Rachmaninov (01.04.2006, 20:24): Alexander Skrjabin wurde lediglich 15 Monate vor S. Rachmaninov geboren stellt aber einen Gegensatz zu Rachmaninov dar. Anders als Rachmaninov suchte Skrjabin einen Weg weg von der Spätromantik wie sie z.B. Rachmaninov prägte. Ebenfals unterschiedlich sein Werdegang. Nach einer Krise spielte Skrjabin nur noch eigene Werke. Wie Rachmaninov erhielt er die Goldmedallie als Pianist.
Einen "endgültigen" Zugang zu Skrjabins Schaffen habe ich noch nicht geschafft. Sein Klavierkonzert schätze ich sehr, ebenso seine 2. Klaviersonate op.19. Mit seinen späten Sonaten komme ich bisher wenig zurecht.
Die 12 Etudes op.8 gehören für mich allerdings mit zum Feinsten was für das Klavier im 19. Jahrhundert geschrieben wurde. Grandiose Klaviermusik. Zwar mit erheblichen Schwierigkeiten versehen aber immer dem musikalischen Ausdruck verpflichtet und untergeordnet.
Die Aufnahme von Elena Kuschnerova zeigt was möglich ist wenn man eben über jene Fähigkeiten verfügt, die die technischen Schwierigkeiten vergessen lassen und Freiraum für die Schönheit dieser Musik erlauben.
Interpretation: :times10 Klang: 8
Jeremias (05.04.2006, 22:02): Du hast recht, der Zugang zu Skriabin ist nicht einfach. Auch ich bevorzuge eher die Frühwerke. Die Aufnahme mit Kuschnerova kenne ich und schätze ich, es gibt aber auch sehr gute Konkurrenz, z.B. im rahmen eines Recitals mit Magaloff, für kleines Geld bei Ermitage zu haben. Aber auch Piers Lane hat eine sehr gute Einspielung gemacht:
Die Etüden sind für Pianisten recht unangenehm zu erlernen, denn sie sind sehr unpianistisch geschrieben. Zudem ist es sehr schwer, diese auswendig zu lernen, das gilt aber dann eher noch mehr für die späten Etüden. Die letzte in dis-moll op.8 Nr.12 habe ich, nachdem Kissin sie als Zugabe gespielt hat, irgendwann auch gelernt. Vielleicht folgt demnächst nochmal die ein oder andere...
AcomA (05.04.2006, 22:17): hallo Sergejewitsch und Jeremias,
dieser scriabinsche etüdenzyklus ist im rahmen des letzten magaloff-dokuments, einem live-mitschnitt aus der schweiz vom 27.40.1991, präsentiert. jeremias sprach diese aufnahme an. der pianist ist schon im fortgeschrittenen alter, hat nicht mehr seine berühmte technische eleganz. dafür aber sehr bewegend und ausdrucksstark ! ein besonderes dokument, dass außerhalb der konkurrenz zu bewerten ist.
die op.8 nr.5 und nr.11 habe ich auch mit sviatoslav richter (melodiya, 1962, live), der hier auch beweist, dass er ein exzellenter scriabin-interpret ist.
gruß, siamak :engel
ab (27.05.2006, 14:22): Ich muss gestehen, dass ich Vol I. der Naxos-Aufnahme mit Evgeny Zarafiants in seiner höchst lyrischen und liebevollen Interpretation immer wieder und wieder mit größtem Genuss hören!
Rachmaninov (20.11.2007, 19:04): @ab,
mittlerweile habe ich zumindestens die Etüden op.8 i.d. Aufnahme mit Maria Lettberg gehört.
http://www.jpc.de/image/w300/front/0/7186327.jpg
Lettberg spielt die Etüden eher in einem virtuosen Ansatz, stellenweise fast als "Schaustück". Das mag interessant sein, sicherlich auch auf guten Niveau, entspricht aber nicht meiner Vorliebe! Ich mag die Etüden eher "gesanglicher", oder wie Du es so treffend formuliert hast
......höchst lyrischen und liebevollen.......
Nach meinen Eindrücken findest Du diese Sichtweise bei Lettberg eher weniger, jedenfalls weniger als bei Kuschnerova...
Irgendwann höre ich mir hoffentlich auch Evgeny Zarafiants einmal an :engel
ab (21.11.2007, 13:07): Danke für diesen Hinweis! (Ich hörte es läuten, diese Box vermutlich zu Weihnachten geschenkt zu bekommen) Kuschnerova und auch Gourari haben mir wenig gefallen, so auch die GA bei Arte Nova mit Andrei Diev. An Pletnevs Virgin-Album habe ich kaum Erinnerung, dies ist schon zu lange her, als ich damit noch zu wenig anfangen konnte. Den Magaloff habe ich selbst und höre die CD gerne, ziehe aber Zafirants geschmacksmäßig vor.
