Beethoven: Die Cellosonaten

Zelenka (05.06.2006, 18:12):
Beethovens 5 Cellosonaten (opp.5, 69, 102) sind vielleicht noch interessanter als die hier im Forum schon besprochenen Violinsonaten. Wie die Opusnummern schon anzeigen, verteilen sich die Cellosonaten über die gesamte Schaffenszeit Beethovens. Es ist also von vornherein mit stilistischer Vielfalt zu rechnen bis hin zu der im Spätwerk erkennbaren Sprengung jeglicher Konvention. Daß Beethoven derlei Sonaten überhaupt komponierte, ist schon eine recht revolutionäre Neuerung. Vorbilder gab es nicht wirklich, wenn man von den Gamben/Cello-Sonaten Bachs absieht (was man wohl besser tun sollte). Überhaupt wurde das Cello zu Beethovens Zeit als Soloinstrument eher mißachtet. (Haydn hat natürlich Cellokonzerte geschrieben). U.a. ist ein Cello spielender preußischer König Grund dafür, daß endlich Solo-Literatur für das Instrument entstand. Mendelssohn und Brahms u.a. haben dann darauf aufbauen können.

Ich habe die zu besprechenden Werke als Cellosonaten angesprochen, was eigentlich ein ganz grober Unfug ist und nur als griffige Abkürzung zu verstehen sein sollte: Diese Sonaten sind für Klavier und Cello geschrieben, das Klavier steht sogar an erster Stelle. Die beiden Solisten müssen absolut gleichberechtigt agieren, bloße Klavier-Begleiter berühmterer Solo-Cellisten haben hier überhaupt nichts verloren. Beethoven sieht einen gleichberechtigten Dialog der Instrumente vor. (Gute Kammermusik ist immer ein musikalisches Gespräch der Ausführenden, ganz wie eine anregende Diskussion in Worten mit allen üblichen "Sprechakten" (Wiederholungen, Neuanfänge, Abbrüche, Erregungen etc. etc.) Es ist erschreckend zu sehen, wenn Neuaufnahmen der Sonaten praktisch nur unter dem Namen der Cellistin/des Cellisten vermarktet werden. Die Frage nach der Gleichrangigkeit ist ein wichtiges Kriterium für die Beurteilung der jeweiligen Einspielungen.

Ein weiteres Kriterium ist sicher die akustische Balance zwischen den Instrumenten, die sehr problematisch bleibt, obwohl gute Mikrophon-Technik einiges auszurichten vermag. Die Sonaten sind zu einer Zeit geschrieben worden, als Streichinstrumente mit leiseren Darmseiten bespannt waren, und die Broadwoods und andere Hammerklaviere wiesen andere Charakteristiken auf als moderne Flügel. Auf der weiter unten abgebildeten DVD mit Rostropovitch/Richter ist zu sehen, daß der Deckel des Flügels geschlossen ist (und die Solisten fast Rücken an Rücken sitzen, Rostropovich im Vordergrund, eine merkwürdige Gesprächssituation vielleicht).

An Aufnahmen besitze ich die folgenden:


http://images-eu.amazon.com/images/P/B000025FBZ.03.LZZZZZZZ.jpg

Casals/Horszowski/Schulhof, in den 30ern aufgenommen, klanglich nicht einmal schlecht für die Zeit. Ein erster diskographischer Höhepunkt. Casals ist vielleicht zuweit im Vordergrund.


http://www.mdt.co.uk/public/pictures/products/standard/4425652.jpg


Sicher ein Klassiker, und Richter ist hier bestimmt ein gleichberechtigter Solist. Zupackendes, expressives Spiel beider Partner.



http://images-eu.amazon.com/images/P/B000001GY1.03.LZZZZZZZ.gif


Auch hier spielen Gleichrangige. Etwas "braver" als Rostropovich/Richter, aber live und bestimmt lebhaft genug. Teils berauschend schönes Spiel in den langsameren Partien.



http://images-eu.amazon.com/images/P/B0000012VD.01.LZZZZZZZ.jpg

Hier schlägt das Pendel manchmal zuweit in Richtung der Pianistin aus (obwohl auf dem Cover etwas scheu im Hintergrund). Ansonsten wie zu erwarten lebhaftes und dynamisches Spiel.


http://images-eu.amazon.com/images/P/B0002LGWEA.01.LZZZZZZZ.jpg

Noch keine abschließende Wertung meinerseits. Sehr ordentlich aufgenommen, wirklich sehr kammermusikalisch intim.

DVD

http://images-eu.amazon.com/images/P/B000092T5P.01.LZZZZZZZ.jpg

Richter und Rostropovich live 1964 in Edinburgh. Etwas risikobereiter als im Falle der Studioaufnahme. Mäßige Bildqualität und Ton.


http://images-eu.amazon.com/images/P/B00000DG47.01.LZZZZZZZ.jpg

Ob diese CD praktisch der Soundtrack der DVD ist, müßte Cosima beantworten können.

Und jetzt hat das Forum das Wort. Ich hoffe auf eine Menge anderer Empfehlungen, besonders auch im Hinblick auf Aufnahmen der letzten Zeit.

Gruß,

Zelenka
Rachmaninov (05.06.2006, 18:24):
@Zelenka,

schön das Du den Thread eröffnet hast :leb

Original von Zelenka
Diese Sonaten sind für Klavier und Cello geschrieben, das Klavier steht sogar an erster Stelle. Die beiden Solisten müssen absolut gleichberechtigt agieren, bloße Klavier-Begleiter berühmterer Solo-Cellisten haben hier überhaupt nichts verloren.


Exakt das sehe ich auch als abolut entscheident an für eine gelungene Aufnahme!
Aus eben diesem Grund empfand ich die Aufnahme Brendel/Brendel damals bei durchhören eindeutig als zu schwach.
Brendel jumnior überzeugte mich hier weniger.

Ebenso bei du Pre / Barenboim. Zu ungleich empfand ich hier das Paar, in diesem Fall allerdings "verursacht" durch Barenboim!


Und jetzt hat das Forum das Wort. Ich hoffe auf eine Menge anderer Empfehlungen, besonders auch im Hinblick auf Aufnahmen der letzten Zeit.


Gerne!

Eine fantastische Aufnahme ist für mich die von Miklos Perenyi (Cello) , Andras Schiff (Klavier) auf ECM.



In allen Belangen eine superbe Aufnahme. Klanglich und interpretatorisch eine Aufnahme mit Referenzcharakter! :down

Zwei gleichwertige starke Partner :engel

:times10
Cosima (05.06.2006, 19:07):
Lieber Zelenka,

danke für diesen wichtigen Thread! Und für die interessante Einführung. :)

Meine absolute Lieblings-Sonate ist die Nr. 3, op. 69! Sie ist ein grandioses Meisterwerk der Kammermusik! Schon der besinnliche Anfang, zunächst alleine vom Cello vorgetragen, ist wunderschön. Der zweite Satz, das Scherzo, ist zum Niederknien. :down
Verwirrend und spannend, wie Cello und Klavier hier im Dialog sind, dann wieder zusammen spielen – ganz leidenschaftlich! Der dritte Satz beginnt langsam, man erwartet, dass die Sonate nun so fließend-zart ausklingen wird. Aber Beethoven war ja auch ein Schlitzohr, denn plötzlich folgt die Überraschung: Das ruhige Thema bricht ab, der Satz geht - im starken Kontrast - heiter und ausgelassen weiter. Großartig und originell, wie er hier die Überleitung vom Scherzo zum überschwänglichen Schlusssatz gestaltet hat!

Erwartungsgemäß finden sich Richter / Rostropovich in meiner Sammlung und zwar gleich zweimal: Live-Aufnahmen während des Edinburgh Festivals, 31. August 1964. Übrigens ihre einzigen gemeinsamen Live-Aufführungen dieser Cellosonaten. Ich besitze sie auf CD und zudem auf DVD, die für mich ein Muss war (Die Cover hat Zelenka oben bereits aufgezeigt.)

Obgleich ich die Aufnahmen dieser beiden Künstler sehr liebe, gefällt mir die weniger schwergewichtige Interpretation mit Harrell / Ashkenazy auch ausgesprochen gut.

http://www.wom.de/image/middle/front/0/3159857.jpg

Das Spiel der beiden Künstler ist natürlich, klar und elegant, wundervoll im Zusammenspiel und expressiv; der erheiternde Schlusssatz erklingt herrlich beschwingt.

