Amerikanische Komponisten

Jeremias (06.05.2006, 13:20):
Mir ist aufgefallen, dass in letzter Zeit immer häufiger CDs mit Werken amerikanischer Komponisten veröffentlicht werden. Vorreiter ist hier ja Naxos mit seiner Serie. Ich weiss nicht, wie es Euch geht, aber ich finde die meisten Werke uninteressant und langweilig. Sieht man einmal von Komponisten wie Samuel Barber ab, so mache ich um die amerikanischen Komponisten meist einen großen Bogen. Habt Ihr da besondere Tipps?
Rachmaninov (06.05.2006, 13:31):
Mit Erlaubnis des Themenstarters eine Anmerkung:

Bitte hier im Wesentlichen auf Nordamerikanische Komponisten eingehen, da Zelenka ja eine entsprechende "Reihe" gestartet hat, und sicherlich weiterführt, über die anderen Regionen und deren Komponisten! :D
Rachmaninov (06.05.2006, 13:50):
@Jeremias,

ich erlaube mir eine Gegenfrage in diesem Zusammenhang:

Was hälst Du denn von L. Bernstein als Komponist?
Landowski (06.05.2006, 14:06):
Meine Empfehlungen für Komponisten aus den USA:

John Adams: Violinkonzert, Dharma at Big Sur
Devin Arrington: Violinkonzert
Michael Conway Baker: The flight of Aphrodite
William Bolcom: Violinkonzert
Richard Danielpour: Violinkonzert
Michael Daugherty: Violinkonzert
David Diamond: Violinkonzert
Nicolas Flagello: Credendum
Arthur Gottschalk: Fantasy
Roy Harris: Violinkonzert
Walter Piston: Violinkonzerte
Elizabeth Raum: Capriccio
Ned Rorem: Violinkonzert
Roger Sessions: Violinkonzert
Stanley Wolfe: Violinkonzert

Alle Werke kann ich uneingeschränkt empfehlen! Allesamt eher harmonisch und melodiös, also allgemein-gängig.
Zelenka (06.05.2006, 15:52):
Sicher peinlich, aber ich habe noch keines der von Landowski empfohlenen Violinkonzerte je gehört. Mein Problem. - Ein Name, der mir sofort einfällt, wenn es um Empfehlungen für amerikanische Musik gehen soll, ist Aaron Copland. Von ihm kann wohl kaum etwas langweilig finden, der Rest ist Geschmackssache. Billy the Kid, Rodeo, Appalachian Spring oder lateinamerikanisch-gefärbtes wie Danzón cubano, El Salón México, 3 Latin-American Sketches: Estribillo, Paisaje Mexicano, Danza de Jalisco, eine Menge netter Kammermusik.

Barber ist weiter oben genannt worden, ein anderer Name ist Charles Ives mit einer ganz eigenen Klangwelt. Gershwin sollte genannt werden, die von Grofé orchestrierte Rhapsody in Blue ist doch etwas: Mir wird beim Beginn von Woody Allens "Manhattan" immer ganz anders, möchte dann fast auswandern.

Als älterer Komponist sollte vielleicht auch mal Louis-Moreau Gottschalk (1829-1869) Erwähnung finden. Sein Klavierwerk kann man als Salonmusik abtun, aber was für farbige Salonmusik!

Bernstein habe ich als Komponist und als Dirigent immer etwas links liegen lassen, sicher ganz zu Unrecht, aber die West Side Story hängt mir noch heute zum Hals raus.

Gruß,

Zelenka
Jeremias (06.05.2006, 16:54):
Stimmt, Gottschalk sollte hier auch erwähnt werden. Besonders zu empfehlen ist die bei Naxos erschienene CD mit Cecil Licad. Klavierkunst auf allerhöchstem Niveau!

Mit Bernstein habe ich mich bisher noch nicht so intensiv auseinandergesetzt. Aber meine Welt ist es nicht, vielleicht ausgenommen die Serenade. Eine sehr schöne Einspielung gibt es mit Hilary Hahn.
Engelbert (06.05.2006, 17:11):
Musik US-Amerikanischer Komponisten des 20 Jahrhunderts gibt es wie Sand am Meer. Um sich ihnen zu nähern, sollte man das Gebiet eingrenzen, welche Musikgattung man bevorzugt: Die Bläserkonzerte, die Orchesterwerke oder die Kammermusik usw.

Es gibt Komponisten die sind originell und spannend, andere wiederum
konservativ und nichtssagend.

Nachstehend eine Aufstellung, solcher Komponisten, die in meiner Sammlung vertreten sind. Auskünfte gern auf gezielte Rückfrage auch per PN. Markierte Komponisten sind meine Favoriten.

