David Fray

Heike (31.12.2008, 15:54):
Nachdem ich grad einen Spiegelartikel über den gelesen hatte, frage ich mich:
Ist der nächste Hype ala Lang Lang für ein spinnertes Talent im Gange oder ist der wirklich so gut?

CDs habe ich bisher nämlich noch keine, habe aber schon überlegt, mir diese hochgelobten Bach-Klavierkonzerte zuzulegen. Was meint ihr zu Herrn Fray?

zum Spiegel-Artikel siehe http://www.spiegel.de/kultur/musik/0,1518,598702,00.html
"Schnelldenker im Langsamkeitsrausch"
Huster im Publikum mag er gar nicht: David Fray ist ein Pianist von exzentrischer Dünnhäutigkeit. Doch das französische Zartgemüt spielt den aufregendsten Bach seit Jahrzehnten.......


Heike
nikolaus (31.12.2008, 16:30):
Also, ich liebe seine Bach-CD, daher würde ich sagen: ja, er ist so gut.
Aber ich kenne seine anderen Aufnahmen nicht.
Ob er den aufregendsten Bach seit Jahrzehnten spielt, kann ich sicher nicht sagen. Mich berührt sein Spiel und macht mich sprachlos.

Und ich hoffe nicht, dass er sich durch die Medien in irgendeine Richtung pushen lässt.
Hauptsache, er bleibt sich selbst treu und authentisch, da ist es mir egal, ob er exzentrisch ist, oder nicht.

Herzliche Grüße,

Nikolaus.
Rachmaninov (31.12.2008, 18:07):
Seine Schubert / Liszt Aufnahme habe ich ja schon viel länge als die Werbemaschine läuft und habe sie auch im Wandererfantasie Thread besprochen.

Seine Bach Aufnahme wird in der aktguellen Piano News sehr positiv besprochen.

Er hat ja auch Bach / Boulez veröffentlicht!

Interessant, aber so hoch gelobt scheint mir etwas hochgelobt....
Gamaheh (02.01.2009, 10:38):
Komisch: Immer, wenn ich das Gefühl habe, manipuliert zu werden, werde ich ganz störrisch. Nach dem Lesen dieses eigentümlichen Spiegel-Ergusses werde ich die Platte gewiß nicht kaufen. Was für eine Inszenierung! (Aber interessant zu wissen, wer alles wessen Schwiegervater ist.)

Wen die histrionischen Talente des jungen Mannes interessieren, der sehe hier.

Grüße,
Gamaheh
cellodil (02.01.2009, 20:55):
Original von Gamaheh

Wen die histrionischen Talente des jungen Mannes interessieren, der sehe hier.

Grüße,
Gamaheh

Liebe Gamaheh,

Danke für den hilfreichen link! Für mich ist Herr Fray einer, dem ich beim Klavierspielen lieber nicht zuschauen möchte. Also entweder ins Konzert und Augen zu oder doch erst mal eine CD. Der Bach reizt mich schon. Zumal ich Nikolaus' Urteil auch bislang häufig teilen konnte ( :hello und :D ).

Liebe Grüße

Sabine
Heike (03.01.2009, 16:27):
Danke für die Links.

Nun bin ich vom Eindruck her etwas zwiegespalten: Da kann man wirklich kaum zusehen, er kommt ziemlich versponnen und wirklich übertrieben rüber.
Andererseits gefällt mir sein Spiel. Ich glaube, er hat ein grandioses Rhythmusgefühl und kann das auch noch vermitteln, in Worte fassen. Und an Selbstbewusstsein mangelt es ihm wahrlich nicht.

Habe mir jetzt auch noch weitere Teile dieser Doku angesehen. Was mich fasziniert hat: schaut mal in die Gesichter der Musiker, anfangs sind da etliche irritiert, belustigt oder genervt. Im letzten Teil sehen die ganz anders aus, sind voll dabei und das mit ziemlich guter Laune.

Hebre
nikolaus (03.01.2009, 18:34):
Ich glaube, er hat ein grandioses Rhythmusgefühl

Ja, das gefällt mir unter anderem so gut...

