Comedy in Music

Jeremias (25.09.2006, 14:17):
Liebe Forianer,

nicht immer muss die sogannte "E-Musik" auch wirklich ernst sein! Dass es auch anders geht, zeigen u.a. folgende Beispiele:

http://ec1.images-amazon.com/images/P/B000026OGW.03._SS400_SCLZZZZZZZ_V1057214510_.jpg

http://images.amazon.com/images/P/B00004R7U4.03._SS500_SCLZZZZZZZ_V1056666687_.jpg

http://images.amazon.com/images/P/B000025LBH.03._SS500_SCLZZZZZZZ_V1056656743_.jpg

Kennt jemand von Euch diese oder andere Aufnahmen?
Holger S. (26.09.2006, 17:25):
Hallo Jeremias,

der Name Borge ist mir ein Begriff, das erste Mal habe ich ihn an einem Silvesterabend im Radio gehört. Die von dir angegebene CD habe ich auch, aber schon lange nicht mehr gehört. Ich finde, Borge ist mal ganz lustig, aber man kann es nicht ständig ertragen. Die beiden anderen CDs habe ich nicht.

Hier müsste unbedingt noch der "21. Bachsohn" P.D.Q. Bach (1742-1807 oder auch 1807-1742?, wie Peter Schickele schreibt) genannt werden. P.D.Q. ist eine vom amerikanischen Komponisten Schickele (Jg. 1935) erfundene Persönlichkeit. Schickele hat sogar eine sehr amüsante Biographie geschrieben und als P.D.Q. einen ganzen Haufen Werke komponiert, teilweise mit ungewöhnlichen Besetzungen, teilweise unter massiver Verwendung von berühmten Werken (vgl. z.B. "Ouvertüre 1712"). Am besten, man kauft sich die Biographie, da sind nämlich ein paar unvergleichliche Hörbeispiele mit bei.

Im Radio habe ich schon mal das Concerto populare von Franz Reizenstein gehört (und auch mitgeschnitten). Dort werden ein paar ganz berühmte Klavierkonzerte (Grieg, Tschaikowskis Nr.1 etc.) bunt durcheinandergemischt, im Stile eines Streites zwischen Pianist und Dirigent bzw. Orchester. Dauert vielleicht 12, 13 Minuten.

Ebenfalls im Radio habe ich mal die Kantate "Der Kapellmeister" von Domenico Cimarosa gehört, auch sehr lustig. Es handelt sich um eine Art Karikatur eines sehr selbstgefälligen Dirigenten, der unter dem Spiel seiner Musiker teilweise leidet ("Dieses Geblase beleidigt mein Ohr!"), dann aber wieder in Verzückung gerät ("Ganz vortrefflich, meine Herren!", "Welch genialer Dirigent!").

Viele Grüße
Holger
ab (26.09.2006, 21:15):
Die Aufnehmen von Foster Jenkins und Mary Schneider kenne ich. Ersteres ist ein Kulturdokument sonder gleichen, die Arie der Königin der Nacht erzielt auch bei Nicht-Klassik-hörern seinen Effekt! Letzteres scheint mir ernstzunehmendes Können zu sein.

Als typische Beispiele fielen mir eher die parodistischen Verfremdungskompositionen ein. Leider weiß ich nicht, ob solches auch auf CD dokumentiert ist. Im Radio hört man gelegentlich solches Programm, wo das ganze Publikum herzhaft lacht, weil eine Mozart- oder Haydn-Sinfonie ganz anders fortgeführt wird als gewohnt.
satie (26.09.2006, 22:17):
Auch zu empfehlen:
Alfred Schnittke: (K)ein Sommernachtstraum
und natürlich B.A. Zimmermanns Musique pour les soupers du roi Ubu
Beides göttliche Collagen, bei denen man einfach Lachkrämpfe bekommen muss.

Ebenfalls unbedingt zu erwähnen ist Georg Kreisler, dessen Chansons ja fast alle irgendeine klassische Vorlage (oder dann Wiener Lieder und Unterhaltungsmusik) benutzen. Jeder wird seinen "Musikkritiker" oder den Opernboogie kennen. Oder sein "Paule", der eine Adapption von Schumanns Grenadieren ist. Immer wieder herrlich.

