das Kammermusik-Forum sollte etwas belebt werden. Es geht also um Beethovens zehn Sonaten für Violine und Klavier.
Es bedarf wohl keiner weiteren Einführung, deshalb gleich zu einer Aufnahme, die mir sehr am Herzen liegt: Zino Francescatti und Robert Casadesus (1961) mit den Sonaten Nr. 4, 6, 7 und 8. Im Thread über das Beethoven-Violinkonzert fiel ja bereits der Name dieses Geigers. Für mich sind diese beiden Künstler kongeniale Kammermusik-Partner. Francescatti mit seinem strahlenden, fast heiteren Violinspiel (ich empfinde ihn keineswegs als „oberflächlich“, wie „ab“ eben im Beethoven-Violinkonzert-Thread anmerkte) und Casadesus’ geradlinigere, rationalere Art harmonieren perfekt miteinander, das Zusammenspiel gelingt fantastisch.
Nebenbei bemerkt: Ich starte diesen Thread nicht uneigennützig, da ich eben feststellte, dass mir die 2. Violinsonate noch immer fehlt. Für Empfehlungen wäre ich also dankbar.
Gruß, Cosima :)
Jack Bristow (17.05.2006, 22:56): Original von Cosima Es bedarf wohl keiner weiteren Einführung, deshalb gleich zu einer Aufnahme, die mir sehr am Herzen liegt: Zino Francescatti und Robert Casadesus (1961) mit den Sonaten Nr. 4, 6, 7 und 8. Im Thread über das Beethoven-Violinkonzert fiel ja bereits der Name dieses Geigers. Für mich sind diese beiden Künstler kongeniale Kammermusik-Partner. Francescatti mit seinem strahlenden, fast heiteren Violinspiel (ich empfinde ihn keineswegs als „oberflächlich“, wie „ab“ eben im Beethoven-Violinkonzert-Thread anmerkte) und Casadesus’ geradlinigere, rationalere Art harmonieren perfekt miteinander, das Zusammenspiel gelingt fantastisch.
Nebenbei bemerkt: Ich starte diesen Thread nicht uneigennützig, da ich eben feststellte, dass mir die 2. Violinsonate noch immer fehlt. Für Empfehlungen wäre ich also dankbar.
Was spricht gegen alle 10 mit Casadesus/Francescatti? (scheinen leider schon wieder vergriffen zu sein... :( eine mit 5,9&10 kriegt man noch) Ich schätze als Kontrast zu deren klassischer Lesart auch die teils recht wilde von Argerich/Kremer. Sehr gutes habe ich auch über Dumay/Pires gehört, aber mich dann doch noch nicht zur Anschaffung entschließen können.
viele Grüße
J. Bristow
Zelenka (18.05.2006, 17:55): Cosima ist mir zuvorgekommen, ich hatte mir schon ein paar Notizen zu einem Faden zu Beethovens Violinsonaten gemacht, nachdem es anderswo im Forum um eine diesbezügliche Anschaffungsempfehlung gegangen war (statt Sonaten ist dann offenbar ein Klavier gekauft worden).
Ich weiß von Perlman/Ashkenazy (Decca) und ihren Qualitäten, aber die Zahl der Gesamtaufnahmen muß ich einigermaßen unter Kontrolle halten. Ich besitze vier:
Das Loblied auf die alte Mono-Aufnahme von Schneiderhan/Kempff habe ich anderswo schon gesungen. Schneiderhans Ton, den zumindest ich schön finde, und sein sauberes, werkdienliches Spiel machen Freude. Ein bißchen mehr Feuer und Expressivität würde man sich stellenweise wünschen. Die Aufnahme ist keinesfalls schlecht für die Zeit. Ähnliches gilt für Grumiaux/Haskil. Menuhin/Kempff habe ich nur wegen des Pianisten angeschafft. (Flegelhafterweise hat Menuhin irgendwann gesagt, dass er die Sonaten lieber mit Glenn Gould aufgenommen hat …) Die Version ist gut, aber nicht überragend und bestimmt nicht Perlman/Ashkenazy vorzuziehen. (An Zugaben enthält sie noch 12 Variationen über "Se vuol ballare" aus Mozarts "Le Nozze di Figaro" WoO 40 und das Rondo WoO 41.) Kremer/Argerich sind erwartungsgemäß brilliant, möglicherweise auch zu brilliant. Hier wird mit Risiko gespielt, und manchmal ist man untereinander auch nicht ganz einer Meinung. Eine Gesamtaufnahme, zu der man vielleicht auch eine etwas "normalere" Alternative besitzen sollte. Kremers etwas rohes, zerhacktes Spiel und sein mich keineswegs betörender Geigenton sind für mich etwas problematisch. Ähnliche Expressivität und Risikobereitschaft (und ein angenehmeres Geigenspiel) findet man auch bei Messiereur/Bogunia, die auch noch ganz exzellent aufgenommen sind. (Messiereur war der Primarius im alten Talich-Quartett.) Für mich eine oder sogar die Spitzenempfehlung:
Ab EUR 19.04 (Tagespreis) via amazon.de. Ich werde wohl selbst meiner Empfehlung folgen, weil ich bislang nur die dritte von 3 CDs aus diesem Zyklus besitze.
Gruß,
Zelenka
Carola (18.05.2006, 19:51): Original von Zelenka
... (statt Sonaten ist dann offenbar ein Klavier gekauft worden).
Gruß,
Zelenka
Ich bekenne mich schuldig. :D :D :D
In der Tat, die Gesamtaufnahme der Violinsonaten (und nicht nur die) muss jetzt noch ein wenig warten.
Bis dahin bin ich ganz gut bedient mit dieser Aufnahme der Sonaten 1 - 6 von 1973.
Das Spiel von Zukermann/Barenboim gefällt mir allerdings besser. Vor allem den Geigenton von Menuhin mag ich bei dieser CD nicht - zu hart und trocken.
findet Carola
Cosima (18.05.2006, 20:06): Weil ich sie gerade höre, kann ich sie auch gleich hier erwähnen:
http://www.wom.de/image/cover/front/0/4593368.jpg
Live-Aufnahme der Sonaten Nr. 1, 3 und 10 aus 1970, Moskau. Es ist jammerschade, dass die Klangqualität so schlecht ist, Richter und Oistrakh machen das nämlich sehr gut. Schönes Zusammenspiel, ausdrucksstark sowieso. Gefällt mir.
Kennt jemand die älteren Aufnahmen (1949/53) mit Francescatti und Casadesus, die bei dem seltsamen Label „Biddulph“ erschienen sind? Eine Gesamtaufnahme möchte ich eigentlich nicht, obwohl Zelenkas Tipp interessant zu sein scheint.
Noch ein paar Bemerkungen zur Kreutzer-Sonate, die Ambitionen hat, über die Kammermusik hinauszugehen ("Sonata scritta in un stilo molto concertante quasi come d'un concerto"). Ich erspare mir Anekdoten zur Änderung des Widmungsträgers oder zur Bedeutung der Sonate in der Literatur (z.B. bei Tolstoi).
Zuerst eine Anthologie (3 CDs) mit älteren Aufnahmen der Frühlings- und Kreutzersonate, die ich leider, leider nicht besitze (mit etwa EUR 50 nicht billig), aber auf die vielleicht hingewiesen werden sollte. Zwei CDs sind der Kreutzer-Sonate gewidmet:
Ludwig van Beethoven 1-3 Violin Sonata No. 9 in A major, Op. 47 "Kreutzer" 33:09 1 I Adagio sostenuto - Presto 10:59 2 II Andante con variazioni 13:44 3 III Finale: Presto 8:26 Fritz Kreisler (violin), Franz Rupp (piano) London, Abbey Road, EMI Studio No. 3, 19 June 1936 Source: HMV DB 3071/3074 Matrix: 2EA 3705-1, 3706-3, 3707-1, 3708-1, 3709-1, 3713-2, 3714-1, 3715-1 4-6 Violin Sonata No. 9 in A major, Op. 47 "Kreutzer" 30:53 4 I Adagio sostenuto - Presto 11:12 5 II Andante con variazioni 12:41 6 III Finale: Presto 7:00 Georg Kulenkampff (violin), Wilhelm Kempff (piano) Berlin, Gramophone Studios, May 1935 Source: Polydor 516.622/624 Matrix: 5051/2, 5061/2, 5071/2, 5081/2, 5091/2, 5181/2, 5191/2, 5201/2gs CD 3 - 58:37 Ludwig van Beethoven 1-3 Violin Sonata No. 9 in A major, Op. 47 "Kreutzer" 30:05 1 I Adagio sostenuto - Presto 11:21 2 II Andante con variazioni 12:19 3 III Finale: Presto 6:25 Joseph Szigeti (violin), Béla Bartók (piano) Washington, D.C., Library of Congress, Coolidge Auditorium, 13 April 1940 Source: Live recording 4-6 Violin Sonata No. 9 in A major, Op. 47 "Kreutzer" 28:32 4 I Adagio sostenuto - Presto 10:18 5 II Andante con variazioni 11:42 6 III Finale: Presto 6:32 Adolf Busch (violin), Rudolf Serkin (piano) New York, Liederkranz Hall, 12 December 1941 Source: Columbia set MM-496 Matrix: XCO 31974-1, 31975-1, 31976-1, 31977-2, 31978-1, 31979-1, 31980-1, 31981-1 Ich bin ein wenig erstaunt, daß Huberman/Friedman nicht aufgenommen worden sind ...
Was sollten die Kriterien sein, um hier die Spreu vom Weizen zu trennen? Meine sind einmal die Forderung, daß der Pianist nicht nur Begleiter ist, sondern vor allem Interpret, und dann emotionales Spiel bis zur fast besinnungslosen Raserei. Trotz wunderschönem Spiel fliegen Kulenkampff/Kempff sofort raus, ebenfalls Oistrakh/Oborin (der Begleiter ist wirklich nur Begleiter) und Schneiderhan/Seemann. Taschner/Gieseking (in mäßiger Aufnahmequalität) dürfen einen Moment bleiben, müssen aber vor allem wegen des dümpelnden Mittelsatzes doch gehen. Es bleiben Zehetmair/Frager und Messiereur/Bogunia. Von oben aus der Abteilung Gesamtausgaben kommen Kremer/Argerich hinzu. Am meisten halte ich von Zehetmair (ich stehe mit dieser Meinung kaum alleine), aber das Broadwood-Hammerklavier, das Frager spielt, wird viele sehr stören. Mich stört es nicht, und die Aufnahme sorgt recht gut dafür, daß der Flügel nicht, wie zu befürchten, akustisch untergeht. Zu den Meriten der beiden anderen Paarungen s.o.
Der Tagespreis der Messiereur/Bogunia-Gesamtaufnahme (s.o.) beträgt incl. Porto nicht EUR 19.04, sondern 16.04. Spitzenqualität zum Naxos-Preis.
Gruß,
Zelenka
Cosima (19.05.2006, 15:25): Original von Zelenka Oistrakh, Oborin (1953) 724358684124
Hallo Zelenka,
danke für Deine ausführlichen Hinweise!
Mit dem o.g. Duo besitze ich auch die "Kreutzer-Sonate" Nr. 9, auch aus 1953. Sie befindet sich bei mir auf der "Introuvables-Box" von Oistrakh, ich werde sie mir nachher noch einmal anhören. Im Rondo-Archiv wird aber auf eine jüngere Einspielung aus 1962 hingewiesen, die wohl legendär sein soll:
Sie scheint nicht mehr erhältlich zu sein, ein Exemplar wird noch bei amazon zum Preis von rund 140,00 Euro angeboten. :(
Kennt jemand diese Aufnahme?
Gruß, Cosima
Cosima (19.05.2006, 15:31): Und wo wir gerade bei der Kreutzer-Sonate sind... ich schrieb es bereits im Ashkenazy-Thread, deshalb noch einmal der Hinweis:
Diese herrliche Aufnahme der zwei Beethoven-Violinsonaten mit Ashkenazy und Perlman kann unbedingt empfohlen werden. Ashkenazys klares Klavierspiel und Perlmans brillantes Violinspiel harmonieren nicht nur perfekt miteinander, auch die Abstimmung untereinander ist großartig!
Gruß, Cosima :)
Zelenka (19.05.2006, 15:41): Original von Cosima Original von Zelenka Oistrakh, Oborin (1953) 724358684124
Hallo Zelenka,
danke für Deine ausführlichen Hinweise!
Mit dem o.g. Duo besitze ich auch die "Kreutzer-Sonate" Nr. 9, auch aus 1953. Sie befindet sich bei mir auf der "Introuvables-Box" von Oistrakh, ich werde sie mir nachher noch einmal anhören. Im Rondo-Archiv wird aber auf eine jüngere Einspielung aus 1962 hingewiesen, die wohl legendär sein soll:
Sie scheint nicht mehr erhältlich zu sein, ein Exemplar wird noch bei amazon zum Preis von rund 140,00 Euro angeboten. :(
Kennt jemand diese Aufnahme?
Gruß, Cosima
Müßte eine Auskopplung aus der Gesamtaufnahme der beiden sein. Letztere scheint derzeit nicht lieferbar zu sein.
J.D.Z.
Ganong (19.05.2006, 16:37): Lieber Zelenka ,
die GA war noch in 2005 bei "Saturn" Düsseldorf erhältlich !
"ab" unser Musikfreund hier im Forum hat an anderer Stelle diese Einspielung meiner Meinung nach zu recht als die Aufnahme besprochen .
Dem kann ich nur ohne Einschränkung zustimmen .
