ich lese nebenbei noch recht viel über Musik, schön finde ich hier auch autobiographische Literatur. Kürzlich habe mir die zwei Bände von Arthur Rubinstein zugelegt:
Band 1: Erinnerungen – Die frühen Jahre Band 2: Mein glückliches Leben
Obwohl ich Band 1 noch nicht ganz ausgelesen habe, kann ich jetzt schon eine dicke Empfehlung aussprechen. Mit Humor und Stil gibt Rubinstein in seinem Memoiren Einblicke in seine Kindheit, seinen Werdegang, sein bewegtes Leben halt. Rubinstein war ein großer Pianist, einen tiefgründigen Erzählstil darf man von ihm natürlich nicht erwarten. Entschädigt wird man aber durch viele schöne Anekdoten, die mit leichter Feder geschrieben sind.
Gruß, Cosima
Rachmaninov (21.03.2006, 21:39): Was die Literatur angeht so möchte ich das Buch "Die Großen Geiger" empfehlen.
Es vermittelt in einer recht kompakten, aber keineswegs ungenauen Art einen recht guten Eindruck über sehr viele sher große Geiger und spannt einen schönen Bogen zwischen den jeweiligen geigern als Mensch und ihrem musikalischen Schaffen. sehr interessant!
Mittlerweile als Taschenbuch erhältlich!
ISBN 3492243029
Rolf Scheiwiller (23.03.2006, 08:06): Guten Tag zusammen. Hab mir in der Woche nach dem Tod Birgit Nilssons ihre selbstgeschriebenen (!) Memoiren, das sind etwas ueber 400 Seiten, bestellt und in einem Zug gelesen. Unglaublich informativ und witzig! Gibts als TB im Fischer- Verlag. Da lernt man , dass die angehimmelten Goetter der Klassikszene auch nur Menschen mit vielen unsymphatischen und haesslichen Seiten waren. Namen stehen im Buch. Gruss. Rolf.
AcomA (27.03.2006, 23:22): hallo Cosima,
die beiden memoiren-bände arthur rubinsteins habe ich auch und habe sie schon als schüler gelesen. ich gebe zu, dass sie mir auch in vielen situationen geholfen haben. ich halte diese autobiographien für wahre meisterwerke.
empfehlen kann ich noch weitere:
nathan milstein/volkov: lassen sie ihn doch geige spielen (piper-verlag ?)
Lazar Berman: Schwarz und Weiß – Erinnerungen und Gedanken eines Pianisten zwischen Ost und West, Staccato-Verlag, Düsseldorf 2003
ebenfalls dicke empfehlungen. man erfährt wie auch schon bei rubinstein sehr viel über das zeitgeschehen und andere große persönlichkeiten.
gruß, siamak :down
Rachmaninov (28.03.2006, 09:26): Original von AcomA
nathan milstein/volkov: lassen sie ihn doch geige spielen (piper-verlag ?)
Ist der Titel in Anlehnung an das agressive Verhalten Milsteins als Kind zu verstehen. Seine Mutter zwang ihn ja zum Geigenunterricht um seine permanenten Wutausbrücke zu verstehen? (Wie ich finde hörte man das bei ihm auch immer raus :cool)
Cosima (28.03.2006, 16:37): Original von AcomA ich gebe zu, dass sie mir auch in vielen situationen geholfen haben.
Hallo Siamak,
inwiefern hat sie Dir geholfen, wenn ich so indiskret fragen darf? Meinst Du, weil Rubinstein ein so lebensbejahender, optimistischer Mensch war, der die Dinge mit Humor genommen hat?
Gruß, Cosima
AcomA (28.03.2006, 17:04): liebe Cosima,
ja, es ist seine grundeinstellung, die sich wohl im laufe seiner noch jungen jahre einstellte. gerade der passus über das glück, welches man erst zu schätzen weiß, wenn man die schattenseiten des lebens erlebt hat. und der respekt vor den anderen auch sog. niederen tätigkeiten. ein ganz großer mensch ! :down
gruß, siamak :engel
AcomA (29.03.2006, 22:31): hallo,
eine autobiographie, die ich sicherlich viermal gelesen habe. satirisch, zeitdokument und herzlich.
http://www.dtv.de/_images/cover192/20070.jpg
gruß, siamak :engel
AcomA (29.03.2006, 22:36): hallo Sergejewitsch,
ja, der titel spielt auf den erzieherichen charakter des violinunterrichts beim kleinen nathan an !
'Lassen Sie ihn doch Geige lernen' Erinnerungen. Serie Musik Piper Schott
gruß, siamak :)
Rachmaninov (02.01.2007, 11:36): Über den Jahreswechsel habe das Buck von Krzysztof Meyer über D. Schostakowitsch bis zum Ende durchgelesen. ENDLICH.
Ein toles Buch! Sehr informativ insb. immer unter der Berücksichtigung der politischen Situation, ohne die eine Werkbetrachtungvon D. Schostakowitsch wohl unmöglich ist!
Auch die Berichte zu den persönlichen Begegnungen des Autors und DSch sind sehr gut....
uhlmann (04.01.2007, 12:11): hallo,
passend zu rachmaninovs posting zu meyers schostakowitsch-biographie möchte ich die "eigentliche" schostakowitsch-biographie, seine memoiren - herausgegeben von solomon wolkow, erwähnen.
der autor hat bis kurz vor schostakowitschs tod mit diesem über sein leben gesprochen und dabei schstakowitschs aussagen aufgezeichnet. das erscheinen des buchs 1979 löste heftige diskussionen über dessen wahrheitsgehalt aus. denn in seinen memoiren stellte sich schostakowitsch nicht als der parteitreue, brave sowjetbürger heraus, als der er v.a. im westen lange gegolten hat. er rechnet vielmehr mit dem menschenverachtenden system in der udssr ab und schildert unverhohlen die schikanen, die er zeitlebens erdulden musste. wer den menschen schostakowitsch abseits von zahlen und daten kennen lernen möchte, muss dieses buch lesen. ein grandioses dokument zeitgeschichte.
greetings, uhlmann
cellodil (04.01.2007, 17:28): Original von uhlmann hallo,
passend zu rachmaninovs posting zu meyers schostakowitsch-biographie möchte ich die "eigentliche" schostakowitsch-biographie, seine memoiren - herausgegeben von solomon wolkow, erwähnen.
der autor hat bis kurz vor schostakowitschs tod mit diesem über sein leben gesprochen und dabei schstakowitschs aussagen aufgezeichnet. das erscheinen des buchs 1979 löste heftige diskussionen über dessen wahrheitsgehalt aus. denn in seinen memoiren stellte sich schostakowitsch nicht als der parteitreue, brave sowjetbürger heraus, als der er v.a. im westen lange gegolten hat. er rechnet vielmehr mit dem menschenverachtenden system in der udssr ab und schildert unverhohlen die schikanen, die er zeitlebens erdulden musste. wer den menschen schostakowitsch abseits von zahlen und daten kennen lernen möchte, muss dieses buch lesen. ein grandioses dokument zeitgeschichte.
greetings, uhlmann
Lieber uhlmann,
zuerst einmal: Welcome!
Wie haben Dir die Memoiren denn gefallen? Mich hat das Buch - auf die lange Strecke - schließlich doch eher gelangweilt.
Grüße
Sabine
uhlmann (04.01.2007, 20:20): hallo sabine,
danke für den warmen empfang!
Wie haben Dir die Memoiren denn gefallen?
ich habe das buch sicher schon 5x gelesen, und lese es immer wieder gerne. es ist imo das elemantare buch über schostakowitsch. und darüber hinaus gibt es erhellende einblicke in die sowjetunion der damaligen zeit. ich empfehle es jedem!
mir sind solche werke lieber, in denen man einblicke in die persönlichkeit des betreffenden erhält. die nackte aneinanderreihung von fakten aus dem leben liegen mir nicht so. ich habe z.b gregor-dellins wagner-biographie schon 5x begonnen, und noch nie fertig gelesen. 800 seiten reiner information - puh!
greetings, uhlmann
cellodil (04.01.2007, 21:09): Original von uhlmann mir sind solche werke lieber, in denen man einblicke in die persönlichkeit des betreffenden erhält. die nackte aneinanderreihung von fakten aus dem leben liegen mir nicht so.
Lieber uhlmann,
das geht mir normalerweise auch so. Vielleicht gebe ich den Memoiren ja doch noch eine zweite Chance...
Herzliche Grüße
Sabine
Rachmaninov (04.01.2007, 21:19): @uhlmanm,
Dimitri hat grundsätzlich sehr unterschiedliche Äußerungen abgegeben! Je nachdeem wer wann etwas von ihm wissen wollte.
