Charles Ives

Cosima (19.10.2007, 15:42):
Charles Ives (1874-1954, US-Komponist)

Dieser kühne und originelle Komponist, der hauptberuflich Geschäftsmann war, erlebte den Ruhm nicht, der ihm gebührt und den die Nachwelt ihm heute zollt. Zu Lebzeiten galt er nämlich als seltsamer Eigenbrödler, von dessen Schaffen kaum jemand Notiz nahm. Arnold Schönberg sprach eine sehr schöne Würdigung aus:

„Es lebt ein großer Mann in diesem Land – ein Komponist. Er hat das Problem gelöst, wie man sein Selbst erhalten und dennoch lernen kann. Missachtung begegnet er mit Verachtung. Er ist nicht gezwungen, Lob oder Tadel hinzunehmen. Sein Name ist Ives.“

(Quelle: Reclams Konzertführer)

Ives schrieb 4 Symphonien und weitere Orchesterwerke: Central Park in the Dark, The unanswered Question, Three places in New England etc.

Für mich ist Ives ein ähnlich schräger Vogel, wie es bspw. Skrajbin war. Beide hatten so etwas wie die „Musik der Zukunft“ vor dem geistigen Auge. Im Falle Skrajbins waren es z.B. das „Licht- und Farbenklavier“ und die „Duftorgel“; sein Ziel war es, gleichzeitig auf alle Sinne des Menschen zu wirken.

Bei Ives war es die utopische, unvollendet gebliebene „Universe Symphony“. Darin sollten ein Dutzend Orchester mitwirken, die in einer hügeligen Landschaft an verschiedenen Punkten zu postieren waren. Alle Gruppen sollten mehrmals den Standort wechseln und währenddessen eine von ihnen auf einem Schiff den Strom durchfahren, den die Landschaft teilt. Auf diese Art und Weise sollten sich die Klänge der Orchester immer wieder aufs Neue miteinander mischen. – Hübsche Idee, leider für den Konzertsaal gänzlich ungeeignet. :D

Mir gefällt von Charles Ives bis jetzt alles, was ich von ihm hörte - als da wären: Die Symphonien mit Bernstein bzw. die neueren Aufnahmen unter Andrew Litton:

http://ecx.images-amazon.com/images/I/51A5V2BM89L._AA240_.jpg http://ecx.images-amazon.com/images/I/51K7ENJAV2L._AA240_.jpg
http://ecx.images-amazon.com/images/I/514Y65DN9XL._AA240_.jpg

Interessant auch die Streichquartette, wobei ich das 2. als etwas sperrig und schwer zugänglich empfand:

http://ecx.images-amazon.com/images/I/31V9MQ64XNL._AA240_.jpg

Wie haltet Ihr von Charles Ives? Gibt es weitere Empfehlungen? :)

Gruß, Cosima
Zelenka (19.10.2007, 16:06):
Liebe Cosima:

Herzlichen Dank für Deine Fadeneröffnung zu einem charaktervollen Komponisten, der sicher eher zuwenig gehört wird (auch von mir) und wohl immer noch ein wenig als "schräger Vogel" abgetan wird.

Ein wenig wundert mich übrigens, daß Hamelins zweite Klaviersonate "Concord, Mass., 1840-1860" nicht unter Deinen Empfehlungen rangiert ... Unbedingt hörenswert!

