Beethoven - Klaviertrios

Orfeo (16.08.2006, 07:02):
Hallo,

Ich kenne die Klaviertrios von Beethoven überhaupt nicht. Da er ja doch einige davon geschrieben hat, würde ich gerne wissen, welche davon wichtig sind, wer sie gespielt hat und was zu empfehlen ist.
Jack Bristow (16.08.2006, 09:58):
Es gibt 6 "richtige Trios, dann noch einige Nebenwerke (z.B. op. 11 ursprgl. für Klarinette, Cello, Klavier)
Die bekanntesten sind das letzte Trio op.97 B-Dur "Erzherzogtrio" und das "Geistertrio" op. 70,1.
Aber eigentlich sollte man alle 6, also op.1, 1-3, op. 70, 1&2 und op.97 kennen. Der Rest ist weniger wichtig. Ich habe eine Ges.Aufn. mit dem Trio Fontenay, die ist ziemlich gut. Die frühen habe ich noch auf alten Instrumenten auf einen Virgin Duo (Castle Trio), was sehr gut zu dem stürmischen Charakter dieser frühen Werke paßt, und falls historische Aufnahmen nicht abschrecken, die Rubinstein/Heifetz/Feuermann-Einspielung des op. 97 ist zu Recht ein Klassiker.

viele Grüße

J. Bristow
Carola (16.08.2006, 10:41):
Harenberg führt folgende Werke Beethovens unter Klaviertrios auf:

- Trio Es-Dur op. 1/1

- Trio G-Dur op. 1/2

- Trio c-Moll op. 1/3

- Trio B-Dur op. 11 "Gassenhauer-Trio" - ursprünglich für Klarinette, Klavier, Cello geschrieben, von Beethoven selbst dann aber auch in eine Fassung für Violine, Klavier und Cello gebracht

- Trio D-Dur op. 70/1 "Geistertrio"

- Trio Es-Dur op. 70/2

- Trio B-Dur op. 97 "Erzherzogtrio"

Dann gibt es auch noch ein Klaviertrio ohne Opuszahl, WoO 38.

Ich besitze zwei Doppel CDs mit Aufnahmen dieser Trios, die in den Sechzigern aufgenommen wurden.


http://www.jpc.de/image/cover/front/0/4259419.jpg


http://www.jpc.de/image/cover/front/0/4259437.jpg

Es spielen Daniel Barenboim, Pinchas Zukerman und Jacqueline du Pré - mir gefallen diese Aufnahmen gut, ich kenne allerdings auch keine anderen.

Mit Gruß von Carola
Zelenka (16.08.2006, 17:47):
Ich besitze zwei Gesamtaufnahmen der Klaviertrios:

Kempff, Szeryng, Fournier ADD DG Complete Beethoven Edition 4537512
Guarneri Trio Prague DDD Praga Digitals PRD350011

Der Umfang der "Gesamtaufnahmen" schwankt, Jack Bristow hat schon auf allerlei Nebenwerke hingewiesen, zu nennen wären vielleicht noch die "Ich bin der Schneider Kakadu"-Variationen oder die Umarbeitung der zweiten Symphonie. Unbedingt empfehlenswert ist das Guarneri Trio mit lebhaftem, wohlbalanciertem Spiel in bester Aufnahmequalität. Die eigentliche Referenzaufnahme ist noch nicht genannt worden: Ashkenazy/Perlman/Harrell (EMI). Ansonsten habe ich noch das Beaux Arts Trio mit Geister-. Erzherzog- und Opus 11-Trio (Philips, analog), durchaus empfehlenswert für den, der sich auf die populären Trios mit Namen beschränken möchte.

Gruß,

Zelenka
Cosima (17.08.2006, 20:25):
Original von Zelenka
Die eigentliche Referenzaufnahme ist noch nicht genannt worden: Ashkenazy/Perlman/Harrell (EMI).

Ich kenne auch nur die bekannten Trios (Erzherzog- und Geistertrio), gespielt von Istomin/Stern/Rose (Sony). Eigentlich war ich bislang immer ganz zufrieden mit der Einspielung, liebäugele aber nun mit der o.g. Aufnahme. Andererseits bin ich auch nicht so sehr vernarrt in die Trios, aber ein paar mehr sollte man wohl schon kennen lernen. Schön sind sie ja schon…

Gruß, Cosima
Jack Bristow (17.08.2006, 21:07):
Original von Cosima
Original von Zelenka
Die eigentliche Referenzaufnahme ist noch nicht genannt worden: Ashkenazy/Perlman/Harrell (EMI).