"Seine" Mermorien werden sicherlich ähnlich "wahr" sein, oder?
uhlmann (04.01.2007, 21:50): hallo rachmaninov,
Dimitri hat grundsätzlich sehr unterschiedliche Äußerungen abgegeben! Je nachdeem wer wann etwas von ihm wissen wollte.
das ist sicher richtig - der "offizielle" schostakowitsch hat sich anders geäussert. deshalb wurde auch der wahrheitsgehalt der memoiren zu beginn angezweifelt, sogar seine familie hat damals die echtheit in frage gestellt. nur ist fraglich, was da von oben gesteuert war. denn die sowjetunion hatte sicher kein großes verlangen, einen ihrer paradekünstler hinterher als regimekritiker zu sehen. ich denke, der "offizielle" schostakowitsch hat das gesagt, was die partei hören wollte. und in seiner musik hat er was ganz anderes gesagt.
das thema wird vielleicht nie ganz geklärt. ich sehe dsch jedoch lieber so, wie er in den memoiren rüberkommt. und wenn man seine musik hört, kann man die memoiren schon nachvollziehen.
etwa die finale apotheose der fünften, über die er offiziell gesagt hat, sie sei die antwort eines sowjetkünstlers auf berechtigte kritik. diese apotheose ist kein triumph, die streicher stechen wie speere ins fleisch. in seinen memoiren meint er, es ist so, wie wenn jemand hinter dir steht und dir das lachen befiehlt. nur dummköpfe würden hier eine apotheose hören.
oder die letzten takte der vierten: es gibt wohl kaum eine musik, in der die schiere verzweiflung so unmittelbar spürbar wird. für mich klingt das, wie wenn jemand mit dem leben abgeschlossen hat. vielleicht hat er das nach der vernichtenden kritik in der prawda (chaos statt musik) wirklich gemacht. jedenfalls hat er die symphnie wohlweislich zurückgezogen.
Ein Buch, das mir insgesamt ganz gut gefallen hat. Moores Ton ist heiter und häufig selbstironisch. Und der Text liefert recht schöne Einblicke in Glück und Elend eines Klavierbegleiters... Im Mittelteil hängt das Buch, bzw. der erzählerische Bogen - meiner Meinung nach jedenfalls - ein bisschen durch. Da hatte ich so ein wenig den Eindruck, dass Moore einfach die Stars, die er begleitet hat, mal alle abhandeln wollte. Da ist manches zu lang und anderes kommt wieder zu kurz.
Alles in allem trotzdem ganz interessant.
Grüße
Sabine
Cosima (16.08.2007, 17:03): Original von uhlmann es ist imo das elemantare buch über schostakowitsch. und darüber hinaus gibt es erhellende einblicke in die sowjetunion der damaligen zeit. ich empfehle es jedem!
Nachdem ich die Memoiren nun gelesen habe, möchte ich die Empfehlung unbedingt unterstützen! Ganz sicher werde ich das Buch gelegentlich wieder zur Hand nehmen. Es ist von der ersten bis zur letzten Seite spannend zu lesen und berührend zugleich! Allein mit wie viel Wärme und Hochachtung Schostakowitsch über Glasunow (was für ein großartiger, aufrechter Mensch!) schreibt, hat mich sehr bewegt. Insgesamt ein ganz tolles Buch!
Bislang habe ich mir nicht allzu viel aus Schostakowitschs Musik gemacht. Ich bin mir aber ganz sicher, dass ich mich zukünftig intensiver z.B. mit seinen Symphonien auseinander setzen werde.
Gruß, Cosima
Poztupimi (20.09.2007, 22:29): Hallo zusammen,
ich versuche es mal mit diesem Thread, er scheint mit zumindest halbwegs passend.
Gerade lief auf Deutschlandradio Kultur eine Sendung zum 30. Todestag von Jean Sibelius (gerade läuft noch die 3. Symphonie). Der Moderator, Volker Michael, hatte den Musikwissenschaftler Tomi Mäkelä zu Gast, der auf mich einen sehr kompetenten Eindruck gemacht hat - abgesehen davon, daß man ihm Dank seines akzentfreien Deutsches hervorragend folgen konnte. Im Netz habe ich folgendes Werk von diesem Autor gefunden:
Tomi Mäkelä (2007): Poesie in der Luft - Jean Sibelius: Studien zu Leben und Werk.- 512 S., 41. Abb. u. Notenbeispiele; Wiesbaden (Breitkopf & Härtel).
Ich hoffe, daß es mir mal bei nächster Gelegenheit in einer guten Buchhandlung in die Finger kommt, damit ich mir einen Eindruck verschaffen kann. Oder kennt es vielleicht schon jemand hier in der Runde?
Grüße, Wolfgang
HenningKolf (21.10.2007, 13:59): ich habe versucht, mich hier durchzukämpfen
aber ich habe bei Seite 300 (von ca. 1000) kapituliert. Man erfährt nur in sehr kleinen Dosen etwas über den Menschen, sehr viele Seiten sind damit gefüllt, darzustellen, in welcher Saison was mit welcher Besetzung wo aufgeführt wurde, wie die Kritiken waren etc.....das langweilt schon ein wenig...wegen des ausführlichen Registers eignet sich das Buch, bei 2001 zu günstigem Preis erworben, aber sehr gut als eine Art Nachschlagewerk.
Ich kaufe mir lieber die Biographien bzw. die Autobiographie zu Schostakowitsch, das kann nur spannend sein. (Dann kann ich auch gleich mal nachlesen, welche Fehler mir möglicherweise bei der Fadeneröffnung zur 11. unterlaufen sind :D )
Gruß Henning
karajan (21.10.2007, 14:10): Original von HenningKolf ich habe versucht, mich hier durchzukämpfen
(Osborne)
aber ich habe bei Seite 300 (von ca. 1000) kapituliert. Man erfährt nur in sehr kleinen Dosen etwas über den Menschen, sehr viele Seiten sind damit gefüllt, darzustellen, in welcher Saison was mit welcher Besetzung wo aufgeführt wurde, wie die Kritiken waren etc.....das langweilt schon ein wenig...wegen des ausführlichen Registers eignet sich das Buch, bei 2001 zu günstigem Preis erworben, aber sehr gut als eine Art Nachschlagewerk.
Ich kaufe mir lieber die Biographien bzw. die Autobiographie zu Schostakowitsch, das kann nur spannend sein. (Dann kann ich auch gleich mal nachlesen, welche Fehler mir möglicherweise bei der Fadeneröffnung zur 11. unterlaufen sind :D )
Gruß Henning
Hallo Henning
So unterschiedlich ist das ich habe diese Biografie in wenigen Tagen gelesen insgesamt schon zweimal. Ich kenne alle Karajan Biografien aber die von Osborne ist einer der besten. Klar ich brauche sie auch als Nachschlagwerk aber sie ist ausführlich geschrieben. Was mich bei allen Biografien Karajans nicht gefällt das die Narzizeit unmöglich in die Länge gezogen wird. Einfach nur Langweilig. Für mich der sich schon 30 Jahre mit Karajan beschäftigt eine gute Biografie
Gruß Karajan
HenningKolf (21.10.2007, 15:05): Original von karajan
Hallo Henning
So unterschiedlich ist das ich habe diese Biografie in wenigen Tagen gelesen insgesamt schon zweimal. Ich kenne alle Karajan Biografien aber die von Osborne ist einer der besten. Klar ich brauche sie auch als Nachschlagwerk aber sie ist ausführlich geschrieben. Was mich bei allen Biografien Karajans nicht gefällt das die Narzizeit unmöglich in die Länge gezogen wird. Einfach nur Langweilig. Für mich der sich schon 30 Jahre mit Karajan beschäftigt eine gute Biografie
Gruß Karajan
Na ja, du bist ja neudeutsch ausgedrückt "Fan", da geht man glaube ich auch anders heran, wenn man das Buch liest...........mir hätten halt 400 gestraffte Seiten gereicht.........
Zelenka (21.10.2007, 17:59): Original von HenningKolf ich habe versucht, mich hier durchzukämpfen
aber ich habe bei Seite 300 (von ca. 1000) kapituliert. Man erfährt nur in sehr kleinen Dosen etwas über den Menschen, sehr viele Seiten sind damit gefüllt, darzustellen, in welcher Saison was mit welcher Besetzung wo aufgeführt wurde, wie die Kritiken waren etc.....das langweilt schon ein wenig...wegen des ausführlichen Registers eignet sich das Buch, bei 2001 zu günstigem Preis erworben, aber sehr gut als eine Art Nachschlagewerk.
Ich kaufe mir lieber die Biographien bzw. die Autobiographie zu Schostakowitsch, das kann nur spannend sein. (Dann kann ich auch gleich mal nachlesen, welche Fehler mir möglicherweise bei der Fadeneröffnung zur 11. unterlaufen sind :D )
Gruß Henning
Lieber Henning:
Ich besitze die englische Originalausgabe von Osbornes Karajan-Buch und muß Dir im Prinzip rechtgeben: So richtig klar ist nach der Lektüre dieses dicken Wälzers nicht, was für ein Mensch Karajan letztlich war. Osborne hat fleißig sehr viel Material kompiliert, aber es fehlt letztlich leider der rote Faden. Was ist hier bloßes Karrierestreben, was ist künstlerische Überzeugung? Der Leser muß am Ende selbst versuchen, sich ein mehr oder weniger zutreffendes Bild von der Person des Menschen K. zu machen. Wie fast alle von uns hatte er seine guten und seine schlechten Seiten ... Als Nachschlagewerk etwa zu Karajans Einspielungen ist Osbornes Buch sicher sehr nützlich. (Ein wenig Schostakowitsch hat K. ja auch gemacht, der dann sogar dem Komponisten gefallen hat.)
