martin (02.06.2006, 17:25): Johannes Brahms, die Kammermusik. Ich habe die Aufnahmen von Brilliant. Ich habe die Brilliant Masterworksbox ( 40 CDs), die ich sehr empfehlen kann ( ohne daß ich dies beurteilen könnte). Man bekommt die gesamte Klaviermusik ( u.a. bei den Klaviersonaten mit Helene Grimaud), die gesamte Kammermusik, die Box mit den Chorwerken unter Matt scheint auch vollständig enthalten zu sein. Das orchestrale ist wohl nicht so doll, außer den ungarischen Tänzen, die in einer Hungarotonaufnahme enthalten ist, die ich klasse finde. Die Kammermusikbox ist von der neuen Züricher mal sehr positiv besprochen worden ( wie ich durch Googlen heraus fand). Also ich denke man bekommt für seine 35 Euro schon einen sehr realen Gegenwert.
Ich habe eine Zeit lang die Kammermusik sehr gerne gehört, aber mein Anfangsimpuls ist ein wenig ins Stocken geraten, weil sich andere Musik wieder in den Vordergrund drängte.
Ich mag sehr das herrliche erste Klaviertrio, die erste Cellosonate, das erste und dritte Streichquartett. Ich glaube das dritte Klaviertrio müßte ich auch mal wieder hören. Dem Streichsextett ( dem ersten) konnte ich weniger abgewinnen, die erste Violinsonate vermochte mich nicht spontan zu begeistern
Eigentlich bin ich ein Johannes Brahms Fan schon seit meiner Jugend. Er war sozusagen musikalisch meine erste Liebe. Umso erstaunlicher, daß ich dann doch damals bei der Orchestermusik, den Sinfonien, Sernaden und Konzerten und dem deutschen Requiem hängen blieb.
Was sind Eure Erfahrungen mit der Kammermusik Brahms? Was sind Eure liebsten Sachen? Was meint ihr sollte ich unbedingt noch mal hören? Ich schreibe dies auch mit dem Hintergedanken, daß die Anregung zum Hören einer der schönsten Nebeneffekte des Schreibens und Lesens in einem Klassikforum sind. Und ich würde sehr gerne zum Hören der Kammermusik von Brahms mal wieder angeregt werden. :engel
Gruß Martin
Carola (02.06.2006, 18:19): Bei Brahms gefällt mir in der Kammermusik fast alles.
Besonders das Klarinettenquintett op. 115 in dieser Aufnahme:
Aber auch die Violinsonaten sind großartig, die Cellosonaten, die Klaviertrios nicht zu vergessen und und und.
Mit Gruß von Carola
Jack Bristow (02.06.2006, 22:08): Wirkliche Ausfälle gibt es hier nicht; die schwachen Werke hat Brahms nicht publiziert, sondern verbrannt. Den häufig geäußerten Eindruck einer gewissen Trockenheit oder Herbe kann ich jedoch bei einigen wenigen Werken, etwa den Quartetten und dem 2. u. 3. Trio nachvollziehen. Besonders eingängig finde ich die Sextette, das H-Dur-Trio und das Klavierquintett op.34. Die alle haben mich schon beim ersten Hören fasziniert. Favoriten sind außerdem die Klavierquartette, besonders das 1., die Violinsonaten und alle 4 Werke mit Klarinette. (die sind in der Brilliant Box wohl teils mit Leister, müßte eigentlich sehr gut sein!) Die Es-Dur-Klarinettensonate und die ersten beiden Violinsonaten gehören zu den melodisch reizvollsten und klangschönsten Stücken überhaupt. Ewig nicht gehört habe ich das Horntrio, das ich eigentlich auch aber als klanglich sehr apartes Stück in Erinnerung habe.
viele Grüße
J. Bristow
martin (02.06.2006, 22:10): Liebe Carola,
ich kann Deinen Eindruck, daß Dir in der Kammermusik von Brahms fast alles gefällt, nur bestätigen. Mir geht es genauso. Wobei das Klarinettenquintett noch nicht zu meinen Lieblingen gehört. Ich habe es heute mal wieder gehört. Das ist ein Spätwerk, ein schönes Werk, bei dem sich in herbstlicher Stimmung edle Melancholie ausbreitet. Das mag ja auch ganz schön sein, aber da fehlt mir in diesem Weg der Zug, das beginnt mich auch zu langweilen. Liegsts nun an mir oder am Interpreten ( Karl Leister). Den Leister habe ich jetzt gleich doppelt, einmal mit den Berliner Solisten ( Teldec) und dann mit dem Brandisquartett.
Bei dem 2. Streichquartett ging es mir heute ganz anders. Das ist wirklich ein tolles Werk. Ich habe es vor ein paar Monaten schon mal gehört, aber vergessen. Glücklicherweise fand ich in der CD einen Zettel: Januar 06, toll. Ohne solche Zettel komme ich bei dem Quantum an Musik, die ich in den letzten Jahren gehört habe, nicht mehr aus. Also ich glaube die Streichquartette sind wirkich gut, auch das erste Streichquartett hat mir sehr gut gefallen und wenn ich mich recht erinnere auch das 3., das ich heute noch mal hören möchte.
Gruß Martin
Carola (02.06.2006, 22:20): Mir wird gerade klar, dass ich die Streichquartette noch gar nicht kenne, überhaupt alle reine Streicher-Kammermusik.
Ja, Brahms klingt manchnmal herbe - aber nie schroff oder kalt. Ich muss bei seiner Musik, vor allem der Kammermusik oft an eine unterschwellig glimmende Glut denken. Langweilig finde ich es eigentlich nie, eher manchmal zu dicht gerdrängt.
Wollte Zelenka nicht demnächst auch einen eigenen Faden zu den Cellosonaten aufmachen?
fragt Carola
martin (02.06.2006, 23:48): Liebe Carola,
ich kann Dir die Streichquartette nur sehr ans Herz legen. Ich finde sie überhaupt nicht herb, sondern sehr schön. Vor allem habe ich wirklich den Eindruck: In dieser Gattung ist Brahms wirklich ambitioniert, da ist er sich der großen Tradition wirklich bewußt, da läßt er nichts zweitklassiges durchgehen. Die ersten beiden gefallen mir am besten, aber das dritte spätere gefällt mir auch sehr gut, viel lockerer, entspannter, verspielter, das ist sehr schön. Das erste habe ich nun längere Zeit nicht gehört, aber ich erinnere mich, daß das enormen Zug hatte und daß ich sehr beindruckt war. Und die Aufnahmen mit dem Tokyo string quartett, die mal bei Vox erschienen und dann bei Brilliant gelandet sind, gefallen mir ( ohne einen Vergleich zu haben) sehr gut.
Die Streichtrios kenne ich auch noch nicht, vielleicht weil ich mir von der Gattung Streichtrio nicht so viel verspreche? Aber wenn es Brahms ist, wird es sicher trotzdem toll sein.
Gruß Martin
Jack Bristow (03.06.2006, 00:18): Original von martin Die Streichtrios kenne ich auch noch nicht, vielleicht weil ich mir von der Gattung Streichtrio nicht so viel verspreche? Aber wenn es Brahms ist, wird es sicher trotzdem toll sein.
Es gibt keine Streichtrios von Brahms: 3 Quartette, 2 Quintette, 2 Sextette, 3 Klaviertrios, ein Horn- und ein Klarinettentrio, 3 Klavierquartette, ein Klavier- und ein Klarinettenquintett, 3 Violinsonaten und je 2 Cellosonaten und Klarinettensonaten. Wer spielt denn die Klarinettensonaten in der Brilliant-Box?
viele Grüße
J. Bristow
martin (03.06.2006, 00:27): Original von Jack Bristow Wer spielt denn die Klarinettensonaten in der Brilliant-Box?
viele Grüße
J. Bristow
Auch Karl Leister mit Ferenc Bognar, eine Aufnahme, die mal bei Nimbus erschienen ist.
Gruß Martin
Carola (03.06.2006, 09:20): Original von Jack Bristow
... Besonders eingängig finde ich die Sextette...
viele Grüße
J. Bristow
Na, dann fange ich doch gleich mal mit denen an. Gibt es eine Empfehlung?
Oder vielleicht gleich eine Box mit den Sextetten, Quintetten und Quartetten (Streicher)?
Ich "darf" ja jetzt wieder bestellen. :D
Mit Gruß von Carola
Jack Bristow (03.06.2006, 10:41): Original von Carola Original von Jack Bristow
... Besonders eingängig finde ich die Sextette...
Na, dann fange ich doch gleich mal mit denen an. Gibt es eine Empfehlung?
Oder vielleicht gleich eine Box mit den Sextetten, Quintetten und Quartetten (Streicher)?
Ich glaube so was Ähnliches gibt es sogar mit dem Amadeus-Q. (die kenne ich aber nicht, bin auch kein großer Fan dieses Ensembles). Ich habe die Sextette mit dem Raphael Ensemble (hyperion) und die Aufnahme der Philips-Kammermusikbox (Berliner Solisten oder so). Diese Box ist eigentlich ziemlich gut, der Schwachpunkt sind hier aber m.E. die Quartette mit dem Quartetto Italiano, die ich langweilig finde. Ich habe noch das Alban-Berg-Quartett, die sind sehr packend. Meine CD der Quintette dürfte seit langem vergriffen sein (Boston Chamber players), daher kann ich hier keine einzelne CD empfehlen. Ich würde annehmen dass Raphael auf hyperion wieder sehr gut ist, aber eben auch nicht gerade billig.
Auch wenn ich bei den Trios keinen Vergleich habe, diese Aufnahmen gefallen mir sehr.
Mit Gruß von Carola
martin (03.06.2006, 14:30): Ich habe mir heute noch mal die erste Violinsonate angehört. Und dann habe ich mich gefragt, wie ich oben zu dieser Aussage gekommen bin, daß sie mich nicht spontan zu begeistern verstanden hat. Also auf jeden Fall hat diese Sonate in ihrem ersten Satz ein überwältigend schönes, originelles und wunderbares Hauptthema. Vielleicht war dies mein Problem mit dieser Sonate, daß dieses Hauptthema sozusagen alles überstrahlt, daß man im ersten Satz immer ungeduldig wartet: Wann kommt es wieder und in den nächsten beiden Sätzen traurig ist: Nun ist es vorbei. Aber ich habe die Sonate gestern und heute noch mal gehört: Sie ist glaube ich auch im ganzen recht schön, nicht nur wegen dieses Themas. Jedenfalls war meine obige Aussage sicherlich der Tatsache geschuldet, daß ich die Sonate nicht mehr klar im Gedächtnis hatte.
Gruß Martin
Cosima (04.06.2006, 11:30): Liebe Brahms-Freunde,
ich habe schon öfter darauf hingewiesen: Eine tolle Einspielung der wunderschönen Streichquintette op. 88 und 111 gibt es vom Leipziger Streichquartett mit Hartmut Rohde (Viola). Auch die Klangqualität ist überwältigend!
http://www.wom.de/image/cover/front/0/3455830.jpg
Gruß, Cosima
Cosima (04.06.2006, 11:42): Sehr stark ist auch diese Aufnahme der beiden Cellosonaten von Brahms mit Starker und Sebok: (Vielleicht wären Einzelthreads zu den Kammermusik-Werken besser gewesen.)
Jack Bristow (04.06.2006, 12:20): Original von martin Ich habe mir heute noch mal die erste Violinsonate angehört. Und dann habe ich mich gefragt, wie ich oben zu dieser Aussage gekommen bin, daß sie mich nicht spontan zu begeistern verstanden hat. Also auf jeden Fall hat diese Sonate in ihrem ersten Satz ein überwältigend schönes, originelles und wunderbares Hauptthema.
