Ähnlich wie sein großes Vorbild L.v. Beethoven wandte sich Schumann erst dem Orchester zu, als er Kompositionserfahrungen auf und mit seinem Instrument, dem Klavier gesammelt hatte. Dazu kamen eine ganze Reihe seiner Lieder. Ja man muss feststellen, dass Schumanns bis dahin bedeutenste Schöpfungen, die Klavierwerke, bereits das Licht der Musikwelt erblickt hatten. Dem Musikfreund sind die 4 Schumann-Sinfonien meist bekannt. Der veröffentlichten 1. Sinfonie gingen jedoch zwei Studien voraus: - Sinfonie Es-dur, sie kam über Skizzen nicht hinaus - Sinfonie g-moll, als Zwickauer-Sinfonie bekannt, 3 Sätze wurden vollendet, zum 4.Satz gibt es nur eine Skizze. Dieser Sinfonie-Torso wurde mehrmals für die Schallplatte eingespielt. Nun zu den veröffentlichten Werken:
1841 - Sinfonie d-moll (= Erstfassung der späteren 4.Sinfonie), wurde am 6.12.1841 erstaufgeführt, jedoch erst 1891 von Brahms publiziert. Schumann war nicht ganz zufrieden mit seiner Arbeit und unterzog das Werk einer tiefgreifenden Revision. Nach Einführung der CD gibt es mehrer Produktionen dieser Sinfonie.
1845 - 2. Sinfonie C-dur op.61, ein problematisches und zugleich signifikantes Werk, in der sich Schumanns spätere Krankheit ankündigt
1850 - 3. Sinfonie Es-dur op.97 "Rheinische"
1851 - 4. Sinfonie d-moll op.120
In dem Orchesterstück "Ouvertüre, Scherzo und Finale" op.52, ebenso aus dem Jahr, 1941 sollte man keine verkappte Sinfonie erkennen. Schumann sammelte jedoch auch mit diesem Werk Erfahrungen in der Orchestration. Das Stück trug im Manuskript die Überschrift "Suite".
Schumann 4 Sinfonien sind unzählige Male für die Schallplatte/CD produziert worden, einzeln und auch als Gesamteinspielung. Meine Favoriten sind bei der 3. Sinfonie Giulini Los Angeles PhO DGG, bei der 4. Furtwängler Berl. Philharmoniker, ebenfalls DGG.
Die gelungensten Gesamteinspielungen sind m.E.:
Szell, Cleveland Orchester CBS/Sony
Sawallisch, Staatskapelle Dresden EMI
Kubelik, Berliner Philharmoniker DGG
Wie steht Ihr zu Schumanns Sinfonien?
Gruß Amadé
flixi (20.05.2007, 22:13): hallo!
ich kenne nur die gesamtaufnahme mit sawallisch. soweit ich mich erinnere, fand ich sie sehr gut (ist schon etwas her).
es wird wohl auch noch ein weilchen dauern bis ich sie wieder höre (zur zeit höre ich mich von "a-z" durch meine cds und schumann steht noch in weiter ferne...).
von schumann schätze ich eher seine klavierwerke, wenn sich die sawallisch aufnahme beim nächsten hören als so gut erweist, wie ich sie in erinnerung habe, wird es wohl bei dieser einen bleiben.
gruß und einen schönen abend,
felix
embe (21.05.2007, 09:53): Hallo, ich mag Schumann und auch die Sym.
Meine Favoriten sind momentan die Aufnahmen mit Klemperer und quasi als Kontrast dazu Gardiner. http://ec1.images-amazon.com/images/I/4171094NFWL._SS500_.jpg http://ec1.images-amazon.com/images/I/41AB1JR7BQL._SS500_.jpg Hier höre ich wirklich eine wunderbare Klangbalance innerhalb der Orchester. Beide Dirigenten bevorzugen die deutsche Orchesteraufstellung, schon deshalb fallen andere Aufnahmen für meinen Geschmack etwas ab.
Harnoncourt hab ich nicht komplett und schon länger nicht mehr gehört... müsste ich wieder gegenhören. http://ec1.images-amazon.com/images/I/61ADK4CQS4L._SS400_.gif
Herausragend finde ich Schuricht in der 3. Sym. da meint man ein historisierendes Orchester zu hören, so flott geht er das Stück an.http://www.silveroakmusic.com/images/sc011.gif
Szell`s Aufnahmen mögen noch so zackig sein, hätte er das Orchester anders sitzen lassen, wären seine Retuschen der Partitur unnötig geworden. Dabei waren dies mal meine Lieblingsaufnahmen :D
Sawallisch und Kubelik hab ich nur auf LP, müsste ich mir mal wieder gönnen.
Gruß embe
daniel5993 (21.05.2007, 11:17): Hallo!
Ich besitze 3 Gesamtaufnahmen von den Schumann Symphonien. Schumann unter Klemperer, Karajan, Masur. Am Besten gelungen finde ich die unter H.v.Karajan! Ich höre gern die Symphonien von Schumann, die haben meiner Meinung nach irgentetwas besonderes an sich, was mich immer wieder begeistert!
Gruß daniel :cool
karajan (16.07.2007, 01:00): Original von daniel5993 Hallo!
Ich besitze 3 Gesamtaufnahmen von den Schumann Symphonien. Schumann unter Klemperer, Karajan, Masur. Am Besten gelungen finde ich die unter H.v.Karajan! Ich höre gern die Symphonien von Schumann, die haben meiner Meinung nach irgentetwas besonderes an sich, was mich immer wieder begeistert!
Amadé (16.07.2007, 20:53): vielleicht auch das Gewandhausorchester Leipzig, VEB Deutsche Schallplatten/BMG. Gruß Amadé
Amadé (16.07.2007, 20:56): @embe
Hallo, schon seit Jahren suche ich die Aufnahme der Schumann-Sinfonien mit Klemperer und Du hast sie. Könntest Du mir mal eine eMail schicken?
Gruß Amadé
daniel5993 (19.07.2007, 15:21): Original von karajan Original von daniel5993 Hallo!
Ich besitze 3 Gesamtaufnahmen von den Schumann Symphonien. Schumann unter Klemperer, Karajan, Masur. Am Besten gelungen finde ich die unter H.v.Karajan! Ich höre gern die Symphonien von Schumann, die haben meiner Meinung nach irgentetwas besonderes an sich, was mich immer wieder begeistert!
Gruß daniel :cool
Hallo Daniel
Welches Orchester dirigiert Kurt Masur Gruß Andy
Hallo Andreas!
Das Gewandhausorchester Leibzig
Gruß daniel
Zelenka (12.10.2007, 20:02): Original von Amadé
Die gelungensten Gesamteinspielungen sind m.E.:
Szell, Cleveland Orchester CBS/Sony
Sawallisch, Staatskapelle Dresden EMI
Kubelik, Berliner Philharmoniker DGG
Wie steht Ihr zu Schumanns Sinfonien?
Gruß Amadé
Lieber Amadé:
Im wesentlichen möchte ich Dir zustimmen, ich würde allerdings bei Kubelik vielleicht doch eher die bei CBS/Sony erschienene GA mit dem BRSO vorziehen. Ich würde noch Gardiner hinzuziehen als vielleicht gelungenstes Beispiel für eine historisch informierte Einspielung der Symphonien und den hier im Faden noch nicht genannten Zinman mit seinem Zürcher Orchester (Arte Nova).
Eine schnelle Interpretation, teitweise eine Art Flucht - möglichst schnell fertig werden, und auch sonst lässt mich diese 4. völlig kalt, kein Funke, der Überspringen könnte! Sehr verhalten gespielt! Da gibt es aber 2 Namen, die die 4. für mich erfolgreicher haben einspielen können. Otto Klemperer und Wilhelm Furtwängler, sogar den Herby hör ich lieber!
