Maria Callas wurde am 2. Dezember 1923 in New York als Tochter griechischer Eltern geboren. 1937 kam sie mit ihrer Mutter und Schwester nach Athen. Sie studierte Gesang bei Elvira de Hidalgo und am Konservatorium ihrer Heimatstadt. 1949 heiratete sie den italienischen Unternehmer Giovanni Battista Meneghini und nahm die italienische Staatsbürgerschaft an.
Callas brillierte in vielen Rollen. Zu ihren berühmtesten Interpretationen wurden Cherubinis Medea, die Violetta in Verdis La Traviata (1951 ff) und Bellinis Norma (1948 ff). Die Constanze aus der Entführung ist die einzige von ihr präsentierte Mozart-Partie (1952).
Ihr besonderes Verdienst liegt in der Wiederentdeckung und -belebung der Belcanto-Opern Rossinis, Donizettis und Bellinis. Ihre Auftritte in Rossinis "Il Turco in Italia" und "Armida", Donizettis "Anna Bolena" oder Bellinis "Il Pirata" bereiteten den Weg für Diven wie Joan Sutherland und Montserrat Caballé, die Jahrzehnte später in diesen Rollen bekannt wurden.
Nur wenige Auftritte von Callas sind als Film dokumentiert. Dennoch kann man die Wirkung ihrer Darstellungen durch zahlreiche Studio- oder Liveaufnahmen erleben, zum Beispiel die Arie am Ende des ersten Aktes aus La Traviata oder die Arie der Leonora aus dem 4. Akt von Il Trovatore. Dabei steht nicht primär gesangstechnische Perfektion im Vordergrund, sondern ihre außerordentliche Musikalität, ihre besondere Wort-Musik-Behandlung, die Darstellungskraft und Verwandlungsfähigkeit.
Bis 1968 hatte Callas eine Liebesaffaire mit Aristoteles Onassis. 1969 versuchte sie sich erfolglos als Schauspielerin (in Medea von Pier Paolo Pasolini). 1970 wirkte sie als Musikpädagogin in New York, wofür sie jedoch nur wenig Talent und Ausdauer besaß. Zusammen mit ihrem früheren musikalischen Partner Giuseppe di Stefano versuchte Callas ein Comeback in mehreren Recital-Tourneen. Obgleich die Stimme längst nicht mehr intakt war, feierte sie immer noch Triumphe aufgrund ihrer unvergleichlichen Bühnenpräsenz.
Sieben Jahre später, am 16. September 1977, starb Callas an Herzversagen. Ihrem Wunsch folgend wurde sie eingeäschert und ihre Asche vor der griechischen Küste verstreut.
Der Nachwelt hat Maria Callas ein unschätzbares Erbe hinterlassen. Von 1952 an bis zu ihrer Tosca 1965 hat sie exklusiv für EMI viele ihrer großen Partien auf Schallplatten aufgenommen. Ihre Tosca mit di Stefano und Gobbi als Partner unter Victor de Sabata gilt heute noch als Referenzaufnahme, an der sich jede Neueinspielung messen lassen muss. Insgesamt gibt es 16 Studioaufnahmen verschiedenener Opern. Darüber hinaus existieren Live-Mitschnitte von Opernaufführungen und mehrere Recitals.
Ihre derzeit erhältliche Diskographie ist fast unüberschaubar. Meine Lieblingsaufnahmen sind:
Deinen Report finde ich wunderbar. Du hast das Material sehr schön zusammengestellt und die Geschichte der Callas vorzüglich erzählt.
Ich denke, dass es in Deinem Sinn liegt, wenn ich noch ein paar Ergänzungen anbringe.
Von den Komponisten deutscher Herkunft hat Maria Callas auch Christoph Willibald Gluck gesungen. Die CETRA unter dem Label REPLICA hat im Jahre 1957 eine "Ifigenia in Tauride" herausgebracht. Sehr schön editiert, finden sich im Textheft viele Szenenfotos. Gesungen hat sie die Partie an der Mailänder Scala unter Sanzogno mit Francesco Albanese, Fiorenza Cosotto, Dino Dondi und Anselmo Colzani im Gespann.
Es wird gemunkelt, dass sie sich auch an der Kundry versucht haben soll, allerdings in Italien in italienischer Sprache.
Maria Callas hatte im Gegensatz zur Tebaldi eine kalt timbrierte Stimme. Deshalb war sie außerstande, die Desdemona zu singen. Hat sie meines Wissens auch nie gemacht. Die Aida lag ihr nicht. Wegen ihrer Höhenschärfen erreicht die Columbia-Einspiekung nur Mittelmaß.
Ihre Traviata finde ich nicht außergewöhnlich. Da war der Konkurrenzdruck doch ein bisschen zu groß. Ihre Forza-Leonore finde ich dagegen heruaragend, obwohl die da die Milanov zu fürchten hatte.
Anfang der sechziger Jahre wurde die Callas von der Kritik ziemlich geschmäht. Als die Sutherland 1961 mit ihrer "Lucia di Lammermoor" herauskam, war dieser Kontrast für mich eine Offenbarung.
In den 50er Jahren gab es im Umfeld der Callas eine ganze Reihe herausragender Sängerinnen, (Gencer, Cerqueti, Olivero) die damals unbekannt blieben, weil sie keine Plattenfirma fanden, die sie unter Vertrag genommen hätte und sie ihr Marketing nicht zu gestalten wussten.
Die Callas hat auch die "Carmen" gesungen. Sogar hervorragend, weil sie mühelos in die Regionen eines Mezzos hinabsteigen und ihre manchmal schneidende Kälte nicht griff. Von den sonstigen französischen Partien gehörte die "Lakmé" in ihr Programm. Mit der Glöckchen-Arie ist die Primadonna auf einem Sängerporträt vertreten.
Mit der Tosca 1965 hat sie ebenso mutig wie rechtzeitig ihren Abgang gefunden. Der Auftritt mit Giuseppe di Stefano sollte nicht an die alten Erfolge anknüpfen, sondern war eher ein "Guten Tag" sagen an ihre jubelnden Fans.
Der Film, in der sie die Medea gesprochen hat, war nicht so schlecht wie die Kritik ihn gemacht hat. Sie war schließlich als hervorragende Schauspielerin bekannt und letzthin die Inkarnation der Medea - aber man wollte sie singen und nicht sprechen hören.
Es war keine Affäre mit Onassis, sondern sie war mit ihm verheiratet und hieß zeitweilig Onassis-Callas. Warum die Trennung sie psychisch so mitgenommen hat, ist für mich nicht nachvollziehbar. Schön war er nicht, Geld hatte sie selbst und Ruhm auch. Aber Künstler sind wohl alle hypersensibel und das Schicksal springt häufig besonders hart mit ihnen um.
Wenn jemand stirbt versagt das Herz immer. Ich würde sagen, sie kam mit ihrer Gemütsverfassung nicht mehr zurecht. Wenn man Rollen spielt, muss man immerzu von einer Psyche in die andere schlüpfen und weiß zum Schluss gar nicht mehr, welches die eigene ist und gerät ins Trudeln.
Meine Nummer Eins war Maria Callas nicht. Diesen Platz hatte über die Jahrzehnte Leontine Price inne, wegen ihres negroid eingefärbten Timbres und ihres ungewöhnlichen stimmlichen Sexapeals. Leontine Price ist für mich die Inkarnation der Aida.
Herzlichen Gruss Engelbert
:engel
Cosima (13.07.2006, 08:04): Hallo,
sogar ich - als Opern- und überhaupt Vokalmusik-Muffel - gebe gerne zu, dass mich Maria Callas sehr fasziniert. Sie war nicht nur eine wunderschöne, charismatische Frau, ich liebe auch ihre Stimme sehr. Und das ist selten bei mir, denn die meisten Gesangsstimmen kann ich nur schlecht ertragen. Nicht missen möchte ich deshalb die Live-Aufnahme der Traviata aus 1955 mit Giuseppe di Stefano unter Giulini.
http://www.wom.de/image/cover/front/0/5868409.jpg
Gruß, Cosima
Rachmaninov (13.07.2006, 08:29): Original von Engelbert Es war keine Affäre mit Onassis, sondern sie war mit ihm verheiratet und hieß zeitweilig Onassis-Callas. Warum die Trennung sie psychisch so mitgenommen hat, ist für mich nicht nachvollziehbar. Schön war er nicht, Geld hatte sie selbst und Ruhm auch. Aber Künstler sind wohl alle hypersensibel und das Schicksal springt häufig besonders hart mit ihnen um.
Vor langer Zeit sah ich eine Dokumentation über Onassis.
Onassis hatte eine gewisse Art, die, ob wir uns es vorstellen können oder nicht, eine gewisse Wirkung auf Frauen hatte. Eventuell sein Machthunger oder eine EIgenschaft, die ihn so reich hat werden lassen.
Jedenfalls war "die Callas" für ihn eine Art Trophähe, die er "besitzen" wollte. Die er der Welt präsentieren wollte. Es ging ihm daraum der Welt zu zeigen:"Ich Onassis, kann auch diese Frau haben!"
Das sie das mitgenommen hat als ihr das später klar wurde ist nur verständlich!
ab (17.07.2006, 18:41): Wann waren denn der Callas ihre stimmlichen und interpretatorischen besten Jahre?
Ganong (19.07.2006, 19:12): Lieber ab ,
interpretatorisch war Maria Callas nach allem , was wir von kompetenten Leuten der Opernszene wissen , bis zu ihrer letzten Aufführung ( Tosca in London auf drängendes Bitten von Elisabeth II ) perfekt geblieben . Ihre stimmliche Präsenz wird leider immer wieder falsch beschrieben (gehört hat sie live ohnehin kaum jemand , der über sie schreibt!). Selbst Jürgen Kesting musste zugeben , dass er die grosse Renata Tebaldi live nicht erlebt hat ; "verreissen" konnte er sie aber ungehemmt . ) . Maria Callas hat selbst 1964 / 1965 gegenüber ihrem vieljährigen Freund,Manager etc. M. Michel Glotz selbst dazu Aussagen gemacht . Sie war auch an guten Tagen um diese Zeit durchaus hervorragend , ganz aussergewöhnlich auch stimmlich ( Paris : Norma. Leider ohne Corelli als Pollione und mit der unkollegialen Cossotto als Adalgisa .es gibt Tondokumente davon . ) . Was n i c h t mehr intakt war , das waren in erster Linie ihre Psyche ( sie selbst formulierte es , dass sie einfach seelisch nicht mehr könne .) und ihre körperlich angegriffene Physis . Literatur : Michal Glotz : la Note bleue .Une vie pour la musique .Lattès , 2002 ,Paris ( Kapitel : Maria Callas ). Beste Grüsse , Frank
andreas (03.08.2006, 19:29): Schade, dass ich mich euch nicht anschließen kann:
ich gehöre zu der Fraktion, die der Auffassung ist, dass Maria Callas keine schöne Stimme hat und andere Sopranistinnen vorzieht. Sie hat eine ausdrucksstarke Stimme, das gebe ich gerne zu und ihre darstellung der Norma ist überwältigend
dass sie zu viel ital. Repertoire gesungen hat, trägt dazu bei, dass ich sie nicht interessant finde.
