Benjamin Britten - Streichquartette

Heike (29.04.2009, 21:21):
Britten schrieb drei Streichquartette, opp. 25, 36, 94
Ich finde, die haben einen eigenen Thread verdient!

Ich fange mal mit dem ersten an - Streichquartett Nr. 1 D-Dur op. 25
Das Quartett entstand im Sommer 1941 in den USA als Auftragswerk für die Musikmäzenin Elizabeth Sprague Coolidge.

Sätze:
1. Andante sostenuto- Allegro vivo
Es beginnt märchenhaft zart und leise, fast schwebend, aber alsbald bricht eine dazu völlig unkompatible harte Passage in die Feenwelt ein. Diese beiden "Welten" passen nun ganz und gar nicht zusammen, Britten spielt mit diesen Gegensätzen und Kontrasten sehr kontrapunktisch und stellt sie immer wieder gegenüber, hält sie in spannungsvoller Balance. Ein wenig nähern sich die Dinge zwar an, aber es bleibt am Ende ein Fragezeichen stehen.

2. Allegretto con slancio
Der zweite Satz, ein Scherzo, wirkt sehr skuril - sehr virtuos, fast atemlos, werden wieder unvereinbare Dinge hin und hergewendet und es beruhigt sich erst zum Schluss ein wenig. Da ist richtig was los.

3. Andante calmo
Jetzt erinnert sich Britten an die alten Engländer aus dem 16. Jahrhundert, es entspinnt sich ein fast göttlicher "Gesang" von Trauer und Glück zugleich. Sehr einfach und sehr genial.

4. Molto vivace
Tja, und der letzte Satz ist dann irgendwie ein riesiger Klamauk, irgendwie typisch britischer Humor. Alles kommt nochmal aif den Kopf gestellt wieder, das macht richtig Spaß.

Ich finde, das ist grandiose moderne Musik!
Kennt ihr das Quartett, könnt ihr Aufnahmen empfehlen?
Heike
Gerion (30.04.2009, 10:01):
Hallo, ich bin gerade ziemlich im stress und habe deswegen lange nichts gepostet, aber gerade lese ich Deinen Beitrag und muss Dir voll zustimmen: Die Musik ist wirklich klasse! Erst gestern abend hörte ich das Quartett in Köln, gespielt vom Belcea Quartett, dessen Britten-Aufnahme ich auch sehr empfehlen kann.

So, jetzt tauche ich wieder ab... :(

Herzlichst,
Gerion
ab (30.04.2009, 14:13):
Original von Hebre
Philharmonie Berlin, Kammermusiksaal
Di 28. April 2009 20 Uhr
Belcea Quartet
Benjamin Britten: Streichquartett Nr. 1 D-Dur op. 25

Das Britten-Quartett habe ich im letzten Jahr schon mal live gehört, ich mag es sehr und ich finde, es ist eine wirkliche Perle dieses Genres aus diesem Jahrhundert. So als Laie glaube ich, dass es ungeheuer schwer zu spielen ist? Es war einfach göttlich, ich habe es wahrhaft genossen, das ist wirklich große Musik und es ist unheimlich raffiniert aufgebaut. Ich muss mal gleich nachher gucken, ob es schon einen Thread dazu gibt, ich glaube ich werde mir eine Aufnahme dazu kaufen.


Brittens erstes Quartett mag ich auch besonders. Ich hab es in einer Einspielung durch das Britten Quartet bei Collins, mit der ich derart hinreichend zufrieden war, dass ich mich nie nach Alternativen umgehört hätte.

Zur Aufnahme durch das scharfe Belcea Quartet siehe hier oder da oder besonders ausführlich dort.

Ich würde aber jedenfalls auch das musikantische Brodsky Quartet (Challenge) in Erwägung ziehen, die ich damit in bester Konzerterinnerung habe und die ausgezeichnete Besprechungen bekommen haben.

Wer Klangschönheit besonders mag, so wurde mir ans Herz gelegt, solle jedenfalls auch das Sorrel Quartet (Chandos) hören.

:hello
ab (17.05.2010, 15:54):
Die Aufnahme mit dem Britten Quartett ist gerade bei Brilliant Classics billigst wiederveröffentlicht worden:

http://ecx.images-amazon.com/images/I/51tbmgbjZ9L._SL500_AA300_.jpg
ab (25.05.2010, 13:08):
Original von ab
Die Aufnahme mit dem Britten Quartett ist gerade bei Brilliant Classics billigst wiederveröffentlicht worden:

http://ecx.images-amazon.com/images/I/51tbmgbjZ9L._SL500_AA300_.jpg

und hier vorzüglich rezensiert worden.

Ich habe sie aber nicht von Phoenix Music, sondern von Collins ?(