Symphonien 1-3 (unter Szell) sind TOP! Erste Sahne, besonders die dritte! Im Gesamten eine Wertvolle Schumann GA, ein lohnenswerter Kauf!
http://ecx.images-amazon.com/images/I/4171094NFWL._AA240_.jpg Wenn Klemperers Schumann GA bloß nicht so verdammt teuer wäre :B! Meine Lieblings Ga (Klempi hat Herby abgelöst), hatte ich auf Platte!
die Geschmäcker sind verschieden. Gerade bei Schumann wird in sehr kontrastreichen Interpretation angeboten. Hinzu kommt auch der Werdegang, also mit welcher Aufnahmen man seinen Schumann entdeckt hat.
Daher sogleich meine Zustimmung an Karajan ( :D als Dirigent und Forumsmitglied), sowie daniel, der die Karajan - DG - Aufnahmen favorisiert. http://ecx.images-amazon.com/images/I/51Q8MD5Y4QL._AA240_.jpg DG, 70er, ADD
Diese DG-Box habe ich heute auch auf CD, es war mein erster Schumann-Kontakt.
:) Leonard Bernstein ist seit den 60er-Jahren als großer Schumann-Interpret in allen Kritiken zu lesen. Ich habe mir in den 90er-Jahrten auf CD seine DG-Aufnahmen (mit den Konzerten) und den Wiener PH gekauft. Diese Aufnahmen sind so vollendet, das ich Jahre nur diese gehört habe. Bernstein ist einer meiner Favoriten für mit den Wiener PH (DG), die alles an Präziosion des Orchesterspiels und Emotion des Dirigenten mitbringt, das man sich für Schmann wünschen kann.
Erst 2007 habe ich mir seine alte aber auch klangliche TOP-Aufnahme mit den New Yorker PH (SONY) gegönnt. Der Grund war, die enthaltene Manfred-Ouvertüre, die ich nur auf Tonband hatte. Das ist die absolut beste Interpretation dieses Kurzwerkes ! Aber auch die Sinfonien sind absolut gelungen und wie bei Bernstein üblich, spannend interpretiert.
Ich würde den DG und den SONY-Bernstein-Aufnahmen beide qualitativ gleich setzten - jede der GA hat etwas. Ich mag Beide !
Daniel favorisiert Klemperer. Fast klar, das er die straffen Szell-Aufnahmen mit Fragezeichen ansieht. Ich empfehle die Szell-Aufnahmen auch nicht für Neueinsteiger, da man die rasenden Passagen bei Szell nur richtig erfassen kann, wenn man diese aus anderen Aufnahmen kennt. Ist das der Fall dann ist Szell eine Wucht ! Hier mein Statement zu Szell:
:) George Szell hat 1959/60 zum damals anstehenden 150.Geburtstages von Schumann eine erfolgreiche Ehenrettung zu Schumann´s Ruf ein mäßiger Sinfoniker zu sein unternommen, die nicht nur durch seine klanglich exzellenten Aufnahmen zustande kamen, sondern auch publizistisch geführt wurden - ein Pioniertat ! Szell befand ihn als den größten Sinfoniker der Romantik.
Die Szell - Aufnahme ist gekennzeichnet von äußerster Präzision und und radikal forschem Tempo. Wer als Neueinsteiger bereit ist sich darauf einzulassen, der wird nie eine andere Aufnahme mögen, da eine "normale Interpretation" dann langweilig erscheinen wird. Wer die Schumann - Sinfonien gut kennt und nun die Szell-Aufnahme hört, kann sich íhrer jugendlich-keuschen Emphase (Zitat:RONDO) nicht entziehen.
:W Die für mich aufregenste (nicht liebste Schumann - Sinfonie) Sinfonie Nr.2 habe ich zuerst gehört und bin von der Aufnahme ergriffen gewesen. Einzig beim Finale der 2ten hätte ich mir die Pauken am Schluß noch vordergründiger (wie bei Bernstein + Karajan) gewünscht, aber sonst war es packend.
:W Die Sinfonie Nr.3 - Rheinische ist ohnehin mein Favorit, und wenn diese so genial umgesetzt wird wie durch Szell dann ist das einfach sensationell.
:W Die Sinfonien Nr.1 und 4 sind so von Schumann komponiert, das die jugendliche Frische fast immer von den Dirigenten umgesetzt wird, da die Partituren dies hergeben; aber das atemberaubende Tempo bei Szell ist auf den ersten Blick schon etwas ungewöhnlich, es wird aber durch das präsize Spiel des Cleveland Orchester nichts unterschlagen und verkommt nicht zu einem Klangbrei. Man muß andere "normale" Aufnahmen kennen um das Tempo noch mitgehen zu können - deshalb halte ich diese Aufnahme, insbesondere der 1. und 4., nicht für den Neueinsteiger empfehlenswert.
http://www.jpc.de/image/cover/front/0/6895695.jpg Symphonien Nr. 1-4 +Manfred-Ouvertüre Cleveland Orchestra, George Szell Label: Sony , ADD, 1958-1960
Für 11,99€ ein "MUSS" , das Alter der Aufnahmen kann man nicht hören, da das exzellente CD-Remastering von SONY beste Arbeit geleistet hat !
daniel5993 (15.11.2007, 12:01): Hallo Teleton!
So wie ich das höre, mausert sich Lenny immer mehr zur Spitzenposition bei dir! Bei mir ebenso, in fast allen Bereich vermag er nicht nur zu überzeugen, nein, er legte eine Spitzenaufnahme der anderen nach. Mit der Zeit habe ich auch mitbekommen, das der Sony - Bernstein dir ein wenig mehr liegt, alss der DGG - Bernstein! Bei mir ists meistens andersherum Auch Herbert von Karajan kommt weder bei mir, noch bei dir, zu kurz und schon garnicht bei Andreas :wink! Da haben wir doch ein paar gemeinsamkeiten :beer
Die Schumann GA unter Bernstein mit den Wienern wollte ich immer kaufen, habs aber immer wieder zurrückgedrängt! Warum ich letztendlich Szell gekaufthabe, weiß ich beim Besten Willen nicht! https://www.jpc.de/image/w300/front/0/7923597.jpg Aber gerade hab ich Sie auch bestellt! :D
an Schumann scheint nicht das ganz große Interesse zu bestehen, da dieser Thread 11/2007 zuletzt bedient wurde.
Ich habe mich durch Anregung und Empfehlung dazu hinreißen lassen Schumanns - Mahler Edition in der Neuaufnahme mit Ricardo Chailly zu kaufen. Mahlers Eingriffe in Schumanns Partituren sind imens und verschleiern das Schumann-Original total.
Nachdem zum Wochenende ist die Schumann-Mahler-Chailly-Decca-Doppel-CD bei mir eingetroffen und ich habe schon darauß umfangreiche Hörsitzungen hinter mir.
Da sieht man mal das die jpc-Hörschnipsel, die ich vorher hörte, und Beschreibungen im Endeffekt wenig hergeben; man muß sich sein eigenes Bild machen. X( Ich bin von Mahlers Eingriffen im großen und ganzen total enttäuscht. Für den Einsteiger, der die Sinfonien nicht weiter kennt, mögen die Mahler-Eingriffe ja noch in Ordnung sein. Aber wenn man die Schumann-Sinfonien in den vernünftigen Aufnahmen der Schumann-Originalpartitur kennengelernt hat, dann geht dieser Schumann-Mahler gar nicht mehr.