Gruß, Cosima
Carola (05.06.2006, 19:26):
ch höre Beethoven relativ selten, aber die Sonaten für Klavier und Cello haben es mir schon seit langem angetan.

Als erstes hatte ich die Aufnahme mit Barenboim/du Pré.


http://images-eu.amazon.com/images/P/B0002XV30G.03.LZZZZZZZ.jpg


Die gefiel mir eigentlich ganz gut, allerdings handelt es sich um einen Live-Mitschnitt mit unerträglichem Publikums-Gehuste, das ich irgendwann nicht mehr hören wollte (ich "wartete" regelrecht auf die schlimmsten Stellen).


Dann kaufte ich mir diese Aufnahme mit Bruno Canino, Klavier und Jan Vogler, Cello


http://images-eu.amazon.com/images/P/B0007UPT5O.03.LZZZZZZZ.jpg


Es handelt sich um insgesamt 3 CD´s, neben Beethoven sind auch noch zwei Fantasiestücke für Klavier und Cello von Robert Schumann aufgenommen. Da die drei CD´s damals nur 12,99 € kosteten und die allseits bejubelte neue Aufnahme mit Schiff/Perényi mir zu teuer war, entschied ich mich für diese Aufnahme. Und habe es auch nicht bereut, denn sie ist wirklich sehr schön in weiten Teilen. Vogler hat einen sehr warmen und schwelgerischen Ton, so etwas mag ich beim Cello. Dagegen fällt Canino leider manchmal etwas ab, spielt eine Spur zu brav und behäbig. Aber gerade diese Zurückhaltung gefällt mir manchmal auch - ist letztlich Stimmungssache.


Letztendlich zog es mich dann aber doch zu der sagenumwobenen Schiff/Perenyi Aufnahme, die oben bereits erwähnt wurde.


http://images-eu.amazon.com/images/P/B0002VOX6O.03.LZZZZZZZ.jpg

Die ist viel nuancenreicher und lebendiger, auch wilder gespielt. Sehr mitreißend und spannend anzuhören. Einziger Kritikpunkt: Die Verpackung ist bei dem hohen Preis eine Frechheit. Dann lieber gleich eine Papiertüte von Brillant Classics, da muss ich wenigstens nicht erst die Hülle auseinandernehmen und nachher wieder zusammensetzen, um an die zweite CD zu kommen. Dafür ist allerdings das Booklet mit der lesenswerten Einführung von Peter Esterházy sehr gut.

Mit Gruß von Carola
Jeff Klein (05.06.2006, 19:49):
Hallo,

die Cellosonaten waren für mich der erste Kontakt mit Kammermusik!Vor allem die 3.Sonate hatte es mir damals angetan (insbesondere der 2.Satz), wie bei Cosima :).
Bis jetzt hat noch keine Interpretation mir so gut gefallen wie jene von Richter und Rostropowitsch.Niemand gestaltet den 2.Satz so zerbrechlich und gefühlvoll wie die beiden! :down

Flüchtig kenne ich noch die Casals Aufnahme, welche auch nicht schlecht ist, sowie diverse andere Aufnahmen bei denen ich mich nicht mehr genau an die Interpreten erinnere, was angesichts der Qualität (sofern ich mich erinnere) nicht weiter schlimm ist :)!

Seit längerer Zeit bin ich an der Schiff/Perenyi Interpretation interessiert da sie ja von Lobeshymnen nur so überschüttet wurde, es scheint mir jedoch unmöglich dass die beiden das russische Duo übertreffen könnten!

Sehr neugierig hat mich jetzt die 2.Aufnahme von den beiden gemacht!Inwiefern unterscheidet sie sich von Philips Aufnahme?

Jeff :hello
Zelenka (06.06.2006, 11:20):
Kennt jemand im Forum die Einspielung der Sonaten von Anne Gastinel/Francois-Frédéric Guy? Was ich von ihr gelesen habe, macht mich fast neugieriger auf sie als auf die Perenyi/Schiff-Produktion. :times10 bei classicstoday.com.

http://images-eu.amazon.com/images/P/B00007JO8I.01.LZZZZZZZ.jpg

http://images-eu.amazon.com/images/P/B00068B8KW.01.LZZZZZZZ.jpg

Gruß,

Zelenka
AcomA (06.06.2006, 21:45):
hallo,

wie auch Cosima schon erläuterte, so gefällt mir die sonate a-dur op. 69 insgesamt am liebsten. es gibt jedoch einen satz, den ich für mich als top-scorer werte ! es ist das finale der sonate g-moll op.5 nr.2: rondo.allegro :leb

im B-teil trägt das klavier die punktierte melodie vor, wobei das cello etüdenhaft umspielt. es breitet sich bei allen beteiligten eine euphorie aus, den instrumentalisten und den zuhörern. der satz ist, um brendel heranzuziehen, extrem erhaben.

die interpretationen richters und rostropowitschs werden immer ihre bedeutung wahren. die interpretationen des duos argerich/maisky gehören für mich zum gipfelpunkt des instrumentalen könnens. außerdem übermittelt sich die tief-freundschaftliche beziehung der beiden auf andere. barenboim/du pre, ebenfalls großartig.

ich persönlich komme mit zwei aufnahmen sehr gut zurecht:

1. a. schiff/m. perenyi (ECM). ich kann den übrigen hier nur beipflichten.

2. a. perl/g.schiefen (arte nova). wundert mich, dass die kölner dieses gespann nicht berücksichtigten. diese darstellung vereint bescheidene grundhaltung mit phantastischem verständnis der beethovenschen sprache (nicht zuletzt alfredo perl zu verdanken) und extrem hoher instrumenteller beherrschung.

http://images-eu.amazon.com/images/P/B00002461J.03.LZZZZZZZ.gif

gruß, siamak :engel
ab (06.06.2006, 22:31):
Die Beethoven Sonaten für Violoncello und Klavier gehören sicherlich zu den größten Werken der Celloliteratur. Sie sind eine der wenigen Werke (wie auch die Bachschen Cellosuiten), von denen es mir nichts ausmacht, etliche verschiedene Interpretationen griffbereit zu besitzen und auch dann anzuhören, wenn mir einiges daran nicht gefällt. (Gewöhnlich versuche ich, eine Referenzaufnahme zu finden, die mich zufrieden stellt; aber bei Beethovens Kammermusik scheint das offensichtlich anders zu sein...)

Ich habe folgende Aufnahmen zuhause:

1 Mistislav Rostropovich / Sviatoslav Richter Philips
2 Clemens Hagen / Paul Gulda JVC
3 Miklós Pérenyi / Dezsö Ranki Hungaroton
4 Anssi Karttunen / Tuija Hakkila Finlandia
5 Jacqueline du Pre / Stephen Bishop-Kovacevich EMI (Nr. 3 & 5)
6 Pablo Casals / Mieczsyslaw Horszowski (Nr. 1 & 4)
7 Pierre Fournier / Friedrich Gulda DG
8 Pablo Casals / Rudolf Serkin Sony

Mit folgenden Aufnahmen (die ersten drei würde ich mir sofort zulegen, wenn sie mir günstig in Hände fielen) habe ich mich zum Teil intensiv, zum Teil flüchtig(er), gelegendlich flüchtend auseinadergesetzt:

1 Anner Bylsma / Malcom Bilson Nonesuch
2 Miklós Pérenyi / András Schiff ECM
3 Heinrich Schiff / Till Fellner Philips
4 Hidemi Suzuki / Yoshiko Kojima Dhm
5 Yo-Yo Ma / Emanuel Ax Sony
6 Guido Schiefen / Alfredo Perl Arte Nova
7 Maria Kliegel / Nina Tichmann Naxos
8 Lynn Harrell / Vladimir Ashkenazy Decca
9 Adrian Brendel / Alfred Brendel Philips
10 Jacqueline du Pre / Daniel Barenboim EMI
11 Anner Bylsma / Jos van Immerseel Sony
12 Pieter Wispelwey / Paul Komen ChannelClassics
13 Pieter Wispelwey / Dejan Lazic ChannelClassics
14 Anthony Pleeth / Melvyn Tan Hyperion
15 Jan Vogler / Bruno Canino BerlinClassics
16 Mischa Maisky / Martha Argerich DG

