Jeremias (09.11.2008, 13:41): Was macht für Euch den Reiz es Sammelns aus? Neugier auf Neues? Interpretationsvergleich? Würde mich über Eure Meinungen freuen!
Dr. Schön (09.11.2008, 13:56): Ich habe immer die Hoffnung, eine einzelne Aufnahme eines Werkes zu finden, die mich bei allen Kriterien, die mir bei diesem Werk wichtig sind, überzeugt und mir, zumindest theoretisch, als einzige Einspielung dieses Werkes vollkommen genügen könnte.
Bis auf wenige Ausnahmen macht es mir auch etwas aus, mehr als 3 Aufnahmen eines Werkes zu besitzen, da ich davon ausgehe, dass ich die schwächste davon sowieso nie wieder hören werde.
Ich bin also mehr ein Sucher als ein Sammler, wenn man das überhaupt so trennen kann.
Der Reiz liegt dann eben darin, endlich etwas befriedigendes, bzw. meine persönliche Aufnahme zu finden.
Dr. Schön
Heike (09.11.2008, 14:43): Hallo, ich sammle nicht. Ich suche auch nicht. Ich habe zwar von verschiedenen Werken mehrere Interpretationen, aber diese Anschaffungen sind weder auf Sammelleidenschaft noch wegen der Suche nach noch besseren interpretationen begründet. Sondern ich lasse mich fast immer von Dritten inspirieren, noch genauer bzw. auf andere Weise hinzuhören:
Wenn ich mir eine weitere CD zu einem Werk anschaffe, dann geschieht das meist deshalb, weil ich a) eine CD-Kritik im Radio hörte und das, was ich an Klangbeispielen hörte, interessant fand b) eine fundierte CD-Kritik in einer Zeitschrift las und neugierig wurde c) eine Empfehlung in einem (z.B. diesem) Forum las, mich mit Begeisterung anstecken lasse und prüfen möchte, ob mir das auch so gut gefällt
Also, wenn ich es mir recht überlege: Ich schaffe neue Interpretationen an, weil ich vergleiche und neugierig bin, ob ich das genauso wie der Rezensent höre oder ganz anders. Ich bilde mir auch ein, dabei mein Gehör und Werkverständnis zu schulen. Wenn ich z.B. lese "der und der Klang ist besser; diese und jene Begleitung ist stimmiger; das und das Dirigat ist berührender, die und die Kadenz ist aufregender...." dann will ich das nacherleben und fühle mich auch ein Stück weit als lernender Schüler. Und ziemlich oft lohnt sich der Vergleich im Nachhinein und ich entdecke wieder neue Facetten an Werken, die mir sowieso gefallen (von Dingen, die ich eh weniger mag, kaufe ich selten weitere Interpretationen).
Also, zusammengefasst: Unzufriedenheit motiviert mich eher selten zum Nachkaufen, sondern eher Neugier auf anderes, was kompetentere Hörer (vor mir) schon entdeckt haben könnten. Also der Vergleich ist das Interessante - und ob sich dabei eine persönlich "ideale" Interpretation herauskristallisiert, ist verschieden. Kann sein, kann aber auch stimmungsabhängig wechseln.
Heike
Rachmaninov (10.11.2008, 20:00): ich kaufe aufnahme aus der leidenschaft heraus sie zu besitzen und dem seltenen ereignis, dass sie darunter hin und wieder eine der perlen verbirgt, die einem das herz aufgehen lassen........
satie (10.11.2008, 22:09): Nehmen wir doch mal eine Definition des Begriffs, meinetwegen jenen aus der Wikipedia:
"Der Begriff Sammeln bezeichnet die systematische Suche, Beschaffung und Aufbewahrung einer abgegrenzten Art oder Kategorie von Dingen oder Informationen."
