Rachmaninov (16.02.2007, 06:46): Wenn man an A. Skjabin denkt fallen einem zunächst die Klaviersonaten ein.
Denkt man an diese Klaviersonaten und hört das erste mal sein Klavierkonzert fis-Moll dürfte man doch zunächst eine Überraschung erleben. Hier entdeckt man einen ganz anderen Skjabin.
Man darf ein wunderschönes Klavierkonzert entdecken, das zunächst gar nicht an Skjabin erinnern mag. Auch hört man kein Klavierkonzert das an die "großen" Werke wie das Tchaikovsky Konzert erinnern mag. Nein, viel mehr hört man erin sehr harminosches Klavierkonzert mit einem traumhaft schönen Mittelsatz, der vier Themen vereint. Wunderschön. Auffällig hier der Dialog Klarinette und Klavier.
Skjabin komponierte das Werk zwischen Oktober 1896 und April 1897. Die Erstaufführung erfolgte am 23. Oktober 1897 durch den Komponisten, der das Werk mehrfach aufführte. Dies z.B. auch unter der Leitung von S. Rachmaninov 1911 in Moskau.
Mir sind 2 Aufnahmen des Konzerts bekannt.
A. Ugorski - Chicago Symphony Orchstra - P. Boulez
http://www.jpc.de/image/cover/front/0/9699161.jpg
und
N. Demidenko - BBC Symphony Orchestra - A. Lazarev
Die Aufnahme mit A. Ugorsky hörte ich gestern abend nochmals um meine länger zurück liegernden Eindrücke nochmal zu überprüfen. Die Demidenko Aufnahme hörte ich vor ein paar Tagen / Wochen nochmals.
Mein Favorit ist eindeutig die Aufnahme mit NB. Demidenko. Zwar führt P. Boulez das CSO recht gut und arbeitet die Instrumentierung sauber raus, aber der Gesamteindruck ist bei Lazarev / Demidenko einfach viel stärker. Man höre nur wie wunderschön Demidenko den Mittelsatz spielt. Im Vergleich dazu wirkt Ugorsky doch eher "oberflächlich". Bei Demidenko ist da ein Funkeln, das leuchetet jeder Anschlag und vor allem ist die Aufnahmetechnik hier so, daß man überhaupt i.d Lage ist jederzeit den Pianisten derart sauber zu hören. Dies ist bei der DG Aufnahme mit Ugorski leider nicht der Fall.
Mich würde interessieren ob ihr das Konzert kennt? Wenn ja, schätzt ihr es?
Welche Aufnahmen schätzt ihr? Kann kir durchaus vorstellen das es hier noch Entdeckungen geben kann!
ab (21.02.2007, 17:37): Kennen gelernt hatte ich das Konzert unter Ashkenazy/Maazel, die mir gar nicht gefiel. Später fiel mir die Ugorsky/Boulez-Aufnahme in Händen und bin damit hinreichend zufrieden, auch wenn gerade diese Klangsinnlichkeit, die ich gerade an Scriabin schätzen würde, nicht gegeben ist. Ich bin also auf Empfehlungen gespannt!
Rachmaninov (16.02.2007, 06:46): Wenn man an A. Skjabin denkt fallen einem zunächst die Klaviersonaten ein.
Denkt man an diese Klaviersonaten und hört das erste mal sein Klavierkonzert fis-Moll dürfte man doch zunächst eine Überraschung erleben. Hier entdeckt man einen ganz anderen Skjabin.
Man darf ein wunderschönes Klavierkonzert entdecken, das zunächst gar nicht an Skjabin erinnern mag. Auch hört man kein Klavierkonzert das an die "großen" Werke wie das Tchaikovsky Konzert erinnern mag. Nein, viel mehr hört man erin sehr harminosches Klavierkonzert mit einem traumhaft schönen Mittelsatz, der vier Themen vereint. Wunderschön. Auffällig hier der Dialog Klarinette und Klavier.
Skjabin komponierte das Werk zwischen Oktober 1896 und April 1897. Die Erstaufführung erfolgte am 23. Oktober 1897 durch den Komponisten, der das Werk mehrfach aufführte. Dies z.B. auch unter der Leitung von S. Rachmaninov 1911 in Moskau.
Mir sind 2 Aufnahmen des Konzerts bekannt.
A. Ugorski - Chicago Symphony Orchstra - P. Boulez
http://www.jpc.de/image/cover/front/0/9699161.jpg
und
N. Demidenko - BBC Symphony Orchestra - A. Lazarev
Die Aufnahme mit A. Ugorsky hörte ich gestern abend nochmals um meine länger zurück liegernden Eindrücke nochmal zu überprüfen. Die Demidenko Aufnahme hörte ich vor ein paar Tagen / Wochen nochmals.
Mein Favorit ist eindeutig die Aufnahme mit NB. Demidenko. Zwar führt P. Boulez das CSO recht gut und arbeitet die Instrumentierung sauber raus, aber der Gesamteindruck ist bei Lazarev / Demidenko einfach viel stärker. Man höre nur wie wunderschön Demidenko den Mittelsatz spielt. Im Vergleich dazu wirkt Ugorsky doch eher "oberflächlich". Bei Demidenko ist da ein Funkeln, das leuchetet jeder Anschlag und vor allem ist die Aufnahmetechnik hier so, daß man überhaupt i.d Lage ist jederzeit den Pianisten derart sauber zu hören. Dies ist bei der DG Aufnahme mit Ugorski leider nicht der Fall.
Mich würde interessieren ob ihr das Konzert kennt? Wenn ja, schätzt ihr es?
Welche Aufnahmen schätzt ihr? Kann kir durchaus vorstellen das es hier noch Entdeckungen geben kann!
ab (21.02.2007, 17:37): Kennen gelernt hatte ich das Konzert unter Ashkenazy/Maazel, die mir gar nicht gefiel. Später fiel mir die Ugorsky/Boulez-Aufnahme in Händen und bin damit hinreichend zufrieden, auch wenn gerade diese Klangsinnlichkeit, die ich gerade an Scriabin schätzen würde, nicht gegeben ist. Ich bin also auf Empfehlungen gespannt!
teleton (05.01.2010, 11:37): Neben dem Scriabin - Klavierkonzert möchte ich in diesem Beitrag auch auf die Sinfonische Dichtung Prometheus eingehen, die auch für Klavier und Orchester mit Chor komponiert ist.
Meine hochkarätigen Aufnahmen von beiden Werken sind:
Betrachte ich zunächst Prometheus, so finde ich die zügigere, dramatische Interpretation von Ashkenazy/Maazel wesentlich packender, als Ugorski, Boulez. Boulez benötigt für das Werk mit 22:54 genau 2:15 länger. Ihm kommt es mehr darauf an die impressionistischen Klangfarben des Werkes auszukosten und detailreich zum klingen zu bringen; alles auf höchstem Niveau, aber die Spannung bleibt auf der Strecke, von "russischer Seele", die das Werk nämlich hat - keine Spur mehr. Mir gefällt in dieser Hinsicht Maazel/Ashkenazy ungleich besser. Die in Prometheus vorhandene "russische Seele" ist auch ein Grund weshalb ich gerade Promeheus von Scriabins Werken am höchsten schätze; mehr als seine Sinfonien .......
Zitat von ab: Kennen gelernt hatte ich das Konzert unter Ashkenazy/Maazel, die mir gar nicht gefiel. Hallo ab,
wie kann es sein, dass man ein Werk in einer Aufnahme kennenlernt und es einem sogleich nicht gefällt ? Oder bezieht sich dein Satz auf spätere Vergleiche mit anderen Aufnahmen ? Mir gefällt das Klavierkonzert in der Interpretation Ashkenazy/Maazel, die Geschichte geschrieben hat und für viele Jahre alleinige Referenz war, ausserordendlich gut. Erst in den letzten 10jahren kamen neue erwähnenswerte Einspielungen dazu.
Ich werde das Klavierkonzert in kürze mit meinen beiden Aufnahmen vergleichen. Da Rachmaninov bei seinem Vergleich mit Lazarev / Demidenko auch schon festgestellt hat, dass bei Ugorsky/Boulez nicht alles Gold ist, was glänzt, kann ich mir gut vorstellen, das mein Vergleich in die gleiche Richtung geht. Boulez ist bei seinen aktuellen DG-Aufnahmen (Ravel, Debussy, Scriabin, ...) durchweg zu sachlich, zu nüchtern. :hello Ich werde berichten.
ab (05.01.2010, 22:55): Original von teleton
wie kann es sein, dass man ein Werk in einer Aufnahme kennenlernt und es einem sogleich nicht gefällt ?
