Agravain (02.04.2010, 18:07): Ich sagte ja schon an anderer Stelle, dass ich immer mehr immer weniger höre. Da frage ich mich nun: Welche sechs Werke der klassischen Musik stehen Euch persönlich am nächsten? Wobei ich schon an die unverrückbaren Eckpfeiler Eurer musikalischen Passion denke. Kurze Begründungen/Erläuterungen sind willkommen, müssen aber nicht sein - schließlich kann es ja ggf. auch recht persönlich sein.
Ich fange einmal kommentarlos an:
1. Bach: Matthäus-Passion 2. Mahler: Das Lied von der Erde 3. Beethoven: Symphonie Nr. 3 "Eroica" 4. Bruckner: Symphonie Nr. 8 5. Strauss: Vier letzte Lieder 6. Mozart: Don Giovanni
Ich freue mich auf rege Beteiligung! :hello
Cetay (inaktiv) (02.04.2010, 19:55): Schöner Thread! Ich mache mal (vorerst :D) kommentarlos weiter:
1. Feldman: Why Patterns? 2. Bruckner: Sinfonie Nr. 8 3. Purcell: Funeral on the Death of Queen Mary 4. Beethoven: Klavierkonzert Nr. 3 5. Cage: Concerto for Prepared Piano and Chamber Orchestra 6. Adams: Fearful Symmetries
Edit: Es lies mir keine Ruhe, das 3. KK nicht dabei zu haben; bei der Gelegenheit habe ich mich gleich auf eine Reihenfolge festgelegt.
Heike (02.04.2010, 23:46): Auf eine Reihenfolge mag ich mich nicht festlegen, außerdem wechselt das ständig, heute würde ich mal nennen:
Bach Die Kunst der Fuge (wird mir nie langweilig) Bach Matthäus-Passion (berührt mich extrem, und weil man es immer wieder soooo anders machen kann) Wagner Tristan und Isolde (Wahnsinnsmusik und der schönste Operntod) Beethoven Hammerklaviersonate (weil ich das Thema und den langsamen Satz so mag) Beethoven Große Fuge op. 133 (die Vorwegnahme der Moderne) Chopin Preludes (minimalistische Meisterwerke, maximale Kontraste)
puh ich darf gar nicht drüber nachdenken, was ich da jetzt nicht drin habe! Heike
Armin70 (03.04.2010, 00:12): Meine "Eckpfeiler" lauten (ohne Reihenfolge, sondern schlicht und einach nur alphabetisch gelistet):
- Bach: Matthäuspassion (eine der bewegensten Passionsmusiken) - Bach: H-Moll Messe (DIE Messe schlechthin) - Brahms: Ein deutsches Requiem (ungemein berührend und ohne Pathos) - Bruckner: 9. Sinfonie (wie ein Monolith, mystische Musik) - Sibelius: 7. Sinfonie (Sibelius Opus Ultimum) - Vaughan-Williams: 5. Sinfonie (ungemein bewegende und ergreifende Musik)
Rideamus (03.04.2010, 01:02): Das ist aber, passend zum Karfreitag, an dem sie kam, eine Fragestellung für Flagellanten. Wie soll man sich bei halbwegs gesundem Verstand mit nur sechs Titeln zufrieden geben, wenn man eigentlich locker auf 600 Titel käme, ohne die man nicht mehr sein möchte?
Aber gut, Spielregeln sind dazu da um eingehalten zu werden. Man nehme also meine sechs als Momentaufnahme und pars pro toto, sowohl was die Genres als auch, was die Komponisten betrifft:
1. Berlioz: LES TROYENS (für mich die Oper schlechthin, denn da ist alles drin: ein großartiges, dichterisch sehr hoch stehendes Libretto, unübertreffliche Musik, Ensembles zum Dahinschmelzen vor Rührung und Bewunderung und... und... und...
2. Verdi FALSTAFF (das Äquivalent im Bereich der komischen Oper und zu alledem noch meisterhaft konzentriert)
3. Mozart: KLARINETTENKONZERT A-Dur KV 622 (für mich die absolute Krönung jeglicher Instrumentalmusik. Schönere Musik als den zweiten Satz dieses Konzertes kenne ich nicht)
4. Bernstein: CANDIDE (ganz ohne die leichte Muse geht es wirklich nicht, und dieses großartige Werk verbindet immerhin schon mal Operette und Musical)
5. Beethoven: Sinfonie Nr. 7 A-Dur op. 92 (morgen wäre es vielleicht die große Sinfonie Nr. 9 C-Dur von Schubert, aber eine der beiden mit ihren bezwingenden Rhythmen muss sein)
6. Ives: The Unanswered Question (ok, hier kneife ich zugunsten einer programmatischen Aussage, weil dieses Werk für mich die Tür zu allem Neuen aufstieß und heute noch weit offen hält)
Bei zehn Nominierungen wären sicher noch Rossinis IL VIAGGIO Á REIMS, Strauss' VIER LETZTE LIEDER und andere dabei, die ich jetzt mal offen lasse um nicht zu sehr beschämt zu sein über all diejenigen, die ich jetzt völlig zu Unrecht vernachlässigt habe. :I :I :I
:hello Rideamus
Agravain (03.04.2010, 09:50): Original von Heike ...außerdem wechselt das ständig, heute würde ich mal nennen:
Hallo,
ja, die Kunst der Beschränkung ist schon eine hohe. :D Geht mir nicht viel anders. Aber genau das oben Zitierte soll es hier nicht sein. Kurz: Was ist eben unverrückbar, was sind die Stücke, die Euch gestern bewegten, heute bewegen und von denen ihr wisst, dass sie euch auch morgen, übermorgen und auch Ostern in 20 Jahren noch bewegen werden. Für alle anderen gilt der Spruch mit dem sich vierbeinige Freunde bisweilen konfrontiert sehen: Wir müssen leider draußen bleiben! Da jetzt doch Erklärungen gegeben wurden, hier ein paar von mir:
1. Bach: Matthäus-Passion (Das erste große Chorwerk, dass ich als Knabe gesungen habe. Seitdem lässt sie mich - auch gerade, weil ich mich immer intensiver mit ihr beschäftigt habe - nicht mehr los.)
2. Mahler: Das Lied von der Erde (Nach dem Adagietto aus der Fünften, das ich über Viscontis "Tod in Venedig" in der der Schule kennen gelernt habe, meine erste ausführliche Beschäftigung mit Mahler. Meines Erachtens sein opus summum, herrlich die Textkompilation, das Umfassen des Menschlichen, die Stimmung der Vergänglichkeit, die musikalische Bandbreite, der Zauber der genialen Instrumentierung.)
3. Beethoven: Symphonie Nr. 3 "Eroica" (Geht auch auf Schulzeiten zurück. Für mich die Ur-Symphonie, weit über Haydn und Mozart hinausreichend. Hat mein Beethoven-Bild nachhaltig geprägt. Eine Symphonie der Extreme, gerade in der Gegenüberstellung der ersten beiden Sätze.)
4. Bruckner: Symphonie Nr. 8 (Ich kanns im Grunde gar nicht richtig sagen. Kennen gelernt habe ich das Stück über eine Himalaya-Doku, in der das Adagio als Hintergrundmusik zu eindruckvollen Gebirgsaufnahmen diente. Und da dachte ich mir: Wow! Davon mehr. Warum gerade diese Symphonie es mir so angetan hat: Wucht, Größe, herrlicher Bau, Fähigkeit das Transzendente zum Erklingen zu bringen.)
5. Strauss: Vier letzte Lieder (Herrliche Texte, herrliche Textvertonung, sehr facettenreich, dabei doch aber auch irgendwie viel schlichter, als der junge Strauss. Absolut erschütternd für mich immer wieder das Violinsolo mit dem sich anschießenden "Und die Seele unbewacht" im dritten und die quasi in Goldtönen gemalte Abschiedsvision im vierten Lied.)
6. Mozart: Don Giovanni (Eine meiner ersten begegnungen mit klassischer Musik überhaupt. Im "Meine-erste-Platte-Thread" habe ich schon einmal geschrieben, dass ich als Kind eine LP bekam, auf der Karlheinz Böhm das Leben Mozarts erzählte. Durchwoben war das Ganze mit Schnipseln aus Mozarts Werken. Dabei waren "Champagnerarie" und das Finale der Oper. ich war hin und habe die Platte quasi so oft gespielt, dass sich die Nadel langsam durch die Rille gefräßt hat. Seitdem für mich DIE Oper.)
:hello
Heike (03.04.2010, 17:46): Was ist eben unverrückbar, was sind die Stücke, die Euch gestern bewegten, heute bewegen und von denen ihr wisst, dass sie euch auch morgen, übermorgen und auch Ostern in 20 Jahren noch bewegen werden.
Das kann ich so gar nicht beantworten. Vielleicht am ehesten Schuberts Streichquintett, weil mich das so bewegt, dass ich es nur in homöopatischen Dosen (also nie mehrmals in kurzem Abstand) hören kann. Ich kenne kein Werk, von dem ich mir nicht vorstellen könnte, dass nicht doch irgendwann ein anderes es vom Sockel schubsen könnte. Ich finde es aber trotzdem interessant, die all time Favoriten von jemand anderem zu lesen. Heike
Jürgen (03.04.2010, 20:29): Reihenfolge egal:
Bachs Matthäus Passion. Ja es ist auch bei mir tages- bzw. saisonabhängig. Vor 4 Monaten wäre es das WO gewesen. Und da ich dieses Jahr mit den Mauersbergern zum ersten mal eine Aufnahme besitze, die mir den Zugang zu diesem Werk eröffnet hat, kann ich es in vollen Zügen genießen. Wagners Ring des Nibelungen Tristan & Isolde Mahler 2 Mahler 3 Kantate BWV 140
ab (13.04.2010, 07:56): Wenn ich statt "Werke" "das Werk" sagen darf:
Jürgen (13.04.2010, 08:30): Original von ab Wenn ich statt "Werke" "das Werk" sagen darf:
Ein wunderbarer Einfall! Durch Nennung des Rings, der allein schon etwa 15 h abdeckt, war ich schon ziemlich unpräzise. Aber "das Werk" eröffnet noch ganz andere Möglichkeiten.
Mahlers sinfonisches Werk Bachs Kantatenwerk
Grüße Jürgen
Agravain (13.04.2010, 18:23): Original von ab Wenn ich statt "Werke" "das Werk" sagen darf: :hello
Nein, eigentlich nicht, denn auch da sticht sicherlich das eine oder andere der "Werke" heraus, oder? Außerdem sind wir so schnell bei "Bach - das Gesamtwerk." Mir geht es wirklich um einzelne Schlüsselwerke. :hello
Severina (13.04.2010, 19:13): Die Beschränkung auf 6 ist barbarisch :wink (So als ob man eine Mutter fragt, welche ihrer Kinder sie behalten will :I) , aber folgende Werke empfinde ich als musikalische Lebenselixiere:
1. Verdi, Simon Boccanegra
2. Verdi, Don Carlo(s)
3. Rossini, Il Barbiere di Siviglia
4. Donizetti, Don Pasquale
5. Schubert, Die schöne Müllerin
6. Dvorak, 9. Symphonie (aus der Neuen Welt)
lg Severina :hello
Agravain (13.04.2010, 19:18): Original von Severina Die Beschränkung auf 6 ist barbarisch...
So bin ich halt http://www.lachmeister.de/images/smilies/Teufel/teufel_67.gifhttp://www.lachmeister.de/images/smilies/Teufel/teufel_67.gifhttp://www.lachmeister.de/images/smilies/Teufel/teufel_67.gif
Sarastro (13.04.2010, 21:54): Ich nenne jetzt mit Bedacht nur solche Werke, die ich schon sehr lange kenne, die mich von Anfang in ihren Bann gezogen haben und für mich diese Faszination bis heute nicht verloren haben. Eine Rangfolge ist in der Aufzählung nicht mit eingeschlossen, man würde sowieso nur Äpfel mit Birnen vergleichen.
- Mozart, Zauberflöte (ja, die kommt bei mir, wenn ich mich unbedingt entscheiden müßte, noch vor dem Don Giovanni, so sehr ich diesen liebe!) - Mozart, Jupitersymphonie (alle vier Sätze gleichermaßen) - Mozart, Klavierkonzert A-Dur KV 488 (konkurriert in meiner Gunst sehr stark mit KV 453 G-Dur; beide Werke haben so schöne tiefempfundene Mittelsätze) - Haydn, Die Schöpfung (die "Jahreszeiten" mag ich im Grunde aber auch nicht weniger ...) - Haydn, Symphonie Nr. 92 D-Dur ("Oxford") - Bruckner, Symphonie Nr. 8 c-Moll
Ich weiß, die Liste ist wenig originell, aber darin verdichten sich nun mal meine besonderen Vorlieben ... Es bedeutet ja nicht, daß ich nicht auch vieles z.B. von Bach und Beethoven als – wie es oben von Severina ausgedrückt worden ist – "musikalische Lebenselixiere" empfinden würde.
Schöne Grüße, Sarastro
Fairy Queen (14.04.2010, 06:45): Liebe Sevi, ich ersetze barbarisch durch sadistisch! Barbaren sind sich ihrer Grausamkeit oft nicht bewusst, Sadisten setzen sie bewusst ein, um uns zu quälen-wie soll denn ein normaler Musikliebhaber nur 6 Werke aussortieren? ?( ich muss leider passen. Allein was die Liedzyklen angeht, komme ich schon nicht mit 6 hin und wo bleiben dann die Opern, Oratorien, Kammermusik, Konzerte, Orchesterwerke? Mission impossible! :I
Christian Neumann (14.04.2010, 11:00): Hallo, ich bin neu hier und hoffe auf ein gutes Miteinander. :hello
Zum Thema:
1. Bruckner 7. Symphonie 2. Bruch Konzertstück für Violine und Orchester 3. Mahler 3. Symphonie 4. Brahms Nänie 5. Bruckner 9. Symphonie 6. Beethoven 6. Symphonie
auch ich noch ein Frischling hier, lese mich fleissig durch und suche derweil nach einem passenden Einstieg - Agravains Thread lädt, wie ich finde, auf ideale Weise dazu ein - also los:
Bei langem Überlegen kam ich vom Hundertsten ins Tausendste - ein fruchtbarer, fast reinigender Prozess. Mir geht es aber nicht anders als vielen von euch: Eine unumstössliche "Ewige Bestenliste" kann (und will) ich nicht aufstellen - alles ist im Fluss, Vieles verzaubert, erschüttert, elektrisiert, wärmt, erfreut oder rüttelt auf unterschiedliche Art auf und manchmal ebenso unterschiedlich kann die Gültigkeit des jeweiligen Stellenwertes im Laufe der Jahre sein.
Daher ist die folgende Aufstellung, nenn' ich es mal so, ein Sextett von Beispielen, die mich beim ersten Hören - und das liegt bei allen lange Jahre zurück - im Innersten berührten und es mit unveränderter Intensität bis heute tun:
1.) Sibelius - 4. Sinfonie: eine schroffe, majestätische Grösse, kühl und resignativ ohne in kitschige und überzuckerte Weltschmerz-Jammertäler a la Mahler abzugleiten. Meditativ, versunken, absolute Klarheit bei gleichzeitig tiefster Empfindung (eine singuläre Quadratur) - hier gerät mein schwermütiges Blut ins Wogen, es kribbelt wohlig, man durchschreitet schattige Täler ohne Schrecken oder Tränen. :down
2.) Vaughan-Williams - Oboenkonzert: im Unterschied zu Sibelius spricht dies eine Stimmung an, wenn's "ein bisschen mehr sein darf". Etwas weniger verhüllt blickt man hier in eine etwas verwundbarere Seele - Melancholie, Schmerz, ja Klage, werden ausgesprochen und vermitteln sich bei mir ungefiltert. Ein letztlich versöhnlicher, tröstender Ausklang flüstert: "Wird alles wieder gut..."
3.) Verdi - Un ballo in maschera: die Oper, die alles, was ich an dieser Gattung liebe, in sich vereint: überbordender Reichtum an musikalischen Einfällen, Leichtes, immer auf der Kippe zum Tragischen, fetzige, packende Ensembles, abwechslungsreiche Bilder vom Prunksal bis zur nebelschwadengetränkten Schauerromantik auf nächtlicher Heide, Herzschmerz mit Tränengarantie, erschauderndes Entsetzen im Finale, das noch Minuten nach den letzten brutalen Tuttischlägen des Orchesters sprachlos macht - immer wieder von Neuem. Das ganze in den, wie ich finde, interessantesten Verdi gegossen, den der mittleren Schaffensphase - ideenreich, Neues ausprobierend, überrumpelnd - ein Hochgenuss!! Das Ganze vorzugsweise mit Domingo, Arroyo, Muti aus den 70ern bei EMI (die zensierte Fassung übrigens - bloss eine Randnote - kein Takt fehlt - nur Schauplatz und Namen sind andere) - hinreissend!!
4.) & 5.) zwei Beispiele, die sanft-melancholisch, wie Klänge, die auf linder Frühlingsbrise herüberwehen, das Ohr fast zufällig, fast unbeabsichtigt verwöhnen und doch in ihrer jeweiligen ganz eigenen Qualität und Schönheit nicht im Mindesten austauschbar oder gar verzichtbar wären:
a.) die Sicilienne aus Faures Bühnenmusik zu Palleas et Melisande, b.) Poulenc - Sonate für Flöte und Klavier.
6.) Reger - Scherzino für Horn und Streichorchester. Ein Nichts, mit Witz dahingeworfen und doch so vielschichtig, so hintergründig. Diese zwei, drei Minuten besten Schalldrucks sind fast Therapie, hinterlassen ein unwillkürliches, beinahe unmerkliches Schmunzeln, nicht ohne ein kleines Aber: "Ooops, war das mehr als ein Scherz...?
Zum Schluss wundere ich mich doch ziemlich: Musik begleitet mein Leben in fast jeder freien Minute - seit Jahren bin ich ganz überwiegend in Klassik und Barock unterwegs, mit Schwerpunkt Kammermusik und Orchester - trotzdem ist meine Liste durchweg (hoch-, spät- oder neu-) romantisch. Ein komisches Tier, der Mensch!
Erlaube mir noch frech einen kleinen Joker: für einen gepflegten, kontrollierten Rausch am Wochenende :beer (vielleicht einen eigenen Thread wert?) gibt's für mich vorläufig nichts Besseres als das Doppelalbum "Bitches Brew" von Miles Davis.
Vorfreude auf anregenden Austausch und viele Grüsse von
Sfantu
Cetay (inaktiv) (02.07.2010, 07:57): Original von Sfantu
Vorfreude auf anregenden Austausch und viele Grüsse von
Sfantu
:hello Herzlich Willkommen im Foren-Sommerloch und vielen Dank für diesen schönen Einstiegsbeitrag, der in der Tat Vorfreude auf weiteren Austausch weckt.
Cetay (inaktiv) (02.07.2010, 08:14): Original von Fairy Queen Mission impossible! :I
Och nöö, es gibt 100.000 nachvollziehbare Gründe, warum jemand in einem solchen Faden nicht schreiben will, aber dass es unmöglich ist, sich zu beschränken gehört definitiv nicht dazu. Lass doch einfach die Phantasie ein bisschen spielen. Ein Bekannter, der unverhofft bei dir auf seinen verschobenen Abflug nach Australien wartet, bittet dich, ihm die Wartezeit zu verkürzen, indem du ihm deine 6 wichtigsten Werke vorspielst. Sagst du ihm dann, das sei nicht möglich, weil es mehr als 6 wichtigste Werke gibt?
Fairy Queen (02.07.2010, 08:30): Lieber Cetay, ja für mcvh gibt es viel mehr als 6 wichtigste Werke und diese wichtigsten Werke wechseln ausserdem je nach Lebensphase ständig. Genau das würde ich diesem Bekannten, der nach Australien will, auch sagen. Ich würde ihm wahrscheinlich anbieten, ihm einige meiner aktuellen Lieblingsstücke vorzuspielen aber ohne jeden Anspruch, dass das nun die 6 wichtigsten werke seien. Als Spiel fidne ich das sehr nett, aber ich kann da leider aus obengenannten Gründen nciht mitmischen. Also bitte nciht verkrätzt sein :engel F.Q.
Cetay (inaktiv) (02.07.2010, 11:26): Verkrätzt? Ach wo, bloß neugierig. :)
Mit der vom Fadeneröffner geforderten Unverrückbarkeit kann ich auch nicht dienen. Zu oft habe ich erlebt, dass allerhöchstgeschätze Überwerke fast über Nacht ihren Zauber verloren haben. Und außerdem hoffe ich schwer, dass mir auf der weiteren musikalischen Lebensreise noch Werke begegenen werden, die es mit den heutigen Top 6 Aufnehmen können.
Sfantu (02.07.2010, 17:57): Hallo Cetay,
danke, danke für den netten Empfang!
Übrigens: unschlagbares Motto! Mit ein Grund dafür, dass ich selbst keins gewählt habe.
Gruss
Sfantu
Heike (04.07.2010, 20:39): Hallo Sfantu, herzlich willkommen! Du hast in deiner Favoritenaufzählung genannt: Poulenc - Sonate für Flöte und Klavier. Da ich gerade Poulenc für mich entdeckt habe (siehe Thread von Armin im Komponistenforum) würde ich mich sehr freuen, wenn du dort evt. ein paar Worte zu der Sonate, die ich bisher nicht kenne, schreiben könntest! Heike
Cetay (inaktiv) (23.08.2014, 11:19): Seit Heikes stillem und heimlichen Rückzug aus dem Forum verstaubt das Spielezimmer so langsam. Ich will mal diesen alten Faden hochspülen, um Korrekturen an meiner früheren Einschätzung vorzunehem:Jean Sibelius; Violinkonzert d-Moll op. 47 Ludwig van Beethoven; Klavierkonzert c-Moll op. 37 Wolfgang Amadeus Mozart; Messe c-Moll KV427 Anton Bruckner; Sinfonie Nr. 9 d-Moll John Cage; Concert for Piano and Orchestra Terry Riley; In C Immerhin ist noch die Hälfte der vor 4 1/2 Jahren dabei gewesenen Komponisten vertreten, aber im Falle Cage und Bruckner mit anderen Werken. Die vom Threaderöffner geforderte Unverrückbarkeit hat nur das Beethoven'sche Klavierkonzert Nr. 3 erfüllt. Mal sehen, wie es in 5 Jahren aussieht. :P
palestrina (23.08.2014, 13:06): Hallo Cetay, das ist ja schön, das du den Thread mal aus der Versenkung holst ! :) Ich hatte ja noch gar nicht mittgemacht , aber jetzt ......
Franz Schubert : Winterreise " : Die schöne Müllerin " : Symphonie nr.8 Unvollendete " : Fantasie op.159 D934 K.A.Hartmann : Concerto Funebre Franz Liszt : Sonate h moll
vielleicht etwas LANGWEILIG mögen manche sagen , aber ich bin bin sehr glücklich damit ! Bin ja schon seit 4 Monaten auf dem Schubert Trip, hauptsächlich die Lieder, und es wird mir nicht langweilig dabei. Den Hartmann habe ich durch Gil Shaham kennen und lieben gelernt . Und die Lizt Sonate ist für mich was ganz großes !
LG palestrina
Cantus Arcticus (26.08.2014, 09:58): Hallo Zusammen
Also, wenn ich so über meine Eckpfeiler nachdenke, dann sind es diese hier: - Sibelius: Symphony No. 1 - Elgar: Symphony No. 1 - Schubert: Streichquintett C-Dur D.956 - Bruckner: Symphony No. 6 - Verdi: McBeth
..nebst ca. 200 anderen Werken :wink ....
Gruss :hello Stefan
Viola (26.08.2014, 11:16): Mir fallen spontan ein:
1. Brahms: Klavierkonzert Nummer eins (erste große Liebe) 2. Brahms: Sinfonie Nummer eins (bis vier) 3. Beethoven: Klavierkonzert Nummer fünf 4. Mozart: Klavierkonzert Nummer neun 5. Beethoven: Streichquartette opus 59 (Rasumowsky) 6. Schubert: Missa solemnis (als Stellvertreter für alles von ihm sonst)
Viola
abendroth (26.08.2014, 22:06): Ohne Reihenfolge und unter Vermeidung einen Komponisten doppelt zu erwähnen:
Brahms: 1. Klavierkonzert d-moll (erste grosse Liebe) LvB: op 59, 1 (1. Rasumowskyquartett) Schubert: Streichquintett Schumann: Liederkreis op 39 (Eichendorff) Janacek: Streichquartett Nr. 2 (Intime Briefe) Mozart: Cosi fan tutte
Andréjo (27.08.2014, 01:03): Meine bunte Supermischung (nebst weit über :haha 200 anderen):
Joseph Marx, Romantisches Klavierkonzert E-Dur - der Konzertrenner seit Jahren Francis Poulenc, Konzert für zwei Klaviere und Orchester - Lieblingswerk meines Lieblingskomponisten Steve Reich, Music for Eighteen Musicians - für die heiter-gelassene Trance Alan Pettersson, Sinfonie Nr. 6 - für die düstere Trance Mozart, Ave Verum Corpus - selbst gesungen, selbst begleitet, das genialste Fünfminutenwerk der Musikgeschichte Leos Janacek, Auf verwachsenem Pfade - noch vor gar nicht so langer Zeit entdeckt, lässt mich dieser Klavierzyklus nicht mehr los ...
:beerWolfgang
Viola (27.08.2014, 10:51): Original von Andréjo
Mozart, Ave Verum Corpus - selbst gesungen, selbst begleitet, das genialste Fünfminutenwerk der Musikgeschichte Leos Janacek, Auf verwachsenem Pfade - noch vor gar nicht so langer Zeit entdeckt, lässt mich dieser Klavierzyklus nicht mehr los ...
:beerWolfgang Diese fünf Minuten Mozart - natürlich unbedingt interpretiert von Harnoncourt und dem Arnold-Schönberg-Chior :wink - hab ich auch zeitweise mal gegen unendlich gehört. Ohne es auch nur einen Deut überzubekommen - bestes Zeichen für "ewige" Musik, denk ich immer. Und Janacek - so ähnlich wie bei Dir. Auch erst kürzlich entdeckt, sofort gezündet.
Viola
Andréjo (27.08.2014, 12:37): Diese fünf Minuten Mozart - natürlich unbedingt interpretiert von Harnoncourt und dem Arnold-Schönberg-Chior icon_wink - hab ich auch zeitweise mal gegen unendlich gehört. Ohne es auch nur einen Deut überzubekommen - bestes Zeichen für "ewige" Musik, denk ich immer. Und Janacek - so ähnlich wie bei Dir.
Das freut mich jetzt wirklich! Dann kann meine Wahl nicht gänzlich abwegig sein! Oder - konkreter: Das ist keine Musik für Fünfundzwanzigjährige - dann müsste ich vielleicht eher Holst oder Vivaldi nennen. (In der Hoffung, Dir jetzt nicht zu nahe getreten zu sein ...) :cool
Besten Gruß, Wolfgang
Viola (27.08.2014, 14:50): Hallo Andrejo, Freude ganz meinerseits :). Nein, nein, Du trittst mir nicht zu nahe - weder bin ich Vivaldi- oder Holst-Fan noch fünfundzwanzig. (Leider, letzteres.) Denke aber, dass Musikvorlieben nicht vorrangig altersabhängig sind. Freundliche Grüße Viola
palestrina (27.08.2014, 18:51): Habe eben etwas in Einsteins Mozart gelesen .... Und folgendes Bon mot gefunden...Ave verum corpus, Requiem...
Zitat: "Das eine klein und vollendet und das andere groß und unvollendet , in jedem Sinne ."
LG palestrina
Andréjo (27.08.2014, 19:47): Da hat Alfred Einstein ganz sicher Recht und schön formuliert. Ich besitze das Buch auch.
palestrina (27.08.2014, 20:40): Hallo Andréjo, ich besitze das Buch 2X , 1 gebunden ungelesenes und ein völlig zerflettertes , das ist nämlich meine Mozart Bibel. Das sollte wohl jeder kennen und lieben ! :down
LG palestrina
Tangua (28.08.2014, 08:37): Meine 6 Auserwählten sind 1. Holst: The planets - damit fing meine Begeisterung für klassische Musik an, inzwischen ist das Werk auch ein (Sammel-) Tick von mir, ich habe inzwischen fast 60 Aufnahmen 2. Bach: Goldbergvariationen - für mich ein Micro-Kosmos, in dem sich die ganze Schönheit, Tiefe und Bedeutung von Musik zeigen kann (geht mir bei manchen Bach-Werken so, z.B. auch den Cello-Sonaten) 3. Schubert - Die Winterreise - ich bin eigentlich kein Fan von klassischer Vokal-Musik, aber diese Lieder schaffen es, bei mir eine Wirkung zu erzielen, wie ich das sonst nur aus dem Bereich Rock und Jazz kenne 4. Mahler: 2. Sinfonie - das erste Werk, das es schaffte, mich im Konzert zu Tränen zu rühren - unglaublich ausdrucksstarke Musik eben 5. Mussorgsky: Bilder einer Ausstellung - faszinierende Umsetzung von Bildern in Musik, sowohl in der Klavier- wie auch der Orchesterfassung 6. Dvorak: 9. Sinfonie - eigentlich nur eine Stellvertreterin für meine weiteren Lieblingssinfonien (Bruckner 4+7, Beethoven 4-7, Tschaikovsky 6, Mahler 1,3 und 4), die ich ja aber hier wegen der Beschränkung auf 6 Werke nicht nennen kann... :D
Andréjo (28.08.2014, 11:49): Holst: The planets - damit fing meine Begeisterung für klassische Musik an, inzwischen ist das Werk auch ein (Sammel-) Tick von mir, ich habe inzwischen fast 60 Aufnahmen
:down Prospekt, wie der Spötter sagt!
Schubert - Die Winterreise - ich bin eigentlich kein Fan von klassischer Vokal-Musik, aber diese Lieder schaffen es, bei mir eine Wirkung zu erzielen, wie ich das sonst nur aus dem Bereich Rock und Jazz kenne
Diese Sonderrolle unter den Kunstliedern gilt, wie mir scheint, für nicht wenige Musikliebhaber, die das Vokale nicht gerade in den Mittelpunkt stellen (... zumindest geht es auch mir so :wink).
:beerWolfgang
miclibs (29.08.2014, 10:28): Ein Auszug aus meiner monatlich wechselnden Top6.. :D
- Brian Ferneyhough : Streichquartett Nr.6 Ich mag Musik mit hoher Komplexität. Das Quartett ist ein sehr gutes Beispiel.
- Luigi Nono : Das atmende Klarsein Chöre für eine futuristische Gesellschaft klingen anders als die von Bach . Ich mag sie, aber auch manchmal die von Bach.
- Helmut Lachenmann : Das Mädchen mit den Schwefelhölzern Hinterlässt bei mir immer eine eigenartige Stimung von Sinnlosigkeit , Wut und Trauer.
- Helmut Lachenmann : Schwankungen am Rand Ich höre so gern Metallbleche scheppern...
- Salvatore Sciarrino :Lohengrin Mich beeindruckt der Gesangspart immens
- Iannis Xenakis : Persephassa Komplexe Percussionwolken - ein Traum für die Ohren.
Amonasro (16.07.2015, 14:12): Die Eingangsfragestellung dieses Threads finde ich sehr interessant: Welches sind für dich die "unverrückbar" wichtigsten Werke? Auch nach längerem Nachdenken kann ich diese Frage nicht zufriedenstellend beantworten, zu groß sind die von der Tagesform abhängigen Schwankungen. Ich versuche daher, sechs Werke zu nennen, die zwar nie dauerhaft, aber immer mal wieder, seit ich sie kenne, zu meinen Favoriten zählten oder noch zählen:
1. Giuseppe Verdi: Simon Boccanegra 2. Antonín Dvorák: Cellokonzert h-moll op. 104 3. Johannes Brahms: Trio für Klarinette, Cello und Klavier a-moll op. 114 4. Gaetano Donizetti: Lucia di Lammermoor 5. Richard Wagner: Tristan und Isolde 6. Camille Saint-Saens: 1. Cellokonzert a-moll op. 33
Das ganze ist, wie gesagt, nicht die Liste meiner aktuellen Favoriten, sondern derjenigen Werke, die, seit ich klassische Musik höre, wiederholt den Favoritenstatus inne hatten. Der Simon Boccanegra dürfte der einzige der sechs sein, der bisher das "unverrückbar"-Kriterium erfüllt.
Gruß Amonasro :hello
norb (23.04.2017, 07:53): Eine unglaublich schwierige Auswahl, die hier zu treffen ist, zumal dutzende andere Werke damit unter den Tisch fallen. Ich beschränke mich deswegen hier auf Symphonisches / Orchestrales und sechs sieben verschiedene Komponisten aus vier drei Jahrhunderten. Alles andere müsste man in einer weit umfangreicheren Liste nennen, um der Musik gerecht zu werden.
Falstaff (24.04.2017, 23:09): Nur 6 Werke! Das ist schon Qual. Also, wie bei vielen, ändert es sich bei mir ständig. So versuche ich einmal (ohne Reihenfolge) Werke aufzulisten, die für mich über Jahre und Jahrzehnte große Bedeutung hatten und haben.
- Franz Liszt: Sonetto del petrarca 104 - Gustav Mahler: Das Lied von der Erde - Der Abschied - Richard Wagner: Tristan und Isolde - Liebestod - Richard Strauss: Elektra - Johannes Brahms: Das Deutsche Requiem - Ihr habt nun Traurigkeit - Wolfgang Amadeus Mozart: Don Giovanni
Kann nicht jemand aus der 6 im ersten Posting eine 60 machen? :D
LG Falstaff
Cetay (inaktiv) (16.05.2017, 21:36): 6 Werke sind in der Tat eine Qual, aber nicht weil es so wenige sind, sondern so viele. Sehen wir uns die Aufgabenstellung nochmals an:
Was ist eben unverrückbar, was sind die Stücke, die Euch gestern bewegten, heute bewegen und von denen ihr wisst, dass sie euch auch morgen, übermorgen und auch Ostern in 20 Jahren noch bewegen werden.
Mein Problem ist, dass auf der einen Seite mein Hörrepertoire so schmal geworden ist, dass das meiste von dem, was mich gestern bewegte, heute nicht mehr vorkommt. Sibelius, Bruckner, Mahler, Nielsen, Shostakovich: komplett gestrichen; Beethoven sehr stark ausgedünnt. Auf der anderen Seite ist Neues hinzugekommen, das mich vielleicht in 20 Jahren noch bewegt, namentlich so ziemlich alles von Haydn, aber das hat mich gestern noch nicht bewegt. Mit Mozart und Varèse gibt es Konstanten, die die Voraussetzungen erfüllen könnten, aber die haben keine Einzelwerke geschaffen, die ich als Eckpfeiler meiner musikalischen Passion bezeichnen würde. Bleibt noch Cage, aber da wären die Kandidaten eher unlängst von mir entdeckte Werke und keine, die mich schon gestern bewegt haben. Somit würde meine korrekte Antwort auf die Themenstellung heute lauten: Unlösbar - ich finde nicht mal ein Werk, dass der obigen Definition von "Das Wichtigste" genügt.
satie (16.05.2017, 22:04): Ich muss sagen, ich tue mich genau so schwer wie Cetay! Es sind exakt dieselben Probleme bei mir. Nur liegt es bei mir weniger am schmaler werdenden Hörrepertoire, sondern daran, dass es immer größer wird. Hatte ich früher eher viele Ressentiments bezüglich einzelner Epochen, Gattungen, Komponisten (Schostakowitsch beispielsweise), so könnte ich jetzt so eine Liste nicht einmal mehr auf unsere westliche Kunstmusik beschränken, zu großartig sind beispielsweise die "Mei hua san nong" für die Guqin oder diverse Shakuhachi-Werke. Entweder müsste ich sagen, all das ist über Jahrzehnte wichtig, oder ich müsste lauter gleichwertige durch Würfel reduzieren. Nein, ich lasse es weiterhin...