Was denkt ihr???
Mit freundlichen Grüßen Andreas
Engelbert (07.09.2006, 11:18): Hallo,
Im Alsterhaus gegenüber vom Jungfernstieg gibt es in Hamburg eine Ausstellung über Leben und Wirken von Frau Callas. Die Veranstalter legen sich mächtig ins Zeug, die Diva für ihre Warenumsätze zu nutzen. Die Ausstellung ist hochinteressant und ein Magnet für Wallfahrer.
Man zeigt der Callas ihre Kleider, das gelbe Negligée, zu deutsch ein Nachthemd, welches sie auf dem Schiff "Christina" getragen hat, um Herrn Onassis eine Augenweide zu sein. Dann gibt es da noch ein Kleid aus Silberfäden und viel Schmuck. An der Rolltreppe hängen dann noch vergrößerte Zeitungsausschnitte über Lob und Tadel sowie eine Auflistung von Skandalen.
Weswegen es sich aber lohnt, herzukommen, sind drei Schaufenster, in denen ihre Opernkostüme gezeigt werden, die von Plattencovern allgemein bekannt sind:
Das Kleid aus der Tosca in samtrot, welches meines Wissens auch von Renata Scotto getragen wurde
Als nächstes das schwarze mit den grünen Litzen als Violetta.
Das schönste ist das gelbe im spanischen Schnitt als Rosina.
Die Sachen wurden Schaufensterpuppen übergezogen, und vor einem Hintergrundprospekt eines bombastischen Opernfoyers mit aufsteigender Treppe zu den Rängen aufgebaut.
Eine zweitklassige Musikanlage steht im Schaufenster und per Video Lifemitschnitt einer konzertanten Aufführung auf den Gehsteig übertragen. Dieser ist allerdings unter aller Kanone. Wie die Callas gestikuliert und grimassiert widerspricht allem, was man ansonsten von ihrer Darstellungskunst verbreitet. Ihre Stimme ist zwar unverwechselbar, klingt aber besonders in den Höhen ungemein scharf und völlig überanstrengt.
Der Aussage von Andreas stimme ich voll zu. Schon Anfang der sechziger Jahre wurde sie mehr geschmäht als gelobt. Mir brachte die Erlösung Leontine Price.
Engelbert :engel
Jürgen (08.09.2006, 09:30): Original von Engelbert Man zeigt der Callas ihre Kleider
Und ich dachte, die sei tot. :D
Grüße Jürgen
Engelbert (09.09.2006, 20:35): @ Der Körper ist tot, aber der Geist lebt in den Köpfen ihrer Anhänger weiter und ihre Kleider in den Vitrinen.
Wenn man sich einäschernl lässt, kann man nicht alle Kleider mit in die Urne nehmen, weil diese zu klein ist, um das Volumen mehrerer Kleiderschränke aufzunehmen. Deswegen geht man dazu über Kleider und Wäsche zu versteigern, damit andere Menschen sich darin wohl fühlen können.
Wenn die Stücke dagegen zum Funduis eines Opernhauses gehören, verbleiben sie dort, bis sie dem Appetit von Motten zum Opfer gefallen sind.
Gruß Engelbert
LazarusLong (18.09.2006, 16:02): "Meine Nummer Eins war Maria Callas nicht. Diesen Platz hatte über die Jahrzehnte Leontine Price inne, wegen ihres negroid eingefärbten Timbres und ihres ungewöhnlichen stimmlichen Sexapeals. Leontine Price ist für mich die Inkarnation der Aida."
Mach mich doch neugierig!!!! Kannst du eine CD-Empfehlung aussprechen? Ich habe den Namen Leontine Price bis jetzt noch nie gehört. (Was nicht viel bedeutet :D)
LL
daniel5993 (31.08.2007, 13:06): Hallo!
Die Callas wird jetzt im September, jeden Sonntag von 18:00 - 19:00 auf NDR - Kultur vorgestellt! Ist sehr interessant, jedenfalls für mich!
Gruß Daniel :)
Jimi (31.08.2007, 22:23): Original von daniel5993
Die Callas wird jetzt im September, jeden Sonntag von 18:00 - 19:00 auf NDR - Kultur vorgestellt! Ist sehr interessant, jedenfalls für mich! :)
Hallo Daniel,
mit NDR-Kultur hab ich hier in Nürnberg wohl eher schlechte Karten, ist aber nicht so tragisch, im Fernsehen kommt auch noch einiges über Maria Callas.
Ich weiß nicht wieviel du schon über Maria Callas gelesen hast, jedenfalls ist im akt. Fonoforum ein sehr lesenswerter Artikel über sie, wo auf 4-5 Seiten ua viele ihrer wichtigsten Aufnahmen zwar kurz aber sehr zutreffend besprochen werden.
:hello Jimi
daniel5993 (01.09.2007, 10:56): Original von Jimi Original von daniel5993
Die Callas wird jetzt im September, jeden Sonntag von 18:00 - 19:00 auf NDR - Kultur vorgestellt! Ist sehr interessant, jedenfalls für mich! :)
Hallo Daniel,
mit NDR-Kultur hab ich hier in Nürnberg wohl eher schlechte Karten, ist aber nicht so tragisch, im Fernsehen kommt auch noch einiges über Maria Callas.
Ich weiß nicht wieviel du schon über Maria Callas gelesen hast, jedenfalls ist im akt. Fonoforum ein sehr lesenswerter Artikel über sie, wo auf 4-5 Seiten ua viele ihrer wichtigsten Aufnahmen zwar kurz aber sehr zutreffend besprochen werden.
:hello Jimi
Guten Morgen Jimi!
Danke für den Tipp! Ich weiß leider noch nicht soo viel über die Callas! Werde mal im Fonoforum nachlesen! Aber diese NDR-Kultur Sendungen haben mir bisher soo viel geholfen! Von Pollini, Abbado, Rattle, Karajan, Sabine Meier, Toscanini und noch vielen mehr, habe ich jetzt ne Menge gelernt durch diese Sendung! Außerdem ist es schön, das diese "Stars" nicht immer schön geredet werden, sondern das auch das Negative, wenn es etwas gab, auch in der Sendung mit eingebracht wurde! Für alle, die NDR-Kultur empfangen können und die sonst nichts zu tun haben, ist das meine Empfehlung! Des öffteren macht NDR-Kultur Vergleiche der Sänger und Sängerinnen, z.B Netrebko gegen Callas und anderes! Und es werden dann immer die unterschiede erklärt und letztendlich wird ausgewertet und die MariaC. schneidet dort immer wieder am Besten ab! Dadurch versteht man auch wie etwas gesungen werden wollte! Die Netrebko singt zwar schön und schnörkellos, aber sie lässt das dramatische Vermissen, das, was die zur gleichen Zeit laufende Handlung ausmachen sollte. Das wäre mir ohne diese Vergleiche nie aufgefallen! Mir wäre da auch wichtiger eine Sängerin zu hören, welche auch mit den Situationen der Rolle übereistimmt und nicht z.B in traurigen Szenen anfängt wunderschön zu singen mit einem Ausdruck, als ob nichts wäre!
Gruß Daniel :J
Jimi (18.10.2007, 15:50): Original von daniel5993 Des öffteren macht NDR-Kultur Vergleiche der Sänger und Sängerinnen, z.B Netrebko gegen Callas und anderes! Und es werden dann immer die unterschiede erklärt und letztendlich wird ausgewertet und die MariaC. schneidet dort immer wieder am Besten ab! Dadurch versteht man auch wie etwas gesungen werden wollte! Die Netrebko singt zwar schön und schnörkellos, aber sie lässt das dramatische Vermissen, das, was die zur gleichen Zeit laufende Handlung ausmachen sollte. Das wäre mir ohne diese Vergleiche nie aufgefallen! Mir wäre da auch wichtiger eine Sängerin zu hören, welche auch mit den Situationen der Rolle übereistimmt und nicht z.B in traurigen Szenen anfängt wunderschön zu singen mit einem Ausdruck, als ob nichts wäre!
:J
Hallo Daniel,
ich kann dir hier nur zustimmen, ich sehe das genauso. In diesem Zusammenhang möchte ich mal eine Aussage von Frank aus einem anderen Thread zur Diskussion stellen :
Original von LazarusLong
... Die Netrebko hat nach meinem Empfinden eine technisch hervorrragende Stimme, aber bis jetzt hat sie auf mich immer einen sehr kalten , emotionsarmen Eindruck gemacht. Ich bevorzuge da Interpretationen einer Bartoli oder Mirela freni oder Te Kanawa, die mir tatsächlich die Tränen in die Augen treiben. Einen ähnlich emotionsarmen Eindruck wie die Netrebko machen auf mich auch die Aufnahmen die ich bis jetzt von Maria Callas gehört habe und die mir ebenfalls überhaupt nichts geben.
Frank
Hier
kann man das Ganze im Zusammenhang nachlesen. Ich bin auf eure Meinungen dazu gespannt.
:hello Jimi
Travi (18.10.2007, 16:55): Lieber Jimi,
das ist jetzt sehr spontan hingeschrieben, aber: Das ist ja irre - zu lesen, dass die Callas einen emotionsarmen Eindruck macht - mir treibt sie nämlich auch regelmäßig die Tränen in die Augen! Dagegen Netrebko - na ja ... da können wir uns schnell einigen. Mal sehen, was da noch draus wird (aus den Interpretationen der Netrebko, meine ich).
Jimi (18.10.2007, 22:51): Original von Travi Lieber Jimi,
das ist jetzt sehr spontan hingeschrieben, aber: Das ist ja irre - zu lesen, dass die Callas einen emotionsarmen Eindruck macht - mir treibt sie nämlich auch regelmäßig die Tränen in die Augen! Dagegen Netrebko - na ja ... da können wir uns schnell einigen. Mal sehen, was da noch draus wird (aus den Interpretationen der Netrebko, meine ich).
Hallo Travi,
ich war im ersten Augenblick von der Aussage von Frank sehr überrascht, denn ich empfinde Maria Callas wie du als eine ausserordendlich emotionale sehr ausdrucksstarke Interpretin. Vielleicht verrätst du uns ja welche Aufnahmen von MC dir besonders nahe gehen. Frank schreibt ja : "die Aufnahmen die ich bis jetzt von Maria Callas gehört habe", da stellt sich mir die Frage ob er die Aufnahmen die dir die Tränen in die Augen treiben überhaupt kennt?
Überhaupt, sind hier im Thread viele ihrer, meiner Meinung nach allerbesten Aufnahmen , überhaupt noch nicht erwähnt worden.
