ab (24.01.2007, 12:09): Weil mir hier der richtige Ort dafür zu sein scheint:
An anderer Stelle, zum Thema, ob man sich an Musik "überhören" könnte, schrieb ich von einem Konzerterlebnis:
Das hatte ich nur ein einziges Mal, nämlich als ich 1996 an drei Tagen hintereinander sämtliche Streichquartette Beethovens von sechs verschiedenen Ensembles im Konzert hören konnte: Quatuour Mosaique, Vogler Quartett, Leipziger Streichquartett, Carmina Quartett, Keller Quartett, Hagen Quartett. (Reihung bewusst gewählt!)
Danach konnte ich fünf Tage keinen Beethoven mehr hören, wiewohl es mir sozusagen unter den Fingern brannte, diese eindrücklichen Erlebnisse und die neuen Erfahrungen an Aufnahmen zu überprüfen oder zu vertiefen.
Darauf bekam ich eine Antwort von Frank Original von Ganong Lieber ab ,
in der Kürze : lag dies nun an dem Mammutprogramm ? , den sehr verschiedenen Ensembles ? oder an einem Teil zumindest der Werke ?.
Ich könnte mir bei Dir als ausgesprochenem Kenner der Kammermusik sehr gut vorstellen , dass z.B. Kammermusiker wie Hagen , Artemis , Juilliard , Talich , Alban Berg und eines nach persönlicher Wahl solch ein Riesenprojekt spannender gemacht hätten . Meine persönliche Erfahrung geht dahin , das ein Interpret ( oder mehrere ) einen Gesamtzykluzs , wie aktuell ja mehrere der Beethovensonaten für Klavier solo gibt, möglichst geschlossen vorgetragen werden sollten .
Aber schon bei der Programmzusammenstellung dürften sich nicht nur erhebliche subjektive Unterschiede finden lassen .
Welche Quartette würdest Du , wenn Du die Mögloichkeit hättest , denn für solch ein Programm aussuchen ?
Wäre Artemins dabei ?
Viele Grüsse ,
Frank
Darauf möchte ich hier gerne antworten:
Es lag einzig am Mamutprogramm in dieser kurzen Zeit: Lieber ein Beethoven Streichquartett (im Konzert) mittelmäßig gehört, als überhaupt nicht! Die Qualitätsunterschiede waren natürlich beträchtlich.
Wenn ich mir etwas damals (aber auch noch heute) hätte wünschen können, dann wäre es wohl der Zyklus, gesamt gespielt vom Hagen Quartett gewesen: Die sind einfach in einer musikalischen Liga jenseits der anderen Formation.
Frank hat schon eine sehr gute Zusammenstellung getroffen, wobei ich die Talichs weder in alter noch aktueller Besetzung im Konzert gehört habe und nicht weiß, wie der Juilliards Beethoven mit dem "neuen" Primarius klingt. (Ich finde jedenfalls, dass sie mit den letzten Aufnahmen, die ich hörte, ihre Qulität halten konnten.)
Das Artemis Quartett habe ich nur einmal im Konzert und ohne Beethoven gehört, als sie neu am Markt waren (Bergs Lyrische Suite sowie als Sextett mit zwei Alban Bergs: Strauss’ Vorspiel zur Oper „Capriccio“ & Schönbergs Verklärte Nacht), das habe ich in sehr guter aber nicht phantastischer Erinnerung; und deren Beethoven-Aufnahmen haben mich nicht vom Hocker gerissen. Dennoch würde ich wohl dieses Quartet in einer 6er-Wunschliste aufnehmen.
Gerne hätte ich noch the Lindsays (trotz der technischen Mängel) gewählt, aber die haben sich ja inzwischen aufgelöst. Ein Ersatz währe wohl dafür nur das Guarneri Quartet, wiewohl sie in ihrem Alter schon einen sehr guten Tag haben müssten.
Gespannt wäre ich, ob und gegebenenfalls wie das Zehetmair Quartett Beethoven zu spielen verstünde.
Jedenfalls würde ich dem Minguet Quartett blanco eine Chance geben, nachdem ich ihnen einen der größten Konzertabenden eines Lebens verdanke und das mit nicht gerade berauschenden zeitgenössischen Kompositionen.
Mich würde sehr interessieren, wie sich das Alban Berg Quartett mit der neuen Bratscherin verändert hat.