Und: natürlich einiges von Satie, etwa die Ebryons dessechees (vertrocknete Embryonen), die mit völlig schwachsinnigen Kadenzen enden oder den Trauermarsch von Chopin als die "berühmte Mazurka von Schubert" ausgeben-

Herzlichst
Satie
Walter (27.09.2006, 07:55):
leider muss ich zu diesem Thema bekennen:

Mrs. Foster Jenkins ertrage ich nicht - das geht über meine Kräfte

da hat mich wirklich nichts zu irgendwelchen positiven Gemütsbewegungen angeregt. Mir schaudert immer noch... Ich denke auf die anderen Aufnahmen werde ich daher auch verzichten.
Jeremias (27.09.2006, 08:12):
Also, den Victor Borge kann ich nur empfehlen! Er hat diese Show mehr als 2 Jahre lang jeden Abend am Broadway gemacht. Er war ausgebildeter Konzertpianist und hatte ein komödiantisches Talent. Wirklich empfehlenswert, es hat mit Foster Jenkins nichts zu tun!

Ich glaube, ich habe hier in dem Forum schon einmal einen Link auf ein paar Beispielvideos angegeben, schau sie Dir nochmal an, es lohnt sich!
Walter (28.09.2006, 08:23):
Original von Jeremias
Ich glaube, ich habe hier in dem Forum schon einmal einen Link auf ein paar Beispielvideos angegeben, schau sie Dir nochmal an, es lohnt sich!

werde ich machen - ich habe ja nur auf ein paar aufmunternde Worte gewartet :J
Jeremias (28.09.2006, 08:55):
Oder geh einfach auf www.youtube.com und gib dann als Stichwort Victor Borge ein, da findest Du alles, was das Herz begehrt!
Walter (01.10.2006, 12:34):
@Jeremias

Das ist ja ganz nett - aber ich höre mir dann doch lieber die Musik ohne Klamauk an.
Jeremias (25.09.2006, 14:17):
Liebe Forianer,

nicht immer muss die sogannte "E-Musik" auch wirklich ernst sein! Dass es auch anders geht, zeigen u.a. folgende Beispiele:

http://ec1.images-amazon.com/images/P/B000026OGW.03._SS400_SCLZZZZZZZ_V1057214510_.jpg

http://images.amazon.com/images/P/B00004R7U4.03._SS500_SCLZZZZZZZ_V1056666687_.jpg

http://images.amazon.com/images/P/B000025LBH.03._SS500_SCLZZZZZZZ_V1056656743_.jpg

Kennt jemand von Euch diese oder andere Aufnahmen?
Holger S. (26.09.2006, 17:25):
Hallo Jeremias,

der Name Borge ist mir ein Begriff, das erste Mal habe ich ihn an einem Silvesterabend im Radio gehört. Die von dir angegebene CD habe ich auch, aber schon lange nicht mehr gehört. Ich finde, Borge ist mal ganz lustig, aber man kann es nicht ständig ertragen. Die beiden anderen CDs habe ich nicht.

Hier müsste unbedingt noch der "21. Bachsohn" P.D.Q. Bach (1742-1807 oder auch 1807-1742?, wie Peter Schickele schreibt) genannt werden. P.D.Q. ist eine vom amerikanischen Komponisten Schickele (Jg. 1935) erfundene Persönlichkeit. Schickele hat sogar eine sehr amüsante Biographie geschrieben und als P.D.Q. einen ganzen Haufen Werke komponiert, teilweise mit ungewöhnlichen Besetzungen, teilweise unter massiver Verwendung von berühmten Werken (vgl. z.B. "Ouvertüre 1712"). Am besten, man kauft sich die Biographie, da sind nämlich ein paar unvergleichliche Hörbeispiele mit bei.

Im Radio habe ich schon mal das Concerto populare von Franz Reizenstein gehört (und auch mitgeschnitten). Dort werden ein paar ganz berühmte Klavierkonzerte (Grieg, Tschaikowskis Nr.1 etc.) bunt durcheinandergemischt, im Stile eines Streites zwischen Pianist und Dirigent bzw. Orchester. Dauert vielleicht 12, 13 Minuten.

Ebenfalls im Radio habe ich mal die Kantate "Der Kapellmeister" von Domenico Cimarosa gehört, auch sehr lustig. Es handelt sich um eine Art Karikatur eines sehr selbstgefälligen Dirigenten, der unter dem Spiel seiner Musiker teilweise leidet ("Dieses Geblase beleidigt mein Ohr!"), dann aber wieder in Verzückung gerät ("Ganz vortrefflich, meine Herren!", "Welch genialer Dirigent!").