Eine davon ist die La sonnambula live 1955 unter Bernstein:
http://www.jpc.de/image/w300/front/0/6092058.jpg
Darauf ist eine Szene bei der ich regelmäßig feuchte Augen bekomme, obwohl ich es schon wer-weiß-wie-oft gehört habe, die Schlafwandelszene fast am Ende des 2. Akts : "Oh! se una volta sola... Ah! non credea mirarti."
Gerade "Ah! non credea mirarti" kenne ich von vielen Aufnahmen, aktuelle bis zurück in die Aufnahmesteinzeit(Adelina Patti), aber selbst eine so ausdrucksstarke Sängerin wie Claudia Muzio kommt hier nicht an Maria Callas heran.
Zum Schluss hier noch ein Ausschnitt aus einem ihrer besten Studio-Recitals:
http://www.jpc.de/image/w300/front/0/6836896.jpg
Die Arie "L'altra notte in fondo all mare" aus Mefistofele von Arrigio Boito.
Viel Spaß beim anhören wünscht euch
Jimi :hello
LazarusLong (19.10.2007, 08:05): Ich möchte hier kurz auf meine Aussage über die Callas eingehen:
Wie ich schon des öfteren hier kundgetan habe: Alle wertungen, die ich hier abgebe, sind rein subjektiv und von wenig oder gar keinem geschulten Sachverstand getrübt. Meine musiktheoretischen Kenntnisse gehen gegen null, ich weiß was mir gefällt und was nicht und versuche die Gründe für die Zustimmung oder Ablehnung allgemeinverständlich darzulegen, was mir sicherlich nicht immer gelingt. Soviel als Hintergrund zu mir, damit ihr wisst, wie meine Aussagen zu bewerten sind. Was die Callas angeht, habe ich ein Problem nachzuvollziehen, wie dieser Hype um sie entstanden ist. Sie war eine Diva, eine Persönlichkeit (ob echt oder aufgebaut fürs Publikum sei dahingestellt) aber von den Aufnahmen, die ich bisher von ihr gehört habe, ist sie zwar gut, eine hervorragende Technikerin, aber ichhabe bislang noch nichts gehört, was für mich ihren Ruf wie Donnerhall bestätigen würde. Ich setze mich jetzt seit ca. 4 Jahren intensiver mit klassischer Musik und seit vielleicht 2 Jahren mit Oper und klassischem Liedgut auseinander und mein aktuelles Fazit bleibt bis dato unverändert. Meine favorisierten Opernkomponisten sind immer noch Mozart, Rossini, Wagner (teiweise), Verdi, Bizet. Wenn ich hier die Callas im Vergleich mit aktuellen Stimmen höre, kann ich der Callas nicht viel abgewinnen. Sicherlich liegt es auch mit daran, daß ich ein stark von der optischen Seite geprägter Mensch bin, will heissen, wenn ich eine Oper wie zB La Cenerentola mit Bartoli in der Hauptrolle auf DVD gesehen und gehört habe, ist bei mir ein Gesamteindruck entstanden, der von einer nur Stimmaufnahme, egal von welchem Künstler, nur schwer übertroffen werden kann. Mein Fehler, mein Problem. Wenn ich mich nun mit dem Thema Callas auseinandersetze, so fällt auf, das man wenig kritische Stimmen findet, ihre Verehrer erscheinen für mich in 2 Hauptgruppen: Die Analytiker, die ihren technischen Fähigkeiten Tribut zollen ("Ihr Stimmumfang umfasste drei Oktaven und reichte vom a bis zum es³." - Wikipedia,"Callas' Stimme, die mehr als zwei Oktaven umfasste, setzte sich aus unterschiedlichen Klängen zusammen: eine tiefe, dramatische Bruststimme, eine matte Mittellage und eine funkelnde Höhe"-Stern) und den schwärmerischen, relativ unkritischen, fast schon religiösen Anbetern ("a Divina assoluta – Maria Callas gilt ihren Anhängern als Göttin, hinabgestiegen auf die Opernbühne. Eine starke Frau, die keine Kompromisse machte und sich der Theaterroutine mit Pathos und Leidenschaft widersetzte." - Die Zeit) Beiden Ausprägungen kann ich nicht wirklich folgen und so werde ich mich wohl weiter schwertun, zu dem Phänomen Callas Zugang zu finden. Der Vollständigkeit halber: Ich besitze von ihr ca. 10-15 verschiedene CDs, meistens in der Form "Best of Callas" oder ähnliches, meine Auseinandersetzungen mit mir bis dato unbekannten Künstlern beginnen meist mit solchen Samplern. Wenn ich hier Stücke finde, die mich interessieren, versuche ich über diese Stücke weiter Zugang zu finden. Die Tatsache, daß ich von MC mehrere CDs besitze, sollte als Hinweis darauf dienen, daß ich mich wirklich, wenn auch erfolglos bemüht habe, den Mythos Callas nachzuvollziehen.
In Sachen Italienische Opern bin ich ganz unter dem Stern der Callas "aufgewachsen (die letzten 2 Jahre)" Und ich fühle mich nicht nur emotional angesprochen von Ihrer Stimme, sondern wie Travi sagte, auf der Basis der "Tränen in die Augen treiben", spricht Sie mich genauso an!
Am Besten kann ich das am Beispiel der Norma geben, Ob Covent Garden (1952) (Probegehört und daraufhin bestellt), Stereoeinspielung (1960) oder Mailand (Live, Dezember 1955). Überall dort singt Sie mit emotionaler Tiefe!
In Ihrer Stimme finde ich besonders das tragisch - traurige wieder, das einem das Herz bricht! :thanks :down Wie gesagt, kenne ich bei Italienischen Opern nur die Callas und wenn ich erlich bin, Sie stellt mich vollstens zufrieden! Ich will garkeine anderen Aufnahmen! Zudem bin ich "Callas - gezeichnet" in Form von vielem Hören über Sie und Ihr Leben, über Sängerische Vergleiche im Radio, wo Sie stehts unter den ersten ist, dass ich mir wohl kaum die Mühe machen werde, nach etwas anderem Ausschau zu halten, wo ich doch bei Ihr weiß, was ich bekomme!
1. eine Grandiose Stimme, welche mir sehr gefällt, an der ich nichts auszusetzen habe und welche mich tief ergreift und berührt!
2. Die Gewissheit, dass das was gesungen wird auch echt und der Situation der Oper angepasst ist (in Form von emotionaler Echtheit, wie es der Komponist an bestimmten Stellen beabsichtigt hat) Sie hat nach bestem Wissen und Gewissen gesungen! Sie folgt dem Willen des Komponisten und singt so, wie er es Komponiert hat! Wenn die Szene Traurig ist, gibt Sie es uns auf unmissverständliche Weise zu verstehen! Viele anderen Sängerinnen werden immer wieder dabei ertappt, wie Sie anfangen schön und "gerade zu singen, obwohl der Ausdruck (Freud, Leid, traurigkeit) der Szene nicht angepasst ist! Bei der Callas weiß ich also was ich bekomme, eine Aufrichtige und nach bestem Wissen handelnde, eine Frau, die nicht daran interessiert war sich in manchen Konzerten durchzumogeln! Keine Schönspielerei, auch wenns sich besser anhört!
Bei allem was ich über Sie gelesen, gehört habe, weiß ich, dass Sie zwar schwierig war, aber Sie war ECHT! Sie hat stehts im Besten Sinne des Komponisten geungen, sie hasste es, wenn sich andere Sängerinnen mit weniger Mühe davonstahlen und kassierten! Man wusste immer, die Callas ist Ehrgeizig, die bringt immer alles! Wie viele z.B Normas mehr hätte Sie singen können, wenn Sie Ihre Stimme ein wenig geschont hätte, ein bisschen weniger zur Höchstleistung gezwungen hätte, ein bisschen gemogelt hätte, ein bisschen weniger ECHT am Stück geblieben wäre?
Ich mag es, wenn jemand der Sache ganz dient, sich zurückstellt, wie die Callas es getan hat, der Musik den Vorrang gegeben hat, mit allem zu Verfügung stehenden! Maria wollte immer alles besser und besser machen, ging immer Ehrgeiziger vor, um auch ja dem Geschehen am nahesten zu sein, am Besten wiederzugeben! Eine in der Musik Aufrichtige Person! Schlussendlich, Sie ist mit dem Ganze Herzen dabei gewesen!
Gruß Daniel :beer
manrico (19.10.2007, 18:17): Ich bin musikalisch gesehen ebenso völliger Laie, kann auch nicht mit irgendwelchen musiktheoretischen Schlauheiten aufwarten, ich kann nur schreiben, was ich höre und welche Emotionen bei mir ausgelöst werden.
Ich habe mich auch schon oft gefragt, was es mit dem Hype für die Callas auf sich hat: schön war die Stimme bestimmt nicht, viele Aufnahmen sind technisch jämmerlich und über eine Unzahl ihrer Partner möchte man am liebsten beschämt den Mantel des Schweigens breiten. Warum also fasziniert mich trotzdem beispielsweise die Traviata von der Callas mehr als von vielen anderen? Die te Kanawa singt die Violetta Valery sicher klangschöner, die Sutherland ist geläufiger in der Gurgel, die Caballe technisch korrekter. Aber bei der Callas kommen andere Qualitäten zum Tragen, die sie so einzigartig machen. Ich denke, Daniel hat den wesentlichen Punkt schon angesprochen: Die Portraits der Callas klingen nie beiläufig oder einförmig (wie bei der Sutherland), kalt und distanziert (Caballe, Gruberova), sondern sie stellt immer eine einzigartige Persönlichkeit auf die vokale Klangbühne. Die Stimme einer te Kanawa mag schöner sein, aber sie ist verwechselbarer, die Callas erkennt man sofort. Das macht für mich die Einzigartigkeit ihrer Stimme aus. Es ist für mich die Synthese zwischen ihrer eigenen Persönlichkeit und der Figur, die sie darstellt. Und das Faszinierende ist, dass jede Figur, die ich von ihr kenne (z.B. Aida, Sonnambula, Rosina,..) anders klingt, anders lacht, anders weint und anders liebt. Es ist schon wahr, auch eine Mara Zampieri hat eine sehr charakteristische Stimme, aber halt nur eine Stimmfarbe (und die ist nicht besonders schön) für sämtliche Rollen. sie klingt immer und überall wie die Lady Macbeth. Und damit ist sie für mich eine krasse Fehlbesetzung, wenn sie etwa die Amelia im Maskenball singt (und noch dazu in ihrer Interpretationswut meint, Phrasen völlig sinnlos und unorganisch zerreissen zu müssen). Die Callas zerstört nie die Architektur einer Arie oder Szene, sie schafft den großen Spannungsbogen, weil sie, wie Daniel festgestellt hat, sich intensiv mit dem Werk auseinandergesetzt hat. Wenn sie die Nachtwandelszene der Lady singt, dann deklassiert sie alle, aber wirklich auch alle Interpretinnen derart, dass die nur noch ein erbärmlicher Schatten einer Künstlerin ohne gleichen sind.
