Jeremias (23.03.2011, 16:23): heute habe ich mit großer Betroffenheit zur Kenntnis genommen, dass unsere 2001-Filiale in Düsseldorf Ende dieser Woche schließt... wo kann man eigentlich noch schön einkaufen gehen? Alle machen sie dicht....
das ist der Laden am Karlsplatz, stimmt's? Find' ich auch ausgesprochen schade, dass die ganz haptische Kultur des Stöberns und Entdeckens jenseits des Cyber-Space langsam aber scheinbar unaufhaltsam ausstirbt. Andererseits muss ich aber ernüchtert konstatieren, dass ein Grossteil der letzten Vertreter des Kulturkonserven-Handels eh nur noch Ware ab Palette feil bietet. In meiner Heimatstadt starb der letzte ernstzunehmende Repräsentant des fachkundigen Musikalien- und Tonträger-Händlers mit dem Musikhaus Schlüter an der Hansastrasse vor 15 Jahren ersatzlos aus. Seine Dämmerung wurde begleitet vom nicht minder ausgprägten Niedergang der Qualität und Quantität der konkurrierenden Big Player Saturn und Karstadt. Die damals sich noch als Koryphäen gebärdende und anerkannten first ladies der Letztgenannten baten mir zum Schluss nicht viel mehr als mein Amusement über deren horizontaler Beschränktheit: Es gab ein eigenes Fach für "Cesar FRACK" und "Rubinstein", ebenfalls unter "Komponisten", allerdings keineswegs Anton sondern Arthur. Ich machte mir wiederholt den Spass, Telemanns "Wassermusik" in Ausübung eines idealistischen Ehrenamtes unter Letzterem einzuordnen..in schöner Regelmässigkeit landete die Scheibe aber wieder bei Händel. Als ich anno 1992 bei einer rennomierten Lübecker "ersten Adresse" angesichts der nach Tschaikowskij unverrmittelt abbrechenden CD-Regale einen Erlauchten fragte, wo es denn alphabetisch weiterginge, kam zur Antwort die vom Lachchor seiner Kollegen begleitete süffisante Parade: "Ach, sie suchen Vivaldi?!" Nachdem ich erwiderte: "Nein, Eugene Ysaye.", legte sich die Heiterkeit auf der Tribüne abrupt & es kam die schüchterne Rückfrage: "Wen??" Was ich damit sagen will: Auch ich trauere allem Haptischen nach - es existiert lebensnotwendigerweise fort in (hoffentlich nicht nur) meiner eigenen Welt - im wirklichen Leben führt es aber nur noch ein Schattendasein. Über einen Stapel erlesener Bücher oder Schallplatten freue ich mich nach wie vor mit der gespannten Erwartung eines Kindes- ob das aber nun im "Fachhandel" oder auf dem Trödel auftaucht, macht heute keinen Unterschied mehr, denn fachkundige Diskutanten, geschweigedenn Berater, sind nurmehr reine Glückssache...
:hello Sfantu
Fairy Queen (24.03.2011, 07:27): Ich finde diese Entwicklung auch ausgesprochen traurig! Aber die echten Lâden halten der virtuellen Konkurrenz einfach nicht mehr stand, purer Idealismus geht im Geschâftsleben nun mal nicht auf Dauer. Wir Alle sind daran mitschuld, indem wir dauernd auf Schnäppchenjagd im Internet die billgsten CD-Angebote suchen und bestellen anstatt zu kaufen. Bequem, billig, naklar! Ich weigere mich zwar weiterhin, Bücher virtuell bei Riesenketten wie amazon oder jpg zu kaufen sondern lasse mir von einer hervorragenden Buchhandlung in meiner deutschen Heimatstadt nach Frankreich liefern, aber ich weiss auch , dass ich damit auf verlorenem Posten stehe. Das Presiargument ist für 95% der deutschen Bevölkerung unschlagbar. Sich einfach etwas weniger CDs zu leisten, um den höheren Preis auszugleichen kommt wohl für obsessive Sammler eh nicht in frage......
F.Q.
