlage etwa vor: Brahms Sonate Nr 1 (mit Weissenberg) (EMI) Beethoven Sonate Nr. 3 (mit Orkis) (DG) Sibelius Violinkonzert erster Satz (mit Previn) (DG)
Nun schießt los: Wer ist da technisch an welchen Stellen besser, wer in welcher Hinsicht an Ausdruck überlegen?
Zeigt also, warum ihr denkt, ihr habt recht! Warum ist die Häme gerechtfertigt? Warum ist hier Ironie angebracht?
.
Rachmaninov (25.10.2006, 14:14): Original von ab
Über zB Accardo macht man ja auch keine Witze, nur weil er zu der soliden Mittelklasse gehört - schon etwas seltsam, wie hier mit zweierlei Maß gemessen wird...
Also zweierlei Maß stimmt ja nun nicht, da über Accardo bisher gar nichts geschrieben wurde! Also gab es da nichts zu "bemessen"!
ASM sollte, wie jeder ander Musiker auch, durch das, was sie zum Erklingen gebracht hat, bewertet werden.
Und zu solchen Anmerkungen wie: "Es gibt Geiger, die in beiden Belangen aus meiner Sicht Frau Mutter um klassen überlegen sind" kann ich nur sagen: Nehmen wir ganz im Konkreten ein Werk und vergleichen es: dann können wir es ja sehen.
Also, in ihre letzte Tchaikowsky und Kongold Aufnahme habe ich reingehört und dabei weder etwas empfunden noch das Gefühl gehabt das sie gg. Heifetz, Repin, Mullova, Oistrach, Milstein ect. etwas außergewöhnliches darbietet.
Die Bach VK mit ihr (Doppelkonzert mit Accardo) sind mäßig.
Die 4 Jahreszeiten (1 Aufnahme) mit ihr sind überhaupt nicht mein Geschmack!
Ich schlage etwa vor: Brahms Sonate Nr 1 (mit Weissenberg) (EMI) Beethoven Sonate Nr. 3 (mit Orkis) (DG) Sibelius Violinkonzert erster Satz (mit Previn) (DG)
Werde versuchen mir verschiedene Aufnahmen als Vergleich zu beschaffen!
P.S.: Habe mir erlaubt die Bemerkung
Jedem seinen eigenen Humor! Ich kann damit nichts anfangen, zuviele Witze wurde schon über ** gemacht....
zu ändern. Inhallich war sie richtig aber ich fürchte eventuelle Diskussionen über Themen, die wichtig sind aber hier nicht her gehören!
cellodil (25.10.2006, 14:18): @ ab
Dieses Thema scheint - aus welchen Gründen auch immer - sehr heftige Reaktionen in Dir auszulösen.
Ich verstehe allerdings nicht so ganz, wo das gerade hinführen soll. Oder wieso ein Vergleich von etwas, was nicht objektivierbar ist, irgend etwas bringen sollte.
Falls Dich irgend etwas, was ich geschrieben habe, gekränkt oder getroffen hat, dann tut es mir auf jeden Fall leid.
Grüße Sabine
cellodil (25.10.2006, 14:25): Original von Rachmaninov
P.S.: Habe mir erlaubt die Bemerkung
Jedem seinen eigenen Humor! Ich kann damit nichts anfangen, zuviele Witze wurde schon über gemacht....
zu ändern. Inhallich war sie richtig aber ich fürchte eventuelle Diskussionen über Themen, die wichtig sind aber hier nicht her gehören!
Ich habe die **- Bemerkung gelesen. Ich fand diesen Vergleich nun wirklich äußerst fragwürdig.
Da fällt mir nur ein Robert Gernhardt-Zitat ein: Die meisten Kritiker der Elche waren früher selber welche.
... und manche sind es noch.
Gruß Sabine
Rachmaninov (25.10.2006, 14:32): Original von cellodil @ ab
Dieses Thema scheint - aus welchen Gründen auch immer - sehr heftige Reaktionen in Dir auszulösen.
Ich verstehe allerdings nicht so ganz, wo das gerade hinführen soll. Oder wieso ein Vergleich von etwas, was nicht objektivierbar ist, irgend etwas bringen sollte.
Eigentlich zeigt sich hier das was weiter oben bereits geschrieben wurde: ASM "polarisiert".
Dennoch, auch bei anderer Meinung, finde ich es gut, daß "ab" hier klar macht das er bzgl. ASM eine andere Meinung (z.B. zu mir) hat und hier auch Aufnahmen benannt hat.
cellodil (25.10.2006, 14:55): Original von Rachmaninov Original von cellodil @ ab
Dieses Thema scheint - aus welchen Gründen auch immer - sehr heftige Reaktionen in Dir auszulösen.
Ich verstehe allerdings nicht so ganz, wo das gerade hinführen soll. Oder wieso ein Vergleich von etwas, was nicht objektivierbar ist, irgend etwas bringen sollte.
Eigentlich zeigt sich hier das was weiter oben bereits geschrieben wurde: ASM "polarisiert".
Dennoch, auch bei anderer Meinung, finde ich es gut, daß "ab" hier klar macht das er bzgl. ASM eine andere Meinung (z.B. zu mir) hat und hier auch Aufnahmen benannt hat.
@Rachmaninov Ja, das sehe ich genauso.
Und es ist ja auch spannend, wenn verschiedene Ansichten aufeinanderprallen (was sie im Falle von ASM ganz offensichtlich etwas heftiger tun).
Dennoch - da bleibt ein gewisser Dissens - macht meiner Ansicht nach der von ab in leicht überhitztem Ton vorgeschlagene Vergleich, nicht viel Sinn. Weil es hier um subjektive Vorlieben geht, über die sich bekanntlich nicht streiten lässt. Aber ich glaube, Du hast das ja ohnehin eher als Einladung, die von ab favorisierten Aufnahmen anzuhören, interpretiert. Und diese Variante finde ich nun gar nicht abwegig.
Grüße
Sabine
ab (25.10.2006, 15:39): Liebe Sabine,
ich denke, eine heftige Reatkion ist hier jedenfalls angebracht. ASM ist nun einmal weit über das Feulleton hinaus so etwas wie die Buhfrau der Nation in Sachen Klassische Musik: dagegen ist Zivilcourage zu zeigen. Ich bin hier auch deshalb so heftig, gerade weil ich früher selbst zu den vehementen Ablehner gehört habe. Ich habe das stillschweigend übernommen, es war also nicht einmal ein Vorurteil von mir, sondern reines oportunistisches Mitschwimmen.
Heute, nachdem ich mich mit ihren Aufnahmen auseinandergesetzt habe, bin ich davon überzeugt, dass ASM zu den (wenigen!) wirklich ernst zu nehmenden Künstlern in Sachen Violine gehört. Und das obwohl sie wenig meinem persönlichen Geschmack entgegen kommt. . Aber Geschmack und Qualität ist nun einmal zweierlei. Ersteres ist rein subjektiv - darüber lohnt sich nicht zu streiten -, zweiteres aber nicht. Und diesbezüglich ist die Qualität so hoch und vieles geradezu einzigartig, wie sie spielt, dass Häme und Ironie wirklich nicht angebracht ist. Wir sollten viel mehr offen sein für das, was sie uns an Neuem offenbart - und hier meine ich nicht das Repertoir, sondern ihre zum Teil ausgefallenen Interpretationen, ihren einzigartigen Ton und ihre fast singulär vielfältige Klangfarbengestalltung.
Zur Beruhigung: persönlich kränkt oder trifft mich hier nichts. Ich hoffe immer nur, dass sie selbst nicht in solchen Foren surft, denn wir sollten niemals vergessen, dass auf der anderen Seite ein Mensch sitzt! Auch sollten wir nicht vergessen, dass unsere Artikel für uns sprechen und wir sie so verfassen sollten, dass wir stolz auf sie sein können! (Ich hoffe, das kommt jetzt nicht moralisierend rüber: Es handelt sich doch nur um die übliche Nettiquette des Internets...)
Und noch etwas: Ich denke nicht, dass es die Kunst ASM ist, die polarisiert, sondern dass es die Äußerungen sind, mit denen über sie gesprochen werden!
Gamaheh (25.10.2006, 15:41): Original von Rachmaninov
Eigentlich zeigt sich hier das was weiter oben bereits geschrieben wurde: ASM "polarisiert".
"Wenn die Kritiker untereinander uneinig sind, ist der Künstler mit sich im Reinen" (oder so ähnlich) sagt Oscar Wilde im programmatischen Vorwort zu Dorian Gray.