Ein Wort zu Francecatti / Casadesus . ich schätze Francescatti ganz ausserordentlich als grossen Geigenvirtuosen und Künstler . I. Perlman hat ihn in seiner mehrfach wiederholten TV - Sendung als einen der ganz Grossen ( neben Heifetz und D. Oistrach , der in deutschland seltsamerweise kaum positive Kritiken bekommen hat ; etwa FonoForum , Rondo u.a. ) bezeichnet . Casadesus hat mich , offen gesagt , nie begeistern können . Sein Schumann- u n d Chopin - Spiekl ist völlig unterkühlt ; jedenfalls in den Aufnahmen , die ich kenne .
Diese GA ist nicht nur bei dem Hochpreislabel "Biddulph" erschienen , sondern es geab sie auch in einem Second-hand-CD-laden in der Düsseldorfer Oststrasse vor einigen jahren wiederholt . Soweit ich mich erinner bei CBS / Sony als CDs .
Wegen Zino Francescattis herrlichem Spiel sicherlich viel mehr als ein geheimtipp !
Viele Grüsse , Frank
Zelenka (19.05.2006, 16:43): Original von Ganong Lieber Zelenka ,
die GA war noch in 2005 bei "Saturn" Düsseldorf erhältlich !
Viele Grüsse , Frank
Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben. Nehme an, Philips wird die Gesamtausgabe noch mal herausbringen, bevor das Copyright verfällt ...
Gruß,
Zelenka
Cosima (19.05.2006, 19:46): Original von Ganong Diese GA ist nicht nur bei dem Hochpreislabel "Biddulph" erschienen , sondern es geab sie auch in einem Second-hand-CD-laden in der Düsseldorfer Oststrasse vor einigen jahren wiederholt . Soweit ich mich erinner bei CBS / Sony als CDs .
Entweder sind die Angaben falsch oder es handelt sich um verschiedene Aufnahmen. Die „Biddulph“-Aufnahmen sind aus 1949/53. Ich besitze eine CD (Sony), die in Paris, 1961, aufgenommen wurde. Sie enthält die Sonaten Nr. 4, 6, 7 und 8. Ein Cover im Internet finde ich nicht, was sehr schade ist, denn Casadesus ist dort zu sehen, wie er die Hände am Klavier hat, dabei hat er eine Zigarette im Mund. Sehr französisch…
Und ja: Francescattis Violinspiel hat etwas Betörendes. Er spielt so frisch und voller Leuchtkraft, ganz fantastisch!
Gruß, Cosima
Jack Bristow (19.05.2006, 23:46): Original von Cosima Entweder sind die Angaben falsch oder es handelt sich um verschiedene Aufnahmen. Die „Biddulph“-Aufnahmen sind aus 1949/53. Ich besitze eine CD (Sony), die in Paris, 1961, aufgenommen wurde. Sie enthält die Sonaten Nr. 4, 6, 7 und 8. Ein Cover im Internet finde ich nicht, was sehr schade ist, denn Casadesus ist dort zu sehen, wie er die Hände am Klavier hat, dabei hat er eine Zigarette im Mund. Sehr französisch…
Ja, es gibt eine Stereo-Gesamtaufnahme, bis vor kurzen bei Sony oder Sony France erhältlich (ich habe sie vielleicht vor 4 Jahren oder so gekauft; ein amazon-Anbieter will dreiste 66 EUR!) Die Essential Classics hat Amazon angeblich. Mit dieser hättest Du dann immerhin alle Sonaten bis auf die ersten 3 (und auch das ließe sich zur Not regeln... :ignore :engel )
Cosima (20.05.2006, 07:49): Original von Jack Bristow Ja, es gibt eine Stereo-Gesamtaufnahme, bis vor kurzen bei Sony oder Sony France erhältlich
Hallo Jack,
ja, die Stereo-Aufnahme meine ich! Ich wusste nicht, dass es auch eine spätere Gesamtaufnahme gibt. Ich habe mir jetzt die von Dir rechts gezeigte Einzel-CD bei amazon bestellt, ein Exemplar war noch günstig zu bekommen. Vielen Dank für den Hinweis!
Nun fehlen in der Tat noch die ersten drei Sonaten, vorrangig aber die zweite, von der ich noch gar keine Aufnahme besitze. Es müssen ja nicht unbedingt Casadesus und Francescatti sein.
Viele Grüße, Cosima
Cosima (20.05.2006, 08:48): Kennt jemand die Gesamtaufnahme aus 1966/67 mit Josef Suk und Jan Panenka? Was ist davon zu halten?
erst mal herzlichen dank an Cosima für diesen so wichtigen thread ! :beer
neben den sonaten für 'cembalo' und klavier von js bach gehören IMO die werke dieser gattung des ludwig van beethoven zum großartigsten hinsichtlich ideenreichtum, ausdrucksvielfalt und gesamtgröße des werks.
die sonaten op. 12 nr. 1-3 sie erschienen 1798 in wien und sind a. salieri gewidmet. die dreisätzigen werke sind vom dialog zwischen klavier und violine geprägt. den Zeitgenossen beethovens gingen die oft spontan klingenden dynamischen und harmonischen wechsel zu weit.
sonate nr. 1 in d-dur, op. 12 nr. 1 allegro con brio tema con variazioni. andante con moto rondo. allegro
sonate nr. 2 in a-dur, op. 12 nr. 2 allegro vivace andante più tempo di allegretto allegro piacevole
sonate nr. 3 in es-dur, op. 12 nr. 3 allegro con spirito adagio con molt'espressione rondo. allegro molto
sonate nr. 4 a-moll op.23 Presto Andante scherzoso, piu allegretto Allegro molto
Wie die frühlingssonate komponierte Beethoven diese sonate im jahre 1800 und widmete sie dem grafen moritz von fries. Besonders mag ich das dramatische finale, einem großangelegten rondo mit einem schwermütig angehauchten refrain und einer aufsteigenden lyrischen melodie.
sonate nr. 5 in f-dur, op. 24, 'frühlingssonate' allegro adagio molto expressivo scherzo: allegro molto rondo: allegro ma non troppo
gewidmet dem grafen von fries. sie ist das neben der kreutzer-sonate bekannteste werk beethovens dieser gattung. der beiname dieses 1801 komponierten werks rührt von der leichten und freudigen stimmung, mit der bereits der erste satz beginnt. dieser satz ist ein zwiegespräch zweier gleichwertiger partner mit einem humorvollem seitenthema. auch der zweite satz, bei dem die violine das zauberhafte thema erst im zweiten takt zur eher düsteren, zurückhaltenden klavierbegleitung erklingen lässt, sowie das lebendige scherzo mit dem polternd-furiosen trio machen die sonate zu einem der populärsten Kammermusikwerke überhaupt.
sonate nr. 6 a-dur op.30 nr. 1 allegro adagio allegretto con variazioni
sonate nr. 7 c-moll op.30 nr. 2 allegro con brio adagio cantabile scherzo. allegro finale. allegro
sonate nr. 8 g-dur op.30 nr. 3 allegro assai tempo di minuetto, ma molto moderato e grazioso allegro vivace
die drei sonaten op.30 wurden zwischen januar und mai 1802 erstmalig skizziert (das jahr des heiligenstädter testaments) und erschienen im mai 1803, wurden zar alexander I. von russland gewidmet. alleine schon diese trias hätte genügt, diese gattung für die ewigkeit zu erhalten. dass diese werke ‚für das pianoforte mit begleitung einer violine’ ausgeführt sind, ist dem hörer klar vermittelt. dem pianisten kommt eine wesentliche rolle zu. Ich meine sogar, dass die klasse des pianisten noch entscheidender ist als die des geigers. eine meiner beiden lieblingssonaten ist die c-moll op.30 nr.2.
sonate Nr. 9 in A-Dur, op. 47 ‚kreutzersonate’ adagio sostenuto – presto andante con variazioni finale. Presto
rodolphe kreutzer, der die besagte sonate ablehnte
sie wurde 1803 komponiert und gewidmet dem französischen violinisten rodolphe kreutzer (1766 - 1831). das werk ist charakterisiert durch virtuosität, überraschende modulationen und weite melodische bögen. wegen seiner klangfülle (die violine beginnt mit einem mehrstimmigen solo) ist es auch in größeren konzertsälen aufführbar und erfreut sich großer beliebtheit.
diese letzte sonate wurde 1812 kompiniert, also 9 jahre nach op.47, und 1816 publiziert. am 29. dezember 1812 wurde sie erstmalig beim fürsten lobkowitz aufgeführt, durch erzherzog rudolph, dem das werk gewidmet ist, und dem französischen geigenvirtuosen pierre rode. für mich ist diese sonate der gipfel. insbesondere der zweite satz sucht seinesgleichen bezogen auf das singende choralähnliche thema !
gruß, siamak :engel
AcomA (20.05.2006, 15:17): hallo,
so, nun zu meinen erfahrungen mit einspielungen. selbstverständlich hatte ich damals zuerst die frühlings- und kreutzersonate kennengelernt, mit der interpretation wilhelm kempffs und yehudi menuhins bei der DG. es folgten die sonaten c-moll op.30 nr.2 und g-dur op.96 mit demselben team ! ich halte diese interpretationen für jahrhunderteinspielungen ! das mag manchen verwundern, da beide zu diesem zeitpunkt nicht mehr im vollbesitz ihrer instrumentellen potenz waren. aber was hoch wiegt: die ganze lebenserfahrung und menschenliebe dieser musiker überträgt sich auf den hörer, pures glück ! :down
insbesondere die innigkeit und schwerelosigkeit des zweiten satzes der letzten sonate wird IMO nur noch von einem weiteren duo erreicht: glenn gould und yehudi menuhin !
als gesamtaufnahme kann ich engagiert noch diejenige empfehlen mit isaac stern und eugene istomin. istomin ist zwar ein eher solider pianist, spielt aber sehr gewissenhaft und durchaus mit vehemenz. die stärke liegt bei isaac stern, der geradezu einen sprechgesang mit der geige formuliert, sehr variantenreicher strich ! außerdem ist die aufnahmequalität hier (teils DDD) vorzüglich.
die gesamtaufnahme von lew oborin (lehrer von vladimir ashkenazy !) und david oistrach (philips) habe ich auch. sie ist ebenfalls wunderbar. bei oistrach liegt man ja immer richtig. die phrasierung ist hier klassisch und mit eher schlankem ton. lupenreine intonation. einziger wehrmutstropfen ist das ziemlich trockene und pedallose spiel oborins. eine gewisse neutralität stellt sich ein.
abschließend rate ich zu einer gewaltigen interpretation zweier junger virtuosen und musiker gleichermaßen hin, die sonatentrias op. 30 haben sie aufgenommen bei oehms classics. sie haben übrigens alle sonaten live im konzert aufgeführt. und das hört man ! alfredo perl und benjamin schmid. alle facetten des beethovenschen ausdrucks werden präsentiert. und das perl ein famoser beethovenkenner ist, war ja bekannt. top of the top !
http://www.jpc.de/image/cover/front/0/6596031.jpg
gruß an alle beethoven-freunde, siamak :engel
Cosima (20.05.2006, 15:23): Original von AcomA erst mal herzlichen dank an Cosima für diesen so wichtigen thread !
Und ein herzliches Dankeschön an Dich für die wichtigen und so schön dargebotenen Erläuterungen! :beer
Die letzte Sonate, die Du hervorhebst, liegt mir leider nur mit Richter/Oistrakh vor. Ich sage "leider", weil die Klangqualität so miserabel ist.
Kempff/Menuhin würde mich nun auch interessieren.
Gruß, Cosima
ab (21.05.2006, 17:36): Danke für diesen Hinweis! Kannst Du auch die Einspielung seiner Mozart-Sonaten genauso empfehlen?
Beide möchte ich mir unbedingt anhören.
Zelenka (21.05.2006, 18:01): Original von ab Danke für diesen Hinweis! Kannst Du auch die Einspielung seiner Mozart-Sonaten genauso empfehlen?
Beide möchte ich mir unbedingt anhören.
Lieber ab:
Die Mozart-Violinsonaten mit Messiereur sind mindestens genauso empfehlenswert. Zugreifen und zuhören!
Gruß,
Zelenka
Carola (26.07.2006, 22:44): Ich höre jetzt seit Stunden dieser Gesamtaufnahme von Beethovens Violinsonaten mit Pires/Dumay zu:
http://www.jpc.de/image/cover/front/0/6078941.jpg
Einen Teil dieser Sonaten höre ich überhaupt zum ersten Mal, da ist es natürlich nicht möglich, Vergleiche mit anderen Aufnahmen anzustellen.
Da ich aber eine ganze Reihe anderer CDs mit diesem Duo besitze, kann ich in dieser Hinsicht sehr wohl vergleichen.
Aus meiner Sicht gibt es bei Dumay/Pires-Aufnahmen zwei Risiken. Zum einen der breite und warme Geigenton von Dumay, der manchmal dazu neigt, vom sahnigen ins schmalzige abzugleiten. Zweitens die Frage der Balance zwischen Geige und Klavier, ganz problematisch zum Beispiel bei den Brahms-Klaviertrios, bei denen Pires von Dumays Geigenton und teilweise auch Wangs Cello geradezu erdrückt wird und für mein Gefühl viel zu zurückhaltend agiert.
Beide "Risiken" sind hier nicht verwirklicht. Die beiden spielen wunderbar organisch und ausbalanciert miteinander, Dumays Ton ist zwar warm und voll aber dabei trotzdem sehr klar, beweglich und expressiv. Und Pires spielt ebenfalls großartig, zart und filigran und dann auch wieder energisch und kraftvoll. Genau das fehlt mir bei den Brahms-Klaviertrios an vielen Stellen.
Trotzdem, die von Zelenka geforderte "wilde Raserei" dürfte bei anderen Interpreten letztlich doch besser aufgehoben sein, das entspricht nach meinem Eindruck einfach nicht dem Naturell der beiden. Dafür "singen" sie unglaublich schön in den innigen, langsamen Sätzen, beispielsweise im zweiten Satz von op. 12, Nr. 2, den ich gerade anhöre Aber auch die "wilderen" Passagen gefallen mir ganz außerordentlich und sind für Pires/Dumay-Verhältnisse geradezu rasant.
Soweit von Carola.
Carola (27.07.2006, 13:44): Einen Wermutstropfen hat die oben gezeigte Gesamtaufnahme der Violinsonaten mit Pires/Dumay allerdings und das ist die Verpackung. Wenn man bedenkt, dass diese Box mit drei CDs hier in Deutschland circa 53 Euro kostet, gehört schon eine gehörige Portion Frechheit dazu, als Verpackung eine Pappschachtel zu wählen, die inzwischen nicht mal mehr Brillant Classic verwendet.
Das wäre für sich genommen noch nicht wirklich schlimm, richtig problematisch ist aber, dass die CD´s in Papierlaschen stecken, aus denen man sie nur mit Mühe heraus bekommt; ähnlich wie bei Harnoncourts-Aufnahme von Bachs Matthäuspassion. Besonders gut tut es den CDs sicherlich nicht, wenn man sie jedesmal mehr oder weniger mit Gewalt aus der Hülle zerren muss.
Mit Gruß von Carola
Zelenka (27.07.2006, 17:30): Original von Carola
Trotzdem, die von Zelenka geforderte "wilde Raserei" dürfte bei anderen Interpreten letztlich doch besser aufgehoben sein, das entspricht nach meinem Eindruck einfach nicht dem Naturell der beiden. Soweit von Carola.
"motionales Spiel bis zur fast besinnungslosen Raserei" habe ich nur für einen Satz der Kreutzer-Sonate gefordert. Anderswo darfs gern etwas beschaulicher zugehen. Zumal bei dieser Schwüle.
Gruß,
Zelenka
Carola (27.07.2006, 18:44): Lieber Zelenka,
bitte entschuldige, ich hätte Dich natürlich korrekt zitieren müssen.
Auf welchen Satz der Sonate beziehst Du Deine Forderung nach emotionalem Spiel bis zur fast besinnungslosen Raserei denn? Auf den 1. oder den 3. Satz?
fragt Carola
Zelenka (27.07.2006, 18:51): Original von Carola Lieber Zelenka,
bitte entschuldige, ich hätte Dich natürlich korrekt zitieren müssen.
Auf welchen Satz der Sonate beziehst Du Deine Forderung nach emotionalem Spiel bis zur fast besinnungslosen Raserei denn? Auf den 1. oder den 3. Satz?
fragt Carola
Liebe Carola:
O je, ich war wieder zu pedantisch! :) Die Raserei sollte vorallem im Presto des ersten Satzes ausbrechen.
Beste Grüße,
Zelenka
Carola (27.07.2006, 19:33): Original von Zelenka
Die Raserei sollte vorallem im Presto des ersten Satzes ausbrechen.
Beste Grüße,
Zelenka
Das werde ich mir jetzt gleich noch mal in der Pires/Dumay-Aufnahme anhören. Mein Musikführer spricht im Hinblick auf den ersten Satz von einem virtuosen Figurensturm.
Mit Gruß von Carola
Zelenka (27.07.2006, 19:51): Original von Carola
Das werde ich mir jetzt gleich noch mal in der Pires/Dumay-Aufnahme anhören. Mein Musikführer spricht im Hinblick auf den ersten Satz von einem virtuosen Figurensturm.
Mit Gruß von Carola
Der "virtuose Figurensturm" trifft sehr gut, was im ersten Satz passieren kann oder soll!
Gruß,
Zelenka
ab (27.07.2006, 21:03): Original von Zelenka
"motionales Spiel bis zur fast besinnungslosen Raserei" habe ich nur für einen Satz der Kreutzer-Sonate gefordert.
Wer die Kreutzer-Sonate von Thomas Zehetmair noch nie gehört hat, hat die Kreuzer-Sonate noch überhaupt nie gehört: (!!!!)
Zelenka (28.07.2006, 12:01): Original von ab Original von Zelenka
"motionales Spiel bis zur fast besinnungslosen Raserei" habe ich nur für einen Satz der Kreutzer-Sonate gefordert.
Wer die Kreutzer-Sonate von Thomas Zehetmair noch nie gehört hat, hat die Kreuzer-Sonate noch überhaupt nie gehört: (!!!!)
Einverstanden! Ich habe Zehetmairs Version weiter oben auch schon empfohlen.
Gruß,
Zelenka
ab (04.08.2006, 13:27): Original von Zelenka Trotz wunderschönem Spiel fliegen Kulenkampff/Kempff sofort raus, ebenfalls Oistrakh/Oborin (der Begleiter ist wirklich nur Begleiter)
Erstaunlich: Ich fand bei Oistrach/Oborin gerade Oborin sogar noch besser als Oistrach in ihrer kammermusikalischen klassisch-direkten Art: gerade weil es schier unglaublich ist, was er alles mit wenig Pedaleinsatz machen kann! Hier habe ich nie den Eindruck, einer sei "nur" Begleiter. solches Zusammenspiel finde ich phantastisch - auch wenn mir längst nicht alles gleich gut gefällt: dies ist auch dann eine absolute Referenzaufnahme, wenn sie vielen zu intim - Siamak spricht von "neutralität" - erscheinen wird! Nicht nur für ihre Zeit ist deren "trockener" Zugriff ein sehr ungewöhnlicher. Wer einen dramatischen Zugriff sucht, wird natürlich genauso enttäuscht sein müssen, wie jene, die nach sehr viel Gestaltung sucht.
Zelenka (07.08.2006, 17:27): Original von ab Original von Zelenka Trotz wunderschönem Spiel fliegen Kulenkampff/Kempff sofort raus, ebenfalls Oistrakh/Oborin (der Begleiter ist wirklich nur Begleiter)
Erstaunlich: Ich fand bei Oistrach/Oborin gerade Oborin sogar noch besser als Oistrach in ihrer kammermusikalischen klassisch-direkten Art: gerade weil es schier unglaublich ist, was er alles mit wenig Pedaleinsatz machen kann! Hier habe ich nie den Eindruck, einer sei "nur" Begleiter. solches Zusammenspiel finde ich phantastisch - auch wenn mir längst nicht alles gleich gut gefällt: dies ist auch dann eine absolute Referenzaufnahme, wenn sie vielen zu intim - Siamak spricht von "neutralität" - erscheinen wird! Nicht nur für ihre Zeit ist deren "trockener" Zugriff ein sehr ungewöhnlicher. Wer einen dramatischen Zugriff sucht, wird natürlich genauso enttäuscht sein müssen, wie jene, die nach sehr viel Gestaltung sucht.
Lieber ab:
Möglicherweise reden wir hier von zwei verschiedenen Aufnahmen der Kreutzer-Sonate: Ich hatte weiter oben die EMI-Aufnahme von 1953 gemeint, Du meinst vielleicht die bei Philips erschienene Version innerhalb der GA der Sonaten.
Gruß,
Zelenka
ab (07.08.2006, 17:36): Original von Zelenka
Möglicherweise reden wir hier von zwei verschiedenen Aufnahmen der Kreutzer-Sonate: Ich hatte weiter oben die EMI-Aufnahme von 1953 gemeint, Du meinst vielleicht die bei Philips erschienene Version innerhalb der GA der Sonaten.
richtig: ich meinte die GA bei Philips. Von einer EMI-Einspielung habe ich bislang noch nie etwas gehört.
Cosima (11.08.2006, 16:43): Original von Zelenka Original von ab Original von Zelenka
"motionales Spiel bis zur fast besinnungslosen Raserei" habe ich nur für einen Satz der Kreutzer-Sonate gefordert.
Wer die Kreutzer-Sonate von Thomas Zehetmair noch nie gehört hat, hat die Kreuzer-Sonate noch überhaupt nie gehört: (!!!!)
Einverstanden! Ich habe Zehetmairs Version weiter oben auch schon empfohlen.
Auch einverstanden!
Ich legte die CD heute erstmalig in den Player und war nach wenigen Minuten vollkommen perplex! Ich dachte nicht, dass man mit soviel Leidenschaft und Hingabe die Kreutzer-Sonate spielen könne! Es war tatsächlich so, als hörte ich diese Sonate zum ersten Mal richtig und so, wie ich es mir wünsche. Ich bin vollkommen vernarrt in den 1. Satz, der in dieser Interpretation definitiv zu den „Wahnsinnsszenen“ gehört! :down Ich weiß nicht, wie ich charakterisieren soll, was ich hier höre: Vielleicht trifft es „empfindsame Ungestümtheit“ in etwa. Thomas Zehetmair spielt absolut hinreißend! Er erinnert mich dem Wesen nach - also was die Unbekümmertheit, den jugendlichen Überschwang, die Ausdruckskraft und zugleich die technische Souveränität angeht – an Zacharias und seine Interpretation der Davidsbündlertänze!
Vielen Dank an Zelenka und ab für diesen wertvollen Hinweis! Die CD ist grandios! Leider ist sie derzeit nur als Gebrauchtware erhältlich, dennoch: Unbedingt die Augen danach offen halten … und staunen!
Begeisterte Grüße, Cosima
ab (11.08.2006, 20:53): Original von Cosima
Die CD ist grandios! Begeisterte Grüße, Cosima
Nur vorsicht: man sollte sie in Maßen genießen! Nach der Anfangsbegeisterung kann ich sie nicht viel öfter als ein zwei Mal das Jahr aushalten: dann aber richtig. sScher eine Sternstunde der Schallplattengeschichte in Hinsicht "Voll-Risiko" (Mir fällt hier das hochdramatische Schumann-Trio mit Richter bei LiveClassics sonst noch ein).
Cosima (18.08.2006, 20:54): http://www.jpc.de/image/cover/front/0/4551593.jpg Violinsonaten Nr. 4 & 7 + Variationen WoO 40 über "Se vuol ballare" aus "Le nozze di Figaro" für Violine & Klavier Daniel Sepec (Violine), Andreas Staier (Pianoforte)
Hier nun eine Aufnahme der Beethoven-Violinsonaten Nr. 4 (op. 23) und 7 (op. 30/2), die ich erst heute erwarb, die ich aber gleich unbedingt empfehlen möchte. Zuletzt war ich von der Zehetmair/Frager-Aufnahme begeistert, jetzt bin ich ebenso angetan von dieser Aufnahme. Sie ist natürlich ganz anders als die Zehetmair-Aufnahme (leider auch nicht direkt vergleichbar, da es sich um andere Werke handelt); die Künstler spielen auf Originalinstrumenten, d.h. klanglich gibt es Unterschiede. Die Interpretation ist transparent und schnörkellos, die Details sind wunderschön herauszuhören. Aber am Herrlichsten finde ich die Innigkeit und Musizierfreude, die jederzeit spürbar sind, und die Harmonie zwischen den beiden - gleichberechtigt agierenden - Künstlern! Das ist Beethoven für mich, so muss er klingen in meinen Ohren! Mit ganz großer Leidenschaft und Hingabe wird hier musiziert!
Man hört gelegentlich ein leichtes Schnaufen, wahrscheinlich des Geigers. Mich stört das nicht, im Gegenteil: Es verleiht dem Ganzen einen sehr intimen Charakter.
Meiner Meinung nach ist diese Einspielung ein ganz großer Wurf! Fantastisch! :down
Gruß, Cosima
AcomA (21.08.2006, 19:44): hallo,
habe nun die möglichkeit gehabt, die schon legendäre aufnahme von beethovens sog. 'kreutzer'-sonate, a-dur op.47 mit t. zehetmair und m. frager zu hören. sie ist tatsächlich etwas ganz besonderes. insbesondere der geiger spielt im ersten satz kompromisslos. aus diesem anlass rekapitulierte ich die anderen aufnahmen.
erstaunlich, es gibt ein gespann, dass in vergleichbarer weise mit vehemenz und 'con fuoco' zu werke geht: isaac stern und eugene istomin. die aufnahme stammt aus dem jahre 1983. das hätte ich dem alten stern gar nicht so zugetraut. auch der variationssatz und das presto-finale sind ein traum. isaac stern spielt hier seine fähigkeit des 'sprechens' mit der geige voll aus und hat mit istomin zwar einen pianisten, der nicht unbedingt zur champions league gehört, aber im zusammenspiel mit stern seine grenzen im höhenflug überschreitet. gerade wie er im ersten satz mithält und motorisch drängend mit ehernem manuellen laufwerk zur seite steht, ist eine wucht.
nikolaus (13.09.2007, 22:09): Nach längerer Zeit mal wieder bewußt gehört und absolut begeistert von
http://www.jpc.de/image/w300/front/0/7463606.jpg
Ich mag einfach diese zupackende, energetische Spielweise, die troztdem die leisen und leichten Töne nicht vernachlässigt. Spannend und mitreissend :down
habe ich es überlesen? Nathan Milstein vermisse ich in diesem Thread!!!