Ich kenne auch nur die bekannten Trios (Erzherzog- und Geistertrio), gespielt von Istomin/Stern/Rose (Sony). Eigentlich war ich bislang immer ganz zufrieden mit der Einspielung, liebäugele aber nun mit der o.g. Aufnahme. Andererseits bin ich auch nicht so sehr vernarrt in die Trios, aber ein paar mehr sollte man wohl schon kennen lernen. Schön sind sie ja schon…


Ich kenne zwar Ashkenazy &Co nicht, aber warum die "Referenz" sein sollen ist mir (nach dem was ich von diesen Künstlern sonst gehört habe) schleierhaft. ?( Ich würde hier auf jeden Fall vor dem Kauf probehören! Es gibt übrigens auch von Stern &Co eine Gesamteinspielung. Ebenso natürlich BeauxArts Trio.

Das Es-Dur Trio op. 70,2 ist eines der schönsten und meistvernachlässigten Stücke von Beethoven, wohl weil das Geistertrio diesen blöden Namen hat. Ebenso ist op.1,3 c-moll ein sehr kühnes, ehrgeiziges Stück des jungen Beethoven (deswegen soll er mit Haydn in die Haare geraten sein). Auch die anderen beiden frühen Stücke sind nicht zu verachten, wirklich erstklassig, absolut keine "Nebenwerke" Obwohl solche Vergleich nicht viel bringen würde ich die drei op.1 Trios "höher" einschätzen als die meisten der frühen Klaviersonaten oder auch die Violinsonaten op.12, die Cellosonaten op. 5.

viele Grüße

J. Bristow
Cosima (17.08.2006, 21:29):
Original von Jack Bristow
Ich kenne zwar Ashkenazy &Co nicht, aber warum die "Referenz" sein sollen ist mir (nach dem was ich von diesen Künstlern sonst gehört habe) schleierhaft.

Die Beethoven-Violinsonaten mit Ashkenazy/Perlman sind doch auch hervorragend. Ich kann mir schon vorstellen, dass auch die Trios sehr gut sein könnten.

Aber Zelenka wird uns sicher aufklären...

Gruß, Cosima
Zelenka (18.08.2006, 15:20):
Original von Jack Bristow
Original von Cosima
Original von Zelenka
Die eigentliche Referenzaufnahme ist noch nicht genannt worden: Ashkenazy/Perlman/Harrell (EMI).

Ich kenne auch nur die bekannten Trios (Erzherzog- und Geistertrio), gespielt von Istomin/Stern/Rose (Sony). Eigentlich war ich bislang immer ganz zufrieden mit der Einspielung, liebäugele aber nun mit der o.g. Aufnahme. Andererseits bin ich auch nicht so sehr vernarrt in die Trios, aber ein paar mehr sollte man wohl schon kennen lernen. Schön sind sie ja schon…


Ich kenne zwar Ashkenazy &Co nicht, aber warum die "Referenz" sein sollen ist mir (nach dem was ich von diesen Künstlern sonst gehört habe) schleierhaft. ?( Ich würde hier auf jeden Fall vor dem Kauf probehören! Es gibt übrigens auch von Stern &Co eine Gesamteinspielung. Ebenso natürlich BeauxArts Trio.

Das Es-Dur Trio op. 70,2 ist eines der schönsten und meistvernachlässigten Stücke von Beethoven, wohl weil das Geistertrio diesen blöden Namen hat. Ebenso ist op.1,3 c-moll ein sehr kühnes, ehrgeiziges Stück des jungen Beethoven (deswegen soll er mit Haydn in die Haare geraten sein). Auch die anderen beiden frühen Stücke sind nicht zu verachten, wirklich erstklassig, absolut keine "Nebenwerke" Obwohl solche Vergleich nicht viel bringen würde ich die drei op.1 Trios "höher" einschätzen als die meisten der frühen Klaviersonaten oder auch die Violinsonaten op.12, die Cellosonaten op. 5.

viele Grüße

J. Bristow

Dear Jack:

Du bist ganz zu Recht ein wenig irritiert. Zum einen ist der Begriff der Referenzaufnahme natürlich problematisch. Man mag sich eine Aufnahme darunter vorstellen, die verläßlich und kompetent ist und jedem Ersthörer empfohlen werden kann. Tendenziell wird sie nicht zu interpretatorischen Extremen neigen und dementsprechend manch einem ein wenig zu lau sein. Ashkenazy/Perlman/Harrell (EMI) sind lange Zeit z.B. vom Penguin Guide als Spitzenaufnahme empfohlen worden, ihr Spiel ist wohl eher lebhafter als das des Beaux Arts Trios (Philips). Die Herren Ashkenazy & Co. sind bestimmt keine Stümper, wie immer man zu ihnen stehen mag. (Ich habe keine Poster von ihnen an der Wand hängen, aber ich schätze sie schon sehr.)