Bei folgenden Aufnahmen habe ich es bislang noch nicht geschafft, sie anzuhören, (wobei es bei Tortelier und Shafran eigentlich geradezu eine Schande ist):

1 Paul Tortelier / Eric Heidsieck EMI
2 Daniil Shafran / Anton Ginzburg Doremi
3 Anne Gastinel / Francois-Frederic Guy Naive
4 Pierre Fournier / Artur Schnabel Archipel
5 Pierre Fournier, Wilhelm Kempff DG

Außerdem warte ich auf eine Aufnahme mit:
1 Truls Mörk
2 Friedrich Kleinhappel
3 Daniel Müller-Schott

Jede dieser Aufnahmen, die ich gehört habe, hat ihre Schwächen, die meisten aber auch ihre Stärken. Die Nummerierung – nicht immer ist sie mir leicht gefallen – soll auch meine Präferenz verdeutlichen, sozusagen ein subjektives und persönliches Ranking darstellen (wobei diese Reihungen allerdings nicht in den verschiedenen Kategorien verschiebbar sind!).

Rankings sind immer unzufriedenstellend, weil nicht begründet wird, weshalb die jeweilige Aufnahme einer anderen vorgezogen wird. Daher hoffe ich, demnächst mich genauer äußern zu können.

Ps. Wenn ich mir etwas wirklich von Herzen wünschen dürfte, dann wäre es das Gespann: Miklós Pérenyi/ Till Fellner!

Clemens Hagen / Valery Afanassiev könnte eventuell auch einzigartig werden - sicher bin ich mir dabei aber nicht!
AcomA (07.06.2006, 13:39):
hallo ab,

hast du eine persönliche abneigung gegen mischa maisky und/oder martha argerich ?(

gruß, siamak :)
ab (07.06.2006, 16:00):
Original von AcomA
hast du eine persönliche abneigung gegen mischa maisky und/oder martha argerich ?(


Nein, habe ich gar nicht! Die manierierte Künstlichkeit Maiskys am Cello entspricht bloß nicht meinem Geschmack und Beethoven höre ich lieber klassisch ausgeglichener.
Außerdem müssen die beiden Solisten nicht bloß absolut gleichberechtigt agieren, wie Zelenka richtig schreibt, sondern darüber hinaus auch - oder sogar wichtiger - die gleiche musikalische Auffassung haben. (Und wenn es eine Aufnahme von Argerich/Maisky gibt, wo sie dies noch am ehesten erreichen, dann deren erstes Zusammenspiel bei der EMI, jene mit der César Frank-Sonatenbearbeitung und Debussy.)

Wie gesagt, hierbei handelt es sich um ein subjektives persönliches Ranking, was ich mir anzuhören vorziehe - und nicht darum, wie ich die Qualität der Aufnahme einschätze. Würde ich die Qualität bewerten, läge diese Aufnahme deutlich weiter vorne!

(Heute, übrigens, wenn ich es mir recht überlege, würde ich wohl 16 Mischa Maisky / Martha Argerich vor 13 Pieter Wispelwey / Dejan Lazic reihen, sowie 11 Anner Bylsma / Jos van Immerseel hinter 13 Pieter Wispelwey / Dejan Lazic stellen.)
Gamaheh (08.06.2006, 22:34):
Habe ich den Überblick verloren, oder ist die wundervolle Aufnahme von Glenn Gould und Leonard Rose der Sonate Nr.3 (1960) noch nicht erwähnt worden? Wenn ich irgendein Werk Beethovens für die einsame Insel auswählen müßte, wäre es dieses, und in dieser Aufnahme.

Grüße,
Gamaheh
AcomA (08.06.2006, 23:30):
hallo Gamaheh,

bei leonard rose habe ich immer einen unangenehmen höreindruck, seinton klingt spröde und kratzend.

gruß, siamak :)
ab (09.06.2006, 12:51):
Original von Gamaheh
wundervolle Aufnahme von Glenn Gould und Leonard Rose der Sonate Nr.3 (1960)

Hallo Gamaheh,

herzlichen Dank für diesen Hinweis! Davon habe ich noch nie etwas gehört - und beide Rose (kenne ich gemeisam mit Stern im Trio und im Brahms-Doppelkonzert) und Gould schätze ich sehr!
Gamaheh (09.06.2006, 20:43):
Hallo Siamak.

ich habe das glücklicherweise (und offensichtlich) nicht bemerkt, muß allerdings zugeben, daß das die einzige Aufnahme mit Leonard Rose ist, die ich habe. Aber die Adjektive ("spröde" und "kratzend" - wie ein unbequemes, selbstgestricktes Wollunterhemd?) finde ich schon und aussagefähig. Das bringt mich auf eine Idee: Wenn ich viel Zeit habe, werde ich mal die Adjektive sammeln, die hier benutzt werden, um Höreindrücke zu beschreiben. Hast Du auch Adjektive, die das Gegenteil ausdrücken würden?

Grüße,
Gamaheh
Gamaheh (09.06.2006, 20:47):
Hallo ab,

ich weiß nicht, ob es sie im Handel gibt, ich habe sie seinerzeit (hier 1994, glaube ich), als "Glenn Gould Gesamt" von M. Stegemann ein ganzes Jahr im Radio lief, mit sehr primitiver Ausrüstung auf MC aufgenommen, höre sie aber trotzdem immer wieder gern.

Grüße,
Gamaheh
AcomA (09.06.2006, 20:48):
lieber oder liebe Gamaheh (?),

warm, sonor, tragend.

gruß, siamak :)
Gamaheh (09.06.2006, 22:19):
Danke, Siamak - ich halte es nicht für ausgeschlossen, daß ich das Spröde (nur zur Abwechslung) auch mag.

Grüße,
die liebe Gamaheh
ab (11.06.2006, 10:01):
Original von Gamaheh
Das bringt mich auf eine Idee: Wenn ich viel Zeit habe, werde ich mal die Adjektive sammeln, die hier benutzt werden, um Höreindrücke zu beschreiben.


Hallo Gamaheh,

das ist eine wunderbare Idee! Bitte lass' uns dann aber auch davon wissen! Es würde mich nämlich in der Folge sehr interessieren, ob sich diese Adjektive dann unter verschiedene allgemeinere Kategorien zusammenfassend bringen ließen...
Rachmaninov (11.06.2006, 11:27):
Original von Zelenka
Kennt jemand im Forum die Einspielung der Sonaten von Anne Gastinel/Francois-Frédéric Guy? Was ich von ihr gelesen habe, macht mich fast neugieriger auf sie als auf die Perenyi/Schiff-Produktion. :times10 bei classicstoday.com.

@Zelenka,

Naive hat immer sehr gute Musiker unter Vertrag!

Konntest Du die Aufnahmen bisher einmal hören?

R
Zelenka (11.06.2006, 11:37):
Lieber Rachmaninov:

Ich habe an den bekannten Verkaufstellen keine Hörfetzen hören können. Ich glaube im Falle Gastinel/Guy gabs auch keine, aber mein Real Player streikt ohnehin bei Amazon. Werde mein Glück nächste Woche bei Saturn versuchen.

Gruß,

Zelenka
Cosima (11.06.2006, 13:12):
Original von Zelenka
Derlei lexikologische Untersuchungen sind sicher tauglich, das Forum unendlich zu beleben und langanhaltenden Unfrieden zu stiften.


Lieber Zelenka,

nun sei doch nicht so pessimistisch. Denk an den wunderbaren Anfang des Gedichtes von Gottfried Benn, das ich bereits an anderer Stelle vollständig zitierte:

„Ein Wort, ein Satz - : aus Chiffren steigen
erkanntes Leben, jäher Sinn“

Und da es sich um einen „jähen Sinn“ handelt, ist er Dir bislang halt noch verborgen. In einem nicht-jähen Sinne mache ich wagemutig einen Anfang und zitiere meine liebsten Adjektive:

Berauschend, betörend, berührend, bewegend, bezwingend, mitreißend, wundervoll, großartig, heiter, fröhlich, ausgelassen, traurig, trostlos, niederschmetternd.