Bei meinen vielen Kreutzer-Sonaten steht Nathan Milstein an der Spitze, sein Partner am Flügel war Artur Balsam, eine Produktion von Capitol/EMI 1950, noch auf meiner LP befand sich die G-dur Sonate op.30 Nr.3. EMI-USA hat sie vor ein paar Jahren auf CD wiederveröffentlicht, auch bei uns damals erhältlich, jetzt leider nicht mehr.
Grüße Amadé
Zelenka (15.09.2007, 14:13): Lieber Amadé:
Milsteins und Balsams Aufnahme der Kreutzer-Sonate ist derzeit in dieser Box erhältlich:
Diese Introuvables-Box ist im Sommer erschienen und bisher leider nicht weiter als auf meinen ohnehin schon überlangen Wunschzettel gekommen. Nach dieser Diskographie ist die Version allerdings erst Ende 1957 noch in Mono aufgenommen worden. Eine Frühlingssonate mit denselben Ausführenden (Andante), die ich besitze (und die mir nicht so großartig gefällt), ist dagegen schon 1950 eingespielt worden.
Bei den Kreutzer-Sonaten belegen bei mir derzeit Kogan/Gilels und immer noch Zehetmair/Frager die Spitzenplätze.
Gruß, Zelenka
Amadé (15.09.2007, 19:57): Hallo Zelenka,
Du hast recht, ich habe noch mal ins Booklet geschaut, Kreutzersonate Dez.57, op.30,3 Jan.58 und Frühlingssonate Dez.58. Op.47 und 30 Nr.3 waren auf einer LP gekoppelt, die ich noch besitze, jedoch nicht mehr benötige. Dier Frühlingssonate wurde auf der CD von 1998 dazugekoppelt. Ein Cover-Foto kann ich leider nicht liefern, da die CD nur kurz auf dem deutschen Markt war und schon nicht mehr in den Katalogen steht. Von 1950 datiert eine Vorläufer-Aufnahme von op.24 in der selben Besetzung, jetzt bei Andante erhältlich.
Hier eine Ergänzung an deinen lang zurrückliegenden Kommentar!
Ähnliches gilt für Grumiaux/Haskil. Menuhin/Kempff habe ich nur wegen des Pianisten angeschafft. (Flegelhafterweise hat Menuhin irgendwann gesagt, dass er die Sonaten lieber mit Glenn Gould aufgenommen hat …)
Sein genauer wortlaut war:
Menuhin: "Ich glaube, auf lange Sicht, fand ich bei Kempff nicht die Inspiration die ich bei Gould fand! Glenn hatte etwas mehr Mystisches. er drückte etwas aus wie die Allgegenwart Gottes!" (Quelle, "Yehudi Menuhin, the violin of the century")
Die CD's der Violinsonaten Kempff/Menuhin wollte ich vor ca. 2 Wochen bestellen und bin von Zelenkas Meinung darüber abgeschreckt worden und habs letztendlich gelassen! Werde mich allerdings selbst davon überzeugen und bald den nächsten Kaufversuch starten! Schließlich kauft man hier doch 2 geliebte Musiker auf einen Streich! :rofl Außerdem hat AcomA's Meinung über diese Einspielungen mich wieder neugierig gemacht! :J
Gruß Daniel :cool
Zelenka (21.09.2007, 17:23): Original von daniel5993 Hallo Zelenka! :hello
Hier eine Ergänzung an deinen lang zurrückliegenden Kommentar!
Ähnliches gilt für Grumiaux/Haskil. Menuhin/Kempff habe ich nur wegen des Pianisten angeschafft. (Flegelhafterweise hat Menuhin irgendwann gesagt, dass er die Sonaten lieber mit Glenn Gould aufgenommen hat …)
Sein genauer wortlaut war:
Menuhin: "Ich glaube, auf lange Sicht, fand ich bei Kempff nicht die Inspiration die ich bei Gould fand! Glenn hatte etwas mehr Mystisches. er drückte etwas aus wie die Allgegenwart Gottes!" (Quelle, "Yehudi Menuhin, the violin of the century")
Die CD's der Violinsonaten Kempff/Menuhin wollte ich vor ca. 2 Wochen bestellen und bin von Zelenkas Meinung darüber abgeschreckt worden und habs letztendlich gelassen! Werde mich allerdings selbst davon überzeugen und bald den nächsten Kaufversuch starten! Schließlich kauft man hier doch 2 geliebte Musiker auf einen Streich! :rofl Außerdem hat AcomA's Meinung über diese Einspielungen mich wieder neugierig gemacht! :J
Gruß Daniel :cool
Lieber Daniel:
Laß Dich von meinem Kommentar im Violinsonatenfaden keineswegs abschrecken!!! Kempff/Menuhin sind schon sehr gut, Siamak hat da recht, auch wenn diese Gesamtaufnahme nicht meine Spitzenempfehlung wäre. Die "Allgegenwart Gottes" bringe ich selbst allerdings nicht unbedingt mit Gould in Verbindung, aber ganz herzlichen Dank für das genaue Zitat!
Gruß, Zelenka :hello
daniel5993 (21.09.2007, 18:57): Hallo Zelenka
Zumindest hat Gould eine besondere Art, welche den Zuschauer bei seinem Spiel fesselt!
:beer
Zelenka (21.09.2007, 20:10): Original von daniel5993 Hallo Zelenka
Zumindest hat Gould eine besondere Art, welche den Zuschauer bei seinem Spiel fesselt!
:beer
Aber ich kann einfach nicht glauben, daß Gott hier im Spiel ist, lieber Daniel!
Gruß, Zelenka :hello
daniel5993 (21.09.2007, 20:19): Original von Zelenka Original von daniel5993 Hallo Zelenka
Zumindest hat Gould eine besondere Art, welche den Zuschauer bei seinem Spiel fesselt!
:beer
Aber ich kann einfach nicht glauben, daß Gott hier im Spiel ist, lieber Daniel!
Gruß, Zelenka :hello
Hallo Zelenka,
Bei Gould geb ich dir Recht! Obwohl!? Es kommt drauf an aus welcher Sicht man das sieht! Durch wen, wenn nicht durch Gott, existieren wir, haben unsere Fähigkeiten.....? Gott wäre in dieser Hinsicht immer im "Spiel"! Ist Ansichtssache oder Glaubenssache! Gehört nicht in dieses Forum! :ignore Aber in diesem Fall geb ich dir ein bisschen recht, die Aussage Menuhins ist etwas übertrieben, aber was sagt man nicht alles in der Begeisterung. Er war gerade in schwärmerischer Laune!
Gruß Daniel :beer
Cosima (17.05.2006, 22:41): Hallo allerseits,
das Kammermusik-Forum sollte etwas belebt werden. Es geht also um Beethovens zehn Sonaten für Violine und Klavier.
Es bedarf wohl keiner weiteren Einführung, deshalb gleich zu einer Aufnahme, die mir sehr am Herzen liegt: Zino Francescatti und Robert Casadesus (1961) mit den Sonaten Nr. 4, 6, 7 und 8. Im Thread über das Beethoven-Violinkonzert fiel ja bereits der Name dieses Geigers. Für mich sind diese beiden Künstler kongeniale Kammermusik-Partner. Francescatti mit seinem strahlenden, fast heiteren Violinspiel (ich empfinde ihn keineswegs als „oberflächlich“, wie „ab“ eben im Beethoven-Violinkonzert-Thread anmerkte) und Casadesus’ geradlinigere, rationalere Art harmonieren perfekt miteinander, das Zusammenspiel gelingt fantastisch.
Nebenbei bemerkt: Ich starte diesen Thread nicht uneigennützig, da ich eben feststellte, dass mir die 2. Violinsonate noch immer fehlt. Für Empfehlungen wäre ich also dankbar.
Gruß, Cosima :)
Jack Bristow (17.05.2006, 22:56): Original von Cosima Es bedarf wohl keiner weiteren Einführung, deshalb gleich zu einer Aufnahme, die mir sehr am Herzen liegt: Zino Francescatti und Robert Casadesus (1961) mit den Sonaten Nr. 4, 6, 7 und 8. Im Thread über das Beethoven-Violinkonzert fiel ja bereits der Name dieses Geigers. Für mich sind diese beiden Künstler kongeniale Kammermusik-Partner. Francescatti mit seinem strahlenden, fast heiteren Violinspiel (ich empfinde ihn keineswegs als „oberflächlich“, wie „ab“ eben im Beethoven-Violinkonzert-Thread anmerkte) und Casadesus’ geradlinigere, rationalere Art harmonieren perfekt miteinander, das Zusammenspiel gelingt fantastisch.
Nebenbei bemerkt: Ich starte diesen Thread nicht uneigennützig, da ich eben feststellte, dass mir die 2. Violinsonate noch immer fehlt. Für Empfehlungen wäre ich also dankbar.
Was spricht gegen alle 10 mit Casadesus/Francescatti? (scheinen leider schon wieder vergriffen zu sein... :( eine mit 5,9&10 kriegt man noch) Ich schätze als Kontrast zu deren klassischer Lesart auch die teils recht wilde von Argerich/Kremer. Sehr gutes habe ich auch über Dumay/Pires gehört, aber mich dann doch noch nicht zur Anschaffung entschließen können.
viele Grüße
J. Bristow
Zelenka (18.05.2006, 17:55): Cosima ist mir zuvorgekommen, ich hatte mir schon ein paar Notizen zu einem Faden zu Beethovens Violinsonaten gemacht, nachdem es anderswo im Forum um eine diesbezügliche Anschaffungsempfehlung gegangen war (statt Sonaten ist dann offenbar ein Klavier gekauft worden).
Ich weiß von Perlman/Ashkenazy (Decca) und ihren Qualitäten, aber die Zahl der Gesamtaufnahmen muß ich einigermaßen unter Kontrolle halten. Ich besitze vier:
Das Loblied auf die alte Mono-Aufnahme von Schneiderhan/Kempff habe ich anderswo schon gesungen. Schneiderhans Ton, den zumindest ich schön finde, und sein sauberes, werkdienliches Spiel machen Freude. Ein bißchen mehr Feuer und Expressivität würde man sich stellenweise wünschen. Die Aufnahme ist keinesfalls schlecht für die Zeit. Ähnliches gilt für Grumiaux/Haskil. Menuhin/Kempff habe ich nur wegen des Pianisten angeschafft. (Flegelhafterweise hat Menuhin irgendwann gesagt, dass er die Sonaten lieber mit Glenn Gould aufgenommen hat …) Die Version ist gut, aber nicht überragend und bestimmt nicht Perlman/Ashkenazy vorzuziehen. (An Zugaben enthält sie noch 12 Variationen über "Se vuol ballare" aus Mozarts "Le Nozze di Figaro" WoO 40 und das Rondo WoO 41.) Kremer/Argerich sind erwartungsgemäß brilliant, möglicherweise auch zu brilliant. Hier wird mit Risiko gespielt, und manchmal ist man untereinander auch nicht ganz einer Meinung. Eine Gesamtaufnahme, zu der man vielleicht auch eine etwas "normalere" Alternative besitzen sollte. Kremers etwas rohes, zerhacktes Spiel und sein mich keineswegs betörender Geigenton sind für mich etwas problematisch. Ähnliche Expressivität und Risikobereitschaft (und ein angenehmeres Geigenspiel) findet man auch bei Messiereur/Bogunia, die auch noch ganz exzellent aufgenommen sind. (Messiereur war der Primarius im alten Talich-Quartett.) Für mich eine oder sogar die Spitzenempfehlung:
Ab EUR 19.04 (Tagespreis) via amazon.de. Ich werde wohl selbst meiner Empfehlung folgen, weil ich bislang nur die dritte von 3 CDs aus diesem Zyklus besitze.
Gruß,
Zelenka
Carola (18.05.2006, 19:51): Original von Zelenka
... (statt Sonaten ist dann offenbar ein Klavier gekauft worden).
Gruß,
Zelenka
Ich bekenne mich schuldig. :D :D :D
In der Tat, die Gesamtaufnahme der Violinsonaten (und nicht nur die) muss jetzt noch ein wenig warten.
Bis dahin bin ich ganz gut bedient mit dieser Aufnahme der Sonaten 1 - 6 von 1973.
Das Spiel von Zukermann/Barenboim gefällt mir allerdings besser. Vor allem den Geigenton von Menuhin mag ich bei dieser CD nicht - zu hart und trocken.
findet Carola
Cosima (18.05.2006, 20:06): Weil ich sie gerade höre, kann ich sie auch gleich hier erwähnen:
http://www.wom.de/image/cover/front/0/4593368.jpg
Live-Aufnahme der Sonaten Nr. 1, 3 und 10 aus 1970, Moskau. Es ist jammerschade, dass die Klangqualität so schlecht ist, Richter und Oistrakh machen das nämlich sehr gut. Schönes Zusammenspiel, ausdrucksstark sowieso. Gefällt mir.
Kennt jemand die älteren Aufnahmen (1949/53) mit Francescatti und Casadesus, die bei dem seltsamen Label „Biddulph“ erschienen sind? Eine Gesamtaufnahme möchte ich eigentlich nicht, obwohl Zelenkas Tipp interessant zu sein scheint.
Noch ein paar Bemerkungen zur Kreutzer-Sonate, die Ambitionen hat, über die Kammermusik hinauszugehen ("Sonata scritta in un stilo molto concertante quasi come d'un concerto"). Ich erspare mir Anekdoten zur Änderung des Widmungsträgers oder zur Bedeutung der Sonate in der Literatur (z.B. bei Tolstoi).
Zuerst eine Anthologie (3 CDs) mit älteren Aufnahmen der Frühlings- und Kreutzersonate, die ich leider, leider nicht besitze (mit etwa EUR 50 nicht billig), aber auf die vielleicht hingewiesen werden sollte. Zwei CDs sind der Kreutzer-Sonate gewidmet:
Ludwig van Beethoven 1-3 Violin Sonata No. 9 in A major, Op. 47 "Kreutzer" 33:09 1 I Adagio sostenuto - Presto 10:59 2 II Andante con variazioni 13:44 3 III Finale: Presto 8:26 Fritz Kreisler (violin), Franz Rupp (piano) London, Abbey Road, EMI Studio No. 3, 19 June 1936 Source: HMV DB 3071/3074 Matrix: 2EA 3705-1, 3706-3, 3707-1, 3708-1, 3709-1, 3713-2, 3714-1, 3715-1 4-6 Violin Sonata No. 9 in A major, Op. 47 "Kreutzer" 30:53 4 I Adagio sostenuto - Presto 11:12 5 II Andante con variazioni 12:41 6 III Finale: Presto 7:00 Georg Kulenkampff (violin), Wilhelm Kempff (piano) Berlin, Gramophone Studios, May 1935 Source: Polydor 516.622/624 Matrix: 5051/2, 5061/2, 5071/2, 5081/2, 5091/2, 5181/2, 5191/2, 5201/2gs CD 3 - 58:37 Ludwig van Beethoven 1-3 Violin Sonata No. 9 in A major, Op. 47 "Kreutzer" 30:05 1 I Adagio sostenuto - Presto 11:21 2 II Andante con variazioni 12:19 3 III Finale: Presto 6:25 Joseph Szigeti (violin), Béla Bartók (piano) Washington, D.C., Library of Congress, Coolidge Auditorium, 13 April 1940 Source: Live recording 4-6 Violin Sonata No. 9 in A major, Op. 47 "Kreutzer" 28:32 4 I Adagio sostenuto - Presto 10:18 5 II Andante con variazioni 11:42 6 III Finale: Presto 6:32 Adolf Busch (violin), Rudolf Serkin (piano) New York, Liederkranz Hall, 12 December 1941 Source: Columbia set MM-496 Matrix: XCO 31974-1, 31975-1, 31976-1, 31977-2, 31978-1, 31979-1, 31980-1, 31981-1 Ich bin ein wenig erstaunt, daß Huberman/Friedman nicht aufgenommen worden sind ...
Was sollten die Kriterien sein, um hier die Spreu vom Weizen zu trennen? Meine sind einmal die Forderung, daß der Pianist nicht nur Begleiter ist, sondern vor allem Interpret, und dann emotionales Spiel bis zur fast besinnungslosen Raserei. Trotz wunderschönem Spiel fliegen Kulenkampff/Kempff sofort raus, ebenfalls Oistrakh/Oborin (der Begleiter ist wirklich nur Begleiter) und Schneiderhan/Seemann. Taschner/Gieseking (in mäßiger Aufnahmequalität) dürfen einen Moment bleiben, müssen aber vor allem wegen des dümpelnden Mittelsatzes doch gehen. Es bleiben Zehetmair/Frager und Messiereur/Bogunia. Von oben aus der Abteilung Gesamtausgaben kommen Kremer/Argerich hinzu. Am meisten halte ich von Zehetmair (ich stehe mit dieser Meinung kaum alleine), aber das Broadwood-Hammerklavier, das Frager spielt, wird viele sehr stören. Mich stört es nicht, und die Aufnahme sorgt recht gut dafür, daß der Flügel nicht, wie zu befürchten, akustisch untergeht. Zu den Meriten der beiden anderen Paarungen s.o.
Der Tagespreis der Messiereur/Bogunia-Gesamtaufnahme (s.o.) beträgt incl. Porto nicht EUR 19.04, sondern 16.04. Spitzenqualität zum Naxos-Preis.
Gruß,
Zelenka
Cosima (19.05.2006, 15:25): Original von Zelenka Oistrakh, Oborin (1953) 724358684124
Hallo Zelenka,
danke für Deine ausführlichen Hinweise!
Mit dem o.g. Duo besitze ich auch die "Kreutzer-Sonate" Nr. 9, auch aus 1953. Sie befindet sich bei mir auf der "Introuvables-Box" von Oistrakh, ich werde sie mir nachher noch einmal anhören. Im Rondo-Archiv wird aber auf eine jüngere Einspielung aus 1962 hingewiesen, die wohl legendär sein soll:
Sie scheint nicht mehr erhältlich zu sein, ein Exemplar wird noch bei amazon zum Preis von rund 140,00 Euro angeboten. :(
Kennt jemand diese Aufnahme?
Gruß, Cosima
Cosima (19.05.2006, 15:31): Und wo wir gerade bei der Kreutzer-Sonate sind... ich schrieb es bereits im Ashkenazy-Thread, deshalb noch einmal der Hinweis:
Diese herrliche Aufnahme der zwei Beethoven-Violinsonaten mit Ashkenazy und Perlman kann unbedingt empfohlen werden. Ashkenazys klares Klavierspiel und Perlmans brillantes Violinspiel harmonieren nicht nur perfekt miteinander, auch die Abstimmung untereinander ist großartig!
Gruß, Cosima :)
Zelenka (19.05.2006, 15:41): Original von Cosima Original von Zelenka Oistrakh, Oborin (1953) 724358684124
Hallo Zelenka,
danke für Deine ausführlichen Hinweise!
Mit dem o.g. Duo besitze ich auch die "Kreutzer-Sonate" Nr. 9, auch aus 1953. Sie befindet sich bei mir auf der "Introuvables-Box" von Oistrakh, ich werde sie mir nachher noch einmal anhören. Im Rondo-Archiv wird aber auf eine jüngere Einspielung aus 1962 hingewiesen, die wohl legendär sein soll:
Sie scheint nicht mehr erhältlich zu sein, ein Exemplar wird noch bei amazon zum Preis von rund 140,00 Euro angeboten. :(
Kennt jemand diese Aufnahme?
Gruß, Cosima
Müßte eine Auskopplung aus der Gesamtaufnahme der beiden sein. Letztere scheint derzeit nicht lieferbar zu sein.
J.D.Z.
Ganong (19.05.2006, 16:37): Lieber Zelenka ,
die GA war noch in 2005 bei "Saturn" Düsseldorf erhältlich !
"ab" unser Musikfreund hier im Forum hat an anderer Stelle diese Einspielung meiner Meinung nach zu recht als die Aufnahme besprochen .
Dem kann ich nur ohne Einschränkung zustimmen .
Ein Wort zu Francecatti / Casadesus . ich schätze Francescatti ganz ausserordentlich als grossen Geigenvirtuosen und Künstler . I. Perlman hat ihn in seiner mehrfach wiederholten TV - Sendung als einen der ganz Grossen ( neben Heifetz und D. Oistrach , der in deutschland seltsamerweise kaum positive Kritiken bekommen hat ; etwa FonoForum , Rondo u.a. ) bezeichnet . Casadesus hat mich , offen gesagt , nie begeistern können . Sein Schumann- u n d Chopin - Spiekl ist völlig unterkühlt ; jedenfalls in den Aufnahmen , die ich kenne .
Diese GA ist nicht nur bei dem Hochpreislabel "Biddulph" erschienen , sondern es geab sie auch in einem Second-hand-CD-laden in der Düsseldorfer Oststrasse vor einigen jahren wiederholt . Soweit ich mich erinner bei CBS / Sony als CDs .
Wegen Zino Francescattis herrlichem Spiel sicherlich viel mehr als ein geheimtipp !
Viele Grüsse , Frank
Zelenka (19.05.2006, 16:43): Original von Ganong Lieber Zelenka ,
die GA war noch in 2005 bei "Saturn" Düsseldorf erhältlich !
Viele Grüsse , Frank
Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben. Nehme an, Philips wird die Gesamtausgabe noch mal herausbringen, bevor das Copyright verfällt ...
Gruß,
Zelenka
Cosima (19.05.2006, 19:46): Original von Ganong Diese GA ist nicht nur bei dem Hochpreislabel "Biddulph" erschienen , sondern es geab sie auch in einem Second-hand-CD-laden in der Düsseldorfer Oststrasse vor einigen jahren wiederholt . Soweit ich mich erinner bei CBS / Sony als CDs .
Entweder sind die Angaben falsch oder es handelt sich um verschiedene Aufnahmen. Die „Biddulph“-Aufnahmen sind aus 1949/53. Ich besitze eine CD (Sony), die in Paris, 1961, aufgenommen wurde. Sie enthält die Sonaten Nr. 4, 6, 7 und 8. Ein Cover im Internet finde ich nicht, was sehr schade ist, denn Casadesus ist dort zu sehen, wie er die Hände am Klavier hat, dabei hat er eine Zigarette im Mund. Sehr französisch…
Und ja: Francescattis Violinspiel hat etwas Betörendes. Er spielt so frisch und voller Leuchtkraft, ganz fantastisch!
Gruß, Cosima
Jack Bristow (19.05.2006, 23:46): Original von Cosima Entweder sind die Angaben falsch oder es handelt sich um verschiedene Aufnahmen. Die „Biddulph“-Aufnahmen sind aus 1949/53. Ich besitze eine CD (Sony), die in Paris, 1961, aufgenommen wurde. Sie enthält die Sonaten Nr. 4, 6, 7 und 8. Ein Cover im Internet finde ich nicht, was sehr schade ist, denn Casadesus ist dort zu sehen, wie er die Hände am Klavier hat, dabei hat er eine Zigarette im Mund. Sehr französisch…
Ja, es gibt eine Stereo-Gesamtaufnahme, bis vor kurzen bei Sony oder Sony France erhältlich (ich habe sie vielleicht vor 4 Jahren oder so gekauft; ein amazon-Anbieter will dreiste 66 EUR!) Die Essential Classics hat Amazon angeblich. Mit dieser hättest Du dann immerhin alle Sonaten bis auf die ersten 3 (und auch das ließe sich zur Not regeln... :ignore :engel )
Cosima (20.05.2006, 07:49): Original von Jack Bristow Ja, es gibt eine Stereo-Gesamtaufnahme, bis vor kurzen bei Sony oder Sony France erhältlich
Hallo Jack,
ja, die Stereo-Aufnahme meine ich! Ich wusste nicht, dass es auch eine spätere Gesamtaufnahme gibt. Ich habe mir jetzt die von Dir rechts gezeigte Einzel-CD bei amazon bestellt, ein Exemplar war noch günstig zu bekommen. Vielen Dank für den Hinweis!
Nun fehlen in der Tat noch die ersten drei Sonaten, vorrangig aber die zweite, von der ich noch gar keine Aufnahme besitze. Es müssen ja nicht unbedingt Casadesus und Francescatti sein.
Viele Grüße, Cosima
Cosima (20.05.2006, 08:48): Kennt jemand die Gesamtaufnahme aus 1966/67 mit Josef Suk und Jan Panenka? Was ist davon zu halten?
erst mal herzlichen dank an Cosima für diesen so wichtigen thread ! :beer
neben den sonaten für 'cembalo' und klavier von js bach gehören IMO die werke dieser gattung des ludwig van beethoven zum großartigsten hinsichtlich ideenreichtum, ausdrucksvielfalt und gesamtgröße des werks.
die sonaten op. 12 nr. 1-3 sie erschienen 1798 in wien und sind a. salieri gewidmet. die dreisätzigen werke sind vom dialog zwischen klavier und violine geprägt. den Zeitgenossen beethovens gingen die oft spontan klingenden dynamischen und harmonischen wechsel zu weit.
sonate nr. 1 in d-dur, op. 12 nr. 1 allegro con brio tema con variazioni. andante con moto rondo. allegro
sonate nr. 2 in a-dur, op. 12 nr. 2 allegro vivace andante più tempo di allegretto allegro piacevole
sonate nr. 3 in es-dur, op. 12 nr. 3 allegro con spirito adagio con molt'espressione rondo. allegro molto
sonate nr. 4 a-moll op.23 Presto Andante scherzoso, piu allegretto Allegro molto
Wie die frühlingssonate komponierte Beethoven diese sonate im jahre 1800 und widmete sie dem grafen moritz von fries. Besonders mag ich das dramatische finale, einem großangelegten rondo mit einem schwermütig angehauchten refrain und einer aufsteigenden lyrischen melodie.
sonate nr. 5 in f-dur, op. 24, 'frühlingssonate' allegro adagio molto expressivo scherzo: allegro molto rondo: allegro ma non troppo
gewidmet dem grafen von fries. sie ist das neben der kreutzer-sonate bekannteste werk beethovens dieser gattung. der beiname dieses 1801 komponierten werks rührt von der leichten und freudigen stimmung, mit der bereits der erste satz beginnt. dieser satz ist ein zwiegespräch zweier gleichwertiger partner mit einem humorvollem seitenthema. auch der zweite satz, bei dem die violine das zauberhafte thema erst im zweiten takt zur eher düsteren, zurückhaltenden klavierbegleitung erklingen lässt, sowie das lebendige scherzo mit dem polternd-furiosen trio machen die sonate zu einem der populärsten Kammermusikwerke überhaupt.
sonate nr. 6 a-dur op.30 nr. 1 allegro adagio allegretto con variazioni
sonate nr. 7 c-moll op.30 nr. 2 allegro con brio adagio cantabile scherzo. allegro finale. allegro
sonate nr. 8 g-dur op.30 nr. 3 allegro assai tempo di minuetto, ma molto moderato e grazioso allegro vivace
die drei sonaten op.30 wurden zwischen januar und mai 1802 erstmalig skizziert (das jahr des heiligenstädter testaments) und erschienen im mai 1803, wurden zar alexander I. von russland gewidmet. alleine schon diese trias hätte genügt, diese gattung für die ewigkeit zu erhalten. dass diese werke ‚für das pianoforte mit begleitung einer violine’ ausgeführt sind, ist dem hörer klar vermittelt. dem pianisten kommt eine wesentliche rolle zu. Ich meine sogar, dass die klasse des pianisten noch entscheidender ist als die des geigers. eine meiner beiden lieblingssonaten ist die c-moll op.30 nr.2.
sonate Nr. 9 in A-Dur, op. 47 ‚kreutzersonate’ adagio sostenuto – presto andante con variazioni finale. Presto
rodolphe kreutzer, der die besagte sonate ablehnte
sie wurde 1803 komponiert und gewidmet dem französischen violinisten rodolphe kreutzer (1766 - 1831). das werk ist charakterisiert durch virtuosität, überraschende modulationen und weite melodische bögen. wegen seiner klangfülle (die violine beginnt mit einem mehrstimmigen solo) ist es auch in größeren konzertsälen aufführbar und erfreut sich großer beliebtheit.
diese letzte sonate wurde 1812 kompiniert, also 9 jahre nach op.47, und 1816 publiziert. am 29. dezember 1812 wurde sie erstmalig beim fürsten lobkowitz aufgeführt, durch erzherzog rudolph, dem das werk gewidmet ist, und dem französischen geigenvirtuosen pierre rode. für mich ist diese sonate der gipfel. insbesondere der zweite satz sucht seinesgleichen bezogen auf das singende choralähnliche thema !
gruß, siamak :engel
AcomA (20.05.2006, 15:17): hallo,
so, nun zu meinen erfahrungen mit einspielungen. selbstverständlich hatte ich damals zuerst die frühlings- und kreutzersonate kennengelernt, mit der interpretation wilhelm kempffs und yehudi menuhins bei der DG. es folgten die sonaten c-moll op.30 nr.2 und g-dur op.96 mit demselben team ! ich halte diese interpretationen für jahrhunderteinspielungen ! das mag manchen verwundern, da beide zu diesem zeitpunkt nicht mehr im vollbesitz ihrer instrumentellen potenz waren. aber was hoch wiegt: die ganze lebenserfahrung und menschenliebe dieser musiker überträgt sich auf den hörer, pures glück ! :down
insbesondere die innigkeit und schwerelosigkeit des zweiten satzes der letzten sonate wird IMO nur noch von einem weiteren duo erreicht: glenn gould und yehudi menuhin !
als gesamtaufnahme kann ich engagiert noch diejenige empfehlen mit isaac stern und eugene istomin. istomin ist zwar ein eher solider pianist, spielt aber sehr gewissenhaft und durchaus mit vehemenz. die stärke liegt bei isaac stern, der geradezu einen sprechgesang mit der geige formuliert, sehr variantenreicher strich ! außerdem ist die aufnahmequalität hier (teils DDD) vorzüglich.
die gesamtaufnahme von lew oborin (lehrer von vladimir ashkenazy !) und david oistrach (philips) habe ich auch. sie ist ebenfalls wunderbar. bei oistrach liegt man ja immer richtig. die phrasierung ist hier klassisch und mit eher schlankem ton. lupenreine intonation. einziger wehrmutstropfen ist das ziemlich trockene und pedallose spiel oborins. eine gewisse neutralität stellt sich ein.
abschließend rate ich zu einer gewaltigen interpretation zweier junger virtuosen und musiker gleichermaßen hin, die sonatentrias op. 30 haben sie aufgenommen bei oehms classics. sie haben übrigens alle sonaten live im konzert aufgeführt. und das hört man ! alfredo perl und benjamin schmid. alle facetten des beethovenschen ausdrucks werden präsentiert. und das perl ein famoser beethovenkenner ist, war ja bekannt. top of the top !
http://www.jpc.de/image/cover/front/0/6596031.jpg
gruß an alle beethoven-freunde, siamak :engel
Cosima (20.05.2006, 15:23): Original von AcomA erst mal herzlichen dank an Cosima für diesen so wichtigen thread !
Und ein herzliches Dankeschön an Dich für die wichtigen und so schön dargebotenen Erläuterungen! :beer
Die letzte Sonate, die Du hervorhebst, liegt mir leider nur mit Richter/Oistrakh vor. Ich sage "leider", weil die Klangqualität so miserabel ist.
Kempff/Menuhin würde mich nun auch interessieren.
Gruß, Cosima
ab (21.05.2006, 17:36): Danke für diesen Hinweis! Kannst Du auch die Einspielung seiner Mozart-Sonaten genauso empfehlen?
Beide möchte ich mir unbedingt anhören.
Zelenka (21.05.2006, 18:01): Original von ab Danke für diesen Hinweis! Kannst Du auch die Einspielung seiner Mozart-Sonaten genauso empfehlen?
Beide möchte ich mir unbedingt anhören.
Lieber ab:
Die Mozart-Violinsonaten mit Messiereur sind mindestens genauso empfehlenswert. Zugreifen und zuhören!
Gruß,
Zelenka
Carola (26.07.2006, 22:44): Ich höre jetzt seit Stunden dieser Gesamtaufnahme von Beethovens Violinsonaten mit Pires/Dumay zu:
http://www.jpc.de/image/cover/front/0/6078941.jpg
Einen Teil dieser Sonaten höre ich überhaupt zum ersten Mal, da ist es natürlich nicht möglich, Vergleiche mit anderen Aufnahmen anzustellen.
Da ich aber eine ganze Reihe anderer CDs mit diesem Duo besitze, kann ich in dieser Hinsicht sehr wohl vergleichen.
Aus meiner Sicht gibt es bei Dumay/Pires-Aufnahmen zwei Risiken. Zum einen der breite und warme Geigenton von Dumay, der manchmal dazu neigt, vom sahnigen ins schmalzige abzugleiten. Zweitens die Frage der Balance zwischen Geige und Klavier, ganz problematisch zum Beispiel bei den Brahms-Klaviertrios, bei denen Pires von Dumays Geigenton und teilweise auch Wangs Cello geradezu erdrückt wird und für mein Gefühl viel zu zurückhaltend agiert.
Beide "Risiken" sind hier nicht verwirklicht. Die beiden spielen wunderbar organisch und ausbalanciert miteinander, Dumays Ton ist zwar warm und voll aber dabei trotzdem sehr klar, beweglich und expressiv. Und Pires spielt ebenfalls großartig, zart und filigran und dann auch wieder energisch und kraftvoll. Genau das fehlt mir bei den Brahms-Klaviertrios an vielen Stellen.
Trotzdem, die von Zelenka geforderte "wilde Raserei" dürfte bei anderen Interpreten letztlich doch besser aufgehoben sein, das entspricht nach meinem Eindruck einfach nicht dem Naturell der beiden. Dafür "singen" sie unglaublich schön in den innigen, langsamen Sätzen, beispielsweise im zweiten Satz von op. 12, Nr. 2, den ich gerade anhöre Aber auch die "wilderen" Passagen gefallen mir ganz außerordentlich und sind für Pires/Dumay-Verhältnisse geradezu rasant.
Soweit von Carola.
Carola (27.07.2006, 13:44): Einen Wermutstropfen hat die oben gezeigte Gesamtaufnahme der Violinsonaten mit Pires/Dumay allerdings und das ist die Verpackung. Wenn man bedenkt, dass diese Box mit drei CDs hier in Deutschland circa 53 Euro kostet, gehört schon eine gehörige Portion Frechheit dazu, als Verpackung eine Pappschachtel zu wählen, die inzwischen nicht mal mehr Brillant Classic verwendet.
Das wäre für sich genommen noch nicht wirklich schlimm, richtig problematisch ist aber, dass die CD´s in Papierlaschen stecken, aus denen man sie nur mit Mühe heraus bekommt; ähnlich wie bei Harnoncourts-Aufnahme von Bachs Matthäuspassion. Besonders gut tut es den CDs sicherlich nicht, wenn man sie jedesmal mehr oder weniger mit Gewalt aus der Hülle zerren muss.
Mit Gruß von Carola
Zelenka (27.07.2006, 17:30): Original von Carola
Trotzdem, die von Zelenka geforderte "wilde Raserei" dürfte bei anderen Interpreten letztlich doch besser aufgehoben sein, das entspricht nach meinem Eindruck einfach nicht dem Naturell der beiden. Soweit von Carola.
"motionales Spiel bis zur fast besinnungslosen Raserei" habe ich nur für einen Satz der Kreutzer-Sonate gefordert. Anderswo darfs gern etwas beschaulicher zugehen. Zumal bei dieser Schwüle.
Gruß,
Zelenka
Carola (27.07.2006, 18:44): Lieber Zelenka,
bitte entschuldige, ich hätte Dich natürlich korrekt zitieren müssen.
Auf welchen Satz der Sonate beziehst Du Deine Forderung nach emotionalem Spiel bis zur fast besinnungslosen Raserei denn? Auf den 1. oder den 3. Satz?
fragt Carola
Zelenka (27.07.2006, 18:51): Original von Carola Lieber Zelenka,
bitte entschuldige, ich hätte Dich natürlich korrekt zitieren müssen.
Auf welchen Satz der Sonate beziehst Du Deine Forderung nach emotionalem Spiel bis zur fast besinnungslosen Raserei denn? Auf den 1. oder den 3. Satz?
fragt Carola
Liebe Carola:
O je, ich war wieder zu pedantisch! :) Die Raserei sollte vorallem im Presto des ersten Satzes ausbrechen.
Beste Grüße,
Zelenka
Carola (27.07.2006, 19:33): Original von Zelenka
Die Raserei sollte vorallem im Presto des ersten Satzes ausbrechen.
Beste Grüße,
Zelenka
Das werde ich mir jetzt gleich noch mal in der Pires/Dumay-Aufnahme anhören. Mein Musikführer spricht im Hinblick auf den ersten Satz von einem virtuosen Figurensturm.
Mit Gruß von Carola
Zelenka (27.07.2006, 19:51): Original von Carola
Das werde ich mir jetzt gleich noch mal in der Pires/Dumay-Aufnahme anhören. Mein Musikführer spricht im Hinblick auf den ersten Satz von einem virtuosen Figurensturm.
Mit Gruß von Carola
Der "virtuose Figurensturm" trifft sehr gut, was im ersten Satz passieren kann oder soll!
Gruß,
Zelenka
ab (27.07.2006, 21:03): Original von Zelenka
"motionales Spiel bis zur fast besinnungslosen Raserei" habe ich nur für einen Satz der Kreutzer-Sonate gefordert.
Wer die Kreutzer-Sonate von Thomas Zehetmair noch nie gehört hat, hat die Kreuzer-Sonate noch überhaupt nie gehört: (!!!!)
Zelenka (28.07.2006, 12:01): Original von ab Original von Zelenka
"motionales Spiel bis zur fast besinnungslosen Raserei" habe ich nur für einen Satz der Kreutzer-Sonate gefordert.
Wer die Kreutzer-Sonate von Thomas Zehetmair noch nie gehört hat, hat die Kreuzer-Sonate noch überhaupt nie gehört: (!!!!)
Einverstanden! Ich habe Zehetmairs Version weiter oben auch schon empfohlen.
Gruß,
Zelenka
ab (04.08.2006, 13:27): Original von Zelenka Trotz wunderschönem Spiel fliegen Kulenkampff/Kempff sofort raus, ebenfalls Oistrakh/Oborin (der Begleiter ist wirklich nur Begleiter)
Erstaunlich: Ich fand bei Oistrach/Oborin gerade Oborin sogar noch besser als Oistrach in ihrer kammermusikalischen klassisch-direkten Art: gerade weil es schier unglaublich ist, was er alles mit wenig Pedaleinsatz machen kann! Hier habe ich nie den Eindruck, einer sei "nur" Begleiter. solches Zusammenspiel finde ich phantastisch - auch wenn mir längst nicht alles gleich gut gefällt: dies ist auch dann eine absolute Referenzaufnahme, wenn sie vielen zu intim - Siamak spricht von "neutralität" - erscheinen wird! Nicht nur für ihre Zeit ist deren "trockener" Zugriff ein sehr ungewöhnlicher. Wer einen dramatischen Zugriff sucht, wird natürlich genauso enttäuscht sein müssen, wie jene, die nach sehr viel Gestaltung sucht.
Zelenka (07.08.2006, 17:27): Original von ab Original von Zelenka Trotz wunderschönem Spiel fliegen Kulenkampff/Kempff sofort raus, ebenfalls Oistrakh/Oborin (der Begleiter ist wirklich nur Begleiter)
Erstaunlich: Ich fand bei Oistrach/Oborin gerade Oborin sogar noch besser als Oistrach in ihrer kammermusikalischen klassisch-direkten Art: gerade weil es schier unglaublich ist, was er alles mit wenig Pedaleinsatz machen kann! Hier habe ich nie den Eindruck, einer sei "nur" Begleiter. solches Zusammenspiel finde ich phantastisch - auch wenn mir längst nicht alles gleich gut gefällt: dies ist auch dann eine absolute Referenzaufnahme, wenn sie vielen zu intim - Siamak spricht von "neutralität" - erscheinen wird! Nicht nur für ihre Zeit ist deren "trockener" Zugriff ein sehr ungewöhnlicher. Wer einen dramatischen Zugriff sucht, wird natürlich genauso enttäuscht sein müssen, wie jene, die nach sehr viel Gestaltung sucht.