Rachmaninov (24.03.2011, 07:58): Naja,
ein "der Böse Kunde" mag ja günstige Preise ist hier aber ein wenig zu einseitig. Wenn es möglich ist, dass man via Amazonhändler eine aktuelle CD aus den USA für 9 € + 3 € Versand bekommt und dann steht da Made in Germany oder Holland drauf, dann kann doch auch was nicht stimmen. Entweder verlangt man am deutschen Markt einfach seitens der Labels mehr, oder aber es hat Wechselkurs gründe. Jedenfalls kann Transpor und Versand kein Kostentreiber sein!
Jürgen (24.03.2011, 10:06): Das Sterben der Läden ist Teil einer Entwicklung, die viele von uns durch unser Kaufverhalten selber herbeigeführt haben. Dennoch möchte ich hier nicht von Schuld sprechen, denn man kann auf Dauer vom Kunden nicht erwarten, Mondpreise zu bezahlen, obwohl die Qualität sich nicht ändert.
Wir haben das Sterben der Läden ja nicht nur im Tonträgerhandel, sondern auch bei Elektrogeräten (In Darmstadt machte erst vor ein paar Tagen ein renommierter Elektrogerätehändler dicht. Im Schaufenster hing ein Plakat, er könne der Konkurrenz im Internethandel nicht mehr länger standhalten. Das machte mich betroffen, da ich selbst eine Woche zuvor meine defekte Spülmaschine unter Zuhilfenahme von Guenstiger.de ersetzt habe. Ich bin zwar nicht mehr jung, aber die 100€ Differenz brauche ich einfach.) Seit langem sterben die Tante-Emma-Läden, Metzger oder Bäckereien, die wirklich selber backen. Diesen Trend aufzuhalten ist so kostspielig, dass selbst der Verzicht auf CD-Käufe nicht ausreichen würde.
Im Falle von 2001 habe ich den Eindruck, dass diese Entwicklung gewünscht ist. Ich erinnere mich an Merkmails, in denen Rabattaktionen angekündigt wurden, die nur im Versandhandel galten und nicht in den Läden. Ich schätze auf Dauer wird 2001 nur noch aus dem Versandhandel und Kooperativen bestehen.
Allerdings hat 2001 in den letzten Jahren in meinen Augen sehr an Attraktivität verloren. Früher konnte man dort blind kaufen und sicher sein, den besten Preis am Markt erwischt zu haben. Jedoch war das Sortiment begrenzt. In Darmstadt gibt es eine Kooperative, aus der ich immer häufiger mit leeren Händen wieder heraus gehe. Meine Trauer hielte sich daher in Grenzen, würde dieser Laden schließen.
Und wie Sfantu schon erwähnt hat: Den fachkundigen Verkäufer gibt es schon lange nicht mehr. Klassikforen tragen übrigens dazu bei, dass wir diese auch nicht mehr brauchen.
Grüße Jürgen
Rachmaninov (24.03.2011, 10:20): Original von Jürgen
Wir haben das Sterben der Läden ja nicht nur im Tonträgerhandel, sondern auch bei Elektrogeräten (In Darmstadt machte erst vor ein paar Tagen ein renommierter Elektrogerätehändler dicht. Im Schaufenster hing ein Plakat, er könne der Konkurrenz im Internethandel nicht mehr länger standhalten. Das machte mich betroffen, da ich selbst eine Woche zuvor meine defekte Spülmaschine unter Zuhilfenahme von Guenstiger.de ersetzt habe. Ich bin zwar nicht mehr jung, aber die 100€ Differenz brauche ich einfach.) Seit langem sterben die Tante-Emma-Läden, Metzger oder Bäckereien, die wirklich selber backen.
Ganze Innenstädte sterben aus, zumindestens die Fussgängerzonen! Wundert es bei den Mieten und dann noch Piraterie im Parkhaus?
R
Plagalpeter (24.03.2011, 13:01): Mir gefällt es auch nicht, ich habe jedoch nie bewusst den Anfang dieser Entwicklung erleben können (Ich bin wahrscheinlich zu jung dafür und habe zu spät angefangen, mich kritischer damit auseinanderzusetzen.)