Gruß, Cosima :engel
Zelenka (11.06.2006, 13:23):
Original von Cosima
Original von Zelenka
Derlei lexikologische Untersuchungen sind sicher tauglich, das Forum unendlich zu beleben und langanhaltenden Unfrieden zu stiften.


Lieber Zelenka,

nun sei doch nicht so pessimistisch. Denk an den wunderbaren Anfang des Gedichtes von Gottfried Benn, das ich bereits an anderer Stelle vollständig zitierte:

„Ein Wort, ein Satz - : aus Chiffren steigen
erkanntes Leben, jäher Sinn“

Und da es sich um einen „jähen Sinn“ handelt, ist er Dir bislang halt noch verborgen. In einem nicht-jähen Sinne mache ich wagemutig einen Anfang und zitiere meine liebsten Adjektive:

Berauschend, betörend, berührend, bewegend, bezwingend, mitreißend, wundervoll, großartig, heiter, fröhlich, ausgelassen, traurig, trostlos, niederschmetternd.

Gruß, Cosima :engel

Liebe Cosima:

Deine Adjektive sind in der Tat betörend, aber eine gewisse Besorgnis bleibt meinerseits. Vielleicht mißverstehe ich Gamahehs und ab's Forschungsprojekt, aber Abrechnen und Bloßstellen post festum finde ich nicht sehr sympathisch.

Humorlos,

Zelenka
Walter (21.06.2006, 08:13):
Hallo,

ich habe mich mit immer größer werdender Begeisterung nochmal durch meine Interpretationen gehört:

Sergejewich hat mit dieser Aussage völlig recht:

Original von Rachmaninov

Eine fantastische Aufnahme ist für mich die von Miklos Perenyi (Cello) , Andras Schiff (Klavier) auf ECM.



In allen Belangen eine superbe Aufnahme. Klanglich und interpretatorisch eine Aufnahme mit Referenzcharakter! :down

Zwei gleichwertige starke Partner :engel

:times10

allerdings muß ich jetzt mal Cosima die Karten in die Hand spielen:

Rostropowitsch/Richter mit ihrer Studioaufnahme reißen mich einfach vom Hocker - das ist meine Trauminterpretation :times10 :times10

Sogar die Aufnahmequalität ist OK! (was ich bei Richter oft mal vermisse)

Ich habe zum Vergleich noch Brendel/Brendel - zu glatt und der Vater spielt den Sohn an die Wand

Von Du Pré die Aufnahmen mit Bishop und Barenboim; Bishop kann überhaupt nicht mithalten und bei der Aufnahme mit Barenboim von 1970 frage ich mich ob Du Pré da noch in der Lage war so zu spielen wie sie es wollte, oder ob sie durch ihre Krankheit schon zu stark eingeschränkt war.

Rostropowitsch/Richter werden auf alle Fälle eingepackt für die Insel!

Gruß Walter
ab (21.06.2006, 11:30):
Hallo Walter,

Ich teile Deine Einschätzung hier in fast allen Hinsicht voll und ganz, jedenfalls aber was die Richter & Rostropovich-Philips-Aufnahme betrifft.

Zur Pérenyi/Schiff-Aufnahme: Wer andere Aufnahmen mit diesem fantastischen Musiker Pérenyi kennt, der wird wohl merken, dass Schiff die Musikalität – bei aller ganz hervorragender gemeinsamer Durcharbeitung – des Cellisten deutlich bremst. Hier habe ich irgendwie (musikalisch, nicht gestalterisch) den Eindruck von Sonaten für Klavier mit reiner Cello-Begleitung. Wie anders kann Pérenyi sich auf der Hungaroton-Aufnahme mit Ranki entfalten! (Dort sind natürlich Mängel des Pianisten und des Zusammen-Empfindens in Kauf zu nehmen. In beiden Aufnahmen ist dafür überdurchschnittlich gerade die Fuge der letzten Sonate hervorragend durchgestaltet.)
Wie schon erwähnt: Mein Wunschtraum wäre eine Aufnahme mit Miklós Pérenyi & Till Fellner!

Einzig bezüglich Du Pré schein wir unterschiedlicher Auffassung zu sein, mir erscheint nämlich, dass es Barenboim ist, der „überhaupt nicht mithalten“ kann mit seiner völlig andersartigen Auffassung. Ich finde, dass Bishop-Kovachevich (der, nebenbei erwähnt, ebenfalls in sie verliebt gewesen sein soll) musikalisch viel besser zu ihr passt. An einigen Stellen halte ich sein Spiel übrigens für besser als die Schlampigkeit von Du Pré (von ihrem hässlichen Triller ganz zu schweigen...). Diese beiden Sonate halte ich jedenfalls für sehr empfehlenswert!
Rachmaninov (21.06.2006, 11:39):
@ab,

was Barenboim - du Pre angeht stimme ich Dir zu.
Der Pianist ist hier sicherlich die "Bremse" im Gespann.

R
ab (21.06.2006, 11:45):
Original von Cosima
Meine absolute Lieblings-Sonate ist die Nr. 3, op. 69! Sie ist ein grandioses Meisterwerk der Kammermusik!

Hallo Cosima,

In diesem Falle empfehle ich Dir, einmal in die mitreißend gespielte Aufnahme von
Anssi Karttunen / Tuija Hakkila, inzwischen billig bei der Apex-Serie von Warner erhältlich, hineinzuhören. Gerade diese 3. Sonate halte ich für ihre beste (und rundum überzeugende) Leistung (von der Gesamteinspielung des LvB-Gesamtwerks für Cello) und ein solches Zusmmenspiel mit Hammerklavier kenne ich kein zweites Mal!
Cosima (21.06.2006, 16:34):
Original von ab
In diesem Falle empfehle ich Dir, einmal in die mitreißend gespielte Aufnahme von
Anssi Karttunen / Tuija Hakkila, inzwischen billig bei der Apex-Serie von Warner erhältlich, hineinzuhören.

Hallo ab,

danke für diesen Hinweis. Ich habe eben nachgeschaut:

http://www.wom.de/image/cover/front/0/1028251.jpg

Die Aufnahme ist derzeit für 4,99 Euro erhältlich. (Eine andere Beethoven-CD mit den beiden Künstlern gar für EUR 2,99!) Ich werde sie mir wohl zulegen.

Gruß, Cosima
Rachmaninov (28.08.2006, 21:11):
Die Aufnahme vom Anne Gastinel (Cello) und francois Frederic Guy (Klavier) gefällt durchasu allerdings kann sie an die Aufnahme von Schiff / Perenyi bei weitem nicht ran reichen.

Zwar spielt das Duo durchaus "innig" und Gastinel erfreut mit einem feinen und vollem Celloklang ihres Cello Testore 1690 jedoch klingt F.F. Guy doch eher etwas matt und farblos im Vergleich zu Andreas Schiff.



Aber nochmals, die Aufnahme weiß dennoch druchaus zu gefallen, ohne aber absoulute Spitze zu sein!
AcomA (17.12.2006, 12:54):
liebe Beethoven-freunde,

ich muss jetzt mal auf eine wiederveröffentlichte aufnahme der DG aufmerksam machen, von deren existenz ich bis zum erwerb vor kurzem nichts wusste ! :B

http://www.jpc.de/image/cover/front/0/6968919.jpg

präsentiert werden von pierre fournier und friedrich gulda sämtliche sonaten f. klavier und violoncello sowie die drei bekannten variationswerke. die aufnahmen entstanden 1958 in wien. gulda spielte teilweise auf einem szeinway als auch auf bösendorfer. IMO handelt es sich von der güte des zusammenspiels und des instrumentellen könnens um eine der modernen aufnahme schiffs/perenyis gleichwertige. vielleicht würde ich sie noch höher einstufen. der kontrast zwischen dem geradlinig und swingendem spiel guldas und dem ungemein sonoren und kantablem spiel fourniers lässt aufhorchen. ich kann diese doppel-cd allen kammermusikfreunden dringend ans herz legen. auch die aufnahmequalität selbst ohne berücksichtigung der frühen stereo-technik ist sehr gut.

gruß, siamak :engel
Ganong (27.12.2006, 16:17):
Lieber Siamak ,

ergänzend zu Deiner Empfehlung sei auf die sehr überzeugende Aufnahme mit Tortelier ( EMI ) verwiesen . eine sehr überzeugende Interpretation ! .