Ich dachte im vorhinein Mahler hätte die Schumann-Partituren orchestral verstärkt. Statt dessen bestehen seine zahlreichen Revisionen (1.= 830; 2.= 355; 3.= 465; 4.= 466) hört man natürlich an jeder Stelle und ich finde es teils fürchterlich. Die Eingriffe bestehen hauptsächlich in Streichungen der Holzbläser und Blechbläser; dabei weniger das Hinzufügen neuer Stimmen als Ersatz; zudem unglaublich viele Dynamikänderungen und das Einfügen von Crescendi und Decrescendi. Beim Hören denkt man laufend: "Was ist denn das wieder fürn sch..." Es geht dabei unheimlich viel Energie verloren, die man sonst wahrnimmt. ?( Was nützt einem die großere Durchhörbarkeit, wenn die Chemie nicht stimmt - sie stimmt nach den Mahler - Eingriffen nicht mehr.
Zuerst habe ich mir natürlich die Sinfonie Nr.2 vorgeknöpft. Das einzig gute ist wirklich der Schluß, den Chailly wirklich toll spielen läßt und die Pauken sind perfekt, aber auch hier wurde eingegriffen und gemurkst.
Die Erste ist mit ihern 830 Mahler-Eingriffen fürchterlich. Ich habe sogleich Bernstein/New Yorker PH rauß geholt um das Werk wieder anständig zu hören und meinen Seelenzustand zu bereinigen.
Das Gewandhausorchester Leipzig spielt perfekt, der Decca-Klang von 2007 ist super
Chailly ist straff, flott und sportiv, wie man es sich wünscht
:) Was hätte dies für eine schöne Aufnahme werden können, wenn diese Formation mit dieser Interpretationsherangehensweise die Original-Schumann-Partituren verwendet hätten.
:cool Ich glaube bei meinem momentanen Eindrücken kaum das ich große Lust habe mir diesen Schock nochmal anzutun - da bleibe ich doch lieber bei Schumann mit Bernstein (SONY und DG), Szell, und Karajan.
:thanks Erst im Januar habe ich die mir noch fehlende SONY-CD der Sinfonien Nr.1 und 2 mit Bernstein (SONY) bekommen - welch ein Unterschied, welch eine Super-Interpretation des Originals im Gegensatz zu diesem unnötigen Mahler-Schumann.
Zelenka (11.02.2008, 16:20): Lieber Teleton:
Es ist nicht schön, wenn man sich "verkauft" hat und mit dem Einkauf reichlich unzufrieden ist. Mir ist aber so recht nicht klar, was genau Du erwartet hast. Die Eingriffe in Schumanns Symphonien-Partituren sollen in der Regel orchestrale Details freilegen, dem Komponisten sind ja immer wieder handwerkliche Fehler bei seinen Orchestrierungen vorgeworfen worfen. Es war also nicht damit zu rechnen, daß Mahler die Parititur "orchestral verstärken" würde. Ich kenne Deine Chailly-Aufnahmen nicht, nur eine "Rheinische", die Giulini in der Mahler-Bearbeitung eingespielt hat. Insgesamt sind die Eingriffe dort keineswegs radikal, in der Substanz haben wir es weiter mit Schumann, nicht mit Mahler zu tun. Auch Szell, den Du schätzt, hat sich in seiner Stereo-Einspielung für CBS am Notentext zu schaffen gemacht, auch er fühlte sich bemüßigt, einem vermeintlich schlechten Orchestrator auf die Sprünge zu helfen.
Die Original-Partituren konnte Chailly wohl schon allein deswegen nicht verwenden, weil er in den 80ern schon einen durchwachsenen digitalen Schumann-Symphonienzyklus mit dem Concertgebouw-Orchester für Decca eingespielt hat.
Gruß, Zelenka
teleton (12.02.2008, 10:40): Hallo Zelenka,
das Thema Szell und seine Eingriffe hatte ich mal an anderer Stelle ausführlich giskutiert. Auch Szell, den Du schätzt, hat sich in seiner Stereo-Einspielung für CBS am Notentext zu schaffen gemacht, auch er fühlte sich bemüßigt, einem vermeintlich schlechten Orchestrator auf die Sprünge zu helfen. Was Szell machte halte ich für "kleine Fische" und voll akzeptabel + OK, da es bei ihm keinerlei Verstümmlung auffällt und er als Ergebnis einen packenden Schumann abliefert. Siehe auch meinen Beitrag drei Beiträge weiter oben zu Szells Aufbauarbeit für Schumann.
Es ist Richtig was Du schreibst. :cool Ich hatte wirklich etwas anderes erwartet als diese unheimlich hohe Anzahl von Änderungen, die die Schumann-Sinfonien total entstellen - so geht es nicht. Ich hatte erwartet einen großsymphonischen und trotzdem durchsichtigen Schumann zu hören. Satt dessen wurden die Orchesterstimmen (Blechbläser, Hörner zur Verstärkung der Streicher) gestrichen, die den Werken Spannung und Energie verleihen.
:times10 Gestern habe ich mich mit den Schumann-Sinfonien weiter beschäftigt und meine fantastische Bernstein-Aufnahme (SONY) der Sinfonie Nr.4 gehört. Das ist ein packendes Beispiel, welch großer Komponist Schuamnn war. Eine Überarbeitung hatte er nicht nötig !!! Bernstein liefert einen glänzendendes Schumann-Original, das packender kaum sein könnte. Das er das bessere Remastering als Szell zur Verfügung hatte macht die Sache für Bernstein noch erfreulicher. Meine Referenz für die Sinfonien Nr.1 und 4.
:P Dieses ganze Gerede von ungeschickter Instrumentation halte ich für Quatsch. Wer so redet, versteht es nicht die Schumann-Partuturen angemessen umsetzen zu können.
Sabine (14.02.2008, 22:54): Ich habe jetzt schon an verschiedenen Orten herrliche Lobpreisungen von Bernstein Schumann Einspielungen - welche hier ja auch Erwähnung findet - gehört. Ich selbst werde nicht vom Hocker gerissen... Die Symphonien gefallen mir, was ja schon mal Grundvoraussetzung ist - Bernstein ist ein, wenn nicht gar DER Dirigent, welcher weiß, wie ich zu begeistern bin, aber hier bei Schumann fehlt mir persönlich Feuer und Leidenschaft. Es gefällt mir zwar die Einspielung, ja, aber es löst nun keine Begeisterungstürme aus - im Vergleich zu Marriner, welchen ich ebenfalls besitze, ist Lennie natürlich erste Sahne...aber an meinen Erwartungen gemessen (auch geweckt durch die angeführten Kritiken und eben positive Erfahrungen) ist es jetzt nichts Besonderes.
S.
teleton (15.02.2008, 10:11): Hallo Sabine,
welche Aufnahmen sind es denn, die Dich bei Schumann begeistern und vom Hocker reißen können ???
Das es Marriner (Brillant) nicht sein kann ist klar, die habe ich seinerzeit 1Woche nach dem Kauf schon wieder verschwinden lassen.
Kennst Du Szell (SONY)? Da geht die Post ab. Um diese Aufnahmen zu fassen sollte man andere kennen.
Kennst Du Karajan (DG) ? Da ist nichts von dem ihm immer fälschlich nachgesagten Breitwandsound zu spüren. Das sind packende Wiedergaben - insbesondere die Nr.2 und 3.
Aber die Sinfonien Nr.1 und 4
Wer kann da noch gegen Bernstein / New Yorker PH (SONY) antreten, das es einen "wie Du schreibst "vom Hocker haut" ? Oder meinst Du Bernstein und die Wiener PH (DG) ? Die finde ich aber auch an der Spitze angesiedelt !
uhlmann (15.02.2008, 12:16): Original von teleton Das es Marriner (Brillant) nicht sein kann ist klar
warum ist das so klar?
ich finde die marriner aufnahmen recht gut. ganz anders als etwa bernstein, aber auf ihre art hervorragend gelungen.
marriner betont eher das tänzerische, leichte, nicht so sehr die dramatische schwere der musik. bei ihm ist schumann näher an mozart oder haydn als an beethoven dran, wenn man so will. dieser ansatz funktioniert imo gut. ich mag die frische, die durchhörbarkeit, den spielerischen elan der interpretationen. dazu spielt die academy (wie auch bei marriners tschaikowsky) absolut grandios und die klangqualität ist superb.
