David Fjodorowitsch Oistrach - Jahrhundert Geiger

Rachmaninov (28.08.2006, 07:27):
David Fjodorowitsch Oistrach wurde am 30. September 1908 in Odessa als Sohn einer Opernsängerin und eines Amateurmusikers geboren.

Bereits im Alter von 5 Jahren erhielt er ersten Unterricht bei Pjotr Stoljarski an der Musikschule seiner Heimatstadt Odessa.

Oistrach selber äußerte sich zu seiner Zeit bei Stoljarski er habe mit Fleiß und Lieber gelernt.

Im Alter von 15 Jahren wechselte Oistrach in die Meisterklasse des Konservatorium.

Ab dem Jahr 1920 untenahm Oistrach Konzertreisen wobei ihm ein Auftritt 1928 in Leningrad endgültig berühmt machte in der Sowjetunion.



1930 heratete Oistrach und 1931 wurde sein Sohn Igor, der ebenfalls Geiger wurde ohne den Ruhm seines Vaters zu erlangen, geboren.
1934 wurde er Dozent am Moskauer Konservatorium.

Erste Konzerte in westlichen Europa erfolgten ab 1953 und 1955 erfolgte sein Debüt in der Carnegie Hall. Alles mit irrsinnigen Erfolg.

Die Hochachtung Oistrach wurde ihm auch durchzahlreiche Widmungen von Werken des 20. Jahrhunderts zu teil. Uraufführung des Khachaturian, des Mjaskowski und Schostakowitsch Violinenkonzerts sprechen hier eine deutliche Sprach der Anerkennung, Wertschätzung und Ehrung durch seine Kollegen.


(hinten links sitzt D. Schostakowitsch)

Das Oistrach zahlreiche renomierte Wettberwerbe gewann braucht nicht weiter erwähnt werden.

Seine Freundschaft zu großen Musikern der Sowjetzeit (Richter, Rostropovitch oder Schostakowitsch) sprechen für diesen großen Musiker.

Für viele Musikliebhaber aber auch heutige aktive Geiger (z.B. Julia Fischer) ist D. Oistrach der größte Geiger des letzten Jahrundert.

Aufmerksam möchte ich an dieser Stelle auf seine Aufnahme der Teufelsthriller Sonate von Tartini


sowie seine Einspielung der Violinenkonzerte J.S.Bachs's.
(Beim Doppelkozert gemeinsam mit seinem Sohn Igor)
Holger S. (28.08.2006, 09:40):
Hallo Richard,

die Begeisterung für Oistrach teile ich uneingeschränkt. Wenn ich mich überhaupt für einen "Lieblings-Geiger" entscheiden müsste (wobei ich solchen Superlativen eher wenig abgewinnen kann), würde ich mich wohl für Oistrach entscheiden. Was ich an seinem Spiel so herausragend finde, ist sein "großer" Ton: unglaublich "satt", warm und rund, sonor und intensiv. Oistrachs Interpretation überzeugen mich eigentlich immer absolut. Er lotet die Stücke vollend aus, spielt mit größter Musikalität.

Besonders hervorzuheben ist das von dir schon angesprochene Engagement für die russische Musik des 20. Jahrhunderts. Neben Werken von Kabalewski, Mjaskowski, Prokofjew, Schostakowitsch und Chatschaturjan gibt es noch etliche andere (unbekanntere) Werke, die Oistrach (ur)aufführte. Zu seinem immens umfangreichen Repertoire gehörten auch Stücke von Babadschanjan, Rakow, Catoire, Karen Chatschaturjan, Lewitin, Medtner, Taktakischwili und anderen. Auch ausländische Komponisten schrieben Werke für Oistrach, das grandiose Violinkonzert von Ernst Hermann Meyer (DDR) entstand z.B. für Oistrach, wurde durch ihn uraufgeführt und auf Platte eingespielt.

Wirklich ein ganz großer Musiker!