Ausserdem greift die Callas nie zu außermusikalischen Mitteln, um die Spannung und Dramtik vermeintlich noch ins Unerträgliche zu steigern (sehr beliebt: "A te la mala pasqua, spergiuro" - da hört man die grausigsten Dinge - nicht so bei der Callas). Sie bleibt auf der Linie und erreicht damit mehr als andere, die meinen outrieren zu müssen.
Ich persönlich bin auch immer skeptisch, wenn die Wellen der Begeisterung so überschwappen, sei es international (Netrebko, Pavarotti, Karajan,.....) oder national (Sills in USA, Gruberova in Wien z.B.) und habe bei den Genannten für mich festgestellt, dass die PR-Maschinerie die Sicht auf die tatsächlichen Leistungen der Genannten doch sehr stark verstellt und sie meist eher Produkt der Medien als ihres Künstlertums sind. Bei der Callas ist das anders, da ist das für mich eher wie bei markanten Persönlichkeiten: sie hat Profil. Das kann man mögen oder eben auch nicht (so wie das halt auch bei ausgeprägten Charakteren ist - die polarisieren auch), aber sie lassen niemanden kalt. Die Callas hat für mich wie keine andere ihre Persönlichkeit mit der der Rolle überzeugend verschmolzen. Das ist zwar nicht immer schön, aber doch immer wahrhaftig. Und darum liebe ich die Callas.
Travi (22.10.2007, 12:23): Hallo alle zusammen!
Habe gerade erst gemerkt, dass Ihr hier schon wieder einiges geschrieben habt seid meinem letzten Beitrag, denn ehrlich gesagt habe ich noch ein wenig Mühe mich hier zurechtzufinden. Um außerdem gleich allen Missverständnissen vorzubeugen: Auch ich bin weder Musikwissenschaftlerin noch -kritikerin; ich beschäftige mich mit Musik - und das auch nur sehr ausschnittweise! - als "blutiger Laie", "einfach so", denn es gibt Musik, die ich einfach gern höre, als sinnliches Erlebnis, aber dieses Forum schien mir der Ort, um vielleicht etwas tiefer in die Materie einzudringen; deswegen habe ich mich angemeldet.
Noch etwas: Mit dem Musikhören ist das bei mir so eine Sache. Manchmal kann ich es einfach nicht, weil ich mich auf andere Dinge konzentrieren muss oder weil ich einfach genervt bin. Das ist kein schlichtes Zeitproblem, denn natürlich könnte ich jederzeit eine CD einlegen (naja, nicht jederzeit, aber Ihr wisst sicher, was ich meine) oder mir eine Konzertkarte kaufen. Aber manchmal geht es einfach nicht, das mit dem Hören. Und was die Callas angeht, da ist es noch verrückter. Ob Ihr's glaubt oder nicht, aber ich habe sie nun lange überhaupt nicht gehört, weil ich es nicht ertragen konnte. Durch euch habe ich sie nun nach langer, langer Zeit mal wieder herausgesucht. Und ich höre sie sogar jetzt, während ich dies schreibe, und kann es sogar aushalten.
Ich besitze von ihr die 3 La Divina CDs (EMI Classics), und im Moment läuft Compagne, teneri amici aus La Sonnambula, eine Arie, die ich zum ersten Mal bewusst höre. Außerdem habe ich die Tosca, mit Orchester und Chor der Scala (di Stefano, Gobbi, de Sabata), von 1953, und die Madama Butterfly, ebenfalls mit Orchester und Chor der Mailänder Scala (Callas, Danieli, Gedda, Karajan) von 1955. Ich werde mir alles demnächst in Ruhe zum Wiederhören vornehmen und versuchen zu berichten. Übrigens ist es meistens Callas in Verbindung mit Puccini oder Verdi, wenn sich bei mir die größte Gänsehaut einstellt! :wink
Gruß,
Travi
daniel5993 (22.10.2007, 13:20): Hallo Lisa (Travi) :hello
Um außerdem gleich allen Missverständnissen vorzubeugen: Auch ich bin weder Musikwissenschaftlerin noch -kritikerin; ich beschäftige mich mit Musik - und das auch nur sehr ausschnittweise! - als "blutiger Laie", "einfach so", denn es gibt Musik, die ich einfach gern höre, als sinnliches Erlebnis, aber dieses Forum schien mir der Ort, um vielleicht etwas tiefer in die Materie einzudringen; deswegen habe ich mich angemeldet.
Willkommen im Klassikforum! Nachdem was du geschrieben hast, weiß ich nicht, ob ich dich richtig verstanden habe, wenn ich dich falsch verstanden habe, erhebe ruhig EInspruch :wink
Noch etwas: Mit dem Musikhören ist das bei mir so eine Sache. Manchmal kann ich es einfach nicht, weil ich mich auf andere Dinge konzentrieren muss oder weil ich einfach genervt bin. Das ist kein schlichtes Zeitproblem, denn natürlich könnte ich jederzeit eine CD einlegen (naja, nicht jederzeit, aber Ihr wisst sicher, was ich meine) oder mir eine Konzertkarte kaufen. Aber manchmal geht es einfach nicht, das mit dem Hören.
Bei mir scheitert es nur am Zeitproblem, sonst kann ich immer und jederzeit Musik hören. Es gibt ja soo viele verschiedene Klassische Musikrichtungen, wo mich zu jederzeit irgenteine dieser "Art" anspricht! Bei der Oper kann ich dich schon verstehen! Früher hatte ich, was heißt früher, als ich angefangen hatte mit Klassischer Musik, konnte ich auch immer nur etwas von einer Oper hören und war dem schnell überdrüssig und das obwohl mir die Oper gefiel. Mit der Zeit hat sich das alles verändert! :J
Ob Ihr's glaubt oder nicht, aber ich habe sie nun lange überhaupt nicht gehört, weil ich es nicht ertragen konnte.
Was meinst du genau mit "nicht ertragen konnte"? ?( Wenn man eine gewisse Liebe zu dieser Musik, dieser "Oper" entwickelt hat, kann man es doch auch ertragen, oder nicht? Alles andere wäre ein sich zwingen!
Durch euch habe ich sie nun nach langer, langer Zeit mal wieder herausgesucht. Und ich höre sie sogar jetzt, während ich dies schreibe, und kann es sogar aushalten.
Weil wir sagen, dass die Callas "die Größte" der Operwelt ist und am Besten Singen kann, muss das doch nicht heißen, dass auch du das so siehst! Es heißt auch nicht, dass du dewegen dich zwingen musst, diese Größe unter allen Umständen rauszufinden! Bei mir war es so, dass ich immer von der "Perfekten" Callas gehört habe, von der "Größten" im Musikalischen Sinne. Und dann hab ich angefangen in Ihre Opern reinzuhören! Da ging es mir erst wie dir! Ich konnte es nur eine Zeit lange ertragen und musste dann wieder abstellen! Das was mich immer wieder dazu gezwungen hat die Oper aufs neue abzuspielen war die ein oder andere bekannte Arie, welche mich dann auch durch die Opern trugen und mir dann nebenbei, die Schätze der Ganzen Oper offenbarten! Was ich sagen will ist, man muss sich nicht zwingen eine Oper zu hören! Wenn man anfängt die Oper zu lieben, ist es die Liebe zur Musik, die einen zwingt, erneut die Opernplatte abzuspielen! Immer ein bisschen reinhören und immer wieder ein bisschen, hat bei mir über die Zeit hinweg zur Großen Liebe zur oper geführt! Ich musste so manch "harte" und ungewollte Opernstunde über mich ergehen lassen, bevor ich die "Schätze" erkannte und es zur Liebe Zur Oper kam! Die Frage ist, ob man sich diesen Zwang antut oder nicht! Ich glaube, dass viele, wenn sie ein weing Gedult in eine Oper reinstecken würden und nicht immer gleich abbrechen würde, weil es Ihnen schon nach kurzer Zeit überdrüssig ist, ich glaube viel mehr Menschen würden die Oper dann zu schätzen wissen!
Man muss ein bisschen Geduld reinstecken, dann wird man belohnt! Das kommt alles mit der Zeit! Man muss nur dran bleiben!
@ Jimi @ manrico @ Amade
und alle anderen Opernliebhab"ä"r
Habt Ihr die Oper sofort gemocht? Bei mir war es ein harter Weg, den ich gegangen bin und das nur, weil ich überall gehört habe, die Callas ist die Größte, die und die Oper ist am Schönsten und dass wollte ich selbst rausfinden und das bestätigt wissen, was alles sagten! Und wenn das nicht gleich kappte, versuchte ichs immer wieder! :ignore Bei mir war es keine Liebe auf den ersten Blick! Ich würde sagen, Liebe auf den 5 Blick! Letztendlich spielt das aber auch keine Rolle mehr, denn ich liebe die Oper heute über alles! :J
Mich würd interessieren wie Ihr auf die Oper gekommen seid! :W
Gruß Daniel :beer
Travi (22.10.2007, 15:18): Hallo Daniel!
(wer ist eigentlich Lisa??)
Einspruch, Euer Ehren: Das war tatsächlich ein Missverständnis, oder mehrere sogar, denn ich ging aus von der Feststellung, dass einen manche Stimme emotional vollkommen überwältigen kann und einem beim Hören die Tränen kommen können (Ich hätte die Stelle wahrscheinlich zitieren sollen, dann wäre der Bezug klarer gewesen). Ich meinte also überhaupt nicht, dass ich mich zum Opernhören generell zwingen müsste - das ist ganz und gar nicht der Fall. Es stimmt allerdings, dass ich relativ spät zur Oper gekommen bin, und eigentlich immer noch wenig kenne. Mittlerweile genieße ich sie als musikalische Gattung aber sehr, und zwar vor allem die Werke von Puccini und Verdi. Am liebsten ist es mir übrigens, wenn ich dabei auch etwas sehe, und ich meine nicht bloß das Libretto! Opern sind für mich "Gesamtkunstwerke", um diesen Ausdruck mal zu gebrauchen.
Es ist bei mir aber tatsächlich so, dass ich nicht immer Musik hören "kann", auch wenn ich es rein technisch oder zeitlich "könnte". Setzt Du Dich denn immer hin mit dem Libretto in der Hand und verfolgst alles ganz genau? Ich wünschte, ich hätte immer die totale Konzentrationsfähigkeit.
Ob es mich jemals gestört hat, wenn die Callas als "die Größte" oder die "Perfekte" hingestellt wurde, weiß ich gar nicht mehr. Ich glaube eigentlich nicht. Ich habe einmal eine sehr schöne Sendung über sie und mit ihr gesehen, da kam (für mich) sehr gut rüber, was sie für Ansprüche hatte und wie sie die verwirklichen wollte. Da wirkte sie auf mich "ganz normal" (soweit Perfektionisten "normal" wirken können ...). Irgendwann wurde mir übrigens bewusst, dass der Begriff der Primadonna umgangssprachlich auch schon mal dazu gebraucht wird, um Menschen zu charakterisieren, bei denen man eine bestimmte Attitüde (vielleicht der Arroganz, vielleicht des Strebens nach Perfektion) festzustellen meint, und das hat etwas mit Sexismus zu tun. Ich weiß nicht, ob es Untersuchungen dazu gibt (wahrscheinlich gibt es sie), wie die Callas in "ihrer" Zeit, die noch erheblich konservativer war als heute, von Kritik und Publikum aufgenommen wurde, aber darüber würde ich gern mal etwas erfahren.
