Claudio Abbado ist tot

coolblue74 (20.01.2014, 10:34):
...scheisse...


http://www.welt.de/newsticker/dpa_nt/infoline_nt/boulevard_nt/article124019191/Claudio-Abbado-gestorben.html
Rachmaninov (20.01.2014, 10:41):
Original von coolblue74
...***e...


http://www.welt.de/newsticker/dpa_nt/infoline_nt/boulevard_nt/article124019191/Claudio-Abbado-gestorben.html

:I

80 jährig.
Jeremias (20.01.2014, 11:14):
Ich habe es auch gerade gelesen :I :I :I :I :I :I :I :I :I
Allegra (20.01.2014, 13:14):
Gerade erfahren - wie traurig! :(
Florestan (20.01.2014, 15:36):
Ein grosser Verlust für die Musikwelt.
Ich verdanke ihm wunderbare Musikerlebnisse, obwohl ich ihn leider nie live erleben konnte.

Florestan
Billy Budd (20.01.2014, 17:19):
R.I.P.
Cantus Arcticus (20.01.2014, 17:44):
Ich habe in mehrfach am Festival Lucerne gesehen und bin sehr dankbar dafür.

:I
Stefan
Heike (20.01.2014, 18:25):
Alle Konzerte mit Abbado und den Berliner Philharmonikern waren für mich besondere Konzerte. Er kam ja jedes Jahr im Mai wieder nach Berlin, zu seinem "alten" Orchester. Ich bin froh, auch sein letztes Berliner Konzert erlebt zu haben, im Mai 2013, mit Berlioz' Symphonie fantastique und Mendelssohn Bartholdys Bühnenmusik zum Sommernachtstraum. Das sind ja nun beides Werke, die man hundertmal gehört hat - aber nicht so. Vielleicht muss man so alt und so weise werden, um so zu dirigieren. Ganz nah am Abgrund und doch so sicher habe ich mich bei dieser Höllensinfonie noch nie gefühlt. Ein tief beeindruckender Abend, ich glaube es gab eine halbe Stunde Ovationen danach.

Ich habe Abbado sehr verehrt, ich mochte seine ungekünstelte Eleganz und vor allem diesen fragilen, eher schlanken Klang, den er im Kontrast zu Karajan vorher oder Rattle nachher mit den Philharmonikern immer wieder hinzaubern konnte. Im Gegensatz zu vielen Jüngeren waren seine Dirigate nie behäbig oder schwerfällig. Sondern fast kammermusikalisch. Intensität kam bei ihm von innen und war eben nicht große Show. Wenn man die Augen zumachte, konnte man kaum glauben, dass da so ein alter Mann am Pult stand.

Ein ganz Großer ist gestorben. Vielleicht der größte noch lebende Dirigent.
Er wird fehlen.
Heike (20.01.2014, 18:36):
rbb 22.15 Uhr heute

Zum Tode des großen italienischen Dirigenten zeigt der rbb das Porträt "Claudio Abbado - Die Stille hören". Regisseur Paul Smaczny hatte die Gelegenheit, den Dirigenten über mehrere Jahre hinweg zu begleiten und systematisch Bildmaterial zu sammeln. Im Film äußert sich Claudio Abbado in ausführlichen Interviews über sein Leben, seine Arbeit und die Musik. Dokumente seiner Probenarbeit und Konzertaufzeichnungen stehen neben Impressionen seiner Arbeit in den großen Opernhäusern und Konzertsälen der Welt. Statements von Freunden und Kollegen werfen ein berührendes Licht auf den "stillen Denker" Abbado. Ausgewähltes Archivmaterial ergänzt das bewegende Porträt eines der wichtigsten Musiker unserer Zeit und eines Dirigenten, der das Innehalten vor dem Applaus, die Stille nach der Musik ganz besonders liebte.
Amonasro (20.01.2014, 18:41):
Ich kannte Claudio Abbado nur von CDs, die ich allerdings immerwieder gerne höre. Insbesondere seine Aufnahme des Simon Boccanegra mit dem Orchester der Mailänder Scala halte ich gerade aufgrund seines Dirigats für die Referenzaufnahme dieses Werks.

Gruß Amonasro :hello
Rachmaninov (20.01.2014, 19:28):
Hallo,

ich habe den Titel leicht modifiziert.

Auf Anregung aus dem Forum und der Würde angemessen.

R
Heike (20.01.2014, 20:26):
ein Berliner Nachruf:
http://www.tagesspiegel.de/kultur/zum-tod-von-claudio-abbado-der-grosse-dirigent-war-ein-menschenfreund-mit-unerschuetterlichem-idealismus/9356678.html

und hier auch, vielleicht noch genauer auf den Punkt gebracht:
http://www.berliner-zeitung.de/musik/claudio-abbado-der-anti-star,10809182,25942220.html
Severina (25.01.2014, 14:40):
Ich denke, Claudio Abbado war nicht nur ein großer Musiker, sondern auch ein großer Mensch. Er war der Erste, der bei den Salzburger Festspielen sein Konzert live auf den Residenzplatz übertragen ließ, weil er der Meinung war, Musik sollte für alle zugänglich sein, nicht nur für die "Geldsäcke". Ich hörte damals zum ersten Mal Schönbergs "Ein Überlebender aus Warschau", und die Gänsehaut von damals ist mir immer noch deutlich in Erinnerung.

In seiner Funktion als GMD der WSO hat Abbado, oft gegen enorme Widerstände, "exotische" Werke auf den Spielplan gesetzt, so z.B. "Fierrabras", den ich dank ihm kennen lernte, oder die "Chowantschina". Eine Sternstunde, von der noch so ziemlich alle Wiener Opernfreunde schwärmen, war "Il Viaggio a Reims", und dass davon nie eine DVD produziert worden ist (Eine TV-Übertragung gab es!), ist mir bis heute unbegreiflich.

Ja, und dann natürlich die von Amonasro zu recht gerühmte Einspielung des "Simon Boccanegra" - auch für mich bisher unerreicht!

Bewundernswert auch Abbados über zehn Jahre dauernder Kampf gegen seine schwere Krebserkrankung, die ihn bis zum Schluss nie resignieren ließ. Es war oft erschütternd, den bis auf die Knochen abgemagerten Mann am Pult zu sehen, aber in seinen Augen brannte immer noch die ungebrochene Leidenschaft für die Musik.

lg Severina :hello
Jeremias (25.01.2014, 15:15):
Bei der Produktion von Fierrabras hat mein guter Freund Josef Protschka mitgewirkt. Er sagte, es sei eine unglaubliche Arbeit und erfahrung gewesen, Abbado habe jeden so unglaublich menschlich und kollegial behandelt...
Clara (25.01.2014, 18:36):
R.I.P.