Und gute Laune macht diese Aufnahme auch bei mir... :leb

Nikolaus.
Gamaheh (06.01.2009, 14:30):
David Fray ist für die Victoires de la musique 2009 (in der Kategorie "Instrumentalsolisten") nominiert und tritt dort gegen Hélène Grimaud und Pierre-Laurent Aimard an.

Hier gibt es Podcast-Interviews mit den Nominierten (auf französisch).

Grüße,
Gamaheh
cellodil (09.01.2009, 19:24):
Original von Gamaheh
David Fray ist für die Victoires de la musique 2009 (in der Kategorie "Instrumentalsolisten") nominiert und tritt dort gegen Hélène Grimaud und Pierre-Laurent Aimard an.

... da dürfte er - zumindest, wenn es um Bach geht, gute Chancen haben, denke ich.

Liebe Grüße

Sabine

P.S. Die Bach-CD verzückt mich, falls ich das nicht schon erwähnt hatte.... :rofl

P.P.S. Und den Vergleich mit Gould finde ich so abwegig nicht...
Rachmaninov (10.01.2009, 08:02):
Original von cellodil
P.P.S. Und den Vergleich mit Gould finde ich so abwegig nicht...

Und warum?
Gamaheh (10.01.2009, 22:14):
Original von Rachmaninov
Original von cellodil
P.P.S. Und den Vergleich mit Gould finde ich so abwegig nicht...

Und warum?

Liebe Sabine,

ich kann auch keine Gemeinsamkeiten entdecken, die darüber hinausgehen, daß Bruno Monsaingeon über beide einen Film gemacht hat (bzw. mehrere) und daß beide große Egozentriker und Selbstdarsteller sind (letzteres allerdings - soweit ich sehen kann - auf ganz unterschiedliche Art).

Grüße,
Gamaheh
Heike (10.01.2009, 22:20):
Ich bin zwar nicht angesprochen, aber was mir zum Vergleich Gould- Fray einfällt ist folgendes:

Während Gould ja in seiner Introvertiertheit fast autistisch wirkte (oder war), tendiert Fray wohl deutlich zum entgegengesetzte Pol der Hysterie. Gemeinsam scheinen mir die beiden zu haben, dass sie - ungeachtet aller Diskussionen um Werktreue - jeweils ihre völlig eigene, subjektive Vorstellung von der Interpretation eines Stückes haben und diese auch ganz unbeirrt umsetzen. Eigensinnig waren bzw. sind sie zweifellos beide.
Heike
Dr. Schön (10.01.2009, 22:45):
Original von Hebre
Während Gould ja in seiner Introvertiertheit fast autistisch wirkte (oder war), tendiert Fray wohl deutlich zum entgegengesetzte Pol der Hysterie.

Das etwa habe ich dann, bei diesem Youtube Video, letztlich auch als den Unterschied zwischen beiden gesehen.

Aber als ich das erste Bild sah war mein erster Gedanke: Ein Gould!
Wenn er ab der zweiten Minute anfängt zu erläutern, bringt er es auch anders als man es von Gould kennt oder erwarten würde.
Aber manche der Manierismen oder dieses bitzgescheite Auftreten, das wirkt auf mich schon etwas gouldesk.
Heike (10.01.2009, 22:55):
dieses bitzgescheite Auftreten
Mich hat seine Sprache, mit der er die Dinge beschrieb, sehr positiv beeindruckt. Bei aller spinnerten Körpersprache - das, was er sagte (und spielte), war faszinierend. Und es stimmte (also, ich hatte immer ein "ja, recht hat er" im Sinn), ich hätte es jedoch weder so gezielt erkennen, geschweige denn so gescheit formulieren können.
Heike
Dr. Schön (10.01.2009, 23:10):
Ich meinte "blitzgescheit" nicht negativ. Mir viel nur kein anderes Wort für sein Auftreten ein.
Nur ist es halt dieses so rüberkommen, worin er mich an vorallem an Gould erinnert hat.