Gruß, :wink Travi
LazarusLong (22.10.2007, 16:08): @ Daniel
Wie kommt man zur Oper?
Also vom Bahnhof aus Richtung Innnenstadt und dann... :leb
Sorry, ich konnte nicht widerstehen.
Bei mir fing es mit einer eher schlechten Aufnahme des Gefangenenchors aus nabucco an. Auf der Suche nach eineer besseren Aufnahme, blieb mir dann ein Sampler mit Opernchören an den Fingern kleben. Dem folgten Sampler mit Rossini und Mozart Overtüren, dann der Barbiere, zuerst nur wegen dem largo al factotum, dann kam das eine oder andere Stück aus dem selben Werk dazu und irgendwann die DVD (Abbado, Prey, Berganza). Danach selbstverständlich Figaros Hochzeit, zuerst eine etwas modernere Aufführung (Peter Sellar? oder so ähnlich), dann eine Version mit Terfel. Sehr schnell danach weitere Mozarts (Zauberflöte, Cosi fan tutte, Don Giovanni), Verdi, Bizet, noch mehr Rossini. Zur Zeit versuche ich mich zu Wagner durchzuringen. Ich denke ich werde mit den Meistersängern anfangen, das Stück scheint mir im Vergleich zum Ring doch relativ leicht verdaulich und vor allem übersichtlich zu sein. Nebenschauplätze sind dann noch Lieder von Schubert, Brahms u.a., allerdings im Moment noch relativ selten. Ein weiterer kurzer Nebenschauplatz war die Operette, von der ich mich allerdings sehr schnell wieder entfernt habe.
Frank
daniel5993 (22.10.2007, 17:00): Hallo Frank!
Mit dir hab ich ja weniger gerechnet! :wink
Zur Zeit versuche ich mich zu Wagner durchzuringen.
Durchzuringen ist das richtige Wort! Bei mir sind es jetzt zwar die italienischen Opern, aber auch muss man sich manchmal durchringen, sich voranarbeiten! Bei Wagner habe ich irgentwo aufgeschnappt, das der Fliegende Holländer wohl für Anfänger Gut ist!
Gruß Daniel
manrico (22.10.2007, 17:01): Na, gut, denn.. mit 8 Jahren bin ich dem Zauber von Wagners Frau Venus völlig verfallen (Gnade! keine psychoanalytischen Deutungen!). Kurz danach kam schon der Lohengrin (ich hatte da eine alte Tante, die aus Aschersleben zu Besuch zu uns gekommen ist und die konnte alle diese Geschichten so herrlich erzählen) und dazu pasend die Wiener Premiere mit Domingo. Als nächstes ist mir dann der Rigoletto auf deutsch mit Schlusnus und Roswaenge in die Hände gefallen, und den hab ich dann ohne Gnade tagein tagaus gespielt. Ich liebe einfach Geschichten und Erzählungen und in Zusammenhang mit Musik sind sie einfach unschlagbar. Daher hab ich mich nie zur Oper zwingen müssen (bei Mozart hat's etwas länger gedauert, aber Verdi ist und bleibt mein Musikgott), sie hat mich von Kindheit an fasziniert. Ich muss mich eher zu symphonischer Musik zwingen - vor allem zu solcher, bei dem dem Komponisten keine Melodien einfallen, er diese thematische Einfallslosigkeit aber formal völlig korrekt und technisch richtig in einer (oder besser gesagt 4) Symphonien durch den kompositionstechnischen Fleischwolf dreht. Da lob ich mir doch die Komponisten, die auf die Einhaltung der Formalkriterien pfeifen und einfach eine göttliche Melodie nach der anderen aus dem Hut zaubern. - aber das ist hier off-topic und gehört eigentlich in einen anderen thread - ich musste das nur irgendwann einmal los werden.
Oper ist für mich die vollkommenste weil komplexeste Kunstgattung-quasi die Synthese aus Drama, Musik und bildnerischer Kunst, an die alle andere Bereiche der Kunst für sich genommen nicht annähernd herankommen.
ein bekennender Opernfanatiker
daniel5993 (22.10.2007, 17:11): Hallo Travi !
Lisa ist die Schwester von Bart Simpson!http://www.cyberman-online.de/lisa.gif Dein Avatar zeigt Lisa Simpson! dei "Bruder" Bart ist übrigens auch hier im Forum! :wink der sieht dann so aus http://img.timeinc.net/time/time100/images/main_simpson.jpg
Es ist bei mir aber tatsächlich so, dass ich nicht immer Musik hören "kann", auch wenn ich es rein technisch oder zeitlich "könnte". Setzt Du Dich denn immer hin mit dem Libretto in der Hand und verfolgst alles ganz genau? Ich wünschte, ich hätte immer die totale Konzentrationsfähigkeit.
Nein, nicht mit Libretto in der Hand! Nur Musik! der Nachteil ist, dass ich oft keine Ahnung habe, um was es eigentlich in der Oper geht (Handlung)! Die Musik ist mir wichtig!
Einspruch, Euer Ehren: Das war tatsächlich ein Missverständnis,
Tut mir Leid! Habs jetzt verstanden!
Ob es mich jemals gestört hat, wenn die Callas als "die Größte" oder die "Perfekte" hingestellt wurde, weiß ich gar nicht mehr.
Gestört hats mich auch nie, aber ich wollte unbedingt begreifen, was die Leute an Ihr so toll fanden, die Stimme und ich wollte die musikalische Größe erkennen und deswegen habe ich solange gehört, bis ichs kapiert habe! :engel Hab mich in die Opernwelt gekämpft :wink
Am liebsten ist es mir übrigens, wenn ich dabei auch etwas sehe, und ich meine nicht bloß das Libretto! Opern sind für mich "Gesamtkunstwerke", um diesen Ausdruck mal zu gebrauchen.
Ich habe noch nie eine Oper live gesehen, oder auch DVD! Ich kenne das nur von Bildern! Für mich ist die Musik das wichtigste! Die Zeit wird noch kommen, hoffentlich!
Gruß Daniel
Amadé (22.10.2007, 22:09): @daniel
Ich kann nicht behaupten, dass ich Klassik oder Opern quasi mit der Muttermilch aufgesogen hätte. DEr eigentliche Auslöser war, und daran erinnere ich mich ganz genau, dass meine Eltern sich ein neues Radio anschafften und ich das alte Nord Mende Gerät ganz für mich übernehmen durfte. Durch zunächst passives, bald darauf aber aktives Hören erschloss sich für mich die Welt der Klassik, die bald nicht mehr aus meinem damals noch jungen Leben wegzudenken war. Ein Radio-Fan bin ich noch heute. Mit 14 begann ich Schallplatten zu sammeln, diese Leidenschaft ist bis heute ungebrochen. Meine ersten Opernaufnahmen waren Fidelio, Freischütz, Fliegender Holländer, Zauberflöte. ZUm ersten mal sah ich in einem OPernhaus Bergs Wozzeck, dirigiert vom fachkundigen Wilhelm Schüchter. Später folgten regelmäßige Besuche in Dortmund, Köln und Bayreuth. Auch erinnere ich mich noch ganz genau and Christoph von Dohnanyis letztem Abend an der Frankfurter Oper mit FRau ohne Schatten, die Färberin sang Birgit Nilsson. Meine Schwerpunkte sind eindeutig Wagner (Tristan, Meistersinger, Ring), Mozart (Figaro, Don Giovanni) und Verdi (Don Carlos). Aber ich bin auch offen für andere. Meine Plattensammlung umfasst etwa 400 Gesamtaufnahmen und zahlreiche Querschnitte sowie Ariensammlungen von Sängern aus der Schellakzeit.
Gruß Bernd
Travi (23.10.2007, 09:58): @Daniel
Hallo, und vielen Dank für die Aufklärung über meine wahren Familienverhältnisse! Das Bild hatte ich nur gewählt, weil es die einzige weibliche Person :Iin der Galerie darstellte, nicht ahnend, dass ich mir damit gleich einen Bruder einhandeln würde. :D
@Daniel und Amadé
Auch ich habe die Oper genau wie Amadé nicht mit der Muttermilch aufgesogen. Die ersten Berührungen damit kamen erstens sehr sporadisch und zweitens nicht wirklich aufgrund von Eigeninitiative und haben mich entsprechend relativ wenig beeindruckt (wenn man von Bühnenbild, Kostümen etc. absieht); einen Boris Godunov erlebte ich in grauer Vorzeit im Rahmen eines Schüler-Abonnements, ein Aschenputtel dann später als Studentin (bei letzterem habe ich rein gar nichts begriffen und fand alles nur "sehr laut und sehr bunt", wie ich heute zu meiner Schande gestehen muss). An "live"-Erlebnissen habe ich ansonsten noch einzelne Arien zu bieten. Meine CD-und DVD-Sammlung ist gerade in den letzten Jahren zwar sehr schön gewachsen (da wären zum Beispiel ein paar wunderschöne Opern von meinem alten Freund Vivaldi), aber dass ich gezielt höre und mich mit dem Gehörten auseinandersetze geschieht eigentlich immer noch viel zu wenig.
Gruß an alle, Travi
daniel5993 (23.10.2007, 11:35): Hallo Travi,
Wenn dir dei Avatar nicht gefällt, kannst du dir ein Neues, irgentwo aus dem Internet raussuchen und es bei dir im Profil einfügen!
Gruß Daniel
Travi (23.10.2007, 12:19): Hallo Daniel,
ach, so schlimm ist es ja nun auch wieder nicht. Bin ja zum Glück nicht vollkommen humorlos :haha ...
Gruß, Travi
LazarusLong (23.10.2007, 14:42): Original von daniel5993 Hallo Frank!
Mit dir hab ich ja weniger gerechnet! :wink
Ich bin jetzt unsicher, wie ich das verstehen soll. ?( Bin ich jetzt beleidigt :S oder gebauchpinselt? :thanks Fragen über Fragen, die mich heute nacht nicht schlafen lassen. :I Kannst Du mir mal sagen, wie das nun gemeint war?
:hello
Frank
daniel5993 (23.10.2007, 15:58): Original von LazarusLong Original von daniel5993 Hallo Frank!
Mit dir hab ich ja weniger gerechnet! :wink
Ich bin jetzt unsicher, wie ich das verstehen soll. ?( Bin ich jetzt beleidigt :S oder gebauchpinselt? :thanks Fragen über Fragen, die mich heute nacht nicht schlafen lassen. :I Kannst Du mir mal sagen, wie das nun gemeint war?