In diesem Sinne dürften wir ja eigentlich alle Sammler sein, jeder auf der Suche nach bestimmten Dingen (mehr oder weniger). Wichtig scheint mir allerdings die Frage, ob man sammelt, um des Sammelns Willen oder tatsächlich wegen des Gegenstandes. So sammeln manche Leute ja nur, um den Schrank voll zu kriegen, relativ egal womit, andere hingegen haben gewisse Vorlieben und suchen deshalb nach den Sachen, die sie noch nicht haben. Das Sammeln selber ist mir noch keine Qualität. Ich versuche, meine Aufnahmen dahin gehend zu erweitern, dass ich einen möglichst guten Überblick habe, natürlich mit einigen Schwerpunkten entsprechend meiner Vorlieben (etwa frühbarocke Musik). Ein entscheidender Punkt ist vielleicht ja auch der, ob man gewisse Sammlerstücke unbedingt haben muss, egal, ob man sie nur zu aberwitzigen Preisen bekommt oder ob dann die Vernunft siegt und man eben doch damit lebt, eine gewisse Aufnahme nicht zu besitzen. So, jetzt muss ich aber ganz schnell aufhören, denn auf ebay geht es gerade in die letzten Minuten für das längst vergriffene Fagott-Nonett von Hrabomir Hrdlicek, damals vor dem Krieg noch schnell auf Schellack gerettet. Von den ursprünglichen 200 Aufnahmen gibt es nur noch 3, und die bei ebay ist die am wenigsten zerkratzte. Bis jetzt gibts die zum Spottpreis von 3487 Euro (ich bin der Höchstbietende). Im Grunde ist die Komposition der letzte Dreck (den Komponisten kennt ja auch keine Sau), und die Aufnahme klingt derart beschissn, dass man die niemals freiwillig auf den Plattenteller legt (hab eh keinen Plattenspieler). Aber bevor mir die einer wegschnappt!?! Also dann, bis später...
Cosima (10.11.2008, 22:12): Original von Satie So, jetzt muss ich aber ganz schnell aufhören, denn auf ebay geht es gerade in die letzten Minuten für das längst vergriffene Fagott-Nonett von Hrabomir Hrdlicek, damals vor dem Krieg noch schnell auf Schellack gerettet. Von den ursprünglichen 200 Aufnahmen gibt es nur noch 3, und die bei ebay ist die am wenigsten zerkratzte. Bis jetzt gibts die zum Spottpreis von 3487 Euro (ich bin der Höchstbietende). Im Grunde ist die Komposition der letzte Dreck (den Komponisten kennt ja auch keine Sau), und die Aufnahme klingt derart beschissn, dass man die niemals freiwillig auf den Plattenteller legt (hab eh keinen Plattenspieler). Aber bevor mir die einer wegschnappt!?! Also dann, bis später...
Köstlich! :rofl :rofl :rofl
EinTon (11.11.2008, 00:07): Original von Satie Im Grunde ist die Komposition der letzte Dreck (den Komponisten kennt ja auch keine Sau), und die Aufnahme klingt derart beschissn, dass man die niemals freiwillig auf den Plattenteller legt
Falsch!
Was derart selten und teuer ist, muss einfach wertvoll sein. Wie kann man nur so unkultiviert sein, und ein derartiges Meisterwerk derart verkennen? :wink
I. Ü. brauchst Du für Schellackplatten entweder ein Grammophon (das machen die Leute mit Sinn für Stil und Geschmack) oder zumindest einen elektrischen Plattenspieler mit Spezialnadel (das ist halt für die breite Masse der Fastfoodkonsumenten).
satie (11.11.2008, 06:14): Nach einer aufreibenden Nacht habe ich die Scheibe dann DOCH NICHT bekommen! Stellt euch mal vor, da hat mir so ne Sammlersau doch in letzter Sekunde dieses Juwel unter den Fingern weggerissen. Und um nur 50 Cent hat er mich überboten!! Ja was sagt man denn nun dazu? Nun wird diese Lücke auf ewig in meiner Sammlung klaffen. Wer weiß denn, ob ich jemals wieder auf eins der verbliebenen Hrdlicek-Exemplare stoße? Geschweige denn auf eins der beiden exklusiven mit Autogramm des Komponisten drauf. Aber wer weiß, vielleicht hat sich der, der mich überboten hat damit ja auch ins Bein geschossen. Zwar war der Endpreis für eine solch seltene Aufnahme mit 64576 Euro immer noch in Ordnung, aber fürn Produkt, das weder OVP ins Haus kommt noch wenigstens in einer hochwertigen Kunststoffhülle und mit stabilisierendem, säurefreiem Karton gelagert wurde, sondern einfach so im Schrank stand und sogar gebraucht war? Vielleicht wars ja auch gut so. Was solls, ich hab ja da noch dieses Celibidache-Bootleg zu laufen (Strauss-Walzer aus dem Jahr 1924 mit dem Schulorchester Bukarest, absolutes MUST-HAVE).