Dieser Satz (um dessen willen die Sonate mein Favorit ist) und der erste des Es-Dur-Klarinettensonate haben meines Wissens als einzige bei Brahms das treffende Attribut "amabile". Mir ging es neulich mit der 3. Violinsonate ähnlich; die hatte ich immer am wenigsten gemocht; beim Wiederhören erwies sie sich dann doch als großartiges Werk (wenngleich mir persönlich die G-Dur und A-Dur immer noch lieber sind)
@Carola Ja die Trios sind auch in der grünlichen Box (und ebenso die Klav.Quartette mit dem BeauxArts & Co). Ich habe bei den Trios keinen rechten Vergleich, bei den Klav.quartetten ziehe ich einzelne andere Einspielungen vor, aber das BeauxArts ist immer sehr solide (mir manchmal jedoch etwas "glatt" oder "neutral")
@Cosima die Starker-Cellosonaten findenn sich auch in der Philips-Box, die wirklich empfehlenswert ist; die einzigen Ausreißer sind für meinen Gemschack die Streichquartette (obwohl die gewiß auch Freunde besitzen, mit fehlt, zumal im 1. Quartett die Leidenschaft) Es gab zwischenzeitlich fast alle diese Aufnahmen auch als "Duos" (wie das von Carola gezeigte), leider scheinen diese nicht mehr alle erhältlich.
viele Grüße
J. Bristow
Carola (04.06.2006, 12:47): Wenn es um die Violinsonaten geht, darf natürlich diese Aufnahme mit Schneiderhan/Seemann nicht fehlen:
Obwohl ich diese Sonaten auch in einer technisch viel besseren (und teureren) Aufnahme mit Pires/Dumay habe, bleibt die oben gezeigte CD mein Favorit. Gegen Schneiderhan wirkt das Spiel von Dumay geradezu blass; schön, aber auch nicht mehr.
Mit Gruß von Carola
P.S. Ich bin mir - wie Cosima - unsicher, ob wir hier nicht zu viel für Einzelfäden vorwegnehmen. Andererseits: Wer wird die aufmachen?
martin (04.06.2006, 14:10): Liebe Carola,
vielen Dank für den Tip mit dem Schneiderhan. Ich habe den Schneiderhan als Solisten des Beethoven Violinkonzerts. Wunderschön! und deshalb kann ich mir es sehr gut vorstellen, daß er auch den Brahms sehr gut interpretiert.
Daß wir hier den Einzelthreads ein bißchen was vorwegnehmen, mag auch sein. Mir ging es aber auch in diesem Thread gar nicht so sehr um den Interpretationenvergleich. Der mag dann den Einzelthreads vorbehalten bleiben ( wiewohl die eine oder andere Interpretation auch zu erwähnen, wie etwa den Schneiderhan, ja auch nicht schlecht ist).
Insgesamt ist die Kammermusik von Brahms wohl von hoher Qualität ( klingt natürlich jetzt ein wenig trocken), aber dabei doch wohl durchaus noch überblickbar. Deshalb bietet sie sich für ein Gespräch wohl eher an, als meinetwegen Haydn. Und es ist auch die einzige Kammermusik, die ich sozusagen vollständig "da habe".
Gruß Martin
ab (04.06.2006, 14:19): Eigentlich war mir Johannes Brahms seit meiner Jugend stets ein Gräuel. Er war sozusagen musikalisch meine erste Abneigung. Umso erstaunlicher, daß ich mich heute zum Gegenteil gekehrt haben, wozu vor allem die Beschärtigung mit dem Liedgesang das ihre getan hat: Durch diesen intimen Zugang habe ich zum ersten Mal, wie mir scheint, Brahms verstanden. Vor allem meine ich erkannt zu haben, was es für ein Fehler ist, Brahms im hochromantischen Sinne, vereinheitlichend und dramatisch zu spielen.
Die Erwerbung dieser stillen Liebe ist also durch lange iund intensive Beschäftigung langsam entbrannt. Heute weiß ich dafür sofort Aufnahmen zu nennen, die mir sehr am Herzen liegen.
Eine wurde bereits genannt, und das sind die Violinsonaten von Schneiderhan. Ebenfalls zugelegt habe ich mir jene von Grumiaux, aber auch - jüngst auf Anraten von Frank - die von ASMutter. Durch wievile Aufnahmen habe ich mich doch gehört...
Besonders ans Herz legen möchte ich auch aber die Klaviertrios in der Interpretation des Altenberg Trio, das inzwischen mein Lieblingsklaviertrio geworden ist. Anders als meistens sonst habe ich hier nicht das Gefühl, dass ein solistischer Pianist gegen zwei Streicher anspielt, gegen den die Streicher ankämpfen. Wie nur wenige Pianisten es können, wird hier der Klang des Instruments jenem der beiden Partner angeglichen (sozusagen der Antipode zum berühmten Baux Art Trio, mit dem ich bis heute noch nichts anfangen kann). Das Altenberg Trio ist eher schlank im Ton aber dennoch mit Wiener Klang, jedoch ohne museal zu wirken wie sonst viele Ensembles aus dieser Stadt heute. Damit meiden sie den üblichen schwelgerischen Spätromantik-Zugriff . Statt dessen geht es frühromantisch um abwechslungsreiche Seelenzustände, ohne gelegentlich absolut radikale Expression auszuschließen.
Ihre Aufnahmen vom Brahms-Triowerk (aber vor allem auch ihr phantastischer Schumann!) bei Vanguard Classics können mich stets aufs Neue begeistern (wenn sie auch an deren Konzerte nicht heranreichen). Wunderbar! (Deren frühere Aufnahmen, nebenbei erwähnt, finde ich nicht so gelungen und ihr frühes Schubertspiel geradezu unerträglich.)
Später dann noch zu mehr Brahms...
martin (04.06.2006, 15:12): Lieber ab,
so verschieden können Zugänge sein. Brahms war für mich der Komponist, den ich von meiner Jugend an von vorneherein mochte.
Ansonsten verstehe ich nicht recht, worauf Du eigentlich hinaus willst. Brahms war ein romantischer Komponist, einer der großen Komponisten der Hochromantik. Er war allerdings nun wohl nicht Tschaikovski. Tschaikovski hat Brahms überhaupt nicht verstanden, er empfand Brahms nur als kalt. Kalt ist Brahms nun mal aber gerade nicht, nur hat er eben nicht diese überbordende emotionale Leidenschaft, die einen Tschaikovski etwa auszeichnet. Da sind sie Antipoden. Bei Brahms ist das Emotionale scheuer zurückhaltender, die Emotion verbirgt sich hinter einer kühleren Außenseite. Aber auch das ist eigentlich ein Klischee und stimmt so nicht.
Ich kann mir schon vorstellen, daß man Brahms auch falsch interpretiert. Aber eigentlich ist mir das offen gesagt, selten passiert, ich glaube schon, daß die meisten Interpreten doch wohl eine ungefähre Vorstellung haben, was Brahms ist und was Brahms auch nicht ist. Also etwa kein Tschaikovski.
Was meinst Du damit, daß Brahms "vereinheitlichend" gespielt wird. Damit kann ich nichts anfangen. Oder "dramatisch". Damit kann ich schon mehr anfangen. Das mag schon sein, Brahms ist vielleicht kein Dramatiker im engeren Sinne. Vielleicht hat er deshalb auch keine Opern geschrieben. Trotzdem finde ich zum Beispiel den ersten Satz des ersten Klavierkonzerts auf sein Weise durchaus dramatisch, vielleicht auch den ersten Satz der ersten Sinfonie und insofern man Brahms Brahms sein läßt und nicht etwas anderes aus ihm zu machen versucht, darf man das doch wohl auch dramatisch spielen, oder nicht?
Gruß Martin
ab (04.06.2006, 21:13): Original von martin Ansonsten verstehe ich nicht recht, worauf Du eigentlich hinaus willst.
Ich wollte drei Aufnahmen empfehlen und versuchen, deren Charakteristik herauszustreichen.
Bei Brahms ist das Emotionale scheuer zurückhaltender, die Emotion verbirgt sich hinter einer kühleren Außenseite.
Ich denke, dass die Frage, ob Brahms "emotionaler" oder "kühler" wirkt, nicht in den Werken Brahms festgelegt ist - wir können ihn ja nicht mehr fragen, was er sich vorgestellt hat - weder zur Zeit als er es selbst komponierte noch zu jeder späteren Zeit, als er es nochmals durchging -, sondern den Interpreten anheimgestellt ist - und das Gleiche gilt für Tschaikowski und jeden anderen auch.
Ich kann mir schon vorstellen, daß man Brahms auch falsch interpretiert.
Mir ging es eigentlich weniger darum, wann eine Interpretation authentisch ist und wann nicht, sondern darum dass die von mir genannten Interpretationen tendenziell eher das sind, was man beim Liedgesang im Gegensatz zu "dramatisch" als "lyrisch" bezeichent.
(Die Frage nach der Authentizität ist fraglos eine spannende Sache, aber da habe ich einfach im Allgemeinen noch keine klare Antwort, und kann daher auch im Speziellen nicht begründen, weshalb ich der Ansicht bin, dass Brahms nicht "im hochromantischen Sinne, vereinheitlichend und dramatisch" gespielt werden sollte. Jedenfalls verdeutlichet dieses (unbegründete) Urteil eine Präferenz von mir.)
Was meinst Du damit, daß Brahms "vereinheitlichend" gespielt wird.
Damit meinte ich bei Brahms im Speziellen, dass viele Ausdrucksfeinheiten und -nuancen einem weiten Bogen geofpert werden, der mit viel Pompösität oder oberflächlichm Pathos oder schwelgerischem Dauervibrato etc. ausgefüllt wird, wobei die feinen, vielfältigen Ausdruckskontraste nieder- oder breitgebügelt werden. (Diese gewöhnlich (ab)wertend verwendeten Ausdrücke verwende ich, nicht um andere Interpretationen im schlechten oder schlechteren Licht darzustellen, sondern, um der drastischen Formulierungsweise wegen den Unterschied stärker hervor treten zu lassen - ich meine es hier wertneutral, obwohl es sicher nicht so klingt.)
darf man das doch wohl auch dramatisch spielen, oder nicht?
Natürlich darf man ihn dramatisch spielen - aber eben auch zB lyrisch und das es solche Einspielungen auch gibt (sie scheinem mir in der Minderzahl), und aurf solche wollte ich hier aufmerksam machen.
Jack Bristow (04.06.2006, 21:27): Der Klassiker schlechthin bei den Violinsonaten ist Suk/Katchen (Decca Legends).
Zu Interpretationsfragen: Das müßte man besser anhand von konkreten Einspielungen und Details durchgehen. Ich kann zwar ab's Bedenken, der Gefahr Brahms sozusagen mit dicker romantischer Soße zuzukleistern verstehen, aber eine allzu "neutrale" Interpretation scheint mir das emotioanle Potential der Musik zu unterspielen. Zum einen finde ich Stücke des jungen Brahms (H.Dur-trio, Sextette) ziemlich ungebrochen romantisch und auch bei einigen späteren Stücken habe ich oft den Eindruck von unter der klassizistischen Oberfläche kaum gebändigten, schwelenden Emotionen. Klavierquintett, 1. Klavierquartett, c-moll-Streichquartett u.a.
viele Grüße
J. Bristow
martin (05.06.2006, 19:54): Lieber Jack,
danke auch für den Tip mit Suk/Katchen. Das klingt doch auch sehr interessant. Es ist doch auch schon interessant, daß Du sagst Suk/Katchen. Mir ist es hier beim Lesen des Threads an einigen Stellen richtig aufgefallen, daß in vielen Fällen einfach nur der Geiger genannt wird, also die Schneiderhanaufnahme oder die von der Mutter. Daraus kann man dann ja eigentlich schon rückschließen, daß der Pianist bei den Violinsonaten eigentlich recht entbehrlich ist. Aber der Pianist Katchen ist denke ich schon ziemlich bekannt. Dagegen weiß ich eben nicht, ob zum Beispiel der Klavierpartner von dem Schneiderhan ( an sich eine Aufnahme, die ich gerne hätte), irgendeine Bekanntheit genießt. Ich habe den Namen Seemann als Pianist noch nie gehört ( aber vielleicht ist das ja eine Bildungslücke von mir). Deshalb kann er natürlich trotzdem gut sein.
Ich dachte daran, als ich im Thread über die Cellosonaten von Beethoven etwas über die große Wichtigkeit, ja Gleichberechtigung des Pianisten mit dem Cellisten in diesen Sonaten las.