Es wäre wohl auch nicht sinnvoll, in dieser Sache von Schuld zu sprechen. Das Kaufverhalten sehe ich als eine natürliche Reaktion, die dem Kunden auch nicht vorzuwerfen ist. Auch wenn es hier thematisch vielleicht nicht ganz hineinpasst, der Grund liegt meiner Meinung nach bei dem zunehmenden Lobbyismus und der fallenden Sozialisierung in unserer Wirtschaft. Meines Wissens nach arbeitet man heute länger für das gleiche Geld und trotzdem wird alles teurer. Zudem wird das ganze Geld immer geschickt in die Richtung der reichen Leute gelenkt (aktuelles Beispiel die Subventionierung von Kernenergie - bei den Stromkunden sehe ich dadurch keinen presigünstigen Strom oder sonstige Ersparnis - oder die Schuldenbremse, die Schulden werden immer von denen gezahlt, die noch kein Geld haben, da sie ja auch keine Macht haben, das zu ändern). Da Kunst im Allgemeinen nicht auf finanziellen Gewinn abziehlt und insbesondere klassische Musik (mit anderen Kunstrichtungen natürlich) nicht das leichtverdaulichste Konsumgut ist, fällt es dem Einzelhandel - oder tatsächlich an der Kunst interessierte Verkäufer - auch immer schwerer, sich über Wasser zu halten.
Ich bin da sehr dankbar, dass es für mich hier noch die Möglichkeit gibt, mich ein wenig schlau zu machen. Da muss ich an dieser Stelle auch mal ein Lob an dieses Forum richten, ich war anfangs sehr überrascht! In anderen Zeiten wäre das hier vielleicht sogar eine Fachberatung?
Nur gut, dass ich zufrieden bin, solange ich mich geistig fordern und erfreuen kann. :J
Herzlichst, Plagalpeter
Sfantu (21.08.2018, 12:39): Offensichtlich noch nicht ausgestorben... ...sondern mit Herzblut weiter dabei: blue danube records in der Bahnhofstrasse in Tulln an der Donau. Demnächst bin ich an einem Kongress in Wien. Die Teilnehmerzahl ist 4stellig, die Zahl der Teilnehmer, die mich kennen, nur knapp >= 10. Da von denen niemand in meinem Hotel sein wird, werd' ich mich erdreisten, mich für ein paar Vormittagsstunden nach Tulln zu verdrücken um lustvoll diesen Laden zu durchstöbern: Dylan is a Hund War jemand von euch schon da? Die Vorfreude ist gross! Ich brauch' es & mein Dreher braucht's auch!
Gruss, Sfantu
Cetay (inaktiv) (21.08.2018, 17:00): Wenn ich mir die Anzeigen der Dreher-Produzenten anschaue, bekomme ich unmittelbar dieses Haben-Will-Gefühl... :engel
Sfantu (14.09.2018, 19:45): Heute war es soweit. Nur soviel: wer Klassik und Vinyl liebt, muss Blue Danube Records gesehen haben! Hab' dort mehr als geplant ausgegeben - alles Repertoire-Schätze erster Güte. & der Inhaber ist ein liebenswertes Unikum! Dass ich nicht gerade in der Nähe von Tulln wohne, ist Segen & Fluch zugleich...
Waldi (15.09.2018, 11:31): Hintermayer in Wien/Neubaugasse gibt seine CD-Abteilung auf und gibt den Restbestand zu reduzierten Preisen ab. Sehr schade, denn man stieß dort immer wieder auf günstige Restexemplare, die anderswo kaum oder gar nicht zu bekommen waren. Die Besitzer sagen, es läge nicht am Absatz, sondern es käme zu wenig nach. ich schätze, die Internet-Konkurrenz ist zu erdrückend...
dewi (24.09.2018, 23:27): Bei einem Besuch in Paris habe ich festgestellt, dass der Laden der Plattenfirma Harmonia Mundi nur wenige Genminuten von meinter Unterkunft entfernt war. Ich wurde bei dem Besuch vom Angebot und den Ideen des Verkaeufers (der sehr tuechtig und wissend war) fast ueberwaeltigt und habe fleissig eingekauft, ich glaube, ich habe da 250 Euro gelassen. Etwas spaeter habe ich kalkuliert, das ich das gleiche online fuer weniger als die Haelfte haette kaufen koennen. Klar, es war auch der Vergnuegen des Kaufs und der Beratung, aber de facto haette man sich die Haelfte sparen koennen. Insofern . ... bin ich nicht ueberrascht, dass das online Geschaeft dominiert.