Ich habe mal gesucht ob ich auf die schnelle ein Gould Video finde. Leider negativ.


Dr. Schön
Heike (10.01.2009, 23:19):
Hallo,
ich hab es auch nicht negativ verstanden, sondern wollte das, was du geschrieben hast, bestätigen.
Heike

P.s ein Gould- Video hier:
http://www.youtube.com/watch?v=qB76jxBq_gQ&feature=PlayList&p=9229806C37321E99&playnext=1&index=1
Rachmaninov (17.01.2009, 17:54):
Heute einen Blick in die FF gerworfen:

Die Bach Aufnahme von Fray wurde mit überragend Betitelt.

Naja, meine Meinung über die FF ist so schlecht das ich nicht einmal mehr die Rezessionen lese.

:ignore
Heike (17.01.2009, 21:42):
Rezessionen
:times10 ... wird im Zusammenhang mit dem FF zum Freudschen Versprecher des Monats ernannt :-)
Heike
Heike (09.01.2012, 20:43):
So, jetzt aber noch der versprochene Bericht zu David Frays Recital von gestern
Sonntag, 08.01.12 Konzerthaus Berlin, Großer Saal.: David Fray

Mozart Klaviersonate D-Dur KV 311
Beethoven Sonate D-Dur op. 28 "Pastorale"
Mozart Fantasie c-moll KV 475
Beethoven Sonate C-Dur op. 53 "Waldstein"

Zunächst mal. Man konnte ihm gestern zusehen, ohne dass der Hörgenuss abnahm :-) David Fray hatte etliche seiner hysterischen Bewegungen reduziert, zudem hat er nicht mitgesungen (jedenfalls habe ich nichts gehört)! Zwar saß er anfangs wieder recht gebückt am Klavier, war auch sichtlich nervös. Aber später legte sich das, er saß auch mal aufrechter und schien auch lockerer zu werden. Jedenfalls war es ein optisch ganz normaler Auftritt und mit sympathischem Abgang, ohne jede Starallüren, fast bescheiden und das Publikum begeisternd (dazu später).

Ich habe Fray ja inzwischen schon 2x mit einem Orchester gehört und habe auch 2 CDs von ihm, die ich sehr mag (Schubert Impromptus und die Bach-Konzerte). Gestern hat er mich ganz einsam auf der Bühne nun endgültig überzeugt, dass er ein ernstzunehmender Pianist ist und kein nur hochgejubeltes Sternchen. Er hat was sehr interessantes und sein Spiel berührte mich sehr.

Fast noch in den Anfangsapplaus rein begann er Mozarts Sonate KV311 in einer fast puristisch zu nennenden Art zu spielen, die mir sofort gefiel. Ich hasse Sentimentalität und Affektiertheit bei Mozart und dieses Spiel war völlig frei davon. Ohne jede Aufregung, sehr konzentriert und schlicht. Er akzentuierte bestimmte Stimmen einfach und ruhig. Dabei spielte er ausgesprochen gesanglich, flexibel und mit kleinen feinen Variationen in den Phrasierungen. Er kann ein wunderbares piano spielen und seine Vielzahl an Klangfarben hat mich sofort berührt, Ton an Ton wie Perlen mit immer anderer Schattierung und Oberfläche.

Danach Beethovens Sonate op. 28 "Pastorale". Farbig im Klang, beeindruckend viele Anschlagsvarianten. Er kann finsterste Schattierungen neben glockenhelle Töne stellen und vor allem zwischen diesen blitzschnell wechseln. Auch nach packenden Akkorden kann er das Klavier schwebend leise singen lassen. Zudem hat sein Spiel eine sehr schöne Transparenz, die Hände wirken beide exakt kompatibel, alles scheint klar und durchsichtig. Einerseits sind seine Linien fast makellos metrisch gezirkelt, andererseits fließt da alles mit großer Leichtigkeit. Sein Rhythmusgefühl finde ich genial. Pathos scheint ein komplettes Fremdwort für ihn.