:hello
Frank
Hallo Frank :hello :hello :hello (Du bekommst auch dreifache Anerkennung von mir :wink)
Immer, wenn ich in "Sachen" Oper geschrieben habe, waren es drei Forianer, welche sich dort ebenfalls haben sehen lassen, manrico, Amade, Jimi! Da ich dich nicht oft im Forum sehe, hab ich nicht an dich gedacht! Ab und zu, wenn ich dich nach längerer Zeit wieder im Forum erblickte, dachte ich Mensch - der lebt ja auch noch! :D Wie du siehst, war das ganze doch recht harmlos!
Ich war positiv überrascht! Und deshalb darfst du dich gebauchpinselt fühlen! Genieß es! :thanks
Jetzt kannst du heut Nacht wieder Gut schlafen :J
Gruß Daniel :haha
LazarusLong (23.10.2007, 16:18): @daniel
Danke, daß Du mir meinen geruhsamen Schönheitsschlaf gönnst. :rofl
Meine längeren Forumspausen, sind hauptsächlich beruflich bedingt, das sind Zeiten, in denen ich nur mitlese, aber nicht aktiv poste (oder u.U. auch keine Zeit und Muße zum Musikhören habe.) Ehrlich gesagt, wundere ichmich manchmal. wie manch einer im Forum es schafft, so häufig präsent zu sein wie zB. du, aber dieses Rätsel habe ich heute mit einem Blick auf Dein Profil lösen können. Damals (vor langer, langer Zeit) im Studium, konnte ich ähnlich frei über meine Zeit verfügen. Und ja, ich bin ein bißchen neidisch, allerdings nur ein kleines bisschen, es hat alles irgendwo seine Vor- und Nachteile. Mein dringender Rat an Dich (und die anderen Azubis, Studenten und Faulenzer :ignore): Geniesst es
Frank
Jimi (23.10.2007, 17:17): Hallo Frank,
vielleicht hätte ich gleich noch etwas dazuschreiben sollen als ich deine Aussage über MC und Anna Netrebko hier reingestellt habe. Falls der Eindruck entstanden ist, du sollst dich hier im Callas -Thread für deine Aussage in einem anderen Thread rechtfertigen, so habe ich das nicht beabsichtigt. Genau so wenig wollte ich dir unterstellen ein vorschnelles Urteil(überMC) gefällt zu haben. Ich habe überhaupt kein Problem damit wenn jemand mit der Stimme von MC oder mit der Art Ihrer Interpretationen nicht klar kommt, die Geschmäcker sind nun mal verschieden.
Es interessiert mich einfach wie dein Eindruck :
Einen ähnlich emotionsarmen Eindruck wie die Netrebko machen auf mich auch die Aufnahmen die ich bis jetzt von Maria Callas gehört habe und die mir ebenfalls überhaupt nichts geben.
zustandegekommen ist, ob du zb mal Aufnahmen von AN mit MC direkt verglichen hast oder auch Aufnahmen anderer Sängerinnen mit denen vonMC wo du dann sagen würdest, die Sängierin "soundso" singt die Arie"abc" emotionaler als MC.
Original von daniel5993 Habt Ihr die Oper sofort gemocht? Mich würd interessieren wie Ihr auf die Oper gekommen seid! smiley4
Hallo Daniel, da muss ich ein wenig ausholen. Ich bin mit klassischer Musik aufgewachsen, mein Vater hat begeistert in einem Chor gesungen, ich hatte rel. früh Klavierunterricht(ich glaube mit 7)und habe vor dem Stimmbruch im Schulchor gesungen(Sopran :J). Oper hat zu hause allerdings nicht die Hauptrolle gespielt, ich kann mich aber erinnern das ich als Kind begeistert eine der wenigen Opernaufnahmen meiner Eltern gehört habe : "Die Macht des Schicksals" , besonders die Ouvertüre hatte es mir angetan. Mit 16 hab ich mir dann eine mehrjährige Klassikauszeit genommen(Jimi) und dem Klavierspielen aufgehört und dafür angefangen Gitarre zu spielen :W. In meiner LP-zeit von 16 bis 20 habe ich mir nur eine oder zwei Klassik-LP's gekauft. Auch als ich 20 auf Cd umgestiegen bin habe ich mir etliche Jahre nur wenig Klassik Cd's gekauft, und wenn meistens Klavier oder symphonische Musik, aber keine Oper, das hat mich damals gar nicht interessiert. Mit Musik hab ich mich immer intensiv beschäftigt und fleißig CD's gesammelt, In einer Oper war ich dann auch eher unfreiwillig(Geburtstagsgeschenk für die Großmutter meiner Frau) :Freischütz in Nürnberg, hat bei mir keinen bleibenden Eindruck hinterlassen. Auch die berühmte "Die drei Tenöre" CD von 1990 hat mich nicht zum Opernfan gemacht. Mitte der 90er hab ich dann einen Opernführer mit 10 Cd-Box gekauft(Harenberg). Das erste(und auch das zweite) Durchhören hat auch keine übergrosse Begeisterung entfacht. Kurz darauf kam mir der Zufall zu Hilfe, in einem Cd-Laden sehe ich einen Opernsampler mit verschieden Interpreten(ich hab eigentlich nach etwas ganz anderem gesucht) , der erste Name war der einzige den ich kannte : Placido Domingo. Also ruhig mal reinhören. Die ersten drei Stücke waren Sopranarien: erst te Kanawa ich weiß noch das mir die Stimme gefallen hat die nächsten beiden, Scotto und Eva Marton haben mich weniger begeistert. Dann, ich lese schon etwas müde in einem anderen CD-Cover(keine Oper) und will die CD wechseln , beginnt das vierte Stück, ein Duett, der Tenor beginnt zu singen und ich war plötzlich hellwach, ich hatte damals keinen Vergleich, kannte auch das Stück nicht, aber eines war klar, so etwas hatte ich noch nicht gehört, ich war begeistert. Cd -Cover her, wer singt da??? Ich muss jetzt alle Domingo Fans leider enttäuschen , er war es nicht, zu meiner Überraschung hatte ich den Namen noch nie gehört, es war der amerikanische Tenor Richard Tucker. Ein Verdi-Recital von Ihm war in dem Laden vorrätig das hab ich natürlich sofort gekauft. Auch meine erste Opern waren Gesamtaufnahmen mit Tucker." La Traviata" und natürlich "La Forza del Destino". Von da an gab es kein Halten mehr. Ich hab mir Bücher zu dem Thema besorgt, um herauszufinden ob es noch mehr solche Überraschungen wie Richard Tucker gibt - und ich wurde nicht enttäuscht, um nur mal Tenöre zu nennen: Bergonzi, Wunderlich,Gedda, Kraus, Simoneau, Tagliavini, Björling, Melchior, Völker, Schipa , Caruso... ich bin mir vorgekommen wie im Wunderland. Jedenfalls habe ich von da an versucht mich durch alle möglichen Opern von Strauss (hab ich immer noch ein bisserl Probleme) bis Monteverdi (finde ich Klasse) durchzuhören. Sehr wichtig finde ich es Interpreten zu vergleichen, nicht um einen oder eine in die Pfanne zu hauen, sondern um von den unterschiedlichen Interpretationen zu lernen, ich glaube das hat mir sehr viel gebracht auch um neue, mir unbekannte Sänger/innen einzuschätzen.
:hello Jimi
manrico (23.10.2007, 17:40):
Mein dringender Rat an Dich (und die anderen Azubis, Studenten und Faulenzer :ignore):
Frank
Einspruch, Euer Ehren !!!!
LazarusLong (24.10.2007, 08:00): Original von manrico
Mein dringender Rat an Dich (und die anderen Azubis, Studenten und Faulenzer :ignore):
Frank
Einspruch, Euer Ehren !!!!
Stattgegeben. Ich habe unzulässigerweise von mir selbst (und meinen Studienkollegen) auf andere geschlossen. :J
Frank
nikolaus (30.10.2007, 22:24): Vor einigen Jahren gab es mal eine Serie von Radiosendungen über Maria Callas, ich glaube von Jürgen Kesting. Ich fand diese Sendungen damals sehr gut und würde gerne wissen, ob man sie auf Tonträgern bekommen kann.
Kann mir da jemand helfen?
Danke, Nikolaus.
Travi (31.10.2007, 09:06):
Hallo Daniel, (...) Dann, ich lese schon etwas müde in einem anderen CD-Cover(keine Oper) und will die CD wechseln , beginnt das vierte Stück, ein Duett, der Tenor beginnt zu singen und ich war plötzlich hellwach, ich hatte damals keinen Vergleich, kannte auch das Stück nicht, aber eines war klar, so etwas hatte ich noch nicht gehört, ich war begeistert. Cd -Cover her, wer singt da??? Ich muss jetzt alle Domingo Fans leider enttäuschen , er war es nicht, zu meiner Überraschung hatte ich den Namen noch nie gehört, es war der amerikanische Tenor Richard Tucker. Ein Verdi-Recital von Ihm war in dem Laden vorrätig das hab ich natürlich sofort gekauft. Auch meine erste Opern waren Gesamtaufnahmen mit Tucker." La Traviata" und natürlich "La Forza del Destino". Von da an gab es kein Halten mehr. Ich hab mir Bücher zu dem Thema besorgt, um herauszufinden ob es noch mehr solche Überraschungen wie Richard Tucker gibt - und ich wurde nicht enttäuscht, um nur mal Tenöre zu nennen: Bergonzi, Wunderlich,Gedda, Kraus, Simoneau, Tagliavini, Björling, Melchior, Völker, Schipa , Caruso... ich bin mir vorgekommen wie im Wunderland. Jedenfalls habe ich von da an versucht mich durch alle möglichen Opern von Strauss (hab ich immer noch ein bisserl Probleme) bis Monteverdi (finde ich Klasse) durchzuhören. Sehr wichtig finde ich es Interpreten zu vergleichen, nicht um einen oder eine in die Pfanne zu hauen, sondern um von den unterschiedlichen Interpretationen zu lernen, ich glaube das hat mir sehr viel gebracht auch um neue, mir unbekannte Sänger/innen einzuschätzen.
:hello Jimi
Was Du hier schreibst, ist für mich in zweierlei Hinsicht interessant. Ich hatte nämlich kürzlich ebenfalls ein Richard-Tucker-Erlebnis. Ich hörte ihn zusammen mit Tebaldi in der New Yorker Bohème von annodazumal, und erlebte genau das, was Du beschreibst: Ich war auf Tebaldi gespannt, merkte aber beim Hören schon der ersten Tuckertöne, wie sich bei mir die Nackenhaare hochstellten, und ich dachte nur noch, Donnerwetternochmal! Der Mann hat's, und ist mir dabei völlig unbekannt! Ein Tenor, der für mich in der Björling- (und, man möge es mir verzeihen, Pavarotti-) Liga spielt.
Ich möchte das unbedingt weiter verfolgen, und das bringt mich zum zweiten Punkt, der mich sehr interessiert, nämlich die eigene, ganz persönliche Rezeption näher zu untersuchen. Vielleicht (wahrscheinlich?) ein unmögliches Unterfangen. Denn oft läuft's m.E. halt auf Geschmack, Befindlichkeiten usw. hinaus.