Gruß, Zelenka
Zelenka (21.10.2007, 18:08): Original von karajan
Hallo Henning
So unterschiedlich ist das ich habe diese Biografie in wenigen Tagen gelesen insgesamt schon zweimal. Ich kenne alle Karajan Biografien aber die von Osborne ist einer der besten. Klar ich brauche sie auch als Nachschlagwerk aber sie ist ausführlich geschrieben. Was mich bei allen Biografien Karajans nicht gefällt das die Narzizeit unmöglich in die Länge gezogen wird. Einfach nur Langweilig. Für mich der sich schon 30 Jahre mit Karajan beschäftigt eine gute Biografie
Gruß Karajan
Lieber Karajan:
Ich kann nicht finden, daß in Osbornes Buch die "Nazizeit unmöglich in die Länge gezogen wird", auch nicht in anderen Biographien. Karajans Verhalten in jener Zeit ist von höchstem Interesse, und gerade Osborne scheint mir sehr fair mit K. umzugehen. "Langweilig" ist das meiner Meinung nach überhaupt nicht, aber vielleicht erklärst Du ja mal hier, warum Du die Auseinandersetzung etwa mit K.'s Parteizugehörigkeit als "langweilig" empfindest.
Gruß, Zelenka
karajan (21.10.2007, 20:59): Original von Zelenka Original von karajan
Hallo Henning
So unterschiedlich ist das ich habe diese Biografie in wenigen Tagen gelesen insgesamt schon zweimal. Ich kenne alle Karajan Biografien aber die von Osborne ist einer der besten. Klar ich brauche sie auch als Nachschlagwerk aber sie ist ausführlich geschrieben. Was mich bei allen Biografien Karajans nicht gefällt das die Narzizeit unmöglich in die Länge gezogen wird. Einfach nur Langweilig. Für mich der sich schon 30 Jahre mit Karajan beschäftigt eine gute Biografie
Gruß Karajan
Lieber Karajan:
Ich kann nicht finden, daß in Osbornes Buch die "Nazizeit unmöglich in die Länge gezogen wird", auch nicht in anderen Biographien. Karajans Verhalten in jener Zeit ist von höchstem Interesse, und gerade Osborne scheint mir sehr fair mit K. umzugehen. "Langweilig" ist das meiner Meinung nach überhaupt nicht, aber vielleicht erklärst Du ja mal hier, warum Du die Auseinandersetzung etwa mit K.'s Parteizugehörigkeit als "langweilig" empfindest.
Gruß, Zelenka
Lieber Zelenka
Ein schwieriges Thema für ein Musikforum aber kurz will ich dazu Stellung nehmen. Vorweg möchte ich sagen ich bin war und werde kein Anhänger dieser schlimmen Zeit, aber trotz dem kann ich dieses Thema nicht mehr hören. Karajan stammt ja aus einer guten Familie, war außerordentlich begabt in mehreren Bereichen. Schon der junge Karajan hatte immer Angst vorm Krieg er bekam den ersten Weltkrieg mit aber immer mit einem Schrecken. Er wollte musizieren und dirigieren hatte aber das Pech gerade in der grauen Zeit Karriere zu machen. In Ulm musste er mit einer Trompete und einem kleinen Orchester auskommen, arbeitet wie ein blöder für wenig Geld und brachte gute Erfolge zu Stande. Da wurde im angeblich nahe gelegt in die Partei einzutreten und ohne zu zögern tat er dieses angeblich sogar zweimal. Dann kam der Sprung nach Aachen er wurde Deutschlands jüngster GMD. Für seine Karriere und für seine Zukunft hätte er Osterreich verlassen können aber jeder konnte sein Land nicht verlassen. In dieser Zeit heiratet er sogar eine Vierteljüdin Anita von Gütermann. Fazit: Ohne zu überlegen hätte ich damals das gleiche gemacht denn man gab dem Parteizutritt seine Unterschrift nicht aber die Zustimmung zum Krieg oder der Judenvernichtung. Hätte er schlimmeres getan hätte er nicht die nachfolgende Karriere gemacht. Aber in jedem Buch wird berichtet über die Parteieintritte usw.…………… Endlich Schluss Gruß
Zelenka (22.10.2007, 13:03): Original von karajan
Lieber Zelenka
Ein schwieriges Thema für ein Musikforum aber kurz will ich dazu Stellung nehmen. Vorweg möchte ich sagen ich bin war und werde kein Anhänger dieser schlimmen Zeit, aber trotz dem kann ich dieses Thema nicht mehr hören. Karajan stammt ja aus einer guten Familie, war außerordentlich begabt in mehreren Bereichen. Schon der junge Karajan hatte immer Angst vorm Krieg er bekam den ersten Weltkrieg mit aber immer mit einem Schrecken. Er wollte musizieren und dirigieren hatte aber das Pech gerade in der grauen Zeit Karriere zu machen. In Ulm musste er mit einer Trompete und einem kleinen Orchester auskommen, arbeitet wie ein blöder für wenig Geld und brachte gute Erfolge zu Stande. Da wurde im angeblich nahe gelegt in die Partei einzutreten und ohne zu zögern tat er dieses angeblich sogar zweimal. Dann kam der Sprung nach Aachen er wurde Deutschlands jüngster GMD. Für seine Karriere und für seine Zukunft hätte er Osterreich verlassen können aber jeder konnte sein Land nicht verlassen. In dieser Zeit heiratet er sogar eine Vierteljüdin Anita von Gütermann. Fazit: Ohne zu überlegen hätte ich damals das gleiche gemacht denn man gab dem Parteizutritt seine Unterschrift nicht aber die Zustimmung zum Krieg oder der Judenvernichtung. Hätte er schlimmeres getan hätte er nicht die nachfolgende Karriere gemacht. Aber in jedem Buch wird berichtet über die Parteieintritte usw.…………… Endlich Schluss Gruß Lieber Karajan:
Ganz läßt sich die Politik leider nicht aus den Klassikforen heraushalten (nicht ich bin es gewesen, der sie in diesen Faden hineingeholt hat), weder in Karajans Fall noch etwa z.B. im Falle des auf ganz andere Weise problematischen Komponisten Schostakowitsch. Karajan hat sicher nicht, als er im März 1935 in die NSDAP eintrat, seine Zustimmung zum Krieg oder zur Judenvernichtung gegeben, aber er ist in eine zutiefst antisemitische Partei eingetreten, unter deren Regie seit 1933 jüdische Musiker nicht mehr auftreten konnten und Musik jüdischer Komponisten öffentlich nicht mehr aufgeführt werden konnte. Als Berufsmusiker wußte Karajan über diese Verhältnisse bestens Bescheid. Natürlich ist er um seiner Karriere willen eingetreten und ohne tiefere Überzeugung, aber das macht den Tatbestand auch nicht erträglicher. Und ich lese natürlich nicht gern, daß Du es mit einem Parteieintritt wie Karajan gehalten hättest.
Gruß, Zelenka
HenningKolf (22.10.2007, 14:00): ich bin zwar nicht admin, aber gab es nicht hier irgendwo einen Faden, wo die Fetzen geflogen waren??....Politik und Moral sind halt brisante Themen.......ich mein halt nur, wo jetzt jeder PN nutzen kann macht man bei derartigen Themen vielleicht Gebrauch davon........ich habe mich bei der Fadeneröffnung zu Schostakowitsch extra, was die Politik betrifft, versucht zurückzuhalten, auch wenn man eine derartige "Programmsinfonie" nicht von der Politik losgelöst betrachten kann...ich habe da durchaus eine ziemlich eindeutige und gefestigte Meinung zu dem, was manche Leute dazu schreiben (ich meine jetzt keine Forenbeiträge, sondern Artikel in bestimmten Zeitungen), aber es sollte halt nicht das Musikalische verdrängen........ich kann euch was Karajan betrifft übrigens beide verstehen, breite mich aber aus oben geschildertem Grund hier dazu nicht weiter aus.............
Gruß Henning :hello
Zelenka (22.10.2007, 16:41): Original von HenningKolf ich bin zwar nicht admin, aber gab es nicht hier irgendwo einen Faden, wo die Fetzen geflogen waren??....Politik und Moral sind halt brisante Themen.......ich mein halt nur, wo jetzt jeder PN nutzen kann macht man bei derartigen Themen vielleicht Gebrauch davon........ich habe mich bei der Fadeneröffnung zu Schostakowitsch extra, was die Politik betrifft, versucht zurückzuhalten, auch wenn man eine derartige "Programmsinfonie" nicht von der Politik losgelöst betrachten kann...ich habe da durchaus eine ziemlich eindeutige und gefestigte Meinung zu dem, was manche Leute dazu schreiben (ich meine jetzt keine Forenbeiträge, sondern Artikel in bestimmten Zeitungen), aber es sollte halt nicht das Musikalische verdrängen........ich kann euch was Karajan betrifft übrigens beide verstehen, breite mich aber aus oben geschildertem Grund hier dazu nicht weiter aus.............
Gruß Henning :hello
Lieber Henning:
Ich sehe hier keinen Grund, warum die Fetzen fliegen müßten. Die Tatsachen im Falle Karajans sind bekannt, ich möchte sie allerdings keinesfalls verharmlost sehen. Millionen andere Österreicher und Deutsche sind auch Parteimitglieder gewesen und ähnlich schuldig geworden wie Karajan. Die Thematik ist hier im öffentlichen Bereich aufgekommen, dort habe ich dann auch eine Antwort verfaßt. Für PNs ist es dann leider zu spät.
Grundsätzlich kann man politische und moralische Dinge ganz sachlich diskutieren, z.B. auch Schostakowitschs Biographie und Werk vor ihrem politischen und moralischen Hintergrund. Ich bin mir sicher, daß wir nicht zu einem abschließenden Urteil kommen können, zuviel scheint immer noch offen zu sein (wie z.B. auch die Frage nach der Echtheit von Sch.'s "Memoiren").
Damit zurück zur Musik!