Viele Grüße
Holger
ab (26.09.2006, 21:15):
Die Aufnehmen von Foster Jenkins und Mary Schneider kenne ich. Ersteres ist ein Kulturdokument sonder gleichen, die Arie der Königin der Nacht erzielt auch bei Nicht-Klassik-hörern seinen Effekt! Letzteres scheint mir ernstzunehmendes Können zu sein.

Als typische Beispiele fielen mir eher die parodistischen Verfremdungskompositionen ein. Leider weiß ich nicht, ob solches auch auf CD dokumentiert ist. Im Radio hört man gelegentlich solches Programm, wo das ganze Publikum herzhaft lacht, weil eine Mozart- oder Haydn-Sinfonie ganz anders fortgeführt wird als gewohnt.
satie (26.09.2006, 22:17):
Auch zu empfehlen:
Alfred Schnittke: (K)ein Sommernachtstraum
und natürlich B.A. Zimmermanns Musique pour les soupers du roi Ubu
Beides göttliche Collagen, bei denen man einfach Lachkrämpfe bekommen muss.

Ebenfalls unbedingt zu erwähnen ist Georg Kreisler, dessen Chansons ja fast alle irgendeine klassische Vorlage (oder dann Wiener Lieder und Unterhaltungsmusik) benutzen. Jeder wird seinen "Musikkritiker" oder den Opernboogie kennen. Oder sein "Paule", der eine Adapption von Schumanns Grenadieren ist. Immer wieder herrlich.

Und: natürlich einiges von Satie, etwa die Ebryons dessechees (vertrocknete Embryonen), die mit völlig schwachsinnigen Kadenzen enden oder den Trauermarsch von Chopin als die "berühmte Mazurka von Schubert" ausgeben-

Herzlichst
Satie
Walter (27.09.2006, 07:55):
leider muss ich zu diesem Thema bekennen:

Mrs. Foster Jenkins ertrage ich nicht - das geht über meine Kräfte

da hat mich wirklich nichts zu irgendwelchen positiven Gemütsbewegungen angeregt. Mir schaudert immer noch... Ich denke auf die anderen Aufnahmen werde ich daher auch verzichten.
Jeremias (27.09.2006, 08:12):
Also, den Victor Borge kann ich nur empfehlen! Er hat diese Show mehr als 2 Jahre lang jeden Abend am Broadway gemacht. Er war ausgebildeter Konzertpianist und hatte ein komödiantisches Talent. Wirklich empfehlenswert, es hat mit Foster Jenkins nichts zu tun!

Ich glaube, ich habe hier in dem Forum schon einmal einen Link auf ein paar Beispielvideos angegeben, schau sie Dir nochmal an, es lohnt sich!
Walter (28.09.2006, 08:23):
Original von Jeremias
Ich glaube, ich habe hier in dem Forum schon einmal einen Link auf ein paar Beispielvideos angegeben, schau sie Dir nochmal an, es lohnt sich!

werde ich machen - ich habe ja nur auf ein paar aufmunternde Worte gewartet :J
Jeremias (28.09.2006, 08:55):
Oder geh einfach auf www.youtube.com und gib dann als Stichwort Victor Borge ein, da findest Du alles, was das Herz begehrt!
Walter (01.10.2006, 12:34):
@Jeremias

Das ist ja ganz nett - aber ich höre mir dann doch lieber die Musik ohne Klamauk an.
nikolaus (21.06.2008, 23:28):
Da ich heute abend den Riegelotto, hoppla, meine natürlich den Rigoletto mit Florez und Damrau nicht sehen konnte, wollte ich wenigstens etwas über Diana Damrau informieren und habe bei youtube das hier entdeckt. Eigentlich gehört es in einen anderen thread, aber komisch ist es teilweise schon, wenn auch unfreiwillig.
Und: unbedingt die letzte Kandidatin anhören!! :haha

Nikolaus.
ab (23.06.2008, 14:41):
Kürzlich mich sehr in der Show von Igudesman & Joo köstlich amüsiert! Hier kann man dazu auch was ansehen!

Beide sind übrigens der Yehudi Menuhin School entsprungen. Aselksey Igudesman ist übrigens auch der Geiger von Triology.