Gruß Martin
@ab Danke für Deine Erläuterungen. Es wäre nur interessant zu wissen, welche Interpretationen Deiner Meinung nach in die falsche Richtung gehen. Mir gefallen etwa die Brahmsinterpretionen, soweit ich sie kenne von Wand, Klemperer ( im Requiem), Kleiber ( in der vierten) in der sinfonischen Musik. Und sicher gibt es auch andere Interpreten, die ich nicht kenne, wie Abbaddo, die auch einen guten Ruf haben. Mich würde es da halt schon interessieren, ob Du denn da auch einen "großen Namen" angreifen würdest. Das würde der Diskussion natürlich Pfeffer geben ( und Dir dann möglicherweise bei dem Liebhabern desjenigen Minuspunkte einbringen :wink )
ab (05.06.2006, 21:17): Original von martin Es wäre nur interessant zu wissen, welche Interpretationen Deiner Meinung nach in die falsche Richtung gehen. Mir gefallen etwa die Brahmsinterpretionen, soweit ich sie kenne von Wand, Klemperer ( im Requiem), Kleiber ( in der vierten) in der sinfonischen Musik.
Ich möchte nochmals betonen: Mir scheint es kein Fehler zu sein, Brahms dramatisch zu spielen; - nur denke/vermute ich, dass lyrische Interpretationen prinzipiell angemessener (authentischer) wären, also mehr der Intention Brahms entsprechen dürften.
(Ich beispielsweise schätze sehr den letzten Karajan-Zyklus, der nicht mehr wie seine früheren vorwärtsdrängend, sondern ruhend und ungeheurlich klangintensiv interpretiert ist - eine dritter Zugangsmöglichkeit, abseits von dramatisch/lyrisch)
Aber ganz Allgemein sprichts Du hier ein noch größeres Problem an als bei der Kammermusik, nämlich die Sinfonien - und da hatte ich ja immer meine größten Probleme, weil ich bislang keine solche Interpretation gefunden habe, wie sie mir vorschwebt - nicht einmal (oder soll ich sagen: schon gar nicht) jene auf Alten Instrumenten. Bei den Klavierkonzerten fiele mir anastzweise die (höchst problematische) Interpretation Gould/Bernstein ein sowie genauso ansatzweise die von Buchbinder/Harnoncourt , weil sie (beidemal meine ich die Piansiten) durch die Tempowahl des ersten Satze gar nicht jene Dramatik bringen können, wie sie beispielsweise so exemplarisch Fleisher/Szell hervorbringen (welche ich übrigens vom Dirigat bewundere).
(Einmal hörte ich im Radio einen Konzertmitschnitt Beethovens 5. Sinfonie, gespielt von irgend einem kleinen Mitteldeutschen Orchester - ich meine aus Thüringen, womöglich Suhl? - mit einem mir unbekannten Dirigenten - ich meinen englischen Namens -, der diese Sinfonie tatsächlich durchwegs im verinnerlichten lyrischen Ausdruck interpretierte: Ich war - trotz der klanglichen Mängel - völlig fasziniert: hier war nicht das Klopfen des Schicksal an die Pforte dargestellt zu hören, sondern die innere Wirkung fein nachgezeichnet: Ein völlig anderer Beethoven! Leider gab es damals nicht wie heute die Internetseiten zum Nachlesen, wer so abseits aller üblichen Tradition einmal etwas Anderes wagt, noch dazu so überzeugend!)
Walter (12.09.2006, 07:46):
ich entwickle mich doch deutlich zum Fan des Trio Wanderer - gestern habe ich mir diese Aufnahme der Trios mal mit etwas mehr Muse angehört (hab ich erst kürzlich bekommen) und ich bin begeistert. Leider fehlen mir die Vergleichsmöglichkeiten, aber was das Trio hier bietet ist erstklassig. Die oftmals unterstellte Kühle der Interpretation kann ich nicht erkennen - allerdings eine großartige Präzision. Der Brahms wird zelebriert und das auch noch in hervorragender Aufnahmequalität.
Macht Spass!!
ab (12.10.2006, 22:28): Original von Jack Bristow
sprichst Du von der früheren Teldec- oder aber von der späteren EMI-Aufnahme?
Cosima (27.11.2007, 16:45): Ich höre gerade die 1. Violinsonate mit Sviatoslav Richter und Oleg Kagan. Sie spielten die Sonate 1985 in Freiburg, erschienen auf Olympia oder recht neu wieder auf alto:
Sehr schön innige Interpretation, feinstes Miteinander-Musizieren zweier Künstler, die privat gute Freunde waren.
Eigentlich hätten die Violinsonaten einen eigenen Thread verdient, aber das Interesse an Brahms’ Kammermusik scheint eh nicht sehr groß zu sein. :I
Gruß, Cosima
ab (10.12.2007, 09:36): Original von ab Ihre Aufnahmen vom Brahms-Triowerk des Altenberg Trio (aber vor allem auch ihr phantastischer Schumann!) bei Vanguard Classics können mich stets aufs Neue begeistern (wenn sie auch an deren Konzerte nicht heranreichen). Wunderbar! (Deren frühere Aufnahmen, nebenbei erwähnt, finde ich nicht so gelungen und ihr frühes Schubertspiel geradezu unerträglich.)
Die Vanguard-Aufnahmen des Altenberg Trios sind inzwischen alle wieder bei Challenge erhältlich, nämlich hier.
Wie schon gesagt, deren Schumann und deren Brahms sind für mich unübertroffen.
Amadé (10.12.2007, 17:08): Danke ab für den Tipp,
habe soeben via ebay die Brahms-Trios gekauft, die Vanguard-Original-Ausgabe war zufällig im Angebot.
Gruß Amadé
YJ (25.12.2007, 15:40): Ich liebe die Violinsonaten mit Anne-Sophie Mutter. Sie hat einen sehr vollen Klang und spielt mit großer Leidenschaft. Besonders die dritte Sonate ist musikalisch gesehen ein wahres Highlight.
Sehr gut gefallen mir auch die Klarinettensonaten op.120, von denen ich die erste gespielt habe. Ein absolut geniales Meisterwerk von Brahms ist das Trio op.114 für Klarinette, Violoncello und Klavier, es ist meiner Meinung nach das reifste Kammermusik-Werk.
martin (02.06.2006, 17:25): Johannes Brahms, die Kammermusik. Ich habe die Aufnahmen von Brilliant. Ich habe die Brilliant Masterworksbox ( 40 CDs), die ich sehr empfehlen kann ( ohne daß ich dies beurteilen könnte). Man bekommt die gesamte Klaviermusik ( u.a. bei den Klaviersonaten mit Helene Grimaud), die gesamte Kammermusik, die Box mit den Chorwerken unter Matt scheint auch vollständig enthalten zu sein. Das orchestrale ist wohl nicht so doll, außer den ungarischen Tänzen, die in einer Hungarotonaufnahme enthalten ist, die ich klasse finde. Die Kammermusikbox ist von der neuen Züricher mal sehr positiv besprochen worden ( wie ich durch Googlen heraus fand). Also ich denke man bekommt für seine 35 Euro schon einen sehr realen Gegenwert.
Ich habe eine Zeit lang die Kammermusik sehr gerne gehört, aber mein Anfangsimpuls ist ein wenig ins Stocken geraten, weil sich andere Musik wieder in den Vordergrund drängte.
Ich mag sehr das herrliche erste Klaviertrio, die erste Cellosonate, das erste und dritte Streichquartett. Ich glaube das dritte Klaviertrio müßte ich auch mal wieder hören. Dem Streichsextett ( dem ersten) konnte ich weniger abgewinnen, die erste Violinsonate vermochte mich nicht spontan zu begeistern
Eigentlich bin ich ein Johannes Brahms Fan schon seit meiner Jugend. Er war sozusagen musikalisch meine erste Liebe. Umso erstaunlicher, daß ich dann doch damals bei der Orchestermusik, den Sinfonien, Sernaden und Konzerten und dem deutschen Requiem hängen blieb.
Was sind Eure Erfahrungen mit der Kammermusik Brahms? Was sind Eure liebsten Sachen? Was meint ihr sollte ich unbedingt noch mal hören? Ich schreibe dies auch mit dem Hintergedanken, daß die Anregung zum Hören einer der schönsten Nebeneffekte des Schreibens und Lesens in einem Klassikforum sind. Und ich würde sehr gerne zum Hören der Kammermusik von Brahms mal wieder angeregt werden. :engel
Gruß Martin
Carola (02.06.2006, 18:19): Bei Brahms gefällt mir in der Kammermusik fast alles.
Besonders das Klarinettenquintett op. 115 in dieser Aufnahme:
Aber auch die Violinsonaten sind großartig, die Cellosonaten, die Klaviertrios nicht zu vergessen und und und.
Mit Gruß von Carola
Jack Bristow (02.06.2006, 22:08): Wirkliche Ausfälle gibt es hier nicht; die schwachen Werke hat Brahms nicht publiziert, sondern verbrannt. Den häufig geäußerten Eindruck einer gewissen Trockenheit oder Herbe kann ich jedoch bei einigen wenigen Werken, etwa den Quartetten und dem 2. u. 3. Trio nachvollziehen. Besonders eingängig finde ich die Sextette, das H-Dur-Trio und das Klavierquintett op.34. Die alle haben mich schon beim ersten Hören fasziniert. Favoriten sind außerdem die Klavierquartette, besonders das 1., die Violinsonaten und alle 4 Werke mit Klarinette. (die sind in der Brilliant Box wohl teils mit Leister, müßte eigentlich sehr gut sein!) Die Es-Dur-Klarinettensonate und die ersten beiden Violinsonaten gehören zu den melodisch reizvollsten und klangschönsten Stücken überhaupt. Ewig nicht gehört habe ich das Horntrio, das ich eigentlich auch aber als klanglich sehr apartes Stück in Erinnerung habe.
viele Grüße
J. Bristow
martin (02.06.2006, 22:10): Liebe Carola,
ich kann Deinen Eindruck, daß Dir in der Kammermusik von Brahms fast alles gefällt, nur bestätigen. Mir geht es genauso. Wobei das Klarinettenquintett noch nicht zu meinen Lieblingen gehört. Ich habe es heute mal wieder gehört. Das ist ein Spätwerk, ein schönes Werk, bei dem sich in herbstlicher Stimmung edle Melancholie ausbreitet. Das mag ja auch ganz schön sein, aber da fehlt mir in diesem Weg der Zug, das beginnt mich auch zu langweilen. Liegsts nun an mir oder am Interpreten ( Karl Leister). Den Leister habe ich jetzt gleich doppelt, einmal mit den Berliner Solisten ( Teldec) und dann mit dem Brandisquartett.
Bei dem 2. Streichquartett ging es mir heute ganz anders. Das ist wirklich ein tolles Werk. Ich habe es vor ein paar Monaten schon mal gehört, aber vergessen. Glücklicherweise fand ich in der CD einen Zettel: Januar 06, toll. Ohne solche Zettel komme ich bei dem Quantum an Musik, die ich in den letzten Jahren gehört habe, nicht mehr aus. Also ich glaube die Streichquartette sind wirkich gut, auch das erste Streichquartett hat mir sehr gut gefallen und wenn ich mich recht erinnere auch das 3., das ich heute noch mal hören möchte.
Gruß Martin
Carola (02.06.2006, 22:20): Mir wird gerade klar, dass ich die Streichquartette noch gar nicht kenne, überhaupt alle reine Streicher-Kammermusik.
Ja, Brahms klingt manchnmal herbe - aber nie schroff oder kalt. Ich muss bei seiner Musik, vor allem der Kammermusik oft an eine unterschwellig glimmende Glut denken. Langweilig finde ich es eigentlich nie, eher manchmal zu dicht gerdrängt.