Gruß, Zelenka
Travi (22.10.2007, 16:55): Hallo!
"Zurück zur Musik" ist schon OK, aber ich bin auch der Meinung, dass sich in einem Falle wie dem Karajans Politik und Moral u.ä. sicher nicht völlig ausblenden lassen. Und ich bin auch der Meinung, dass deswegen durchaus keine Fetzen fliegen müssen.
Eine im Vergleich dazu eher banale Frage hätte ich noch: Ich las oben, dass jetzt bei jedem die PN-Funktion freigeschaltet sei. Das ist bei mir aber nicht der Fall. Deshalb hier meine Bitte an die Administratoren, die Freischaltung auch bei mir vorzunehmen. Was nicht heißen soll, dass ich politische Aspekte bei der Musik, wenn sie denn relevant sind, hinter den Kulissen diskutiert sehen möchte.
Gruß, Travi
uhlmann (04.01.2007, 12:11): hallo,
passend zu rachmaninovs posting zu meyers schostakowitsch-biographie möchte ich die "eigentliche" schostakowitsch-biographie, seine memoiren - herausgegeben von solomon wolkow, erwähnen.
der autor hat bis kurz vor schostakowitschs tod mit diesem über sein leben gesprochen und dabei schstakowitschs aussagen aufgezeichnet. das erscheinen des buchs 1979 löste heftige diskussionen über dessen wahrheitsgehalt aus. denn in seinen memoiren stellte sich schostakowitsch nicht als der parteitreue, brave sowjetbürger heraus, als der er v.a. im westen lange gegolten hat. er rechnet vielmehr mit dem menschenverachtenden system in der udssr ab und schildert unverhohlen die schikanen, die er zeitlebens erdulden musste. wer den menschen schostakowitsch abseits von zahlen und daten kennen lernen möchte, muss dieses buch lesen. ein grandioses dokument zeitgeschichte.
greetings, uhlmann
cellodil (04.01.2007, 17:28): Original von uhlmann hallo,
passend zu rachmaninovs posting zu meyers schostakowitsch-biographie möchte ich die "eigentliche" schostakowitsch-biographie, seine memoiren - herausgegeben von solomon wolkow, erwähnen.
der autor hat bis kurz vor schostakowitschs tod mit diesem über sein leben gesprochen und dabei schstakowitschs aussagen aufgezeichnet. das erscheinen des buchs 1979 löste heftige diskussionen über dessen wahrheitsgehalt aus. denn in seinen memoiren stellte sich schostakowitsch nicht als der parteitreue, brave sowjetbürger heraus, als der er v.a. im westen lange gegolten hat. er rechnet vielmehr mit dem menschenverachtenden system in der udssr ab und schildert unverhohlen die schikanen, die er zeitlebens erdulden musste. wer den menschen schostakowitsch abseits von zahlen und daten kennen lernen möchte, muss dieses buch lesen. ein grandioses dokument zeitgeschichte.
greetings, uhlmann
Lieber uhlmann,
zuerst einmal: Welcome!
Wie haben Dir die Memoiren denn gefallen? Mich hat das Buch - auf die lange Strecke - schließlich doch eher gelangweilt.
Grüße
Sabine
uhlmann (04.01.2007, 20:20): hallo sabine,
danke für den warmen empfang!
Wie haben Dir die Memoiren denn gefallen?
ich habe das buch sicher schon 5x gelesen, und lese es immer wieder gerne. es ist imo das elemantare buch über schostakowitsch. und darüber hinaus gibt es erhellende einblicke in die sowjetunion der damaligen zeit. ich empfehle es jedem!
mir sind solche werke lieber, in denen man einblicke in die persönlichkeit des betreffenden erhält. die nackte aneinanderreihung von fakten aus dem leben liegen mir nicht so. ich habe z.b gregor-dellins wagner-biographie schon 5x begonnen, und noch nie fertig gelesen. 800 seiten reiner information - puh!
greetings, uhlmann
cellodil (04.01.2007, 21:09): Original von uhlmann mir sind solche werke lieber, in denen man einblicke in die persönlichkeit des betreffenden erhält. die nackte aneinanderreihung von fakten aus dem leben liegen mir nicht so.
Lieber uhlmann,
das geht mir normalerweise auch so. Vielleicht gebe ich den Memoiren ja doch noch eine zweite Chance...
Herzliche Grüße
Sabine
Rachmaninov (04.01.2007, 21:19): @uhlmanm,
Dimitri hat grundsätzlich sehr unterschiedliche Äußerungen abgegeben! Je nachdeem wer wann etwas von ihm wissen wollte.
"Seine" Mermorien werden sicherlich ähnlich "wahr" sein, oder?
HenningKolf (21.10.2007, 15:05): Original von karajan
Hallo Henning
So unterschiedlich ist das ich habe diese Biografie in wenigen Tagen gelesen insgesamt schon zweimal. Ich kenne alle Karajan Biografien aber die von Osborne ist einer der besten. Klar ich brauche sie auch als Nachschlagwerk aber sie ist ausführlich geschrieben. Was mich bei allen Biografien Karajans nicht gefällt das die Narzizeit unmöglich in die Länge gezogen wird. Einfach nur Langweilig. Für mich der sich schon 30 Jahre mit Karajan beschäftigt eine gute Biografie
Gruß Karajan
Na ja, du bist ja neudeutsch ausgedrückt "Fan", da geht man glaube ich auch anders heran, wenn man das Buch liest...........mir hätten halt 400 gestraffte Seiten gereicht.........
Travi (22.10.2007, 16:55): Hallo!
"Zurück zur Musik" ist schon OK, aber ich bin auch der Meinung, dass sich in einem Falle wie dem Karajans Politik und Moral u.ä. sicher nicht völlig ausblenden lassen. Und ich bin auch der Meinung, dass deswegen durchaus keine Fetzen fliegen müssen.
Eine im Vergleich dazu eher banale Frage hätte ich noch: Ich las oben, dass jetzt bei jedem die PN-Funktion freigeschaltet sei. Das ist bei mir aber nicht der Fall. Deshalb hier meine Bitte an die Administratoren, die Freischaltung auch bei mir vorzunehmen. Was nicht heißen soll, dass ich politische Aspekte bei der Musik, wenn sie denn relevant sind, hinter den Kulissen diskutiert sehen möchte.
Gruß, Travi
Heike (12.06.2008, 23:27): Mal was andres: ein Biographie Hörbuch, und wie ich meine, ein wirklich sehr gelungenes (ich hoffe, ich hab nicht übersehen, dass es schon irgendwo hier vorgestellt wurde)
The Glenn Gould Trilogy - Ein Leben 3 Audio-CDs
Das ist eine kleine Doku, quasi ein Blitzlicht auf seine jeweiligen Lebensabschnitte, bestehend aus Interviews (auch mit Gould selbst), Kommentaren, von Schauspielern gesprochenen Szenen und natürlich Musikausschnitten.
Für Gould- Kenner, die sich schon intensiver mit seinem Leben beschäftigt haben, sind die CDs inhaltlich vielleicht nicht von hohem Neuigkeitswert. Aber trotzdem finde ich sie hörenswert, weil das Hörbuch einen sehr unmittelbaren Eindruck von seinem Leben und seiner besonderen Persönlichkeut inclusive seiner Sicht auf andere Menschen vermittelt. In dieser Dichte finde ich es auch psychologisch ganz gekonnt erzählt, die ganze Tragik dieses Lebens hat mich nochmal sehr berührt.
Hebre
Cosima (05.07.2008, 21:34): Im September wird ein Buch über Paul Wittgenstein erscheinen: Lea Singer „Konzert für die linke Hand“
Kurzbeschreibung von amazon.de:
Ein Ausnahmeschicksal, das jeden fasziniert, denn es ist ein einziges Trotzdem. Maurice Ravel schrieb ihm sein Klavierkonzert für die linke Hand, Prokofjew sein viertes, Richard Strauss, Hindemith und Britten komponierten für ihn. Er hatte seine rechte Hand im Großen Krieg verloren. Seine Willensstärke und Konsequenz machten Paul Wittgenstein dennoch zu einem der berühmtesten Virtuosen seiner Zeit. Paul Wittgenstein war ein ganz und gar ungewöhnlicher Mann voller Widersprüche: ein Wahrheitsfanatiker, der ein Doppelleben führte, ein katholisch getaufter Jude, der alle Juden für unehrlich hielt, ein österreichischer Patriot, der 1938 in die USA emigrieren musste, ein hochbegabter Pianist, der im Krieg den rechten Arm verlor und weiter Konzerte gab. Der umschwärmte Sohn einer Familie, die als »die Krupps der Habsburger Monarchie« galt, heiratete die blinde Tochter eines Straßenbahnschaffners. Lea Singer geht den Dramen dieses Lebens einfühlsam, klug und mit großer sprachlicher Eleganz auf den Grund. »Lea Singer versteht es, aus ihren Recherchen Honig zu saugen.« NDR
Klingt interessant. Ich würde es mir eventuell vormerken, weiß aber nichts über die Autorin. Hat jemand schon etwas von ihr gelesen?
Gruß, Cosima
jünter (02.10.2009, 18:49): Kennt jemand eine empfehlenswerte Biografie über Leonard Bernstein?