Auch höre ich einmal gerne aus England sowohl das Brodsky Quartet Beethoven spielen hören als auch das Vellinger String Quartet aus London mit ihren subtilen Klangeffekte.
Frank, Du siehst, ich ginge viel Risiko ein und würde Formationen wählen, mit denen ich noch nie Beethoven gehört habe.
Wenn ich ein Zeitreise zusammenstellen könnte, hörte ich gerne den Zyklus mit folgenden fünf Formationen:
als sechstes wählte ich entweder Hollywood String Quartet oder Griller Quartett oder aber das Quartetto Italiano aus den 50ern.
Und fielen mir vier davon aus, dann jedenfalls: Busch Quartett & Hagen Quartett! :down
Ganong (25.01.2007, 21:16): Lieber ab ,
ja , das GUARNERI QUARTETT , auch ein wenig leider und unberechtigterweise in Vergangenheit geraten . Du hast Recht ,natürlich , das es zu dem besten gehört , das wirerleben durften . Auch wenn die herausragenden Aufnahmen schon einige Jahre her sind. Aber welch eine klangliche Atmosphäre , welch eine Kultur des gemeinsamen Musizierens ! Einfach grossartig .
Das bei Dir die ARTEMIS - Formation nicht so weit nach oben gelangen konnte , entspricht sicherlich , ich spekuliere , Deiner ganz persönlichen Musikästhetik . Ich las vor wenigen Wochen , das sich in der Formation etwas getan habe und erst i Herbst 2007 eine neue Aufnahme herauskommen werde , aber noch unter alter Besetzung .
Die JUILLIARDs , ich weiss es , haben es se h r schwer bei Dir . Aber die Aufnahmen bei TERSTAMENT beeindrucken doch sehr . Rat an alle : Kauft die alten Aufnahmen unbedingt ! Sternstunden glücklichen , besselten , gemeinsamen Musizierens .I c h , lieber ab , Du wiesst dies ja , würde diese Künstler mit Ausnahmerang unbedingt und immer ganz oben mit ansiedeln . ( Wie Du "Dein" Hagen - Quartett . )
BORODIN ist ja wohl inzwischen zerfallen , aufgelöst ,weil ohne weitere Tradition . Extrem schade , wenn wir an die bekannten Aufnahmen denken .
Dank fürDeine Hervorhebung junger Ensebmles !!! Die Zeit bleibt nicht stehen und es gibt doch erfreulicherweise auch nach Busch sehr gute , hochmotivierte Kammermusiker.
Beste Grüsse Dir ,
Frank
ab (25.01.2007, 22:19): Lieber Frank,
Ja , das GUARNERI QUARTETT , auch ein wenig leider und unberechtigterweise in Vergangenheit geraten . Du hast Recht ,natürlich , das es zu dem besten gehört , das wirerleben durften . Auch wenn die herausragenden Aufnahmen schon einige Jahre her sind. Aber welch eine klangliche Atmosphäre , welch eine Kultur des gemeinsamen Musizierens ! Einfach grossartig .
Ich konnte sie noch im Konzert erleben und war fasziniert von den Insturmenten, die in der Nähe einfach nicht zu Klingen anfangen wollten (ich liebe es, so weit vorne wie möglich zu sitzen). Ich setzte mich nach der Pause in die letzte Reihe, wo erst langsam die Instrumente zu klingen anfingen. Faszinierend: Bei keiner Stradivari habe ich etwas vergleichbares erlebt, die immer auch in der Nähe schon klangen. Hast Du ähnliche Erfahrungen gemacht? (Wohl ein Thema für sich, einmal...)
Das bei Dir die ARTEMIS - Formation nicht so weit nach oben gelangen konnte , entspricht sicherlich , ich spekuliere , Deiner ganz persönlichen Musikästhetik .
Ich muss gestehen, dass dies eher mehr damit zu tun hat, sie nicht besser zu kennen.
Die JUILLIARDs , ich weiss es , haben es se h r schwer bei Dir . Aber die Aufnahmen bei TERSTAMENT beeindrucken doch sehr . Rat an alle : Kauft die alten Aufnahmen unbedingt ! Sternstunden glücklichen , besselten , gemeinsamen Musizierens .I c h , lieber ab , Du wiesst dies ja , würde diese Künstler mit Ausnahmerang unbedingt und immer ganz oben mit ansiedeln . ( Wie Du "Dein" Hagen - Quartett . )
Ich vermute, dies hat auch damit zu tun, dass jeder Interpretationsstil seine eigene Zeit hat und wir verschiedenen Generationen angehören. Ich muss sagen, dass mir ihre frühen Aufnahmen und jetzt wieder ihre ganz späten besser gefallen als die Zeit der 1960-90er. Ich halte es für eines der ganz großen Streichquartette des 20. Jahrhunderts. Es ist reine Geschmackssache, das ich vorwärtsdrängende Dramatik weniger schätze. Der Primgeiger war jedenfalls einer der ganz ausnehmend musikalischen.