Rachmaninov (11.11.2008, 08:34): Original von Satie Nach einer aufreibenden Nacht habe ich die Scheibe dann DOCH NICHT bekommen! Stellt euch mal vor, da hat mir so ne Sammlersau doch in letzter Sekunde dieses Juwel unter den Fingern weggerissen. Und um nur 50 Cent hat er mich überboten!! Ja was sagt man denn nun dazu? Nun wird diese Lücke auf ewig in meiner Sammlung klaffen. Wer weiß denn, ob ich jemals wieder auf eins der verbliebenen Hrdlicek-Exemplare stoße? Geschweige denn auf eins der beiden exklusiven mit Autogramm des Komponisten drauf. Aber wer weiß, vielleicht hat sich der, der mich überboten hat damit ja auch ins Bein geschossen. Zwar war der Endpreis für eine solch seltene Aufnahme mit 64576 Euro immer noch in Ordnung, aber fürn Produkt, das weder OVP ins Haus kommt noch wenigstens in einer hochwertigen Kunststoffhülle und mit stabilisierendem, säurefreiem Karton gelagert wurde, sondern einfach so im Schrank stand und sogar gebraucht war? Vielleicht wars ja auch gut so. Was solls, ich hab ja da noch dieses Celibidache-Bootleg zu laufen (Strauss-Walzer aus dem Jahr 1924 mit dem Schulorchester Bukarest, absolutes MUST-HAVE).
Die Scheibe war mir einfach die 64576 € wert. Vor allem damit DU sie nicht bekommst....
Jeremias (11.11.2008, 08:46): Dazu habe ich neulich einen interessanten Bericht gelesen... die Menschen fliegen so auf Auktionen und steigern derart, damit sie nicht verlieren... der Preis ist egal... ich habe teilweise erlebt, dass CDs, die ich auch mal verkauft habe, über Ladenpreis weggegangen sind oder anderweitig günstiger zu haben waren. Teilweise kannten sich die Käufer untereinander und haben sich ein Wettrennen geliefert.... mich hat's gefreut ;)
So, muss los, wünsche Euch allen viel Spaß beim Ersteigern so spannender Aufnahmen wie denen von Martha Bergerich bei einem unbekannten Label....
Rachmaninov (11.11.2008, 08:57): Original von Jeremias Dazu habe ich neulich einen interessanten Bericht gelesen... die Menschen fliegen so auf Auktionen und steigern derart, damit sie nicht verlieren... der Preis ist egal... ich habe teilweise erlebt, dass CDs, die ich auch mal verkauft habe, über Ladenpreis weggegangen sind oder anderweitig günstiger zu haben waren. Teilweise kannten sich die Käufer untereinander und haben sich ein Wettrennen geliefert.... mich hat's gefreut ;)
So, muss los, wünsche Euch allen viel Spaß beim Ersteigern so spannender Aufnahmen wie denen von Martha Bergerich bei einem unbekannten Label....
Wie wo, kaufe ich 3...2....1 teuer meins
Uhrwerker (11.11.2008, 09:55): Also der blanke Raritäten- und Preisaspekt interessiert mich bei meiner Sammlung eigentlich nicht, denn ein hoher Preis schreckt mich grundsätzlich ab und so manches, was noch vor wenigen Jahren zum Standardangebot gehört hat, ist jetzt Rarität. Ich denke da an die Klavierkonzerte von Mozart, eingespielt von Bilson und Gardiner, oder Inbals Brucknerzyklus. D. h. ich kaufe nichts bloß deswegen, weil es eine Rarität ist. Ich kaufe eigentlich nur, wenn mich das Werk interessiert oder wenn ich günstig eine Lücke in meiner Sammlung schließen kann.
Zu meiner Sammlung selbst möchte ich sagen, dass ich grundsätzlich Dr.Schöns Auffassung teile. Ich habe immer die Hoffnung, eine einzelne Aufnahme eines Werkes zu finden, die mich bei allen Kriterien, die mir bei diesem Werk wichtig sind, überzeugt und mir, zumindest theoretisch, als einzige Einspielung dieses Werkes vollkommen genügen könnte.