Meine eigenen Bestände an Ives gehen leider weder in die Tiefe noch in die Breite (die Kammermusik ist gar nicht vertreten):

Orchestral Set No. 1: Three Places in New England
Boston Symphony O, Tilson Thomas ADD DG Originals 4636332
Orpheus Chamber O DDD DG Galleria 4579112
Baltimore Symphony O, Zinman DDD Argo 4448602
San Francisco Symphony Chorus, San Francisco Symphony, Tilson Thomas DDD RCA Red Seal 09026637032

A Symphony: New England Holidays
Baltimore Symphony Chorus, Baltimore Symphony O, Zinman DDD Argo 4448602

Symphony No. 3 "The Camp Meeting"
Orpheus Chamber O DDD DG Galleria 4579112

Symphony No. 4: Fugue
San Francisco Symphony, Tilson Thomas DDD RCA Red Seal 09026637032

A set of pieces for theatre or chamber orchestra, Set No. 1
Kalish, Orpheus Chamber O DDD DG Galleria 4579112

From the Steeples and the Mountains
San Francisco Symphony, Tilson Thomas DDD RCA Red Seal 09026637032

The Unanswered Question
Orpheus Chamber O DG Galleria 4579112
Fischthal, San Francisco Symphony, Tilson Thomas RCA Red Seal 09026637032

Charlie Rutlage, Memories, The Things our Fathers Loved, Tom Sails Away
Hampson, Tilson Thomas RCA Red Seal 09026637032

Serenity (orch. John Adams), In Flanders Fields (orch. David Del Tredici)
Hampson, San Francisco Symphony, Tilson Thomas RCA Red Seal 09026637032

The Circus Band, General William Booth Enters into Heaven
San Francisco Symphony Chorus, San Francisco Girls Chorus, San Francisco Symphony, Tilson Thomas RCA Red Seal 09026637032

They Are There!
Baltimore Symphony Chorus, Baltimore Symphony O, Zinman Argo 4448602
Hampson, San Francisco Symphony Chorus, San Francisco Girls Chorus, San Francisco Symphony, Tilson Thomas RCA Red Seal 09026637032

The Pond
Hampson, San Francisco Symphony Chorus, San Francisco Girls Chorus, San Francisco Symphony, Tilson Thomas RCA Red Seal 09026637032

Psalm 100
San Francisco Symphony Chorus, San Francisco Girls Chorus, San Francisco Symphony, Tilson Thomas RCA Red Seal 09026637032

Variations on "America" (arr. William Schuman)
Philadelphia O, Ormandy Sony Essential Classics SBK63034

Piano sonata No. 2 op. 19 "Concord, Mass., 1840-1860"
Hamelin DDD Hyperion CDA67469

The Unanswered Question
The Sixteen, BBC Philharmonic, Christophers Collins Classics 14462

Vielleicht gefallen mir persönlich die "Three Places in New England" und die lebhafte dritte Symphonie am besten ...

Gruß, Zelenka
Cosima (19.10.2007, 16:09):
Original von Zelenka
Ein wenig wundert mich übrigens, daß Hamelins zweite Klaviersonate "Concord, Mass., 1840-1860" nicht unter Deinen Empfehlungen rangiert ... Unbedingt hörenswert!

Das wundert mich auch, Hamelin habe ich bislang einfach übersehen. Danke für den Hinweis. :beer

Gruß, Cosima
Jürgen (22.10.2007, 13:45):
http://www.townhallrecords.com/images/covers/small/SL10027-120.jpg


Ich kenne nur
The Unanswered Question
in obiger Aufnahme.

Ein hochinteressantes Stück, das ich je nach Gemütslage gern bzw. sehr gerne höre.