Pollux (15.02.2008, 23:00): Wie's der Zufall so will, habe ich heute ebenfalls die Marriner-Aufnahmen mal wieder gehört, und ich finde sie auch nicht übel, wenngleich sie mich auch nicht gerade vom Hocker reißen. Ich finde, dass der leichtfüßige Ansatz ganz gut zu Schumann passt, jedenfalls bei der Rheinischen und der Frühlingssinfonie.
Bei der vierten Sinfonie schwöre ich allerdings - bis jetzt - auf Harnoncourt: mitreißend, kontrastrecih, packend, da geht wirklich die Post ab.
inzwischen ist eine neue Gesamteinspielung abgeschlossen und im Angebot. Interpreten sind das Schwedische Kammerorchester unter Leitung von Thomas Dausgaard, vorgelegt vom schwedischen Label BIS.
Es handelt sich um eine vollständige Aufnahme: alle 4 Sinfonien, bei Nr. 4 beide Fassungen, dazu die Zwickauer-Sinfonie (Jugendwerk), Ouvertüre, Scherzo und Finale op.52, 6 Ouvertüren.
Es ist eine Aufnahme mit Kammerorchester, das bedeutet: sauber aufgefächerter Klang, nicht künstlich aufgebläht, gute Klangbalance zwischen den Instrumentengruppen, was vor allem den Holzbläsern zugute kommt. Dausgaard geht mit seinen Musikerinnen und Musikern frisch ans Werk, ist zupackend wo erforderlich und lässt rhythmisch akzentuiert musizieren. Lyrische Abschnitte werden nicht überfahren. Tiefschürfendes ist nicht unbedingt seine Sache, vor allem nicht da, wo die Partitur keine Begründung dafür liefert. Ich kann die Aufnahmen nur wärmstens empfehlen. Manch einer wird sich freuen, dass er nicht gleich eine Gesamtaufnahme kaufen muss, wenn er sich nur für eine bestimmte Sinfonie interessiert.
Grüße Amadé
HenningKolf (13.10.2008, 21:34): Hallo Bernd,
ich höre die Schumann-Symphonien nur sehr selten. Neben Szell - wie sollte es bei mir anders sein ? - habe ich auch die 2. und 4. (die mittlere CD in der Abbildung) in meinem Bestand. Ich kann Dir beipflichten, dass das Kammerorchesterkonzept hier aufgeht. Schumann "luftig" und transparent. Bei den Dvorák-Aufnahmen unter Dausgaard fehlt mir an manchen Stellen durchaus die Durchschlagskraft, bei Schumann "passt es", wie ich finde.
Gruß Henning
Amadé (19.11.2008, 20:43): Soeben neu in meiner Sammlung (zum augenblicklich günstigen Preis):
Das Kölner Rundfunk-Sinfonie-Orchester unter Leitung seines ehemaligen Chefdirigenten Hans Vonk.
Inhalt: Die 4 Sinfonien und das Klavierkonzert mit Christian Zacharias live aus der Kölner Philharmonie. Cellokonzert a-moll mit Truls Mörk sowie die Manfred-Ouvertüre in Studio-Einspielungen.
Einiges kannte ich schon von WdR-Rundfunk-Sendungen und war recht angetan. Ich werde jetzt nochmal genauer zuhören. Vonk war ein Dirigent, der immer hinter das Werk zurücktrat, aber nicht blass blieb, zu "besichtigen" z.B. bei Aufnahmen von Beethoven-Klavierkonzerten mit Zacharias und der Dresdner Staatskapelle oder beim Mozart Klarinettenkonzert mit Sabine Meyer und demselben Orchester, dessen Chefdirigent Vonk einige Jahre war.
Wie ihr vielleicht gesehen habt höre ich gerade diese Aufnahme (bzw. nur 3. und 4.)
Mit ihr ging es mir etwas eigenartig: Vor einigen Monaten gekauft, hörte ich sie erst mit viel Interesse, aber schon bald war ich über den Kauf etwas unglücklich (so unglücklich halt, wie man bei 11€ für zwei Cd´s sein kann:D)
Naja, jedenfalls gefiel mir dann doch meine alte Bernstein GA wieder um Welten besser... Und von "meiner Reihnischen" hatte ich sowieso auch noch eine Thielemann-Aufnahme gekauft, da ich irgendwo eine begeisterte Rezension gelesen hatte. Und dann habe ich zu guter letzt auch noch Gardiner´s Schumann kennengelernt. Und schon wieder musste eine neue GA her :wink Ich habe die 2. Symphonie noch nie so gut wie unter Gardiner gehört.
Und Szell ist schon nach wenigen Wochen im Regal verschwunden... :ignore.
Aber worauf ich hinaus will: heute höre ich mir die Reihnische mit ihm wieder an, und plötzlich entdecke ich die "romantische Wucht" dieser Aufnahme erneut. Mir fiel es wirklich wie Schuppen von den Augen (Ohren): Endlich erlebe ich diese Musik wieder so, wie ich sie erlebt habe, als ich sie (live) kennengelernt habe. Damals gehörte die Schumannsche Symphonik zum großartigsten was ich mir überhaupt vorstellen konnte! Sie hat so etwas ursprüngliches, geniales. Und genau dieses ursprüngliche bringt Szell in seiner Aufnahme perfekt heraus. Er "tränkt" die Symphonien nicht einfach in romantischem Gefühl wie Bernstein oder Thieleman das machen. Nein, bei ihm haben die Symphonien eine ganz bestimmte, "frühromantische" Stimmung, dadurch das er sie so straff angeht und die Schumannsche Melodik wirklich deutlich herausstellt. Das er Veränderungen in der Instrumentation muss ich ihm dabei einfach verzeihen :)
Ich bin also wieder vollkommen mit Szell zufrieden :) und in Zukunft sind es wohl die anderen Aufnahmen die im Schrank verschwinden. Nun kann ich sie wieder jedem hier empfehlen, der diese Symphonien ganz besonders liebt. Aber aufgepasst: Vielleicht braucht die Interpretation etwas Zeit um zu gefallen :D
kreisler
teleton (22.06.2009, 12:25): Hallo Kreisler,
Deine Begeisterung für Szell kann ich gut nachvollziehen. Bei mir ist die Begeisterung auch ohne Unterbrechnung (wie bei Dir passiert) immer voll gegeben. :beer Diesen Satz von Dir finde ich besonders wichtig: Vielleicht braucht die Interpretation etwas Zeit um zu gefallen Ich gehe auch soweit zu sagen: Man sollte unbedingt eine andere Aufnahme gut kennen um die Szell-Aufnahmen schätzen zu lernen !
Amadé (13.02.2010, 20:08): Seit 2 Wochen bin ich im Besitz dieser Aufnahme, von deren Existenz ich erst unlängst erfahren habe:
Das Doppelalbum enthält alle 4 Sinfonien sowie die Manfred-Ouvertüre und Ouvertüre, Scherzo und Finale op.52, die Aufnahmen entstanden 1956 für die EMI, die anscheinend keine so große Meinung von dieser ihrer Produktion hat. Doremi hat sie nun wiederveröffentlicht. Man griff beim Tranfer auf LPs zurück, die originalen Bänder waren wohl nicht greifbar. Die Innenseiten der LPs wiesen an lauten Satzenden leider leichte Verzerrungen auf (z.B. 4.Sinfonie Schluss), das ist auf den CDs nicht bereinigt worden, kommt aber nicht sehr oft vor und ist tolerierbar, selbstverständlich nicht bei jedem Hörer. Das Klangbild ist für die Zeit der Aufnahme sehr offen, keinesfalls mulmig. Interpretatorisch handelt es sich um Spitzenaufnahmen, die mich sehr überzeugen und die ich den Schumann-Begeisterten hier im Forum nur wärmstens ans Herz/Ohr legen kann. Kletzki hatte den richtigen Ton für diese Musik. Leider sind die Scheiben in Deutschland unverschämt teuer, da sollte man evtl. auf ausländische Vertreiber ausweichen.
Grüße Amadé
Cantus Arcticus (18.02.2010, 00:55): Original von daniel5993 Hallo!
Am Besten gelungen finde ich die unter H.v.Karajan! Ich höre gern die Symphonien von Schumann, die haben meiner Meinung nach irgentetwas besonderes an sich, was mich immer wieder begeistert!
Gruß daniel :cool
Hallo Daniel Meinst Du diese Aufnahmen? http://ecx.images-amazon.com/images/I/51Q8MD5Y4QL._SL500_AA240_.jpg
Die sind sensationell! Gefallen mir um Längen besser als Harnoncourt mit dem Chamber Orchestra of Europe auf Teldec 1994 - 1996:
Was ich auch noch sehr gelungen finde sind die 2te & 3te eingespielt von Christoph von Dohnányi und dem Cleveland Orchestra auf DECCA von 1988: http://ecx.images-amazon.com/images/I/41VBS1ZGENL._SS500_.jpg
Grüsse Stefan
Cantus Arcticus (18.02.2010, 01:01): Original von Amadé Leider sind die Scheiben in Deutschland unverschämt teuer, da sollte man evtl. auf ausländische Vertreiber ausweichen.
Grüße Amadé
Hallo Amadé Tja, ich kann Dir nur sagen, dass DOREMI als Label hier in der Schweiz im Hochpreis-Segment angesiedelt ist mit ca. 70,- CHF, was ca.45,- € entsprechen dürfte :S.
Gruss Stefan
nikolaus (11.11.2011, 22:04): Die schon länger angekündigte Eröffnung des Schumann-Zyklus der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen und Paavo Järvi ist jetzt erschienen:
Das Orchester klingt für meine Ohren etwas voluminöser im Vergleich zu den Beethoven-Sinfonien, was Schumann aber sicher gut steht.
Die übrigen Qualitäten, die mich bei Beethoven so überzeugen - als da sind die Flexibilität und Wendigkeit, die Fähigkeit, mühelos zu beschleunigen, die Zurückhaltung in den langsamen Sätzen, der lebendige Gestaltung, die gelungenen Spannungsbögen, die "Durchhörbarkeit" mit dem damit verbundenen Detailreichtum, die Energie/der "Drive"... alles ist wiederum einfach mitreissend!
Nikolaus.
jünter (15.11.2011, 19:27): Habe mal wieder eine Frage, und zwar zu der hier und kürzlich von Nordolf im "Was höre ich..."-Thread hochgelobten Furtwängler-Aufnahme der 4.:
Weiss jemand, ob die Aufnahme auf der abgebildeten LP mit derjenigen auf dieser CD
identisch ist? Laut Cover-Rückseite der CD stammt die Studio-Aufnahme vom 14.05.1953.
Danke im voraus!
Grüße, jünter
Armin70 (15.11.2011, 20:04): Hallo Jünter,
ich habe mal nachgeschaut und lt. Arkivmusic scheinen das zwei verschiedene Aufnahmen zu sein, die beide im Jahr 1953 entstanden sind. Die von dir abgebildete Aufnahme ist ein Live-Mitschnitt und hat folgende Spielzeiten: 1.: 11:49, 2.: 05:23, 3.: 07:23, 4.: 06:28
Die von Nordolf abgebildete Aufnahme entstand ebenfalls 1953 als Studioproduktion in der Berliner Jesus-Christus-Kirche und hat folgende Spielzeiten: 1.: 11:52, 2.: 05:21, 3.: 05:56, 4.: 07:50
Diese Studioproduktion gibt es einmal in der Koppelung mit Haydns Sinfonie Nr. 88 und dann noch mal in Koppelung mit Furtwänglers 2. Sinfonie.
Die Spielzeiten habe ich von den mp3-Versionen, die bei Amazon angeboten werden, übernommen. Bei simfy habe ich mal rein gehört weil mich die Unterschiede in den Spielzeiten des 3. und 4. Satzes stutzig machten und die Erklärung ist einfach, weil in der Live-Aufnahme gehört die Überleitung vom 3. zum 4. Satz zum 3. Satz und in der Studioaufnahme hat man diese Überleitung dem 4. Satz zugeordnet.
So gesehen hat Furtwängler in beiden Aufnahmen im wesentlichen die Tempi kaum verändert. Klanglich halte ich die Studioaufnahme für besser.
Armin
Amadé (15.11.2011, 20:06): Hallo Jünter,
das dürfte so sein, auf meiner Original-Grammophon CD ist als Aufnahmedatum angegeben: 14.05.1953. Das sagt jedoch noch nichts über die Klangqualität der italienischen CD aus. Die 1.Schumann ist ein Mitschnitt des Bayer. Rundfks aus dem Kongresssaal des Deutschen Museums München vom 29.10.51, zuerst von Decca veröffentlicht.
Gruß Amadé
teleton (18.03.2013, 11:43): Zitat von Maurice Andre:So ergeht es mir auch mit seinen Schumann-Einspielungen.Bei und mit Karajan scheiden sich die Geister.
Hallo Maurice,
um den Schubert-Thread nicht unnötig OT zu belasten hier an richtiger Stelle weiter. Mir gefallen die Karajan-Aufnahmen der Schuman-Sinfonien (DG) ausserordentlich gut. Man merkt bei jedem Satz, dass da ein ganz grosser Schumann-Dirigent agiert. Die Spannung und Dramatik kommt bei ihm nie zu kurz - das packt mich mehr als viele andere Vergleichsaufnahmen. Es waren bereits auf LP schon meine ersten, die mich prägten. :beer Müste ich mir eine für die Insel aussuchen - ich glaube ich ich würde Karajan oder Solti nehmen.
Als Schumann-Freund habe ich auch jede Menge Alternativaufnahmen: * Sehr gut mit teils aberwitzigem Tempo (aber das liegt mir sowieso !) Szell / Cleveland Orchestra (SONY).
* Auch die Bernstein-Aufnahmen sind von grosser Emotionalität gekennzeichnet - ich habe alle mit den den New Yorker PH (SONY) und Wiener PH (DG). Vom Tempo her ist Bernstein diesesmal zum Glück bei DG nicht so breit (wei bei Brahms). Nur wegen der besseren Klangqualität schlägt meine Vorliebe hier für die Wiener Aufnahme (DG) aus.
* Ziemlich hart, mit voller Pranke auch Levine / Berliner PH (DG) hatte ich mir wegen einer Empfehlung zugelegt. Ich fand die Levineaufnahmen mit den Berlinern nach vorherigem reinhören in jedem Falle feuriger, als die zuvor gemachten in den USA mit dem Cleveland orchestra (RCA). Packende Darstellungen !
* Als Solti-Fan wurde ich gefragt, ob ich denn die Schumann-Sinfonioen unter Solti nicht kenne ? Das ist meine zuletzt erworbene GA mit den Wiener PH (DEcca, 1967-69, ADD).
:engel Ich muss sagen, dass ich absolut positiv überrascht war. Das sind neben Karajan tatsächlich die packensten Schumenn-Sinfonien. Besonders die Sinfonie Nr.2 unter Solti ist der Hammer ! Nie habe ich solche Details und prägnante Pauken gehört wie in dieser absouten Favoriten-Aufnahme der 2 ! Die 1,3 und 4 überzeugen ebenfalls vom ersten Takt an und halten den Hörer unter Hochspannung. TOP-Decca-analog-Klang !