Sfantu (13.07.2020, 21:10): Es gibt sie immer noch!
Bei Leuten, die mich kennen - egal, ob jünger oder älter als ich (ich bin 51), etabliert sich allmählich der Spitzname "A-Daddy" (A für Analog). Der Grund: ich lese noch Bücher & höre Musik ausschließlich vom Medium, vorzugsweise Vinyl (einzige Ausnahme: zum Reinhören bei völlig Unbekanntem mal etwas ausschnittweise via YT). Da sich bei mir CDs & Platten buchstäblich bis unter die Decke türmen (die Stückzahlen erreichen in absehbarer Zeit mal die 5stelligkeit), meine Holde keinen Zoll breit mehr für weitere Expansion duldet & ich so notgedrungen zu einem wahren Meister der Verdichtung wurde, ist platzmäßig demnächst das Ende der Fahnenstange erreicht. Ergo muß ich das Ein oder Andere abstoßen resp. deutlich weniger zukaufen. In Deutschland etwas zu bestellen (vorzugsweise bei jpc) ist verlockend preisgünstig. Außerdem spare ich noch die deutsche MwSt, da ich im Ausland lebe. Aber eben - wenn es künftig weniger sein darf (muß), warum nicht öfter wieder die wenigen übrig gebliebenen Händler unterstützen - auch, wenn's etwas teurer ist?
Also machte ich jetzt mal einen Schnitt & kaufe seit dem Ende des ersten Lockdowns (vorläufig?) nur noch im Fachhandel. Der letzte (also einzige) auf Klassik & Jazz spezialisierte Neuware-Händler ist bei uns "tonträger" in der Schweizerhof-Passage, Berner Altstadt. Es gibt zwar ganz in der Nähe noch die Musik-Abteilung bei Orell-Füssli. Dort ist es mittlerweile aber nicht mehr anders als bei Karstadt oder Saturn in Deutschland: die Verkäufer sind mit etwas Glück freundlich aber: ahnungslos. "tonträger" dagegen wird von 3 fachkundigen Enthusiasten betrieben. Also trag' ich meine Taler ab sofort dort hin.
Wohin noch? Demnächst auf Stippvisiste in meiner alten Heimat (Dortmund hat mehr als eine halbe Million Einwohner aber keine Klassik-Abteilung mehr, die noch den Namen verdient) mache ich (wenn ich alle schaffe), Station bei echten (& sympathischen) Händlern, die ich hiermit wärmstens empfehlen möchte:
City Music Voigt in Pforzheim Musikhaus Schlaile in Karlsruhe Musicbox in (im malerischen Oranier-Städtchen) Dillenburg
& - okay, sie fallen aus dem Rahmen, weil auf Vinyl & überwiegend Gebraucht spezialisiert - für mich als Vinylisten aber ein Muß: Vinyl-Lounge in Essen-Rüttenscheid & das Schallplatten-Antiquariat in der Mauergasse, Wiesbaden
& beim Plausch mit diesen letzten waschechten "Klassikern" lerne ich nebenbei immer noch was dazu.
Philidor (13.07.2020, 21:57): Schallplatten-Antiquariat in der Mauergasse, Wiesbaden Oh ja! Manfred Eisele war in den 1980ern Inhaber von "Schallplatten am Markt" in Mainz. Dort habe ich ab 1988 den Grundstock für meine Sammlung gelegt, wenige Monate via LP, dann der Umstieg auf die Silberlinge.
Ich habe ihn als kompetenten, engagierten Musikfreund kennenlernen dürfen und habe es sehr bedauert, als der Laden schließen musste. Habe mich dann gefreut, wie ich in Wiesbaden diesen Laden entdeckt habe.
Gruß Philidor
:hello
Maurice inaktiv (15.07.2020, 18:33): Ehrlich gesagt, habe ich mich schon lange vom Kaufen in Läden verabschiedet. Es gibt keine brauchbaren Läden mehr in der Umgebung, und erst ewig umhergurken ist völlig unsinnig und unnötig, außerdem kostenintensiv und umweltmäßig nicht mehr zu rechtfertigen. Am Ende findet man nichts Gescheites, bezahlt Preise, die inzwischen jenseits von gut und böse sind, daher mag das bei einzelnen Gegenden noch möglich sein, für mich ist es keine Alternative mehr.