Jürgen
satie (23.10.2007, 08:53):
Ebenfalls zu erwähnen sind Ives' Lieder, die Three-Pages-Sonata für Klavier und die witzigen Stücke für zwei Klaviere im Viertelton-Abstand.
Bei Ives ist interessant, wie er sehr früh versucht, mit unabhängigen Gruppen zu arbeiten, also musikalische Schichten übereinander zu legen, die anderes Material benutzen und auch andere Tempi haben. Exemplarisch dafür ist etwa The Unanswered Question, wo die Streicher eine atmpsphärische Fläche in einem langsamen Tempo spielen, die Trompete die Frage stellt in einem eigenen Tempo (irrational zum ersten Tempo) und die Holzbläser in einem nochmals anderen Tempo spielen.
Die Inspiration dazu war ein Kindheitserlebnis: Ives hatte mit seinem Vater zusammen ein großes Fest besucht, bei dem mehrere Militärkapellen spielten. Von einem Hügel aus konnte Ives alle Kapellen sehen und vor allem hören, wie sie ihre Märsche in voneinander völlig unabhängigen Tempi spielten und sich dabei bewegten. Direkte Inspiration für ein planetares Stück wie die Universe Symphony, welches man damals unmöglich hätte aufführen können. Heute wäre es dank der technischen Errungenschaften möglich, wenn auch nicht unbedingt in einem normalen Konzertsaal.
Für mich ist Ives einer der interessantesten Komponisten überhaupt. Sein Oeuvre ist nicht so groß, leider. Das hängt damit zusammen, dass er aus gesundheitlichen Gründen später nicht mehr komponieren konnte und nur noch im Rahmen des Möglichen einige Revidierungen an seinen bereits bestehenden Stücken ausführte.
Auch hatte Ives niemals nur komponiert: er war Versicherungsvertreter (damals mit absolut ehrenwerten Motiven) und der festen Überzeugung, dass es ein Unding sei, wenn ein Musiker seine Familie nicht ernähren könne. Daher komponierte er nicht ausschließlich.

Herzlich,
S A T I E
Cosima (19.10.2007, 15:42):
Charles Ives (1874-1954, US-Komponist)

Dieser kühne und originelle Komponist, der hauptberuflich Geschäftsmann war, erlebte den Ruhm nicht, der ihm gebührt und den die Nachwelt ihm heute zollt. Zu Lebzeiten galt er nämlich als seltsamer Eigenbrödler, von dessen Schaffen kaum jemand Notiz nahm. Arnold Schönberg sprach eine sehr schöne Würdigung aus:

„Es lebt ein großer Mann in diesem Land – ein Komponist. Er hat das Problem gelöst, wie man sein Selbst erhalten und dennoch lernen kann. Missachtung begegnet er mit Verachtung. Er ist nicht gezwungen, Lob oder Tadel hinzunehmen. Sein Name ist Ives.“

(Quelle: Reclams Konzertführer)

Ives schrieb 4 Symphonien und weitere Orchesterwerke: Central Park in the Dark, The unanswered Question, Three places in New England etc.

Für mich ist Ives ein ähnlich schräger Vogel, wie es bspw. Skrajbin war. Beide hatten so etwas wie die „Musik der Zukunft“ vor dem geistigen Auge. Im Falle Skrajbins waren es z.B. das „Licht- und Farbenklavier“ und die „Duftorgel“; sein Ziel war es, gleichzeitig auf alle Sinne des Menschen zu wirken.

Bei Ives war es die utopische, unvollendet gebliebene „Universe Symphony“. Darin sollten ein Dutzend Orchester mitwirken, die in einer hügeligen Landschaft an verschiedenen Punkten zu postieren waren. Alle Gruppen sollten mehrmals den Standort wechseln und währenddessen eine von ihnen auf einem Schiff den Strom durchfahren, den die Landschaft teilt. Auf diese Art und Weise sollten sich die Klänge der Orchester immer wieder aufs Neue miteinander mischen. – Hübsche Idee, leider für den Konzertsaal gänzlich ungeeignet. :D

Mir gefällt von Charles Ives bis jetzt alles, was ich von ihm hörte - als da wären: Die Symphonien mit Bernstein bzw. die neueren Aufnahmen unter Andrew Litton:

http://ecx.images-amazon.com/images/I/51A5V2BM89L._AA240_.jpg http://ecx.images-amazon.com/images/I/51K7ENJAV2L._AA240_.jpg
http://ecx.images-amazon.com/images/I/514Y65DN9XL._AA240_.jpg

Interessant auch die Streichquartette, wobei ich das 2. als etwas sperrig und schwer zugänglich empfand:

http://ecx.images-amazon.com/images/I/31V9MQ64XNL._AA240_.jpg

Wie haltet Ihr von Charles Ives? Gibt es weitere Empfehlungen? :)

Gruß, Cosima
Zelenka (19.10.2007, 16:06):
Liebe Cosima:

Herzlichen Dank für Deine Fadeneröffnung zu einem charaktervollen Komponisten, der sicher eher zuwenig gehört wird (auch von mir) und wohl immer noch ein wenig als "schräger Vogel" abgetan wird.