Lieber ab:
Möglicherweise reden wir hier von zwei verschiedenen Aufnahmen der Kreutzer-Sonate: Ich hatte weiter oben die EMI-Aufnahme von 1953 gemeint, Du meinst vielleicht die bei Philips erschienene Version innerhalb der GA der Sonaten.
Gruß,
Zelenka
ab (07.08.2006, 17:36): Original von Zelenka
Möglicherweise reden wir hier von zwei verschiedenen Aufnahmen der Kreutzer-Sonate: Ich hatte weiter oben die EMI-Aufnahme von 1953 gemeint, Du meinst vielleicht die bei Philips erschienene Version innerhalb der GA der Sonaten.
richtig: ich meinte die GA bei Philips. Von einer EMI-Einspielung habe ich bislang noch nie etwas gehört.
Cosima (11.08.2006, 16:43): Original von Zelenka Original von ab Original von Zelenka
"motionales Spiel bis zur fast besinnungslosen Raserei" habe ich nur für einen Satz der Kreutzer-Sonate gefordert.
Wer die Kreutzer-Sonate von Thomas Zehetmair noch nie gehört hat, hat die Kreuzer-Sonate noch überhaupt nie gehört: (!!!!)
Einverstanden! Ich habe Zehetmairs Version weiter oben auch schon empfohlen.
Auch einverstanden!
Ich legte die CD heute erstmalig in den Player und war nach wenigen Minuten vollkommen perplex! Ich dachte nicht, dass man mit soviel Leidenschaft und Hingabe die Kreutzer-Sonate spielen könne! Es war tatsächlich so, als hörte ich diese Sonate zum ersten Mal richtig und so, wie ich es mir wünsche. Ich bin vollkommen vernarrt in den 1. Satz, der in dieser Interpretation definitiv zu den „Wahnsinnsszenen“ gehört! :down Ich weiß nicht, wie ich charakterisieren soll, was ich hier höre: Vielleicht trifft es „empfindsame Ungestümtheit“ in etwa. Thomas Zehetmair spielt absolut hinreißend! Er erinnert mich dem Wesen nach - also was die Unbekümmertheit, den jugendlichen Überschwang, die Ausdruckskraft und zugleich die technische Souveränität angeht – an Zacharias und seine Interpretation der Davidsbündlertänze!
Vielen Dank an Zelenka und ab für diesen wertvollen Hinweis! Die CD ist grandios! Leider ist sie derzeit nur als Gebrauchtware erhältlich, dennoch: Unbedingt die Augen danach offen halten … und staunen!
Begeisterte Grüße, Cosima
ab (11.08.2006, 20:53): Original von Cosima
Die CD ist grandios! Begeisterte Grüße, Cosima
Nur vorsicht: man sollte sie in Maßen genießen! Nach der Anfangsbegeisterung kann ich sie nicht viel öfter als ein zwei Mal das Jahr aushalten: dann aber richtig. sScher eine Sternstunde der Schallplattengeschichte in Hinsicht "Voll-Risiko" (Mir fällt hier das hochdramatische Schumann-Trio mit Richter bei LiveClassics sonst noch ein).
Cosima (18.08.2006, 20:54): http://www.jpc.de/image/cover/front/0/4551593.jpg Violinsonaten Nr. 4 & 7 + Variationen WoO 40 über "Se vuol ballare" aus "Le nozze di Figaro" für Violine & Klavier Daniel Sepec (Violine), Andreas Staier (Pianoforte)
Hier nun eine Aufnahme der Beethoven-Violinsonaten Nr. 4 (op. 23) und 7 (op. 30/2), die ich erst heute erwarb, die ich aber gleich unbedingt empfehlen möchte. Zuletzt war ich von der Zehetmair/Frager-Aufnahme begeistert, jetzt bin ich ebenso angetan von dieser Aufnahme. Sie ist natürlich ganz anders als die Zehetmair-Aufnahme (leider auch nicht direkt vergleichbar, da es sich um andere Werke handelt); die Künstler spielen auf Originalinstrumenten, d.h. klanglich gibt es Unterschiede. Die Interpretation ist transparent und schnörkellos, die Details sind wunderschön herauszuhören. Aber am Herrlichsten finde ich die Innigkeit und Musizierfreude, die jederzeit spürbar sind, und die Harmonie zwischen den beiden - gleichberechtigt agierenden - Künstlern! Das ist Beethoven für mich, so muss er klingen in meinen Ohren! Mit ganz großer Leidenschaft und Hingabe wird hier musiziert!
Man hört gelegentlich ein leichtes Schnaufen, wahrscheinlich des Geigers. Mich stört das nicht, im Gegenteil: Es verleiht dem Ganzen einen sehr intimen Charakter.
Meiner Meinung nach ist diese Einspielung ein ganz großer Wurf! Fantastisch! :down
Gruß, Cosima
AcomA (21.08.2006, 19:44): hallo,
habe nun die möglichkeit gehabt, die schon legendäre aufnahme von beethovens sog. 'kreutzer'-sonate, a-dur op.47 mit t. zehetmair und m. frager zu hören. sie ist tatsächlich etwas ganz besonderes. insbesondere der geiger spielt im ersten satz kompromisslos. aus diesem anlass rekapitulierte ich die anderen aufnahmen.
erstaunlich, es gibt ein gespann, dass in vergleichbarer weise mit vehemenz und 'con fuoco' zu werke geht: isaac stern und eugene istomin. die aufnahme stammt aus dem jahre 1983. das hätte ich dem alten stern gar nicht so zugetraut. auch der variationssatz und das presto-finale sind ein traum. isaac stern spielt hier seine fähigkeit des 'sprechens' mit der geige voll aus und hat mit istomin zwar einen pianisten, der nicht unbedingt zur champions league gehört, aber im zusammenspiel mit stern seine grenzen im höhenflug überschreitet. gerade wie er im ersten satz mithält und motorisch drängend mit ehernem manuellen laufwerk zur seite steht, ist eine wucht.
nikolaus (13.09.2007, 22:09): Nach längerer Zeit mal wieder bewußt gehört und absolut begeistert von
http://www.jpc.de/image/w300/front/0/7463606.jpg
Ich mag einfach diese zupackende, energetische Spielweise, die troztdem die leisen und leichten Töne nicht vernachlässigt. Spannend und mitreissend :down
habe ich es überlesen? Nathan Milstein vermisse ich in diesem Thread!!!
Bei meinen vielen Kreutzer-Sonaten steht Nathan Milstein an der Spitze, sein Partner am Flügel war Artur Balsam, eine Produktion von Capitol/EMI 1950, noch auf meiner LP befand sich die G-dur Sonate op.30 Nr.3. EMI-USA hat sie vor ein paar Jahren auf CD wiederveröffentlicht, auch bei uns damals erhältlich, jetzt leider nicht mehr.
Grüße Amadé
Zelenka (15.09.2007, 14:13): Lieber Amadé:
Milsteins und Balsams Aufnahme der Kreutzer-Sonate ist derzeit in dieser Box erhältlich:
Diese Introuvables-Box ist im Sommer erschienen und bisher leider nicht weiter als auf meinen ohnehin schon überlangen Wunschzettel gekommen. Nach dieser Diskographie ist die Version allerdings erst Ende 1957 noch in Mono aufgenommen worden. Eine Frühlingssonate mit denselben Ausführenden (Andante), die ich besitze (und die mir nicht so großartig gefällt), ist dagegen schon 1950 eingespielt worden.
Bei den Kreutzer-Sonaten belegen bei mir derzeit Kogan/Gilels und immer noch Zehetmair/Frager die Spitzenplätze.
Gruß, Zelenka
Amadé (15.09.2007, 19:57): Hallo Zelenka,
Du hast recht, ich habe noch mal ins Booklet geschaut, Kreutzersonate Dez.57, op.30,3 Jan.58 und Frühlingssonate Dez.58. Op.47 und 30 Nr.3 waren auf einer LP gekoppelt, die ich noch besitze, jedoch nicht mehr benötige. Dier Frühlingssonate wurde auf der CD von 1998 dazugekoppelt. Ein Cover-Foto kann ich leider nicht liefern, da die CD nur kurz auf dem deutschen Markt war und schon nicht mehr in den Katalogen steht. Von 1950 datiert eine Vorläufer-Aufnahme von op.24 in der selben Besetzung, jetzt bei Andante erhältlich.
Hier eine Ergänzung an deinen lang zurrückliegenden Kommentar!
Ähnliches gilt für Grumiaux/Haskil. Menuhin/Kempff habe ich nur wegen des Pianisten angeschafft. (Flegelhafterweise hat Menuhin irgendwann gesagt, dass er die Sonaten lieber mit Glenn Gould aufgenommen hat …)
Sein genauer wortlaut war:
Menuhin: "Ich glaube, auf lange Sicht, fand ich bei Kempff nicht die Inspiration die ich bei Gould fand! Glenn hatte etwas mehr Mystisches. er drückte etwas aus wie die Allgegenwart Gottes!" (Quelle, "Yehudi Menuhin, the violin of the century")
Die CD's der Violinsonaten Kempff/Menuhin wollte ich vor ca. 2 Wochen bestellen und bin von Zelenkas Meinung darüber abgeschreckt worden und habs letztendlich gelassen! Werde mich allerdings selbst davon überzeugen und bald den nächsten Kaufversuch starten! Schließlich kauft man hier doch 2 geliebte Musiker auf einen Streich! :rofl Außerdem hat AcomA's Meinung über diese Einspielungen mich wieder neugierig gemacht! :J
Gruß Daniel :cool
Zelenka (21.09.2007, 17:23): Original von daniel5993 Hallo Zelenka! :hello
Hier eine Ergänzung an deinen lang zurrückliegenden Kommentar!
Ähnliches gilt für Grumiaux/Haskil. Menuhin/Kempff habe ich nur wegen des Pianisten angeschafft. (Flegelhafterweise hat Menuhin irgendwann gesagt, dass er die Sonaten lieber mit Glenn Gould aufgenommen hat …)
Sein genauer wortlaut war:
Menuhin: "Ich glaube, auf lange Sicht, fand ich bei Kempff nicht die Inspiration die ich bei Gould fand! Glenn hatte etwas mehr Mystisches. er drückte etwas aus wie die Allgegenwart Gottes!" (Quelle, "Yehudi Menuhin, the violin of the century")
Die CD's der Violinsonaten Kempff/Menuhin wollte ich vor ca. 2 Wochen bestellen und bin von Zelenkas Meinung darüber abgeschreckt worden und habs letztendlich gelassen! Werde mich allerdings selbst davon überzeugen und bald den nächsten Kaufversuch starten! Schließlich kauft man hier doch 2 geliebte Musiker auf einen Streich! :rofl Außerdem hat AcomA's Meinung über diese Einspielungen mich wieder neugierig gemacht! :J
Gruß Daniel :cool
Lieber Daniel:
Laß Dich von meinem Kommentar im Violinsonatenfaden keineswegs abschrecken!!! Kempff/Menuhin sind schon sehr gut, Siamak hat da recht, auch wenn diese Gesamtaufnahme nicht meine Spitzenempfehlung wäre. Die "Allgegenwart Gottes" bringe ich selbst allerdings nicht unbedingt mit Gould in Verbindung, aber ganz herzlichen Dank für das genaue Zitat!
Gruß, Zelenka :hello
daniel5993 (21.09.2007, 18:57): Hallo Zelenka
Zumindest hat Gould eine besondere Art, welche den Zuschauer bei seinem Spiel fesselt!
:beer
Zelenka (21.09.2007, 20:10): Original von daniel5993 Hallo Zelenka
Zumindest hat Gould eine besondere Art, welche den Zuschauer bei seinem Spiel fesselt!
:beer
Aber ich kann einfach nicht glauben, daß Gott hier im Spiel ist, lieber Daniel!
Gruß, Zelenka :hello
daniel5993 (21.09.2007, 20:19): Original von Zelenka Original von daniel5993 Hallo Zelenka
Zumindest hat Gould eine besondere Art, welche den Zuschauer bei seinem Spiel fesselt!
:beer
Aber ich kann einfach nicht glauben, daß Gott hier im Spiel ist, lieber Daniel!
Gruß, Zelenka :hello
Hallo Zelenka,
Bei Gould geb ich dir Recht! Obwohl!? Es kommt drauf an aus welcher Sicht man das sieht! Durch wen, wenn nicht durch Gott, existieren wir, haben unsere Fähigkeiten.....? Gott wäre in dieser Hinsicht immer im "Spiel"! Ist Ansichtssache oder Glaubenssache! Gehört nicht in dieses Forum! :ignore Aber in diesem Fall geb ich dir ein bisschen recht, die Aussage Menuhins ist etwas übertrieben, aber was sagt man nicht alles in der Begeisterung. Er war gerade in schwärmerischer Laune!
Gruß Daniel :beer
Zelenka (16.02.2008, 14:55): Zum ersten Mal Claudio Arrau und Arthur Grumiaux in in einem Torso von 6 der 10 Sonaten, das 1975/76 von Philips eingespielt worden ist (u.a. fehlt die Kreutzer-Sonate):
Jed Distler hat im wesentlichen recht, die beiden Solisten passen wohl wirklich nicht allzu gut zueinander. Ich hoffe jetzt auf Arrau und Szigeti (1944) mit den kompletten Sonaten (Vanguard).