Irritiert sein darfst Du auch, weil ich vergessen habe, die eigentliche aktuelle "Referenzaufnahme" zu nennen: die vier CDs des Florestan Trios (Hyperion), die insgesamt als Einzel-CDs leider etwas teuer kommen und erst einmal noch eine Weile auf meinem Wunschzettel bleiben werden.

Best wishes,

Zelenka
Cosima (18.08.2006, 15:29):
Original von Zelenka
(Ich habe keine Poster von ihnen an der Wand hängen, aber ich schätze sie schon sehr.)

Von welchen Künstlern hast Du denn ansonsten Poster an der Wand hängen? :D

Irritiert sein darfst Du auch, weil ich vergessen habe, die eigentliche aktuelle "Referenzaufnahme" zu nennen: die vier CDs des Florestan Trios (Hyperion), die insgesamt als Einzel-CDs leider etwas teuer kommen und erst einmal noch eine Weile auf meinem Wunschzettel bleiben werden.

Der Name des Trios gefällt mir schon mal sehr gut! :)

Wer sagt denn nun hier, dass es sich um eine Referenz handeln solle?

Gruß, Cosima
Zelenka (18.08.2006, 15:35):
Original von Cosima
Original von Zelenka
(Ich habe keine Poster von ihnen an der Wand hängen, aber ich schätze sie schon sehr.)

Von welchen Künstlern hast Du denn ansonsten Poster an der Wand hängen? :D

Irritiert sein darfst Du auch, weil ich vergessen habe, die eigentliche aktuelle "Referenzaufnahme" zu nennen: die vier CDs des Florestan Trios (Hyperion), die insgesamt als Einzel-CDs leider etwas teuer kommen und erst einmal noch eine Weile auf meinem Wunschzettel bleiben werden.

Der Name des Trios gefällt mir schon mal sehr gut! :)

Wer sagt denn nun hier, dass es sich um eine Referenz handeln solle?

Gruß, Cosima

Nur von Wilhelm Kempff habe ich Poster, aber von ihm gleich mehrere verschiedene! :D Ach ja, da ist auch ein Poster mit der jungen Martha A. :D

Der Name des Florestan Trios ist gut, und die Dame und die zwei Herren sind ganz ausgezeichnet! Ich habe sie auch schon im Konzertsaal gehört. "classicstoday.com" hält z.B. ihre Beethoven-Aufnahmen für die Referenz ...

Gruß,

Zelenka
Jack Bristow (19.08.2006, 01:02):
Original von Zelenka
Original von Jack Bristow
Original von Zelenka
Die eigentliche Referenzaufnahme ist noch nicht genannt worden: Ashkenazy/Perlman/Harrell (EMI).

Ich kenne zwar Ashkenazy &Co nicht, aber warum die "Referenz" sein sollen ist mir (nach dem was ich von diesen Künstlern sonst gehört habe) schleierhaft. ?( Ich würde hier auf jeden Fall vor dem Kauf probehören! Es gibt übrigens auch von Stern &Co eine Gesamteinspielung. Ebenso natürlich BeauxArts Trio.


Du bist ganz zu Recht ein wenig irritiert. Zum einen ist der Begriff der Referenzaufnahme natürlich problematisch.


Ich bin eigentlich nur aus einem Grund irritiert: Du berichtest von den zwei Aufnahmen, die Du besitzt und nennst dann, ohne Begründung, ja ohne zu sagen, ob und wie gut Du sie kennst eine weitere aus heiterem Himmel; die soll auf einmal Referenz sein!?! Mir ist ehrlich gesagt immer noch nicht ganz klar, ob Du diese "Referenz" gehört hast und selbst für eine solche hälst oder nur den Penguin referierst. Klar kann es sehr hilfreich sein, anzugeben, was Penguin oder wer auch immer als Referenz sieht, aber ich finde es doch relativ wichtig, dann deutlich zu machen, ob man nur deren Urteil wiedergibt oder es selbst bestätigen kann.
Ich würde z.B. nie ohne Probehören (und sehr wahrscheinlich auch nicht mit) die Aufnahme, bei der DuPre mitwirkt, kaufen, weil ich das, was ich von ihr gehört habe zu übertrieben romantisch finde und insgesamt einen schlankeren Ton und klassischeren Zugang (zB Feuermann, Fournier) bevorzuge. Aber ich kann die Aufnahme natürlich nicht pauschal abkanzeln, weil ich sie de facto gar nicht kenne.