Nach der Pause die Fantasie c-Moll verzauberte den Saal endgültig. Eine klangschöne, lyrisch zarte Lesart, ernsthaft und doch ohne den pädagogischen"seht her"- Zeigefinger. Die Musik konnte ganz pur für sich stehen. Innenschau. Sogar die Huster waren weitgehend verstummt.

Abschließend die Waldstein-Sonate. Die mag ich nicht so sehr, oder sagen wir mal, die langweilt mich zunehmend. Nicht so gestern, schon der Beginn war erregend. Fray spielte energisch, sehr kantabel und hier und da mit überraschenden, aber nicht verstörenden Rubati. Es war immer nur einen Hauch von anders, nie aufdringlich. Und er spielte mit vollem Risiko, schnell, kraftvoll, aber nicht wuchtig oder auftrumpfend. Mit hoher Spannung und doch undramatisch brilliant. Ich weiß nicht, wie ich es beschreiben soll, es hat was von (innerer) Gelassenheit, aber es war trotzdem rasant und voller heftiger Empfindung. Nach dem ersten Satz bekam er dann auch starken spontanen Applaus (und ich bin sicher, da waren viele dabei, die genau wissen, dass man Sonaten nicht zerklatscht - es wurde auch vorher nie in die Satzpausen geklatscht an diesem Abend). Genauso interessant geriet der zweite Satz, es war eine Freude, wie schön er schnelles piano kann; oder wie er neben rasenden Tonleitern in der linken Hand die Melodie in der rechten Hand wunderbar klar klingen lassen konnte. Wie er sich in ruhige Passagen versenkte, wie er Spannungen bis kurz vorm Zerreißen hielt.

Es gab im gut gefüllten Haus langen anerkennenden Applaus am Schluss. Fray gab vier Zugaben, die Leute wollten ihn nicht gehen lassen, und das, obwohl er als Zugaben keine virtuosen Reißer spielte, die ja dann zu noch mehr zu Jubel einladen. Sondern zwei Bach Partiten und zwei Kinderszenen von Schumann (mal nicht die Träumerei! sondern Nr. 1 und das schlummernde Kind) - auch das beides richtig gut. Ein sympathischer Auftritt, nach dem er sich fast scheu winkend ins Publikum verabschiedete.

Also, ich weiß nicht, ob der mit einem großen Orchster so richtig gut zusammenpasst oder sich da (neben einem Dirigenten, der vielleicht was anderes will) zu sehr verbiegen muss, um überhaupt in diesen feinen intelligenten Differenzierungen noch wahrgenommen zu werden. Solo auf der Bühne war es jedenfalls eine Freude, ihm zuzuhören. Ich kann die Meinung seiner Kritiker nicht teilen, Frays Spiel bestehe nur aus einer Aneinanderreihung von schönen Momentaufnahmen. Das stimmt nicht, das hatte für mich einen gut fassbaren Rahmen. Es ist ein eher kleinteiliges, aber nicht zerstückelndes Spiel. Es hat Poesie und Spannung. Seine Art ist sicher viel eher analytisch als romantisch, aber ganz bestimmt nicht ohne Emotion oder Dramaturgie. Er berührt mich, ich fand es in sich auch völlig stimmig. Wer da keinen Sinn drin findet, der will sich vielleicht nicht einlassen auf diese Art von Klang und Empfindsamkeit. Gut, ich bin sicher, dass es nicht jedem gefällt, was er an Dynamik oder Phrasierung macht, aber das muss es ja auch nicht. Hörenswert ist es aber allemal und nur Manierismus schon gar nicht.
Mal sehen, was aus diesem kleinen Grübler noch wird.
Heike
nikolaus (09.01.2012, 22:41):
Liebe Heike!

Danke für Deinen Bericht.
Er hat mich veranlasst, mich an Frays Recital letztes Jahr in Köln - mit identischem Programm - zu erinnern und nochmal hier nachzulesen.
Ich bin ganz ähnlicher Meinung, nur hast Du es besser ausgedrückt!