Wollte Zelenka nicht demnächst auch einen eigenen Faden zu den Cellosonaten aufmachen?
fragt Carola
martin (02.06.2006, 23:48): Liebe Carola,
ich kann Dir die Streichquartette nur sehr ans Herz legen. Ich finde sie überhaupt nicht herb, sondern sehr schön. Vor allem habe ich wirklich den Eindruck: In dieser Gattung ist Brahms wirklich ambitioniert, da ist er sich der großen Tradition wirklich bewußt, da läßt er nichts zweitklassiges durchgehen. Die ersten beiden gefallen mir am besten, aber das dritte spätere gefällt mir auch sehr gut, viel lockerer, entspannter, verspielter, das ist sehr schön. Das erste habe ich nun längere Zeit nicht gehört, aber ich erinnere mich, daß das enormen Zug hatte und daß ich sehr beindruckt war. Und die Aufnahmen mit dem Tokyo string quartett, die mal bei Vox erschienen und dann bei Brilliant gelandet sind, gefallen mir ( ohne einen Vergleich zu haben) sehr gut.
Die Streichtrios kenne ich auch noch nicht, vielleicht weil ich mir von der Gattung Streichtrio nicht so viel verspreche? Aber wenn es Brahms ist, wird es sicher trotzdem toll sein.
Gruß Martin
Jack Bristow (03.06.2006, 00:18): Original von martin Die Streichtrios kenne ich auch noch nicht, vielleicht weil ich mir von der Gattung Streichtrio nicht so viel verspreche? Aber wenn es Brahms ist, wird es sicher trotzdem toll sein.
Es gibt keine Streichtrios von Brahms: 3 Quartette, 2 Quintette, 2 Sextette, 3 Klaviertrios, ein Horn- und ein Klarinettentrio, 3 Klavierquartette, ein Klavier- und ein Klarinettenquintett, 3 Violinsonaten und je 2 Cellosonaten und Klarinettensonaten. Wer spielt denn die Klarinettensonaten in der Brilliant-Box?
viele Grüße
J. Bristow
martin (03.06.2006, 00:27): Original von Jack Bristow Wer spielt denn die Klarinettensonaten in der Brilliant-Box?
viele Grüße
J. Bristow
Auch Karl Leister mit Ferenc Bognar, eine Aufnahme, die mal bei Nimbus erschienen ist.
Gruß Martin
Carola (03.06.2006, 09:20): Original von Jack Bristow
... Besonders eingängig finde ich die Sextette...
viele Grüße
J. Bristow
Na, dann fange ich doch gleich mal mit denen an. Gibt es eine Empfehlung?
Oder vielleicht gleich eine Box mit den Sextetten, Quintetten und Quartetten (Streicher)?
Ich "darf" ja jetzt wieder bestellen. :D
Mit Gruß von Carola
Jack Bristow (03.06.2006, 10:41): Original von Carola Original von Jack Bristow
... Besonders eingängig finde ich die Sextette...
Na, dann fange ich doch gleich mal mit denen an. Gibt es eine Empfehlung?
Oder vielleicht gleich eine Box mit den Sextetten, Quintetten und Quartetten (Streicher)?
Ich glaube so was Ähnliches gibt es sogar mit dem Amadeus-Q. (die kenne ich aber nicht, bin auch kein großer Fan dieses Ensembles). Ich habe die Sextette mit dem Raphael Ensemble (hyperion) und die Aufnahme der Philips-Kammermusikbox (Berliner Solisten oder so). Diese Box ist eigentlich ziemlich gut, der Schwachpunkt sind hier aber m.E. die Quartette mit dem Quartetto Italiano, die ich langweilig finde. Ich habe noch das Alban-Berg-Quartett, die sind sehr packend. Meine CD der Quintette dürfte seit langem vergriffen sein (Boston Chamber players), daher kann ich hier keine einzelne CD empfehlen. Ich würde annehmen dass Raphael auf hyperion wieder sehr gut ist, aber eben auch nicht gerade billig.
Auch wenn ich bei den Trios keinen Vergleich habe, diese Aufnahmen gefallen mir sehr.
Mit Gruß von Carola
martin (03.06.2006, 14:30): Ich habe mir heute noch mal die erste Violinsonate angehört. Und dann habe ich mich gefragt, wie ich oben zu dieser Aussage gekommen bin, daß sie mich nicht spontan zu begeistern verstanden hat. Also auf jeden Fall hat diese Sonate in ihrem ersten Satz ein überwältigend schönes, originelles und wunderbares Hauptthema. Vielleicht war dies mein Problem mit dieser Sonate, daß dieses Hauptthema sozusagen alles überstrahlt, daß man im ersten Satz immer ungeduldig wartet: Wann kommt es wieder und in den nächsten beiden Sätzen traurig ist: Nun ist es vorbei. Aber ich habe die Sonate gestern und heute noch mal gehört: Sie ist glaube ich auch im ganzen recht schön, nicht nur wegen dieses Themas. Jedenfalls war meine obige Aussage sicherlich der Tatsache geschuldet, daß ich die Sonate nicht mehr klar im Gedächtnis hatte.
Gruß Martin
Cosima (04.06.2006, 11:30): Liebe Brahms-Freunde,
ich habe schon öfter darauf hingewiesen: Eine tolle Einspielung der wunderschönen Streichquintette op. 88 und 111 gibt es vom Leipziger Streichquartett mit Hartmut Rohde (Viola). Auch die Klangqualität ist überwältigend!
http://www.wom.de/image/cover/front/0/3455830.jpg
Gruß, Cosima
Cosima (04.06.2006, 11:42): Sehr stark ist auch diese Aufnahme der beiden Cellosonaten von Brahms mit Starker und Sebok: (Vielleicht wären Einzelthreads zu den Kammermusik-Werken besser gewesen.)
Jack Bristow (04.06.2006, 12:20): Original von martin Ich habe mir heute noch mal die erste Violinsonate angehört. Und dann habe ich mich gefragt, wie ich oben zu dieser Aussage gekommen bin, daß sie mich nicht spontan zu begeistern verstanden hat. Also auf jeden Fall hat diese Sonate in ihrem ersten Satz ein überwältigend schönes, originelles und wunderbares Hauptthema.
Dieser Satz (um dessen willen die Sonate mein Favorit ist) und der erste des Es-Dur-Klarinettensonate haben meines Wissens als einzige bei Brahms das treffende Attribut "amabile". Mir ging es neulich mit der 3. Violinsonate ähnlich; die hatte ich immer am wenigsten gemocht; beim Wiederhören erwies sie sich dann doch als großartiges Werk (wenngleich mir persönlich die G-Dur und A-Dur immer noch lieber sind)
@Carola Ja die Trios sind auch in der grünlichen Box (und ebenso die Klav.Quartette mit dem BeauxArts & Co). Ich habe bei den Trios keinen rechten Vergleich, bei den Klav.quartetten ziehe ich einzelne andere Einspielungen vor, aber das BeauxArts ist immer sehr solide (mir manchmal jedoch etwas "glatt" oder "neutral")
@Cosima die Starker-Cellosonaten findenn sich auch in der Philips-Box, die wirklich empfehlenswert ist; die einzigen Ausreißer sind für meinen Gemschack die Streichquartette (obwohl die gewiß auch Freunde besitzen, mit fehlt, zumal im 1. Quartett die Leidenschaft) Es gab zwischenzeitlich fast alle diese Aufnahmen auch als "Duos" (wie das von Carola gezeigte), leider scheinen diese nicht mehr alle erhältlich.
viele Grüße
J. Bristow
Carola (04.06.2006, 12:47): Wenn es um die Violinsonaten geht, darf natürlich diese Aufnahme mit Schneiderhan/Seemann nicht fehlen:
Obwohl ich diese Sonaten auch in einer technisch viel besseren (und teureren) Aufnahme mit Pires/Dumay habe, bleibt die oben gezeigte CD mein Favorit. Gegen Schneiderhan wirkt das Spiel von Dumay geradezu blass; schön, aber auch nicht mehr.
Mit Gruß von Carola
P.S. Ich bin mir - wie Cosima - unsicher, ob wir hier nicht zu viel für Einzelfäden vorwegnehmen. Andererseits: Wer wird die aufmachen?
martin (04.06.2006, 14:10): Liebe Carola,
vielen Dank für den Tip mit dem Schneiderhan. Ich habe den Schneiderhan als Solisten des Beethoven Violinkonzerts. Wunderschön! und deshalb kann ich mir es sehr gut vorstellen, daß er auch den Brahms sehr gut interpretiert.
Daß wir hier den Einzelthreads ein bißchen was vorwegnehmen, mag auch sein. Mir ging es aber auch in diesem Thread gar nicht so sehr um den Interpretationenvergleich. Der mag dann den Einzelthreads vorbehalten bleiben ( wiewohl die eine oder andere Interpretation auch zu erwähnen, wie etwa den Schneiderhan, ja auch nicht schlecht ist).
Insgesamt ist die Kammermusik von Brahms wohl von hoher Qualität ( klingt natürlich jetzt ein wenig trocken), aber dabei doch wohl durchaus noch überblickbar. Deshalb bietet sie sich für ein Gespräch wohl eher an, als meinetwegen Haydn. Und es ist auch die einzige Kammermusik, die ich sozusagen vollständig "da habe".
Gruß Martin
ab (04.06.2006, 14:19): Eigentlich war mir Johannes Brahms seit meiner Jugend stets ein Gräuel. Er war sozusagen musikalisch meine erste Abneigung. Umso erstaunlicher, daß ich mich heute zum Gegenteil gekehrt haben, wozu vor allem die Beschärtigung mit dem Liedgesang das ihre getan hat: Durch diesen intimen Zugang habe ich zum ersten Mal, wie mir scheint, Brahms verstanden. Vor allem meine ich erkannt zu haben, was es für ein Fehler ist, Brahms im hochromantischen Sinne, vereinheitlichend und dramatisch zu spielen.
Die Erwerbung dieser stillen Liebe ist also durch lange iund intensive Beschäftigung langsam entbrannt. Heute weiß ich dafür sofort Aufnahmen zu nennen, die mir sehr am Herzen liegen.
Eine wurde bereits genannt, und das sind die Violinsonaten von Schneiderhan. Ebenfalls zugelegt habe ich mir jene von Grumiaux, aber auch - jüngst auf Anraten von Frank - die von ASMutter. Durch wievile Aufnahmen habe ich mich doch gehört...
Besonders ans Herz legen möchte ich auch aber die Klaviertrios in der Interpretation des Altenberg Trio, das inzwischen mein Lieblingsklaviertrio geworden ist. Anders als meistens sonst habe ich hier nicht das Gefühl, dass ein solistischer Pianist gegen zwei Streicher anspielt, gegen den die Streicher ankämpfen. Wie nur wenige Pianisten es können, wird hier der Klang des Instruments jenem der beiden Partner angeglichen (sozusagen der Antipode zum berühmten Baux Art Trio, mit dem ich bis heute noch nichts anfangen kann). Das Altenberg Trio ist eher schlank im Ton aber dennoch mit Wiener Klang, jedoch ohne museal zu wirken wie sonst viele Ensembles aus dieser Stadt heute. Damit meiden sie den üblichen schwelgerischen Spätromantik-Zugriff . Statt dessen geht es frühromantisch um abwechslungsreiche Seelenzustände, ohne gelegentlich absolut radikale Expression auszuschließen.
Ihre Aufnahmen vom Brahms-Triowerk (aber vor allem auch ihr phantastischer Schumann!) bei Vanguard Classics können mich stets aufs Neue begeistern (wenn sie auch an deren Konzerte nicht heranreichen). Wunderbar! (Deren frühere Aufnahmen, nebenbei erwähnt, finde ich nicht so gelungen und ihr frühes Schubertspiel geradezu unerträglich.)
Später dann noch zu mehr Brahms...
martin (04.06.2006, 15:12): Lieber ab,
so verschieden können Zugänge sein. Brahms war für mich der Komponist, den ich von meiner Jugend an von vorneherein mochte.
Ansonsten verstehe ich nicht recht, worauf Du eigentlich hinaus willst. Brahms war ein romantischer Komponist, einer der großen Komponisten der Hochromantik. Er war allerdings nun wohl nicht Tschaikovski. Tschaikovski hat Brahms überhaupt nicht verstanden, er empfand Brahms nur als kalt. Kalt ist Brahms nun mal aber gerade nicht, nur hat er eben nicht diese überbordende emotionale Leidenschaft, die einen Tschaikovski etwa auszeichnet. Da sind sie Antipoden. Bei Brahms ist das Emotionale scheuer zurückhaltender, die Emotion verbirgt sich hinter einer kühleren Außenseite. Aber auch das ist eigentlich ein Klischee und stimmt so nicht.
Ich kann mir schon vorstellen, daß man Brahms auch falsch interpretiert. Aber eigentlich ist mir das offen gesagt, selten passiert, ich glaube schon, daß die meisten Interpreten doch wohl eine ungefähre Vorstellung haben, was Brahms ist und was Brahms auch nicht ist. Also etwa kein Tschaikovski.
Was meinst Du damit, daß Brahms "vereinheitlichend" gespielt wird. Damit kann ich nichts anfangen. Oder "dramatisch". Damit kann ich schon mehr anfangen. Das mag schon sein, Brahms ist vielleicht kein Dramatiker im engeren Sinne. Vielleicht hat er deshalb auch keine Opern geschrieben. Trotzdem finde ich zum Beispiel den ersten Satz des ersten Klavierkonzerts auf sein Weise durchaus dramatisch, vielleicht auch den ersten Satz der ersten Sinfonie und insofern man Brahms Brahms sein läßt und nicht etwas anderes aus ihm zu machen versucht, darf man das doch wohl auch dramatisch spielen, oder nicht?
Gruß Martin
ab (04.06.2006, 21:13): Original von martin Ansonsten verstehe ich nicht recht, worauf Du eigentlich hinaus willst.
Ich wollte drei Aufnahmen empfehlen und versuchen, deren Charakteristik herauszustreichen.
Bei Brahms ist das Emotionale scheuer zurückhaltender, die Emotion verbirgt sich hinter einer kühleren Außenseite.
Ich denke, dass die Frage, ob Brahms "emotionaler" oder "kühler" wirkt, nicht in den Werken Brahms festgelegt ist - wir können ihn ja nicht mehr fragen, was er sich vorgestellt hat - weder zur Zeit als er es selbst komponierte noch zu jeder späteren Zeit, als er es nochmals durchging -, sondern den Interpreten anheimgestellt ist - und das Gleiche gilt für Tschaikowski und jeden anderen auch.
Ich kann mir schon vorstellen, daß man Brahms auch falsch interpretiert.
Mir ging es eigentlich weniger darum, wann eine Interpretation authentisch ist und wann nicht, sondern darum dass die von mir genannten Interpretationen tendenziell eher das sind, was man beim Liedgesang im Gegensatz zu "dramatisch" als "lyrisch" bezeichent.
(Die Frage nach der Authentizität ist fraglos eine spannende Sache, aber da habe ich einfach im Allgemeinen noch keine klare Antwort, und kann daher auch im Speziellen nicht begründen, weshalb ich der Ansicht bin, dass Brahms nicht "im hochromantischen Sinne, vereinheitlichend und dramatisch" gespielt werden sollte. Jedenfalls verdeutlichet dieses (unbegründete) Urteil eine Präferenz von mir.)
Was meinst Du damit, daß Brahms "vereinheitlichend" gespielt wird.
Damit meinte ich bei Brahms im Speziellen, dass viele Ausdrucksfeinheiten und -nuancen einem weiten Bogen geofpert werden, der mit viel Pompösität oder oberflächlichm Pathos oder schwelgerischem Dauervibrato etc. ausgefüllt wird, wobei die feinen, vielfältigen Ausdruckskontraste nieder- oder breitgebügelt werden. (Diese gewöhnlich (ab)wertend verwendeten Ausdrücke verwende ich, nicht um andere Interpretationen im schlechten oder schlechteren Licht darzustellen, sondern, um der drastischen Formulierungsweise wegen den Unterschied stärker hervor treten zu lassen - ich meine es hier wertneutral, obwohl es sicher nicht so klingt.)
darf man das doch wohl auch dramatisch spielen, oder nicht?
Natürlich darf man ihn dramatisch spielen - aber eben auch zB lyrisch und das es solche Einspielungen auch gibt (sie scheinem mir in der Minderzahl), und aurf solche wollte ich hier aufmerksam machen.
Jack Bristow (04.06.2006, 21:27): Der Klassiker schlechthin bei den Violinsonaten ist Suk/Katchen (Decca Legends).
Zu Interpretationsfragen: Das müßte man besser anhand von konkreten Einspielungen und Details durchgehen. Ich kann zwar ab's Bedenken, der Gefahr Brahms sozusagen mit dicker romantischer Soße zuzukleistern verstehen, aber eine allzu "neutrale" Interpretation scheint mir das emotioanle Potential der Musik zu unterspielen. Zum einen finde ich Stücke des jungen Brahms (H.Dur-trio, Sextette) ziemlich ungebrochen romantisch und auch bei einigen späteren Stücken habe ich oft den Eindruck von unter der klassizistischen Oberfläche kaum gebändigten, schwelenden Emotionen. Klavierquintett, 1. Klavierquartett, c-moll-Streichquartett u.a.
viele Grüße
J. Bristow
martin (05.06.2006, 19:54): Lieber Jack,
danke auch für den Tip mit Suk/Katchen. Das klingt doch auch sehr interessant. Es ist doch auch schon interessant, daß Du sagst Suk/Katchen. Mir ist es hier beim Lesen des Threads an einigen Stellen richtig aufgefallen, daß in vielen Fällen einfach nur der Geiger genannt wird, also die Schneiderhanaufnahme oder die von der Mutter. Daraus kann man dann ja eigentlich schon rückschließen, daß der Pianist bei den Violinsonaten eigentlich recht entbehrlich ist. Aber der Pianist Katchen ist denke ich schon ziemlich bekannt. Dagegen weiß ich eben nicht, ob zum Beispiel der Klavierpartner von dem Schneiderhan ( an sich eine Aufnahme, die ich gerne hätte), irgendeine Bekanntheit genießt. Ich habe den Namen Seemann als Pianist noch nie gehört ( aber vielleicht ist das ja eine Bildungslücke von mir). Deshalb kann er natürlich trotzdem gut sein.
Ich dachte daran, als ich im Thread über die Cellosonaten von Beethoven etwas über die große Wichtigkeit, ja Gleichberechtigung des Pianisten mit dem Cellisten in diesen Sonaten las.
Gruß Martin
@ab Danke für Deine Erläuterungen. Es wäre nur interessant zu wissen, welche Interpretationen Deiner Meinung nach in die falsche Richtung gehen. Mir gefallen etwa die Brahmsinterpretionen, soweit ich sie kenne von Wand, Klemperer ( im Requiem), Kleiber ( in der vierten) in der sinfonischen Musik. Und sicher gibt es auch andere Interpreten, die ich nicht kenne, wie Abbaddo, die auch einen guten Ruf haben. Mich würde es da halt schon interessieren, ob Du denn da auch einen "großen Namen" angreifen würdest. Das würde der Diskussion natürlich Pfeffer geben ( und Dir dann möglicherweise bei dem Liebhabern desjenigen Minuspunkte einbringen :wink )
ab (05.06.2006, 21:17): Original von martin Es wäre nur interessant zu wissen, welche Interpretationen Deiner Meinung nach in die falsche Richtung gehen. Mir gefallen etwa die Brahmsinterpretionen, soweit ich sie kenne von Wand, Klemperer ( im Requiem), Kleiber ( in der vierten) in der sinfonischen Musik.
Ich möchte nochmals betonen: Mir scheint es kein Fehler zu sein, Brahms dramatisch zu spielen; - nur denke/vermute ich, dass lyrische Interpretationen prinzipiell angemessener (authentischer) wären, also mehr der Intention Brahms entsprechen dürften.
(Ich beispielsweise schätze sehr den letzten Karajan-Zyklus, der nicht mehr wie seine früheren vorwärtsdrängend, sondern ruhend und ungeheurlich klangintensiv interpretiert ist - eine dritter Zugangsmöglichkeit, abseits von dramatisch/lyrisch)
Aber ganz Allgemein sprichts Du hier ein noch größeres Problem an als bei der Kammermusik, nämlich die Sinfonien - und da hatte ich ja immer meine größten Probleme, weil ich bislang keine solche Interpretation gefunden habe, wie sie mir vorschwebt - nicht einmal (oder soll ich sagen: schon gar nicht) jene auf Alten Instrumenten. Bei den Klavierkonzerten fiele mir anastzweise die (höchst problematische) Interpretation Gould/Bernstein ein sowie genauso ansatzweise die von Buchbinder/Harnoncourt , weil sie (beidemal meine ich die Piansiten) durch die Tempowahl des ersten Satze gar nicht jene Dramatik bringen können, wie sie beispielsweise so exemplarisch Fleisher/Szell hervorbringen (welche ich übrigens vom Dirigat bewundere).
(Einmal hörte ich im Radio einen Konzertmitschnitt Beethovens 5. Sinfonie, gespielt von irgend einem kleinen Mitteldeutschen Orchester - ich meine aus Thüringen, womöglich Suhl? - mit einem mir unbekannten Dirigenten - ich meinen englischen Namens -, der diese Sinfonie tatsächlich durchwegs im verinnerlichten lyrischen Ausdruck interpretierte: Ich war - trotz der klanglichen Mängel - völlig fasziniert: hier war nicht das Klopfen des Schicksal an die Pforte dargestellt zu hören, sondern die innere Wirkung fein nachgezeichnet: Ein völlig anderer Beethoven! Leider gab es damals nicht wie heute die Internetseiten zum Nachlesen, wer so abseits aller üblichen Tradition einmal etwas Anderes wagt, noch dazu so überzeugend!)
Walter (12.09.2006, 07:46):
ich entwickle mich doch deutlich zum Fan des Trio Wanderer - gestern habe ich mir diese Aufnahme der Trios mal mit etwas mehr Muse angehört (hab ich erst kürzlich bekommen) und ich bin begeistert. Leider fehlen mir die Vergleichsmöglichkeiten, aber was das Trio hier bietet ist erstklassig. Die oftmals unterstellte Kühle der Interpretation kann ich nicht erkennen - allerdings eine großartige Präzision. Der Brahms wird zelebriert und das auch noch in hervorragender Aufnahmequalität.
Macht Spass!!
ab (12.10.2006, 22:28): Original von Jack Bristow
sprichst Du von der früheren Teldec- oder aber von der späteren EMI-Aufnahme?
Cosima (27.11.2007, 16:45): Ich höre gerade die 1. Violinsonate mit Sviatoslav Richter und Oleg Kagan. Sie spielten die Sonate 1985 in Freiburg, erschienen auf Olympia oder recht neu wieder auf alto:
Sehr schön innige Interpretation, feinstes Miteinander-Musizieren zweier Künstler, die privat gute Freunde waren.
Eigentlich hätten die Violinsonaten einen eigenen Thread verdient, aber das Interesse an Brahms’ Kammermusik scheint eh nicht sehr groß zu sein. :I
Gruß, Cosima
ab (10.12.2007, 09:36): Original von ab Ihre Aufnahmen vom Brahms-Triowerk des Altenberg Trio (aber vor allem auch ihr phantastischer Schumann!) bei Vanguard Classics können mich stets aufs Neue begeistern (wenn sie auch an deren Konzerte nicht heranreichen). Wunderbar! (Deren frühere Aufnahmen, nebenbei erwähnt, finde ich nicht so gelungen und ihr frühes Schubertspiel geradezu unerträglich.)
Die Vanguard-Aufnahmen des Altenberg Trios sind inzwischen alle wieder bei Challenge erhältlich, nämlich hier.
Wie schon gesagt, deren Schumann und deren Brahms sind für mich unübertroffen.
Amadé (10.12.2007, 17:08): Danke ab für den Tipp,
habe soeben via ebay die Brahms-Trios gekauft, die Vanguard-Original-Ausgabe war zufällig im Angebot.
Gruß Amadé
YJ (25.12.2007, 15:40): Ich liebe die Violinsonaten mit Anne-Sophie Mutter. Sie hat einen sehr vollen Klang und spielt mit großer Leidenschaft. Besonders die dritte Sonate ist musikalisch gesehen ein wahres Highlight.