X(

Albright_William_Cembalo-Musik
Babbitt_Milton_Klaviermusik
Barber_Samuel_Violinkonzert_Klavierkonzert
Bernstein_Leonard_Songfest
Blitzstein_Marc_Klaviermusik
Bolcom_William_Bläserquintett
Cage_John_Etudes Australes (mit Grete Sultan)
Carter_Elliot_Symphonie of Three Orchestras, Klavierkonzert
Chadwick_Geroge_W._Symphony_Nr.2
Coolidge_Peggy_Stuart_Rhapsodie für Harfe und Orchester
Copland_Aaron_Die Ballettmusiken
Corigliano_John_Klarinettenkonzert
Crumb_George_Makrokosmos_for_1_Poanos_und_Percussion
Diamond_David_Streichermusik
Druckmann_Jacob_Blasermusik
Fine_Irving_Streichermusik
Foss_Lukas_Renaissance_Flute_Concerto
Hamer_Janice_Klaviermusik
Hanson_Howard_Symphonie_Nr._2
Harrison_Lou_Klavierkonzert (mit Keith Jarret)
Hovhaness_ Alan_Shalimar
Lieberson_Peter_Klavierkonzert
Mennin_Peter_Sinfonien
Parker_Horatio_A_Norther_Ballad
Perle_George_Bläserquintette
Pinkham_Daniel_ Diversions_für_Harfe_und_Orgel
Rochberg_Geroge_Violinkonzert_Oboenkonzert
Russo_William_Three_Peaces_for_Blues-Band_and_SO.
Rzewski_Frederic_36 Klaviervariationen auf ein chilenisches Lied
Schumann_William_Colloqies_für_Horn_und_Orchester
Shapero_Harold_Symphonie
Shapey_Ralph_Bläsermusik
Sims_Ezra_Sextett
Sollberger_Harvey_Kammermusik_Cello+Percussion
Weiner_Stanley_Phantasy_for_2_Trumpets_and_Organ
Wright_Maurice_Bläsermusik
Yardumian_Richard_Armenian Suite
Zwillich_Eileen-Taafee_Sinfonie_Nr_1

:)

Die Kollektion ist naturgemäß unvollständig.

:engel
Jeremias (06.05.2006, 13:20):
Mir ist aufgefallen, dass in letzter Zeit immer häufiger CDs mit Werken amerikanischer Komponisten veröffentlicht werden. Vorreiter ist hier ja Naxos mit seiner Serie. Ich weiss nicht, wie es Euch geht, aber ich finde die meisten Werke uninteressant und langweilig. Sieht man einmal von Komponisten wie Samuel Barber ab, so mache ich um die amerikanischen Komponisten meist einen großen Bogen. Habt Ihr da besondere Tipps?
Rachmaninov (06.05.2006, 13:31):
Mit Erlaubnis des Themenstarters eine Anmerkung:

Bitte hier im Wesentlichen auf Nordamerikanische Komponisten eingehen, da Zelenka ja eine entsprechende "Reihe" gestartet hat, und sicherlich weiterführt, über die anderen Regionen und deren Komponisten! :D
Rachmaninov (06.05.2006, 13:50):
@Jeremias,

ich erlaube mir eine Gegenfrage in diesem Zusammenhang:

Was hälst Du denn von L. Bernstein als Komponist?
Landowski (06.05.2006, 14:06):
Meine Empfehlungen für Komponisten aus den USA:

John Adams: Violinkonzert, Dharma at Big Sur
Devin Arrington: Violinkonzert
Michael Conway Baker: The flight of Aphrodite
William Bolcom: Violinkonzert
Richard Danielpour: Violinkonzert
Michael Daugherty: Violinkonzert
David Diamond: Violinkonzert
Nicolas Flagello: Credendum
Arthur Gottschalk: Fantasy
Roy Harris: Violinkonzert
Walter Piston: Violinkonzerte
Elizabeth Raum: Capriccio
Ned Rorem: Violinkonzert
Roger Sessions: Violinkonzert
Stanley Wolfe: Violinkonzert

Alle Werke kann ich uneingeschränkt empfehlen! Allesamt eher harmonisch und melodiös, also allgemein-gängig.
Zelenka (06.05.2006, 15:52):
Sicher peinlich, aber ich habe noch keines der von Landowski empfohlenen Violinkonzerte je gehört. Mein Problem. - Ein Name, der mir sofort einfällt, wenn es um Empfehlungen für amerikanische Musik gehen soll, ist Aaron Copland. Von ihm kann wohl kaum etwas langweilig finden, der Rest ist Geschmackssache. Billy the Kid, Rodeo, Appalachian Spring oder lateinamerikanisch-gefärbtes wie Danzón cubano, El Salón México, 3 Latin-American Sketches: Estribillo, Paisaje Mexicano, Danza de Jalisco, eine Menge netter Kammermusik.