Viele Grüße
Holger
Cosima (28.08.2006, 10:42):
Hallo Holger und Richard,

ich meine, dass Holger bereits sehr treffend zusammengefasst hat, was David Oistrachs einzigartiges und faszinierendes Violinspiel ausmacht. An anderer Stelle wies ich schon einmal auf den Zusammenhang zwischen Physiognomie und Stil des Geigenspiels hin. Ich denke, dass dies im Falle Oistrachs besonders zutrifft: Er war eine große, stämmige, markant-männliche Erscheinung. Er strahlte Souveränität, Beständigkeit und Wärme aus. Und so klingt er auch, wenn er spielt.

Sehr gern höre ich auch die Teufelstriller-Sonate von Tartini, dann natürlich die Beethoven-Sonaten zusammen mit Sviatoslav Richter, die Einspielung des Tripelkonzertes mit Richter und Rostropowitsch – eigentlich alles, was ich jemals von David Oistrach hörte, gefiel mir gut. Sehr schön finde ich zum Beispiel die Zusammenstellung in der der „Les Introuvables“-Box:

http://www.wom.de/image/cover/front/0/9012336.jpg

Gruß, Cosima
Zelenka (28.08.2006, 12:21):
Herzlichen Dank an Rachmaninov für diesen wichtigen Thread! Zur Einführung in Oistrakhs Karriere seien hier erst einmal zwei DVDs mit Filmen von Bruno Monsaigeon empfohlen:

http://images.amazon.com/images/P/B000069D4N.03._SS400_SCLZZZZZZZ_V1116845972_.jpg

http://www.jpc.de/image/cover/front/0/3718906.jpg

In "The Art of Violin" wird Oistrakh natürlich nur recht kurz gewürdigt (u.a. von I. Perlman und H. Hahn). In "David Oistrakh - Artist of the People?" stehen dann immerhin 75 Min. zur Verfügung, um die Karriere des Meisters nachzuzeichnen. Sehr viel Platz wird der Tatsache seiner Mitgliedschaft in der Kommunistischen Partei eingeräumt. Oistrakh war wohl von Herzen Mitglied und dankbar, daß das Regime seine Karriere überhaupt ermöglicht hatte.

Gruß,

Zelenka
Rachmaninov (28.08.2006, 12:28):
@Zelenka,

danke für den Hinweis auf die DVD's!

Besonders der Hintergrund der politischen Lage macht die DVD's sicherlich sehr interessant.
Cosima (28.08.2006, 12:41):
Original von Zelenka
Zur Einführung in Oistrakhs Karriere seien hier erst einmal zwei DVDs mit Filmen von Bruno Monsaigeon empfohlen:


Ich wusste gar nichts von der Existenz des erstgenannten Films. Bislang fand ich alles, was von Monsaingeon stammte (Filme über Richter, Gould, Tortelier) sehr gut! Werde ich im Auge behalten - danke für den Hinweis.

Gruß, Cosima
Rachmaninov (16.09.2006, 20:34):
Heute hörte ich die Aufnahme des Schostakowitsch Konzerts in dieser Aufnahme mit D. Oistrach, dem Widmungsträger des Konzerts.



Es ist einfach sagenhaft wie es Oistrach, dort wo andere damit ausreichend beschäftigt sind ordentlich und mit Ausdruck zu spielen, noch ein "drauf setzt" und mit seiner fulminanten technik spielerich noch gestalltet und somit aus diesem Konzert etwas ganz besonderes macht!

Einen ganz großer Augenblick :down
Walter (16.09.2006, 20:52):
Hallo Sergejewich,

du weißt ja, dass das mit Abstand meine Lieblingsaufnahmen der beiden Konzerte ist.

Sowohl Oistrakh als auch Rostropovich laufen hier zu Höchstform auf.

Ich kann für diese CD nur eine Wertung geben:

:times10
Ganong (17.09.2006, 17:24):
Lieber R. ,

meine "Antwort" ist eine Frage :

Welche Aufnahme des Violinkonzertes von Beethoven ist möglicherweise d i e Aufnahme überhaupt ( durch Oistrach ) ?

Dank für die Beratung .