Sehr gut gefallen mir auch die Klarinettensonaten op.120, von denen ich die erste gespielt habe. Ein absolut geniales Meisterwerk von Brahms ist das Trio op.114 für Klarinette, Violoncello und Klavier, es ist meiner Meinung nach das reifste Kammermusik-Werk.
Absolut (29.02.2008, 12:54): Hallo zusammen,
auch ich möchte mich hier als ein Mitglied der großen Brahms-Fangemeinde outen. Zuletzt hatte es mir besonders das dritte Streichquartett B-dur angetan, und ich fand es faszienierend, wie viel reifer und gewissermaßen "schwerer" dieses Werk im Vergleich zu den beiden anderen Quartetten ist.
Hatte neulich im Radio ein interessantes Hörerlebnis mit einem Live-Mitschnitt der beiden Cellosonaten mit Peter Wispelwey und Paolo Giacometti. Wispelwey legte eine Interpretation vor, die ganz offensichtlich an historicher Spielpraxis orientiert war, und ließ dadurch die e-moll-Sonate zu einem absoluten Erlebnis werden. Gerade der zweite Satz mit seiner barockisierenden Tanzform klang auf einmal einfach "richtig". Interessanterweise scheiterte Wispelwey danach an der F-Dur-Sonate, die bei ihm sehr unausgewogen und wenig spannend klang. Meiner Ansicht nach wurde hier unfreiwillig vorgeführt, daß die beiden Sonaten nach völlig unterschiedlichen Prinzipien "funktionieren", und W.s Fehler lag ganz offensichtlich darin, beide über einen Kamm scheren zu wollen. Ich fürchte allerdings, daß es dazu keine Aufnahme gibt, aber es geht in diesem Thread ja nicht nur um CD-Vergleich, oder? :-)
Grüße an alle von Absolut
ab (29.02.2008, 14:05): Original von Absolut Hatte neulich im Radio ein interessantes Hörerlebnis mit einem Live-Mitschnitt der beiden Cellosonaten mit Peter Wispelwey und Paolo Giacometti. Wispelwey legte eine Interpretation vor, die ganz offensichtlich an historicher Spielpraxis orientiert war, und ließ dadurch die e-moll-Sonate zu einem absoluten Erlebnis werden. Gerade der zweite Satz mit seiner barockisierenden Tanzform klang auf einmal einfach "richtig". Interessanterweise scheiterte Wispelwey danach an der F-Dur-Sonate, die bei ihm sehr unausgewogen und wenig spannend klang. Meiner Ansicht nach wurde hier unfreiwillig vorgeführt, daß die beiden Sonaten nach völlig unterschiedlichen Prinzipien "funktionieren", und W.s Fehler lag ganz offensichtlich darin, beide über einen Kamm scheren zu wollen. Ich fürchte allerdings, daß es dazu keine Aufnahme gibt, aber es geht in diesem Thread ja nicht nur um CD-Vergleich, oder? :-)
Grüße an alle von Absolut
Richtig, Wispelwey hat sie zwar zweimal studio eingespielt, aber mit seinen anderen Klavierpartnern, nämlich erst mit Paul Comen und nun jüngst neu mit Dejan Lazic.
Dass "nach völlig unterschiedlichen Prinzipien "funktionieren"" finde ich irgendwie nachvollziehbar. Kennst Du eine Einspielung, die dies beherzigt?
:thanks
Absolut (04.03.2008, 11:09): Leider bin ich zur Zeit mehr Radio - als CD - Hörer, da ich viel mit dem Auto unterwegs sein muß, und bin daher, was neue (oder auch gute ältere) Einspielungen angeht, nicht immer auf dem neuesten Stand. Spontan fällt mir jetzt kein Name ein, aber wenn mir eine interessante Einspielung begegnet, melde ich mich.
Gruß Absolut!
jünter (20.06.2008, 10:00): Wenn es um die Violinsonaten geht, darf natürlich diese Aufnahme mit Schneiderhan/Seemann nicht fehlen:
Hallo allerseits,
in Sachen Violinsonaten wollte ich zur Aktualisierung nur beisteuern, dass die Schneiderhan/Seemann-Aufnahme wohl (derzeit?) vergriffen ist. Ich habe sie bei meiner kürzlichen Suche jedenfalls nirgendwo gefunden und mir stattdessen Suk/Katchen zugelegt. Fazit nach dem ersten Durchhören: spitzenmäßige Interpretation und gute Klangqualität! Wer also ebenfalls auf der Suche ist, kann hier m.E. bedenkenlos zugreifen.
In die weiter oben erwähnte Aufnahme mit ASMutter habe ich – falls diese hier
gemeint ist - auch reingehört und fand sie im Vergleich mit Suk/Katchen sterbenslangweilig. Wobei noch ausdrücklich hinzugefügt sei, dass ich kein grundsätzlicher ASMutter-Verächter bin. Ihre Aufnahmen der Violinkonzerte von Bruch und Mendelssohn unter Karajan gefallen mir sogar ausgesprochen gut.
In Sachen Cellosonaten habe ich noch einen Tipp:
Habe mir dieser Tage die Starker/Sebök-Aufnahme in dieser Aufmachung
gekauft (gibts für nur 6 - 7 Euro!). Mir persönlich gefällt die "Coolness" dieser Interpretation ebenso gut wie die sehr "emotionale" Du Pre/Barenboim-Aufnahme
Grüße, jünter
Amadé (20.06.2008, 16:06): Hallo jünter,
die exakten Aufnahmedaten einer CD oder LP zu ergründen ist nicht immer einfach, für mich immer wieder eine Plackerei, wenn ich eine neue Seite in meinem klassik-prisma veröffentlichen will, dann gibt es leider auch mal weiße Flecken. In den Anfangszeiten der CD fehlten die Aufnahmedaten fast immer, mittlerweile hat sich das gebessert, ausgenommen bei Billigausgaben, auch der großen Firmen. Im Falle der Brahms-Cellosonaten mit Starker kann ich jedoch auf die Angaben hinten im Booklet verweisen: Aufnahmeort Salle Adyar, Dezember 1959, vielleicht hast Du das übersehen. Wahrscheinlich handelt es sich um die von Dir angesprochene Mercury-Aufnahme.
Grüße Amadé
jünter (20.06.2008, 18:48): Hallo Amade´,
genauso ist es: ich habe das "Kleingedruckte" im Beiheft erst heute gefunden und meinen Beitrag danach -aber vor Erscheinen Deiner Antwort - geändert. Es gibt also nur die eine Starker/Sebök-Aufnahme von 1959, die auch auf "meiner" CD ist.
Gruß jünter
Zelenka (20.06.2008, 20:22): Lieber jünter:
Starker hat die Brahms-Cellosonaten fünfmal eingespielt, mit Bogin, zweimal mit Sebök, mit Katchen und mit Buchbinder. Details finden sich hier.
Ansonsten habe ich erst durch Deinen Beitrag erfahren, daß die Schneiderhan-Aufnahme der Violinsonaten gestrichen ist. Sie scheint schon zu Phantasiepreisen gehandelt zu werden. Die Kombination Suk/Katchen ist aber vielleicht ohnehin noch besser ...
Gruß, Zelenka
Amadé (20.06.2008, 20:31): @ jünter
Verzeihung, Deine Überarbeitung hatte ich nicht mehr registriert, nachdem ich heute Mittag Deinen Beitrag gelesen hatte und dann zu Hause das Booklet studiert und darauf meine Antwort geschrieben habe. :downDie soeben von Zelenka angesprochenen Aufnahmen mit Katchen (op.99) und Buchbinder besitze ich auch. In den 70er Jahren gab es bei DGG auch eine LP mit Fournier und Firkusny, die ich heute noch schätze. Von op.99 brachte Hungaroton eine ungestüme Aufnahme mit Perenyi und Kocsis auf den Markt, dass sie noch lieferbar ist glaube ich nicht.
Grüße Amadé
Zelenka (20.06.2008, 20:40): Original von Amadé In den 70er Jahren gab es bei DGG auch eine LP mit Fournier und Firkusny, die ich heute noch schätze. Grüße Amadé
Die sehr hörenswerten Aufnahmen gibt es heute in dieser Box:
Starker hat die Brahms-Cellosonaten fünfmal eingespielt, mit Bogin, zweimal mit Sebök, mit Katchen und mit Buchbinder. Details finden sich hier.
Ansonsten habe ich erst durch Deinen Beitrag erfahren, daß die Schneiderhan-Aufnahme der Violinsonaten gestrichen ist. Sie scheint schon zu Phantasiepreisen gehandelt zu werden. Die Kombination Suk/Katchen ist aber vielleicht ohnehin noch besser ...
Gruß, Zelenka
das mit den Phantasiepreisen beim Amazon-Marketplace ist immer so eine Sache. Ich habe in meinen Regalen eine CD des Hagen-Quartetts stehen, die wurde im Januar im günstigsten Fall für € 116,-- angeboten, inzwischen sind die wieder einigermaßen auf den Teppich runtergekommen, ab ca. € 29,--. Naturlich gibt es immer noch Angebote für über € 100,--, aber mir scheint, das sind immer die gleichen Anbieter. So gesehen sind die etwas über € 31,-- aktuell wahrscheinlich auch nicht von Dauer, wenn da weitere dazukommen. (Trotzdem wurmt es mich, daß ich um diese CD solange herumgeschlichen bin – trotz des günstigen Preises von unter € 10,-- –, bis sie offensichtlich gestrichen wurde X( )
Viele Grüße, Wolfgang
Poztupimi (20.06.2008, 22:13): Nachtrag:
diese hier http://images-eu.amazon.com/images/P/B00005MJ16.03.LZZZZZZZ.jpg
könnte man zur Not auch bei DGG ohne Silberscheibe und Beiheft erwerben
Grüße, Wolfgang
Zelenka (21.06.2008, 10:56): Original von Poztupimi Lieber Zelenka,
das mit den Phantasiepreisen beim Amazon-Marketplace ist immer so eine Sache. Ich habe in meinen Regalen eine CD des Hagen-Quartetts stehen, die wurde im Januar im günstigsten Fall für € 116,-- angeboten, inzwischen sind die wieder einigermaßen auf den Teppich runtergekommen, ab ca. € 29,--. Naturlich gibt es immer noch Angebote für über € 100,--, aber mir scheint, das sind immer die gleichen Anbieter. So gesehen sind die etwas über € 31,-- aktuell wahrscheinlich auch nicht von Dauer, wenn da weitere dazukommen. (Trotzdem wurmt es mich, daß ich um diese CD solange herumgeschlichen bin – trotz des günstigen Preises von unter € 10,-- –, bis sie offensichtlich gestrichen wurde X( )
Viele Grüße, Wolfgang
Lieber Wolfgang:
In ihrer lebhaften Phantasie spekulieren die Marketplace-Verkäufer oft mit reichlich hohe Preisen. Ob der Matkt sie tatsächlich immer zu zahlen bereit ist? Ich verfolge das nicht sehr intensiv, weiß aber, daß in eklatanten Einzelfällen (z.B. bei gewissen S. Richter-CDs) kaum mit Preisverfall zu rechnen ist. Im Falle des Schneiderhan-Brahms kommt auch aus Japan keine Hilfe. Vielleicht steht er noch in irgendeinem vertrottelten kleine CD-Laden herum, von denen es allerdings immer weniger gibt.
Gruß, Zelenka
ab (04.07.2008, 13:46): Kann mir jemand sagen, ob die Cellosonaten mit Piatigorsky und Rubinstein in der älteren Ausgabe hier (1995) http://ecx.images-amazon.com/images/I/41H6RQYEM7L._SL500_AA240_.jpg
oder in der 1999er Remastering der Rubinstein Collect.Vol.64 besser klingen. http://ecx.images-amazon.com/images/I/31HCK1NBYCL._SL500_AA240_.jpg
Genauer: Wo ist mehr Rauschen beslassen und weniger Feindynamik vernichtet worden?