Travi
manrico (31.10.2007, 09:39): Hallo Travi!
Tucker gehört sicherlich zu den besten Tenören der letzten 50 Jahren. Einige Maierismen mag ich nicht an ihm, aber im Großen und Ganzen halte ich ihn für einen ganz, ganz zentralen Sänger der Verdiaufnahmen der 60er Jahre (Forza del destino, Trovatore, Traviata).
Lg
Werner
Jimi (07.11.2007, 22:24): Original von Travi
Was Du hier schreibst, ist für mich in zweierlei Hinsicht interessant. Ich hatte nämlich kürzlich ebenfalls ein Richard-Tucker-Erlebnis. Ich hörte ihn zusammen mit Tebaldi in der New Yorker Bohème von annodazumal, und erlebte genau das, was Du beschreibst: Ich war auf Tebaldi gespannt, merkte aber beim Hören schon der ersten Tuckertöne, wie sich bei mir die Nackenhaare hochstellten, und ich dachte nur noch, Donnerwetternochmal! Der Mann hat's, und ist mir dabei völlig unbekannt! Ein Tenor, der für mich in der Björling- (und, man möge es mir verzeihen, Pavarotti-) Liga spielt.
Ich möchte das unbedingt weiter verfolgen... Travi
Hallo Travi,
freud mich das hier im Forum jemand Richard Tucker kennt(außer Werner mein ich,dass der ihn kennt war ja eh klar :W),ich habe den Eindruck er ist, zumindest in Deutschland, nicht so bekannt wie man es bei einem Tenor seiner Klasse eigentlich annehmen sollte.
Original von Travi Ich möchte das unbedingt weiter verfolgen... Travi
Wenn du mehr über Tucker wissen willst kann ich gerne etwas über ihn schreiben, du musst nur sagen was dich am meisten interessiert.
Original von Travi
... und das bringt mich zum zweiten Punkt, der mich sehr interessiert, nämlich die eigene, ganz persönliche Rezeption näher zu untersuchen. Vielleicht (wahrscheinlichein unmögliches Unterfangen. Denn oft läuft's m.E. halt auf Geschmack, Befindlichkeiten usw. hinaus. Travi
Hier verstehe ich nicht ganz was du meinst, etwa ob es Geschmacksache ist ob man einen Interpreten/in mag oder nicht mag ?(
Original von manrico Tucker gehört sicherlich zu den besten Tenören der letzten 50 Jahren. Einige Maierismen mag ich nicht an ihm, aber im Großen und Ganzen halte ich ihn für einen ganz, ganz zentralen Sänger der Verdiaufnahmen der 60er Jahre (Forza del destino, Trovatore, Traviata).
Hallo Werner,
mit den Manierismen hast du schon recht, vor allem bei seinen späten Aufnahmen, aber da gibt es zu der Zeit(50er-60er) ja noch einige "Kandidaten" die in der Beziehung noch schlimmer waren ... Für mich ist er jedenfalls ,neben Carlo Bergonzi,der beste "Verdi-Tenor" der letzten 50 Jahre. Jussi Björling hatte seine beste Zeit ja noch etwas früher.
Ach ja, wir sind ja hier eigentlich im Callas-Thread, (Off-Topic :ignore) macht aber nix Tucker hat ja auch bei 2 Callasaufnahmen mitgewirkt, bei der Aida und "La Forza del Destino". :wink
:hello Jimi
Travi (09.11.2007, 15:09): Original von Jimi Original von Travi
Was Du hier schreibst, ist für mich in zweierlei Hinsicht interessant. Ich hatte nämlich kürzlich ebenfalls ein Richard-Tucker-Erlebnis. Ich hörte ihn zusammen mit Tebaldi in der New Yorker Bohème von annodazumal, und erlebte genau das, was Du beschreibst: Ich war auf Tebaldi gespannt, merkte aber beim Hören schon der ersten Tuckertöne, wie sich bei mir die Nackenhaare hochstellten, und ich dachte nur noch, Donnerwetternochmal! Der Mann hat's, und ist mir dabei völlig unbekannt! Ein Tenor, der für mich in der Björling- (und, man möge es mir verzeihen, Pavarotti-) Liga spielt.
Ich möchte das unbedingt weiter verfolgen... Travi
Hallo Travi,
freud mich das hier im Forum jemand Richard Tucker kennt(außer Werner mein ich,dass der ihn kennt war ja eh klar :W),ich habe den Eindruck er ist, zumindest in Deutschland, nicht so bekannt wie man es bei einem Tenor seiner Klasse eigentlich annehmen sollte.
Dass ich Tucker kennen würde, ist sehr übertrieben und würde ich selbst auch nie behaupten. Ich habe ihn vor ein paar Wochen ganz zufällig entdeckt und er hat mir als Rodolfo ausgezeichnet gefallen, neben einer amerikanischen Mimi, deren Namen ich peinlicherweise vollkommen vergessen habe (Dorothy ??). Sie hatte m.E. auch stimmlich nicht so ganz die Klasse, die er hatte, aber - es war eine live-Aufnahme - sie schien mir eine sehr enge Beziehung zum Publikum gehabt zu haben, enger als ihr Partner, da die Leute bei ihrem Auftritt klatschten, aber bei ihm nicht (ich müsste es nochmal hören, aber ich meine, es war so). Die Aufnahme war übrigens leider gar nicht das Gelbe vom Ei, und irgendwie klangen die Stimmen seltsam "entfernt" (ich kann's leider nicht besser ausdrücken). Trotzdem hatte ich beim Hören den Eindruck, dass die New Yorker da einen Abend voller Atmosphäre zusammen mit ihren Lieblingen sehr genossen hatten. Und vielleicht noch lange davon erzählt haben...
Original von Travi Ich möchte das unbedingt weiter verfolgen... Travi
Wenn du mehr über Tucker wissen willst kann ich gerne etwas über ihn schreiben, du musst nur sagen was dich am meisten interessiert.
Alles! Was aber jetzt bitte nicht so verstanden werden soll, als würde ich hier Aufträge verteilen - wer interessiert sich denn sonst noch für Tucker, müsste man da vielleicht auch erstmal fragen.
Original von Travi
... und das bringt mich zum zweiten Punkt, der mich sehr interessiert, nämlich die eigene, ganz persönliche Rezeption näher zu untersuchen. Vielleicht (wahrscheinlichein unmögliches Unterfangen. Denn oft läuft's m.E. halt auf Geschmack, Befindlichkeiten usw. hinaus. Travi
Hier verstehe ich nicht ganz was du meinst, etwa ob es Geschmacksache ist ob man einen Interpreten/in mag oder nicht mag ?(
Ich meine, dass Geschmack hier EIN sehr wichtiger Aspekt ist.
Original von manrico Tucker gehört sicherlich zu den besten Tenören der letzten 50 Jahren. Einige Maierismen mag ich nicht an ihm, aber im Großen und Ganzen halte ich ihn für einen ganz, ganz zentralen Sänger der Verdiaufnahmen der 60er Jahre (Forza del destino, Trovatore, Traviata).
Hallo Werner,
mit den Manierismen hast du schon recht, vor allem bei seinen späten Aufnahmen, aber da gibt es zu der Zeit(50er-60er) ja noch einige "Kandidaten" die in der Beziehung noch schlimmer waren ... Für mich ist er jedenfalls ,neben Carlo Bergonzi,der beste "Verdi-Tenor" der letzten 50 Jahre. Jussi Björling hatte seine beste Zeit ja noch etwas früher.
Ach ja, wir sind ja hier eigentlich im Callas-Thread, (Off-Topic :ignore) macht aber nix Tucker hat ja auch bei 2 Callasaufnahmen mitgewirkt, bei der Aida und "La Forza del Destino". :wink
:hello Jimi
Jimi (09.11.2007, 17:06): Original von Travi
Dass ich Tucker kennen würde, ist sehr übertrieben und würde ich selbst auch nie behaupten. Ich habe ihn vor ein paar Wochen ganz zufällig entdeckt und er hat mir als Rodolfo ausgezeichnet gefallen, neben einer amerikanischen Mimi, deren Namen ich peinlicherweise vollkommen vergessen habe (Dorothy ??). Sie hatte m.E. auch stimmlich nicht so ganz die Klasse, die er hatte, aber - es war eine live-Aufnahme - sie schien mir eine sehr enge Beziehung zum Publikum gehabt zu haben, enger als ihr Partner, da die Leute bei ihrem Auftritt klatschten, aber bei ihm nicht (ich müsste es nochmal hören, aber ich meine, es war so). Die Aufnahme war übrigens leider gar nicht das Gelbe vom Ei, und irgendwie klangen die Stimmen seltsam "entfernt" (ich kann's leider nicht besser ausdrücken). Trotzdem hatte ich beim Hören den Eindruck, dass die New Yorker da einen Abend voller Atmosphäre zusammen mit ihren Lieblingen sehr genossen hatten. Und vielleicht noch lange davon erzählt haben...
Hallo Travi,
bei deinem letzten Beitrag ist irgentwie beim Zitieren was durcheinander geraten, nach einiger Verwirrung ?( habe ich dann aber doch durchgeblickt.
Die Mimi zu der dir der Nachname fehlt ist wahrscheinlich Dorothy Kirsten, zumindest singt sie auf einem Tucker-Recital mit ihm das Duett aus Boheme(Studioaufnahme 1955), ich höre es gerade, eigentlich ist sie gar nicht so übel, zumindest von der Stimme her.
Original von Travi Original von Jimi
Wenn du mehr über Tucker wissen willst kann ich gerne etwas über ihn schreiben, du musst nur sagen was dich am meisten interessiert.
Alles! Was aber jetzt bitte nicht so verstanden werden soll, als würde ich hier Aufträge verteilen - wer interessiert sich denn sonst noch für Tucker, müsste man da vielleicht auch erstmal fragen.
Nein,nein ich habe es nicht so verstanden als würdest du Aufträge verteilen, ich habe dich ja gefragt ob ich etwas über Tucker schreiben soll. Ob sich sonst noch jemand für Tucker interessiert? Kein Ahnung. Aber du hast es vielleicht schon mitbekommen das wir hier, ich will es mal vorsichtig ausdrücken, eine noch recht überschaubare Anzahl von Opernfreunden sind, da sind dann 3 die sich für ein Thema interessieren schon fast die Mehrheit :ignore
Es muss ja auch kein eigener Thread nur über Tucker sein, man könnte ihn zb im Rahmen eines Threads über bedeutende Verditenöre vorstellen, Werner und Daniel machen da bestimmt mit. In dem Rahmen kann man dann auch ein wenig "streiten" ob "der oder der" Tenor jetzt ein bedeutender Verdisänger ist oder nicht. Da schläft dann das Thema event. nicht so schnell ein.