Grüße, jünter
Amadé (02.10.2009, 19:57): Lieber jünter,
letztes Jahr habe ich im Urlaub gelesen:
Humphrey Burton Leonard Bernstein. Die Biographie
und war danach recht gut informiert. Ein Bild war nicht aufzutreiben. Ich besitze die deutsche Original-Ausgabe des Verlags Albrecht Knaus, 789 S. Ich habe mal hier und da nachgeschaut und stelle fest, dass sie augenblicklich nur noch gebraucht angeboten wird. Vielleicht kommt sie noch als Taschenbuch.
Gruß Amadé
etrawgew (17.02.2010, 08:49): Habe gestern von einer Freundin das Buch: Dietrich Fischer-Dieskau, Biographie: ausgeliehen, aber noch nicht angefangen! http://www.jpc.de/image/w600/front/0/9781574670356.jpg
Mit lieben Grüßen, Etrawgew. :hello
ab (17.02.2010, 12:15): Original von Cosima Im September wird ein Buch über Paul Wittgenstein erscheinen: Lea Singer „Konzert für die linke Hand“
Kurzbeschreibung von amazon.de:
Ein Ausnahmeschicksal, das jeden fasziniert, denn es ist ein einziges Trotzdem. Maurice Ravel schrieb ihm sein Klavierkonzert für die linke Hand, Prokofjew sein viertes, Richard Strauss, Hindemith und Britten komponierten für ihn. Er hatte seine rechte Hand im Großen Krieg verloren. Seine Willensstärke und Konsequenz machten Paul Wittgenstein dennoch zu einem der berühmtesten Virtuosen seiner Zeit. Paul Wittgenstein war ein ganz und gar ungewöhnlicher Mann voller Widersprüche: ein Wahrheitsfanatiker, der ein Doppelleben führte, ein katholisch getaufter Jude, der alle Juden für unehrlich hielt, ein österreichischer Patriot, der 1938 in die USA emigrieren musste, ein hochbegabter Pianist, der im Krieg den rechten Arm verlor und weiter Konzerte gab. Der umschwärmte Sohn einer Familie, die als »die Krupps der Habsburger Monarchie« galt, heiratete die blinde Tochter eines Straßenbahnschaffners. Lea Singer geht den Dramen dieses Lebens einfühlsam, klug und mit großer sprachlicher Eleganz auf den Grund. »Lea Singer versteht es, aus ihren Recherchen Honig zu saugen.« NDR
Klingt interessant. Ich würde es mir eventuell vormerken, weiß aber nichts über die Autorin. Hat jemand schon etwas von ihr gelesen?
Gruß, Cosima
Diese Dame,auch unter dem Namen Eva Gesine Baur bekannt, habe ich in einer Lesung erleben müssen. In meinen Ohren unerträglicher Kitsch, schleches Deutsch und vieles Seicht. Womöglich für manchen unterhaltsams.. X(
ab (17.02.2010, 12:18): ein Juwel des 20. Jahrunderts!
Im Atem der Zeit. Erinnerungen an die Moderne von Ernst Krenek
Ein Dokument über die erste Häfte des letzten Jahrunders, wie es wohl kein zweites gibt: Jeden Aufwand wert, es noch antiquarisch zu bekommen! :down :times10
jünter (10.06.2010, 19:25): Habe heute zufällig entdeckt, dass die vielfach gelobte Mahler-Biographie von Wolfgang J. Bekh
(gebunden!) plötzlich bei den drei Buchstaben und in Amazonien für 9,95 statt bisher 19,95 zu haben ist und gleich zugeschlagen.
ab (11.06.2010, 09:10): Komischerweise noch nicht genannt worden: Mein Cello und ich und unsere Begegnungen von Gregor Piatigorsky Eines der amüsantesten Bücher, die ich je gelesen habe.
Heike (20.06.2010, 20:46): Ich lese gerade einen dicken Schmöker: Steinway and Sons. Eine Familiengeschichte um Macht und Musik.
Die Geschichte des Steinway-Flügels und des Aufstiegs des Familienunternehmens. Zudem scheint das Buch recht interessante Einblicke in das damalige Amerika zu geben. Bisher sehr interessant. Heike
Severina (21.06.2010, 21:06): Nicht empfehlen kann ich die Autobiografie Giuseppe Taddeis "Ich, Falstaff", die vor 4 Jahren zu seinem 90. Geburtstag erschienen ist. (Geschrieben von seinem Wiener Schwiegersohn) Man sollte meinen, dass jemand, der auf ein so langes Leben- bzw. Sängerleben zurückblickt, Essentielles über die Welt der Oper (und ihren Wandel!) zu sagen hat, aber Pustekuchen! Diese Biografie enthält nur Smalltalk, zumeist entbehrliche Anekdoten über Sängerkollegen und eigentlich wenig, was es wert wäre, dass man es sich merkt. Es gibt wirklich gute Sängerbiografien, wo man eine Menge über Stimmtechnik, Rollenverständnis etc. etc. lernt, aber "Ich, Falstaff!" zählt leider nicht dazu. Das Beste an diesem Buch ist die beigelegte CD mit Ausschnitten der berühmtesten Partien Taddeis. Gut, dass ich es mir nur aus der Bibliothek geholt habe! Ich bin wirklich enttäuscht, dass hier diesem großartigen Sänger ein derart mickriges Denkmal gesetzt wird!
lg Severina :hello
Cantus Arcticus (23.06.2010, 12:30): Hallo Zusammen Ich habe gerade die Biographie: "Otto Klemperer - Ein deutsch-jüdisches Künstlerleben" von Eva Weissweiler, erschienen im Kippenheuer & Witsch Verlag, gelesen.
Hat jemand dieses Buch schon gelesen? Wie ist euer Fazit dazu?
Ich bin mir nicht ganz sicher, was ich davon halten soll. Irgendwie ist für mich die Person Otto Klemperer nicht wirklich greifbarer geworden. Aber vielleicht liege ich auch falsch.... ?(
Herzliche Grüsse aus der (endlich) sonnigen Schweiz!
Stefan
Christian Neumann (16.11.2010, 18:12): Ich habe heute endlich dieses Buch ausgelesen:
Darin werden die wichtigsten Vertreter der Wagner-Familie - mehr oder weniger - mitsamt ihrem Wirken vorgestellt, natürlich angefangen bei Richard Wagner selbst bis hin zu seiner Urenkelin Katharina Wagner, die Co-Chefin der Bayreuther Festspiele ist.
Allerdings ist der Buch-Titel irreführend. Eine passendere Bezeichnung würde sein:
"Nazismus und Judenhass, Judenhass und Nazismus und nochmals Judenhass, Nazismus und Judenhass (und die Familie Wagner)"
Es braucht nur wenige Seiten, bis der Eindruck entsteht (und sich schnell bestätigt), dass Jonathan Carr eigentlich ein Buch über - genauer: gegen - Antisemitismus und Nazismus schreiben wollte, woimmer er ihnen herrwerden konnte. Das tat er dann auch ausgiebig in salopper Sprache, die sich zum Teil zu einem schnöden Verriss auswächst, der mit objektiver, wissenschaftlicher Analyse nichts mehr zu tun hat.
Die Wagners sind für Carr dabei nur der benötigte Steigbügel, um auf das hohe Ross zu gelangen, von dessen überlegener Perspektive aus er seine Urteile fällt. Dieselben Wagners kommen ihm im Laufe des Buches als gegebene Notwendigkeit auch lästigerweise immer wieder in die Quere und werden dementsprechend abgewatscht - kaum jemand, an dem Carr ein gutes Haar lässt, und praktisch jeder kriegt sein Fett weg.
Kurz gesagt: Die wichtigsten Fakten und Entwicklungen aus 200 Wagner-Jahren sind schon irgendwo in dem Buch versteckt. Man muss sie nur finden, was zunehmend mühsam wird, da Carr, anstatt sich dem eigentlichen Objekt seiner Betrachtung zu widmen, unentwegt die Keule gegen alle schwingt, die sich in ihrem Leben nicht strikt nazi-feindlich verhielten. Der Autor moralisiert ad nauseam, bis auch der Letzte es nicht nur begriffen hat, sondern es im Schlaf herunterbeten kann.
Nur: Das ist eigentlich nicht die Aufgabe, der Carr sich annahm, nämlich primär die Geschichte der Wagner-Familie darzulegen. In der Schule würde man schlicht sagen: "Thema größtenteils verfehlt". Kombiniert man diese Feststellung mit der eigentümlichen Sprache, die wortwörtlich aus dem Englischen übersetzt ist - inkl. typischer Redewendungen, die im Deutschen nicht den geringsten Sinn ergeben -, bleibt unterm Strich ein Buch, das ich nicht weiterempfehlen kann.
Maria-Anna (18.11.2010, 16:51): Ich habe mich kürzlich mal auf die Suche nach einer Verdi-Biographie gemacht und dachte anfänglich noch, dass man sich sicherlich mit eben solchen totschmeißen kann. Aber nix da! Mir viel es schwer überhaupt irgendeine zu finden und die waren dann meist noch vergriffen und/oder wurden längst nicht mehr aufgelegt.
Kann mir da vielleicht jemand weiterhelfen? Lieben Dank schonmal! :)
coolblue74 (11.04.2012, 12:22): Da ich immer auf der Suche auch nach Musikliteratur bin, klink ich mich einfach mal bei Euch ein.
Robert Schumann: Mensch und Musiker der Romantik von Martin Geck.
gekauft bin ich mal gespannt.
Amadé (11.04.2012, 20:06):
Original von coolblue74 Robert Schumann: Mensch und Musiker der Romantik von Martin Geck.
Das Werk kenne ich noch nicht, aber Geck hat mich bisher nicht enttäuscht, im Gegenteil.