Gruß, Zelenka
Gerion (19.02.2008, 07:17): Ich favorisiere Grumiaux/Haskil, diese Aufnahme hat einen Charme, eine Wärme und eine spielerische Beredtsamkeit, die mich sehr ansprechen. Obwohl ich mich von schlechten Aufnahmebedingungen schnell abschrecken lasse, höre ich diese Aufnahme sehr gern.
Und der Preis, zu dem sie zu haben ist, spricht auch für sich.
Aber ich denke, Menuhin/Kempff sollte ich mir auch anschaffen, schon allein wegen Kempff, welchen ich sehr gern höre...
Ist denn in den letzten Jahren eine neue Einspielung außer der besagten mit dem Alt-Talich-Primarius auf den Markt gekommen, weß da jemand bescheid?
Zelenka (19.02.2008, 18:09): Original von Gerion Ich favorisiere Grumiaux/Haskil, diese Aufnahme hat einen Charme, eine Wärme und eine spielerische Beredtsamkeit, die mich sehr ansprechen. Obwohl ich mich von schlechten Aufnahmebedingungen schnell abschrecken lasse, höre ich diese Aufnahme sehr gern.
Und der Preis, zu dem sie zu haben ist, spricht auch für sich.
Aber ich denke, Menuhin/Kempff sollte ich mir auch anschaffen, schon allein wegen Kempff, welchen ich sehr gern höre...
Ist denn in den letzten Jahren eine neue Einspielung außer der besagten mit dem Alt-Talich-Primarius auf den Markt gekommen, weß da jemand bescheid?
Lieber Gerion:
Haskil und Grumiaux gehen schon sehr in Ordnung, und ich freue mich natürlich, wenn Du an Kempff denkst. Aus der LP-Zeit würde ich vielleicht auch noch Ferras/Barbizet (EMI) besonders empfehlen ...
Soweit ich weiß, sind in allerjüngster Zeit keine Gesamtaufnahmen der Violinsonaten mehr erschienen, der letzte Zyklus scheint derjenige mit Pires und Dumay (DG) zu sein, der 2002 abgeschlossen wurde.
Gruß, Zelenka
Amadé (19.02.2008, 18:13): Hallo Gerion,
das Duo Kempff/Menuhin ist etwas problematisch, der Geiger kommt mir etwas starr, unflexibel daher. FAlls Du da zugreifen möchtest, bitte vorher hineinhören! WEnn Dir Kempff wichtig ist kann ich noch auf eine ältere Alternative hinweisen, die der neueren überlegen ist: Kempff/Schneiderhan auch bei DGG
bei jpc derzeit für knappe 30€ zu haben. Das KLangbild ist gutes mono 1952.
Grüße Amadé
Zelenka (22.02.2008, 14:02): Original von Zelenka
Soweit ich weiß, sind in allerjüngster Zeit keine Gesamtaufnahmen der Violinsonaten mehr erschienen, der letzte Zyklus scheint derjenige mit Pires und Dumay (DG) zu sein, der 2002 abgeschlossen wurde.
Es haben sich zwar keine Proteste hier erhoben, aber inzwischen weiß ich es besser: 2007 erschien bei Claves eine GA der Violinsonaten mit Corey Cerovsek und Paavali Jumppanen, die in Cannes einen "MIDEM Classical Award 2008" bekommen hat, also wohl nicht völlig schlecht sein kann. Leider ist sie nicht ganz billig ...
Gruß, Zelenka
Zelenka (23.02.2008, 13:00): Original von Zelenka Original von Zelenka
Soweit ich weiß, sind in allerjüngster Zeit keine Gesamtaufnahmen der Violinsonaten mehr erschienen, der letzte Zyklus scheint derjenige mit Pires und Dumay (DG) zu sein, der 2002 abgeschlossen wurde.
Und 2003 wurde auch eine GA auf Originalinstrumenten mit Cyril Huvé und Jorja Fleezanis vom Label Cyprès aufgenommen:
Sie bekam u.a. immerhin vier Sterne (von vier) in "Le Monde de la Musique", auch wenn es ab der 5. Sonate wohl nicht lebhaft genug zugeht.
Gruß, Zelenka
Tranquillo (24.02.2008, 12:25): Original von Gerion Ich favorisiere Grumiaux/Haskil, diese Aufnahme hat einen Charme, eine Wärme und eine spielerische Beredtsamkeit, die mich sehr ansprechen. Obwohl ich mich von schlechten Aufnahmebedingungen schnell abschrecken lasse, höre ich diese Aufnahme sehr gern.
Einen Favoriten habe ich noch nicht gefunden, aber Grumiaux/Haskil finde ich ebenfalls sehr ansprechend. Die Klangqualität ist für eine historische Aufnahme recht gut.
Eine Aufnahme, die nur zwei Jahre später entstand (mit deutlich besserer Klangqualität und in Stereo), ist die Gesamtaufnahme mit Wolfgang Schneiderhan/Carl Seemann:
Studio-Aufnahme der Kreutzer-Sonate vom 14./15. Mai 1951 mit Heifetz und Benno Moiseiwitsch. Heifetz dominiert hier eindeutig (und so von ihm gewollt). Es entsteht der Eindruck, als ob die Violine ein allzu schüchternes Klavier umschmeicheln würde. Dabei bestand für Moiseiwitsch nun wirklich kein Grund für scheue Zurückhaltung.
Mich würde die 1949-er Aufnahme interessieren, die zwar Moiseiwitsch gefiel, die aber Heifetz ablehnte mit der Begründung, dass die Violine nicht genug hervortreten würde. Diese von Moiseiwitsch geschätzte, seinerzeit unveröffentlichte Aufnahme wurde später auf Grundlage der Test-Pressungen herausgegeben bei APR als „Moiseiwitsch Plays Beethoven 2“ (zusammen mit dem Klavierkonzert Nr. 3 - PO, Sir Malcom Sargent, 1950).
Tolles Geigenspiel ist aber auf dieser Naxos-Aufnahme in jedem Falle zu bewundern, nur eben kein musikalisches Miteinander.
Die Klangqualität ist sehr gut, Mark Obert-Thorn hat ganze Arbeit geleistet.
Gruß, Cosima
Amadé (27.03.2013, 10:37): Mittlerweile in meiner Sammlung:
Corey Cerovsek, Violine und Paavali Jumppanen, KLavier beim Label claves. Die Aufnahmen gefallen mir ausgezeichnet, stimmige Tempi, hervorragendes Zusammenspiel, sehr gute Transparenz. In manchen langsamen Sätzen jedoch fehlt den beiden Interpreten oft noch ein gewisses Quentchen an Gestaltungskraft. Trotzdem eine überzeugende Produktion.
Gruß Amadé
Kalli (28.03.2013, 10:39): hallo,
Oistrach und Oborin wurden ja schon genannt - ich habe diese box und kann sie sehr empfehlen : http://www.amazon.de/S%C3%A4mtliche-Violinsonaten-1-10-David-Oistrach/dp/B00005ND42/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1364463281&sr=8-1
gruss
kalli
Schroeder (30.04.2013, 18:37): Grüß Gott, ich bin der Neue. Bevor ich zum Thema - eben Beethovens Violinsonaten - komme, möchte ich mich kurz im für dieses Forum relevanten Umfang vorstellen.
Interessiert habe ich mich für klassische Musik eigentlich schon immer oder zumindest immer wieder einmal, trotzdem bin ich blutiger Laie. Und erst in jüngster Zeit habe ich begonnen - auch als Ergebnis einer Suche nach einem neuen "Zeitvertreib" -, mich ein wenig intensiver damit zu befassen und vor allem eine CD-Sammlung aufzubauen, die über Sampler und "Best of"-Kompilationen hinausgeht und sich auf Qualität hinsichtlich der Interpretation aber auch der Aufnahmetechnik konzentriert.
Einen Favoriten unter den großen Meistern habe ich nicht. Dass ich mich zunächst auf Bach konzentrierte, war eher dem Zufall geschuldet, und auch dass ich mich aktuell insbesondere für Mozart und Beethoven interessiere, hat nicht - oder nicht nur - mit einem "persönlichen Ranking" zu tun; ich bin bei den beiden Herren einfach irgendwie "gelandet" (auch durch Herumstöbern in diesem Forum) und momentan dabei, mir einige ihrer Werke zuzulegen. So habe ich mir erst dieser Tage Gesamtaufnahmen der Mozartschen Violinsonaten und -konzerte sowie der Klaviersonaten und -konzerte bestellt, basierend auf Empfehlungen und Vergleichen, die ich ebenfalls diesem wunderbaren Forum entnommen habe.
Ich weiß auch, dass man hier mitunter auf Unverständnis trifft hinsichtlich der Frage, warum es denn Gesamtaufnahmen sein müssen. Ich verstehe diese Skepsis durchaus, denn Gesamtaufnahmen, die in allen Punkten auf hohem Niveau anzusiedeln sind, mögen in der Tat selten sein. Mir geht es darum, zunächst einmal z. B. alle Mozart-Violinsonaten komplett "in einem Paket" zu haben - und dann kann bzw. will ich mit zukünftigen Anschaffungen ins Detail und auf die Suche nach herausragenden Einzelaufnahmen gehen. Wobei ich gestehen muss, dass ich vom Sachverstand her noch weit davon entfernt bin, selbst beurteilen zu können, welche unter durch die Bank guten Aufnahmen die beste ist. Aber auch das ist etwas, das ich gerne lernen möchte.
So, jetzt aber zur Sache ... (Ich danke allen bis hierher Mitlesenden für ihre Geduld. :wink )
Aktuell möchte ich mir - u. a. - eine Gesamtaufnahme der Beethovenschen Violinsonaten zulegen. Zum Teil unter Zuhilfenahme dieses Forums habe ich drei Aufnahmen in die engere Auswahl genommen, als da wären:
Zu den Aufnahmen, falls jemand sich die Mühe machen möchte, den Links zu folgen: Welche davon (ich möchte mir zunächst nur eine davon zulegen) wäre zu empfehlen? Vielleicht auch im Hinblick darauf, dass es meine erste Sammlung dieser Werke wäre? Oder gibt es andere, bessere Empfehlungen? (Wobei ich ergänzen sollte, dass ich auch ein bisschen auf den Preis achte; ich würde mir z. B. keine Sammlung dieser Violinsonaten für, sagen wir mal, 50 Euro kaufen. Sooo weit bin ich - noch nicht. :wink )
Ich würde mich über Antworten bzw. Empfehlungen sehr freuen und bedanke mich schon einmal dafür! Und ich melde mich an anderer Stelle noch einmal, denn auch bei Beethovens Werken für Cello und Klavier bin ich unschlüssig, zu welcher Aufnahme ich greifen soll.
Aaaalso...: ich finde die mit Barati und Würtz mies, aber wegen Würtz, die noch immer nicht gelernt hat, dass man eine Folgevon Achtelnoten nicht wie eine Maschine spielen muss und es so etwas gibt wie Abphrasierung... da kann der Geiger dann machen, was er will.
Bei Messiereur und Bogunia scheint mir hingegen der Geiger nicht sooo der Hit, aber immerhin geben sich die beiden Mühe, schön zu musizieren. Aber diese Aufnahme würde ich schon eher nehmen.
Oistrach ist natürlich eine ältere Aufnahme, aber eine, die hörenswert ist.
Hör Dir doch mal spaßeshalber diese an: http://www.jpc.de/jpcng/classic/detail/-/art/Ludwig-van-Beethoven-1770-1827-Violinsonaten-Nr-1-10/hnum/2749039
Seiler/ Immerseel
Ich finde, die ersten Takte zeigen schon, wie hochmusikalisch das ist. Aber hier musst Du wieder das Hammerklavier mögen...
Du merkst schon, ich hab da so meine Lieblinge...
Herzlich, S A T I E
Schroeder (01.05.2013, 09:13): Gibt es hier Meinungen zu dieser Aufnahme?
Man liest andernorts durchaus Gutes darüber.
Amadé (01.05.2013, 09:43): Hier (m)eine Meinung zur Frühlingssonate, klicke unten bei www, dann weiter Beethoven-Violinsonate op.24
Gruß Amadé
Heike (01.05.2013, 09:52): Man liest andernorts durchaus Gutes darüber. Absolut berechtigt! Für mich sind die beiden das Traumpaar der aktuellen Szene. Intime, kluge Interpretationen und technisch brilliante Darbietung. Sie spielen schon lange zusammen und das merkt man. Ich hab die ganze Box und bin genauso begeistert wie Amadé (klick). Kaufen!
Schroeder (01.05.2013, 10:00): Und damit rutscht die Aufnahme für mich aus der engeren in die ganz enge Auswahl. :wink
AcomA (29.05.2016, 10:07): Hallo
Ich habe in den letzten Tagen mehrfach die Violinsonaten als GA gehört:
Isaac Stern (v) und Eugene Istomin (p) Leonidas Kavakos (v) und Enrico Pace (p).
Zu Stern/Istomin habe ich mich vor Jahren in diesem Thread ausführlich erklärt und bleibe dabei. Es ist IMO ein großer Wurf. Istomin ist ein grandioser Pianist. Hier weiche ich ab von meiner früheren Beurteilung.
Kavakos und Pace spielen ebenfalls in der obersten Liga ! Kavakos zeigt ein weites Spektrum an Phrasierungen und Strichen. Pace hat schon in seinen Duo-Auftritten mit Frank Peter Zimmermann gezeigt, welch kongenialer Partner er ist.