BORODIN ist ja wohl inzwischen zerfallen , aufgelöst ,weil ohne weitere Tradition .
Das wusste ich gar nicht! Stimmt das wirklich?
Dank fürDeine Hervorhebung junger Ensebmles !!! Die Zeit bleibt nicht stehen und es gibt doch erfreulicherweise auch nach Busch sehr gute , hochmotivierte Kammermusiker.
Ja, aber leider sind heute sehr oft nur Noten zu hören, statt dass Musik gemacht wird.
herzlicher
cellodil (26.01.2007, 00:21): Original von ab Ja, aber leider sind heute sehr oft nur Noten zu hören, statt dass Musik gemacht wird.
Schön gesagt!
Herzliche Grüße
Sabine
P.S. So selten sind die "guten Tage" des Guarneri Quartets nun auch nicht!
Amadé (28.01.2007, 11:16): Liebe Freunde/-innen der Beethoven-Quartette,
ehrlich gesagt, sie an wenigen Tagen hintereinander zu hören ist ein starker Brocken und fordert immense Konzentration. Auch die Klavierkonzerte möchte ich nicht an zwei Abenden hören, bei den Klaviersonaten ist des anders, da der Interpret zwischen gewichtigen Stücken auch weniger anspruchsvolle und kürzere platzieren kann, bei den Quartetten, die außer op.95 eine knappe halbe Stunde bis 45 Min dauern, fühle ich mich da leicht überfordert.
Beim Juilliard Quartett bin ich eurer Meinung, die frühen Aufnahmen zunächst bei RCA (heute Testament) dann bei CBS aus den 6oer bis frühen 70er Jahren sind die geschlosseneren und überzeugen mich sehr.
In den bisherigen Beiträgen vermisse ich die Namen jüngerer noch musizierender Quartette, einige habe ich auch mit LvB im Konzertsaal gehört mit respektablen Ergebnissen. An den Anfang stelle ich das Leipziger Streichquartett, das Petersen Quartett sowie das Vogler Quartett, von allen drei Ensembles gibt es auch Beethoven CDs. Das Auryn Quartett hat bei Tacet eine Gesamtaufnahme auf sehr hohem Niveau abgeschlossen. Dann fallen mir noch ein: Artis Quartett, Mannheimer Streichquartett, Carmina Quartett, Henschel Quartett, Eroica Quartett, Kuss Quartett sowie Jerusalem Quartett. Auch die Böhmen sollten nicht vergessen werden: Takács Quartett (decca) und Prazák Quartett (Praga), beide Formationen haben unlängst achtenswerte Gesamteinspielungen fertiggestellt.
Zur guter letzt sollte man noch das La Salle Quartett erwähnen, das bei der DGG die letzten Quartette hinterlassen hat.
Grüße Bernd
Ganong (01.02.2007, 16:18): Lieber ab ,
Du hast es prägnant formuliert , dass auch bei mir , und vielleicht sogar besonders , der Zugang zu eionem Werk ( undweniger zu einem Zyklus oder einer Gesamtaufnahme ) eine Frage der individuellen Musikästhetik ist . Wobei die Wirkungsästhetik ganz im Vordergrund steht .
Deine Meinung zum Juilliard Quartet teile ich cum grano salis . Ich mag ihr Spielüber die Jahrzehnte (!) ungemein .
Du bevorzugst wohl das Hagen Qzartett , das sicherlich insgesamt gleichrangig sein dürfte .
Ich las inzwischen in der "Frankfurter Allgemienn Zeitung" einen überschwenlichen Artikel über das Artemis Quartett .
Berücksichtigen müssten wir stets , ob es sich um einen einzigen Abend im Konzertsaal handelt oder eine Studioaufnahme .
Das Guarneri Quarett dürfte in diese Spitzengruppe gehören wie das aufgelöste Borodin Quartett .
Am Rand : Es ist interessant , welche Solisten mit welchen Quartetetn zusammengespielt haben und welche wegen Verträgen bei anderen Labels leider nicht .