Gruß Amadé
Sfantu (30.11.2012, 11:17): Eine Empfehlung im heutigen nzz-Feuilleton:
Der rätselhafte Jascha Heifetz
Er gilt vielen als der grösste Geiger des 20. Jahrhunderts, doch kaum jemand weiss, wer dieser Mensch war, der da mit unbeweglichem Gesichtsausdruck auf der Bühne stand und Musik auf eine Weise spielte, für die der Ausdruck "vollkommen" schon fast untertrieben war. Jascha Heifetz selbst fragte sich: "Mein Leben lang wurde mir vorgeworfen, ich sei gefühlskalt, würde nie lächeln und hätte ein Pokerface, und doch kommen Millionen in meine Konzerte. Was wollten die denn noch von mir?" In seinem Film über Jascha Heifetz spürt Peter Rosen dem merkwürdigen Widerspruch zwischen öffentlicher Wirkung und Privatperson nach. Er befragt Weggefährten, Schüler und nächste Angehörige des 1987 in Los Angeles verstorbenen Musikers und wartet mit einer Fülle an seltenen Dokumentaraufnahmen auf: der Knirps bei seinem Debut in Vilnius, der amerikanische Patriot, der an der Weltkriegsfront für die Soldaten spielt, der unerbittliche Arbeiter und Pionier des Elektroautos, der Lehrer, der ein fröhliches Gartenfest mit seinen Schülern feiert und sie anderntags im Unterricht mit vernichtender, unpersönlicher Strenge behandelt. Im privaten Umgang war er auf formvollendete Weise freundlich und nicht ohne Wärme, doch beim Musizieren vollkommen abwesend - wie ein Bote aus einer anderen Welt. Der Film kann das Unbegreifliche auch nur konstatieren., der Rest sind Vermutungen. Es ist wohl so, wie sein Lehrer in Sankt Petersburg, der berühmte Leopold Auer, sagte: "Jascha ist nicht mein Schüler. Der ist Gottes Schüler."
God's Fiddler: Jascha Heifetz. Film von Peter Rosen. EuroArts 2058538 (1 DVD)
satie (11.12.2012, 11:12): Meine Lieben,
da ich momentan von Caeyers Beethoven Biographie so begeistert bin, suche ich nun eine neuere, durchaus eher wissenschaftlich geprägte, vor allem aber auf dem neuesten Stand befindliche Biographie von Haydn. Ich habe gesucht, aber nicht wirklich etwas gefunden. Mein Geiringer ist mir zu oll, Irmen scheint durch ein schlampiges Lektorat gegangen und nicht sehr umfangreich, und Knispel neben der Knappheit zu bemüht, die Kaiserhymne ins rechte Licht (nein, eher in andere Richtung) stellen zu müssen und solche Späße... Da wär mir was Sustanzielleres wichtig. Wenns das in Form einer klassischen Biographie nicht gibt, dafür aber in einr Essaysammlung o.ä. wäre ich dafür ebenfalls empfänglich.
Danke euch schon im Voraus!
Herzlich, S A T I E
jünter (11.12.2012, 19:39): Die Brahms-Biographie von Johannes Forner
ist heute bei mir eingetroffen, so dass ich noch nichts darüber berichten kann. Wollte nur darauf hinweisen dass sie für 6 (!!!) statt 18 Euro bei amazon zu haben ist.
uhlmann (11.12.2012, 22:56): Original von jünter Die Brahms-Biographie von Johannes Forner
ist heute bei mir eingetroffen, so dass ich noch nichts darüber berichten kann. Wollte nur darauf hinweisen dass sie für 6 (!!!) statt 18 Euro bei amazon zu haben ist.
ja, die habe ich mir auch vor kurzem gekauft. ist aber keine richtige biographie, sondern sind anekdoten, was brahms so in seinen sommern getrieben und geschrieben hat. deshalb der untertitel "ein sommerkomponist" (der leider vorne nicht drauf steht). fand ich total fad und uninteressant. ist wohl eher was für eingefleischte brahmsianer.
Wooster (12.12.2012, 13:20): Finschers "Joseph Haydn und seine Zeit" ist eher solch eine Essay-Sammlung, Schwerpunkt auf Musik, nicht auf Leben, aber meiner Erinnerung nach sowohl sehr lesenswert als auch "biographischer" als "Beethoven und seine Zeit" von Dahlhaus.
Den Caeyer muss ich mir dann irgendwann wohl auch mal anschaffen; ich war aufgrund einiger Kommentare, die schnoddrige Sprache und Überausführlichkeit kritisierten, etwas zögerlich.
Cantus Arcticus (17.12.2012, 11:22): Ich bin gerade hiermit beschäftigt:
Ich habe bereits die Monograhie zu Richard Wagner gelesen, die Martin Geck geschrieben hat. Das Buch ist wirklich eine Gesamtschau auf das Schaffen und Leben Richard Wagners. Nicht nur für Wagnerianer ein lesenswertes Buch, finde ich.
Viele Grüsse :hello Stefan
palestrina (17.12.2012, 13:19): Das finde ich auch!
Es gibt viel zu entdecken in diesem Buch, war ganz begeistert, also absolut lesenswert! Interessante Sichtweisen auf Wagners Gesamtwerk !
LG palestrina
Yorick (17.12.2012, 16:34): Original von palestrina Das finde ich auch!
Es gibt viel zu entdecken in diesem Buch, war ganz begeistert, also absolut lesenswert! Interessante Sichtweisen auf Wagners Gesamtwerk !
LG palestrina
Besser jedenfalls als der unsägliche Gregor-Dellin und das alberne Buch von Walter Hansen!
Cantus Arcticus (18.12.2012, 10:49): Original von Wooster Finschers "Joseph Haydn und seine Zeit" ist eher solch eine Essay-Sammlung, Schwerpunkt auf Musik, nicht auf Leben, aber meiner Erinnerung nach sowohl sehr lesenswert als auch "biographischer" als "Beethoven und seine Zeit" von Dahlhaus.
Den Caeyer muss ich mir dann irgendwann wohl auch mal anschaffen; ich war aufgrund einiger Kommentare, die schnoddrige Sprache und Überausführlichkeit kritisierten, etwas zögerlich.
Hallo Wooster Ich habe zu Joseph Haydn unlängst die Biographie von Giuseppe Carpani gelesen, der ein Freund Haydns und sein persönlicher Biograph war:
Kann ich als "Zusatz" zur gängigen Haydn-Literatur empfehlen...
Gruss :hello Stefan
Fairy Queen (18.12.2012, 21:22):
Auch wenn das Mahler-Jahr vorbei ist und Wagner an die Türen pocht (bzw hämmert), empfehle ich Jens Malte Fischers Mahler-Biographie, die mir den Maestro noch nâher gebracht hat und ohne jede Kolportage einfach spannend zu lesen ist. Wenn man dazu dann die Alma Mahler Biographie von Oliver Hilmes liest kann man Mahler eigentlich nur noch lieben und vor sich selbst und seiner Gattin beschützen wollen :D
F.Q.
Cantus Arcticus (18.12.2012, 22:07): Original von Fairy Queen
Auch wenn das Mahler-Jahr vorbei ist und Wagner an die Türen pocht (bzw hämmert), empfehle ich Jens Malte Fischers Mahler-Biographie, die mir den Maestro noch nâher gebracht hat und ohne jede Kolportage einfach spannend zu lesen ist. wenn man dazu dann die Alma Mahler Biographie von Oliver Hilmes liest kann man Mahler eigentlch nur noch lieben und vor sich selbst und sener Gattin beschützen wollen :D
F.Q.
Hallo Fairy Queen Dem kann ich mich nur anschliessen :beer. Das Buch ist eines meiner Lieblingsbücher in meiner Biographien-Bibliothek, darum gebe ich dafür glatte :times10.
Und ja, vor allem hätte man ihn vor seiner Gattin beschützen sollen :ignore :A ....
Grüsse :hello Stefan
palestrina (18.12.2012, 22:36): Nun ja , wir müssen uns auch mal fragen wie wäre es geworden ohne sein Almchen ?
LG palestrina
Cantus Arcticus (20.12.2012, 11:13): Original von palestrina Nun ja , wir müssen uns auch mal fragen wie wäre es geworden ohne sein Almchen ?
LG palestrina
Hallo Palestrina Fair point, zugegeben. Aus diesem Grunde bei mir neben Wagner Alma Mahler als Lektüre: http://ecx.images-amazon.com/images/I/41FxHDO75EL._SS500_.jpg
Sie war ja schon ein Luder , das Almchen aber Sie hatt Ihn auch ganz schön beflügelt. Ich bin der Meinung , ohne Sie hätte er nicht so schönes komponierte !
LG palestrina
Fairy Queen (20.12.2012, 14:33): Er hat sie sich ja auch immerhin selbst ausgesucht :D und sie ausgiebig über das, was er von ihr erwartete und verlangte vor der Heirat unterrichtet. Angeblich war sie ja die schönste Frau weit und breit(zumindest nach damaligen Masstäben) und selbst ein vergeistigter und seiner Kunst ergebener Herr Mahler hatte wohl einen gewissen Testosteronspiegel. Ich denke, sie war die Frau die er zu brauchen glaubte und dass er nciht der einzige Mann war, den sie brauchte, steht dann wieder auf einem anderen Blatt. Dass sie ihn inspiriert hat, steht ausser Zweifel, es gibt genug schriftlcihe Zeugnisse dafür, auch ausserhalb der stolzgeschwellten Alma-Brust in ihren Tagebüchern. Selbst ihr "verrat" hat ihn ja noch zu wunderbaren Dingen inspiriert und sogar dazu , Siegmund Freud einen Besuch abzustatten..... Alma ist mit ihrem Workoholic-Gatten gewiss nciht auf ihre Kosten gekommen, das muss man ihr immer zugute halten. Ansosnten finde ich das was ich über sie gelesen habe niciht ganz so unsympathisch wie Cosima Wagner, aber ihre frisierten Tagebücher sind schon ziemlich abschreckend- ich habe mir die Mûhe gemacht ihre Version der Biographie zu lesen. En passant liebe Grüsse F.Q.