viele Grüße

J. Bristow (das ist übrigens ein von einer Fernsehserien-Figur (die tolle, in D leider bald wieder abgesetzte Serie kennt anscheinend hier niemand) entlehntes Pseudonym, nicht mein wirklicher Name, just FYI :wink )
Rachmaninov (19.08.2006, 01:12):
Original von Jack Bristow

J. Bristow (das ist übrigens ein von einer Fernsehserien-Figur (die tolle, in D leider bald wieder abgesetzte Serie kennt anscheinend hier niemand) entlehntes Pseudonym, nicht mein wirklicher Name, just FYI :wink )

Natürlich ist mir das aufgefallen und lange schon bekannt! :cool
Zelenka (20.08.2006, 09:38):
Original von Jack Bristow
Original von Zelenka
Original von Jack Bristow
Original von Zelenka
Die eigentliche Referenzaufnahme ist noch nicht genannt worden: Ashkenazy/Perlman/Harrell (EMI).

Ich kenne zwar Ashkenazy &Co nicht, aber warum die "Referenz" sein sollen ist mir (nach dem was ich von diesen Künstlern sonst gehört habe) schleierhaft. ?( Ich würde hier auf jeden Fall vor dem Kauf probehören! Es gibt übrigens auch von Stern &Co eine Gesamteinspielung. Ebenso natürlich BeauxArts Trio.


Du bist ganz zu Recht ein wenig irritiert. Zum einen ist der Begriff der Referenzaufnahme natürlich problematisch.


Ich bin eigentlich nur aus einem Grund irritiert: Du berichtest von den zwei Aufnahmen, die Du besitzt und nennst dann, ohne Begründung, ja ohne zu sagen, ob und wie gut Du sie kennst eine weitere aus heiterem Himmel; die soll auf einmal Referenz sein!?! Mir ist ehrlich gesagt immer noch nicht ganz klar, ob Du diese "Referenz" gehört hast und selbst für eine solche hälst oder nur den Penguin referierst. Klar kann es sehr hilfreich sein, anzugeben, was Penguin oder wer auch immer als Referenz sieht, aber ich finde es doch relativ wichtig, dann deutlich zu machen, ob man nur deren Urteil wiedergibt oder es selbst bestätigen kann.
Ich würde z.B. nie ohne Probehören (und sehr wahrscheinlich auch nicht mit) die Aufnahme, bei der DuPre mitwirkt, kaufen, weil ich das, was ich von ihr gehört habe zu übertrieben romantisch finde und insgesamt einen schlankeren Ton und klassischeren Zugang (zB Feuermann, Fournier) bevorzuge. Aber ich kann die Aufnahme natürlich nicht pauschal abkanzeln, weil ich sie de facto gar nicht kenne.

viele Grüße

J. Bristow (das ist übrigens ein von einer Fernsehserien-Figur (die tolle, in D leider bald wieder abgesetzte Serie kennt anscheinend hier niemand) entlehntes Pseudonym, nicht mein wirklicher Name, just FYI :wink )

Lieber Jack:

Für die hervorgerufene Irritation bitte ich natürlich um Entschuldigung! Ashkenazy & Co. werden nicht nur im Penguin Guide als "Referenzaufnahme" gehandelt. (Und ich werde jetzt nicht noch weitere Belege aus dem Gramophone etc. beibringen.) Ich habe die Herren nur ins Spiel bringen wollen, damit Orfeo, der diesen Faden gestartet hat, noch mehr an Auswahl zur Verfügung hat ... Ansonsten sollte man, wenn es irgend möglich ist, immer probehören. Ob Orfeo z.B. einen volleren oder schlankeren Celloton bevorzugen wird oder einen klassischen oder romantischen Zugang, bleibt dann abzuwarten. Vielleicht berichtet er ja demnächst, wie er sich entschieden hat. :)

Gruß,

Zelenka

Die Herkunft Deines Namens war auch mir nicht unbekannt. :cool
Orfeo (16.08.2006, 07:02):
Hallo,