Grüsse ,

Frank
Rachmaninov (28.08.2006, 07:27):
David Fjodorowitsch Oistrach wurde am 30. September 1908 in Odessa als Sohn einer Opernsängerin und eines Amateurmusikers geboren.

Bereits im Alter von 5 Jahren erhielt er ersten Unterricht bei Pjotr Stoljarski an der Musikschule seiner Heimatstadt Odessa.

Oistrach selber äußerte sich zu seiner Zeit bei Stoljarski er habe mit Fleiß und Lieber gelernt.

Im Alter von 15 Jahren wechselte Oistrach in die Meisterklasse des Konservatorium.

Ab dem Jahr 1920 untenahm Oistrach Konzertreisen wobei ihm ein Auftritt 1928 in Leningrad endgültig berühmt machte in der Sowjetunion.



1930 heratete Oistrach und 1931 wurde sein Sohn Igor, der ebenfalls Geiger wurde ohne den Ruhm seines Vaters zu erlangen, geboren.
1934 wurde er Dozent am Moskauer Konservatorium.

Erste Konzerte in westlichen Europa erfolgten ab 1953 und 1955 erfolgte sein Debüt in der Carnegie Hall. Alles mit irrsinnigen Erfolg.

Die Hochachtung Oistrach wurde ihm auch durchzahlreiche Widmungen von Werken des 20. Jahrhunderts zu teil. Uraufführung des Khachaturian, des Mjaskowski und Schostakowitsch Violinenkonzerts sprechen hier eine deutliche Sprach der Anerkennung, Wertschätzung und Ehrung durch seine Kollegen.


(hinten links sitzt D. Schostakowitsch)

Das Oistrach zahlreiche renomierte Wettberwerbe gewann braucht nicht weiter erwähnt werden.

Seine Freundschaft zu großen Musikern der Sowjetzeit (Richter, Rostropovitch oder Schostakowitsch) sprechen für diesen großen Musiker.

Für viele Musikliebhaber aber auch heutige aktive Geiger (z.B. Julia Fischer) ist D. Oistrach der größte Geiger des letzten Jahrundert.

Aufmerksam möchte ich an dieser Stelle auf seine Aufnahme der Teufelsthriller Sonate von Tartini


sowie seine Einspielung der Violinenkonzerte J.S.Bachs's.
(Beim Doppelkozert gemeinsam mit seinem Sohn Igor)
Holger S. (28.08.2006, 09:40):
Hallo Richard,

die Begeisterung für Oistrach teile ich uneingeschränkt. Wenn ich mich überhaupt für einen "Lieblings-Geiger" entscheiden müsste (wobei ich solchen Superlativen eher wenig abgewinnen kann), würde ich mich wohl für Oistrach entscheiden. Was ich an seinem Spiel so herausragend finde, ist sein "großer" Ton: unglaublich "satt", warm und rund, sonor und intensiv. Oistrachs Interpretation überzeugen mich eigentlich immer absolut. Er lotet die Stücke vollend aus, spielt mit größter Musikalität.

Besonders hervorzuheben ist das von dir schon angesprochene Engagement für die russische Musik des 20. Jahrhunderts. Neben Werken von Kabalewski, Mjaskowski, Prokofjew, Schostakowitsch und Chatschaturjan gibt es noch etliche andere (unbekanntere) Werke, die Oistrach (ur)aufführte. Zu seinem immens umfangreichen Repertoire gehörten auch Stücke von Babadschanjan, Rakow, Catoire, Karen Chatschaturjan, Lewitin, Medtner, Taktakischwili und anderen. Auch ausländische Komponisten schrieben Werke für Oistrach, das grandiose Violinkonzert von Ernst Hermann Meyer (DDR) entstand z.B. für Oistrach, wurde durch ihn uraufgeführt und auf Platte eingespielt.

Wirklich ein ganz großer Musiker!

