cellodil (11.11.2006, 08:27): Habe letzte Woche den Cellisten Gustav Rivinius (Jahrgang 1965, hat als erster Deutscher den Tchaikovsky-Wettbewerb gewonnen, ist derzeit Dozent in Saarbrücken) im Konzert gehört und war von seiner Präsenz, seinem Tanz mit dem Cello (man könnte auch weniger jugendfreie Assoziationen haben...), seiner differenzierten Tongestaltung und seiner Technik sehr begeistert. Ein Vollblutmusiker, der leider an dem Abend den Kampf gegen den allzu dominanten Flügel manchmal verloren hat, weshalb ich das Konzert insgesamt nicht gerade als "Sternstunde" bezeichnen würde...
Würde ihn sehr gerne mal ohne Klavierüberlagerung hören... :haha
Was mich etwas erstaunt hat, das war, dass es nicht nur sehr wenig Informationen über ihn gibt und er als Solist (aber auch in kammermusikalischen Besetzungen) doch nur eine sehr überschaubare Zahl von Aufnahmen eingespielt zu haben scheint - zumindest welche, die aktuell auf dem Markt erhältlich sind.
Kennt Ihr Gustav Rivinius? Habt Ihr ihn schon einmal gehört? Wisst Ihr vielleicht ein bisschen mehr über ihn? Kennt Ihr seine Aufnahmen? Könnt Ihr welche empfehlen?
Grüße
Sabine
Amadé (20.11.2006, 17:37): Hallo Cellodil,
ich habe im Jahr 1994 Gustav Rivinius im Konzertsaal gehört. ER wurde von seinem Bruder Paul am KLavier begleitet, der inzwischen verstorben sein soll. Nach meinen Unterlagen spielten sie Beethoven op.102 Nr.1, Schnittke Sonate 1978, Webern op.11 und die 1.Brahmssonate op.38. Damals schrieb ich in meinen Programmzettel "gut eingespieltes Duo". Danach habe ich nur gelegentlich etwas von ihm in der Presse gelesen. Schallplatten besitze ich von Rivinius keine einzige.
Gruß Amadé :hello
cellodil (20.11.2006, 22:08): Lieber Amadé,
Danke für Deine Informationen. Ich habe mich inzwischen auch versucht, etwas kundiger zu machen, fand verschiedene - allerdings ziemlich veraltete - Hinweise darauf, dass Gustav und Paul Rivinius als Duo aufgetreten sind.
In meinem CD-Laden habe ich Ende letzter Woche mal in zwei Aufnahmen mit Rivinius reingehört, die dort vorrätig waren. Der Henze (Ode an den Westwind) war zwar als Aufnahme ganz gut, aber persönlich nicht so mein Fall. Und die andere Aufnahme war von einer solchen Qualität, dass ich Komponist und Titel umgehend wieder verdrängt habe. Vielleicht muss man Gustav Rivinius ja auch wirklich live hören, denn da fand ich ihn wirklich bemerkenswert.
Herzliche Grüße
Sabine
Amadé (21.11.2006, 15:07): Hallo Cellodil,
am Berkenswertesten finde ich, dass ein Tschaikowsky-Preisträger von der Plattenindustrie gar nicht wahrgenommen wird. Oder war damals die Phalanx H.SChif, Yo Yo Ma und Maisky so stark? Maria Kliegel durfte sich wenigstens bei Naxos durchschlagen, meiner Meinung nach auch nicht mal so übel!
Gruß Bernd
cellodil (22.11.2006, 00:25): Original von Amadé am Berkenswertesten finde ich, dass ein Tschaikowsky-Preisträger von der Plattenindustrie gar nicht wahrgenommen wird.
Lieber Bernd,
das hatte mich auch sehr erstaunt, dass Rivinius offensichtlich weitgehend ignoriert worden ist. Und ich nehme mal nicht an, dass er einfach keine Platten produzieren wollte...
Bei Müller-Schott scheint es besser zu laufen. Wieso? Vielleicht wegen der Unterstützung durch Anne Sophie Mutter. Oder vielleicht wegen seines Aussehens (obwohl ich ihn nicht unbedingt hübscher finde als Rivinius, aber vielleicht mehrheitsfähiger). Oder...
Original von Amadé Oder war damals die Phalanx H.SChif, Yo Yo Ma und Maisky so stark? ... sind sie ja schon immer noch... Und vielleicht ist im Cello-Himmel weniger Platz als bei den Geigen?
Schon ziemlich seltsam...
Grüße
Sabine
ab (24.11.2006, 12:10): In addition to the Tchaikovsky Gold Medal, Mr. Rivinius has won the Rostropovich Prize in Paris, the ARD in Munich and the Mendelssohn Prize in Berlin.
Im Konzert habe ich ihn leider nicht gehört. Auf Platte aber sehrwohl: das Cellokonzert von Ermanno Wolf-Ferrari (cpo), das mir sehr gut gespielt vorkam.(Dürfte es wohl um die 5 EUR geben)
Auch die CD bei Primavera mit Brahms hat mich dereinst aufhorchen lassen.
Hier gibts was zum Henze.
cellodil (24.11.2006, 12:41): Lieber ab,
Danke für die Recherchen (umso verblüffender, dass Rivinius von der Industrie weitgehend ignoriert wird)... In den Ermanno Wolf-Ferrari habe ich inzwischen auch reingehört (€ 5,95), das Cello hat mir zwar gut gefallen, aber die Aufnahme klang für mich insgesamt ziemlich stumpf... Die Brahms-Aufnahme ist - meines Wissens (bzw. laut Auskunft meines CD-Händlers) - derzeit nicht lieferbar...
Herzliche Grüße
Sabine
cellodil (11.11.2006, 08:27): Habe letzte Woche den Cellisten Gustav Rivinius (Jahrgang 1965, hat als erster Deutscher den Tchaikovsky-Wettbewerb gewonnen, ist derzeit Dozent in Saarbrücken) im Konzert gehört und war von seiner Präsenz, seinem Tanz mit dem Cello (man könnte auch weniger jugendfreie Assoziationen haben...), seiner differenzierten Tongestaltung und seiner Technik sehr begeistert. Ein Vollblutmusiker, der leider an dem Abend den Kampf gegen den allzu dominanten Flügel manchmal verloren hat, weshalb ich das Konzert insgesamt nicht gerade als "Sternstunde" bezeichnen würde...
Würde ihn sehr gerne mal ohne Klavierüberlagerung hören... :haha
Was mich etwas erstaunt hat, das war, dass es nicht nur sehr wenig Informationen über ihn gibt und er als Solist (aber auch in kammermusikalischen Besetzungen) doch nur eine sehr überschaubare Zahl von Aufnahmen eingespielt zu haben scheint - zumindest welche, die aktuell auf dem Markt erhältlich sind.
Kennt Ihr Gustav Rivinius? Habt Ihr ihn schon einmal gehört? Wisst Ihr vielleicht ein bisschen mehr über ihn? Kennt Ihr seine Aufnahmen? Könnt Ihr welche empfehlen?
Grüße
Sabine
Amadé (20.11.2006, 17:37): Hallo Cellodil,
ich habe im Jahr 1994 Gustav Rivinius im Konzertsaal gehört. ER wurde von seinem Bruder Paul am KLavier begleitet, der inzwischen verstorben sein soll. Nach meinen Unterlagen spielten sie Beethoven op.102 Nr.1, Schnittke Sonate 1978, Webern op.11 und die 1.Brahmssonate op.38. Damals schrieb ich in meinen Programmzettel "gut eingespieltes Duo". Danach habe ich nur gelegentlich etwas von ihm in der Presse gelesen. Schallplatten besitze ich von Rivinius keine einzige.
Gruß Amadé :hello
cellodil (20.11.2006, 22:08): Lieber Amadé,
Danke für Deine Informationen. Ich habe mich inzwischen auch versucht, etwas kundiger zu machen, fand verschiedene - allerdings ziemlich veraltete - Hinweise darauf, dass Gustav und Paul Rivinius als Duo aufgetreten sind.
In meinem CD-Laden habe ich Ende letzter Woche mal in zwei Aufnahmen mit Rivinius reingehört, die dort vorrätig waren. Der Henze (Ode an den Westwind) war zwar als Aufnahme ganz gut, aber persönlich nicht so mein Fall. Und die andere Aufnahme war von einer solchen Qualität, dass ich Komponist und Titel umgehend wieder verdrängt habe. Vielleicht muss man Gustav Rivinius ja auch wirklich live hören, denn da fand ich ihn wirklich bemerkenswert.
Herzliche Grüße
Sabine
Amadé (21.11.2006, 15:07): Hallo Cellodil,
am Berkenswertesten finde ich, dass ein Tschaikowsky-Preisträger von der Plattenindustrie gar nicht wahrgenommen wird. Oder war damals die Phalanx H.SChif, Yo Yo Ma und Maisky so stark? Maria Kliegel durfte sich wenigstens bei Naxos durchschlagen, meiner Meinung nach auch nicht mal so übel!
Gruß Bernd
cellodil (22.11.2006, 00:25): Original von Amadé am Berkenswertesten finde ich, dass ein Tschaikowsky-Preisträger von der Plattenindustrie gar nicht wahrgenommen wird.
Lieber Bernd,
das hatte mich auch sehr erstaunt, dass Rivinius offensichtlich weitgehend ignoriert worden ist. Und ich nehme mal nicht an, dass er einfach keine Platten produzieren wollte...
Bei Müller-Schott scheint es besser zu laufen. Wieso? Vielleicht wegen der Unterstützung durch Anne Sophie Mutter. Oder vielleicht wegen seines Aussehens (obwohl ich ihn nicht unbedingt hübscher finde als Rivinius, aber vielleicht mehrheitsfähiger). Oder...
Original von Amadé Oder war damals die Phalanx H.SChif, Yo Yo Ma und Maisky so stark? ... sind sie ja schon immer noch... Und vielleicht ist im Cello-Himmel weniger Platz als bei den Geigen?
Schon ziemlich seltsam...
Grüße
Sabine
ab (24.11.2006, 12:10): In addition to the Tchaikovsky Gold Medal, Mr. Rivinius has won the Rostropovich Prize in Paris, the ARD in Munich and the Mendelssohn Prize in Berlin.
Im Konzert habe ich ihn leider nicht gehört. Auf Platte aber sehrwohl: das Cellokonzert von Ermanno Wolf-Ferrari (cpo), das mir sehr gut gespielt vorkam.(Dürfte es wohl um die 5 EUR geben)
Auch die CD bei Primavera mit Brahms hat mich dereinst aufhorchen lassen.
Hier gibts was zum Henze.
cellodil (24.11.2006, 12:41): Lieber ab,
Danke für die Recherchen (umso verblüffender, dass Rivinius von der Industrie weitgehend ignoriert wird)... In den Ermanno Wolf-Ferrari habe ich inzwischen auch reingehört (€ 5,95), das Cello hat mir zwar gut gefallen, aber die Aufnahme klang für mich insgesamt ziemlich stumpf... Die Brahms-Aufnahme ist - meines Wissens (bzw. laut Auskunft meines CD-Händlers) - derzeit nicht lieferbar...