Viele Grüsse ,
Frank
PS.: Über den Klang der Stradivarius - Geigen gibt es aus den USA interessante physikalische , ingenieurwissenschaftliche und chemische Untersuchungen . Wie die Guarneris bleiben sie sicherlich einzigartig . Man sie ben nicht kopieren . Und man sollte ,berücksichtigen , w e l c h e s Instrument gespielt wird .
F.
ab (01.02.2007, 21:08): Original von Amadé Dann fallen mir noch ein: Artis Quartett,
Schön, dass der Name dieses großartigen Quartetts fällt! Allerdings ist keine Beethoven CD aufgenommen worden. Vielen Dank trotzdem, dass Du hier diesen Namen nennst, denn so bin ich auf ihre site gesurft und konnte entdecken, dass sie Mendelssohn gesamt aufgenommen und dafür Choc und Diapason D'ar eingeheimst haben - was mich nicht im Geringsten wundert. http://www.artis-quartett.at/grafik/cd_men3.jpg Das werde ich mir unbedingt anhören, die Tonbeispiele auf der site klingen höchstversprechend.
Ihre Aufnahmen mit Zemlinsky und anderen seiner Zeit sind jedenfalls besonders empfehlenswert! (Ich kann heute noch nicht verstehen, weshalb Sony sie wieder ziehen ließ.)
Amadé (03.02.2007, 15:15): Lieber ab,
warum Sony das Artis-Quartett ziehen lies, ist mir nicht ganz unbegreiflich. Im Management sitzen Kaufleute, keine Musikliebhaber mit Kenntnissen des Repertoires und Stellenwert Ihrer Künstler. Immer wieder Gould, Bernstein. Wichtige Aufnahmen mit Rudolf Serkin (z.B. Beethoven op.19) fehlen, wenn es zu Wiederveröffentlichungen kommt, sind es solche Aufnahmen, die bis vorletztes Jahr im Katalog standen, ein Jammer!!!
Nun noch kurz zum auch von mir geschätzten Artis Quartett, sehr empfehlenwert sind die Haydn-Quartette von Mozart. Sehr gut auch von Schubert Rosamunde-Quartett gekoppelt mit "Der Tod und das Mädchen" sowie von Beerthoven mit op.18 Nr.1 und op.132 (alle bei Sony).
Die von Dir angesprochenen Mendelssohn Quartette kenne ich leider noch nicht.
Gruß Amadé
ab (19.03.2007, 12:08): Zum Quartetto Italiano gerade das gefunden:
kennst Du diese Einspielung des Quartetto Italiano? Ich kenne sie nicht, habe aber bisher nur Gutes über sie gehört.
Grüße
Sabine
ab (24.03.2007, 21:30): Original von cellodil kennst Du diese Einspielung des Quartetto Italiano? Ich kenne sie nicht, habe aber bisher nur Gutes über sie gehört.
Ich habe einst nur die späten Quartette gehört: riß mich aber nicht vom Hocker, vieles kam mir eher stehend vor. Von der Güte würde ich sie dem Amadeus Quartett zur Seite stellen, die ich ja bei Beethoven auch nicht überragend finde. (Wie ich gar nicht oft genug betonen kann: Des Quartetto Italianos Einspielung von Debussy/Ravel bei EMI, nicht die spätere, gänzlich anders interpretierte bei Philips, halte ich für einzigartig und überragend! :down)
Aber: Bei den frühen Quartetten des Meisters Beethoven kann das ja ganz anders sein. Ich liebe ja beim op. 18 das Lindsay String Quartet (ASV) besonders!
Jack Bristow (26.03.2007, 21:52): Original von cellodil kennst Du diese Einspielung des Quartetto Italiano? Ich kenne sie nicht, habe aber bisher nur Gutes über sie gehört.
Ich kenne diese Aufnahme zwar auch nicht, aber meiner sonstigen Erfahrung nach (Brahms, Mozart) ist das QI ein sehr klangschönes, aber in meinen Ohren letztlich eher langweiliges Ensemble, das für energischere Musik wie Beethoven nicht mein Fall ist.
viele Grüße
J Bristow
Ganong (28.04.2007, 15:35): Ich habe mir die wohl neu editierte Aufnahmen der Streichquartette mit dem Guarneri Quartett gekauft .
S e h r empfehlenswert !
Masstab bleib das J S Q ( CBS / LPs ) .