Ein wenig wundert mich übrigens, daß Hamelins zweite Klaviersonate "Concord, Mass., 1840-1860" nicht unter Deinen Empfehlungen rangiert ... Unbedingt hörenswert!

Meine eigenen Bestände an Ives gehen leider weder in die Tiefe noch in die Breite (die Kammermusik ist gar nicht vertreten):

Orchestral Set No. 1: Three Places in New England
Boston Symphony O, Tilson Thomas ADD DG Originals 4636332
Orpheus Chamber O DDD DG Galleria 4579112
Baltimore Symphony O, Zinman DDD Argo 4448602
San Francisco Symphony Chorus, San Francisco Symphony, Tilson Thomas DDD RCA Red Seal 09026637032

A Symphony: New England Holidays
Baltimore Symphony Chorus, Baltimore Symphony O, Zinman DDD Argo 4448602

Symphony No. 3 "The Camp Meeting"
Orpheus Chamber O DDD DG Galleria 4579112

Symphony No. 4: Fugue
San Francisco Symphony, Tilson Thomas DDD RCA Red Seal 09026637032

A set of pieces for theatre or chamber orchestra, Set No. 1
Kalish, Orpheus Chamber O DDD DG Galleria 4579112

From the Steeples and the Mountains
San Francisco Symphony, Tilson Thomas DDD RCA Red Seal 09026637032

The Unanswered Question
Orpheus Chamber O DG Galleria 4579112
Fischthal, San Francisco Symphony, Tilson Thomas RCA Red Seal 09026637032

Charlie Rutlage, Memories, The Things our Fathers Loved, Tom Sails Away
Hampson, Tilson Thomas RCA Red Seal 09026637032

Serenity (orch. John Adams), In Flanders Fields (orch. David Del Tredici)
Hampson, San Francisco Symphony, Tilson Thomas RCA Red Seal 09026637032

The Circus Band, General William Booth Enters into Heaven
San Francisco Symphony Chorus, San Francisco Girls Chorus, San Francisco Symphony, Tilson Thomas RCA Red Seal 09026637032

They Are There!
Baltimore Symphony Chorus, Baltimore Symphony O, Zinman Argo 4448602
Hampson, San Francisco Symphony Chorus, San Francisco Girls Chorus, San Francisco Symphony, Tilson Thomas RCA Red Seal 09026637032

The Pond
Hampson, San Francisco Symphony Chorus, San Francisco Girls Chorus, San Francisco Symphony, Tilson Thomas RCA Red Seal 09026637032

Psalm 100
San Francisco Symphony Chorus, San Francisco Girls Chorus, San Francisco Symphony, Tilson Thomas RCA Red Seal 09026637032

Variations on "America" (arr. William Schuman)
Philadelphia O, Ormandy Sony Essential Classics SBK63034

Piano sonata No. 2 op. 19 "Concord, Mass., 1840-1860"
Hamelin DDD Hyperion CDA67469

The Unanswered Question
The Sixteen, BBC Philharmonic, Christophers Collins Classics 14462

Vielleicht gefallen mir persönlich die "Three Places in New England" und die lebhafte dritte Symphonie am besten ...

Gruß, Zelenka
Cosima (19.10.2007, 16:09):
Original von Zelenka
Ein wenig wundert mich übrigens, daß Hamelins zweite Klaviersonate "Concord, Mass., 1840-1860" nicht unter Deinen Empfehlungen rangiert ... Unbedingt hörenswert!