Offensichtlich gibt es von diesem Gespann zwei Aufnahme der 1. Brahms Sonate: Wie die sündteure Beethoven-Cellosonaten-Doppel-CD mit Solomon zeigt, gibt es eine von 1938 mit Rubenstein. Ist auf Rubinstein Collect.Vol.3 dieselbe droben oder die spätere?
Danke!
Zelenka (04.07.2008, 15:01): Lieber ab:
Zu den abgebildeten Aufnahmen von 1966 kann ich nichts sagen, angesichts von eher lauen Besprechungen hatte ich nie ein großes Bedürfnis sie zu hören. Die ältere Einspielung nur der ersten Sonate ist von 1936, ich besitze sie in vol. 3 der Rubinstein Collection. Auch diese Aufnahme ist nicht ideal, aber es macht Freude, Piatigorskys Spiel zu hören. Sie ist identisch mit der Einspielung, die sich auf der Testament-Doppel-CD befindet. Zur Qualität des Testament-Transfers im Vergleich zu dem von RCA kann ich nichts beitragen.
Gruß, Zelenka
ab (21.08.2008, 10:58): Inzwischen sind nach dem Emerson Quartett (DG) letztes Jahr inzwischen zwei weitere GA der Streichquartette auf den Markt gekommen, nämlich vom Auryn Quartett (Tacet) sowie vom Cuarteto Casals (hmf)
Außerdem ist die zu Recht legendäre erste Aufnahme des Alban Berg Quartetts (Teldec) in einer Box endlich wieder greifbar. http://www.jpc.de/image/w183/front/0/0825646960675.jpg
Wer hat sie von euch gehört und verglichen?
:hello
Carola (25.08.2008, 17:31): Vor einiger Zeit ging es in der sonntäglichen Interpretationen-Sendung im Deutschlandradio um Brahms erstes Klaviertrio op. 8. Dort wurde ausführlich diese Aufnahme vorgestellt und gepriesen
Auch ich mag diese schwere, warme und dunkle Interpretation sehr. Auch das Gegenteil von "HIP" kann manchmal sehr schön sein. Für mich jedenfalls die Aufnahme von op. 8, die mich am meisten berührt.
Gruß, Carola
Carola (25.08.2008, 17:41): Diese von ab bereits erwähnte neue Aufnahme der Streichquartette
wird auch in der aktuellen Ausgabe der Partituren hoch gelobt. Allerdings sind Vokabeln wie "aufgehellt, schlank, transparent" keine, die mich bei Brahms unbedingt zugreifen lassen.
Skeptisch, Carola
Dr. Schön (04.09.2008, 14:50): Hallo,
welche Aufnahme der Streichquartette wäre denn besonders zu empfehlen? Vor Urzeiten habe ich mal das Amadeus Quartett gehört, kann aber nichts mehr dazu sagen, zumal ich Brahms Kammermusik immer eher gemieden habe und mir jetzte etwas Abbitte verschaffen möchte.
Gerade wollte ich mir die Späten Beethoven Quartette mit den Hagens ordern und würde gerne noch Brahms dazufügen.
Gruß Dr. Schön
ab (04.09.2008, 15:52): Ich empfehle sehr die altere Aufnahme des Alban Berg Quartetts bei Teldec (und das, obwohl ich ja eigentlich gar kein Freund des Klangs des ersten Geigers bin!)
Jetzt neu auch in einer Box aller ihrer Teldec-Aufnahmen (u.a. mit wie ich finde phantastischem Haydn) greifbar. Sonst gibts die noch als Doppel-CD zum etwa selben Preis wie das Amadeus Quartett, gepaart mit Dvoraks Amerikanischem. (Womöglich erst bald auch in der billigeren apex-Serie? :S )
Das Amadeus Quartett, das ich sehr bei Mozart mag, gefällt mir mit Brahms jedenfalls deutlich besser als bei Beethoven.
Das oben erwähnte Cuarteto Casals (hmf) scheint mir den Soundschnitzel zufolge sehr interessant zu sein. Leider nur die ersten beiden Quartette haben das Colorado Quartet (Parnassus) aufgenommen. Die habe ich vor, mir noch zu kaufen. Vermutlich ziehe ich die dem Cuarteto Casals vor. Aber erst noch ausgiebig anhören...
Dr. Schön (04.09.2008, 16:15): Lieber ab,
da wir bei Beethoven's Quartetten so einig waren vertraue ich Ihnen mal blind. Wenn ich eine Hagen Cd erstmal beiseite lasse, wird auch das Budget mit dem ABQ nicht überstiegen.
Edit: Bei amazon kostet die Teldec Cd nur halb so viel wie bei jpc. Sehr gut.
dankend
ab (04.09.2008, 17:49): :B Blind vertrauen ist immer schlecht - möge es diesmal gut ausgehen. :cool
Geht es um die Doppel-CD oder um die Box? (ABQs Mozart ist nämlich schon höchst artifiziell, da würde ich mir schon gut überlegen, so viel Geld auszugeben.)
Auf eine CD mit dem Hagen Quartett zu verzichten, ist immer ein Opfer :W
:hello
Dr. Schön (04.09.2008, 18:56): Die Doppel CD. Solche Boxen kaufe ich nur sehr selten, da ich eh nur den Teil höre der mich gerade interessiert. :wink
Und da ich mich bei Brahms Kammermusik nicht auskenne, wäre es so wie so ein Blindkauf.http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/8/8f/Smiley_blind.gif
Amadé (04.09.2008, 21:20): Hallo Dr.Schön,
die von ab empfohlenen Brahms-Aufnahmen mit dem Alban-Berg-Quartett bei Teldec kenne und schätze ich schon sehr lange, gegenüber der neueren EMI-Produktion fielen die Spielzeiten pro Quartett um ca.2 min schneller aus. Nur in dieser Aufnahme wird im 1. Quartett der Übergang vom Trio zum Allegretto des 3.Satzes so atmosphärereich getroffen, ein Ereigniss!! Noch etwas länger sind mir die Aufnahmen mit dem Amadeus Quartett bekannt, das mir gerade bei Brahms nicht nur bei den Quartetten, sondern auch bei den Quintetten und Sextetten auch heute noch gut gefällt, im Gegensatz zu Mozart und Beethoven. Trotz mangelnder Verfügbarkeit möchte ich noch als gute Brahms-Platte die erste Aufnahme der Quartette op.51,1 und 67 mit dem Melos-Quartett erwähnen, die dann später von der digitalen Gesamtaufnahme mit den Schumann Quartetten abgelöst wurde. Auch hier ist die 2. Aufnahme langsamer. Bei Brahms sollte man m.E. mehrere Aufnahmen im Regal stehen haben.
Gruß Amadé
Dr. Schön (29.09.2008, 18:18): Lieber ab & Amadé,
ich hörte Eure Empfehlung mit dem frühen ABQ heute erstmals etwas eingehender an und es gefällt mir sehr gut. Ich bin auch was die Werke betrifft angesichts dessen, was ich erwartet hatte, sehr positiv überrascht.
Formal sind sie wohl auch etwas anders als entsprechende Werke von LvB und Schubert. Aber irgendwo ganz wundervoll.
Wo mache ich denn irgendwann weiter? Klaviertrios wohl? Brahms ist ja ein Fass ohne Boden.
Ist da tendenziell alles relevant oder gibt es auch Nebenwerke?
Dr. Schön
Cosima (29.09.2008, 19:19): Original von Dr. Schön Wo mache ich denn irgendwann weiter?
Ich liebe das Klavierquintett op. 34 sehr. Und obwohl ich das Instrument an sich sonst gar nicht so gern höre, mag ich auch das Klarinettenquintett op. 115. Und natürlich die Klaviertrios und Klavierquartette... Ach ja, und die Sonaten für Viola und Klavier (op. 120). Natürlich mit William Primrose. :)
Dulcamara (29.09.2008, 19:44): Original von Dr. Schön Wo mache ich denn irgendwann weiter?
Meine persönliche Empfehlung sind die Klavierquartette, die zu mir noch mehr sprechen als die Streichquartette. Eine Aufnahme, die mir derzeit am Herzen liegt, ist die Einspielung des 1. und 3. Klavierquartetts mit dem Fauré Quartett.
Dr. Schön (29.09.2008, 19:46): Ich sag ja: Ein Fass ohne Boden...
Das Klavierquintett habe ich sogar noch irgendwo ungehört (Serkin/Busch). Ist dann wohl dran. Ich habe auch irgendwas mit Primrose, was war das nur wieder?
Wooster (29.09.2008, 20:36): Es gibt keine Nebenwerke, das Oeuvre ist aber überschaubar (ca. 10-11 CDs), die Streichquartett gehören zu den herberen Stücken, die Kammermusik mit Klavier ist meistens zugänglicher (mit Stern, was ich besonders eingängig finde), das dürfte Dir eigentlich alles gefallen, wenn es die Quartette tun:
ab (29.09.2008, 22:26): Original von Cosima Ach ja, und die Sonaten für Viola und Klavier (op. 120). Natürlich mit William Primrose. :)
Oder Kim Kashkashian mit Levin bei ECM.
Amadé (29.09.2008, 23:57): @ Cosima
Die Diskographie scheint die Bratsche zu bevorzugen:
weitere interssante Aufnahmen:
Michael Tree und Richard Goode - Nonesuch
Yuri Baschmet und Michael Muntyan - Olympia
Veronika Hagen und Paul Gulda - DGG
Gruß Amadé
Dulcamara (03.10.2008, 10:18):
Original von ab Oder Kim Kashkashian mit Levin bei ECM.
Da es diese Aufnahme im Internetbuchhandel gerade zum Midprice gibt, habe ich zugeschlagen und möchte mich dieser Empfehlung aus ganzem Herzen anschließen. Ich habe die CD gestern abend rauf und runter gehört, es handelt sich um eine wunderschöne, nahezu tänzerische Interpretation der Bratschensonaten.
ab (03.10.2008, 10:22): Original von Dulcamara
Original von ab Oder Kim Kashkashian mit Levin bei ECM.
Da es diese Aufnahme im Internetbuchhandel gerade zum Midprice gibt, habe ich zugeschlagen und möchte mich dieser Empfehlung aus ganzem Herzen anschließen. Ich habe die CD gestern abend rauf und runter gehört, es handelt sich um eine wunderschöne, nahezu tänzerische Interpretation der Bratschensonaten.
Die kürzlich von Virgin herausgebrachten 3 Klavierquartette von Johannes Brahms mit N. Angelich, den Brüdern Capucon sowie G.Caussé hinterlassen bei mir einen zwiespältigen Eindruck. Sicher, hier sind absolute Könner am Werk, das steht außer Zweifel. Ich frage mich nur, bestand seitens der vier Musiker eine Notwendigkeit, alle drei Quartette zum jetzigen Zeitpunkt aufzunehmen? Die Frage stellt sich mir vor allem deshalb, da die interpretatorische Qualität der einzelnen Werke doch recht unterschiedlich ausgefallen ist. Im einzelnen: Das erste Quartett g-moll op.25 ist von allen das bekannteste und es existieren einige gute bis sehr gute Aufnahmen dieses beliebten Brahms-Stückes. Unsere vier Musiker spielen mehr kultiviert als kämpferisch, alles richtig, aber Brahms’ Musik will sich bei dieser geglätteten Sichtweise nicht recht einprägen, der 1.Satz hätte mehr Biss vertragen können. Im 2.Satz habe ich hier und da den Eindruck, dass Angelich und seine Mitspieler etwas nebeneinander her spielen. Wir hören vier Solisten, kein eingespieltes Quartett, leider tritt die Bratsche etwas in den Hintergrund. Am besten gelungen ist – wie zu erwarten - der temperamentvolle 4. Satz Rondo ungarese. Das am wenigsten bekannte, jedoch keineswegs schwächere 2. Quartett A-dur op.26, wird mir insgesamt zu langsam, zu wenig zupackend angegangen. Brahms moderate Tempi dürfen seitens der Interpreten nicht nochmals abgebremst werden. Beim Hören des 3. Quartetts c-moll op.60 dachte ich zu Beginn sofort: nicht herb, nicht brahmsisch genug. Dieser Eindruck verfestigte sich jedoch im Verlauf des Satzes keineswegs. Von Satz zu Satz gefiel mir die Interpretation immer besser. Was ich in op.25 bemängelte, findet sich hier nicht, das Zusammenspiel ist sehr gut, man spielt nicht nebeneinander her. Höhepunkt in punkto Gestaltung ist für mich der 3.Satz. Ohne jetzt Vergleiche mit anderen Aufnahmen von op.60 ziehen zu wollen, möchte ich die neue Produktion in das schmale Spitzenfeld einreihen. Die Spiezeiten: op.25: 40'53, op.26: 51'46 und op.60: 34'48
Gruß Amadé
nikolaus (11.12.2008, 22:23): Hallo Amadé!
Ich kann Deine Einschätzung ungefähr nachvollziehen. Das erste Quartett finde ich in dieser Besetzung auch etwas enttäuschend. Mir fehlt auch im letzten Satz der richtige Pep. Ich habe mir die CD vorwiegend wegen der beiden anderen Quartette gekauft, da ich noch keine Aufnahme besitzte und sie nicht besonders gut kenne. Das dritte Quartett ist ihnen sicher am besten gelungen. Aber auch das zweite finde ich insgesamt stimmig interpretiert.
:hello Nikolaus.
Amadé (16.01.2009, 15:46): Zum Anfang des H-dur Trios op.8 bemerkte einst der Pianist Edwin Fischer: „Immer, wenn das H-dur Trio anstand, beschlossen wir (Fischer, G. Kulenkampff,- nach seinem Tode Schneiderhan – und Enrico Mainardi) den Anfang des 1.Satzes in dem von Brahms vorgesehenen Tempo, also Allegro con brio, zu spielen. Im Konzert spielten wir entgegen der Absprache dann das wunderbare Thema doch langsamer“ (sinngemäß zitiert). So wie es das E.Fischer-Trio spielte, hört man es auch heute fast noch immer.
Die abgebildete CD des Guaneri Trio Prag stellt eine der rühmlichen Ausnahmen dar. Nach mehrmaligem Hören des 1.Satzes mit diesen 3 Musikern neige ich immer mehr der Auffassung zu, dass eine Verlangsamung des Anfangstempos überflüssig ist. Diese CD empfiehlt sich durch ihre zupackende Art, ein frisches Musizieren, ohne die lyrischen Momente zu vernachlässigen. Bemerkenswert auch die klangliche Präsentation: der Pianist bringt die beiden Streicher nicht mit dicken Klavierakkorden in Bedrängnis oder deckt sie sogar zu. Kammermusik der Extraklasse. Auch das 3. Trio in c-moll kann sich hören lassen.
Grüße Amadé
Poztupimi (16.01.2009, 19:01): Original von Amadé Zum Anfang des H-dur Trios op.8 bemerkte einst der Pianist Edwin Fischer: „Immer, wenn das H-dur Trio anstand, beschlossen wir (Fischer, G. Kulenkampff,- nach seinem Tode Schneiderhan – und Enrico Mainardi) den Anfang des 1.Satzes in dem von Brahms vorgesehenen Tempo, also Allegro con brio, zu spielen. Im Konzert spielten wir entgegen der Absprache dann das wunderbare Thema doch langsamer“ (sinngemäß zitiert). So wie es das E.Fischer-Trio spielte, hört man es auch heute fast noch immer.
Die abgebildete CD des Guaneri Trio Prag stellt eine der rühmlichen Ausnahmen dar. Nach mehrmaligem Hören des 1.Satzes mit diesen 3 Musikern neige ich immer mehr der Auffassung zu, dass eine Verlangsamung des Anfangstempos überflüssig ist. Diese CD empfiehlt sich durch ihre zupackende Art, ein frisches Musizieren, ohne die lyrischen Momente zu vernachlässigen. Bemerkenswert auch die klangliche Präsentation: der Pianist bringt die beiden Streicher nicht mit dicken Klavierakkorden in Bedrängnis oder deckt sie sogar zu. Kammermusik der Extraklasse. Auch das 3. Trio in c-moll kann sich hören lassen.
Grüße Amadé
Lieber Amadé,
bei jpc finde ich den Eintrag "Trio für Klavier, Violine und Violoncello Nr. 1 H-Dur op. 8 (Auszug)".
Kannst Du mir auf die Sprünge helfen, wie ich das mit dem Auszug zu verstehen habe?
Grüße, Wolfgang
Amadé (16.01.2009, 21:17): Lieber Poztupimi, das ist ein Irrtum. Was außen draufsteht ist innen drin. Die CD enthält das Trio op.8 in der meist gespielten 2. Fassung von 1890, das 3.Trio c-moll op.101 sowie den Sonatensatz c-moll für Violine und Klavier.
Gruß Amadé
Gamaheh (18.01.2009, 01:17): Morgen aus der Reihe Interpretationen auf DLR (15h05): "Im Halbschatten - die Bläsertrios von Johannes Brahms".
Grüße, Gamaheh
Poztupimi (18.01.2009, 11:08): Original von Amadé Lieber Poztupimi, das ist ein Irrtum. Was außen draufsteht ist innen drin. Die CD enthält das Trio op.8 in der meist gespielten 2. Fassung von 1890, das 3.Trio c-moll op.101 sowie den Sonatensatz c-moll für Violine und Klavier.
Gruß Amadé
Lieber Bernd,
Brahms' Kammermusik nimmt bisher keinen großen Platz in meiner Sammlung ein, was es – das wenige, was ich besitze, gefällt mir immer wieder – zu ändern gilt! Da Du diese Aufnahme empfiehlst, werde ich bei nächster Gelegenheit mal versuchen, reinzuhören.
Grüße, Wolfgang
Rachmaninov (31.10.2013, 12:41): Mittlerweile habe ich einige male in die Violinsonaten 1-3 mit S. Khachatryan und seiner Schwester Lusine.
Eine ganz hervorragende CD. Nicht nur das Sergey auch hier demonstriert, dass es wohl derzeit keinen Violinisten gibt, der an ihm ran reicht, nein, im Zusammenspiel mit seiner Schwester erreicht er eine Stimmigkeit und Innigkeit, die eifach herzergreifend ist.
Wundervoll.
So schön kann Kammermusik sein :ignore
:times10
Wooster (05.11.2013, 11:51): Ohne jetzt direkt verglichen zu haben, kommt mir beim Klangbeispiel der Beginn des op.8 mit dem Guarneri Trio nicht ungewöhnlich zügig vor (die schnellste Einspielung ist vermutlich die mit Heifetz/Rubinstein/Feuermann von ca. 1940).
Der "Sonatensatz c-moll" ist übrigens als Scherzo aus der f-a-e-Sonate besser bekannt.
Hosenrolle1 (11.12.2014, 05:12): Brahms Kammermusik vermag mich nicht wirklich zu begeistern - Ausnahme: Streichersextett, op. 18!
Besonders der 1. Satz hat ein wunderschönes Thema ab Takt 61, wo die beiden Violinen sowie jeweils ein oktavierendes Cello und eine Viola ein sehr schönes, inniges Motiv in Sextparallelen spielen, um dazwischen vom anderen Cello pizzicato begleitet zu werden.
Ein herrlicher Klang!
(Mir kommt vor, dass Brahms die Sextparallelen besonders gern verwendet; mir fällt da sofort sein op. 39, No. 15 ein, der berühmte Klavierwalzer, wo die Sexten ebenfalls einen sehr berückenden Klang haben.)
Weiß vielleicht jemand eine gute Einspielung des Sextetts?
LG, Hosenrolle1
EinTon (22.12.2014, 18:06): Weiß vielleicht jemand eine gute Einspielung des Sextetts?
Wenn Dich bei Brahms Kammermusik das Streichersextett zu begeistern vermag, sonst aber eher nichts: Am ähnlichste empfinde ich noch die beiden Streichquintette. Wer Berahms Kammermusik eher weniger abgewinnen kann, sollte vielleicht einmal die CD mit den Violasonaten mit Kim Kashkashian und Robert Levin angehört haben? :hello
Hosenrolle1 (22.12.2014, 22:45): Danke für den Tipp, ich werde mir die Version schnellstmöglich anhören! Bin schon gespannt :)
Klavierquintett f-moll op. 34 Brahms Partitur wird hier bestens ausgeleuchtet, man hört hier mehr als in anderen Einspielungen, das ist die eine Seite. Andererseits spielt mir das Ensemble bei op.34 insgesamt zu abgerundet, zu kultiviert, ich vermisse das Unwirsche, das Raue und Kantige, die fast übersteigerte Expressivität dieser Komposition des doch noch jugendlichen Brahms, ausgenommen ist hier der Scherzo-Satz. Was mich an dieser Aufnahme noch stört, ist der zu sehr intergrierte Klang des Flügels im Streicherklang, möglicherweise beabsichtigt.
Gruß Amadé
Hosenrolle1 (19.10.2016, 20:10): Original von Amadé Andererseits spielt mir das Ensemble bei op.34 insgesamt zu abgerundet, zu kultiviert, ich vermisse das Unwirsche, das Raue und Kantige, die fast übersteigerte Expressivität dieser Komposition des doch noch jugendlichen Brahms, ausgenommen ist hier der Scherzo-Satz.
Das wäre eine interessante Diskussion: soll man frühe, "wilde" Werke eines Komponisten um jeden Preis auch so spielen, auch wenn man weiß, dass er im Alter "gemütlicher", ruhiger wurde? Mit anderen Worten: sollte man als Interpret versuchen, einen bestimmten "Gemütszustand", eine bestimmte Zeit im Leben eines Komponisten zu "rekonstruieren"?
Wie meinst du das mit dem zu gut integrierten Klang des Klaviers?
Ist das Booklet gut?
LG, Hosenrolle1
Amadé (20.10.2016, 18:15): Das Klavier sollte hier etwas mehr nach vorn treten, das Klavierquintett ist kein verkleinertes Klavierkonzert, geht aber etwas in diese Richtung, das sollte zu hören sein. Booklets lese ich nicht immer, dieses muss noch warten, bis ich Zeit dazu habe.
Gruß Amadé
Hosenrolle1 (20.10.2016, 18:28): Achso, du meintest das im Hinblick auf die Tontechnik, dass das Klavier da nicht optimal aufgenommen oder abgemischt wurde?
LG, Hosenrolle1
Nicolas_Aine (20.10.2016, 21:11): Ich denke, Amadé meint eher, dass das Klavier tatsächlich "solistischer" hätte spielen sollen, oder? Ich kenne die Aufnahme nicht, aber sowas schlägt sich ja nicht nur in der Lautstärke nieder, sondern in der gesamten Gestaltung.
Amadé (21.10.2016, 10:19): Danke, ja genau das meine ich.
Grüße Amadé
Jan Van Karajan (30.12.2020, 17:12): Zum Geburtstag hab ich diese Box bekommen:
Ich freue mich schon darauf, sie zu erkunden :thumbsup: . Kennt vielleicht noch jemand diese Box und kann mir empfehlen, womit ich anfangen soll? Solche Entscheidungen fallen mir immer schwer :P . Grüße Jan :hello
Philidor (30.12.2020, 17:32): Meine Favoriten sind das Klaviertrio op. 8, die Violinsonaten, das Klarinettenquintett und das Streichquartett G-Dur op. 111 ...
Gruß Philidor
:hello
Nicolas_Aine (30.12.2020, 17:49): ich halte auch zum Einstieg das erste Klaviertrio, die Violinsonaten für gut, außerdem das erste Klavierquartett und evtl. die Cellosonaten. Ich kenne die Box aber nicht, das ist eine rein werkbasierte Aussage :)
Jan Van Karajan (30.12.2020, 17:55): Vielen Dank für eure Empfehlungen :thumbsup:
Jan Van Karajan (30.12.2020, 17:55): Mal sehen, wofür ich mich nachher entscheide :D
Amonasro (30.12.2020, 17:56): Ich habe diese Box. Mir gefallen die Cellosonaten mit Serkin/Rostropovich sehr. Auch das Klarinettentrio.