Grüsse ,
Frank
ab (02.05.2007, 11:25): dd
ab (24.01.2007, 12:09): Weil mir hier der richtige Ort dafür zu sein scheint:
An anderer Stelle, zum Thema, ob man sich an Musik "überhören" könnte, schrieb ich von einem Konzerterlebnis:
Das hatte ich nur ein einziges Mal, nämlich als ich 1996 an drei Tagen hintereinander sämtliche Streichquartette Beethovens von sechs verschiedenen Ensembles im Konzert hören konnte: Quatuour Mosaique, Vogler Quartett, Leipziger Streichquartett, Carmina Quartett, Keller Quartett, Hagen Quartett. (Reihung bewusst gewählt!)
Danach konnte ich fünf Tage keinen Beethoven mehr hören, wiewohl es mir sozusagen unter den Fingern brannte, diese eindrücklichen Erlebnisse und die neuen Erfahrungen an Aufnahmen zu überprüfen oder zu vertiefen.
Darauf bekam ich eine Antwort von Frank Original von Ganong Lieber ab ,
in der Kürze : lag dies nun an dem Mammutprogramm ? , den sehr verschiedenen Ensembles ? oder an einem Teil zumindest der Werke ?.
Ich könnte mir bei Dir als ausgesprochenem Kenner der Kammermusik sehr gut vorstellen , dass z.B. Kammermusiker wie Hagen , Artemis , Juilliard , Talich , Alban Berg und eines nach persönlicher Wahl solch ein Riesenprojekt spannender gemacht hätten . Meine persönliche Erfahrung geht dahin , das ein Interpret ( oder mehrere ) einen Gesamtzykluzs , wie aktuell ja mehrere der Beethovensonaten für Klavier solo gibt, möglichst geschlossen vorgetragen werden sollten .
Aber schon bei der Programmzusammenstellung dürften sich nicht nur erhebliche subjektive Unterschiede finden lassen .
Welche Quartette würdest Du , wenn Du die Mögloichkeit hättest , denn für solch ein Programm aussuchen ?
Wäre Artemins dabei ?
Viele Grüsse ,
Frank
Darauf möchte ich hier gerne antworten:
Es lag einzig am Mamutprogramm in dieser kurzen Zeit: Lieber ein Beethoven Streichquartett (im Konzert) mittelmäßig gehört, als überhaupt nicht! Die Qualitätsunterschiede waren natürlich beträchtlich.
Wenn ich mir etwas damals (aber auch noch heute) hätte wünschen können, dann wäre es wohl der Zyklus, gesamt gespielt vom Hagen Quartett gewesen: Die sind einfach in einer musikalischen Liga jenseits der anderen Formation.
Frank hat schon eine sehr gute Zusammenstellung getroffen, wobei ich die Talichs weder in alter noch aktueller Besetzung im Konzert gehört habe und nicht weiß, wie der Juilliards Beethoven mit dem "neuen" Primarius klingt. (Ich finde jedenfalls, dass sie mit den letzten Aufnahmen, die ich hörte, ihre Qulität halten konnten.)
Das Artemis Quartett habe ich nur einmal im Konzert und ohne Beethoven gehört, als sie neu am Markt waren (Bergs Lyrische Suite sowie als Sextett mit zwei Alban Bergs: Strauss’ Vorspiel zur Oper „Capriccio“ & Schönbergs Verklärte Nacht), das habe ich in sehr guter aber nicht phantastischer Erinnerung; und deren Beethoven-Aufnahmen haben mich nicht vom Hocker gerissen. Dennoch würde ich wohl dieses Quartet in einer 6er-Wunschliste aufnehmen.
Gerne hätte ich noch the Lindsays (trotz der technischen Mängel) gewählt, aber die haben sich ja inzwischen aufgelöst. Ein Ersatz währe wohl dafür nur das Guarneri Quartet, wiewohl sie in ihrem Alter schon einen sehr guten Tag haben müssten.
Gespannt wäre ich, ob und gegebenenfalls wie das Zehetmair Quartett Beethoven zu spielen verstünde.
Jedenfalls würde ich dem Minguet Quartett blanco eine Chance geben, nachdem ich ihnen einen der größten Konzertabenden eines Lebens verdanke und das mit nicht gerade berauschenden zeitgenössischen Kompositionen.
Mich würde sehr interessieren, wie sich das Alban Berg Quartett mit der neuen Bratscherin verändert hat.