Wenn ich hier Ort wie Dillenburg, Pforzheim oder Karlsruhe lese, wären das idiotische Rundreisen durch die Bundesländer. Jeder kann und soll das für sich alleine entscheiden, für mich ist es einfacher, günstiger, zeitlich geringer und angenehmer übers Netz zu bestellen. Der Gebrauchtwaren-Markt ist voll von günstigen Preisen, da riskiert man auch mal einen Kauf, den man sonst vielleicht nicht machen würde.
Youtube ist eine Alternative zum Reinhören, warum sollte man nicht solche Netzwerke nutzen? Dafür wurden sie gemacht Niemand fährt mehr die gleichen Autos wir vor 30 Jahren, niemand heizt mehr wie vor 30 Jahren, niemand ist technisch auf dem Stand wie vor 30 Jahren, warum also weiter so kaufen wie vor 30 Jahren? Musik ist zeitlos, nur das Drumherum verändert sich immer wieder. Das Medium Computer/Internet hat nun mal viele Dinge völlig verändert. Das ist das Leben.....
Jan Van Karajan (04.01.2021, 22:18): Einkaufen in Läden treibt mich mittlerweile fast zur Verzweiflung. Fragst du in einem Markt nach Beethoven, Brahms oder Bruckner, schaut der Verkäufer dich an, als hättest du soeben rosa Elefanten verlangt :D . Ich kaufe gerne online, auch aus Bequemlichkeit. Wenn ich zwischendrin nach Bremerhaven zum Einkaufen fahre, finde ich allerdings häufiger mal etwas, auch zu guten und fairen Preisen. Aber meist bleibt es doch beim virtuellen Einkaufsbummel. Grüße Jan :hello
Nicolas_Aine (04.01.2021, 23:02): naja, es gibt noch den ein oder anderen gut sortieren Laden, manchmal selbst unerwartet: Der Saturn in Weimar ist z.B. gar nicht schlecht sortiert. Ob die Verkäufer Ahnung haben, bezweifel ich zwar, aber es gibt ja noch das Forum hier :D Leider hab ich festgestellt, dass zu häufiger Besuch solcher Läden meinem Konto gar nicht guttut...
Cetay (inaktiv) (05.01.2021, 02:21): Als ich vor dem Problem stand, in relativ kurzer Zeit relativ viele CDs verkaufen zu wollen, bin ich auf die Ladenkette Andrä Musik Filme Games mit Filialen in Köln, Duisburg, Essen, Dortmund und Münster gestossen. Nach netter Korrespondenz und ein paar mehr als fairen Angeboten -weit besser als Momox- für probehalber zur Datenübermittlung ausgewählte CDs, habe ich mich auf den weiten Weg gemacht und die Sammlung vertrauensvoll abgeliefert. 3 Tage später war Geld auf dem Konto - mehr als ich erhofft hatte. Der Laden in Köln ist riesig und wenn man in der Nähe ist einen Besuch wert. Die Chance, etwas gezielt zu finden, ist bei einem Zweitverwerter freilich nicht gross. Aber lustvolles Stöbern kann -wie ich gesehen habe- einige Schätze, auch Vinyl zu Tage fördern.
aiel (05.01.2021, 21:09): Ich weiss gar nicht, wann ich mir das letzte Mal eine CD im Laden gekauft habe. Ich schätze, das ist schon über zehn Jahre her. Häufig kaufe ich gebrauchte CDs am Marktplatz vom großen Fluss.
michael74 (05.01.2021, 21:30): Ich weiss gar nicht, wann ich mir das letzte Mal eine CD im Laden gekauft habe. Ich schätze, das ist schon über zehn Jahre her. Häufig kaufe ich gebrauchte CDs am Marktplatz vom großen Fluss. Ich habe mir vor kurzem ausnahmsweise ne Eric clapton CD gekauft weil es die nicht als stream gibt. Aber den Rest streame ich auch ...
Gruß Michael
Marcie (06.01.2021, 00:40): Ich kaufe mir auch mittlerweile sehr selten Musik in entsprechenden Läden, eigentlich nur, wenn ich mal einen Dussmann-Shoppingtag in Berlin einlege. Da sind es allerdings mehr Bücher und nur einige wenige CD's. Also bestelle ich mir eben auch zu 90% meine Musik, wobei ich doch versuche, amazon weitestgehend zu meiden, wobei dort mitunter tolle Preise locken. Schade eigentlich, dass es für Musik nicht auch so etwas wie eine Buchpreisbindung gibt.