Nikolaus. :beer
Heike (09.01.2012, 23:23):
Hallo Nikolaus,
ah, ich hatte deinen Bericht im April gelesen, aber inzwischen wieder total vergessen. Jetzt habe ich es nochmal gelesen - stimmt, genauso habe ich es auch erlebt!
Ich mag es durchaus, wenn Ausbrüche heftig sind, aber manche Pianisten wirken dann sehr grob und lassen kaum den Flügel ganz. Nicht Fray, er macht das Gegenteil: die Läufe sind luftig und leicht, die Triller "flirren", das ganze unterbrochen durch zielsichere Akzente und ein pianissimo am Rande der Hörbarkeit. Und: immer wieder zeigt Fray auf das "Abgrundtiefe" in allen Stücken, auch in der sonst so strahlenden C-Dur Sonate. Dabei ist er durchaus verantwortungsbewusst: er stösst einen nicht hinein, sondern hält einen quasi über dem Abgrund fest.
Das finde ich sehr passend von dir beschrieben!

Übrigens, diese kleine Episode bestärkt mich darin, Solo.Klavierabende in den jeweiligen Pianisten-Threads und nicht im allgemeinen "gestern im Konzert"-Faden zu besprechen. Hier findet man es viel besser wieder und kann auch bei Bedarf alle Eindrücke zu dem Pianisten gebündelt nachlesen.

Heike
Heike (12.01.2012, 17:43):
Ich trage mal noch die zwei Kritiken zu dem Berliner Recital nach, die ich gerade beim Stöbern gefunden habe:
Berliner Zeitung - Mal Mystiker und mal Rebell
Tagesspiegel - Schatten der Stille
Ich hoffe jedenfalls, der wird nächstes Jahr wieder mit einem Solo-Programm eingeladen.
Heike
Rachmaninov (12.01.2012, 19:00):
Original von Heike
Ich trage mal noch die zwei Kritiken zu dem Berliner Recital nach, die ich gerade beim Stöbern gefunden habe:
Berliner Zeitung - Mal Mystiker und mal Rebell
Tagesspiegel - Schatten der Stille
Ich hoffe jedenfalls, der wird nächstes Jahr wieder mit einem Solo-Programm eingeladen.
Heike

Der artige Kritiken mit ach so poetischen Wertungen sind mir etwas suspekt!
Heike (12.01.2012, 19:22):
Es war aber nun mal wirklich so bezaubernd poetisch, siehe die Berichte von nikolaus und mir. :beer
Heike
satie (23.05.2012, 10:40):
Aktuell ist er der Interpret des SWR-Musikstücks der Woche, Mozarts c-Moll-Fantasie. Zu hören hier: http://www.swr.de/swr2/musik/musikstueck/-/id=2937886/1e3uk7m/index.html

Ich finde die Interpretation sehr schwankend im Niveau. Die Einleitung habe ich noch selten so furchtbar gehört, man achte nur auf die sturen Forte-Sechzehntel bei den Forte-Piano-Stellen. Für mich ist diese Einleitung einer der grandiosen Würfe Mozarts, vergleichbar mit der des Dissonanzen-Quartetts. Wer die versaut, hat eigentlich schon verspielt...

Fray hat aber in der Tat auch seine lyrischen Qualitäten, die er später in den ariosen Teilen durchaus schön einbringt. Die dramatischen Teile hingegen sind nicht viel mehr als getreues Notenlesen, und die Rückführung zum Schlussteil ist mir zu ungenau und missachtet mir die Rhetorik zu stark.
Die Fantasie endet bekanntlich mit einer Variante der Einleitung. Diese spielt er wieder so grausig, teilweise sogar verschleppt.
Man muss das nur mal mit der Aufnahme von Jörg Demus vergleichen, der seine Interpretation des Stücks als Miniatur-Oper bestens zu vermitteln versteht. Mein Favorit ist Siegbert Rampe (Fortepiano), der (anders auch als Staier, den ich sonst mit Mozart schätze) zwischen linker und rechter Hand zu differenzieren versteht, wenn ein fp in den Noten auftaucht. Hmm...

Zumindest bei diesem Stück hat Fray bei mir kein Feuer entfachen können.


Herzlich,
S A T I E