Viele Grüße
Holger
Cosima (28.08.2006, 10:42):
Hallo Holger und Richard,

ich meine, dass Holger bereits sehr treffend zusammengefasst hat, was David Oistrachs einzigartiges und faszinierendes Violinspiel ausmacht. An anderer Stelle wies ich schon einmal auf den Zusammenhang zwischen Physiognomie und Stil des Geigenspiels hin. Ich denke, dass dies im Falle Oistrachs besonders zutrifft: Er war eine große, stämmige, markant-männliche Erscheinung. Er strahlte Souveränität, Beständigkeit und Wärme aus. Und so klingt er auch, wenn er spielt.

Sehr gern höre ich auch die Teufelstriller-Sonate von Tartini, dann natürlich die Beethoven-Sonaten zusammen mit Sviatoslav Richter, die Einspielung des Tripelkonzertes mit Richter und Rostropowitsch – eigentlich alles, was ich jemals von David Oistrach hörte, gefiel mir gut. Sehr schön finde ich zum Beispiel die Zusammenstellung in der der „Les Introuvables“-Box:

http://www.wom.de/image/cover/front/0/9012336.jpg

Gruß, Cosima
Zelenka (28.08.2006, 12:21):
Herzlichen Dank an Rachmaninov für diesen wichtigen Thread! Zur Einführung in Oistrakhs Karriere seien hier erst einmal zwei DVDs mit Filmen von Bruno Monsaigeon empfohlen:

http://images.amazon.com/images/P/B000069D4N.03._SS400_SCLZZZZZZZ_V1116845972_.jpg

http://www.jpc.de/image/cover/front/0/3718906.jpg

In "The Art of Violin" wird Oistrakh natürlich nur recht kurz gewürdigt (u.a. von I. Perlman und H. Hahn). In "David Oistrakh - Artist of the People?" stehen dann immerhin 75 Min. zur Verfügung, um die Karriere des Meisters nachzuzeichnen. Sehr viel Platz wird der Tatsache seiner Mitgliedschaft in der Kommunistischen Partei eingeräumt. Oistrakh war wohl von Herzen Mitglied und dankbar, daß das Regime seine Karriere überhaupt ermöglicht hatte.

Gruß,

Zelenka
Rachmaninov (28.08.2006, 12:28):
@Zelenka,

danke für den Hinweis auf die DVD's!

Besonders der Hintergrund der politischen Lage macht die DVD's sicherlich sehr interessant.
Cosima (28.08.2006, 12:41):
Original von Zelenka
Zur Einführung in Oistrakhs Karriere seien hier erst einmal zwei DVDs mit Filmen von Bruno Monsaigeon empfohlen:


Ich wusste gar nichts von der Existenz des erstgenannten Films. Bislang fand ich alles, was von Monsaingeon stammte (Filme über Richter, Gould, Tortelier) sehr gut! Werde ich im Auge behalten - danke für den Hinweis.

Gruß, Cosima
Rachmaninov (16.09.2006, 20:34):
Heute hörte ich die Aufnahme des Schostakowitsch Konzerts in dieser Aufnahme mit D. Oistrach, dem Widmungsträger des Konzerts.



Es ist einfach sagenhaft wie es Oistrach, dort wo andere damit ausreichend beschäftigt sind ordentlich und mit Ausdruck zu spielen, noch ein "drauf setzt" und mit seiner fulminanten technik spielerich noch gestalltet und somit aus diesem Konzert etwas ganz besonderes macht!

Einen ganz großer Augenblick :down
Walter (16.09.2006, 20:52):
Hallo Sergejewich,

du weißt ja, dass das mit Abstand meine Lieblingsaufnahmen der beiden Konzerte ist.

Sowohl Oistrakh als auch Rostropovich laufen hier zu Höchstform auf.

Ich kann für diese CD nur eine Wertung geben:

:times10
Ganong (17.09.2006, 17:24):
Lieber R. ,

meine "Antwort" ist eine Frage :

Welche Aufnahme des Violinkonzertes von Beethoven ist möglicherweise d i e Aufnahme überhaupt ( durch Oistrach ) ?

Dank für die Beratung .

Grüsse ,

Frank