Cantus Arcticus (21.12.2012, 11:11): Original von palestrina Hallo cantus arcticus!
Sie war ja schon ein Luder , das Almchen aber Sie hatt Ihn auch ganz schön beflügelt. Ich bin der Meinung , ohne Sie hätte er nicht so schönes komponierte !
LG palestrina
Hallo Palestrina Ich teile Deine Meinung, vielleicht hat er ja auch eine - ich möchte fast sagen - gewisse Ambivalenz ihr gegenüber in Teilen seiner Werke verarbeitet. Muss nicht zwingend so sein, aber so manches in seiner Musik stellt für mich eine innere Zerrissenheit dar: Das Wissen um die Verschiedenheit ihrer beider Bedürfnisswelten und die Gewissheit, dass das dieser Umstand nur bis zu einem bestimmten Mass mit seinem Wesen vereinbar ist.
Wie auch immer.... das könnte uns letztendlich nur Gustav Mahler allein erzählen....
Liebe Grüsse :hello Stefan
Yorick (21.12.2012, 13:35): Vor kurzen kam eine wunderbare Doku über Alma, die vor allem ihre letzten Jahre in New York beschrieb. War spannend.
Ja, er kann uns das nicht mehr erzählen aber dafür haben wir sein Musik und die erzählt uns sehr viel von seinem Wesen! Wir sollten sie schätzen und in Ehren halten, ich bin seit Jahren ein sehr großer Mahlerfan . Für mich ist seine Musik Trost und innere Zufriedenheit!!!!!!
LG und ein frohes Weihnachtsfest wünscht Dir palestrina
Original von Satie Meine Lieben, da ich momentan von Caeyers Beethoven Biographie so begeistert bin ......
Nachdem ich nun schon die ersten 200 Seiten gelesen habe, kann ich das voll und ganz unterschreiben! Tolle Biographie - erstens, weil man wirklich viel Spannendes und Wissenswertes aus dem Leben von Beethoven erfährt (ja, auch wenn man schon andere Biographien gelesen hat). Es stimmt, dass der Autor mit etlichen Mythen und Anekdoten aufräumt und sehr genau die Quellen und den möglichen Wahrheitsgehalt solcher Überlieferungen geprüft hat. Zudem ist das buch ein kleines Wunderwerk an zeitgeschichtlicher Kompetenz, also es ist bemerkenswert, wie Caeyers in ganz knapper Form (und doch ohne trocken und belehrend zu wirken) fortlaufend die gesellschaftlichen und politischen Lebensumstände von Beethoven einfließen lässt. Zudem ist das Buch mit etlichen hübschen Randinfos gespickt. Z.B ist es doch lustig zu wissen, dass es in Wien Ende des 18. Jahrhunderts mehr professionelle Klavierlehrer als Ärzte gab ;-)
Was die Sprache angeht, ich kann dazu bisher nichts Negatives sagen. Ich finde es flüssig und gut lesbar geschrieben, zudem gibt es etliche interessante Abbildungen aus alter Zeit! Also, setzt das Buch schnell noch auf euren Weihnachts-Wunschzettel! Heike
Yorick (22.12.2012, 10:11): Also lohnt es sich doch! Mich hatte der Untertitel abgeschreckt; ähnlich wie bei Wagner - der Magier aus Bayreuth, das verheißt nichts Gutes!
Momentan bin ich eh dabei, die lange Zeit sträflich vernachlässigte Musikbibilothek zu modernisieren und suche zu Bach, Händel, Mozart, Haydn und Beethoven die neuesten Wälzer!
Heike (22.12.2012, 11:03): Ich war auch skeptisch wegen des Untertitels und weil ich schon so viele Beethoven-Biographien kenne. Aber weil mein Lieblingskritiker, den ich für wirklich kompetent halte, das empfohlen hatte (klick hier), hab ich es mir gekauft. Und es bisher keinen Satz lang bereut. Heike
abendroth (08.01.2013, 17:27): Die niederländischsprachige Originalausgabe hat lediglich den bescheidenen Untertitel "Een biografie", von einsamen Revolutionären ist keine Rede. Das Buch, das ich inzwischen auch zu lesen begonnen bin, macht wirklich einen sehr guten Eindruck und die seltenen sprachlichen Missgriffe (auf die auch ich oben hingewiesen habe) fallen überhaupt nicht ins Gewicht. freundliche Grüsse abendroth
coolblue74 (22.01.2013, 19:52): Auch ich habe mir das Werk letzte Woche gekauft. Bin nach ca. 50 Seiten schon sehr begeistert, sehr guter Schreibstil und lesefähigkeit.
Klare Empfehlung !
MH
Florestan (13.08.2013, 21:28): Unter den zahlreichen wirklich guten Biografien möchte ich diese hier empfehlen:
Die Ausgangslage war nicht einfach, denn Kleiber hat ja so gut wie keine Interviews gegeben, und auch sonst gibt es nicht viele Quellen. So ist der "rote Faden" die Karriere und die diversen Stationen. Herausgekommen ist aber trotzdem ein sehr informatives Buch, welches uns diesen Ausnahmekünstler näher bringen kann. Man lernt, wie bescheiden der Mann war, und wie der übermächtige Schatten seines Vaters auf ihm lastete. Aber auch die diversen Marotten lernt man so kennen. Das Buch enthält auch eine sehr umfangreiche Diskografie, die aber ständig durch das auftauchen neuer Mitschnitte erweiteret werden könnte. Wer den Eindruck optisch und akustisch vertiefen möchte, dem sei diese DVD noch dazu empfohlen:
Auch dies ein faszinierendes Zeugnis, mit vielen Probenszenen. Man erfährt hier wie charmant Kleiber sein Orchester behandelte, damit sie ihm folgen.
LG Florestan
palestrina (13.08.2013, 21:57): Beides absolut Empfehlenswert ! Aber die Biographie besonders ! :down
LG palestrina
palestrina (23.08.2013, 09:04): Jetzt am Lesen !
http://ecx.images-amazon.com/images/I/41cP9TyTsFL._SY600_.jpg "Ach, Sie dirigieren heute abend ? Und was machen Sie tagsüber ?"
LG palestrina
Fairy Queen (31.08.2013, 20:35): Nachdem ich neulich die altehrwürdige bzw zum klassiker gewordene Goethe-Biographie von Friedenthal gelesen habe, habe ich gestern in "Die Zeit" eine begeisterte Rezension zu dieser neuerschienenen Goethe Biographie von Safranski entdeckt. Hat die jemand schon gelesen und möchte mir etwas dazu sagen?
Liebe Grüsse ringsum von Fairy Queen
Allegra (01.09.2013, 19:07): Leider noch nicht, aber genau diese Biografie würde mich auch interessieren. Zum einen kennen ich den "Friedenthal-Goethe" und zum anderen fand ich Safranskis Stil schon in dem "Romantik"-Buch sehr gut lesbar und nachvollziehbar.
Nun, der Winter naht und damit hoffentlich auch etwas mehr Lesezeit. :P
palestrina (18.03.2014, 14:11): Heute abgeholt.....freue mich darauf....!
palestrina (03.01.2017, 07:15): Die Memoiren von Hector Berlioz sind sehr empfehlenswert, ein Lesevergnügen!
Memoiren I/ II: Mit einer Beschreibung seiner Reisen in Italien, Deutschland, Rußland und England
LG palestrina
Cantus Arcticus (04.01.2017, 12:10): Bei mir Sir John Eliot Gardiners Buch zu Bach:
Gruss :hello Stefan
Waldi (01.03.2019, 11:04):
Diese jüngst erschienene, gestern in Wien vom Autor präsentierte Einführung in Leben und Werk faßt den gegenwärtigen Forschungsstand zusammen und ersetzt die bisherigen, mehr oder weniger auf dem Kracauer- Buch beruhenden Biographien, von denen wohl das rororo-Bändchen von P.Walter Jacob die meiste Verbreitung gefunden hat, durch eine wesentlich gründlichere Darstellung. Sie ist gut lesbar geschrieben und von einem Halbfranzosen verfaßt, der sowohl Musikologe als auch Historiker ist, also beste Voraussetzungen bot. Ralf-Olivier Schwarz betont, wie schon der Untertitel andeutet, das Übernationale. Noch zu Lebzeiten hatte ja Offenbach mit heftigen Angriffen zu kämpfen, die chauvinistische Strömungen gegen ihn lancierten. Insbesondere der deutsch-französische Krieg von 1870/71 nährte solche Vorurteile. Für die Franzosen galt er vielfach als Preuße und "Spion Bismarcks", nicht nur aus heutiger Sicht ein geradezu lächerlicher Vorwurf, für die Deutschen erschien der gebürtige Kölner als Vaterlandsverräter. Daß Offenbach (konvertierter) Jude war, verstärkte die Hassgefühle nur noch. Sie scheinen selbst nach dem Dritten Reich noch weitergewirkt zu haben, als in Köln darum ging, ob der Platz vor den Städtischen Bühnen (wo einst die Synagoge stand) "Offenbachplatz" oder "Theaterplatz" benannt werden sollte.. Die damals vorgebrachten Argumente gegen Offenbach lösen in ihrer Borniertheit bei mir Kopfschütteln und Abscheu aus. Glücklicherweise setzte sich damals dann doch die Vernunft durch. Auch in Frankreich passierte Ähnliches. Zu Wien unterhielt Offenbach ein gutes und florierendes Verhältnis, obwohl ihn die Wiener anfangs nicht um Erlaubnis gefragt hatten, als sie seine Werke verwerteten. Aber Offenbach war klug genug, sich dem nicht entgegenzustellen, sondern sich diese Entwicklung zunutze zu machen - mit großem Erfolg, denn seine Bühnenschöpfungen blieben an der Donau immer wieder populäre Dauerbrenner und zu keiner anderen europäischen Stadt entwickelte er ein so harmonisches Verhältnis (seine Wahlheimat Paris natürlich ausgenommen). Selbst Wien konnte sich jedoch nicht dazu durchringen, einen prominenten Straßenzug nach ihm zu benennen. Die Offenbachgasse führt ein eher verstecktes Dasein im 2.Bezirk, und nur wenige kennen sie.