- Ich mache jetzt ein Strich, weil ich drei Aufnahme nenne, die mir weniger liegen: #1. Marriner (Brillant) hatte wenig zu bieten die Werke interessaant darzustellen. Lange abgesetzt !
#2: Gardiner (DG) da haben mir zwar die Pauken ganz gut gefallen, aber der dünne HIP-Sound passt IMO absolut nicht zu den Sinfonbien. Da fehlt mir alle paar Takte der sinfonische Grundklang, der diese Aufnahmen für mich schwer verdaulich macht - es kommt keine Spannung auf.
#3. Chailly (Decca) - eigendlich fand ich Chailly Interpretation gut duzchdacht und schlüssig (in der Schumann-Fassung wäre das eine gute GA geworden !) - aaaaber die fürchterliche X( Mahler-verstümmlung (in der Mahler-fassung) haben mich mehr als verärgert - was da raus kommt, war ein Ärgernis erster Güte. Das ist kein Schumann mehr. Da fehlt es an allen enden und Ecken. Wenn man von den o.g Aufnahmen geprägt ist, dann ist das ein NOGO !
-- Hier Bilder einzustellen lohnt wohl nicht ! Die sind am nächsten Tag futsch !??!
Andréjo (18.03.2013, 12:27): Auch dank teleton habe ich manche seiner von ihm geschätzten Schumann-Aufnahmen mittlerweile kennengelernt, höre sie gerne und möchte seinen obigen Beitrag nur dahingehend subjektiv relativieren, als dass ich den Gardiner ebenso schätze. Meines Erachtens gestattet der vielfach (zurecht??) kritisierte Sinfoniker Schumann den luftigen Zugang einer HIP-Interpretation bei gleichem Hörvergnügen durchaus.
Oder ist das reine Geschmackssache?
:beerWolfgang
Maurice inaktiv (18.03.2013, 12:42): Ich denke,das ist reine Geschmackssache.Wer Karajan liebt,wird mit den historisierenden Dirigenten so seine Probleme haben.
Man sollte die Mahler-Fassung letztendlich als einen Versuch völlig neutral sehen.Hier stellt sich die Frage,ob Chailly nach dem Kritierium beurteilt werden muss,sich überhaupt damit beschäftigt zu haben,vor allem,warum das so ist.
Möglich wäre,dass der Mahler-Dirigent Chailly mit diesen Bearbeitungen besser zurecht gekommen ist als mit den Original-Partituren.Dazu kommt,dass er damit wohl auch der erste Dirigent ist,der diese Fassungen eingespielt hat.
Szell hat sich ja auch nicht rausgehalten,ebenfalls retouschiert.Dass dies' eben überhaupt nicht nötig ist,haben doch einige Dirigenten hinreichend bewiesen.
Erstaunlich ist dabei,dass ein so hoch geschätzter Komponist wie Mahler die Qualitäten Schumanns nicht wirklich erkannt zu haben scheint.
Paavo Järvi hat sich in den letzten Jahren zu einem extrem guten Dirigenten entwickelt.Schade,dass er aus Frankfurt weggeht.Er gefällt mir großartig.
Leider kenne ich seinen Schumann und Beethoven nicht,aber seinen Hans Rott,der mir großartig gefallen hat.Er dürfte vermutlich das richtige Maß zwischen Historie und Romantisierung gefunden haben.
Für mich ist er ein ganz heißer Kandidat als Nachfolger Sir Simons in Berlin.Er wäre genau der Richtige,da ER die Tradition ebenso beherrscht wie vormals Abbado und Karajan.
Gruß,Maurice
Maurice inaktiv (18.03.2013, 13:45): Ich habe mir die Sinfonien unter Dausgaard bestellt.Mal schauen,wie ich die finde.Vielleicht sind das ja meine zukünftigen Favoriten...
teleton (19.03.2013, 11:01): Original von Maurice AndréSzell hat sich ja auch nicht rausgehalten,ebenfalls retouschiert.
Hallo Maurice,
Szell hat sich deutlich von Mahlers Bearbeitung distanziert und fand dies unangemessen. Ich habe anderenorts schon einiges über Szell geschrieben. Seine geringen Verbesserungen sind dagegen vernachlässigbar und kommen nur der besseren orchestralen Durchsichtigkeit zu gute. Gegenüber anderen Aufnahmen wird dem Schumann - Hörer nicht ungewöhnliches oder ungewohntes bei Szell vorkommen. Nur das dies ausgezeichnet durchsichtige und zugkeich packende Int sind. :thanks Was Szell an Aufbauarbeit für Schumann in den USA geleistet hat, ist ihm ganz hoch anzurechnen ... :engel und seine Schumann-Sinfonien - GA gehört auch zu den allerersten Empfehlungen !
teleton (19.03.2013, 11:09): Manchmal weis ich nicht was ich von Dausgaard halten soll !??!
Bei Langgaard ist er bei den von mir favorisierten Sinfonbien Nr.4 -6 viel zu zahm im Verglkeich zu N.Järvi (Chandos); auf Daussgaard-GA der Alfven-Sinfonien (Brillant) trifft dieser Eindruck ebenfalls zu - da habe ich die packenden Aufnahmen der 1 und 2 mit Westerberg und die Berwald-Sinfonien - GA mit Dausgaard fand ich so langweilig und fremd, dass ich diese gleich weiterverkauft habe.
?( Einen deutschen Schumann mit allem drum und drann, wie Solti, Bernstein,Szell und Karajan ihn bieten, kann ich mir mit Dausi einfach nicht vorstellen - und dann noch mit einem Kammerorchester - im Prinzip ein NoGo für mich !
Maurice inaktiv (19.03.2013, 13:08): Ok,dann sind wirwas Dausgaard angeht,sehr weit weg von einander.
Sine Langgaard-Sinfonien habe ich nicht,hier kenne ich teilweise Järvi,den ich nicht immer verknusen kann,aber Berwalds Sinfonien wurden auch von der Fachpresse sehr gelobt.
Hier kann ich aber auch Järvis Dirigat gut nachvollziehen.
Dausgaards Schumann ist auch gelobt worden,und warum sollte man Schumann NICHT mit Kammerorchester spielen können?Bis Schumann ist das in MEINEN Augen (oder Ohren) noch machbar,bei Brahms wird es aber dann doch eng.
Ein Wort noch zu Szell : Ich habe seine Aufnahmen,auch kenne ich viele weitere von ihm,da er ja doch viel eingespielt hat.Als ich mich mit Klassik beschäftigen begann,waren mir gerade seine Aufnahmen,aber auch Ormandys und Bernsteins Einspielungen sehr wichtig.Sie haben mir zu günstigen Preisen einen ersten Einblick verholfen,was mir gefallen könnte und was nicht.
Hier ebenfalls erwähnenswert sind die alten DGG-Einspielungen von Eugen Jochum /Bruckner und Kubelik /Dvorak und Mahler.Fritz Rainer möchte ich hier auch nicht vergessen.Ein ausgezeichneter Dirigent.
Ich schätze also Szell sehr,wobei ich froh bin,nicht unter ihm habe spielen müssen.Seine Behandlung der Musiker wäre heute nicht mehr denkbar....
Viele Grüße,Maurice
palestrina (12.04.2013, 21:26): Meine Referenz Aufnahme der Schumann Sinfonien, ist immer noch Kubelik, mit dem Symphonie Orchester des Bayerischen Rundfunks, trotz Karajan usw. Bin eben vernarrt in die Spielweise von Kubelik, die mir immer schon gegeben hat was ich hören wollte, das fing mit Mahler an !!!! Hervorheben möchte ich bei Schumann die 2. und die 5., ausgesprochen gut. Bei der fünften die Balance zwischen Feinheit und Dynamic ! Das habe ich schon immer bei Kubelik bewundert !
Andréjo (13.04.2013, 00:45): Welche "Fünfte" von Schumann meinst Du?
:)Wolfgang
Maurice inaktiv (13.04.2013, 01:21): Meine Referenz Aufnahme der Schumann Sinfonien, ist immer noch Kubelik, mit dem Symphonie Orchester des Bayerischen Rundfunks, trotz Karajan usw. Bin eben vernarrt in die Spielweise von Kubelik, die mir immer schon gegeben hat was ich hören wollte, das fing mit Mahler an !!!! Hervorheben möchte ich bei Schumann die 2. und die 5., ausgesprochen gut. Bei der fünften die Balance zwischen Feinheit und Dynamic ! Das habe ich schon immer bei Kubelik bewundert !
Mein guter Palestrina,ich schätze Kubelik sehr,aber FÜNFTE (???) von Robert Schumann kenne ich nicht,und Herr Kubelik bei seiner GE auch nicht.
Sollte ich also was verpasst haben,kläre mich mal auf bitte. ?(
VG,Maurice :tongue:
PS : Du beißt Dir vielleicht gleich in den H......
palestrina (13.04.2013, 06:07): Was, ihr kennt nicht Schumanns 5te, die Unbekannte !
Sorry , wollte nur mal eure Aufmerksamkeit testen ! Scherz beiseite, es sollte natürlich die 4te sein , und ihr habt zu später Stunde gut aufgepasst !
Also, ganz liebe Grüße palestrina
Maurice inaktiv (13.04.2013, 07:53): Na,wir sind eben gut.....hust.....
:rofl
Hätte ja sein können,dass Du eine rekonstruiert hast?
:leb
Ärgern muss erlaubt sein.....SO,bin jetzt auf der Musikmesse und dürfte dann taube Ohren haben später....
VG,Maurice
Amadé (13.04.2013, 09:55):
Original von palestrina Hervorheben möchte ich bei Schumann die 2. und die 5., ausgesprochen gut.
So ganz daneben liegt palestrina mit seiner 5. nicht, auch wenn er daran nicht gedacht haben mag! Von der 2. gibt es immerhin 2 Versionen, siehe meinen Startbeitrag zu diesem Thread.
Gruß Amadé
Maurice inaktiv (13.04.2013, 12:12): Das ist mir bekannt,was die beiden Fassungen der 4.Sinfonie angeht.Ich bin gerade dabei,die Einspielungen von Thomas Dausgaard zu hören,der ebenfalls von der Vierten beide Fassungen eingespielt hat.
VG,Maurice
Andréjo (13.04.2013, 13:35): Eine Zwickauer gibt es auch sowie Ouverture, Scherzo und Finale. Beide findet man auch bei den Gesamteinspielungen eher selten - ganz zu schweigen von den genannten Alternativfassungen. (Aber das steht ja längst alles hier im Thread ...)
Ich poste hier mal ohne Kommentar meine Gesamteinspielungen - einen kleinen Kommentar nur: Alle Versionen (Bernstein, Gardiner, Bostock, Szell) höre ich recht gerne, die hippe von Gardiner aber am liebsten. Widersprechende vor! :D
Andréjo (13.04.2013, 13:42): Was sehe ich gerade zu meinem Erstaunen?!
Den Kubelik besitze ich ja auch, in Gestalt von vier LPs - kann mich gar nicht erinnern, die einst groß gehört zu haben! Von einigen Einzeleinspielungen auf Kassette als Rundfunkmitschnitt habe ich ohnehin nicht gesprochen.
Da würde sich mal ein privater Vergleich lohnen, wo offenbar einzelne Sinfonien sechsmal vorliegen!
Wolfgang
Maurice inaktiv (13.04.2013, 13:52): Ich werde mich hüten,denn die stehen bei mir auch im Regal.....Bei Gardiner allerdings nur die Nr.1&4,sowie das "Konzertstück für Vier Hörner".
Beide Aufnahmen sind mit dem SO des BR unter Sony.
Ich hatte auch die GE unter von Karajan,aber die habe ich hergegeben.Das war wieder eine Einspielung,die mir nicht gefallen hatte.
VG,Maurice
Andréjo (13.04.2013, 13:55): Kennt außer mich noch jemand Bostock? Ein einziges Mal habe ich die CDs mit Sicherheit gehört - ob viel öfters?? :B
Besten Gruß! Wolfgang
Maurice inaktiv (13.04.2013, 15:43): Andrejo,ich kenne sie!!Sie sind schon lange in meiner Sammlung mit drin.
Die Interpretationen sind an sich recht gut gelungen.Vor allem das Klangbild ist sehr klar geraten.Das nicht so sehr bekannte Kammerorchester spielt ziemlich präzise,aber Bostock ist mir irgendwie zu "neutral" in der Aussage.
Ich habe gerade die ersten beiden Sinfonien unter Chailly in der Mahler-Bearbeitung gehört.Nachher werde ich das Gleiche mit Bostock machen.
VG,Maurice
Maurice inaktiv (14.04.2013, 00:32): Kennt außer mich noch jemand Bostock? Ein einziges Mal habe ich die CDs mit Sicherheit gehört - ob viel öfters??
Ich habe sie mir heute Abend mal angehört,also CD1,dazu dann als Gegenstück die Mahler-Bearbeitung unter iccardo Chailly,was doch einen gewaltigen Unterschied ausmacht.
Bostocks Aufnahme klingt klar,das Spiel seines Kammerorchesters scheint sauber und präzise zu sein,aber mir fehlt der Schwung dabei.Bostock dirigiert brav seinen Stiefel runter,das ist Durchschnitt,aber nicht mehr in meinen Ohren.
Zu den Retuschierungen kann man stehen wie man will,aber Chailly weiß damit viel mehr anzufangen als Bostock mit der Urfassung.Jetzt wäre es interessant,Chailly in der Urfassung hören zu können.
VG,Mauice
Andréjo (14.04.2013, 00:49): Danke, Maurice! Vielleicht veranstalte ich doch mal satzweise einen Vergleich - zum Beispiel mit der Frühlingssinfonie.
Gruß, Wolfgang
Maurice inaktiv (14.04.2013, 01:15): Mache das mal....Im Booklet der Chailly-CD wird auch genau geschrieben,was und wo Mahler geändert oder verändert hat.Ich habe hier keine Partitur vorliegen,das wäre mir dann zu anstrengend,aber falls Du mit Partitur vorgehen möchtest,aber die Chailly-CD nicht zur Hand hast,könnte ich es Dir zusenden.
VG,Maurice
Andréjo (14.04.2013, 12:52): Danke für das Angebot, Maurice! Vielleicht werde ich darauf zurückkommen. Im Moment habe ich aber an einen eher zwanglosen, also nicht an der Partitur orientierten Vergleich meiner fünf oder sechs Einspielungen gedacht. Da gehört Chailly ohnehin (noch) nicht dazu.
Das ist alles leider auch eine Zeitfrage. Schade, aber oft muss man, um überhaupt regelmäßig und viel Musik hören zu können, gleichzeitig einfachere Arbeiten erledigen - wir sagen "kruuschen" dazu.
Die Partituren kann man sich ja heute bequem bei imslp ansehen, wenn das Werk ein gewisses Alter erreicht hat. Da lese ich gerne mal Klavierkonzerte in den Klavierauszügen - also quasi für zwei Klaviere - mit. Das Partiturlesen ohne Verkürzungen ist natürlich nicht einfach und am PC lesetechnisch zusätzlich erschwert.