Auch höre ich einmal gerne aus England sowohl das Brodsky Quartet Beethoven spielen hören als auch das Vellinger String Quartet aus London mit ihren subtilen Klangeffekte.
Frank, Du siehst, ich ginge viel Risiko ein und würde Formationen wählen, mit denen ich noch nie Beethoven gehört habe.
Wenn ich ein Zeitreise zusammenstellen könnte, hörte ich gerne den Zyklus mit folgenden fünf Formationen:
als sechstes wählte ich entweder Hollywood String Quartet oder Griller Quartett oder aber das Quartetto Italiano aus den 50ern.
Und fielen mir vier davon aus, dann jedenfalls: Busch Quartett & Hagen Quartett! :down
Ganong (25.01.2007, 21:16): Lieber ab ,
ja , das GUARNERI QUARTETT , auch ein wenig leider und unberechtigterweise in Vergangenheit geraten . Du hast Recht ,natürlich , das es zu dem besten gehört , das wirerleben durften . Auch wenn die herausragenden Aufnahmen schon einige Jahre her sind. Aber welch eine klangliche Atmosphäre , welch eine Kultur des gemeinsamen Musizierens ! Einfach grossartig .
Das bei Dir die ARTEMIS - Formation nicht so weit nach oben gelangen konnte , entspricht sicherlich , ich spekuliere , Deiner ganz persönlichen Musikästhetik . Ich las vor wenigen Wochen , das sich in der Formation etwas getan habe und erst i Herbst 2007 eine neue Aufnahme herauskommen werde , aber noch unter alter Besetzung .
Die JUILLIARDs , ich weiss es , haben es se h r schwer bei Dir . Aber die Aufnahmen bei TERSTAMENT beeindrucken doch sehr . Rat an alle : Kauft die alten Aufnahmen unbedingt ! Sternstunden glücklichen , besselten , gemeinsamen Musizierens .I c h , lieber ab , Du wiesst dies ja , würde diese Künstler mit Ausnahmerang unbedingt und immer ganz oben mit ansiedeln . ( Wie Du "Dein" Hagen - Quartett . )
BORODIN ist ja wohl inzwischen zerfallen , aufgelöst ,weil ohne weitere Tradition . Extrem schade , wenn wir an die bekannten Aufnahmen denken .
Dank fürDeine Hervorhebung junger Ensebmles !!! Die Zeit bleibt nicht stehen und es gibt doch erfreulicherweise auch nach Busch sehr gute , hochmotivierte Kammermusiker.
Beste Grüsse Dir ,
Frank
ab (25.01.2007, 22:19): Lieber Frank,
Ja , das GUARNERI QUARTETT , auch ein wenig leider und unberechtigterweise in Vergangenheit geraten . Du hast Recht ,natürlich , das es zu dem besten gehört , das wirerleben durften . Auch wenn die herausragenden Aufnahmen schon einige Jahre her sind. Aber welch eine klangliche Atmosphäre , welch eine Kultur des gemeinsamen Musizierens ! Einfach grossartig .
Ich konnte sie noch im Konzert erleben und war fasziniert von den Insturmenten, die in der Nähe einfach nicht zu Klingen anfangen wollten (ich liebe es, so weit vorne wie möglich zu sitzen). Ich setzte mich nach der Pause in die letzte Reihe, wo erst langsam die Instrumente zu klingen anfingen. Faszinierend: Bei keiner Stradivari habe ich etwas vergleichbares erlebt, die immer auch in der Nähe schon klangen. Hast Du ähnliche Erfahrungen gemacht? (Wohl ein Thema für sich, einmal...)
Das bei Dir die ARTEMIS - Formation nicht so weit nach oben gelangen konnte , entspricht sicherlich , ich spekuliere , Deiner ganz persönlichen Musikästhetik .
Ich muss gestehen, dass dies eher mehr damit zu tun hat, sie nicht besser zu kennen.