Das wundert mich auch, Hamelin habe ich bislang einfach übersehen. Danke für den Hinweis. :beer

Gruß, Cosima
Jürgen (22.10.2007, 13:45):
http://www.townhallrecords.com/images/covers/small/SL10027-120.jpg


Ich kenne nur
The Unanswered Question
in obiger Aufnahme.

Ein hochinteressantes Stück, das ich je nach Gemütslage gern bzw. sehr gerne höre.

Jürgen
satie (23.10.2007, 08:53):
Ebenfalls zu erwähnen sind Ives' Lieder, die Three-Pages-Sonata für Klavier und die witzigen Stücke für zwei Klaviere im Viertelton-Abstand.
Bei Ives ist interessant, wie er sehr früh versucht, mit unabhängigen Gruppen zu arbeiten, also musikalische Schichten übereinander zu legen, die anderes Material benutzen und auch andere Tempi haben. Exemplarisch dafür ist etwa The Unanswered Question, wo die Streicher eine atmpsphärische Fläche in einem langsamen Tempo spielen, die Trompete die Frage stellt in einem eigenen Tempo (irrational zum ersten Tempo) und die Holzbläser in einem nochmals anderen Tempo spielen.
Die Inspiration dazu war ein Kindheitserlebnis: Ives hatte mit seinem Vater zusammen ein großes Fest besucht, bei dem mehrere Militärkapellen spielten. Von einem Hügel aus konnte Ives alle Kapellen sehen und vor allem hören, wie sie ihre Märsche in voneinander völlig unabhängigen Tempi spielten und sich dabei bewegten. Direkte Inspiration für ein planetares Stück wie die Universe Symphony, welches man damals unmöglich hätte aufführen können. Heute wäre es dank der technischen Errungenschaften möglich, wenn auch nicht unbedingt in einem normalen Konzertsaal.
Für mich ist Ives einer der interessantesten Komponisten überhaupt. Sein Oeuvre ist nicht so groß, leider. Das hängt damit zusammen, dass er aus gesundheitlichen Gründen später nicht mehr komponieren konnte und nur noch im Rahmen des Möglichen einige Revidierungen an seinen bereits bestehenden Stücken ausführte.
Auch hatte Ives niemals nur komponiert: er war Versicherungsvertreter (damals mit absolut ehrenwerten Motiven) und der festen Überzeugung, dass es ein Unding sei, wenn ein Musiker seine Familie nicht ernähren könne. Daher komponierte er nicht ausschließlich.

Herzlich,
S A T I E
Dr. Schön (27.01.2009, 18:34):
Charles Ives ist auch so jemand, den ich endlich einmal kennenlernen würde. Jetzt scheint es mir bei den Sinfonien auf der einen Seite Andrew Litton und Michael Tilson Thomas (alle 4 auf Sony) auf der anderen zu geben.

Wer ist denn besser? Auch, wenn es darum geht das Spezifische an Ives, wohl das Überlagern verschiedener Schichten, besser zu vermitteln?

Lässt sich das auf Tonträger überhaupt völlig realisieren? Ich weiß ja nicht, was da auf mich zukommt....
kreisler (27.01.2009, 19:04):
Ich kenne Ives bis jetzt leider nur von diesen wenigen Orchesterwerken:

http://www.musicweb.uk.net/Ives/CD_Sym_Holidays_MTT.jpg

http://www.musicweb.uk.net/ives/CD_Sym_3_2nd_OS_MTT.jpg

Holiday Symphony, The Unanswered Question & Cenral Park in the Dark;
Symphony No. 3 & Orchesrtal Set no. 2

Auf beiden CD´s dirigiert Michael Tilson Thomas. Also ich vermisse bei den Aufnahmen nichts und finde sie sehr gut gelungen, habe aber auch keinerlei Vergleichsmöglichkeiten.