Rachmaninov (21.11.2007, 13:42): @ab,
mein Kommentar bezog sich aber lediglich auf de Etüden, nicht auf die restlichen Werke auf der CD. Bei den Preludes habe ich ganz andere Favoriten. Dazu aber später irgendwann mehr :hello
Rachmaninov (01.04.2006, 20:24): Alexander Skrjabin wurde lediglich 15 Monate vor S. Rachmaninov geboren stellt aber einen Gegensatz zu Rachmaninov dar. Anders als Rachmaninov suchte Skrjabin einen Weg weg von der Spätromantik wie sie z.B. Rachmaninov prägte. Ebenfals unterschiedlich sein Werdegang. Nach einer Krise spielte Skrjabin nur noch eigene Werke. Wie Rachmaninov erhielt er die Goldmedallie als Pianist.
Einen "endgültigen" Zugang zu Skrjabins Schaffen habe ich noch nicht geschafft. Sein Klavierkonzert schätze ich sehr, ebenso seine 2. Klaviersonate op.19. Mit seinen späten Sonaten komme ich bisher wenig zurecht.
Die 12 Etudes op.8 gehören für mich allerdings mit zum Feinsten was für das Klavier im 19. Jahrhundert geschrieben wurde. Grandiose Klaviermusik. Zwar mit erheblichen Schwierigkeiten versehen aber immer dem musikalischen Ausdruck verpflichtet und untergeordnet.
Die Aufnahme von Elena Kuschnerova zeigt was möglich ist wenn man eben über jene Fähigkeiten verfügt, die die technischen Schwierigkeiten vergessen lassen und Freiraum für die Schönheit dieser Musik erlauben.
Interpretation: :times10 Klang: 8
Jeremias (05.04.2006, 22:02): Du hast recht, der Zugang zu Skriabin ist nicht einfach. Auch ich bevorzuge eher die Frühwerke. Die Aufnahme mit Kuschnerova kenne ich und schätze ich, es gibt aber auch sehr gute Konkurrenz, z.B. im rahmen eines Recitals mit Magaloff, für kleines Geld bei Ermitage zu haben. Aber auch Piers Lane hat eine sehr gute Einspielung gemacht:
Die Etüden sind für Pianisten recht unangenehm zu erlernen, denn sie sind sehr unpianistisch geschrieben. Zudem ist es sehr schwer, diese auswendig zu lernen, das gilt aber dann eher noch mehr für die späten Etüden. Die letzte in dis-moll op.8 Nr.12 habe ich, nachdem Kissin sie als Zugabe gespielt hat, irgendwann auch gelernt. Vielleicht folgt demnächst nochmal die ein oder andere...
AcomA (05.04.2006, 22:17): hallo Sergejewitsch und Jeremias,
dieser scriabinsche etüdenzyklus ist im rahmen des letzten magaloff-dokuments, einem live-mitschnitt aus der schweiz vom 27.40.1991, präsentiert. jeremias sprach diese aufnahme an. der pianist ist schon im fortgeschrittenen alter, hat nicht mehr seine berühmte technische eleganz. dafür aber sehr bewegend und ausdrucksstark ! ein besonderes dokument, dass außerhalb der konkurrenz zu bewerten ist.
die op.8 nr.5 und nr.11 habe ich auch mit sviatoslav richter (melodiya, 1962, live), der hier auch beweist, dass er ein exzellenter scriabin-interpret ist.
gruß, siamak :engel
ab (27.05.2006, 14:22): Ich muss gestehen, dass ich Vol I. der Naxos-Aufnahme mit Evgeny Zarafiants in seiner höchst lyrischen und liebevollen Interpretation immer wieder und wieder mit größtem Genuss hören!
Rachmaninov (20.11.2007, 19:04): @ab,
mittlerweile habe ich zumindestens die Etüden op.8 i.d. Aufnahme mit Maria Lettberg gehört.
http://www.jpc.de/image/w300/front/0/7186327.jpg
Lettberg spielt die Etüden eher in einem virtuosen Ansatz, stellenweise fast als "Schaustück". Das mag interessant sein, sicherlich auch auf guten Niveau, entspricht aber nicht meiner Vorliebe! Ich mag die Etüden eher "gesanglicher", oder wie Du es so treffend formuliert hast
......höchst lyrischen und liebevollen.......
Nach meinen Eindrücken findest Du diese Sichtweise bei Lettberg eher weniger, jedenfalls weniger als bei Kuschnerova...
Irgendwann höre ich mir hoffentlich auch Evgeny Zarafiants einmal an :engel
ab (21.11.2007, 13:07): Danke für diesen Hinweis! (Ich hörte es läuten, diese Box vermutlich zu Weihnachten geschenkt zu bekommen) Kuschnerova und auch Gourari haben mir wenig gefallen, so auch die GA bei Arte Nova mit Andrei Diev. An Pletnevs Virgin-Album habe ich kaum Erinnerung, dies ist schon zu lange her, als ich damit noch zu wenig anfangen konnte. Den Magaloff habe ich selbst und höre die CD gerne, ziehe aber Zafirants geschmacksmäßig vor.