Sfantu (06.01.2021, 17:24):
Also machte ich jetzt mal einen Schnitt & kaufe seit dem Ende des ersten Lockdowns (vorläufig?) nur noch im Fachhandel. Der letzte (also einzige) auf Klassik & Jazz spezialisierte Neuware-Händler ist bei uns "tonträger" in der Schweizerhof-Passage, Berner Altstadt. Es gibt zwar ganz in der Nähe noch die Musik-Abteilung bei Orell-Füssli. Dort ist es mittlerweile aber nicht mehr anders als bei Karstadt oder Saturn in Deutschland: die Verkäufer sind mit etwas Glück freundlich aber: ahnungslos. "tonträger" dagegen wird von 3 fachkundigen Enthusiasten betrieben. Also trag' ich meine Taler ab sofort dort hin. Mein Enthusiasmus bezüglich "tonträger" hat einen kleinen Dämpfer erfahren. Auf der Suche nach zwei bestimmten Neuerscheinungen gaben sie sich dort doch recht bequem & wenig engagiert. Am Ende hab' ich mir die eine CD beim Label selbst bestellt & die Andere direkt im Shop des betreffenden Orchesters gekauft. Einerseits sind sie als Verkaufsgeschäft mittlerweile konkurrenzlos hier am Platz. & wer sich die Ladenmiete in der Berner Altstadt leisten kann - obendrein mit so einem Nischenprodukt wie Klassik-CDs - der ist auf den Umsatz vermutlich eh nicht angewiesen sondern macht das Ganze um die Langeweile zu vertreiben.
Es wird wohl mal wieder Zeit, sich auf die Reise nach Tulln an der Donau zu machen...
Als ich vor dem Problem stand, in relativ kurzer Zeit relativ viele CDs verkaufen zu wollen, bin ich auf die Ladenkette Andrä Musik Filme Games mit Filialen in Köln, Duisburg, Essen, Dortmund und Münster gestossen. Für mich ebenfalls Pflichtprogramm auf Heimatbesuchen (falls denn irgendwann mal wieder möglich). Hab' dort auch schon Einiges veräussert. Werde andererseits aber auch immer wieder fündig...
Sfantu (12.07.2021, 13:04): Das Schallplatten-Antiquariat in der Wiesbadener Mauergasse scheint die Lockdowns nicht überlebt zu haben. Sie betrieben keine Website. Der entsprechende Link auf Google maps meldet jedoch das seit Corona-Zeiten grassierende, gespenstische Wortpaar "dauerhaft geschlossen". Auch das Compact Disc Center in der Schiffstrasse / Freiburger Altstadt, musste im Frühjahr ebenfalls aufgeben. Was ich sehr schade finde. Umso erfreulicher: an derselben Stelle wagen nun Mitglieder des ehemaligen CDC einen Neustart
Philidor (12.07.2021, 13:13): Das Schallplatten-Antiquariat in der Wiesbadener Mauergasse scheint die Lockdowns nicht überlebt zu haben. Sie betrieben keine Website. Herr Eisele war meines Wissens erkrankt. https://www.analog-forum.de/wbboard/index.php?thread/147856-schallplatten-antiquariat-in-wiesbaden-ist-geschichte/
Er hat meine frühen Jahre als Plattenkäufer (ja, LPs!) und dann CD-Käufer begleitet, seinerzeit noch im "Schallplatten am Markt" in Mainz. Sehr freundlicher und ruhiger Herr, der sich Zeit nahm, Dinge näherzubringen.
Gruß Philidor
:hello
Sfantu (12.07.2021, 13:31): Sehr freundlicher und ruhiger Herr, der sich Zeit nahm, Dinge näherzubringen. Ja, so habe ich ihn auch erlebt. Mit im Laden war immer auch seine Frau - mit ihrem eher herben Charme. Die ergänzten sich aufs Beste. Hab' dort immer einige echte Trouvaillen zu fairen Preisen hinausgetragen.