Bloß je länger und ernsthafter man sich mit der Sach' befasst, desto problematischer wird diese Auffassung. Interpretationswandel im Laufe der Zeit, HIP contra moderne Aufführungspraxis und auch das Fassungsproblem haben dazu geführt, dass kleine Sammlungen in der Sammlung entstehen, bei mir konkret ein ganzer Schwung Brandenburgischer Konzerte und Messiasaufnahmen, von denen ich dann wieder jede auf ihre Art und weise schätze.
Ein mir näherliegendes Beispiel ist aber zur Zeit Bruckner, da hätte ich schon gerne einmal jede Fassung von jeder Sinfonie in meinem Regal stehen, wobei dann die Meinung von Dr.Schön wieder gelten würde.
Beste Grüße Uhrwerker
Jürgen (11.11.2008, 10:55): Original von Uhrwerker ...so manches, was noch vor wenigen Jahren zum Standardangebot gehört hat, ist jetzt Rarität. Ich denke da an die Klavierkonzerte von Mozart, eingespielt von Bilson und Gardiner, oder Inbals Brucknerzyklus. ......
Das ist ja interessant, ich habe das eben mal in der Bucht gecheckt. Bruckner/Inbal habe ich (fast?) alle, und stelle heute fest, dass sie mir gar nicht mehr so gut gefallen. Bei diesen Preisen könnte ich mich sogar davon trennen. (ca.30€/CD).
Grüße Jürgen
Uhrwerker (11.11.2008, 19:44): Hallo Jürgen,
der Bruckner-Zyklus von Inbal liegt mir zum Teil auf LP, zum Teil auf CD vor. Wie ich ihn letztes Jahr komplett auf CD umstellen wollte, habe ich festgestellt, dass das zwischenzeitlich eine gewisse Mühe bereitet. D.h. einzelne Aufnahmen bekommt man teilweise nur noch antiquarisch, andere machen von der Aufmachung her einen regelrechten Wühltisch-Eindruck und irgendwo schwirrt noch eine sündhaft teuere Gesantausgabe herum. Unabhängig, wie man nun zu diesem Brucknerzylus steht, auf Grund seines künstlerischen Wertes hätte er seitens seiner jetziigen Eigentümer schon einen etwas pfleglicheren Umgang verdient. Ähnlich, aber nicht ganz so schlimm verhält es sich mit den Klavierkonzerten von Mozart in der Interpretation Bilson-Gardiner: Die bekommt man nur noch als Box und sonst gar nicht mehr. Oder die gleichen Konzerte mit Levin-Hogwood, ein sehr vielversprechender Zyklus, der nach ungefähr der Hälfte einfach eingestellt wurde. Oder die Haydn-Sinfonien ebenfalls unter Hogwood, die ebenfalls in der Mitte des Zyklus abgebrochen wurden und deren Einzelboxen davon teilweise jetzt schon antiquarisch sind. Oder, oder, oder... Und von den diversen Einzelaufnahmen ganz zu schweigen (Wie z.B. Beethoven 7 & 8 mit der AAM unter Hogwood, die ich wohl nie mehr bekommen werde, ausser in einer Box, wo ich dann 8 Dubletten produziere).
D.h. jeder, der über mehrere Jahre hinweg seine Sammlung aufgebaut hat, wird bei einer Überprüfung bezüglich der Erhältlichkeit feststellen, dass sich so manche Rarität in seinem Regal befindet. Im ersten Augenblick freut das natürlich das Sammlerherz, aber wenn eine bestimmte Scheibe aus irgendwelchen Gründen Schaden genommen hat oder abhandengekommen ist (wie mir geschehen mit Händels Orgelkonzerten unter der Leitung von Karl Richter), dann kann es durchaus lange Gesichter geben, weil im Namen des Kommerzes nicht einmal mehr das Standardrepertoire so verfügbar ist, wie es vielleicht vor 15 Jahren noch war. Und mit Verlaub, das sind nun wahrlich keine historischen Dimensionen!