Die JUILLIARDs , ich weiss es , haben es se h r schwer bei Dir . Aber die Aufnahmen bei TERSTAMENT beeindrucken doch sehr . Rat an alle : Kauft die alten Aufnahmen unbedingt ! Sternstunden glücklichen , besselten , gemeinsamen Musizierens .I c h , lieber ab , Du wiesst dies ja , würde diese Künstler mit Ausnahmerang unbedingt und immer ganz oben mit ansiedeln . ( Wie Du "Dein" Hagen - Quartett . )
Ich vermute, dies hat auch damit zu tun, dass jeder Interpretationsstil seine eigene Zeit hat und wir verschiedenen Generationen angehören. Ich muss sagen, dass mir ihre frühen Aufnahmen und jetzt wieder ihre ganz späten besser gefallen als die Zeit der 1960-90er. Ich halte es für eines der ganz großen Streichquartette des 20. Jahrhunderts. Es ist reine Geschmackssache, das ich vorwärtsdrängende Dramatik weniger schätze. Der Primgeiger war jedenfalls einer der ganz ausnehmend musikalischen.
BORODIN ist ja wohl inzwischen zerfallen , aufgelöst ,weil ohne weitere Tradition .
Das wusste ich gar nicht! Stimmt das wirklich?
Dank fürDeine Hervorhebung junger Ensebmles !!! Die Zeit bleibt nicht stehen und es gibt doch erfreulicherweise auch nach Busch sehr gute , hochmotivierte Kammermusiker.
Ja, aber leider sind heute sehr oft nur Noten zu hören, statt dass Musik gemacht wird.
herzlicher
cellodil (26.01.2007, 00:21): Original von ab Ja, aber leider sind heute sehr oft nur Noten zu hören, statt dass Musik gemacht wird.
Schön gesagt!
Herzliche Grüße
Sabine
P.S. So selten sind die "guten Tage" des Guarneri Quartets nun auch nicht!
Amadé (28.01.2007, 11:16): Liebe Freunde/-innen der Beethoven-Quartette,
ehrlich gesagt, sie an wenigen Tagen hintereinander zu hören ist ein starker Brocken und fordert immense Konzentration. Auch die Klavierkonzerte möchte ich nicht an zwei Abenden hören, bei den Klaviersonaten ist des anders, da der Interpret zwischen gewichtigen Stücken auch weniger anspruchsvolle und kürzere platzieren kann, bei den Quartetten, die außer op.95 eine knappe halbe Stunde bis 45 Min dauern, fühle ich mich da leicht überfordert.
Beim Juilliard Quartett bin ich eurer Meinung, die frühen Aufnahmen zunächst bei RCA (heute Testament) dann bei CBS aus den 6oer bis frühen 70er Jahren sind die geschlosseneren und überzeugen mich sehr.
In den bisherigen Beiträgen vermisse ich die Namen jüngerer noch musizierender Quartette, einige habe ich auch mit LvB im Konzertsaal gehört mit respektablen Ergebnissen. An den Anfang stelle ich das Leipziger Streichquartett, das Petersen Quartett sowie das Vogler Quartett, von allen drei Ensembles gibt es auch Beethoven CDs. Das Auryn Quartett hat bei Tacet eine Gesamtaufnahme auf sehr hohem Niveau abgeschlossen. Dann fallen mir noch ein: Artis Quartett, Mannheimer Streichquartett, Carmina Quartett, Henschel Quartett, Eroica Quartett, Kuss Quartett sowie Jerusalem Quartett. Auch die Böhmen sollten nicht vergessen werden: Takács Quartett (decca) und Prazák Quartett (Praga), beide Formationen haben unlängst achtenswerte Gesamteinspielungen fertiggestellt.
Zur guter letzt sollte man noch das La Salle Quartett erwähnen, das bei der DGG die letzten Quartette hinterlassen hat.
Grüße Bernd
Ganong (01.02.2007, 16:18): Lieber ab ,
Du hast es prägnant formuliert , dass auch bei mir , und vielleicht sogar besonders , der Zugang zu eionem Werk ( undweniger zu einem Zyklus oder einer Gesamtaufnahme ) eine Frage der individuellen Musikästhetik ist . Wobei die Wirkungsästhetik ganz im Vordergrund steht .
Deine Meinung zum Juilliard Quartet teile ich cum grano salis . Ich mag ihr Spielüber die Jahrzehnte (!) ungemein .
Du bevorzugst wohl das Hagen Qzartett , das sicherlich insgesamt gleichrangig sein dürfte .
Ich las inzwischen in der "Frankfurter Allgemienn Zeitung" einen überschwenlichen Artikel über das Artemis Quartett .
Berücksichtigen müssten wir stets , ob es sich um einen einzigen Abend im Konzertsaal handelt oder eine Studioaufnahme .
Das Guarneri Quarett dürfte in diese Spitzengruppe gehören wie das aufgelöste Borodin Quartett .
