ab (30.12.2011, 15:13): Zeit, ein Fazit zu ziehen:
Meine CDs des Jahres 2011
Unangefochten Platz 1 meiner Bestenliste des Jahres 2011 führt die Sinfonie Nr. 2 von Michael F.P. Huber an, interpretiert vom Orchester der Akademie St. Blasius unter der Leitung von Karlheinz Siessl (Musikmuseum). Und weil's mir eh keiner glaubt ? und es sich, wie man etwa von Schuberts, Bruckners und Mahlers Sinfonien weiß, rund ein halbes Jahrhundert bis zur Durchbruch braucht :wink , sage ich es ruhig gleich jetzt noch einmal: Huber halten ich für den großartigsten Sinfoniker Österreichs seit Gustav Mahler: kein "großes Talent", sondern ein wahrer Meister!
Meinen Platz 1 bei den Kammermusikaufnahmen nimmt für mich die Aufnahme des Hagen Quartetts mit Beethoven, Mozart und Webern ein (Myrios). Ein solcher Mozart ist unerhört! (Wie gespannt bin ich schon auf die Grieg/Brahms-CD, die am 20.1.2012 erscheinen soll!)
Meine "historische" Entdeckung des Jahres, weil keine Neuerscheinung, sondern bereits 2010 still und heimlich in Frankreich erschienen, ist die Interpretation von Igor Stravinskis Le Sacre Du Printemps von Myung-Whun Chung mit dem Orchestre Philharmonique de Radio France. (DGG France)
Mein absoluter "Geheimtipp" (nach Michael F.P. Huber) des Jahres sind die Sibelius-Sinfonien mit dem Estnischen Dirigenten Arvo Volmer und dem australischen Adelaide Symphony Orchestra (ABC Classics). Schon allein ein solcher Streichklang ist ein halbes Wunder!
Was Klavier betrifft, so fand ich das Jahr 2011 mager. So fällt meine CD des Jahres mit meiner Box des Jahres zusammen, die aber bereits Ende letzten Jahres erschienen ist: Samson Francois - L'Edition Integrale (EMI)
Was Konzertaufnahmen betrifft, so wurde ich dieses Jahr von nichts überrascht, so wie etwa letztes Jahr von der Sibelius-Violinkonzertaufnahme mit Vilde Frang. Auch im Liedgesang ist mir leider nichts wirklich Berührendes untergekommen. Bei der ganz alten Musik bin ich noch viel am Forschen...
Ich wünschen allen einen guten Jahreswechsel! Und danke an alle, insbesondere an die Pfleger der Seite, dass es dieses Forum gibt! :hello
Heike (30.12.2011, 15:46): Ach ja, wieder ein Jahr um! Meine CDs des Jahres (also die für mich besten, die ich 2011 gekauft habe, manche sind früher erschienen):
Klavier: (Überraschung!) Das ist ein so ausgesprochen klangschöner Brahms, schlank, leicht beschwingt und endlich mal ohne diesen ganzen romantischen Brei, nicht überdramatisch, aber teils rasant gesteigert und zugleich feinfühlig und leidenschaftlich (erinnert mich ein wenig an die alte Kempff-Aufnahme)
Chor: nachdem mich im letzten Jahr schon die Matthäuspassion mit Kuijken restlos überzeugt hatte, erfreue ich mich nun seit diesem Jahr auch an der solistischen h moll Messe. Fast kammermusikalisch erklingen die einzelnen Stimmen und Instrumente, so tolle Trompeten habe ich bei Bach lange nicht gehört. Die Sänger perfekt zusammen und auch jeder für sich ein Genuss. Ich brauche keine bombastisch festliche Messe, mir gefällt dieser intim-schlichte Klang ausnehmend gut.
Kammermusik: casalQuartett: Streichquartette von A. Scarlatti, Sammartini, Mozart, Boccherini, Haydn Danke an Cetay, der mich auf diese CD aufmerksam machte. Eine ganz feine, dynamisch spannende, durch die alten Instrumente warm und emotional klingende Aufnahme. Zum Verlieben schön.
Bei den restlichen Gattungen muss ich erstmal passen bzw. nachdenken, vielleicht ergänze ich da noch später.
Armin70 (30.12.2011, 16:27): Da ich größtenteils Orchestermusik höre, habe ich demzufolge in diesem Jahr die meisten CD`s aus diesem Bereich gekauft. Meine interessantesten Neuerwerbungen in diesem Jahr waren:
Orchester:
Chor:
(Bach: h-moll Messe, Marc Minkowski)
Kammermusik:
Armin
Cetay (inaktiv) (30.12.2011, 16:46): Wenn es um die wirklich in 2011 erschienenen CDs geht, bin ich schnell fertig, denn ich habe gerade mal drei erworben. Harrison Birdwistles Night's Blackbird mit dem Hallé Orchester unter Wigglesworth, "Manifesto" - ein Werkquerschnitt von Franck Bedrossian und die historisch informierte (sic!) Einspielung der Imaginary Landscapes I-V und Credo in US von John Cage. Letztere hat die mit Abstand meisten Rotationen gehabt und ist damit meine CD des Jahres 2011:
Bei den "historischen" (d.h. nicht 2011 erschienenen Aufnahmen) setze ich das casalQuartett an die Spitze. Die haben mein klassisches Weltbild über Nacht umgekrempelt und einen ganzen Horizont weggerissen.