Beste Grüße Uhrwerker :wink
Wooster (11.11.2008, 23:15): Also in dem engen Sinn von Sammeln, das auf Seltenheit oder Vollständigkeit eines bestimmten Sammelgebiets aus ist, sammle ich gar nicht. Weder Erstausgaben, noch bestimmte Pressungen, noch alle Aufnahmen der Winterreise, alle von Emil Gilels oder Maria Callas usw. Ich suche normalerweise auch nicht nach der perfekten Aufnahme von irgendwas. Natürlich gibt es Stücke, bei denen ich mit keiner, die ich habe, ganz zufrieden bin und daher willens, eine bessere Version zu hören. Aber in vielen Fällen bin ich der Ansicht, daß es eine Reihe gleichermaßen gute Interpretationen geben kann und mich interessieren dann alternative Lesarten, die unterschiedliche Aspekte eines Werks deutlich werden lassen. Es kommt aber auf die Stücke an. Bei Beethoven-Sinfonien kann schonmal ein Dutzend zusammenkommen und ich miste da auch nicht aus, weil mich die unterschiedlichen Zugänge und auch die Interpretationsgeschichte interessiert. Bei vielen anderen Stücken bin ich mit 1-3 Aufnahmen zufrieden und suche auch nicht aktiv nach neuen Versionen. Überdies bin ich zum Ausmisten meist zu träge, weil ich meine, dann alle Alternativen fairerweise ausführlich vergleichen zu müssen und darauf habe ich nur selten Lust. Verglichen mit vielen anderen Dingen (wie auch Konzertbesuchen) sind CDs sehr preiswert. Warum soll es ein Problem sein EUR 10 für eine CD, die man nur einmal im Leben hört auszugeben, aber nicht das Mehrfache für ein Abendessen oder ein Konzert?
:hello
Wooster
cellodil (12.11.2008, 01:44): Original von Rachmaninov Original von Satie Nach einer aufreibenden Nacht habe ich die Scheibe dann DOCH NICHT bekommen! Stellt euch mal vor, da hat mir so ne Sammlersau doch in letzter Sekunde dieses Juwel unter den Fingern weggerissen. Und um nur 50 Cent hat er mich überboten!! Ja was sagt man denn nun dazu? Nun wird diese Lücke auf ewig in meiner Sammlung klaffen. Wer weiß denn, ob ich jemals wieder auf eins der verbliebenen Hrdlicek-Exemplare stoße? Geschweige denn auf eins der beiden exklusiven mit Autogramm des Komponisten drauf. Aber wer weiß, vielleicht hat sich der, der mich überboten hat damit ja auch ins Bein geschossen. Zwar war der Endpreis für eine solch seltene Aufnahme mit 64576 Euro immer noch in Ordnung, aber fürn Produkt, das weder OVP ins Haus kommt noch wenigstens in einer hochwertigen Kunststoffhülle und mit stabilisierendem, säurefreiem Karton gelagert wurde, sondern einfach so im Schrank stand und sogar gebraucht war? Vielleicht wars ja auch gut so. Was solls, ich hab ja da noch dieses Celibidache-Bootleg zu laufen (Strauss-Walzer aus dem Jahr 1924 mit dem Schulorchester Bukarest, absolutes MUST-HAVE).
Die Scheibe war mir einfach die 64576 € wert. Vor allem damit DU sie nicht bekommst....
:rofl
Ich bin ja bisher davon ausgegangen, dass ich nicht zu den Sammlern gehöre, habe dann aber jetzt doch, Saties Beispiel folgend mal das Grimmsche Wörterbuch s.v. "sammeln" konsultiert und denke, dass ich mich doch vielleicht mit dieser Definition des Begriffs anfreunden könnte:
mit unpersönlichem object. zerstreutes auf einen ort zusammenbringen, dann besonders in dem sinne, dasz das zusammengebrachte als copia, vorrath, verbrauchsmasse dienen soll Hervorhebung von mir
... naja, ist vielleicht eher ein "Gebrauch", in dem mein CD-Erwerb verhaftet ist. Anders gesagt: Ich strebe nicht dadurch nach Unsterblichkeit, dass ich mir so viele CDs kaufe, dass meine Lebenszeit nicht ausreichen wird, um sie zu hören. Auf der anderen Seite bin ich bei CDs noch nicht ganz so weit gediehen wie bei meinen Büchern, was heißt, dass ich mich bislang eher selten wieder von CDs, die mich doch nicht so ganz überzeugen oder von denen ich glaube, dass ich sie nie wieder anhören werde, trenne. Aber vielleicht kommt das ja noch...