Viele Grüsse ,

Frank
ab (07.01.2007, 20:28):
Original von Ganong

ergänzend zu Deiner Empfehlung sei auf die sehr überzeugende Aufnahme mit Tortelier ( EMI ) verwiesen . eine sehr überzeugende Interpretation ! .

Meinst Du jene mit Eric Heidsieck? Gibts die denn wieder erhätllich? Sie war doch schon seit Jahren vergriffen... Ich habe sie leider nie in Hände bekommen.
Ganong (10.01.2007, 14:36):
Lieber ab ,

ja , diese Einspielung ( bei mir in einer EMI-Edition mit den Violinsonaten mit einem überragenden Christainan und Barbizet als Pianist gekoppelt ) gibt es bei EMI ) über amazon.de .

Es lohnt sich wirklich s e h r !

Alles Gute ,

Frank
ab (11.01.2007, 13:13):
.
ab (11.01.2007, 13:13):
oh, danke, wie sind dennn die Violinsonaten mit Ferras?
http://ec1.images-amazon.com/images/P/B00005046Y.01._AA240_SCLZZZZZZZ_.jpg
Ganong (11.01.2007, 14:45):
Lieber ab ,

die Violinsonaten Beethovens mit Christian Ferras ( und Barbizet ) sind technisch perfek , voller herrlicher Übereinstimmung der beiden Interpreten und einen Geigenton , der Ferras ja so sehr ausgezechnet hat .

Soweit ich Dich aus unseren früheren Gesprächen im Internet kenne , bin ich sicher , dass Du sehr viel Freude an den Aufnahmen haben wirst.

Ein grosser Vorteil liegt darin , dass keiner der beiden Interpreten den anderen in Grund und Boden spielt . Das ist ja bei Rubinstein und dem insgesamt besseren Szeryng durch Rubinstein gerade in der "Frühlingssonate" schon zu Beginn sehr störend .

Es herrscht eine klangsinnliche Übereinstimmung wie bei Lupu und Goldberg . Du erinnerst Dich an Deine fruendlichen Hinweise an mich ?

Beste Grüsse ,

Frank
Gerion (19.02.2007, 20:25):
Original von ab (im "Höre-Gerade-Thread)
Original von Gerion

Große Musik, interpretiert von großen Künstlern. Hervorragend.

Was fasziniert dich denn so daran: die großartigen Kompositionen oder tatsächlich das Nebeneinanderherspiel dieser beiden namhaften Künstler, die so gar nicht miteinander harmonieren? Oder solltest Du garade ein solchens Nebeneinanderherspiel schätzen? Kennst Du Vergleichsaufnahmen?
Danke!

Lieber ab,

ich finde an dieser Aufnahme beides faszinierend. Natürlich bewegt mich Beethovens Werk. Aber ich finde auch die Art, wie beide zusammen musizieren, stimmig. Ich kenne noch eine andere Aufnahme mit Barenboim und du Pre, habe sie aber gerade nicht griffbereit.

Was meinst Du denn genau mit "Nebeneinanderherspielen"? Ich kann diese Einschätzung nicht nachvollziehen - meinem Höreindruck zufolge gehen sie schon aufeinander ein.

Ist es wirklich das "Nicht-Aufeinandereingehen", was Dich stört, oder vielleicht Fourniers Art des Cellospiels? Oder ist es ein technischer Aspekt der Aufnahme?

Hier zeigt sich m.E. wieder, was ich an anderer Stelle schon angesprochen habe. Anscheinend haben wir ein unterschiedliches Verständnis von "Nebeneinanderherspiel" und "harmonieren". Diese Begriffe sind in ihrer Weite derart ausfüllbedürftig, dass wohl kaum zwei Menschen das Gleiche damit zum Ausdruck bringen werden.

Hast Du zufällig auch die Barenboim/du Pre - Aufnahme? Vielleicht könnte man einmal gemeinsam vergleichen? Ich komme in ein paar Wochen auch wieder an diese Aufnahme.

Grüße,
Gerion
ab (20.02.2007, 09:46):
Original von Gerion
Was meinst Du denn genau mit "Nebeneinanderherspielen"? Ich kann diese Einschätzung nicht nachvollziehen - meinem Höreindruck zufolge gehen sie schon aufeinander ein.

Ist es wirklich das "Nicht-Aufeinandereingehen", was Dich stört, oder vielleicht Fourniers Art des Cellospiels? Oder ist es ein technischer Aspekt der Aufnahme?

Hast Du zufällig auch die Barenboim/du Pre - Aufnahme? Vielleicht könnte man einmal gemeinsam vergleichen?

Hallo Gerion,

von den Cellosonaten habe ich viele Einspielungen, die ich weiter oben auch einmal aufgelistet hatte. Die Pré/Barenboim habe ich mir aber nicht gekauft, unter anderem, weil Pré/Stephen-Kovachevich viel besser zusammenspielen (im noch zu erläuternden Sinn).

Ich werde mir Fournier/Gulda wieder einmal vornehmen und berichten. An konkreten Aufnahmen kann man ja hinweisen und somit mit dem Hörbaren "die Begriffe auffüllen".
Walter (25.07.2007, 07:59):
Lisa und ich haben gestern mal wieder unsere Lieblingssonate gehört:

sonate a-dur op. 69


Mistislav Rostropovich / Sviatoslav Richter Philips
Miklós Pérenyi / András Schiff ECM
Adrian Brendel / Alfred Brendel Philips
Jacqueline du Pre / Daniel Barenboim EMI
Mischa Maisky / Martha Argerich DG


und es bleibt bei unserer eindeutigen Referenz - Rostropovich und Richter spielen hier dermaßen packend und spannend, dass wir beide immer wieder Gänsehaut bekommen.
Was bei den alten Herren auch selten ist - die Aufnahmequalität stimmt und ich kann mich in Ruhe auf die Musik konzentrieren.

:times10
Zelenka (01.09.2007, 15:57):
Seit ich zuletzt in diesem Faden geschrieben habe, sind mir vier weitere Gesamteinspielungen der Sonaten ins Haus gekommen:

Fournier, Schnabel (1947/8) EMI Les Introuvables CZS5697082
Fournier, Gulda (1959) DG Original Masters 4776266
Tortelier, Heidsieck (1971/2) EMI 094636767420
Gastinel, Guy (2002, 2004) Naive V4927

Fournier bleibt erkennbar Fournier in beiden Aufnahmen, sein Spiel ist elegant, vielleicht für manchen Geschmack nicht expressiv genug. Die Zusammenarbeit mit Schnabel ist aus meiner Sicht die gelungenere, ärgerlich ist hier eigentlich nur der dumpfe Klavierton, der möglicherweise auf einen misslungenen Transfer oder auf eine von vornherein mäßige Aufnahmetechnik hinweist, das Cello steht zu sehr im Vordergrund. Zwischen Schnabel und Fournier kommt es zu einem richtigen Dialog, im Falle Guldas habe ich den Eindruck, daß er sich offenbar respektvoll zu weit zurücknimmt und keineswegs ein idealer Duopartner ist. (Kempff in der dritten Fournier-Aufnahme, die ich besitze, ist da sehr viel selbstbewußter und eigenwilliger. Und es tut Fournier durchaus gut, wenn er ein bißchen aus der Reserve gelockt wird.) Von den vier hier genannten Aufnahmen gefällt mir die mit Tortelier und Heidsieck vielleicht im Moment am besten. Torteliers Spiel ist expressiver und sonorer, und Heidsieck hält sich keinesfalls bescheiden als graue Maus im Hintergrund. Gastinel, die u.a. auch Schülerin von Tortelier war, geht einen anderen Weg. In der Tendenz klingt alles eher leichter und beschwingter als bei ihrem Lehrer, zuweilen fehlt vielleicht dann doch, ähnlich wie bei Guy, ein gewisses Maß an Innigkeit und Expressivität. (Ich erwarte allerdings hier keineswegs expressive Merkwürdigkeiten à la Maisky/Argerich.) Von der technischen Seite sind den Gastinel und Guy keinerlei Vorwürfe zu machen, ihr Spiel ist teils wunderschön, und der Klang der Aufnahmen ist weit mehr als zufriedenstellend.

Zu dem auch hier viel gepriesenen Miklós Perényi habe ich mich immer noch nicht durchringen können, ab hat mich da auch ein wenig skeptisch gemacht, was die beiden derzeit verfügbaren Aufnahmen angeht. Ich werde mit ihm, wahrscheinlich vergeblich, auf die Traumpartnerschaft mit Till Fellner warten …

Gruß, Zelenka
AcomA (09.06.2006, 20:48):
lieber oder liebe Gamaheh (?),

warm, sonor, tragend.

gruß, siamak :)
Gamaheh (09.06.2006, 22:19):
Danke, Siamak - ich halte es nicht für ausgeschlossen, daß ich das Spröde (nur zur Abwechslung) auch mag.

Grüße,
die liebe Gamaheh
ab (11.06.2006, 10:01):
Original von Gamaheh
Das bringt mich auf eine Idee: Wenn ich viel Zeit habe, werde ich mal die Adjektive sammeln, die hier benutzt werden, um Höreindrücke zu beschreiben.


Hallo Gamaheh,

das ist eine wunderbare Idee! Bitte lass' uns dann aber auch davon wissen! Es würde mich nämlich in der Folge sehr interessieren, ob sich diese Adjektive dann unter verschiedene allgemeinere Kategorien zusammenfassend bringen ließen...
ab (20.02.2007, 09:46):
Original von Gerion
Was meinst Du denn genau mit "Nebeneinanderherspielen"? Ich kann diese Einschätzung nicht nachvollziehen - meinem Höreindruck zufolge gehen sie schon aufeinander ein.

Ist es wirklich das "Nicht-Aufeinandereingehen", was Dich stört, oder vielleicht Fourniers Art des Cellospiels? Oder ist es ein technischer Aspekt der Aufnahme?

Hast Du zufällig auch die Barenboim/du Pre - Aufnahme? Vielleicht könnte man einmal gemeinsam vergleichen?

Hallo Gerion,

von den Cellosonaten habe ich viele Einspielungen, die ich weiter oben auch einmal aufgelistet hatte. Die Pré/Barenboim habe ich mir aber nicht gekauft, unter anderem, weil Pré/Stephen-Kovachevich viel besser zusammenspielen (im noch zu erläuternden Sinn).

Ich werde mir Fournier/Gulda wieder einmal vornehmen und berichten. An konkreten Aufnahmen kann man ja hinweisen und somit mit dem Hörbaren "die Begriffe auffüllen".
jünter (17.07.2008, 15:41):
Hallo allerseits,

melde mich aus dem Urlaub zurück und habe eine spezielle Frage zur Rostropowitsch/Richter-Aufnahme:
Da schreibt jemand in amazon, dass die Klangqualität der neueren 96 khz/24bit-remasterten Ausgabe

http://www.jpc.de/image/w600/front/0/0028946467725.jpg

schlechter sei als die ältere Ausgabe

http://www.jpc.de/image/w600/front/0/0028944256529.jpg

ohne dieses Remastering.

Kann das jemand von Euch bestätigen/dementieren/das Gegenteil behaupten?

Schon jetzt danke für Eure Antworten und Grüße, jünter
jünter (20.08.2008, 20:04):
Hallo alllerseits

nachdem anscheinend niemand meine Frage zur alten/neuen Auflage der Rostropowitsch/Richter-Aufnahme beantworten konnte, habe ich mit Hilfe der verfügbaren MP3-Schnipsel selbst einen Hörvergleich angestellt.

Und siehe da: Der Amazon-Kunde hat tatsächlich recht. Die alte Auflage ist etwas leiser, klingt aber deutlich homogener und natürlicher als die neue, bei der das Klavier stellenweise übersteuert wirkt.
Außerdem hört man dei der alten Ausgabe mehr räumlichen Abstand zwischen Klavier und Cello. Die neue hört sich in dieser Hinsicht - warum auch immer - mitunter fast wie eine Mono-Aufnahme an.

Allen, die diese IMO unverzichtbare Einspielung noch nicht haben kann ich also raten: Kauft die alte Auflage, bevor sie vergriffen ist.

Grüße, jünter
Carola (21.08.2008, 10:00):
Gerade höre ich nach langer Zeit mal wieder die hier bereits erwähnte Einspielung mit Schiff/Perényi

http://www.jpc.de/image/w600/front/0/0028947240129.jpg

Ich habe die beiden CDs inzwischen auch in eine andere Doppel-Hülle transferiert, so dass ich mich nicht jedesmal ärgern muss, wenn ich an die zweite CD will. Bei der ursprünglichen Verpackung musste man dann nämlich erst das ganze Ding mehr oder weniger auseinanderbauen. Auch stört es mich, dass ich nicht mit einem Blick auf der Rückseite der Hülle (wie sonst üblich) sehen kann, welche Tracknummer die einzelnen Stücke und Sätze haben. Diese piekfeinen Label können ganz schön nervig sein...

Genug gemeckert, die Aufnahme selbst gefällt mir sehr. Das Klavier klingt wunderschön weich, ist das ein Bösendorfer? Leider habe ich darüber nichts im Beiheft gefunden.

Gruß, Carola
Rachmaninov (21.08.2008, 12:01):
Original von Carola
Gerade höre ich nach langer Zeit mal wieder die hier bereits erwähnte Einspielung mit Schiff/Perényi

http://www.jpc.de/image/w600/front/0/0028947240129.jpg

Genug gemeckert, die Aufnahme selbst gefällt mir sehr. Das Klavier klingt wunderschön weich, ist das ein Bösendorfer? Leider habe ich darüber nichts im Beiheft gefunden.

Gruß, Carola

@Carola,

diese Aufnahme besitze ich ja auch und was mir immer wieder auffällt ist die Tatsache, dass sie mich auch noch nach Jahren fesselt und begeistert.
Dr. Schön (15.09.2008, 10:53):
Original von ab

2 Clemens Hagen / Paul Gulda JVC

Klingt interessant! Wo gibt's denn das? Bei den üblichen Verdächtigen konnte ich diese CD nicht finden.

Gruß
Dr. Schön
ab (15.09.2008, 11:17):
Original von Dr. Schön
Original von ab

2 Clemens Hagen / Paul Gulda JVC

Klingt interessant! Wo gibt's denn das? Bei den üblichen Verdächtigen konnte ich diese CD nicht finden.

Gruß
Dr. Schön

Ich fürchte, die gibts nur als Japan-Import oder aber bei den Künstlern dirket. Ich habe sie nach einem Konzert der beiden bei Paul Gulda geordert,weil vor meiner Nase das letzte Exemplar weggegangen ist. Herr Gulda hat das prompt erledigt.

:hello

Ein extremer Bethoven und immer mit dem Nachgeschmack, dass ein passendet Begleiter für Clemens Hagen erst noch geboren werden muss. Überdies kommt leider das Typische von Guldas Spiel durch die nahe Mikro-Positionierung nicht hörbar herüber, leider...
Dr. Schön (15.09.2008, 11:28):
Hallo ab,

Tatsache, bei hmv.co.jp wird die CD angeboten. Die Hörschnipsel dort klingen doch vielversprechend.


Du hast nicht Gulda's Telefonnummer? :wink

Dr. Schön
Rachmaninov (15.09.2008, 12:11):
Original von Dr. Schön
Du hast nicht Gulda's Telefonnummer? :wink

Dr. Schön

Da geht wohl leider keiner mehr ran :ignore
Dr. Schön (15.09.2008, 21:19):
Wieder zum Thema:
bei mir haben sich bisher 3 sehr unterschiedliche Einspielungen angesammelt.

Kennengelernt habe ich die Cellosonaten mit der Einspielung durch Gregor Piatigorsky und Solomon (Testament). Im Zuge meiner frühen Begeisterung für die späten Klaviersonaten unter Solomon, meinte ich man könne hier nichts falsch machen. Der eigentliche Star ist hier aber Piatigorsky. Zwar mag er seinen Zenit schon überschritten haben, dennoch ist sein Ton nicht reizlos.
Solomon agiert daneben souverän und professionell. Vielleicht auch ein wenig poliert. Er macht nichts wirklich falsch, überzeugt aber auch nicht völlig. Dennoch höre ich diese eher finstere Aunahme, unter denen sich in meinem Besitz befindlichen, noch am liebsten.