Ives behalte ich immer als einen der "interessantesten" moderneren Komponisten im Hinterkopf (und das obwohl ich nur die beiden CD´s kenne). Übrigens gar nicht so als "schrägen Vogel". Das Zeug hat echt Hand und Fuß und ist voller Ideenreichtum :D. Auch finde ich den oben erwähnten Vorsatz, auch seine Familie ernähren zu können, irgendwie sehr sinnvoll: Es gibt genug "Künstler" die zwar als solche gelten mögen, in der Kunst aber lange nicht so weit kommen wie er...

Jedenfalls hilft das mit dem im Hinterkopf behalten nichts: Man muss einen Komponisten auch öfters und besonders auch mehr von ihm anhören, als ich es noch tue. Deshalb kommt jetzt auch gleich mal seine 3. Symphonie in den CD-Player...(schon dafür sei diesem Thread gedankt, dass ich das mal wieder auffrische...)

Ich hab schon seit längerem vor, mir umbedingt mehr CD´s von ihm zu kaufen. Besonders seine Klaviersonate interessiert mich. Hamelin ist wirklich zu empfehlen oder?

Grüße,
Kreisler
Gerion (27.01.2009, 21:20):
Ich habe ebenfalls Aufnahmen der o.g. Stücke in einer 3-CD-Box mit Ives'schen Orchesterwerken und M. Tilson Thomas und bin sehr zufrieden damit. Die Box konnte ich auf jpc nicht mehr finden - dabei hatte ich sie vor vier Wochen dort noch erhalten (jpc Best. Nr. 6957986).

Ich hatte mir die Box gekauft, nachdem ich Teile von "The unanswered question" in der Essener Philharmonie gehört hatte. Teile, weil fast das gesamte Stück im Gehüstel des "Konzertpublikums" unterging.

Gerade frisch bestellt sind die Streichquartette. Mal sehen, was mich dort erwartet.

Viele Grüße
Gerion
kreisler (28.01.2009, 08:23):
Guten Morgen,

Original von Gerion
weil fast das gesamte Stück im Gehüstel des "Konzertpublikums" unterging.

Ich muss gestehen, das das zu den wenigen Dingen gehört, die mich (beim Konzert) immer richtig aufregen:D

Gerade frisch bestellt sind die Streichquartette. Mal sehen, was mich dort erwartet.

Darf ich fragen welche Einspielung du dir bestellt hast? Ich habe gestern ein mal "rumgeschaut" was es da so für verschiedene Aufnahmen gibt (so viele hab ich gar nicht gefunden). Das Emerson Quartett war das einzige mir bekannte.
Kennt jemand hier verschiedene Aufnahmen?


kreisler
Gerion (28.01.2009, 09:07):
Original von Amadeus Kreisler
Ich muss gestehen, das das zu den wenigen Dingen gehört, die mich (beim Konzert) immer richtig aufregen:D


Mir geht es ebenso. Ich habe aufrichtiges Verständnis für solche, die wirklich erkrankt sind. Aber es kann einfach nicht sein, dass 99 % des Publikums an Dauerhusten erkranken. Bei o.g. Stück schlug das besonders zu Buche, weil es ja sehr leise und nachdenklich ist. Zum Schießen, ich sag's Dir!



Darf ich fragen welche Einspielung du dir bestellt hast? Ich habe gestern ein mal "rumgeschaut" was es da so für verschiedene Aufnahmen gibt (so viele hab ich gar nicht gefunden). Das Emerson Quartett war das einzige mir bekannte.

Ebendiese habe ich bestellt, nicht so sehr aus Verlegenheit, sondern auch, weil mir die Hörschnipsel gefielen und ich den Ton der Emersons eigentlich recht gerne mag.
Dr. Schön (28.01.2009, 11:56):
Auch Dank für Eure Hinweise. Dann werde ich mir die alten Tilson Thomas CDs gebraucht bei amazon erhaschen.

:thanks