Am Rand : Es ist interessant , welche Solisten mit welchen Quartetetn zusammengespielt haben und welche wegen Verträgen bei anderen Labels leider nicht .
Viele Grüsse ,
Frank
PS.: Über den Klang der Stradivarius - Geigen gibt es aus den USA interessante physikalische , ingenieurwissenschaftliche und chemische Untersuchungen . Wie die Guarneris bleiben sie sicherlich einzigartig . Man sie ben nicht kopieren . Und man sollte ,berücksichtigen , w e l c h e s Instrument gespielt wird .
F.
ab (01.02.2007, 21:08): Original von Amadé Dann fallen mir noch ein: Artis Quartett,
Schön, dass der Name dieses großartigen Quartetts fällt! Allerdings ist keine Beethoven CD aufgenommen worden. Vielen Dank trotzdem, dass Du hier diesen Namen nennst, denn so bin ich auf ihre site gesurft und konnte entdecken, dass sie Mendelssohn gesamt aufgenommen und dafür Choc und Diapason D'ar eingeheimst haben - was mich nicht im Geringsten wundert. http://www.artis-quartett.at/grafik/cd_men3.jpg Das werde ich mir unbedingt anhören, die Tonbeispiele auf der site klingen höchstversprechend.
Ihre Aufnahmen mit Zemlinsky und anderen seiner Zeit sind jedenfalls besonders empfehlenswert! (Ich kann heute noch nicht verstehen, weshalb Sony sie wieder ziehen ließ.)
Amadé (03.02.2007, 15:15): Lieber ab,
warum Sony das Artis-Quartett ziehen lies, ist mir nicht ganz unbegreiflich. Im Management sitzen Kaufleute, keine Musikliebhaber mit Kenntnissen des Repertoires und Stellenwert Ihrer Künstler. Immer wieder Gould, Bernstein. Wichtige Aufnahmen mit Rudolf Serkin (z.B. Beethoven op.19) fehlen, wenn es zu Wiederveröffentlichungen kommt, sind es solche Aufnahmen, die bis vorletztes Jahr im Katalog standen, ein Jammer!!!
Nun noch kurz zum auch von mir geschätzten Artis Quartett, sehr empfehlenwert sind die Haydn-Quartette von Mozart. Sehr gut auch von Schubert Rosamunde-Quartett gekoppelt mit "Der Tod und das Mädchen" sowie von Beerthoven mit op.18 Nr.1 und op.132 (alle bei Sony).
Die von Dir angesprochenen Mendelssohn Quartette kenne ich leider noch nicht.
Gruß Amadé
ab (19.03.2007, 12:08): Zum Quartetto Italiano gerade das gefunden:
kennst Du diese Einspielung des Quartetto Italiano? Ich kenne sie nicht, habe aber bisher nur Gutes über sie gehört.
Grüße
Sabine
ab (24.03.2007, 21:30): Original von cellodil kennst Du diese Einspielung des Quartetto Italiano? Ich kenne sie nicht, habe aber bisher nur Gutes über sie gehört.
Ich habe einst nur die späten Quartette gehört: riß mich aber nicht vom Hocker, vieles kam mir eher stehend vor. Von der Güte würde ich sie dem Amadeus Quartett zur Seite stellen, die ich ja bei Beethoven auch nicht überragend finde. (Wie ich gar nicht oft genug betonen kann: Des Quartetto Italianos Einspielung von Debussy/Ravel bei EMI, nicht die spätere, gänzlich anders interpretierte bei Philips, halte ich für einzigartig und überragend! :down)
Aber: Bei den frühen Quartetten des Meisters Beethoven kann das ja ganz anders sein. Ich liebe ja beim op. 18 das Lindsay String Quartet (ASV) besonders!
Jack Bristow (26.03.2007, 21:52): Original von cellodil kennst Du diese Einspielung des Quartetto Italiano? Ich kenne sie nicht, habe aber bisher nur Gutes über sie gehört.
Ich kenne diese Aufnahme zwar auch nicht, aber meiner sonstigen Erfahrung nach (Brahms, Mozart) ist das QI ein sehr klangschönes, aber in meinen Ohren letztlich eher langweiliges Ensemble, das für energischere Musik wie Beethoven nicht mein Fall ist.
viele Grüße
J Bristow
Ganong (28.04.2007, 15:35): Ich habe mir die wohl neu editierte Aufnahmen der Streichquartette mit dem Guarneri Quartett gekauft .