Inniger und partnerschaftlicher geht es bei Pierre Fournier und Wilhelm Kempff zur Sache. Eine sehr gute und sehr schöne Einspielung. Für mich könnte es manchmal etwas harscher und dynamischer zugehen. Ist aber wahrscheinlich nicht beabsichtigt und daher kein echter Kritikpunkt.

Und dann war da noch Pablo Casals mit Rudolf Serkin. So ich die beiden für sich in einigen Fällen sehr schätze, blieben diese Cellosonaten für mich immer etwas enttäuschend.

Bei Mistislaw Rostropowitsch und Swjatoslaw Richter, war ich mir immer so sicher, dass das bestimmt mindestens sehr gut ist, dass ich die Anschaffung bisher immer aufgeschoben hatte. Manchmal verhält man sich komisch.

Die Cellosonaten selbst mag ich eigentlich alle 5 besonders und gleichwertig gerne.

Dr. Schön
ab (15.09.2008, 23:52):
Inzwischen haben sich bei mir eine weitere Einspielung angesammelt:
Pierre Fournier & Artur Schnabel (Andromeda, 1937-48)

http://www.jpc.de/image/w600/front/0/3830257451082.jpg

Ganz hervorragend dieser Pianist! Leider spielte Fournier bereits in jungen Jahren stets halt so, wie er wohl immer spielte. Jedenfalls gefällt mir diese Einspielung deutlich besser als beispielsweise die historische mit Pablo Casals & Rudolf Serkin.

Auch nenne ich dank der Jubiläums-Box die Aufnahme von Anner Bylsma & Jos van Immerseel (Sony) meine Eigen. Mein Urteil oben konnte ich bis jetzt nicht revidieren: Viel lieber hätte ich in der Box jene mit Malcom Bilson (Nonesuch) gesehen. (- obwohl ich eigentlich Immerssel sonst als Pianisten mehr schätze...)

http://www.jpc.de/image/w600/front/0/5099706076124.jpg

Zudem habe ich inzwischen die beiden op. 102 in der Interpretation von Quirine Viersen & Silke Avenhaus (Columns Classics, 1999) im Abverkauf unangehört mitgenommen. Da ist nichts schlecht; aber dennoch für mich völlig überflüssig.

http://ecx.images-amazon.com/images/I/51x-d1L6vML._SL500_AA240_.jpg

Mein Favorit Mistislaw Rostropowitsch & Swjatoslaw Richter ist nach wie vor noch nicht vom Tron gestoßen.

(Inzwischen habe ich Anne Gastinel als Bach-Interpretin schätzen gelernt, daher bin ich brennend daran interessiert, auch ihren Beethoven mit Francois-Frédéric Guy kennen zu lernen.)
ab (16.09.2008, 00:06):
Original von Rachmaninov
Original von Dr. Schön
Du hast nicht Gulda's Telefonnummer? :wink

Dr. Schön

Da geht wohl leider keiner mehr ran :ignore

Es geht um Paul, nicht Vater Friedrich...
Sarastro (16.09.2008, 00:34):
Ich schätze Beethovens Cellosonaten ebenfalls, am meisten sicher - da bin ich hier ja, wie ich sehe, in guter Gesellschaft - die wunderschöne A-Dur-Sonate op. 69, aber auch die beiden Frühwerke op. 5 und hier besonders Nr. 2 in g-Moll. Aber freilich mag ich auch op. 102, d.h. eigentlich alle fünf ...

Eher durch Zufall ist meine persönliche Referenz-Aufnahme eine Einspielung mit Radu Aldulescu (Cello) und Albert Guttman aus den Jahren 1968 und 1969 geworden, die bisher nicht genannt worden ist:

http://ecx.images-amazon.com/images/I/41QRCKDTFSL._SS400_.jpg

http://ecx.images-amazon.com/images/I/418PFBM33NL._SS400_.jpg


Schöne Grüße,
Sarastro
sterniwaf (23.12.2008, 06:51):
Hallo
Auf die fast einstimmige Empfehlung hier habe ich mir die Gesamtaufnahme von Rostropovich/Richter zugelegt, das Original.
Zunächst fiel mir das meisterhafte Spiel Rostropovich`s auf. Er zaubert einen herrlichen Klangteppich aus dem Cello. Trotzdem ist jede Note sauber zu hören, ein Magier.
Zu dem Cello passt auch wunderbar die Grundtonart des Klavieres. Beide bilden eine Einheit, dazu passt auch das Spiel Richters, gleichberechtigt mit dem Rostropovich`s, keiner drängt sich in den Vordergrund. Ein Gesamtkunstwerk.
Ich habe mir bis jetzt erst Op.5 und Op.69 angehört. Ich empfinde die Kopfsätze von Op.5 etwas lang. Sie haben den Vorteil, das man zwischendurch auch mal nicht so konzentriert hin hört. Aber Op.69, besonders das Scherzo mit seinem tollen Rhytmus, erfordert die ganze Aufmerksamkeit. Wie perfekt Beethoven im Scherzo diese kleinen Pausen eingefügt hat, ein Traum!
Einzig die Aufnahmequalität ist nicht ganz so toll, es ist schon ein Hintergrundrauschen zu hören. Aber wer hört schon Kammermusik bei mehr als Zimmerlautstärke? Ich genieße sie am liebsten gaaaanz leise über Kopfhörer, da stört auch kein Rauschen mehr!
Ich freue mich schon auf Op. 102 und die Variationen.
sterniwaf (24.12.2008, 07:14):
Hallo
Gestern Nachmittag war dann die zweite Cd fällig.
Op. 102 war toll. Dann kamen die Variationen zweier anderer Künstler. Und mir verschlug es die Sprache. Plötzlich wurde das Klavier dominant, in wichtigen Passagen wurde das Cello einfach verdrängt. Das war aber auch zu einfach. Der Klang des Cello ist flach. Kein mächtiges Aufspielen zweier gleichberechtigter Partner, sondern der freiwillige Rückzug des Cello in ein klangkörperloses Begleitinstrument.
Schade, die Kompositionen hätten etwas besseres verdient. Aber mir sind sie sehr nützlich: Es zeigt mir, das Rostropovich ein herausragender Könner seines Instrumentes war. Es ist ein großer Unterschied, so was zu lesen oder es selber zu "erhören".
Viel Grüße Thomas
und schöne Feiertage
ab (24.12.2008, 11:33):
Original von sterniwaf
Plötzlich wurde das Klavier dominant, in wichtigen Passagen wurde das Cello einfach verdrängt. Das war aber auch zu einfach. Der Klang des Cello ist flach. Kein mächtiges Aufspielen zweier gleichberechtigter Partner, sondern der freiwillige Rückzug des Cello in ein klangkörperloses Begleitinstrument.


Schon mal dran gedacht, dass es auch Kompositionen gibt, wo absichtlich abwechselnd einmal das eine Instrument und dann das andere im Vordergrund steht und bei anderen Stellen beide gleichberechtigt behandelt sind?!

Dass moderne Instrumente lauter klingen als historische ist ja keine Frage... Aber bereits zu Beethovens Zeiten nahm die Entwicklung des Pianobaus so rasanten Aufschwung, dass dem Beethoven selbst in den späteren Kompositionen besser Rechung trug.

Allen ein schönes Fest! :hello
sterniwaf (25.12.2008, 06:18):
Original von ab
Original von sterniwaf
Plötzlich wurde das Klavier dominant, in wichtigen Passagen wurde das Cello einfach verdrängt. Das war aber auch zu einfach. Der Klang des Cello ist flach. Kein mächtiges Aufspielen zweier gleichberechtigter Partner, sondern der freiwillige Rückzug des Cello in ein klangkörperloses Begleitinstrument.


Schon mal dran gedacht, dass es auch Kompositionen gibt, wo absichtlich abwechselnd einmal das eine Instrument und dann das andere im Vordergrund steht und bei anderen Stellen beide gleichberechtigt behandelt sind?!