Ich kenne die Klaviertrios von Beethoven überhaupt nicht. Da er ja doch einige davon geschrieben hat, würde ich gerne wissen, welche davon wichtig sind, wer sie gespielt hat und was zu empfehlen ist.
Jack Bristow (16.08.2006, 09:58):
Es gibt 6 "richtige Trios, dann noch einige Nebenwerke (z.B. op. 11 ursprgl. für Klarinette, Cello, Klavier)
Die bekanntesten sind das letzte Trio op.97 B-Dur "Erzherzogtrio" und das "Geistertrio" op. 70,1.
Aber eigentlich sollte man alle 6, also op.1, 1-3, op. 70, 1&2 und op.97 kennen. Der Rest ist weniger wichtig. Ich habe eine Ges.Aufn. mit dem Trio Fontenay, die ist ziemlich gut. Die frühen habe ich noch auf alten Instrumenten auf einen Virgin Duo (Castle Trio), was sehr gut zu dem stürmischen Charakter dieser frühen Werke paßt, und falls historische Aufnahmen nicht abschrecken, die Rubinstein/Heifetz/Feuermann-Einspielung des op. 97 ist zu Recht ein Klassiker.

viele Grüße

J. Bristow
Carola (16.08.2006, 10:41):
Harenberg führt folgende Werke Beethovens unter Klaviertrios auf:

- Trio Es-Dur op. 1/1

- Trio G-Dur op. 1/2

- Trio c-Moll op. 1/3

- Trio B-Dur op. 11 "Gassenhauer-Trio" - ursprünglich für Klarinette, Klavier, Cello geschrieben, von Beethoven selbst dann aber auch in eine Fassung für Violine, Klavier und Cello gebracht

- Trio D-Dur op. 70/1 "Geistertrio"

- Trio Es-Dur op. 70/2

- Trio B-Dur op. 97 "Erzherzogtrio"

Dann gibt es auch noch ein Klaviertrio ohne Opuszahl, WoO 38.

Ich besitze zwei Doppel CDs mit Aufnahmen dieser Trios, die in den Sechzigern aufgenommen wurden.


http://www.jpc.de/image/cover/front/0/4259419.jpg


http://www.jpc.de/image/cover/front/0/4259437.jpg

Es spielen Daniel Barenboim, Pinchas Zukerman und Jacqueline du Pré - mir gefallen diese Aufnahmen gut, ich kenne allerdings auch keine anderen.

Mit Gruß von Carola
Zelenka (16.08.2006, 17:47):
Ich besitze zwei Gesamtaufnahmen der Klaviertrios:

Kempff, Szeryng, Fournier ADD DG Complete Beethoven Edition 4537512
Guarneri Trio Prague DDD Praga Digitals PRD350011

Der Umfang der "Gesamtaufnahmen" schwankt, Jack Bristow hat schon auf allerlei Nebenwerke hingewiesen, zu nennen wären vielleicht noch die "Ich bin der Schneider Kakadu"-Variationen oder die Umarbeitung der zweiten Symphonie. Unbedingt empfehlenswert ist das Guarneri Trio mit lebhaftem, wohlbalanciertem Spiel in bester Aufnahmequalität. Die eigentliche Referenzaufnahme ist noch nicht genannt worden: Ashkenazy/Perlman/Harrell (EMI). Ansonsten habe ich noch das Beaux Arts Trio mit Geister-. Erzherzog- und Opus 11-Trio (Philips, analog), durchaus empfehlenswert für den, der sich auf die populären Trios mit Namen beschränken möchte.

Gruß,

Zelenka
Cosima (17.08.2006, 20:25):
Original von Zelenka
Die eigentliche Referenzaufnahme ist noch nicht genannt worden: Ashkenazy/Perlman/Harrell (EMI).

Ich kenne auch nur die bekannten Trios (Erzherzog- und Geistertrio), gespielt von Istomin/Stern/Rose (Sony). Eigentlich war ich bislang immer ganz zufrieden mit der Einspielung, liebäugele aber nun mit der o.g. Aufnahme. Andererseits bin ich auch nicht so sehr vernarrt in die Trios, aber ein paar mehr sollte man wohl schon kennen lernen. Schön sind sie ja schon…

Gruß, Cosima
Jack Bristow (17.08.2006, 21:07):
Original von Cosima
Original von Zelenka
Die eigentliche Referenzaufnahme ist noch nicht genannt worden: Ashkenazy/Perlman/Harrell (EMI).