:helloWolfgang
Maurice inaktiv (14.04.2013, 13:07): Ich mache mir erst garnicht die Mühe in Partituren zu schauen,wenn ich ehrlich sein soll.Mir ist es viel wichtiger,dass man den Bogen spannen kann,bzw, den Bogen heraushören kann bei einem Stück.
Wie ein Komponist es letztendlich wirklich haben wollte,lässt sich doch nur noch bei solchen Werken erfragen,bei denen der Komponist noch lebt,oder bei der Aufnahme vor Ort mit dabei ist-und selbst DAS garantiert noch keine hochwertige Einspielung oder Aufführung.
Leider kenne ich das mit der Zeit auch,oder es müssen andere Dinge erledigt werden.Nur selten komme ich wirklich dazu,mich ausschließlich auf die Musik zu konzentrieren.
Liebe Freundinnen und Freunde der Schumann-Sinfonien. Bei den jetzt von der DGG vorgelegten 4 Schumann-Sinfonien handelt es sich um Konzertmitschnitte aus Paris aus dem Jahre 2012. Im Booklet begründet der Dirigent, warum das Camber Orchestra of Europe für ihn der bessere Partner sei als ein normales Sinfonie-Orchester: letzteres spiele nicht so flexibel, so wendig, so schlank, wie er sich das wünsche. Auch die Einbettung von Blech- und Holzbläsern in den Gesamtklang gelänge mit diesem Klangkörper zufriedenstellender. So weit so gut, all das hört man auch auf den beiden CDs, auch die Stimmführung ist gut nachvollziehbar, bei immer schnellen Tempi. Alles klingt wie aus einem Guss. Nezet-Seguin kann gerade auch noch den Leerlauf vermeiden, der bei der ständigen Wiederholung bestimmter Motive eintreten kann. Auch verzichtet der Dirigent auf große theatralische Gesten. Der Konzertmitschnitt gepaart mit des Dirigenten Vorstellung fordert jedoch auch seinen Tribut: hier und da hätte ich mir doch gewünscht, das sich das Blech an bestimmten Stellen nicht immer zurückgehalten hätte, es sollte auch heraustreten dürfen. Hörner und Trompeten sind auch Signalinstrumente, das muss hörbar bleiben. Auch das den Schumann-Sinfonien innewohnende Eckige und Kantige sollte nicht auf Kosten eines stromlinienförmigen Klangs verloren gehen. Dies sind jedoch keine gravierenden Kritikpunkte am sonst hervorragenden Gesamteindruck dieser Mitschnitte. Höhepunkt ist für mich die 4. Sinfonie in d-Moll, die in der bekannten revidierten Fassung erklingt.
Grüße Amadé
Florestan (08.04.2014, 12:29): Offenbar gibt es doch eine 5. Sinfonie von Schumann. Ich habe am letzten Wochenende in unserer Zentralbibliothek einen Stapel Taschenpartituren erstanden, und dabei war eine Sinfonie in g-moll, die Schumann 1832-33 geschrieben hat. Allerdings wurde sie erst am 8.4.1971 (welch netter Zufall, denn heute ist auch der 8.4.) uraufgeführt, und zwar in einer Version des Dirigenten Marc Andrae. Wie es im Vorwort heißt, war dieser frühe Kompositionsversuch noch von den bekannten Schwächen hinsichtlich Orchesterbehandlung und Instrumentation gekennzeichnet. Eine Schallaufzeichnung gibt es zu diesem Werk meines Wissens nicht (vielleicht kennt jemand eine oder das Werk). Ich werde es demnächst mal durchlesen, und kann dann möglicherweise noch weiteres darüber berichten.
Herzliche Grüße Florestan
PS: Wer die Aufnahmen der Sinfonien mit G. Szell besitzt, braucht eigentlich keine weitere.
satie (08.04.2014, 12:44): Zumindest eine Aufnahme scheint es zu geben:
Mit dem Symphonieorchester Graunke. Ob die Einspielung 20 Euro wert ist? ?(
Cetay (inaktiv) (08.04.2014, 14:41): Auf Gardiners GA ist die g-Moll Sinfonie auch drauf. Sie trägt dort den Namen "Zwickau" ist unvollendet.
Florestan (08.04.2014, 16:48): Man sollte lieber vorher nachschauen. Also es gibt offenbar mehrere Einspielungen. Neben den bereits erwähnten eine mit dem Bearbeiter Marc Andrae und den Münchner Sinfonikern und eine mit Neville Marriner und dem RSO Stuttgart.
Zu empfehlen wäre hier sicher die Einspielung mit Gardiner, die auch sonst keine Wünsche offen lässt.
Herzliche Grüße Florestan
Amadé (08.04.2014, 17:45): Schumann befasste sich bereits seit 1829, also mit 19 Jahren, mit Skizzen, Entwürfen zu Orchesterwerken. Nachdem sich durch Versteifung eines Fingers die Hoffnung auf eine Pianistenkarriere in Nichts auflöste, wandte er sich verstärkt dem Orchester zu und schuf im Jahre 1832 einen ersten Satz zu einer Sinfonie in g-moll, der im November desselben Jahres in seiner Heimatstadt Zwickau unter Leitung seines Klavierlehrers Friedrich Wieck aufgeführt wurde. Für eine zweite Aufführung im Frühjahr des folgenden Jahres überarbeitete er den Satz noch einmal. Ein Andantino in h-moll liegt autographes Material vor, das musikwissenschaftlich noch nicht abschließend bewertet scheint und noch nicht veröffentlicht wurde. Vielleicht hat es der Dirigent Marc Andreae für seine Einspielung bearbeitet. Dieses Sinfoniefragment in g-moll wird auch Zwickauer-Sinfonie genannt. Übrigens gibt es noch einen weiteren fragmentarischen Sinfoniesatz in c-moll.
Gruß Amadé
Florestan (09.04.2014, 18:24): Marc Andrae hat eine Kombination aus den 2 Fassungen erzeugt, wobei er Eingriffe nur in der Instrumentation, nicht aber im Notentext vorgenommen hat. Das Ergebnis ist dann bei Peters veröffentlicht worden.
Florestan
Sfantu (10.04.2014, 12:36): Auch Eliahu Inbal schloss bereits 1972 die "Zwickauer" in seine Gesamteinspielung mit dem New Philharmonia Orchestra London ein (Philips).
Marriners Schumann-Box mit dem RSO Stuttgart (Capriccio) kaufte ich mir seinerzeit neu. Die CD daraus mit der Zweiten und der Zwickauer lief von Anfang an mit störenden Knistergeräuschen. Wohlgemerkt - kein Ergebnis der berüchtigten CD-Selbstzertstörung über die Jahre wie drop outs oder bronzening sondern von Beginn an bei der nagelneuen Scheibe und bis heute gleichbleibend - egal, in welchem Laufwerk. Als ich sie später im zuge meiner Vinyl-Renaissance als Schallplatte kaufte, war diese frei von derlei Störmanövern.
LG - Sfantu
Nicolas_Aine (17.10.2017, 22:55):
Diese Einspielung, meine einzige, liegt schon lange ungehört in meinem Regal. Eine Aufnahme, die als großes Ziel völlige Transparenz und Durchhörbarkeit zu haben scheint. Dieses Ziel wird vollumfänglich erreicht, allerdings auf Kosten des Klangs. Diesen empfinde ich als hart, metallisch und abgehackt. Ich bezweifle, dass diese Aufnahme noch öfter den Weg in meinen CD Player findet.
Don Perlimplin (18.10.2017, 09:49): Also es gibt offenbar mehrere Einspielungen. Die sogenannte "Zwickauer Sinfonie" gibt es auch in dieser Einspielung:
Eliahu Inbal mit dem Philharmonia Orchestra London (Aufnahme 1971). Leider ist das CD-Cover nicht besser zu kopieren, deshalb hier noch die originale Ausgabe auf LP: