Hosenrolle1 (19.02.2015, 16:25): Als Sammler von Programmheften (neben Eintrittskarten u.ä.) fällt mir immer wieder auf, wie sich manche Exemplare voneinander unterscheiden.
So gab es positive, oft aber eher negative Überraschungen. Ich habe manchmal das Gefühl, dass man sich mit der Gestaltung des Heftes nicht wirklich Mühe gegeben hat; da werden Ausschnitte aus irgendwelchen Büchern oder Aufsätzen bekannter Dichter zitiert, die nur weit entfernt etwas mit der Oper zu tun haben, da findet man auf einer leeren Seite EINEN einzigen Satz, oder ganzseitige Bilder.
Das sind aber natürlich subjektive Erwartungen an ein Programmheft, mich interessiert, was ihr euch von einem (normalerweise kostenpflichtigen) Programmheft erwartet.
Meine Vorstellungen sind diese:
Es gibt ein Interview (oder einen Aufsatz) des Dirigenten, der über die Musik schreibt. Alternativ soll ein anderer Fachmann darüber schreiben, aber nicht gestelzt, sondern verständlich.
Von mir aus soll es auch ein (kritisches!) Interview mit dem Regisseur geben; kann auch interessant sein, ich weine dem aber nicht nach, falls so etwas fehlt.
Man soll etwas zur Entstehungsgeschichte der Oper erfahren.
Idealerweise kommt der Komponist (wenn entsprechendes Material, etwa Tagebucheinträge, Briefe, etc. vorhanden ist) selbst zu Wort und man liest, was er selbst dazu dachte.
Bilder sind mir nicht wichtig; WENN sie aber verwendet werden, dann idealerweise solche, die man nicht häufig sieht. Das können Portraits des Komponisten sein, oder Gemälde, oder auch etwa Kostüm- und/oder Bühnenskizzen der Uraufführung, oder ähnliches.
Generell ist mir wichtig, dass ich möglichst viel über das Werk erfahre, idealerweise natürlich Dinge, die ich vorher nicht wusste. Das gilt auch für die Musik; vielleicht kann einem der Dirigent oder ein anderer Fachmann noch Dinge zeigen, auf die man vorher nicht geachtet hat, die einen die Musik nochmal anders hören lassen.
LG, Hosenrolle1
Peter Brixius (19.02.2015, 18:22): Es gibt ja zumindest zwei unterschiedliche Anwendungsgebieten von Programmheften 1) sie begleiten mich während der Vorstellung 2) sie stehen als Erinnerung und Vertiefung einer besuchten Vorstellung bei mir im Bücherregal.
Was macht den Unterschied? Ich beginne mit dem Typ 1 und habe mir dazu das Programmheft einer Aufführung von Klebes "Chlestakows Wiederkehr" im Landestheater Detmold vorgenommen. Das Format dieses Programmheftes ist klein, es passt ohne Mühe in die Hosen- oder Rocktasche. Die Zeit, ein Programmheft bei einem Opernbesuch zu lesen, ist beschränkt. Das heißt: Es muss sorgfältig ausgewählt werden, was man dem Zuschauer mitteilt, jedes Quäntchen zuviel verstellt eine notwendige Information. Klebes Oper ist eine Literaturoper, sie bezieht sich auf Gogels Kommödie "Der Revisor". Im Kern möchte man außer technischen Daten wie die konkrete Besetzung (es war die Premiere, da brauchte es kein Einlegeblatt) etwas über Vorlage, Komposition und Komponisten erfahren. Und natürlich ein paar Daten der Interpreten.
Der erste Teil des Heftchen vermittelt Besetzung, technisches und künstlerisches Personal. Darunter findet man den Hinweis, dass die Aufführung mitgeschnitten wird, eine DVD in absehbarer Zeit erwerbbar ist - Gratulation! Eingestreut sind, wie im ganzen Büchlein, Szenenfotos.
Es folgen zwei Textbeschreibungen, einmal die Inhaltsangabe der Oper, dann eine Darstellung von Gogols Kommödie. Schon hier wird ein Leitstern des Komponisten deutlich: Verdi. Im Finale knüpft Klebe an das Finale von Verdis "Falstaff" an.
Der erste Essay beschäftigt sich mit Gogols "Revisor", der ein neues Genre begründete: die tragische Farce. Auch hier wird auf knappen Raum das Stichwort gut herausgearbeitet, eine wichtige Vorinformation für das Bühnengeschehen mitgegeben.
Es folgt ein Gespräch mit Giselher Klebe über seine neue Oper unter dem Titel "Im Tollhaus wird gelacht". Entstehungsgeschichte und Absichten der vierzehnten Oper Klebes werden luzide eingebracht, ein Partiturbeispiel vermittelt schon etwas von der Tonsprache des Komponisten.
Es folgt wieder ein kurzer Aufsatz über Gogols Revisor unter dem Titel "Den Spiegel soll nicht schelten, wer eine Fratze hat". Darauf folgt eine kurze historische Skizze über Leben und Zensurbedingungen zur Zeit Zar Nikolaj I.
Es folgt eine Kurzgeschichte von Böll, bei der es um "Bestechung heute" geht.
Dann kann man zwei Dokumente zur Entstehung des "Revisors" lesen, einen Brief von Gogol an Puschkin und dessen Antwort. Abgerundet wird das Heftchen von einer Glosse von Ulrich Greiner: "Schein und Schwein".
Die Themenschwerpunkte der Oper sind mE gut repräsentiert - Gesellschaftssatire und Tragödie, Moral und Betrug. Ein Einblick in die musikalische Gestaltung ist gegeben, die kompositorische Arbeit charakterisiert.
Vor der Vorstellung kann man sich über das Notwendigste informieren, wer in der Opernpause Zeit hat, kann inhaltlich vertiefen. Ich fand dieses Programmheft ideal.
Hosenrolle1 (19.02.2015, 18:44): Ich warte noch auf das Programmheft zur "Salome" der Oper in Detmold; nach deiner Beschreibung deines Programmheftes bin ich also noch gespannter darauf! Das klingt schon einmal sehr viel versprechend.
Bei der Nennung der Besetzung, bzw. generell mit Portraits der SängerInnen, tu ich mir ein bisschen schwerer. Meine persönliche Meinung ist, dass die Sänger ja ständig wechseln, deswegen weiß ich nicht, welchen größeren Nutzen es hat, wenn die da aufgelistet werden.
Danke auch für deine Auflistung der Punkte in deinem Heft ... findest du, dass in einem Programmheft immer nur über die zu besprechende Oper geredet werden sollte? Oder ist es ok, wenn man aus irgendwelchen anderen Werken Abschnitte zitiert, nur weil die Verfasser z.B. Zeitgenossen des Komponisten waren?
LG, Hosenrolle1
Peter Brixius (21.02.2015, 11:50): Lieber Hosenrolle1,
welch ein glücklicher Zufall, dass mir das Detmolder Programmheft in die Hände fiel. Es zeigt wie man mit wenig Mittel aber künstlerischer Phantasie ein Schmuckstück schaffen kann. Die graphische Gestaltung kann sich nämlich auch sehen lassen. Da bin ich mal gespannt, wie es da mit dem Salome-Heft aussieht.
Mein zweites Beispiel wird nun ein Programmheft des theater hagen sein. Auch hier steht eine relativ unbekannte Oper zur Aufführung, nämlich Alexander vom Zemlinsky: Kleider machen Leute.
Um mit dem zu beginnen, mit dem ich bei Detmold endete: Die grafische Gestaltung ist wenig innovativ, gleich auf der Titelseite ist ein Adorno-Zitat weiß auf gelb gedruckt, für mich schwer lesbar. Naja, ich hatte auch schon mal bessere Augen. Dabei lohnt sich das (lobende) Zitat von Teddy, denn es gibt wichtige Stichpunkte der musikalischen Arbeit an. "Zartheit und verschämte Anmut" der Partitur, die das Humane der Vorlage in die Musik rettet - das ist doch eine Ansage!
Der Prologus und ein kurzes Zitat aus Kellers Erzählung sowie ein Bühnenbild begegnen uns beim Weiterblättern. Es folgt eine sehr ausführliche Inhaltsangabe, diesmal Schwarz auf Gelb, lobenswert!
Das nächste Kellerzitat führt uns in die Gedankenwelt der "Leute von Seldwyla", ergänzt von einer literaturwissenschaftlichen Einordnung "Poesie und Kapitalismus" von Gerhard Kaiser - nützlich. Statt eines Essays werden uns wohlausgewählte Häppchen angeboten, der Leser mag daraus selbst die Glitzerkugel herstellen. Da geht es um das Schweizer Wesen in Sicht von Max Frisch, konfrontiert mit zwei Zitaten aus dem Libretto und wieder aus der Erzählung von Keller.
Und weiter geht's nach demselben Motto: der nächste wortgewaltige Schweizer, Adolf Muschg, in zwei Abschnitten und wieder ein Zitat aus Kellers "Kleider machen Leute".
Die nächsten zwei Seiten bringen nun ein längeres Zitat von Wilhelm Hauff, der uns zu Artverwandten der Schweizer Seldwyler führt, zu den Grünwieseler. Ein literarischer Appetitanreger. Und dann sind wir schon bei den auffaltbaren Mittelblättern mit den Ausführenden. Dabei erfahren wir auch, dass die Hagener Aufführung eine Erstaufführung der Revidierten Fassung von 1922 ist. Da möchte man doch gerne etwas Genaueres erfahren ...
Nun meldet sich Max Brod zu Wort, aus seiner ausführlichen Opernkritik mit großem Verständnis für musikalische Vorgänge. "Mozart im Hintergrund" bringt einen kurzen Vergleich zwischen dem "Rosenkavalier" und "Kleider machen Leute" - mehr wäre da schön gesewesen. Darunter ein Zitat von Arnold Schönberg
Ich kenne keinen nach-wagnerischen Komponisten, der das, was das Theater verlangt, mit edlerer musikalischer Substanz erfüllen konnte als er.
Wulf Kunold liefert noch ein Stichwort "Eine ernste Komödie", dann wieder ein Zitat aus Kellers Erzählung. Unter "Gefädel" wird uns nun ein ausführliches Zitat von Adorno zu Zemlinsky angeboten. Noch eine Gesamteinschätzung Zemlinskys von Paul Stefan - und wir sind bei den Literaturangaben.
Auch wenn das Heftchen für eine flüchtige Pausenlektüre vieles an Anregung bietet, Denkanstöße gibt, so fehlen mir doch wichtige Bereiche dessen, was ich erwartet hätte:
- eine ausreichende Einführung in die Tonsprache der Oper mit Hinweisen auf die Kraftpunkte der Partitur - ein hinreichende Unterscheidung der verschiedenen Fassungen mit einer Begründung, warum man für Hagen die von 1922 wählte.
Insgesamt also ein befriedigendes Unternehmen, aber leider nicht mehr.
Liebe Grüße Peter
Hosenrolle1 (21.02.2015, 22:56): Ein sehr enttäuschendes Programmheft der „Salome“ habe ich hier, und zwar aus Bonn.
Auf der ersten leeren Seite steht nur ein Zitat aus der Oper. Das war´s. Auf der nächsten dann die Handlung.
Auf den nächsten beiden Seiten ausschließlich Bibelzitate, Matthäus und Markus, die von Salome und Herodes berichten.
Es folgt ein ganzseitiges Bild, dann erneut Bibelzitate von Moses, „Die Inzest-Gesetze“. (Darunter übrigens auch „Du sollst nicht bei einem Mann liegen wie bei einer Frau; es ist ein Gräuel“ und „Denn alle, die solche Gräuel tun werden ausgerottet werden aus ihrem Volk“)
Es folgt ein weiteres ganzseitiges Bild, gefolgt von – demselben Bild, diesmal aber horizontal gespiegelt und anders eingefärbt! Auch eine Möglichkeit, Platz zu verbrauchen.
Dann ein Essay über Herodes und Herodias und ihre „inzestuöse“ Ehe, dann ein Artikel über sexuelle Kindesmisshandlung (was der da zu suchen hat verstehe ich nicht, aber bitte).
Auf zwei weiteren Seiten wird ein Stammbaum von Salome abgedruckt. Dieser hätte auch auf einer Seite Platz gehabt, wurde aber auf zwei Seiten gestreckt.
Nun folgt endlich einmal ein Essay, das sich mit der Oper selbst beschäftigt; es geht um die Psychoanalyse, um die femme fatale, generell darum, dass die Salome um 1900 herum ein beliebter Stoff war.
Dann wieder eine ganze Seite voller Bibel über „Jesu Versuchung“. Aha.
Auf zwei weiteren Seiten ein Auszug aus „Fräulein Else“ von Arthur Schnitzler. Wie interessant.
Dann ein Gedicht, das „Kaffeehaus“ heißt. Toll.
Und endlich kommt der Meister selbst zu Wort: Richard Strauss schreibt etwas über die Entstehung seiner „Salome“, auch ein Brief an Stefan Zweig ist abgedruckt. Dies ist der interessanteste Teil des Heftes, leider kenne ich diese Stellen schon längst aus dem Internet, man findet ihn recht häufig, auch in Booklets.
Das Programmheft endet wieder mit Zitaten aus der Bibel. Den Preis des Heftes möchte ich gar nicht nennen. Hier stopft man ganze Seiten mit Bibelzitaten und irgendwelchen Gedichten sowie Bildern (einmal sogar doppelt!) voll, druckt noch schnell ein bekanntes Schreiben von Strauss ab, und das war´s. Informativ ist das nicht.
LG, Hosenrolle1
Peter Brixius (22.02.2015, 04:55): Original von Hosenrolle1 Ein sehr enttäuschendes Programmheft der „Salome“ habe ich hier, und zwar aus Bonn.
Auf der ersten leeren Seite steht nur ein Zitat aus der Oper. Das war´s. Auf der nächsten dann die Handlung.
Auf den nächsten beiden Seiten ausschließlich Bibelzitate, Matthäus und Markus, die von Salome und Herodes berichten.
Es ist die Fortführung der im Hagener Programmheft ersichtlichen Tendenz nach unten, nur hier ersetzt offenbar Design nicht vorhandene inhaltliche Aussagen. Das Gehäcksel der Zitate soll - so denke ich - die Sicht der Inszenierung stützen. Da vermisse ich ein Essay des Regisseurs.
Dann ein Essay über Herodes und Herodias und ihre „inzestuöse“ Ehe, dann ein Artikel über sexuelle Kindesmisshandlung (was der da zu suchen hat verstehe ich nicht, aber bitte).
Die Verderbtheit der Salome soll wohl auf Kindesmissbrauch zurück geführt werden.
Nun folgt endlich einmal ein Essay, das sich mit der Oper selbst beschäftigt; es geht um die Psychoanalyse, um die femme fatale, generell darum, dass die Salome um 1900 herum ein beliebter Stoff war.
Da wird der Stoff dann wohl endgültig sexualisiert. Als sei erotisch zu wenig.
Dann wieder eine ganze Seite voller Bibel über „Jesu Versuchung“. Aha.
Schön, noch'n Opfer des Satans ...
Auf zwei weiteren Seiten ein Auszug aus „Fräulein Else“ von Arthur Schnitzler. Wie interessant.
Da geht es wohl um die Wiener Melange von Erotik und Psychoanalyse, oder?
Dann ein Gedicht, das „Kaffeehaus“ heißt. Toll.
O Sündenpfuhl, o Wien, o Kaffeehaus. Aber war es nicht die heiße Schokolade, die aphrodisierend wirkte?
Und endlich kommt der Meister selbst zu Wort: Richard Strauss schreibt etwas über die Entstehung seiner „Salome“, auch ein Brief an Stefan Zweig ist abgedruckt. Dies ist der interessanteste Teil des Heftes, leider kenne ich diese Stellen schon längst aus dem Internet, man findet ihn recht häufig, auch in Booklets.
Das Programmheft endet wieder mit Zitaten aus der Bibel. Den Preis des Heftes möchte ich gar nicht nennen. Hier stopft man ganze Seiten mit Bibelzitaten und irgendwelchen Gedichten sowie Bildern (einmal sogar doppelt!) voll, druckt noch schnell ein bekanntes Schreiben von Strauss ab, und das war´s. Informativ ist das nicht.
Lieber Hosenrolle1, die Preise von Programmheften sind eine Multiplikation von Papier-Gewicht und Preis des Designs geteilt durch eingebrachte Werbung. Mit den Inhalten hat das nichts zu tun :(
Liebe Grüße Peter
Hosenrolle1 (22.02.2015, 13:42): Es ist die Fortführung der im Hagener Programmheft ersichtlichen Tendenz nach unten, nur hier ersetzt offenbar Design nicht vorhandene inhaltliche Aussagen. Das Gehäcksel der Zitate soll - so denke ich - die Sicht der Inszenierung stützen. Da vermisse ich ein Essay des Regisseurs.
Vor allem glaube ich, dass es nur darum ging, das Programmheft irgendwie voll zu bekommen. Man hat offenbar keine themenbezogenen Essays oder ähnliches, deswegen nimmt man alles, was irgendwie damit zu tun haben könnte.
Übrigens, ganz am Ende des Heftes finden sich Quellennachweise für die Texte; da steht auch, dass manche Essays aus anderen Programmheften anderer Opernhäuser stammen! Die schreiben nichts selber, sammeln ein paar Dinge zusammen und verlangen dann noch einen stolzen Preis dafür.
Hätte ich mir das Teil in der Oper selbst gekauft, ich würde mir verarscht vorkommen.
Die Verderbtheit der Salome soll wohl auf Kindesmissbrauch zurück geführt werden.
Das machen die Regisseure auch gerne, leider wird im Text nirgendwo hingewiesen, dass das in dieser Inszenierung auch Thema ist. Es wird einfach nur darüber geredet.
Schön, noch'n Opfer des Satans ...
:D
Richard Strauss schrieb an Stefan Zweig:
„Ich will Stucken und Hauptmann gerne lesen – aber Sie wissen vielleicht noch gar nicht, ein wie leidenschaftlicher Antichrist ich bin, daß mir der rote Heiland ebenso unsympathisch ist wie mir der weiße wahrscheinlich gleichgültig sein wird.“
Schade, dass direkt im Anschluss wieder ein Bibelzitat folgt.
LG, Hosenrolle1
Rotkäppchen (05.04.2015, 22:14): Ganz zufällig (habe nach "frau ohne schatten" gegoogelt, da war's der 10. Treffer) bin ich auf ein interessantes Verzeichnis gestoßen:
Dort liegen zu 25 Opern (warum genau diese 25 ?? .. wer weiß ...) Programmhefte als pdf-files drin; ich habe mal fünf Stichproben gemacht und muss sagen, dass die Programmhefte ein wirklich sehr gutes Niveau haben, äußerst umfangreich und mit hohem Informationsgehalt (keine Unarten, wie etwa ein großgedrucktes Zitat pro Seite o. ä.)!
:hello Rk
Hosenrolle1 (05.04.2015, 22:22): Danke für den Hinweis!
Hier eine Auflistung der angebotenen Opern:
Alcina (Händel)
Anna Bolena (Donizetti)
Ariadne auf Naxos (Strauss)
Barbiere de Sevilla (Rossini)
Billy Budd (Britten)
Boris Godunow (Mussorgski)
Cardillac (Hindemith)
Daphne (Strauss)
Don Carlo (Verdi)
Don Carlos (Verdi)
Don Giovanni (Mozart)
Fledermaus (Strauß)
Frau ohne Schatten (Strauss)
Jenufa (Janácek)
Katja Kabanova (Janácek)
La Boheme (Puccini)
La Traviata (Verdi)
Lucrezia Borgia (Donizetti)
Mahagonny (Weill)
Meistersinger (Wagner)
Nozze di Figaro (Mozart)
Rosenkavalier (Strauss)
Totenhaus (Janácek)
Wozzeck (Berg)
La Cenerentola (Rossini)
Leider keine Salome dabei, schade :(
Strauss 4x
Janácek 3x Verdi 3x
Donizetti 2x Rossini 2x Mozart 2x
LG, Hosenrolle1
Rotkäppchen (05.04.2015, 22:40): Original von Hosenrolle1 Leider keine Salome dabei, schade :(
Aber immerhin 4 andere Sträusse und auch einige eher selten gespielte Opern :).
LG, Rk
EDIT: Jetzt war ich zu schnell, jetzt hast Du auch nochmal gezählt (und 4 war richtig :D)...
Hosenrolle1 (05.04.2015, 22:48): Über die selten gespielten Opern beschwere ich mich eh nicht, ich find´s ja schon toll dass die Staatsoper Wien überhaupt ihre Programmhefte zumindest teilweise gratis ins Netz stellt.
Andere Häuser haben da ganz mickrige Hefte, die sie für viel Geld an den Mann bringen ...
In meinem Fall ist es halt so, dass ich mich für die anderen Opern von Strauss überhaupt nicht begeistern kann, weil er nach der Elektra völlig anders komponiert hat, und auch er selbst meinte um 1920 herum, so etwas wie die Salome könne er jetzt nicht mehr schreiben. Überhaupt: "Man kann es als ein einmaliges Experiment an einem besonderen Stoff gelten lassen, aber zur Nachahmung nicht empfehlen."
LG, Hosenrolle1
Rotkäppchen (05.04.2015, 23:03): Wahrscheinlich hast Du ja das Salome-Heft der WSO ohnehin schon in Deiner Sammlung (?) ... und das mit den seltenen Opern hatte ich eigentlich auch positiv gemeint.
:hello Rk
Hosenrolle1 (05.04.2015, 23:05): Hehe, nein, bislang noch nicht, aber kommt noch. ;)
LG, Hosenrolle1
Hosenrolle1 (07.09.2015, 15:40): Original von Peter Brixius Ich beginne mit dem Typ 1 und habe mir dazu das Programmheft einer Aufführung von Klebes "Chlestakows Wiederkehr" im Landestheater Detmold vorgenommen. Das Format dieses Programmheftes ist klein, es passt ohne Mühe in die Hosen- oder Rocktasche. Die Zeit, ein Programmheft bei einem Opernbesuch zu lesen, ist beschränkt. Das heißt: Es muss sorgfältig ausgewählt werden, was man dem Zuschauer mitteilt, jedes Quäntchen zuviel verstellt eine notwendige Information.
Nun ist das Salome-Programmheft aus Detmold endlich angekommen, und was die Größe desselben betrifft gebe ich dir Recht, es ist angenehm kompakt.
Hier nun eine Übersicht über das Heft:
_______
Besetzung, technisches und künstlerisches Personal
Genauso wie in deinem Heft.
Inhaltsangabe
Wie der Name schon sagt, eine Inhaltsangabe, wobei ich mit der Stelle: "Jochanaan verflucht die Prinzessin und wird in sein Gefängnis zurückgeführt" nicht ganz einverstanden bin, weil er von selbst wieder zurück in seine Zisterne geht, aber das ist nur ein unwichtiges Detail.
Interview mit dem Regisseur (4 Seiten)
Schön dass es ein Interview gibt, wenngleich ich eines mit dem Dirigenten vermisse.
Ich bin zwar großteils nicht der Meinung des Regisseurs, jedoch in einem Punkt sagt er das, was ich schon früher im Salome-Thread einmal angemerkt habe:
Frage: Das hängt sicherlich auch damit zusammen, dass Herodes seine Stieftochter sexuell bedrängt. Oder hatte er sie sogar schon als Kind missbraucht?
Antwort: Es gibt Deutungen in diese richtung. Ich glaube das allerdings nicht. So wie salome und Herodias ihre gierigen Blicke beschreiben und kritisieren, scheint dies eine ganz neue Situation zu sein.
Kommentar zur Oper
Kurz wird hier die "Elektra" mit der "Salome" verglichen.
Stationen zur Salome
Ein Rückblick auf verschiedene andere Salome-Interpretationen, von Gemälden bis zu Dichtungen und Schauspielen.
Text über die Figuren
Hier wird kurz über die Beziehung der Figuren untereinander geredet.
Text über die Musik
Mein Lieblingsteil in diesem Heft, weil die Musik hier sehr schön beschrieben wird.
Zur Entstehung
Wie Strauss zu diesem Stoff kam.
Nicht ganz einverstanden bin ich mit dieser Stelle:
„Der Komponist strich das Stück um die schwache Hälfte des Originals und eliminierte bzw. reduzierte einige Nebenfiguren."
Ich finde nicht, dass der gestrichene Teil "schwach" ist. Er hätte sicher nicht so gut in seine Oper gepasst, aber an sich finde ich ihn nicht schwach, im Gegenteil, er ist in vielen Dingen wesentlich aufschlussreicher.
Bei Strauss beispielsweise erfährt man nicht, dass der "Vorhang des Allerheiligsten" gestohlen wurde, und so denkt man sich nichts dabei, wenn Herodes sich am Ende als der Dieb entlarvt. Das war nur ein Beispiel von vielen.
Historischer Hintergrund
Eine ganz kurze Übersicht über die historischen Figuren, um die es hier geht.
Femme fatale
Hier wird über Femme fatales gesprochen - ich bin nach wie vor der Meinung, dass Salome keine ist.
Bibelzitat
Ein Bibelzitat, wo von Herodes und dem Tanz und dem Enthaupten die Rede ist.
Über Oscar Wilde
Eine kurze Bio über Oscar Wilde.
Zwischen den Kapiteln gibt es viele Bilder, hauptsächlich Szenenfotos in s/w, im Mittelteil mehrere farbige Szenenfotos hintereinander, auf Hochglanzpapier gedruckt. In diesem Fall fand ich, dass es zu viele Fotos waren. Ein paar sind ja ok, als Erinnerung an die Inszenierung, aber hier erschienen sie mir als Füllmaterial. Positiv fand ich, dass das Programmheft komplett werbefrei ist.