Schwarz unterstreicht den Umstand, auf den der Offenbach-Forscher Peter Hawig schon vor langer Zeit hingewiesen hat: daß das bedeutende rein instrumentale Schaffen des Komponisten bisher weder ausreichend bekannt noch genügend erforscht ist. Hier ist mancher wertvolle Schatz zu heben. Natürlich stellt Schwarz auch einmal mehr fest, daß Offenbach, ungeachtet seiner immensen Bedeutung für die Operette, mit einer Ausnahme nie eine solche geschrieben hat. Er nannte seine Werke meist "opéra-bouffe", während später Karl Kraus den spezifischen Terminus der "Offenbachiade" prägte. Es sind eben Kreationen sui generis.
Sfantu (14.03.2019, 10:38): Lieber Waldi,
was ist denn der Unterschied zwischen Opéra bouffe im Sinne Offenbachs & Operette?
Merci & vG, Sfantu
Waldi (14.03.2019, 22:35): Lieber Sfantu,
Da ich das sehr umfangreiche OEuvre Offenbachs nur zu einem sehr geringen Teil kenne, ist mir auch nicht wirklich klar, wie und warum Offenbach einteilte in "opéra-comique", "bouffonnerie musicale", "opérette". "opéra-bouffon", "opéra-bouffe", "opérette-bouffe" u.a.m.
Die "Operetten" sind alle einaktig, aber das ist nicht das entscheidende Kriterium, denn auch "opéra-comique" und "opéra-bouffe" können Einakter sein. Die Benennung muß offenbar doch mit Stoff und Machart zu tun haben. Um das zu verifizieren, müßte man aber sämtliche Schöpfungen Offenbachs sehr gut kennen. Und das sind laut Werkliste über 120!
Ralf-Olivier Schwarz ist in seinem Präsentationsvortrag nicht auf die Charakterisierung eingegangen, hat nur auf die differenzierte Nomenklatur hingewiesen. Soviel Zeit war leider nicht.
Offenbach selbst hat die "Opéra-comique" jedenfalls als spezifisch französische Gattung angesprochen, die aber in die Krise geraten sei. Das Hochtrabende und Düstere war ihm nicht geheuer (der "Hoffmann" entsteht ja erst ganz spät).
Liebe Grüße Waldi
Waldi (15.03.2019, 22:28): Ich komme gerade von einer kleinen Ausstellungseröffnung über "Offenbach, Suppè und der Beginn der Wiener Operette". Der Direktor der Städtischen Musiksammlung berichtete unter anderem von einer gleichzeitig laufenden Tagung, wo auch das von Sfantu angeschnittene Problem diskutiert wurde. Die Musikologen kiefeln noch an der Frage herum und können bis jetzt keine befriedigende Antwort anbieten, sind aber angeblich irgendwie auf dem Weg dorthin (der aber vermutlich noch lang ist).
Sfantu (15.03.2019, 22:45): Lieber Waldi,
besten Dank für die Informationen! Nicht wahr? Es scheint doch nur allzu verständlich, daß eine Kunstform, die noch im Werden & im Wandel begriffen ist, sich ihre Namen & Begriffe erst noch stiften muß. Für jemanden, dessen Passion in der Hauptsache bei der Instrumentalmusik liegt, interessiert mich natürlich auch der Hinweis auf die kaum beachteten resp. erforschten Instrumentalkompositionen Offenbachs. Nennt Schwarz diesbezüglich Werktitel in seinem Buch?
Merci & liäbi Grüess us Bärn, Sfantu
Waldi (16.03.2019, 12:25): Lieber Sfantu,
Schwarz listet nur die Bühnenwerke systematisch auf. Näher geht er ein auf Offenbachs Erstlingswerk, das 1833 publizierte Divertimento über Schweizerlieder. In seinen frühen Pariser Jahren macht sich Offenbach dann einen Namen durch Tanzmusik und wird sogar als "Walzerkomponist" apostrophiert. Der Zusammenarbeit mit Flotow entspringen dien Stücke für Klavier und Violoncello Réveries und Chants du soir. In den 1840er Jahren komponiert Offenbach sehr viel für Violoncello, z.B. das Capriccio Le Cor des Alpes und etliche Opernparaphrasen. Schwarz nennt weiters ein Quartett für vier Violoncelli, eine Grand scène Espagnole und diverse Violoncello-Duos sowie Les Larmes der Jacqueline (1851). Dieses Werk erhielt durch den Tod Jacqueline Du Prés neue Aktualität. Auch die Duos werden angeblich oft aufgeführt.
Näheres zu den Instrumentalkompositionen bietet Peter HAWIG: Jacques Offenbach, Facetten zu Leben und Werk, Köln 1999.
In Wien gebrauchte man schon bei der ersten Kontaktaufnahme zu Offenbach (1858) ausschließlich den Begriff "Operette", wie ihn auch Suppè verwendete. In Frankreich könnten die unterschiedlichen Benennungen unter anderem auf dem Grad an Parodistischem beruhen. Bezüglich "Opéra-comique": Offenbach demonstriert einen nostalgischen Hang für das 18.Jahrhundert. Sehr bezeichnend (trotz aller Betonung des Französischen), daß er - mit großem Erfolg - dem Publikum ein bis dahin in Paris so gut wie unbekanntes Stück vorsetzt: L'Imprésario. Das Libretto stammt von Halévy und Battu, die Musik aber ist von Mozart - es ist eine Adaption von dessen Schauspieldirektor! Der kluge Rossini nennt Offenbach denn auch den "kleinen Mozart der Champs-Élysées".
Grüezi und Servas nach Bern Waldi
Zwei Beispiele:
Waldi (19.05.2019, 17:49): Die cpo-Cello-Konzerte habe ich mir inzwischen zugelegt. Nicht alle Noten dürften da von Offenbach selbst geschrieben worden sein; seine Zusammenarbeit mit Flotow kann hoffentlich noch näher erforscht werden. Ein Hörvergnügen war die CD jedenfalls!
Johann Sebastian Bach (01.08.2022, 20:41): ...
Joe Dvorak (02.08.2022, 03:40): Auch wenn ich im Weltbild des Autors weltfremd bin und wohl immer bleiben werde, danke ich sehr fuer diesen engagierten Beitrag. :thumbsup:
Johann Sebastian Bach (02.08.2022, 10:08): Auch wenn ich im Weltbild des Autors weltfremd bin und wohl immer bleiben werde, danke ich sehr fuer diesen engagierten Beitrag. :thumbsup: Das Weltbild des Autors ist ein bürgerlich-konservatives; genau wie das meine. :) Aber das gehört nichtb hierher.
MichaelWalter (28.08.2022, 17:25): Was die Literatur angeht so möchte ich das Buch "Die Großen Geiger" empfehlen.
Es vermittelt in einer recht kompakten, aber keineswegs ungenauen Art einen recht guten Eindruck über sehr viele sher große Geiger und spannt einen schönen Bogen zwischen den jeweiligen geigern als Mensch und ihrem musikalischen Schaffen. sehr interessant! Das Buch habe ich neulich erst gelesen und es hat mir wirklich gut gefallen
Gerd (15.11.2023, 11:56): Hallo,
ich lese grade meine neu angeschaffte Biographie "Günter Wandt: So und nicht anders" von Wolfgang Seifert, das erste Viertel hab ich bereits gelesen. Bisher kenne ich von Günter Wand nur eine Haydn-Symphonie und die hervorragenden Beethoven-LPs (NDR) , die z.T. für mich Referenz darstellen, nach heutigem Stand (9. und 5. auf jeden Fall) .
Empfehlenswertes Buch, es gibt auch eine ungebundene, neue, erweiterte Auflage...
Andréjo (15.11.2023, 12:50): So und nicht anders ...
Ach, daher rührt das Sprüchlein, das manche im Munde führen in den Foren! Wobei ich überhaupt nichts einzuwenden habe gegen dieses Sprüchlein, wieder andere aber schon. :D :)
Gerd (16.11.2023, 18:23): ja, ich finde den Titel auch dämlich, aber der Autor hat ihn gewählt, die Biographie ist ok