Barber ist weiter oben genannt worden, ein anderer Name ist Charles Ives mit einer ganz eigenen Klangwelt. Gershwin sollte genannt werden, die von Grofé orchestrierte Rhapsody in Blue ist doch etwas: Mir wird beim Beginn von Woody Allens "Manhattan" immer ganz anders, möchte dann fast auswandern.

Als älterer Komponist sollte vielleicht auch mal Louis-Moreau Gottschalk (1829-1869) Erwähnung finden. Sein Klavierwerk kann man als Salonmusik abtun, aber was für farbige Salonmusik!

Bernstein habe ich als Komponist und als Dirigent immer etwas links liegen lassen, sicher ganz zu Unrecht, aber die West Side Story hängt mir noch heute zum Hals raus.

Gruß,

Zelenka
Jeremias (06.05.2006, 16:54):
Stimmt, Gottschalk sollte hier auch erwähnt werden. Besonders zu empfehlen ist die bei Naxos erschienene CD mit Cecil Licad. Klavierkunst auf allerhöchstem Niveau!

Mit Bernstein habe ich mich bisher noch nicht so intensiv auseinandergesetzt. Aber meine Welt ist es nicht, vielleicht ausgenommen die Serenade. Eine sehr schöne Einspielung gibt es mit Hilary Hahn.
Engelbert (06.05.2006, 17:11):
Musik US-Amerikanischer Komponisten des 20 Jahrhunderts gibt es wie Sand am Meer. Um sich ihnen zu nähern, sollte man das Gebiet eingrenzen, welche Musikgattung man bevorzugt: Die Bläserkonzerte, die Orchesterwerke oder die Kammermusik usw.

Es gibt Komponisten die sind originell und spannend, andere wiederum
konservativ und nichtssagend.

Nachstehend eine Aufstellung, solcher Komponisten, die in meiner Sammlung vertreten sind. Auskünfte gern auf gezielte Rückfrage auch per PN. Markierte Komponisten sind meine Favoriten.

X(

Albright_William_Cembalo-Musik
Babbitt_Milton_Klaviermusik
Barber_Samuel_Violinkonzert_Klavierkonzert
Bernstein_Leonard_Songfest
Blitzstein_Marc_Klaviermusik
Bolcom_William_Bläserquintett
Cage_John_Etudes Australes (mit Grete Sultan)
Carter_Elliot_Symphonie of Three Orchestras, Klavierkonzert
Chadwick_Geroge_W._Symphony_Nr.2
Coolidge_Peggy_Stuart_Rhapsodie für Harfe und Orchester
Copland_Aaron_Die Ballettmusiken
Corigliano_John_Klarinettenkonzert
Crumb_George_Makrokosmos_for_1_Poanos_und_Percussion
Diamond_David_Streichermusik
Druckmann_Jacob_Blasermusik
Fine_Irving_Streichermusik
Foss_Lukas_Renaissance_Flute_Concerto
Hamer_Janice_Klaviermusik
Hanson_Howard_Symphonie_Nr._2
Harrison_Lou_Klavierkonzert (mit Keith Jarret)
Hovhaness_ Alan_Shalimar
Lieberson_Peter_Klavierkonzert
Mennin_Peter_Sinfonien
Parker_Horatio_A_Norther_Ballad
Perle_George_Bläserquintette
Pinkham_Daniel_ Diversions_für_Harfe_und_Orgel
Rochberg_Geroge_Violinkonzert_Oboenkonzert
Russo_William_Three_Peaces_for_Blues-Band_and_SO.
Rzewski_Frederic_36 Klaviervariationen auf ein chilenisches Lied
Schumann_William_Colloqies_für_Horn_und_Orchester
Shapero_Harold_Symphonie
Shapey_Ralph_Bläsermusik
Sims_Ezra_Sextett
Sollberger_Harvey_Kammermusik_Cello+Percussion
Weiner_Stanley_Phantasy_for_2_Trumpets_and_Organ
Wright_Maurice_Bläsermusik
Yardumian_Richard_Armenian Suite
Zwillich_Eileen-Taafee_Sinfonie_Nr_1

:)

Die Kollektion ist naturgemäß unvollständig.

:engel
Holger (08.11.2010, 00:25):
Original von Jeremias
Samuel Barber

To whom it may concern:

Ich habe heute im Radio "Adagio for strings" von Samuel Barber gehört. Gefiel mir richtig gut!

Umgehend In der Bibliothek die CD vorgemerkt! Mal sehen, ob ich das Stück immer noch mag, wenn sie kommt...

Liebe Grüße von Holger
Sully (23.05.2011, 23:33):
Ferde Grofé (* 27. März 1892 in New York; † 3. April 1972 in Santa Monica, Kalifornien) war ein US-amerikanischer Komponist, Arrangeur und Dirigent französisch-hugenottischer Abstammung.