Das Streichquartett fristete bei mir stets ein Schattendasein. Vor allem Haydns Quartette wurden von mir komplett ignoriert (ich denke da immer gleich an die Nationalhyme) und bei Mozart habe ich früher wohl die falschen Interpreten gehört. Seit ich bei den casals gehört habe, wie man das "richtig" spielt, bin ich höchstgradigst infiziert und will alles von Haydn und Mozart kennenlernen (bzw. bei Mozart habe ich das mittlerweile schon - wenigstens flüchtig) und natürlich Beethoven neu aufrollen, den späten Schubert vertiefen, Bartok und Shostakovich erforschen, neben dem Mainstream interessante Entdeckungen machen (Raff und Mittler sind schon gefunden)... und dann gibt es ja noch das weite Feld der verschiedenen Musizierstile und Interpretationen.
Mein "Geheimtip" unter den vielen Entdeckungen des Jahres ist das Hollywood Quartet mit den späten Beethovenquartetten. Unfassbar homogen und klangschön ohne Verlust an Drama und Intensität: die Quadratur des Kreises.
Ich wünsche allen Mitgliedern und Lesern dieses Forums ein gutes neues Jahr 2012.
Amadé
Jürgen (02.01.2012, 11:53): http://ecx.images-amazon.com/images/I/51zX2OOOaiL._SL500_AA300_.jpg
J.S.Bach: Concerts avec plusieurs instruments Vol.1-6, Café Zimmermann
Ich kenne zwar nur die CDs 1-5, rechne aber mal ganz optimistisch hoch, dass die 6. CD qualitativ ähnlich gut gelungen ist.
Hier wird frisch und fröhlich musiziert.
Grüße Jürgen
AcomA (03.01.2012, 13:24): Hallo,
die Aufgabe ist selbstverständlich nicht unproblematisch. Wenn ich mich auf eine CD oder Doppel-CD fokussieren sollte, würde ich zur Zeit folgendes antworten:
diese Interpretationen sind eine wahre Entdeckungsreise. Lisa Smirnova vereint IMO die Vorzüge der russischen und deutschen/österreichischen Klavierschule. Im Vergleich zu anderen Aufnahmen (Koroliov, Perahia und Schirmer) werden signifikant mehr Details herausgearbeitet. Die Palette an Artikulierung und Anschlagsvarianten ist enorm. Klanglich exzellent auch eingefangen.
LG, Siamak
Agravain (05.01.2012, 08:06): Zwei CDs des Jahres 2011 waren für mich:
Und dazu kurz vor Weihnachten das Live-Erlebnis in Köln.... grandios!
Frank1970 (05.01.2012, 16:27): Hallo zusammen,
Original von JeremiasUnd dazu kurz vor Weihnachten das Live-Erlebnis in Köln.... grandios! Ja, da war ich auch - wirklich grandios! :down Bräuchte vielleicht auch mal ein paar CDs vom Trio Wanderer...
Meine besten Käufe 2011, soweit ich dies auf die Schnelle zusammenbekomme:
So, sehr klavierlastig! :D Grainger mit Hamelin eine echte Entdeckung! Saint-Saens mit Entremont begeisternd und mitreißend, obwohl ich vorher schon die auch nicht üblen Aufnahmen mit Hough kannte (noch davor Collard). Earl Wilds Rachmaninoff einfach toll. Die Corelli-Variationen gefallen mir noch besser, als in Glemsers Aufnahme. Wobei Glemser damit live im Konzert wirklich grandios war. Die Szymanowski-Aufnahmen Roscoes sind ebenfalls eine tolle Entdeckung (gefallen mir besser, als die zum Vergleich gekauften Aufnahmen mit Martin Jones)
Noch nachnominieren will ich die folgende Aufnahme (habe ich in der großen DHM-Box), da ich schließlich nicht nur Klaviermusik höre:
Kurz nach dem Kennenlernen dieser Aufnahme (davor kannte ich nur den ebenfalls sehr guten Gardiner) dann übrigens in der Philharmonie - allerdings unter Jacobs - gehört!
Viele Grüße Frank
Rachmaninov (05.01.2012, 16:38): Original von Amadé
Die glücklicherweise von Newton Classics wiederveröffentlichte GA der Tschaikowsky-Symphonien wird vielfach als eine der besten bezeichnet und hat auch mich alles andere als enttäuscht: Straff, recht zügig, nicht ganz so "streng" wie Mrawinsky und aufnahmetechnisch einwandfrei, letzteres im Gegensatz zu der insoweit gründlich misslungenen Muti-GA (Brillant Classics).
Die m.E. hervorragend gelungene Aufnahme der Brahms- KKe mit Stephen Kovacevich/Sawallisch LPO führt sehr zu Unrecht ein leichtes Schattendasein. Ich würde sie interpretatorisch zwischen Fleisher/Szell und Gilels/Jochum einordnen.
Diese Einspielung der Sibelius-Symphonien hat mir, nachdem Bernstein/NYPO für längere Zeit meine einzige GA war, die Musik ganz neu erschlossen: Sehr stimmungsvoll und authentisch. Manchem mag das stellenweise zu "schön" erscheinen, mir hingegen kommen die Bernstein-Aufnahmen im Vergleich als zu "grobschlächtig" daher.
ab (08.01.2012, 20:55): Original von Amadé Bemerkenswerte CDs 2011, neu in meinem Archiv: