ich eröffne nun die chopin-serie eigenmächtig mit einem frühwerk dieses pianisten-komponisten.
fryderyk chopin schrieb die partitur seiner klaviersonate c-moll op.4 1828 und widmete sie josef elsner. josef elsner war der harmonielehrer chopins und leiter des warschauer konservatoriums. die sonate ist ein jugendwerk eines 18-jährigen mit den ihm innewohnenden grenzen, das aber nichts desto trotz einen gewaltigen schritt in des komponisten ästhetischen werdegang darstellt.
das allegro maestoso eröffnet die sonate und wird monothematisch gebaut. die modulationen sind versiert angelegt und der satz ist dicht strukturiert und verbreitet dennoch eleganz.
originell ist die idee, ein menuetto (allegretto) an zweiter stelle folgen zu lassen. der a-teil erinnert an die technik und sprache c.m. von webers, dessen sonaten ebenfalls sehr dicht und technisch anspruchsvoll konzipiert sind. das trio steht im mazurka-rhythmus.
der lyrische höhepunkt ist der dritte satz, larghetto, im 5/4-takt stehend. hier wird gesangskunst gefordert (belcanto). athmosphärisch erinnert man sich an den zweiten satz des 2. klavierkonzertes.
der letzte satz schließlich ist ein presto con fuoco. hochvirtuos, furios und den finalsatz der 3. sonate vorwegnehmend. klaviertechnisch klingen hier schon seine scherzi an. höchster schwierigkeitsgrad !
oben abgebildet ist das cover des vol.2 von abdel rahman el bachas gesamteinspielung des chopinschen gesamtklavierwerkes (solo) bei forlane. es zeigt den jungen chopin am flügel (zeichnung von eliza radziwill aus dem jahre 1828 ) aus der zeit, in welcher er die erste sonate schrieb !
auf eben dieser cd ist eine überwältigende interpretation dieser sonate mit dem exzellenten libanesischen pianisten, welcher in frankreich lebt. die aufnahme entstand juli 1997. phantastico ! IMO referenz.
gruß, siamak :engel
Jeff Klein (08.06.2006, 23:53): Hallo siamak!
Auch wenn es nicht unbedingt hierhin gehört:ist der Rest der Gesamtaufnahme deiner Meinung nach auch so empfehlenswert?Ein Bekannter hat sich einmal sehr positiv über El Bacha als Chopin Interpreten geäussert und ich hatte vor mir die Box eventuell zu besorgen....
Gruss, Jeff
AcomA (08.06.2006, 23:57): lieber Jeff,
wenn du bereit bist, etwas geld in eine vorzügliche gesamtaufnahme zu investieren, bist du bei el bacha bestens beraten. ich habe noch ein weiteres volume hieraus, absolut top of the top ! schau doch mal bei dem unbekannten-pianisten-thread über el bacha.
gruß, siamak :)
Rachmaninov (09.06.2006, 13:04): @Siamak,
schön das Du diesen neuen Faden gestartet hast. :leb
Im Gegensatz zu der 2. und 3. Sonate habe ich mit der ersten Sonate Chopins bisher gar nicht / wenig beschäftigt. Daher wird dieser Thread sicherlich mit Interesse von mir verfolgt.
Spontan fällt mir nicht einmal eine Aufnahme der Sonate ein, die ich ggf. besitze. Eventuell in einer "Sammelbox". ?(
Cosima (09.06.2006, 13:42): Original von AcomA fryderyk chopin schrieb die partitur seiner klaviersonate c-moll op.4 1828 und widmete sie josef elsner. josef elsner war der harmonielehrer chopins und leiter des warschauer konservatoriums. l
Lieber Siamak, liebe Chopin-Freunde,
ich erwähnte schon einmal, dass ich in einer Chopin-Biographie dieses eher abschätzige Urteil fand: (C. Bourniquel)
„Auch diese Form ist nicht Chopins Domäne. Die erste Sonate in c-moll (1828, op. 4) ist eine Fleißarbeit, die Verbeugung eines gelangweilten Schülers vor seinem Lehrer: vor Elsner.“
Sei’s drum – auch wenn ich die 2. und 3. Sonate natürlich vorziehe, bei mir hat auch diese erste Anklang gefunden und zwar in der Einspielung von Nikita Magaloff („Great-Pianists-Edition“) aus dem Jahre 1978. Auf feinfühlige und liebenswerte Art und Weise gelingt es Magaloff, aus dieser Komposition etwas sehr Ansprechendes zu zaubern. Auch sehr schön vermag dies Ashkenazy (Decca, vermutlich 70er-Jahre).
Gruß, Cosima
AcomA (09.06.2006, 20:42): liebe Cosima,
du hast recht, die aufnahme vladimir ashkenazys aus den frühen 70er jahren ist ebenfalls hoch brilliant. klavierkunst am gipfel !
ich eröffne nun die chopin-serie eigenmächtig mit einem frühwerk dieses pianisten-komponisten.
fryderyk chopin schrieb die partitur seiner klaviersonate c-moll op.4 1828 und widmete sie josef elsner. josef elsner war der harmonielehrer chopins und leiter des warschauer konservatoriums. die sonate ist ein jugendwerk eines 18-jährigen mit den ihm innewohnenden grenzen, das aber nichts desto trotz einen gewaltigen schritt in des komponisten ästhetischen werdegang darstellt.
das allegro maestoso eröffnet die sonate und wird monothematisch gebaut. die modulationen sind versiert angelegt und der satz ist dicht strukturiert und verbreitet dennoch eleganz.
originell ist die idee, ein menuetto (allegretto) an zweiter stelle folgen zu lassen. der a-teil erinnert an die technik und sprache c.m. von webers, dessen sonaten ebenfalls sehr dicht und technisch anspruchsvoll konzipiert sind. das trio steht im mazurka-rhythmus.
der lyrische höhepunkt ist der dritte satz, larghetto, im 5/4-takt stehend. hier wird gesangskunst gefordert (belcanto). athmosphärisch erinnert man sich an den zweiten satz des 2. klavierkonzertes.
der letzte satz schließlich ist ein presto con fuoco. hochvirtuos, furios und den finalsatz der 3. sonate vorwegnehmend. klaviertechnisch klingen hier schon seine scherzi an. höchster schwierigkeitsgrad !
oben abgebildet ist das cover des vol.2 von abdel rahman el bachas gesamteinspielung des chopinschen gesamtklavierwerkes (solo) bei forlane. es zeigt den jungen chopin am flügel (zeichnung von eliza radziwill aus dem jahre 1828 ) aus der zeit, in welcher er die erste sonate schrieb !
auf eben dieser cd ist eine überwältigende interpretation dieser sonate mit dem exzellenten libanesischen pianisten, welcher in frankreich lebt. die aufnahme entstand juli 1997. phantastico ! IMO referenz.
gruß, siamak :engel
Jeff Klein (08.06.2006, 23:53): Hallo siamak!
Auch wenn es nicht unbedingt hierhin gehört:ist der Rest der Gesamtaufnahme deiner Meinung nach auch so empfehlenswert?Ein Bekannter hat sich einmal sehr positiv über El Bacha als Chopin Interpreten geäussert und ich hatte vor mir die Box eventuell zu besorgen....
Gruss, Jeff
AcomA (08.06.2006, 23:57): lieber Jeff,
wenn du bereit bist, etwas geld in eine vorzügliche gesamtaufnahme zu investieren, bist du bei el bacha bestens beraten. ich habe noch ein weiteres volume hieraus, absolut top of the top ! schau doch mal bei dem unbekannten-pianisten-thread über el bacha.
gruß, siamak :)
Rachmaninov (09.06.2006, 13:04): @Siamak,
schön das Du diesen neuen Faden gestartet hast. :leb
Im Gegensatz zu der 2. und 3. Sonate habe ich mit der ersten Sonate Chopins bisher gar nicht / wenig beschäftigt. Daher wird dieser Thread sicherlich mit Interesse von mir verfolgt.
Spontan fällt mir nicht einmal eine Aufnahme der Sonate ein, die ich ggf. besitze. Eventuell in einer "Sammelbox". ?(
Cosima (09.06.2006, 13:42): Original von AcomA fryderyk chopin schrieb die partitur seiner klaviersonate c-moll op.4 1828 und widmete sie josef elsner. josef elsner war der harmonielehrer chopins und leiter des warschauer konservatoriums. l
Lieber Siamak, liebe Chopin-Freunde,
ich erwähnte schon einmal, dass ich in einer Chopin-Biographie dieses eher abschätzige Urteil fand: (C. Bourniquel)
„Auch diese Form ist nicht Chopins Domäne. Die erste Sonate in c-moll (1828, op. 4) ist eine Fleißarbeit, die Verbeugung eines gelangweilten Schülers vor seinem Lehrer: vor Elsner.“
Sei’s drum – auch wenn ich die 2. und 3. Sonate natürlich vorziehe, bei mir hat auch diese erste Anklang gefunden und zwar in der Einspielung von Nikita Magaloff („Great-Pianists-Edition“) aus dem Jahre 1978. Auf feinfühlige und liebenswerte Art und Weise gelingt es Magaloff, aus dieser Komposition etwas sehr Ansprechendes zu zaubern. Auch sehr schön vermag dies Ashkenazy (Decca, vermutlich 70er-Jahre).
Gruß, Cosima
AcomA (09.06.2006, 20:42): liebe Cosima,
du hast recht, die aufnahme vladimir ashkenazys aus den frühen 70er jahren ist ebenfalls hoch brilliant. klavierkunst am gipfel !