Grüße, Gamaheh
Ganong (25.10.2006, 19:08): Lieber ab ,
wi rbeide haben schon mehrfach eine Korrespondenz zu / über Anne - Sophie MUtter geführt .
K e i n Zweifel kann darüber bestehen , dass sie sicherlich nach wie vor zu den technisch absolut überragenden Persönlichkeiten ihres Faches gehört . Man kann dies leicht herausfinden , wenn wir Aufnahmen im Vergleich hören .
Dass sie interpretatorische , zum Teil schwere Einbrüche erlitten hat , ist genau sowenig zu bestreiten . Angefangen mit den Beethoven-Sonaten mit dem überforderten Lambert Orkis ( auch ASm war interpretatorisch etwa im Vergleich zu david Oistrach überfordert gewesen oder auch zu Szeryng , dieser mit Rubinstein , oder zu Zino Francecatti , diedser mit dem für mich allerdings zu kühlen , entemotionalisierten Casadesus ) . dann folgten die schrecklichen zweiten "Le Quattro Stagioni" mit ASM als Dirigentin . Danach unter anderem das Brahmskonzert mit dem ehemaligen DDR-Stardirigenten und "Politiker" Kurt Masur . Die Aufnahmen mit André Previn erreichen in keinem Fall auch nur annähernd internationales Vergleichsniveau .
Hier gibt e snichts zu polarisieren ! !
W a r u m Frau Mutter diese Aufnahmen mit diesen Dirigenten gemacht hat , bleibt mir ein Rätsel .
Wir können nur spekulieren ; dies gehört aber nicht hierher .
Das solistisch geigerische von Frau Mutter erreicht immer noch absolute sSpitzenniveau wie zu ihren sehr guten kammermusikalischen zeiten nmit Alexis Weissenberg oder ihren ersten bahnbrechenden Aufnahmne der grossen Violinkonzerte mit Herbert von Karajan oder ihrer herrlichen ersten Aufnahe der "Vier Jahreszeiten" ( wieder mit von Karajan und den Winer Philharmonikern ) . Dies bleiben Meilensteine des Geigenspieles .
Ich persönlich würde Frau Mutter sehr gerne einige rein auf ihre Werkauswahl bezogene Fragen stellen .
Nach ihrer Zusammenarbeit mit v. Karajan und Alexis Weissenebrg , die sie bekanntlich auch intensiv künstlerisch ( unddarüber hinaus ) beraten haben , erlebte ASM jedenfalls einen Absturz in der Fähigkeit , Musikgeschmack auf dem früheren sehr hohen Niveau zu halten . es gibt suicherlich noch einige wirklich sehr gute Aufnahmen , die aber über die gravierenden Mängel und Einbrüche kleider nicht hinwegtäuschen können .
Viele Grüsse ,
Frank
cellodil (25.10.2006, 20:30): Lieber ab,
Danke für Deine offene Antwort, die mir doch einiges verständlicher macht und die auch die Diskussion wieder auf ein gutes Level bringt (oder schon gebracht hat). :thanks
Das technische Können von Anne Sophie Mutter (wenn wir schon politisch korrekt sein möchten, dann sollten wir vielleicht auch ihren Namen nicht verstümmeln), ihre - wie Du es nennst - vielfälitge Klangfarbengestaltung, ihre Interpretationsweise, ist sicherlich die eine Sache, die ich bei bestimmten Werken auch hören und anerkennen kann. Der Punkt ist (und das hat wohl auch mit persönlichen Vorerfahrungen und mit Geschmack und Empfinden zu tun): Ihr Spiel ergreift mich nicht. Es kommt nichts bei mir an. The screen goes blank.
Das ist übrigens nichts, was nur für Anne Sophie Mutter gelten würde, sondern was mir bei manchen technisch durchaus anerkennenswerten oder gar beachtlichen Interpreten bisweilen, bei anderen häufig und in manchen Fällen auch immer so geht.
Die musikalischen Sternstunden sind für mich, wenn beides zusammenkommt: Technisches Können und die Fähigkeit, zu berühren. Und bei Anne Sophie Mutter ist zumindest mir das noch nie passiert.
Übrigens (und darüber darfst Du - und alle anderen auch - lächeln oder auch herzhaft lachen) ist mir das, was Du von Dir und Deiner Haltung zu Anne Sophie Mutter erzählst, mit Nigel Kennedy passiert. Allerdings nicht nur wegen der Medien, da gab es schon auch einen (schon sehr lange zurückliegenden) Besuch eines grausigen Konzerts. Jedenfalls kam ich zu dem Ergebnis, dass hier wohl wieder einmal ein "Klassik-Pop-Star" gemacht und gepusht werden sollte, auf den ich gerne verzichten kann und habe seine Einspielungen fortan für lange Zeit ignoriert. Da ich aber seit einiger Zeit einen CD-Laden habe, in dem ich gemütlich kopfhörerfrei alle vorhandenen Einspielungen eines Werkes anhören kann, kam es eines Tages dazu, dass ich doch mal wieder Nigel Kennedy gehört habe. Und ich war wirklich sehr überrascht...
Aber eigentlich ging es hier ja um Anne Sophie Mutter... :ignore
Was ich damit sagen wollte: Da hast Du sicherlich recht, wenn Du gerade in solchen "Fällen" wie Anne Sophie Mutter, bei denen die Übernahme von vorgefertigten Urteilen und Haltungen häufig anzutreffen ist, sehr sensibel reagierst. Ich denke auch, dass man sich und die eigene Haltung (nicht nur) in solchen Fällen noch einmal ganz genau prüfen sollte.
Herzliche Grüße (quasi von Ex-Elch zu Ex-Elch.... :engel)
Sabine
ab (25.10.2006, 21:03): Original von Ganong es gibt suicherlich noch einige wirklich sehr gute Aufnahmen , die aber über die gravierenden Mängel und Einbrüche leider nicht hinwegtäuschen können .
Lieber Frank,
diese Einbüche betreffen, wie Du richtig sagst, vor allem die Programmwahl und die Partner aber, soweit ich das überblicke, nur bei den Vier Jahreszeiten die Interpretation. Ich hoffe nur, dass die Parnerwahl nicht eine Managemententscheidung des Labels war, so wie etwa der Irrsinn, Bocelli mit richtigen Sängern, Orchester und Dirigenten auftreten zu lassen.
Ganong (28.10.2006, 15:40): Lieber ab ,
Du kennst aus unseren Meinungsaustauschen über Anbne - Sophie Mutter genau meine Meinung über sie und ihr ganz persönliches , individuelles geigerisches , im technischen Bereich sicherlich uneingeschränkt vorhandenes Potential und Leistungsvermögen im Konzertsaal .
ASM muss sich aber fragen lassen , warum sie einen überragenden Solopart in beethovens Violinkonzert vor einigen Jahren unter anderem in Köln gespielt hat und dann zeitgleich wohl zittern musste , was der Dirigent undspätere Ehemann Andé Previn partiturfremd angestellt hat .
Prevoin hätte so viel Respekt vor dem Werk (!!!) zeigen müssen , auf sein nicht zu überbietend schlechtes Dirigat zu verzichten .
Fest steht , dass Frau Mutter , die ich persönlich mehrfach "hautnah" erleben konnte , in ihrer frühen zeit unter dem Management von Weissenberg , Karajan , Glotz und iihrem späreren Ehemann Rechtsanwalt Dr. D. Wunderlich dermassene Leistungsverwirrungen nie erlebt hat .
Da in diesem Thread auchg fianzielle Aspekt angesprochen worden sind : Anne - Sophie Mutter bekommt , als einzige deutsche Künstlerin , solche Spitzengagen , dass sie durchaus mit Top - Managern pro anno "mithalten" kann . Nach dem Tod von Dr. Wunderlich war sie sozial so hervorragend abgesichert mit den beiden Kindern , dass sie sicherlich wegen des reinen geldwerwerbes nie mehr Geige hätte spielen müssen .
Unter den Geigerinnen und geigern unserer Zeit nimmt sie nach Meinung von Fachleiten immer noch einen Spitzenplatz weltweit ein .
Nochmals : ASM sollte , sie ist jung genug , die groossen Violinkonzerte und einiges der kammermusikaufnahmen mit qualitativ adäquaten Kollegionnen un dKollegen , Dirigenten und Orchestern aufnahmen !
Sie würde sicherlich sich selbst wie auch dem Publikum einen grossen musikalischen und künstlerischen Gefallen tun .
Beste Grüsse ,
Frank
Rachmaninov (03.11.2006, 19:53): eben hörte ich mir ASM mit dem 2. VK von Bela Bartok an!