Cantus Arcticus (02.06.2017, 18:58): Die "Top Six", die mich begleiten; sind:
- Sir Edward Elgar: Symphony No. 1 - Franz Schubert: Quintet in C, D956 - Dmitri Shostakovich: Symphony No. 7 "Leningrad" - Gustav Mahler: Symphony No. 1 - Anton Bruckner: Symphony No. 6 - Giuseppe Verdi: La Traviata
Reihenfolge ist willkürlich.
Gruss Stefan
agravain (02.06.2017, 22:07):
Sir Edward Elgar: Symphony No. 1 :times10
:hello Agravain
Cantus Arcticus (03.06.2017, 16:03): Lieber Agravain Neben Richad Strauss' Alpensymphonie war es auch die 1. Symphonie von Sir Edward, die mich tiefer eintauchen liessen in die Klassik. Gerade fangeich an, die anderen Werke für mich näher zu erschliessen. The Dream of Gerontius unter Sir Adrian Boult ist das Thema.
Viele Grüsse :hello Stefan
agravain (08.06.2017, 20:31): Lieber Agravain Neben Richad Strauss' Alpensymphonie war es auch die 1. Symphonie von Sir Edward, die mich tiefer eintauchen liessen in die Klassik. Gerade fangeich an, die anderen Werke für mich näher zu erschliessen. The Dream of Gerontius unter Sir Adrian Boult ist das Thema.
Viele Grüsse :hello Stefan Lieber Stefan -
kurzes OT.
Bei mir war es eine Live-Aufführung der Zweiten (Bournemouth Symphony Orchestra unter Andrew Litton), die mich infiziert hat...
In Sachen "The Dream of Gerontiius" und Boult solltest Du unbedingt diese DVD berücksichtigen. Sie ist in musikalischer Hinsicht ein wirklicher Kracher:
:hello Agravain
Cetay (30.01.2022, 04:14): Was ist eben unverrückbar, was sind die Stücke, die Euch gestern bewegten, heute bewegen und von denen ihr wisst, dass sie euch auch morgen, übermorgen und auch Ostern in 20 Jahren noch bewegen werden. Mein Problem ist, dass auf der einen Seite mein Hörrepertoire so schmal geworden ist, dass das meiste von dem, was mich gestern bewegte, heute nicht mehr vorkommt (...) Auf der anderen Seite ist Neues hinzugekommen, das mich vielleicht in 20 Jahren noch bewegt, (...) aber das hat mich gestern noch nicht bewegt. (...) Somit würde meine korrekte Antwort auf die Themenstellung heute lauten: Unlösbar - ich finde nicht mal ein Werk, dass der obigen Definition von "Das Wichtigste" genügt. Das gilt heute wie vor 5 Jahren. Dazu muss ich mir nur die Listen, die Cetay (inaktiv) in den Jahren 2010 und 2014 erstellt hat, anschauen - davon ist nichts mehr uebrig. Ich hole das Spiel dennoch wieder aus der Versenkung, um zu schauen, ob ich 6 Werke finde, von denen ich heute fest glaube, dass sie den Rest meiner Tage im Hoerrepertoire bleiben werden:
Gustav Mahler - Das Lied von der Erde
Es ist schwer zu beschreiben, mir kommt jedes Wiederhoeren wie beim ersten Mal vor. Dazu kommt der textliche und tonale Bezug zu meiner Wahlheimat. Fuer einen bekennenden Freund des uebermaessigen Trinkens und Klassikliebhber fuehrt an diesem Werk eh kein Weg vorbei. Und es gibt soviele Aufnahmen, dass man sich kaum zu wiederholen braucht.
Franz Schubert - Winterreise
Ich bin eigentlich kein wirklicher Stimmen- und Liederfreund, aber dieses Ding zieht mich immer wieder wie magisch an. Manche Aufnahme druecke ich schon nach wenigen Sekunden weg, aber mit den vorhandenen 500 samt diversen Bearbeitungen kann man sich schon noch ein Weilchen beschaeftigen.
Wolfgang Amadeus Mozart - Sinfonia Concertante K. 297b
Das ist an einem traegen Morgen wie intravenoes verabreichtes Koffein. Ich liebe die Blaeserkonzerte von Mozart ganz besonders und hier gibt es die (dank der beiden Versionen/Fassungen) all-inclusive.
John Dowland - Lachrimae or Seven Teares
Das ist an einem aufgekrazten Abend wie intravenoes verabreichtets Baldrian. Und auf diesem Werk beruht alles andere - ausser Wagner. :P
Richard Strauss - Alpensinfonie
Ich bin eigentlich kein wirklicher Freund von Sinfonischen Dichtungen und Orchesterbombast, aber dieses Ding zieht mich immer wieder wie magisch an. Wenn ein Interpret den riesigen Spannungsbogen schafft, dann entsteht eine Kuppel, die den Rest der Welt aussperrt. Es gibt nur noch mich und den Berg.
Cornelius Cardew - Treatise
Das heore ich immer vor den Treffen der anonymen gestörten Snobs und da werde ich wohl ewig hingehen.
tapeesa (03.02.2022, 05:02): Franz Schubert - Winterreise Richard Strauss - Elektra Giuseppe Verdi - Il Trovatore Franz Schubert - Der Hirt auf dem Felsen