Philidor (12.07.2021, 17:27): Mit im Laden war immer auch seine Frau Oh - die (er-)kannte ich nicht ... vielleicht war sie in Mainz auch noch nicht an Bord. Ich weiß es nicht.
Jedenfalls habe ich dort einen großen Teil des Grundstocks meiner Sammlung erworben. Die Mozart-Sinfonien mit Harnoncourt nebst Requiem, c-Moll-Messe und Don Giovanni, bis auf den Don waren das alles Einzel-CDs zum Hochpreis ... der Freischütz und der Tristan mit C. Kleiber (den Herr Eisele sehr verehrte), meine erste "Schöpfung" und "Jahreszeiten", ebenfalls mit Harnoncourt. Brahms KK1 mit Arrau und Colin Davis. Einen Stapel alter Musik. Meine erste "Nativité du Seigneur" mit Jennifer Bate. Von Herrn Eisele habe ich den Tipp, die Beethoven-Quartette mit dem ABQ zu erwerben. Bis heute eine meiner liebsten Aufnahmen.
Eine Anekdote noch. Bei "Schallplatten am Markt" gab es irgendwann eine Pavarotti-Aktion, viele Alben mit Pavarotti waren deutlich reduziert. So auch der "Guglielmo Tell" mit Chailly, der normal DM 100,- kostete (oder mehr? Weiß nicht mehr ...) und für DM 75,- angeboten wurde. Bis ich meinem Herzen (und meinem Konto) einen Stoß zum Erwerb der Aufnahme gegeben habe, war die Aktion vorbei, was ich aber nicht wusste.
So ging ich erwartungsvoll in den Laden und verlangte die fragliche Box zum genannten Preis. Herr Eisele sagte mir, dass die Aktion zwar schon vorbei sei und wieder der alte Preis gälte, doch dann fügte er hinzu "Ach, Sie haben schon so viel bei uns gekauft ... ich geb Ihnen die Box zum Aktions-Preis". - Manchmal ist mitten im Jahr Weihnachten! Die Box ziert noch heute mein Regal.
Gruß Philidor
:hello
Sfantu (12.07.2021, 18:20): "Ach, Sie haben schon so viel bei uns gekauft ... ich geb Ihnen die Box zum Aktions-Preis". Das passt auch zu meinen Erlebnissen dort. Da ich es vielleicht nur 2x pro Jahr nach Wiesbaden schaffte (immer dann, wenn es auf der Durchreise gerade passte), hab' ich jeweils ansehnliche Mengen an CDs, hauptsächlich aber Schallplatten, mitgenommen. Da gab es dann meist ungefragt Rabatte. Einmal war er darum bemüht, für einen stattlichen LP-Stapel eine entsprechende Kingsize-Tragetasche für mich zu finden. Er fragte mich schüchtern, ob ich mich schämen würde, mit einer Lidl-Tasche hinaus zu spazieren. Das hat mich so gerührt, daß ich nur wortlos schmunzelnd den Kopf schütteln konnte.
Leonardo (12.07.2021, 19:32): Ich habe zwar früher mal in einem Klassik-CD-Geschäft gearbeitet, aber heute vermisse ich diese Läden eigentlich nicht mehr. Das Publikum war überwiegend unsympathisch und die Preise zu hoch. Das Internet ist die bessere Alternative.
Gruß,
L.
Maurice inaktiv (12.07.2021, 19:48): Das Publikum war überwiegend unsympathisch und die Preise zu hoch. Gekürzt, Netikette, d. Admin Bei uns lag es weniger an den Kunden, sondern eher an der Firmenpolitik diverser Läden. Dass die Preise in der Tat gegenüber heute vielleicht zu hoch erschienen, kann ich nachvollziehen. Man kann ein Fachgeschäft eben nicht mit dem Netz vergleichen. Man vergleicht auch nicht den Dirigenten von der Blaskapelle Hintertupfing mit Claudio Abbado....
Leonardo (12.07.2021, 20:12): gelöscht, Netikette, d. Admin.
Sfantu (12.07.2021, 20:22): Gemach, Gemach! Ich finde Maurices Beitrag unausgegoren, konfus und kann da den eigentlichen Sinn nicht erkennen. Trotzdem - Leonardo, bitte das Gebot der Höflichkeit befolgen! Wer mit der verbalem Gülle-Pumpe um die Ecke kommt, verspielt seine Kredite.
Maurice inaktiv (12.07.2021, 23:03): Ich finde Maurices Beitrag unausgegoren, konfus und kann da den eigentlichen Sinn nicht erkennen. Ich finde des Verstümmeln von Beiträgen weitaus bescheidener. Er war weder konfus noch unausgegoren, sondern hat auf das Verhalten diverser Verkäufer auf das Kaufverhalten von Kunden gezielt. Denn genau umgekehrt hat es Leonardo beschrieben. Ganz dem Motto "Der Kunde ist schuld daran, weil er unfreundlich ist". Zunächst einmal haben Kunden Fragen und eventuelles Kaufinteresse an bestimmten Aufnahmen, bzw. an vielleicht nur einer bestimmten Stilrichtung.
Z.B. gab es in meinem damaligen "Markt für Tonträger" (bewusst allgemeine Bezeichnung) in den Bereichen Jazz udn Klassik hervorragende Leute, die auch bereit waren, kompetent und freundlich weiterzuhelfen. Kunden empfinden übrigens im Regelfall Preise als zu teuer. Durch das I-Net wurde man fast schon automatisch auf andere Quellen aufmerksam, so dass man nicht nur Einspielungen vorfand, die man im Laden nie gesehen hatte, sondern auch Preise vorfand, die um teilweise erschreckend viele Euros günstiger waren als der Handel es angeboten hat.
Sfantu, ich finde hier einige Beiträge unasugegoren und manchmal auch unpassend, aber da gehen unsere Meinungen weit auseinander. Ich habe es mir bei dem ein oder anderen User abgewöhnt darauf zu reagieren, es bringt eh nichts. AUch bei dem von Dir erwähnten User macht es keinen Sinn auf etwas einzugehen. Selbst dann, wenn man ihn nicht mal persönlich angreift, wird entsprechend reagiert. Was soll ich dazu noch schreiben? Richtig, nichts. Man liest einfach nur noch mit, sonst postet man vielleicht mal was Allgemeines, den Rest behält man für sich. Die Amis beherrschen diesen Smalltalk" bestens, bekannterweise.
Nicolas_Aine (12.07.2021, 23:33): moment, um das klarzustellen: Deinen Beitrag habe ich "verstümmelt", nicht Sfantu, lieber @Maurice André. Das war nicht ideal gelöst von mir, tut mir Leid.
Dazu möchte ich noch festhalten, dass ich damit - so meine ich zumindest - Deinen Beitrag inhaltlich nicht geändert oder entwertet habe. Lediglich die kleine Provokation Richtung Leonardo habe ich entfernt. Was man nun inhaltlich oder stilistisch davon hält, steht natürlich auf einem anderen Blatt, aber wir sind ja eigentlich zum Diskutieren hier :)
Maurice inaktiv (13.07.2021, 00:09): moment, um das klarzustellen: Deinen Beitrag habe ich "verstümmelt", nicht Sfantu, lieber @Maurice André. Das war nicht ideal gelöst von mir, tut mir Leid. Okay.
Dazu möchte ich noch festhalten, dass ich damit - so meine ich zumindest - Deinen Beitrag inhaltlich nicht geändert oder entwertet habe. Lediglich die kleine Provokation Richtung Leonardo habe ich entfernt Ich habe namentlich niemanden angegriffen, das möchte ich mal klar festhalten.
Nicolas_Aine (13.07.2021, 00:19): das ist korrekt; Es war aber mindestens missverständlich. Aber ich würde vorschlagen, wir setzen diese Diskussion lieber per PN fort.
Maurice inaktiv (13.07.2021, 00:46): das ist korrekt; Siehst Du.
Es war aber mindestens missverständlich. Nun, wenn jemand sich angesprochen gefühlt hat, bellen eben getroffene Hunde. EIn Spielchen, was auch andere User vortrefflich hier praktizieren, aber dagegen wurde nichts getan.
Aber ich würde vorschlagen, wir setzen diese Diskussion lieber per PN fort. Das Thema dürfte druch sein.
Damit beende ich meine Beiträge hier ab sofort wieder.
Leonardo (13.07.2021, 13:30): gelöscht, Netikette, d. Admin