Es war, auch aufgrund des guten Dirigats von Ozawa, ein durchaus positiver Höreindruck!
ASM gefiel mir besser als erwartet, allerdings denke ich nicht das sie es in den Olymp schaffen wird / würde! :leb
Ganong (05.11.2006, 14:34): Liebe Verehrer der Kunst und des Könnens von Anne - Sophie Mutter u n d werte Gegner ihres Könnens !
Wie von ab und Richard vorgeschlagen , sollt e, ja muss man , um die einzelnen Aufnahmen von Frau Mutter richtig und angemessen bewerten zu können , Vergleiche mit anderen Interpreten sorgfältig analysieren und dann versuchen , sie hier zu Papier zu bringen .
Es fällt mir auf , dass die ganz frühen Aufnahmen von ihr mit Herbert von Karajan praktisch keine Rolle ( mehr ) spielen . Warum ist dies so .
Aus meiner Sicht sind als herausragend eAufnahmen , die einen Platz in der internationalen Spitzengruppe behalten haben , die Brahms - Sonaten mit Alexis Weissenberg und die Sonate von César Franck (. Ebenfalls mit Alexis Weissenberg ( alle bei EMI erschienen ) . Nicht nachzuvollziehen ist dann in diesem Zusammenhnag , dass si eienem ihrer vier grossen und entscheidenden Förderer , Maestro Weissenberg , offensichtlich den Rücken gekehrt hat . Sie verdient zwar , was sie objektiv nicht mehr nötig hätte , fleissig an Tantiemen mit , stellt abr schon seit etwa dem Wechsel von Weissenberg von der EMI zur DGG / Universal ca. 1983/1984 diesen in eine unangemessen weite reihe huinter sich . Tatsache bleiben folgendes : Ihr erster Ehemann , der an krebs verstorbene rechtsanwalt Dr. D. Wunderlich ( im übrigen ein seinerzeit bedeutender Wirtschaftsanwalt ; vgl. zur Erinnerung seine Tätigkeiten für Flick u. a. ) hat damaals ganz wesentlich Weissenbergs Wechsel auch juristisch vorbereitet und begleitet ( insgesamt nachzulesen auch bei Norman Lebrecht ) ; Alexis Weissenberg hat seit der Aufnahmen mit Frau Mutter 1982 in der Salle Wagram in Paris diese auch aussermusikalisch sehr zu ihrem Vorteil beraten und ganz entscheidend gefördert . Dies geschah 1983 bei der Welttourne mit den Brahms - Sonaten und dem Werk von C. Franck absolut für jeden miterlebbar . da ich bei zig der Aufführungen persönlich anwesend war , weiss ich , worüber ich hier schreibe .
Mehr möcht eich hier lieber nicht zu Frau mutter und ihrer Persönlichkeit schreiben . der "Spiegel" hat dies vor wenigen Jahren mit Abbildungen zutreffend getan . Dennoch fügte der "Spiegel" hinzu , dass es sich beui Frau Mutter um die einzige deutsche Künstlerin von Weltrang handele . Dem ist bezüglich ihrer herrlichen Technik , die sie bis heute erhalten hat , nichts hinzuzufügen .
Ihre Rekordgagen , deren Höhe mir 1999 in bonn noch von einer Insiderin von Rang mitgeteilt worden sind , mögen ( verständlicherweise ? ) Neid- und Missgunsteinstellungen provoziert haben und noch hervorrufen . Verglichen mit mittelmässigen Bundesligafussballspilern sind ihre Honorare natürlich angemessen . Frau Mutter leistet geigerisch sicherlich Aussergewöhnliches .
Nach dem Krebstod ihres Ehemannes RA Dr. D. Wunderlich war sie so sehr mit den beiden Kindern aus diser Ehe abgesichert , dass natürlich auch das hinterlassene Vermögen von Herrn Wunderlich Neidgefühle aufkommen lassen kann . Zur Erinnerung : RA Wunderlich war immerhin ein Spitzenvertreter seines berufes . Auch dies wird natürlich honoriert . Über die BRAGO weit hinaus . Zu Recht .
Die "Anmerkungen" über das zweite kind der Eheleute Wunderlich - Mutter sind nicht nur geschmacklos gewesen , sondern haben mit Frau Mutters geigerischen Fähigkeiten absolut nichts zu tun . Die smuss man einfach klar trennen .
Fü rmich persönlich sind Anne - Sophies Mutters tatsächliche künstlerische Einbrüche gekommen , als sie die im internationalen Vergleich wirklich schlechten CD - Aufnahmen mit Kurt Masur ( über ihn lohnt es sich ein altes "Spiegel" - Heft nachzulesen ) , einem der völlig überbewerteten Dirigenten und politischen Musiker aus DDR - Zeiten ( s. "Der Spiegel" ) und ihrem zweiten Ehemann André Previn , der viel von ihr profitiert hat ( nicht umgekehrt ) , aufgenommen hat . Die Livekonzerte etwa des Beethoven - Violinkonzertes mit Previn hab eich in allen miterlebten Fällen als nachhaltig fast peinlich eInterpretationen in Erinnerung . Es handelte sich als keineswegs um einen sog. "schlechten Abend ". Previn war einfach überfordert .
Ihre neuen Mozart - Aufnahmen sind durchweg sehr gute Einspielungen ( DGG ) .
Peinlich sind für Frau Mutter selbst die CD - Hüllen und die fast geschmacklose Werbung der DGG / Universal . ich darf hier auf den beginn meines textes verweisen mit den Hinweisen auf Alexis Weissenberg .
Was in den letzten jahren bei Frau Mutter meiner Meinung nach völlig gefehlt hat , waren ein offensichtlich nicht vorhandener sicherer persönlicher gesamtkünstlerischer Standpunkt , ein schlechtes Management , eine miese PR - Politik .
Um bei zwei der grossen Violinkonzerte zu bleiben , empfehle ich folgende Aufnahmen zu Vergleich :
Gehört Frau Mutter für euch in den Olymp? (bei all eurer Wertschätung für sie!)
(Mein Olymp Heifetz, Oistrach, Milstein, Kogan, Repin und Grumiaux......)
Früher hätte ich detulich nein gesagt; nun bin ich geneigt dies zu bejahen und zwar deshalb, weil ich ihre Art, klangfarbenmäßig zu gestalten und Töne derart abgetrennt - sozusagen perlend zu spielen, für singulär halten.
Für mich gehört aber auch Gidon Kremer in den Olym, obwohl er viele Aufnahmen gemacht hat, mit denen ich gar nichts anfangen kann. Auch sollte man Mischa Elman und Ginette Neveu nicht vergessen. Womöglich wird in Zukunft bei dieser Weiterentwicklung auch einmal Thomas Zehtmair dazu gehören.
Ganong (10.11.2006, 15:42): Reif für den Olymp ?
Lieber R. ,
technisch ist Anne - Sophi emUtter sicherlich eine Ausnahmegeigerin .
D a z u müssen aber eine über eine Reihe von Jahren gehende Stilsicherheit , interpretatorische Weiterentwicklung ( "Reifung" und nicht Reife ! ) kommen .
Mir ist bewusst , welche grotesken "paare" es bei Tonträgeraufnahmnen und Konzertabenden schon immer gegeben hat .
Leider , un dich denke dies geht aus meinem text klar hervor , ist Frau Mutter einen nach den zu Recht durchweg sehr negativ bewerteten Sonaten von Beethoven mit Lambert Orkis diese seltsamen Bahnen mit Masur und Prevon weitergegangen . S i e hätte dies sicherlich nicht nötig gehabt ! Ihre letzten Mozartaufnahmen sind dafür rein spieltechnisch deutlich besser .
Mein Geiger - Olymp m. E. ( wegen der Unvollständigkeit ) .
J Heifetz D Oistrach
H Szeryng
N Milstein
M Rabin
Z Francescatti
L Kogan
G Neveue .
Sicher gehören natürlich beginnend bei Paganini selbst , über Sivori , J Joachim , F Kreisler , Efrem Zimbalist auch dazu . Und R. Ricci in seinen guten Tagen . Oder Ida Haendel , die meist vergessen wird ( höre die Aufnahmen bei "Testament" ) .
Noch eines : Viktoria Mullova ist im Konzert viel überzeugender als auf ihren CDs ! Von ihr erwarte ich noch einige herausragenden Aufnahmen .
Grüsse,
Frank
Jeremias (23.10.2006, 20:11): Heute auf der Seite der "Rheinischen Post" entdeckt:
Star-Geigerin will abtreten Mutter will ganz Mutter sein VON WOLFRAM GOERTZ Will die Geige an den Nagel hängen: Anne-Sophie Mutter.
München (RP). Die weltberühmte Geigerin Anne-Sophie Mutter will in zwei Jahren von den Konzertpodien dieser Welt abtreten. Sie möchte sich als Alleinerziehende stärker um ihre beiden Kinder kümmern, die keinen leiblichen Vater mehr haben.
Anne-Sophie Mutter ist es leid. Sie hat im Leben oft Entscheidungen für die Ewigkeit getroffen, die sie revidieren musste. Sie plante Ehen und stand plötzlich in Trauer: Nach sechs Jahren gemeinsamen Glücks starb ihr erster Mann 1995 an Krebs (aus der Ehe hat sie zwei Kinder). Die 2002 besiegelte Verbindung mit dem 31 Jahre älteren Dirigenten und Komponisten André Previn wurde kürzlich geschieden. Jetzt plant sie ganz ihren Rückzug. Mit ihrem 45. Geburtstag wolle sie aufhören, sagte die 43-jährige Künstlerin dem „Arte“-Magazin.
Anne-Sophie Mutter ist es fraglos auch leid, immer wieder Platten herauszubringen, die von Millionen Leuten gekauft werden, aber von den führenden internationalen Musikkritikern verrissen werden - vor allem wenn sie Mozart, Beethoven und Brahms spielt. Freilich steht die Diva nicht nur mit den Kritikern auf Kriegsfuß, ihr ist auch der ganze Musikzirkus zuwider. Allerdings weiß sie, dass sie diesen Zirkus bislang willig bedient hat und von ihm lebt. So wurde sie über die Jahre der einzige deutsche Klassikstar mit Pop-Format, sozusagen das Basismodell, das in Gestalt der jüngeren Anna Netrebko getunt wurde (die es als Russin zur Pass-Österreicherin gebracht hat).
Was diesen speziellen Vergleich anlangt: Angesichts der optischen Erbaulichkeit, den Mutter heute verströmt, muss sie keinen Vergleich fürchten. Fürchten muss sie allerdings den Geigennachwuchs: Hilary Hahn, Joshua Bell, Julia Fischer, Sarah Chang, Janine Jansen, Baiba Skride, Renaud Capuçon. Alle jung, alle vehement begabt und Stars schon jetzt. Da wird die Luft am Olymp der Geigenkunst dünn.
Indes will Anne-Sophie Mutter ihre Ansage nicht pingelig bewertet wissen: „Das bezieht sich nicht explizit auf dieses Datum, sondern auf eine gewisse Spanne, in der ich mein Leben auf der Bühne beenden möchte, bevor man hinter meinem Rücken davon träumt, dass ich zurücktrete“, sagte sie. Diese „gewisse Spanne“ sagt nun gar nichts.
Oder eine raffinierte PR-Nummer?
Wollte man übellaunig sein, könnte man die Chronik eines angekündigten Rückzugs bereits jetzt niederschreiben und als gerieben eingefädelte PR-Nummer ausweisen: Bald werden noch einige CD’s aufgenommen, dann als wuchtige „Last Edition“-Box auf den Markt gedonnert, die dann wieder in Einzelteile zerlegt und einzeln verkauft wird.
Derweil wird Anne-Sophie Mutter eine gigantische Abschiedstournee in 58 Ländern mit 398 Konzerten geben. Diese Tournee wird - Erholungspausen, Urlaub, Kindererziehungszeiten eingerechnet - neun bis zwölf Jahre dauern. Es gibt viele Künstler, die seit Jahrzehnten Abschiedstourneen unternehmen. Immer kommt was dazwischen.
Über ihre Neigung zum Unterrichten ist wenig bekannt. Allerdings unterstützt sie Hochbegabte immens (vor allem durch ihre Stiftung). Anne-Sophie Mutter ist eine vermögende Frau, die von Honoraren nicht mehr leben muss und den Stress und die fremden Hotelzimmer gegen eine höher gewichtete und intensivere Mutterschaft tauschen will. Nicht die unsympathischste Lebensplanung einer Künstlerin, die wohl auch ihr Image als kühler Engel zu beenden sucht.
Rachmaninov (23.10.2006, 20:18): Als Künstlerin schätze ich sie überhaupt nicht! Viele viel bessere GeigerInnen hatten nicht eine derartige Karriere und das Gkück derart durch einen Karajan gefödert zu werden.
Natürlich wünsche ich ihr alles gute für den neuen Lebensweg..........
Vermissen werde ich sie sicher nicht :ignore
cellodil (23.10.2006, 20:34): ...soll ja Musiker geben, die dann jedes Jahr ihre Abschiedstournee machen... :haha
also @jeremias lieber nicht zu früh freuen...
- aber hoffen dürfen wir. :beer
Grüße
Sabine
sennahresor (23.10.2006, 22:33): Also ich möchte schon eine Lanze für ASM brechen :times10. Besonders einige der frühen Aufnahmen mit Karajan (Beethoven, Brahms Violin- und Doppelkonzert, aber auch Mozart 3 & 5) möchte ich nicht missen. Ebensowenig ihre Symphonie Espagnole (Ozawa) und die Carmen-Fantasie (Levine). Und der Lutoslawsky, und, und, und...
Sicher, sie ist in den letzten Jahren immer exzentrischer geworden und mit ihren bizarren Kammermusik-Aufnahmen hat sie sich keinen Gefallen getan.
Viel Licht, viel Schatten...
Viele Grüße, Hannes
cellodil (23.10.2006, 23:50): ... und außerdem hat sie mit ihrer Stiftung ja Daniel Müller-Schott gefördert
dafür kann man dann doch manches verzeihen...
Versöhnlicher
Sabine :D
Rachmaninov (24.10.2006, 07:52): Original von cellodil ... und außerdem hat sie mit ihrer Stiftung ja Daniel Müller-Schott gefördert
dafür kann man dann doch manches verzeihen...
Versöhnlicher
Sabine :D
Natürlich hat ihre Stiftung ihre gute Seiten.
Unter anderem hat auch glaube ich S. Khachatryan seine Geige aus dieser Stiftung
ab (24.10.2006, 21:24): Ich muss schon gestehen, dass ich verblüfft bin, dass selbst in diesem Forum so in der völlig üblichen undiffernzierten Form über ASM hergezogen wird. Das hätte ich eigentlich nicht erwartet! ?( ?(
Rachmaninov (24.10.2006, 21:25): Original von ab Ich muss schon gestehen, dass ich verblüfft bin, dass selbst in diesem Forum so in der völlig üblichen undiffernzierten Form über ASM hergezogen wird. Das hätte ich eigentlich nicht erwartet! ?( ?(
An welchem Punkt kommt Dir das indifferenziert vor? Hoffe nicht bei meiner Aussage! ?(
ab (24.10.2006, 21:44): Ich meine natürlich nicht die ihre Förderungstätigkeit, sondern die übliche Häme, als handelte es sich um Scharlatanerie.
Gleichgültig welches schlechtes Händchen sie bei ihren Partnern hie und da gehabt haben mag (Masur, Orkis, etc), die ihr das Wasser nicht reichen konnten, ASM gehört sicherlich zu den Musikern, deren Können nicht nur auf das Technische zu reduzieren ist - und bereits in diesem Bereich gehört sie immer noch zur Weltspitze!
Gleichgültig, ob man ihren Ton und ihre Musikalität mag oder nicht, sie hat Einspielungen hinterlassen, die sich oft deutlich von denen ihrer Kolleginnen und Kollegen unterscheiden - und das wiederholt zugusten von ihr. Ihr Einsatz für moderneres Repertoir ist exemplarisch, ihre Zyklen allein physisch staunenswert.
Warum wird dies nicht anerkannt? Warum ist es üblich, über sie zu lächeln? Das entbehrt jedem Fundament in der Sache, sondern liegt wohl an einer (abzulegenden) Gewohnheit (an der die deutschen Medien gehörig schuld sind).
Ich denke, wir in diesem Forum sollten da achtsamer und angemessener mit unserem Ton bei unseren Bemerkungen über solche Künstlern umgehen.
nikolaus (24.10.2006, 22:05): Ich muß ab hier unterstützen:
Zwar sehe ich ihre "Öffentlichkeitsarbeit" in letzter Zeit auch eher kritisch, aber dennoch zählt Anne-Sophie Mutter für mich auf ihre Weise zu den außergewöhnlichen Künstlern/innen im "Musikgeschäft", denen man den nötigen Respekt zollen sollte. Man mag ihr Spiel oder man mag es nicht, Individualität bei dem musikalischen Niveau hat der Musik noch nie geschadet!
Nikolaus.
cellodil (24.10.2006, 23:30): Original von ab Ich denke, wir in diesem Forum sollten da achtsamer und angemessener mit unserem Ton bei unseren Bemerkungen über solche Künstlern umgehen.
@ab
Ich verstehe Deine Einwände gegen die Frotzeleien, auch wenn ich sie nicht ganz teile.
Keine Frage: Auch Frau Mutter verdient - wie jeder Mensch (auch diejenigen, die vielleicht gar nichts Herausragendes leisten) - Respekt.
Aber ein bisschen Herumalbern sollte meiner Meinung nach auch hier drin sein. Zudem hat Frau Mutter, die ja angeblich nur mit nackten Schultern geigen kann (nicht auszumalen, wie himmlisch erst Gidon Kremer oder Joshua Bell geigen würden, wenn sie nicht blöde Anzüge oder gar Fräcke tragen müssten), doch auch selbst einiges dazu beigetragen, dass sie "belächelt" wird (wobei ich das noch in Frage stellen würde, ob das allgemein "üblich ist").
Oder, um es mit Beuys zu sagen: Ihr lacht mir zu wenig, das ist mir ein Zeichen, dass Ihr es nicht ernst meint.
In diesem Sinne ganz und gar ernsthafte Grüße
Sabine
cellodil (25.10.2006, 07:18): .... noch ein Wort, naja, vielleicht eineinhalb.
Satire - und ich zumindest habe Jeremias Szenario von ASMs Abgang als satirischen Blick auf die Mechanismen dieses Marktes interpretiert - kann und will gar nicht gerecht und/oder angemessen sein, das hat mit ihren Stilmitteln zu tun und liegt in ihrer Natur (ich bin ganz bestimmt keine Musikexpertin, aber auf diesem Feld kenne ich mich aus). Dennoch ist - auch (und gerade) Satire durchaus eine ernsthafte Auseinandersetzung mit dem jeweiligen Sujet.
Grüße
Sabine
Rachmaninov (25.10.2006, 07:39): @ab,
Original von ab Gleichgültig welches schlechtes Händchen sie bei ihren Partnern hier und da gehabt haben mag (Masur, Orkis, etc), die ihr das Wasser nicht reichen konnten, ASM gehört sicherlich zu den Musikern, deren Können nicht nur auf das Technische zu reduzieren ist - und bereits in diesem Bereich gehört sie immer noch zur Weltspitze!
Und genau dieser Meinung bin ich nicht! Es gibt und gab Geiger, die in beiden Belangen aus meiner Sicht Frau Mutter um klassen überlegen sind/waren.
Warum wird dies nicht anerkannt?
Weil ich für meinen Teil noch nicht von ihr gehört habe was mich wirklich überzeugt hat!
Jedenfalls habe ich noch keine Aufnahme von ihr gehört, die ich dann auch unbedingt haben wollte und von den Aufnahmen, die ich von ihr hatte habe ich mich getrennt.
cellodil (25.10.2006, 07:47): Original von Rachmaninov Original von ab Warum wird dies nicht anerkannt?
Weil ich für meinen Teil noch nicht von ihr gehört habe was mich wirklich überzeugt hat!
Jedenfalls habe ich noch keine Aufnahme von ihr gehört, die ich dann auch unbedingt haben wollte und von den Aufnahmen, die ich von ihr hatte habe ich mich getrennt.
Dem kann ich mich nur anschließen, so geht es mir auch.
Grüße
Sabine
sennahresor (25.10.2006, 12:33): Die Debatte zeigt eben, wie stark ASM polarisiert - und mir scheint, das tut sie ziemlich bewußt. Von daher habe ich kein "Mitleid" mit ihr, auch wenn ich allzu harte Kritik nicht teile und ihr exzentrisches Geigenspiel alles in allem gerne mag. Ob man jedem etwas polemischeren Kritiker gleich mangelndes Ethos oder Niveaulosigkeit vorwerfen muss? Diese Haltung teilt wohl nicht jeder.
Viele Grüße, Hannes
ab (25.10.2006, 13:15): Original von cellodil
Aber ein bisschen Herumalbern sollte meiner Meinung nach auch hier drin sein. Zudem hat Frau Mutter, die ja angeblich nur mit nackten Schultern geigen kann (nicht auszumalen, wie himmlisch erst Gidon Kremer oder Joshua Bell geigen würden, wenn sie nicht blöde Anzüge oder gar Fräcke tragen müssten), doch auch selbst einiges dazu beigetragen, dass sie "belächelt" wird (wobei ich das noch in Frage stellen würde, ob das allgemein "üblich ist").
Über zB Accardo macht man ja auch keine Witze, nur weil er zu der soliden Mittelklasse gehört - schon etwas seltsam, wie hier mit zweierlei Maß gemessen wird...
Jedem seinen eigenen Humor! Ich kann damit nichts anfangen, zuviele Witze wurde schon über * gemacht....
ASM sollte, wie jeder ander Musiker auch, durch das, was sie zum Erklingen gebracht hat, bewertet werden.
Und zu solchen Anmerkungen wie: "Es gibt Geiger, die in beiden Belangen aus meiner Sicht Frau Mutter um klassen überlegen sind" kann ich nur sagen: Nehmen wir ganz im Konkreten ein Werk und vergleichen es: dann können wir es ja sehen.
Ich schlage etwa vor: Brahms Sonate Nr 1 (mit Weissenberg) (EMI) Beethoven Sonate Nr. 3 (mit Orkis) (DG) Sibelius Violinkonzert erster Satz (mit Previn) (DG)
Nun schießt los: Wer ist da technisch an welchen Stellen besser, wer in welcher Hinsicht an Ausdruck überlegen?
Zeigt also, warum ihr denkt, ihr habt recht! Warum ist die Häme gerechtfertigt? Warum ist hier Ironie angebracht?
.
Rachmaninov (25.10.2006, 14:14): Original von ab
Über zB Accardo macht man ja auch keine Witze, nur weil er zu der soliden Mittelklasse gehört - schon etwas seltsam, wie hier mit zweierlei Maß gemessen wird...
Also zweierlei Maß stimmt ja nun nicht, da über Accardo bisher gar nichts geschrieben wurde! Also gab es da nichts zu "bemessen"!
ASM sollte, wie jeder ander Musiker auch, durch das, was sie zum Erklingen gebracht hat, bewertet werden.
Und zu solchen Anmerkungen wie: "Es gibt Geiger, die in beiden Belangen aus meiner Sicht Frau Mutter um klassen überlegen sind" kann ich nur sagen: Nehmen wir ganz im Konkreten ein Werk und vergleichen es: dann können wir es ja sehen.
Also, in ihre letzte Tchaikowsky und Kongold Aufnahme habe ich reingehört und dabei weder etwas empfunden noch das Gefühl gehabt das sie gg. Heifetz, Repin, Mullova, Oistrach, Milstein ect. etwas außergewöhnliches darbietet.
Die Bach VK mit ihr (Doppelkonzert mit Accardo) sind mäßig.
Die 4 Jahreszeiten (1 Aufnahme) mit ihr sind überhaupt nicht mein Geschmack!
Ich schlage etwa vor: Brahms Sonate Nr 1 (mit Weissenberg) (EMI) Beethoven Sonate Nr. 3 (mit Orkis) (DG) Sibelius Violinkonzert erster Satz (mit Previn) (DG)
Werde versuchen mir verschiedene Aufnahmen als Vergleich zu beschaffen!
P.S.: Habe mir erlaubt die Bemerkung
Jedem seinen eigenen Humor! Ich kann damit nichts anfangen, zuviele Witze wurde schon über ** gemacht....
zu ändern. Inhallich war sie richtig aber ich fürchte eventuelle Diskussionen über Themen, die wichtig sind aber hier nicht her gehören!
cellodil (25.10.2006, 14:18): @ ab
Dieses Thema scheint - aus welchen Gründen auch immer - sehr heftige Reaktionen in Dir auszulösen.
Ich verstehe allerdings nicht so ganz, wo das gerade hinführen soll. Oder wieso ein Vergleich von etwas, was nicht objektivierbar ist, irgend etwas bringen sollte.
Falls Dich irgend etwas, was ich geschrieben habe, gekränkt oder getroffen hat, dann tut es mir auf jeden Fall leid.
Grüße Sabine
cellodil (25.10.2006, 14:25): Original von Rachmaninov
P.S.: Habe mir erlaubt die Bemerkung
Jedem seinen eigenen Humor! Ich kann damit nichts anfangen, zuviele Witze wurde schon über gemacht....
zu ändern. Inhallich war sie richtig aber ich fürchte eventuelle Diskussionen über Themen, die wichtig sind aber hier nicht her gehören!
Ich habe die **- Bemerkung gelesen. Ich fand diesen Vergleich nun wirklich äußerst fragwürdig.
Da fällt mir nur ein Robert Gernhardt-Zitat ein: Die meisten Kritiker der Elche waren früher selber welche.
... und manche sind es noch.
Gruß Sabine
Rachmaninov (25.10.2006, 14:32): Original von cellodil @ ab
Dieses Thema scheint - aus welchen Gründen auch immer - sehr heftige Reaktionen in Dir auszulösen.
Ich verstehe allerdings nicht so ganz, wo das gerade hinführen soll. Oder wieso ein Vergleich von etwas, was nicht objektivierbar ist, irgend etwas bringen sollte.
Eigentlich zeigt sich hier das was weiter oben bereits geschrieben wurde: ASM "polarisiert".
Dennoch, auch bei anderer Meinung, finde ich es gut, daß "ab" hier klar macht das er bzgl. ASM eine andere Meinung (z.B. zu mir) hat und hier auch Aufnahmen benannt hat.
cellodil (25.10.2006, 14:55): Original von Rachmaninov Original von cellodil @ ab
Dieses Thema scheint - aus welchen Gründen auch immer - sehr heftige Reaktionen in Dir auszulösen.
Ich verstehe allerdings nicht so ganz, wo das gerade hinführen soll. Oder wieso ein Vergleich von etwas, was nicht objektivierbar ist, irgend etwas bringen sollte.
Eigentlich zeigt sich hier das was weiter oben bereits geschrieben wurde: ASM "polarisiert".
Dennoch, auch bei anderer Meinung, finde ich es gut, daß "ab" hier klar macht das er bzgl. ASM eine andere Meinung (z.B. zu mir) hat und hier auch Aufnahmen benannt hat.
@Rachmaninov Ja, das sehe ich genauso.
Und es ist ja auch spannend, wenn verschiedene Ansichten aufeinanderprallen (was sie im Falle von ASM ganz offensichtlich etwas heftiger tun).
Dennoch - da bleibt ein gewisser Dissens - macht meiner Ansicht nach der von ab in leicht überhitztem Ton vorgeschlagene Vergleich, nicht viel Sinn. Weil es hier um subjektive Vorlieben geht, über die sich bekanntlich nicht streiten lässt. Aber ich glaube, Du hast das ja ohnehin eher als Einladung, die von ab favorisierten Aufnahmen anzuhören, interpretiert. Und diese Variante finde ich nun gar nicht abwegig.
Grüße
Sabine
ab (25.10.2006, 15:39): Liebe Sabine,
ich denke, eine heftige Reatkion ist hier jedenfalls angebracht. ASM ist nun einmal weit über das Feulleton hinaus so etwas wie die Buhfrau der Nation in Sachen Klassische Musik: dagegen ist Zivilcourage zu zeigen. Ich bin hier auch deshalb so heftig, gerade weil ich früher selbst zu den vehementen Ablehner gehört habe. Ich habe das stillschweigend übernommen, es war also nicht einmal ein Vorurteil von mir, sondern reines oportunistisches Mitschwimmen.
Heute, nachdem ich mich mit ihren Aufnahmen auseinandergesetzt habe, bin ich davon überzeugt, dass ASM zu den (wenigen!) wirklich ernst zu nehmenden Künstlern in Sachen Violine gehört. Und das obwohl sie wenig meinem persönlichen Geschmack entgegen kommt. . Aber Geschmack und Qualität ist nun einmal zweierlei. Ersteres ist rein subjektiv - darüber lohnt sich nicht zu streiten -, zweiteres aber nicht. Und diesbezüglich ist die Qualität so hoch und vieles geradezu einzigartig, wie sie spielt, dass Häme und Ironie wirklich nicht angebracht ist. Wir sollten viel mehr offen sein für das, was sie uns an Neuem offenbart - und hier meine ich nicht das Repertoir, sondern ihre zum Teil ausgefallenen Interpretationen, ihren einzigartigen Ton und ihre fast singulär vielfältige Klangfarbengestalltung.
Zur Beruhigung: persönlich kränkt oder trifft mich hier nichts. Ich hoffe immer nur, dass sie selbst nicht in solchen Foren surft, denn wir sollten niemals vergessen, dass auf der anderen Seite ein Mensch sitzt! Auch sollten wir nicht vergessen, dass unsere Artikel für uns sprechen und wir sie so verfassen sollten, dass wir stolz auf sie sein können! (Ich hoffe, das kommt jetzt nicht moralisierend rüber: Es handelt sich doch nur um die übliche Nettiquette des Internets...)
Und noch etwas: Ich denke nicht, dass es die Kunst ASM ist, die polarisiert, sondern dass es die Äußerungen sind, mit denen über sie gesprochen werden!
Gamaheh (25.10.2006, 15:41): Original von Rachmaninov
Eigentlich zeigt sich hier das was weiter oben bereits geschrieben wurde: ASM "polarisiert".
"Wenn die Kritiker untereinander uneinig sind, ist der Künstler mit sich im Reinen" (oder so ähnlich) sagt Oscar Wilde im programmatischen Vorwort zu Dorian Gray.
Grüße, Gamaheh
Ganong (25.10.2006, 19:08): Lieber ab ,
wi rbeide haben schon mehrfach eine Korrespondenz zu / über Anne - Sophie MUtter geführt .
K e i n Zweifel kann darüber bestehen , dass sie sicherlich nach wie vor zu den technisch absolut überragenden Persönlichkeiten ihres Faches gehört . Man kann dies leicht herausfinden , wenn wir Aufnahmen im Vergleich hören .
Dass sie interpretatorische , zum Teil schwere Einbrüche erlitten hat , ist genau sowenig zu bestreiten . Angefangen mit den Beethoven-Sonaten mit dem überforderten Lambert Orkis ( auch ASm war interpretatorisch etwa im Vergleich zu david Oistrach überfordert gewesen oder auch zu Szeryng , dieser mit Rubinstein , oder zu Zino Francecatti , diedser mit dem für mich allerdings zu kühlen , entemotionalisierten Casadesus ) . dann folgten die schrecklichen zweiten "Le Quattro Stagioni" mit ASM als Dirigentin . Danach unter anderem das Brahmskonzert mit dem ehemaligen DDR-Stardirigenten und "Politiker" Kurt Masur . Die Aufnahmen mit André Previn erreichen in keinem Fall auch nur annähernd internationales Vergleichsniveau .
Hier gibt e snichts zu polarisieren ! !
W a r u m Frau Mutter diese Aufnahmen mit diesen Dirigenten gemacht hat , bleibt mir ein Rätsel .
Wir können nur spekulieren ; dies gehört aber nicht hierher .
Das solistisch geigerische von Frau Mutter erreicht immer noch absolute sSpitzenniveau wie zu ihren sehr guten kammermusikalischen zeiten nmit Alexis Weissenberg oder ihren ersten bahnbrechenden Aufnahmne der grossen Violinkonzerte mit Herbert von Karajan oder ihrer herrlichen ersten Aufnahe der "Vier Jahreszeiten" ( wieder mit von Karajan und den Winer Philharmonikern ) . Dies bleiben Meilensteine des Geigenspieles .
Ich persönlich würde Frau Mutter sehr gerne einige rein auf ihre Werkauswahl bezogene Fragen stellen .
Nach ihrer Zusammenarbeit mit v. Karajan und Alexis Weissenebrg , die sie bekanntlich auch intensiv künstlerisch ( unddarüber hinaus ) beraten haben , erlebte ASM jedenfalls einen Absturz in der Fähigkeit , Musikgeschmack auf dem früheren sehr hohen Niveau zu halten . es gibt suicherlich noch einige wirklich sehr gute Aufnahmen , die aber über die gravierenden Mängel und Einbrüche kleider nicht hinwegtäuschen können .
Viele Grüsse ,
Frank
cellodil (25.10.2006, 20:30): Lieber ab,
Danke für Deine offene Antwort, die mir doch einiges verständlicher macht und die auch die Diskussion wieder auf ein gutes Level bringt (oder schon gebracht hat). :thanks
Das technische Können von Anne Sophie Mutter (wenn wir schon politisch korrekt sein möchten, dann sollten wir vielleicht auch ihren Namen nicht verstümmeln), ihre - wie Du es nennst - vielfälitge Klangfarbengestaltung, ihre Interpretationsweise, ist sicherlich die eine Sache, die ich bei bestimmten Werken auch hören und anerkennen kann. Der Punkt ist (und das hat wohl auch mit persönlichen Vorerfahrungen und mit Geschmack und Empfinden zu tun): Ihr Spiel ergreift mich nicht. Es kommt nichts bei mir an. The screen goes blank.
Das ist übrigens nichts, was nur für Anne Sophie Mutter gelten würde, sondern was mir bei manchen technisch durchaus anerkennenswerten oder gar beachtlichen Interpreten bisweilen, bei anderen häufig und in manchen Fällen auch immer so geht.
Die musikalischen Sternstunden sind für mich, wenn beides zusammenkommt: Technisches Können und die Fähigkeit, zu berühren. Und bei Anne Sophie Mutter ist zumindest mir das noch nie passiert.
Übrigens (und darüber darfst Du - und alle anderen auch - lächeln oder auch herzhaft lachen) ist mir das, was Du von Dir und Deiner Haltung zu Anne Sophie Mutter erzählst, mit Nigel Kennedy passiert. Allerdings nicht nur wegen der Medien, da gab es schon auch einen (schon sehr lange zurückliegenden) Besuch eines grausigen Konzerts. Jedenfalls kam ich zu dem Ergebnis, dass hier wohl wieder einmal ein "Klassik-Pop-Star" gemacht und gepusht werden sollte, auf den ich gerne verzichten kann und habe seine Einspielungen fortan für lange Zeit ignoriert. Da ich aber seit einiger Zeit einen CD-Laden habe, in dem ich gemütlich kopfhörerfrei alle vorhandenen Einspielungen eines Werkes anhören kann, kam es eines Tages dazu, dass ich doch mal wieder Nigel Kennedy gehört habe. Und ich war wirklich sehr überrascht...
Aber eigentlich ging es hier ja um Anne Sophie Mutter... :ignore
Was ich damit sagen wollte: Da hast Du sicherlich recht, wenn Du gerade in solchen "Fällen" wie Anne Sophie Mutter, bei denen die Übernahme von vorgefertigten Urteilen und Haltungen häufig anzutreffen ist, sehr sensibel reagierst. Ich denke auch, dass man sich und die eigene Haltung (nicht nur) in solchen Fällen noch einmal ganz genau prüfen sollte.
Herzliche Grüße (quasi von Ex-Elch zu Ex-Elch.... :engel)
Sabine
ab (25.10.2006, 21:03): Original von Ganong es gibt suicherlich noch einige wirklich sehr gute Aufnahmen , die aber über die gravierenden Mängel und Einbrüche leider nicht hinwegtäuschen können .
Lieber Frank,
diese Einbüche betreffen, wie Du richtig sagst, vor allem die Programmwahl und die Partner aber, soweit ich das überblicke, nur bei den Vier Jahreszeiten die Interpretation. Ich hoffe nur, dass die Parnerwahl nicht eine Managemententscheidung des Labels war, so wie etwa der Irrsinn, Bocelli mit richtigen Sängern, Orchester und Dirigenten auftreten zu lassen.
Ganong (28.10.2006, 15:40): Lieber ab ,
Du kennst aus unseren Meinungsaustauschen über Anbne - Sophie Mutter genau meine Meinung über sie und ihr ganz persönliches , individuelles geigerisches , im technischen Bereich sicherlich uneingeschränkt vorhandenes Potential und Leistungsvermögen im Konzertsaal .
ASM muss sich aber fragen lassen , warum sie einen überragenden Solopart in beethovens Violinkonzert vor einigen Jahren unter anderem in Köln gespielt hat und dann zeitgleich wohl zittern musste , was der Dirigent undspätere Ehemann Andé Previn partiturfremd angestellt hat .
Prevoin hätte so viel Respekt vor dem Werk (!!!) zeigen müssen , auf sein nicht zu überbietend schlechtes Dirigat zu verzichten .
Fest steht , dass Frau Mutter , die ich persönlich mehrfach "hautnah" erleben konnte , in ihrer frühen zeit unter dem Management von Weissenberg , Karajan , Glotz und iihrem späreren Ehemann Rechtsanwalt Dr. D. Wunderlich dermassene Leistungsverwirrungen nie erlebt hat .
Da in diesem Thread auchg fianzielle Aspekt angesprochen worden sind : Anne - Sophie Mutter bekommt , als einzige deutsche Künstlerin , solche Spitzengagen , dass sie durchaus mit Top - Managern pro anno "mithalten" kann . Nach dem Tod von Dr. Wunderlich war sie sozial so hervorragend abgesichert mit den beiden Kindern , dass sie sicherlich wegen des reinen geldwerwerbes nie mehr Geige hätte spielen müssen .
Unter den Geigerinnen und geigern unserer Zeit nimmt sie nach Meinung von Fachleiten immer noch einen Spitzenplatz weltweit ein .
Nochmals : ASM sollte , sie ist jung genug , die groossen Violinkonzerte und einiges der kammermusikaufnahmen mit qualitativ adäquaten Kollegionnen un dKollegen , Dirigenten und Orchestern aufnahmen !
Sie würde sicherlich sich selbst wie auch dem Publikum einen grossen musikalischen und künstlerischen Gefallen tun .
Beste Grüsse ,
Frank
Rachmaninov (03.11.2006, 19:53): eben hörte ich mir ASM mit dem 2. VK von Bela Bartok an!
Es war, auch aufgrund des guten Dirigats von Ozawa, ein durchaus positiver Höreindruck!
ASM gefiel mir besser als erwartet, allerdings denke ich nicht das sie es in den Olymp schaffen wird / würde! :leb
Ganong (05.11.2006, 14:34): Liebe Verehrer der Kunst und des Könnens von Anne - Sophie Mutter u n d werte Gegner ihres Könnens !
Wie von ab und Richard vorgeschlagen , sollt e, ja muss man , um die einzelnen Aufnahmen von Frau Mutter richtig und angemessen bewerten zu können , Vergleiche mit anderen Interpreten sorgfältig analysieren und dann versuchen , sie hier zu Papier zu bringen .
Es fällt mir auf , dass die ganz frühen Aufnahmen von ihr mit Herbert von Karajan praktisch keine Rolle ( mehr ) spielen . Warum ist dies so .
Aus meiner Sicht sind als herausragend eAufnahmen , die einen Platz in der internationalen Spitzengruppe behalten haben , die Brahms - Sonaten mit Alexis Weissenberg und die Sonate von César Franck (. Ebenfalls mit Alexis Weissenberg ( alle bei EMI erschienen ) . Nicht nachzuvollziehen ist dann in diesem Zusammenhnag , dass si eienem ihrer vier grossen und entscheidenden Förderer , Maestro Weissenberg , offensichtlich den Rücken gekehrt hat . Sie verdient zwar , was sie objektiv nicht mehr nötig hätte , fleissig an Tantiemen mit , stellt abr schon seit etwa dem Wechsel von Weissenberg von der EMI zur DGG / Universal ca. 1983/1984 diesen in eine unangemessen weite reihe huinter sich . Tatsache bleiben folgendes : Ihr erster Ehemann , der an krebs verstorbene rechtsanwalt Dr. D. Wunderlich ( im übrigen ein seinerzeit bedeutender Wirtschaftsanwalt ; vgl. zur Erinnerung seine Tätigkeiten für Flick u. a. ) hat damaals ganz wesentlich Weissenbergs Wechsel auch juristisch vorbereitet und begleitet ( insgesamt nachzulesen auch bei Norman Lebrecht ) ; Alexis Weissenberg hat seit der Aufnahmen mit Frau Mutter 1982 in der Salle Wagram in Paris diese auch aussermusikalisch sehr zu ihrem Vorteil beraten und ganz entscheidend gefördert . Dies geschah 1983 bei der Welttourne mit den Brahms - Sonaten und dem Werk von C. Franck absolut für jeden miterlebbar . da ich bei zig der Aufführungen persönlich anwesend war , weiss ich , worüber ich hier schreibe .
Mehr möcht eich hier lieber nicht zu Frau mutter und ihrer Persönlichkeit schreiben . der "Spiegel" hat dies vor wenigen Jahren mit Abbildungen zutreffend getan . Dennoch fügte der "Spiegel" hinzu , dass es sich beui Frau Mutter um die einzige deutsche Künstlerin von Weltrang handele . Dem ist bezüglich ihrer herrlichen Technik , die sie bis heute erhalten hat , nichts hinzuzufügen .
Ihre Rekordgagen , deren Höhe mir 1999 in bonn noch von einer Insiderin von Rang mitgeteilt worden sind , mögen ( verständlicherweise ? ) Neid- und Missgunsteinstellungen provoziert haben und noch hervorrufen . Verglichen mit mittelmässigen Bundesligafussballspilern sind ihre Honorare natürlich angemessen . Frau Mutter leistet geigerisch sicherlich Aussergewöhnliches .
Nach dem Krebstod ihres Ehemannes RA Dr. D. Wunderlich war sie so sehr mit den beiden Kindern aus diser Ehe abgesichert , dass natürlich auch das hinterlassene Vermögen von Herrn Wunderlich Neidgefühle aufkommen lassen kann . Zur Erinnerung : RA Wunderlich war immerhin ein Spitzenvertreter seines berufes . Auch dies wird natürlich honoriert . Über die BRAGO weit hinaus . Zu Recht .
Die "Anmerkungen" über das zweite kind der Eheleute Wunderlich - Mutter sind nicht nur geschmacklos gewesen , sondern haben mit Frau Mutters geigerischen Fähigkeiten absolut nichts zu tun . Die smuss man einfach klar trennen .
Fü rmich persönlich sind Anne - Sophies Mutters tatsächliche künstlerische Einbrüche gekommen , als sie die im internationalen Vergleich wirklich schlechten CD - Aufnahmen mit Kurt Masur ( über ihn lohnt es sich ein altes "Spiegel" - Heft nachzulesen ) , einem der völlig überbewerteten Dirigenten und politischen Musiker aus DDR - Zeiten ( s. "Der Spiegel" ) und ihrem zweiten Ehemann André Previn , der viel von ihr profitiert hat ( nicht umgekehrt ) , aufgenommen hat . Die Livekonzerte etwa des Beethoven - Violinkonzertes mit Previn hab eich in allen miterlebten Fällen als nachhaltig fast peinlich eInterpretationen in Erinnerung . Es handelte sich als keineswegs um einen sog. "schlechten Abend ". Previn war einfach überfordert .
Ihre neuen Mozart - Aufnahmen sind durchweg sehr gute Einspielungen ( DGG ) .
Peinlich sind für Frau Mutter selbst die CD - Hüllen und die fast geschmacklose Werbung der DGG / Universal . ich darf hier auf den beginn meines textes verweisen mit den Hinweisen auf Alexis Weissenberg .
Was in den letzten jahren bei Frau Mutter meiner Meinung nach völlig gefehlt hat , waren ein offensichtlich nicht vorhandener sicherer persönlicher gesamtkünstlerischer Standpunkt , ein schlechtes Management , eine miese PR - Politik .
Um bei zwei der grossen Violinkonzerte zu bleiben , empfehle ich folgende Aufnahmen zu Vergleich :
Gehört Frau Mutter für euch in den Olymp? (bei all eurer Wertschätung für sie!)
(Mein Olymp Heifetz, Oistrach, Milstein, Kogan, Repin und Grumiaux......)
Früher hätte ich detulich nein gesagt; nun bin ich geneigt dies zu bejahen und zwar deshalb, weil ich ihre Art, klangfarbenmäßig zu gestalten und Töne derart abgetrennt - sozusagen perlend zu spielen, für singulär halten.
Für mich gehört aber auch Gidon Kremer in den Olym, obwohl er viele Aufnahmen gemacht hat, mit denen ich gar nichts anfangen kann. Auch sollte man Mischa Elman und Ginette Neveu nicht vergessen. Womöglich wird in Zukunft bei dieser Weiterentwicklung auch einmal Thomas Zehtmair dazu gehören.
Ganong (10.11.2006, 15:42): Reif für den Olymp ?
Lieber R. ,
technisch ist Anne - Sophi emUtter sicherlich eine Ausnahmegeigerin .
D a z u müssen aber eine über eine Reihe von Jahren gehende Stilsicherheit , interpretatorische Weiterentwicklung ( "Reifung" und nicht Reife ! ) kommen .
Mir ist bewusst , welche grotesken "paare" es bei Tonträgeraufnahmnen und Konzertabenden schon immer gegeben hat .
Leider , un dich denke dies geht aus meinem text klar hervor , ist Frau Mutter einen nach den zu Recht durchweg sehr negativ bewerteten Sonaten von Beethoven mit Lambert Orkis diese seltsamen Bahnen mit Masur und Prevon weitergegangen . S i e hätte dies sicherlich nicht nötig gehabt ! Ihre letzten Mozartaufnahmen sind dafür rein spieltechnisch deutlich besser .
Mein Geiger - Olymp m. E. ( wegen der Unvollständigkeit ) .
J Heifetz D Oistrach
H Szeryng
N Milstein
M Rabin
Z Francescatti
L Kogan
G Neveue .
Sicher gehören natürlich beginnend bei Paganini selbst , über Sivori , J Joachim , F Kreisler , Efrem Zimbalist auch dazu . Und R. Ricci in seinen guten Tagen . Oder Ida Haendel , die meist vergessen wird ( höre die Aufnahmen bei "Testament" ) .
Noch eines : Viktoria Mullova ist im Konzert viel überzeugender als auf ihren CDs ! Von ihr erwarte ich noch einige herausragenden Aufnahmen .
Grüsse,
Frank
HenningKolf (30.11.2008, 09:41): Gestern lief auf 3sat eine Dokumentation über A.S.Mutter, von der ich die letzen 2/3 sehen konnte (leider hatte ich den Anfang verpasst). Ich habe das mal zum Anlass genommen, mich in diesem Faden umzutun und bin doch eher erstaunt, dass diese freundliche, sympathische, sozial engagierte, technisch versierte, über ein hervorragendes Klangfarbenspektrum verfügende Künstlerin teilweise derartig runter gemacht wird (sie teilt dieses Schicksal nicht nur hier im Forum mit Karajan und Brendel) und muss mich schon sehr wundern. Ich frage mich, woran das liegen mag - hoffentlich nicht daran, dass sie von dem umstrittenen und geschäftstüchtigen Karajan entdeckt wurde und selbst vermögend ist.
Dabei kann doch nicht ernsthaft die Frage sein, ob jemand im "Olymp" befindlich ist oder nicht (da ist für mich Heifetz, zu seinen Füßen sitzen dann eine Menge anderer). Jedenfalls was Geigerinnen betrifft (obwohl ich mich ja eigentlich dagegen wehre im Zuge der Gleichberechtigung Geigerinnen als besondere Spezies anzuführen) fällt mir Neveu ein, die vermag, was Mutter vielleicht nicht kann - die Seele zu berühren und die Tränen in die Augen zu treiben - aber es kann doch kaum eine Frage sein, das A.S. Mutter zu den "Großen" ihrer Zunft gehört.
Auch passt ihr schöner meist samtiger Ton nicht zu jeder Musik, und per se "schön" Klingendes mag dann vielleicht etwas arg glatt klingen (wobei mir der in der Fernsehdokumentation auszugsweise gezeigte Auftritt zusammen mit einer jungen Koreanerin, deren Name mir schon wieder entfallen ist, mit dem Doppelviolinenkonzert von Bach (BWV 1043 müsste das sein) recht gut gefallen hat - mit Sicherheit nicht HIP, aber das wiederum ist mir egal). Aber dass nicht jeder alles "olympiareif" spielt (außer Heifetz :D) ist wohl normal, z.B. könnte ich mir Grumiaux nicht wirklich mit Schtschedrin vorstellen....
Im übrigen ist A.S.Mutter hoch anzurechnen, dass sie sich sehr um Zeitgenössisches und die Musik des 20.Jhdts kümmert - und ihre Aufnahmen von Penderecki, Bartók etc. sind mehr als gelungen (ihr Prokofjew gefällt mir etwas weniger). Gubaidulina wird ihr jüngstes Stück nicht ohne Grund "für" A.S.Mutter komponiert haben...(ob ich den Bach auf der jüngsten CD wirklich brauche weiss ich nicht und so werde ich warten, bis die CD nicht mehr im Hochpreissegment ist bzw. auf dem Zweitmarkt erhältlich ist).
Gruß Henning
Gerion (30.11.2008, 15:43): Hallo zusammen,
mir geht es genauso wie Henning, ich sah die Dokumentation gestern und las den Thread heute. Ich bin ebenfalls der Meinung, dass Frau Mutters Aufnahmen - ebenso wie diejendigen ausnahmslos aller Künstler - differenziert und für sich zu betrachten sind. Die mir vorliegenden Aufnahmen (zB Bartok mit Oszawa und einige andere moderne Werke) gefallen mir sehr gut. Auch das neue VK Sofia Gubaidulinas spielt sie ganz hervorragend. Ich verstehe nicht, warum sie so völlig niedergemacht wird.