Wenn ich überhaupt etwas sammle, dann sind es wohl am ehesten (um Heinrich Böll zu zitieren) die Augenblicke; und das gilt nicht nur für die Musik, aber doch auch da. Mir bedeuten die gelegentlichen "Sternstunden" im Konzert einfach unendlich viel mehr als die großartigste Konserve (auch wenn für mich manche der CDs mit solchen "Sternstunden" verknüpft sind).
Immerhin weiß ich jetzt - Dank Grimm, wo's immer Zitate und Beispiele gibt -, dass selbst die Bibel keine klare Haltung zu sammeln oder nicht sammeln hat:
jr solt euch nicht schätze samlen auff erden. Matth. 6, 19
lege bey sich selbs ein jglicher unter euch, und samle was jn gut dünckt 1 Cor. 16, 2.
Liebe Grüße
Sabine
thwinter12 (23.11.2008, 19:41): Original von thwinter12 auf meiner Wunschliste im obersten Bereich und schon seit Jahren gesucht, aber nur zu unverschämten Preisen erhältich:
Franz Schmidt (1874-1939) "Konzert für Klavier (linke Hand) und Orchester Es-Dur + Chaconne für Orchester" Karl-Andreas Kolly + Wiener Jeunesse Orchester, Herbert Böck Pan Classics 1995
Weshalb gerade diese CD? Sie enthält den Höhepunkt von Schmidts Orgelschaffen in der Fassung für Orchester: die Chaconne in cis-Moll!
Ich habe allerdings erst vor kurzem den Tipp bekommen, dass ev. bei der Franz-Schmidt-Gesellschaft in Wien noch Restexemplare vorhanden sind. Ich werde mal dorthin schreiben und halte Euch auf dem Laufenden. :P Hallo allen,
erst am 06.11.2008 bei Das hab ich nicht, das wünsch ich mir! gepostet, war es vor ein paar Tagen dann soweit: Eine langjährige Suche ging zu Ende, denn der Postbote brachte diesen wahren Schatz! :down Die Franz-Schmidt-Gesellschaft in Wien hatte noch ein Restexemplar zu einem annehmbaren Preis (EUR 22,-). Solche Episoden gehören für mich zum „Reiz des Sammelns“… :leb
Servas, Thomas
ab (25.11.2008, 11:25): Original von Dr. Schön Ich habe immer die Hoffnung, eine einzelne Aufnahme eines Werkes zu finden, die mich bei allen Kriterien, die mir bei diesem Werk wichtig sind, überzeugt und mir, zumindest theoretisch, als einzige Einspielung dieses Werkes vollkommen genügen könnte.
Bis auf wenige Ausnahmen macht es mir auch etwas aus, mehr als 3 Aufnahmen eines Werkes zu besitzen, da ich davon ausgehe, dass ich die schwächste davon sowieso nie wieder hören werde.
Ich bin also mehr ein Sucher als ein Sammler, wenn man das überhaupt so trennen kann.
Der Reiz liegt dann eben darin, endlich etwas befriedigendes, bzw. meine persönliche Aufnahme zu finden.
:beer Das könnten meine Worte sein!
Ausnahmen gibts natürlich auch: Die später Kammermusik von Beethoven, seine Klaviersonaten oder vom Klavierwerk Debussys möchte ich gerne sehr viele verschiedenen Interpretationen haben, um mich bei solche hochwertigen Kompositionen am Interpetationsvergleich zu erfreuen.
Sonst gibts einzelne Musiker oder Ensembles, bei denen mich Duplikate nicht reuen: Sviatoslav Richter, Emil Gilels, das Busch- oder das Hagen Quartett
Rachmaninov (26.11.2008, 08:43): Das Ergebniss meine "Sammlung" liegt derzeit in Kartons bzw. ungeordnet stapelweise und unübersichtlich in einem bücherregal rum.
So um die Weihnachtszeit herum werde ich dann nochmals alle CD's in die Hand nehmen und sicherlich hier und da verwundert feststellen was ich mir alles so gekauft habe über die Jahre....
Dann werde ich ersteinmal meinen Bestand entdecken bzw. nach Weihnachten mich mit den neuen Aufnahmen beschäftigen, die ihc bekommen werde :leb