Mich hat schlicht die gehörte Musik, so wie von Ashkenazy/Maazel zu hören war, nicht angesprochen. Daher habe ich für lange Zeit mich weder mit dem Werk befasst, noch nach anderen Aufnahmen gesucht. Gemeint war übrigens das Klavierkonzert, nicht Pormetheus.
Ich finde übrigens Deine Charakterisierung der Boulez-Aufnahme, ihm käme es "mehr darauf an, die impressionistischen Klangfarben des Werkes auszukosten und detailreich zum klingen zu bringen" sehr trefflich. In Ugorskis Spiel höre auch ich nicht das, was ich unter "russische Seele" subsummieren wollte.
Mittlerweile dürfte eine weitere Aufnahme, ich glaube es war sogar mit Samuil Feinberg, durch die Box Legendary Russian Pianists bei Brilliant dazugekommen sein; noch hatte ich aber leider keine Zeit dafür... :I
:hello
teleton (06.01.2010, 10:50): Der große Scriabin-Fan bin ich eigendlich nicht, weil das romanitische Gefühlsgedusel einiger Komponisten vor und um die Jahrhunderwende mich nervt. Gerade die Scriabin-Werke der gesamten Decca-CD mit Ashkenazy/Mazel haben mich von Anfang an sehr begeistert, weil man durch diese fabelhafte Interpretation etwas von der russischen Seele spürt. Im Gegensatz zu Dir haben diese Aufnahmen des Klavierkonzertes, Prometheus und dem Extase-Poem mich sehr überzeugt und mich dem Komponisten Scriabin näher bringen lassen.
Ich habe gleich gestern meinen angekündigten Vergleich, jetzt auch mit dem Klavierkonzert in beiden Aufnahmen Ashkenazy/Maazel (Decca) und Ugorski/Boulez (DG) durchgeführt: :beer Es sind beides sehr gute Interpretationen. Meine Entscheidung geht aber klar zu Gunsten, der Ashkenazy/Maazel-Aufnahme. Hier werden die Ecken und Kanten ausgespielt ohne übermäßig romantische Gefühlsdudelei. Bei Ugorski empfinde ich streckenweise ein flach romanitisches Geplänkel, bei aller Anerkennung für sein athmosphärenreiches Spiel und Boulez hervorragend disponiertes Chicago SO. :engel Ashkenazy/Maazel packen mich ungleich mehr. Ashkenazy spielt sehr facettenbreich und Maazel sieht in Sciabin keinen Debussy/Ravel, sondern bietet eine zupackende Begleitung - und ich spüre auch hier das, was ich für einen russischen Komponisten wichtig finde - die russische Seele !
Rachmaninov (06.01.2010, 11:37): Original von teleton Der große Scriabin-Fan bin ich eigendlich nicht, weil das romanitische Gefühlsgedusel einiger Komponisten vor und um die Jahrhunderwende mich nervt.
Dies mag beim Klavierlonzert Scriabin so zu sein, die Klavierwerke zeichnen sich IMHO gerade dadurch aus das sie "untypisch" für ihre Zeit sind.
Michael Schlechtriem (06.01.2010, 22:15): Ich oute mich auch mal als Fan der Ashkenazy- Maazel- Aufnahme, möchte aber gerne auf eine der ersten Aufnahmen von Paul Badura-Skoda aufmerksam machen:
1950 hat er das Klavierkonzert bereits aufgenommen und ich habe diese Aufnahme in den 70er Jahren einige wenige male im Rundfunk gehört.
Pristine hat sie nun wieder neu herausgebracht und ich muß sagen, daß mir alleine der wunderbar empfundene erste Klaviereinsatz ausnehmend gut gefällt.
Bei Pristine kann man sich den ersten Satz anhören: http://www.pristineclassical.com/LargeWorks/Orchestral/PASC031.php
ich darf zum einen auf eine historische aufnahme mit dimitri bashkirov aus der damaligen udssr hinweisen und zum anderen auf einen live-eindruck aus dem vergangenen jahr:
evgeni sudbin, piano tonhalle-orchester zürich unter einem jungen spanischen gastdirigenten
sehr intensive und gleichsam singende interpretationen.