Ich kenne auch nur die bekannten Trios (Erzherzog- und Geistertrio), gespielt von Istomin/Stern/Rose (Sony). Eigentlich war ich bislang immer ganz zufrieden mit der Einspielung, liebäugele aber nun mit der o.g. Aufnahme. Andererseits bin ich auch nicht so sehr vernarrt in die Trios, aber ein paar mehr sollte man wohl schon kennen lernen. Schön sind sie ja schon…


Ich kenne zwar Ashkenazy &Co nicht, aber warum die "Referenz" sein sollen ist mir (nach dem was ich von diesen Künstlern sonst gehört habe) schleierhaft. ?( Ich würde hier auf jeden Fall vor dem Kauf probehören! Es gibt übrigens auch von Stern &Co eine Gesamteinspielung. Ebenso natürlich BeauxArts Trio.

Das Es-Dur Trio op. 70,2 ist eines der schönsten und meistvernachlässigten Stücke von Beethoven, wohl weil das Geistertrio diesen blöden Namen hat. Ebenso ist op.1,3 c-moll ein sehr kühnes, ehrgeiziges Stück des jungen Beethoven (deswegen soll er mit Haydn in die Haare geraten sein). Auch die anderen beiden frühen Stücke sind nicht zu verachten, wirklich erstklassig, absolut keine "Nebenwerke" Obwohl solche Vergleich nicht viel bringen würde ich die drei op.1 Trios "höher" einschätzen als die meisten der frühen Klaviersonaten oder auch die Violinsonaten op.12, die Cellosonaten op. 5.

viele Grüße

J. Bristow
Cosima (17.08.2006, 21:29):
Original von Jack Bristow
Ich kenne zwar Ashkenazy &Co nicht, aber warum die "Referenz" sein sollen ist mir (nach dem was ich von diesen Künstlern sonst gehört habe) schleierhaft.

Die Beethoven-Violinsonaten mit Ashkenazy/Perlman sind doch auch hervorragend. Ich kann mir schon vorstellen, dass auch die Trios sehr gut sein könnten.

Aber Zelenka wird uns sicher aufklären...

Gruß, Cosima
Zelenka (18.08.2006, 15:20):
Original von Jack Bristow
Original von Cosima
Original von Zelenka
Die eigentliche Referenzaufnahme ist noch nicht genannt worden: Ashkenazy/Perlman/Harrell (EMI).

Ich kenne auch nur die bekannten Trios (Erzherzog- und Geistertrio), gespielt von Istomin/Stern/Rose (Sony). Eigentlich war ich bislang immer ganz zufrieden mit der Einspielung, liebäugele aber nun mit der o.g. Aufnahme. Andererseits bin ich auch nicht so sehr vernarrt in die Trios, aber ein paar mehr sollte man wohl schon kennen lernen. Schön sind sie ja schon…


Ich kenne zwar Ashkenazy &Co nicht, aber warum die "Referenz" sein sollen ist mir (nach dem was ich von diesen Künstlern sonst gehört habe) schleierhaft. ?( Ich würde hier auf jeden Fall vor dem Kauf probehören! Es gibt übrigens auch von Stern &Co eine Gesamteinspielung. Ebenso natürlich BeauxArts Trio.

Das Es-Dur Trio op. 70,2 ist eines der schönsten und meistvernachlässigten Stücke von Beethoven, wohl weil das Geistertrio diesen blöden Namen hat. Ebenso ist op.1,3 c-moll ein sehr kühnes, ehrgeiziges Stück des jungen Beethoven (deswegen soll er mit Haydn in die Haare geraten sein). Auch die anderen beiden frühen Stücke sind nicht zu verachten, wirklich erstklassig, absolut keine "Nebenwerke" Obwohl solche Vergleich nicht viel bringen würde ich die drei op.1 Trios "höher" einschätzen als die meisten der frühen Klaviersonaten oder auch die Violinsonaten op.12, die Cellosonaten op. 5.

viele Grüße

J. Bristow

Dear Jack:

Du bist ganz zu Recht ein wenig irritiert. Zum einen ist der Begriff der Referenzaufnahme natürlich problematisch. Man mag sich eine Aufnahme darunter vorstellen, die verläßlich und kompetent ist und jedem Ersthörer empfohlen werden kann. Tendenziell wird sie nicht zu interpretatorischen Extremen neigen und dementsprechend manch einem ein wenig zu lau sein. Ashkenazy/Perlman/Harrell (EMI) sind lange Zeit z.B. vom Penguin Guide als Spitzenaufnahme empfohlen worden, ihr Spiel ist wohl eher lebhafter als das des Beaux Arts Trios (Philips). Die Herren Ashkenazy & Co. sind bestimmt keine Stümper, wie immer man zu ihnen stehen mag. (Ich habe keine Poster von ihnen an der Wand hängen, aber ich schätze sie schon sehr.)

Irritiert sein darfst Du auch, weil ich vergessen habe, die eigentliche aktuelle "Referenzaufnahme" zu nennen: die vier CDs des Florestan Trios (Hyperion), die insgesamt als Einzel-CDs leider etwas teuer kommen und erst einmal noch eine Weile auf meinem Wunschzettel bleiben werden.

Best wishes,

Zelenka
Cosima (18.08.2006, 15:29):
Original von Zelenka
(Ich habe keine Poster von ihnen an der Wand hängen, aber ich schätze sie schon sehr.)

Von welchen Künstlern hast Du denn ansonsten Poster an der Wand hängen? :D

Irritiert sein darfst Du auch, weil ich vergessen habe, die eigentliche aktuelle "Referenzaufnahme" zu nennen: die vier CDs des Florestan Trios (Hyperion), die insgesamt als Einzel-CDs leider etwas teuer kommen und erst einmal noch eine Weile auf meinem Wunschzettel bleiben werden.

Der Name des Trios gefällt mir schon mal sehr gut! :)

Wer sagt denn nun hier, dass es sich um eine Referenz handeln solle?

Gruß, Cosima
Zelenka (18.08.2006, 15:35):
Original von Cosima
Original von Zelenka
(Ich habe keine Poster von ihnen an der Wand hängen, aber ich schätze sie schon sehr.)

Von welchen Künstlern hast Du denn ansonsten Poster an der Wand hängen? :D

Irritiert sein darfst Du auch, weil ich vergessen habe, die eigentliche aktuelle "Referenzaufnahme" zu nennen: die vier CDs des Florestan Trios (Hyperion), die insgesamt als Einzel-CDs leider etwas teuer kommen und erst einmal noch eine Weile auf meinem Wunschzettel bleiben werden.

Der Name des Trios gefällt mir schon mal sehr gut! :)

Wer sagt denn nun hier, dass es sich um eine Referenz handeln solle?

Gruß, Cosima

Nur von Wilhelm Kempff habe ich Poster, aber von ihm gleich mehrere verschiedene! :D Ach ja, da ist auch ein Poster mit der jungen Martha A. :D

Der Name des Florestan Trios ist gut, und die Dame und die zwei Herren sind ganz ausgezeichnet! Ich habe sie auch schon im Konzertsaal gehört. "classicstoday.com" hält z.B. ihre Beethoven-Aufnahmen für die Referenz ...

Gruß,

Zelenka
Jack Bristow (19.08.2006, 01:02):
Original von Zelenka
Original von Jack Bristow
Original von Zelenka
Die eigentliche Referenzaufnahme ist noch nicht genannt worden: Ashkenazy/Perlman/Harrell (EMI).

Ich kenne zwar Ashkenazy &Co nicht, aber warum die "Referenz" sein sollen ist mir (nach dem was ich von diesen Künstlern sonst gehört habe) schleierhaft. ?( Ich würde hier auf jeden Fall vor dem Kauf probehören! Es gibt übrigens auch von Stern &Co eine Gesamteinspielung. Ebenso natürlich BeauxArts Trio.


Du bist ganz zu Recht ein wenig irritiert. Zum einen ist der Begriff der Referenzaufnahme natürlich problematisch.


Ich bin eigentlich nur aus einem Grund irritiert: Du berichtest von den zwei Aufnahmen, die Du besitzt und nennst dann, ohne Begründung, ja ohne zu sagen, ob und wie gut Du sie kennst eine weitere aus heiterem Himmel; die soll auf einmal Referenz sein!?! Mir ist ehrlich gesagt immer noch nicht ganz klar, ob Du diese "Referenz" gehört hast und selbst für eine solche hälst oder nur den Penguin referierst. Klar kann es sehr hilfreich sein, anzugeben, was Penguin oder wer auch immer als Referenz sieht, aber ich finde es doch relativ wichtig, dann deutlich zu machen, ob man nur deren Urteil wiedergibt oder es selbst bestätigen kann.
Ich würde z.B. nie ohne Probehören (und sehr wahrscheinlich auch nicht mit) die Aufnahme, bei der DuPre mitwirkt, kaufen, weil ich das, was ich von ihr gehört habe zu übertrieben romantisch finde und insgesamt einen schlankeren Ton und klassischeren Zugang (zB Feuermann, Fournier) bevorzuge. Aber ich kann die Aufnahme natürlich nicht pauschal abkanzeln, weil ich sie de facto gar nicht kenne.

viele Grüße

J. Bristow (das ist übrigens ein von einer Fernsehserien-Figur (die tolle, in D leider bald wieder abgesetzte Serie kennt anscheinend hier niemand) entlehntes Pseudonym, nicht mein wirklicher Name, just FYI :wink )
Rachmaninov (19.08.2006, 01:12):
Original von Jack Bristow

J. Bristow (das ist übrigens ein von einer Fernsehserien-Figur (die tolle, in D leider bald wieder abgesetzte Serie kennt anscheinend hier niemand) entlehntes Pseudonym, nicht mein wirklicher Name, just FYI :wink )

Natürlich ist mir das aufgefallen und lange schon bekannt! :cool
Zelenka (20.08.2006, 09:38):
Original von Jack Bristow
Original von Zelenka
Original von Jack Bristow
Original von Zelenka
Die eigentliche Referenzaufnahme ist noch nicht genannt worden: Ashkenazy/Perlman/Harrell (EMI).

Ich kenne zwar Ashkenazy &Co nicht, aber warum die "Referenz" sein sollen ist mir (nach dem was ich von diesen Künstlern sonst gehört habe) schleierhaft. ?( Ich würde hier auf jeden Fall vor dem Kauf probehören! Es gibt übrigens auch von Stern &Co eine Gesamteinspielung. Ebenso natürlich BeauxArts Trio.


Du bist ganz zu Recht ein wenig irritiert. Zum einen ist der Begriff der Referenzaufnahme natürlich problematisch.


Ich bin eigentlich nur aus einem Grund irritiert: Du berichtest von den zwei Aufnahmen, die Du besitzt und nennst dann, ohne Begründung, ja ohne zu sagen, ob und wie gut Du sie kennst eine weitere aus heiterem Himmel; die soll auf einmal Referenz sein!?! Mir ist ehrlich gesagt immer noch nicht ganz klar, ob Du diese "Referenz" gehört hast und selbst für eine solche hälst oder nur den Penguin referierst. Klar kann es sehr hilfreich sein, anzugeben, was Penguin oder wer auch immer als Referenz sieht, aber ich finde es doch relativ wichtig, dann deutlich zu machen, ob man nur deren Urteil wiedergibt oder es selbst bestätigen kann.
Ich würde z.B. nie ohne Probehören (und sehr wahrscheinlich auch nicht mit) die Aufnahme, bei der DuPre mitwirkt, kaufen, weil ich das, was ich von ihr gehört habe zu übertrieben romantisch finde und insgesamt einen schlankeren Ton und klassischeren Zugang (zB Feuermann, Fournier) bevorzuge. Aber ich kann die Aufnahme natürlich nicht pauschal abkanzeln, weil ich sie de facto gar nicht kenne.

viele Grüße

J. Bristow (das ist übrigens ein von einer Fernsehserien-Figur (die tolle, in D leider bald wieder abgesetzte Serie kennt anscheinend hier niemand) entlehntes Pseudonym, nicht mein wirklicher Name, just FYI :wink )

Lieber Jack:

Für die hervorgerufene Irritation bitte ich natürlich um Entschuldigung! Ashkenazy & Co. werden nicht nur im Penguin Guide als "Referenzaufnahme" gehandelt. (Und ich werde jetzt nicht noch weitere Belege aus dem Gramophone etc. beibringen.) Ich habe die Herren nur ins Spiel bringen wollen, damit Orfeo, der diesen Faden gestartet hat, noch mehr an Auswahl zur Verfügung hat ... Ansonsten sollte man, wenn es irgend möglich ist, immer probehören. Ob Orfeo z.B. einen volleren oder schlankeren Celloton bevorzugen wird oder einen klassischen oder romantischen Zugang, bleibt dann abzuwarten. Vielleicht berichtet er ja demnächst, wie er sich entschieden hat. :)

Gruß,

Zelenka

Die Herkunft Deines Namens war auch mir nicht unbekannt. :cool