Rachmaninov (21.11.2007, 13:42): @ab,
mein Kommentar bezog sich aber lediglich auf de Etüden, nicht auf die restlichen Werke auf der CD. Bei den Preludes habe ich ganz andere Favoriten. Dazu aber später irgendwann mehr :hello
Sfantu (26.02.2024, 21:10): Zwar finde ich Skrijabins spätere Etuden interessanter. Besonders die drei kurzen op. 65-Stücke: in ihrer aphoristischen Knappheit und nah an der Auflösung der Dur-Moll-Tonalität, sind sie ungemein spannend und gewagt. Trotzdem genieße ich die früheren Verneigungen vor Chopin und List ebenfalls von Zeit zu Zeit.
Géza Hegyi (oder eigentlich Hegyi Géza) (LP, Jecklin, AD ?)
Geradlinig und abgeklärt ist die Sicht Géza Hegyis auf das op. 8. Laut Klappentext ist dies die erste Gesamteinspielung. Dem Klang fehlt es ein wenig an Schmelz und Bandbreite. Über den Künstler erfährt man nur wenig mehr als nichts. Und das gilt für meine www-Recherche nach ihm insgesamt. "Jede musikalische Vorstellung erfüllt sich am Steinway-Flügel" lautet ein Zitat Hegyis von 1960, mit welchem sich die Firma schmückt. Der Klappentext wiederum vermerkt knapp Bratislava als seinen Geburtsort (1923). Stipendiat der Franz-Liszt-Musikhochschule Budapest, 1947 Auszeichnung mit dem Béla Bartók-Preis, zwei Jahre Schüler Alfred Cortots in Paris, 1957 Übersiedlung in die Schweiz (wie so viele Ungarn damals - Stichwort Imre Nagy). Er sei Liszt-und Bartók-Spezialist. Meine einzige weitere Schallplatte mit ihm (ebenfalls Jecklin) bringt wortgetreu den gleichen Text.
Michael Ponti (LP, Vox, 1974)
Tausendsassa Ponti leistet sich etwas mehr Verspieltheit (sprich: Temporückungen) als Hegyi. Geschmeidig fühlt er sich ein in Skrijabins Gedankenwelt. Der Klang ist etwas generöser in ordentlichem bis gutem Stereo. Enthalten ist auch eine Alternativ-Fassung der Nr. 12.
Sfantu (27.02.2024, 20:46): Auf seinem 1972 eingespielten Skrijabin-Album ist aus dem op. 8 leider nur gut die Hälfte enthalten. Ausgerechnet die (nicht nur) von ihm so gern als Zugabe gewählte Nr. 12 ist nicht mit dabei. Horowitz adelt diese Musik freilich durch seine fantastische Anschlagskunst und die poetische Nachgestaltung. Doch schreckt er auch nicht vor einer imposanten Pranke zurück - wie in Nr. 5 oder gegen Ende der 10. Etude. Herrlich schrullig Nr. 3. Ein noch einmal etwas besserer Aufnahme-Standard als bei Hegyi und Ponti, wenn auch nicht audiophil.
op. 8 Nr. 2-5, 8, 10 und 11
Wladimir Horowitz (LP, CBS, 1973)
Andréjo (28.02.2024, 13:47): Die zuletzt abgebildete CD besitze ich und habe ich sicher auch schon komplett gehört. Das werde ich gerne mal wieder tun und auf Sfantus Anmerkungen achten.
Mit den Sonaten des Meisters bin ich besser bestückt als mit fast aller anderen Musik auf der Parallel-Ebene - von Sacre du Printemps zumindest noch abgesehen. Da kenne und vergleiche ich recht gerne rund zehn Gesamteinspielungen (bei Strawinski sind es noch mehr) - eine solche gibt es meines Wissens nicht von Horowitz. Sie haben eigentlich alle ihre Meriten und ich könnte gar keinen Favoriten nennen - mal ist es Schukow, mal Aschkenasi, mal Lettberg, mal Hamelin oder eine der älteren. Schade, dass unser Beinahe-Lokalmatador Bernd Glemser nicht alle Sonaten aufgenommen hat.
Ansonsten besitze ich den kompletten Skrjabin in der Integrale von Maria Lettberg, ergänzt durch ihre nachträgliche CD mit einigen wenigen Frühwerken. Einwandfrei!
Da die 12 Etüden natürlich enthalten sind, erlaube ich mir hier noch die Verlinkung:
Die Box ist nicht überteuert, aber sie war schon mal günstiger zu erwerben. Auf der DVD erhält man dann, dem Komponisten gerecht werdend, psychedelische Farbspiele. Das ist nun keineswegs wirklich erhellend, aber es schadet auch nicht. :P