Allen ein schönes Fest! :hello
Ich werde mir die Variationen gezielt auf deinen Hinweis anhören.
Schöne Feiertage.
ab (30.12.2008, 14:10):
Original von sterniwaf
Original von ab
Original von sterniwaf
Plötzlich wurde das Klavier dominant, in wichtigen Passagen wurde das Cello einfach verdrängt. Das war aber auch zu einfach. Der Klang des Cello ist flach. Kein mächtiges Aufspielen zweier gleichberechtigter Partner, sondern der freiwillige Rückzug des Cello in ein klangkörperloses Begleitinstrument.


Schon mal dran gedacht, dass es auch Kompositionen gibt, wo absichtlich abwechselnd einmal das eine Instrument und dann das andere im Vordergrund steht und bei anderen Stellen beide gleichberechtigt behandelt sind?!



Allen ein schönes Fest! :hello
Ich werde mir die Variationen gezielt auf deinen Hinweis anhören.
Schöne Feiertage.

Die Variationen sind, wenn ich mich recht entsinne, eh alles Werke in der Bezeichnungsreihenfolge von Pianoforte und Violoncello. (Ich mag sie eigentlich alle gar nicht...) In den Sonaten hingegen scheinen mir die neuen Klangmöglichkeiten der Entwicklungen der damals neuen Instrumente durchaus von Beethoven berücksichtigt worden zu sein.
Schroeder (30.04.2013, 18:50):
Wie an anderer Stelle ("Beethovens Violinsonaten") schon gesagt, bin ich neu hier und als blutiger Laie auf der Suche nach fachkundigem Rat die Anschaffung diverser Klassik-Aufnahmen betreffend. U. a. möchte ich mir auch eine Gesamtaufnahme der Beethovenschen Cellosonaten zulegen. Zwei habe ich in die engere Auswahl genommen, beide wurden hier schon erwähnt, ich bin mir aber trotzdem noch unschlüssig. Es handelt sich um diese CDs, zum einen Fournier/Gulda, zum anderen Schiff/Perényi:

http://www.amazon.de/S%C3%A4mtliche-Werke-f%C3%BCr-Cello-Klavier/dp/B000FBHSQI/ref=wl_it_dp_o_pC_S_nC?ie=UTF8&colid=5VUXQ8N1TJUP&coliid=I2FFL94C7DR3CS

http://www.amazon.de/Werke-f%C3%BCr-Klavier-Violoncello-Ga/dp/B0002VOX6O/ref=wl_it_dp_o_pC_S_nC?ie=UTF8&colid=5VUXQ8N1TJUP&coliid=I1PAXUE3KEV83Y

Aus ganz profanem Grund neige ich momentan eher zu der Aufnahme Fournier/Gulda: Weil sie preisgünstiger ist. Entsprechend wäre ich nun an Meinungen interessiert, ob und weshalb die andere unbedingt vorzuziehen ist. Wobei ich auch hier noch einmal darauf verweisen möchte, dass ich noch weit davon entfernt bin, unter insgesamt guten Aufnahmen die beste(n) "herauszuhören". U. a. an dieser Fähigkeit möchte ich noch feilen.

Ich danke in jedem Falle für Euer Interesse und ggf. Eure Hilfe!
Schroeder (30.04.2013, 19:04):
Nachtrag: In die engere Auswahl habe ich auch diese Aufnahmen gezogen (beide bei amazon.com aktuell deutlich günstiger als auf .de; ich lebe in den USA und bestelle hier wie dort):

http://www.amazon.de/Sonatas-Piano-Cello-Ludwig-Beethoven/dp/B0000026GN/ref=sr_1_3?ie=UTF8&qid=1367341243&sr=8-3&keywords=Beethoven+Ma+Ax



http://www.amazon.com/Beethoven-Complete-Music-Cello-Piano/dp/B0000041A9/ref=wl_it_dp_o_pC_S_nC?ie=UTF8&colid=25G4BRKEQ2MJA&coliid=IDSY1PCRKSURS



Und zum Abschluss noch einmal ganz am Thema vorbeigefragt: Existiert hier irgendwo ein Beitrag über Mozarts Flötenwerke mit entsprechenden Aufnahme-Empfehlungen? Ich bin via Suchfunktion nicht fündig geworden.
satie (30.04.2013, 22:55):
Hallo und herzlich willkommen!

Wie ich sehe, habt ihr drüben schon die Autorip-Funktion bei einigen Scheiben, da bin ich gleich neidisch... aber hier soll es ja auch kommen.

Ein Super-Schnäppchen ist das hier:
http://www.amazon.com/Beethoven-Piano-Concertos-Violin-Sonatas/dp/B009EJSU32/ref=sr_1_5?s=music&ie=UTF8&qid=1367354808&sr=1-5&keywords=beethoven+bylsma

Darauf sind:
Beethoven: The Piano Concertos, Violin Concertos, Cello Sonatas
Ludwig van Beethoven (Composer), Bruno Weil (Conductor), Tafelmusik (Orchestra), Jos van Immerseel (Performer), Vera Beths (Performer), Anner Bylsma (Performer) | Format: Audio CD

Für den Preis eine echte Empfehlung! Es ist meine Lieblingsaufnahme der Klavierkonzerte, und Du hast damit gleich eine historisch informierte Interpretation. Es ist nur die Frage, ob Du das magst.
Das Violinkonzerte ist so lala... abr die Cellosonaten mit Bilsma lohnen sich, auch wenn sie sicherlich eigen sind.

Yo Yo Ma käme mir nicht in den Player, aber das ist vielleicht mein Problem. Fournier/ Gulda wäre IMO die bessere Wahl.
Rostropovich ist mir zu vordergründig, aber das ist schon sehr Geschmackssache.

Herzlich,
S A T I E
Schroeder (30.04.2013, 23:10):
Original von Satie

Ein Super-Schnäppchen ist das hier:
http://www.amazon.com/Beethoven-Piano-Concertos-Violin-Sonatas/dp/B009EJSU32/ref=sr_1_5?s=music&ie=UTF8&qid=1367354808&sr=1-5&keywords=beethoven+bylsma



Vielen Dank, habe ich vorgemerkt. Preislich auf jeden Fall interessant.

In Sachen Beethovensche Klavierkonzerte und -sonate habe ich dieser Tage diese CD bestellt und warte auf die Lieferung:



Ich gehe davon aus, dass sich diese Aufnahme nicht als Fehlgriff erweisen wird. Und ich bin ja "erst" dabei, mir einen Grundstock zuzulegen, auf dem ich ggf. aufbauen kann.

Ja, die Autorip-Funktion ist ein feines und vor allem verlockendes Feature. Da habe ich mich inzwischen schon etliche Male zu Spontankäufen hinreißen lassen. Ich hoffe, dieser Reiz legt sich mit der Zeit. :wink
abendroth (01.05.2013, 00:34):
Hallo Schröder,
bei den Cellosonaten Beethovens kann ich Dir Fournier unbedingt empfehlen. Die mit Gulda ist ganz vorzüglich, die spätere mit Kempff ist auch prima, und die frühere mit Schnabel auch, allerdings aufnahmetechnisch weniger empfehlenswert. Es gibt auch eine Aufnahme mit Fourniers Sohn, der unter einem Decknamen spielt (Fonda), die kenne ich nicht. Auch wenn es hier auf Widerspruch stossen wird: lass die Finger von Rostropovitch Richter, wenn du Fournier gehört hast, ist das wirklich scheusslich. Ich war regelrecht schockiert, als ich die Aufnahme kennenlernte.
freundliche Grüsse
abendroth
Katka (03.10.2015, 15:05):
Ich habe sämtliche Werke für Cello und Klavier von Beethoven auf einem Album; es spielen Jean-Guihen Queyras (Cello) und Alexander Melnikov (Klavier).

Zusätzlich zu den Cellosonaten finden sich darauf:

1) Variationen opus 66 über Mozarts "Ein Mädchen oder Weibchen"#
2) Variationen WoO 45 über Händels "See, the Conqu'ring Hero comes", besser bekannt als das Weihnachtslied "Tochter Zion"
3) Wariationen WoO 46 über Mozarts "Bei Männern, welche Liebe fühlen"