In Wikipedia ist zu lesen:
Er wurde als Ferdinand Rudolph von Grofé in eine musikalische Familie geboren, wuchs in Los Angeles auf. Nachdem sein Vater 1899 gestorben war, folgte er seiner Mutter nach Deutschland, die dort drei Jahre am Leipziger Konservatorium studierte.

Zurück in Los Angeles lernte er Klavier- und Geigespielen, verdiente zunächst Geld als Liftboy, Zeitungsjunge, Buchbinder und mit ähnlichen Jobs, mit 15 aber zunehmend auch als Musiker, spielte zu Tanz, Paraden und Picknicks. Er spielte auch Althorn in Brass Bands und Bratsche beim Los Angeles Philharmonic Orchestra. 1909 schrieb er seine erste Komposition, The Grand Reunion March für ein Treffen der Elks Clubs. Er spielte auch in Nachtclubs von Los Angeles, wo er populär wurde für seine Arrangements und Improvisationen. Dort lernte ihn 1917 Paul Whiteman kennen, für dessen Band er dann Pianist, Arrangeur, Co-Dirigent und Notenbibliothekar wurde.

Für Whiteman orchestrierte er 1924 die Rhapsody in Blue von George Gershwin. Von da an begann er mit größeren Kompositionen für Orchester, manche davon mit einer Prise Humor. Besonders äußert sich das bei seinen der Fahrradluftpumpe gewidmeten Werken Theme and Variations on Noises from a Garage (1926) und Free Air (1929).

Er komponierte viele Suiten, ein Pianokonzert und einiges mehr.

Seine Musik ist wirklich hörenswert.

Gruß Sully
Maurice inaktiv (17.03.2013, 18:27):
Ich halte viele Aufnahmen aus dm Naxos-Katalog für richtig gut gelungen.

Gottschalk ist so ein Beispiel,den man unbedingt hören sollte.Er erinnert mich mit seinen Komponsitionen stark an die Musik im Schmelztiegel New Orleans.Seine Rhythmen gehen unmittelbar ins Blut über,ganz so,wie jene Stücke,die man später durch die Jazzbands wieder zu hören bekommen hat.

Als Jazzer gerade für die New Orleans-Musik weiß ich hier durchaus,wovon ich schreibe.Der Weg zu Gottschalk ist erstaunlich kurz und naheliegend.

Ein weiterer Kandidat wäre der großartige Kurt Well.Seine beiden Sinfonien wurden von Marin Alsop mustergültig eingespielt.

Auch super gelungen sind die Einspielungen um Meredith Willson,

Auch der erste schwarze Komponist,William Grant Still,ist ein Komponist,der serh stark "bluesig" geschrieben hat.Er wurde später Leiter des New Orleans Philharmonic Orchestra,schrieb ferner 5 Sinfonien (alle bei Naxos erwerbbar),8 Opern und Solokonzerte für diverse Instrumente.

Ihm sollte ein eigener Thread gewidmet werden.

Ebenfalls wichtig sind Howard Hanson,Roy Harris und William Schumann,die vor allem durch Einspielungen mit dem Seattle Symphony Orchestra unter George Schwarz bzw. auch St.Louis Symphony Orchestra unter Leonard Slatkin bekannt wurden.

Harris und Schuman wurden auch von Leonard Bernstein eingespielt,und das verdammt gut.

George W. Chadwick wäre auch noch ein Komponist,dem ich gerne etwas mehr Zeit widmen würde.Seine Sinfonien wurden erwähnt,seine Tondichtungen HIER noch nicht.Ich habe mal in dem ensprechenden Thread ihn empfohlen und mache es hier auch noch einmal.

Hier würde ich von Naxos mal die Einspielung des Nashville Symphony Orchestra unter dem langjährigen Chefdirigenten Kennth Schermerhorn ans Herz legen.

William Henry Fry hat eine wunderbare "Santa Claus-Weihnachts-Sinfonie geschrieben,die man ebenfalls bei Naxos in einer tollen Einspielung und weiteren Werken hören kann.Eine schöne Alternative zu den sonst bekannten Aufnahmen für die Weihnachtszeit.

Ferde Grofé wurde netterweise schon erwähnt.Die zwei Naxos-CDs sind wunderbar gelungen.Eine davon habe ich erst die Tage gehört.

So,das sollte erst mal reichen....
AdrianTuttisolo (13.03.2014, 12:55):
Tipp zu einem Komponisten der jüngeren Generation:
Aaron Cassidy.
Beeinflusst u.a. von Franklin Cox, dieser wiederum u.a. von Elliot Carter.
Cassidy: Ein Avantgarde-Komponist, der bestimmte Techniken (von z.B. Klaus K. Hübler) aufgegriffen und verfeinert hat - wie ich finde äußerst interessant, nicht weichgespült oder konervativ.