Maria Callas wurde am 2. Dezember 1923 in New York als Tochter griechischer Eltern geboren. 1937 kam sie mit ihrer Mutter und Schwester nach Athen. Sie studierte Gesang bei Elvira de Hidalgo und am Konservatorium ihrer Heimatstadt. 1949 heiratete sie den italienischen Unternehmer Giovanni Battista Meneghini und nahm die italienische Staatsbürgerschaft an.
Callas brillierte in vielen Rollen. Zu ihren berühmtesten Interpretationen wurden Cherubinis Medea, die Violetta in Verdis La Traviata (1951 ff) und Bellinis Norma (1948 ff). Die Constanze aus der Entführung ist die einzige von ihr präsentierte Mozart-Partie (1952).
Ihr besonderes Verdienst liegt in der Wiederentdeckung und -belebung der Belcanto-Opern Rossinis, Donizettis und Bellinis. Ihre Auftritte in Rossinis "Il Turco in Italia" und "Armida", Donizettis "Anna Bolena" oder Bellinis "Il Pirata" bereiteten den Weg für Diven wie Joan Sutherland und Montserrat Caballé, die Jahrzehnte später in diesen Rollen bekannt wurden.
Nur wenige Auftritte von Callas sind als Film dokumentiert. Dennoch kann man die Wirkung ihrer Darstellungen durch zahlreiche Studio- oder Liveaufnahmen erleben, zum Beispiel die Arie am Ende des ersten Aktes aus La Traviata oder die Arie der Leonora aus dem 4. Akt von Il Trovatore. Dabei steht nicht primär gesangstechnische Perfektion im Vordergrund, sondern ihre außerordentliche Musikalität, ihre besondere Wort-Musik-Behandlung, die Darstellungskraft und Verwandlungsfähigkeit.
Bis 1968 hatte Callas eine Liebesaffaire mit Aristoteles Onassis. 1969 versuchte sie sich erfolglos als Schauspielerin (in Medea von Pier Paolo Pasolini). 1970 wirkte sie als Musikpädagogin in New York, wofür sie jedoch nur wenig Talent und Ausdauer besaß. Zusammen mit ihrem früheren musikalischen Partner Giuseppe di Stefano versuchte Callas ein Comeback in mehreren Recital-Tourneen. Obgleich die Stimme längst nicht mehr intakt war, feierte sie immer noch Triumphe aufgrund ihrer unvergleichlichen Bühnenpräsenz.
Sieben Jahre später, am 16. September 1977, starb Callas an Herzversagen. Ihrem Wunsch folgend wurde sie eingeäschert und ihre Asche vor der griechischen Küste verstreut.
Der Nachwelt hat Maria Callas ein unschätzbares Erbe hinterlassen. Von 1952 an bis zu ihrer Tosca 1965 hat sie exklusiv für EMI viele ihrer großen Partien auf Schallplatten aufgenommen. Ihre Tosca mit di Stefano und Gobbi als Partner unter Victor de Sabata gilt heute noch als Referenzaufnahme, an der sich jede Neueinspielung messen lassen muss. Insgesamt gibt es 16 Studioaufnahmen verschiedenener Opern. Darüber hinaus existieren Live-Mitschnitte von Opernaufführungen und mehrere Recitals.
Ihre derzeit erhältliche Diskographie ist fast unüberschaubar. Meine Lieblingsaufnahmen sind:
Deinen Report finde ich wunderbar. Du hast das Material sehr schön zusammengestellt und die Geschichte der Callas vorzüglich erzählt.
Ich denke, dass es in Deinem Sinn liegt, wenn ich noch ein paar Ergänzungen anbringe.
Von den Komponisten deutscher Herkunft hat Maria Callas auch Christoph Willibald Gluck gesungen. Die CETRA unter dem Label REPLICA hat im Jahre 1957 eine "Ifigenia in Tauride" herausgebracht. Sehr schön editiert, finden sich im Textheft viele Szenenfotos. Gesungen hat sie die Partie an der Mailänder Scala unter Sanzogno mit Francesco Albanese, Fiorenza Cosotto, Dino Dondi und Anselmo Colzani im Gespann.
Es wird gemunkelt, dass sie sich auch an der Kundry versucht haben soll, allerdings in Italien in italienischer Sprache.
Maria Callas hatte im Gegensatz zur Tebaldi eine kalt timbrierte Stimme. Deshalb war sie außerstande, die Desdemona zu singen. Hat sie meines Wissens auch nie gemacht. Die Aida lag ihr nicht. Wegen ihrer Höhenschärfen erreicht die Columbia-Einspiekung nur Mittelmaß.
Ihre Traviata finde ich nicht außergewöhnlich. Da war der Konkurrenzdruck doch ein bisschen zu groß. Ihre Forza-Leonore finde ich dagegen heruaragend, obwohl die da die Milanov zu fürchten hatte.
Anfang der sechziger Jahre wurde die Callas von der Kritik ziemlich geschmäht. Als die Sutherland 1961 mit ihrer "Lucia di Lammermoor" herauskam, war dieser Kontrast für mich eine Offenbarung.
In den 50er Jahren gab es im Umfeld der Callas eine ganze Reihe herausragender Sängerinnen, (Gencer, Cerqueti, Olivero) die damals unbekannt blieben, weil sie keine Plattenfirma fanden, die sie unter Vertrag genommen hätte und sie ihr Marketing nicht zu gestalten wussten.
Die Callas hat auch die "Carmen" gesungen. Sogar hervorragend, weil sie mühelos in die Regionen eines Mezzos hinabsteigen und ihre manchmal schneidende Kälte nicht griff. Von den sonstigen französischen Partien gehörte die "Lakmé" in ihr Programm. Mit der Glöckchen-Arie ist die Primadonna auf einem Sängerporträt vertreten.
Mit der Tosca 1965 hat sie ebenso mutig wie rechtzeitig ihren Abgang gefunden. Der Auftritt mit Giuseppe di Stefano sollte nicht an die alten Erfolge anknüpfen, sondern war eher ein "Guten Tag" sagen an ihre jubelnden Fans.
Der Film, in der sie die Medea gesprochen hat, war nicht so schlecht wie die Kritik ihn gemacht hat. Sie war schließlich als hervorragende Schauspielerin bekannt und letzthin die Inkarnation der Medea - aber man wollte sie singen und nicht sprechen hören.
Es war keine Affäre mit Onassis, sondern sie war mit ihm verheiratet und hieß zeitweilig Onassis-Callas. Warum die Trennung sie psychisch so mitgenommen hat, ist für mich nicht nachvollziehbar. Schön war er nicht, Geld hatte sie selbst und Ruhm auch. Aber Künstler sind wohl alle hypersensibel und das Schicksal springt häufig besonders hart mit ihnen um.
Wenn jemand stirbt versagt das Herz immer. Ich würde sagen, sie kam mit ihrer Gemütsverfassung nicht mehr zurecht. Wenn man Rollen spielt, muss man immerzu von einer Psyche in die andere schlüpfen und weiß zum Schluss gar nicht mehr, welches die eigene ist und gerät ins Trudeln.
Meine Nummer Eins war Maria Callas nicht. Diesen Platz hatte über die Jahrzehnte Leontine Price inne, wegen ihres negroid eingefärbten Timbres und ihres ungewöhnlichen stimmlichen Sexapeals. Leontine Price ist für mich die Inkarnation der Aida.
Herzlichen Gruss Engelbert
:engel
Cosima (13.07.2006, 08:04): Hallo,
sogar ich - als Opern- und überhaupt Vokalmusik-Muffel - gebe gerne zu, dass mich Maria Callas sehr fasziniert. Sie war nicht nur eine wunderschöne, charismatische Frau, ich liebe auch ihre Stimme sehr. Und das ist selten bei mir, denn die meisten Gesangsstimmen kann ich nur schlecht ertragen. Nicht missen möchte ich deshalb die Live-Aufnahme der Traviata aus 1955 mit Giuseppe di Stefano unter Giulini.
http://www.wom.de/image/cover/front/0/5868409.jpg
Gruß, Cosima
Rachmaninov (13.07.2006, 08:29): Original von Engelbert Es war keine Affäre mit Onassis, sondern sie war mit ihm verheiratet und hieß zeitweilig Onassis-Callas. Warum die Trennung sie psychisch so mitgenommen hat, ist für mich nicht nachvollziehbar. Schön war er nicht, Geld hatte sie selbst und Ruhm auch. Aber Künstler sind wohl alle hypersensibel und das Schicksal springt häufig besonders hart mit ihnen um.
Vor langer Zeit sah ich eine Dokumentation über Onassis.
Onassis hatte eine gewisse Art, die, ob wir uns es vorstellen können oder nicht, eine gewisse Wirkung auf Frauen hatte. Eventuell sein Machthunger oder eine EIgenschaft, die ihn so reich hat werden lassen.
Jedenfalls war "die Callas" für ihn eine Art Trophähe, die er "besitzen" wollte. Die er der Welt präsentieren wollte. Es ging ihm daraum der Welt zu zeigen:"Ich Onassis, kann auch diese Frau haben!"
Das sie das mitgenommen hat als ihr das später klar wurde ist nur verständlich!
ab (17.07.2006, 18:41): Wann waren denn der Callas ihre stimmlichen und interpretatorischen besten Jahre?
Ganong (19.07.2006, 19:12): Lieber ab ,
interpretatorisch war Maria Callas nach allem , was wir von kompetenten Leuten der Opernszene wissen , bis zu ihrer letzten Aufführung ( Tosca in London auf drängendes Bitten von Elisabeth II ) perfekt geblieben . Ihre stimmliche Präsenz wird leider immer wieder falsch beschrieben (gehört hat sie live ohnehin kaum jemand , der über sie schreibt!). Selbst Jürgen Kesting musste zugeben , dass er die grosse Renata Tebaldi live nicht erlebt hat ; "verreissen" konnte er sie aber ungehemmt . ) . Maria Callas hat selbst 1964 / 1965 gegenüber ihrem vieljährigen Freund,Manager etc. M. Michel Glotz selbst dazu Aussagen gemacht . Sie war auch an guten Tagen um diese Zeit durchaus hervorragend , ganz aussergewöhnlich auch stimmlich ( Paris : Norma. Leider ohne Corelli als Pollione und mit der unkollegialen Cossotto als Adalgisa .es gibt Tondokumente davon . ) . Was n i c h t mehr intakt war , das waren in erster Linie ihre Psyche ( sie selbst formulierte es , dass sie einfach seelisch nicht mehr könne .) und ihre körperlich angegriffene Physis . Literatur : Michal Glotz : la Note bleue .Une vie pour la musique .Lattès , 2002 ,Paris ( Kapitel : Maria Callas ). Beste Grüsse , Frank
andreas (03.08.2006, 19:29): Schade, dass ich mich euch nicht anschließen kann:
ich gehöre zu der Fraktion, die der Auffassung ist, dass Maria Callas keine schöne Stimme hat und andere Sopranistinnen vorzieht. Sie hat eine ausdrucksstarke Stimme, das gebe ich gerne zu und ihre darstellung der Norma ist überwältigend
dass sie zu viel ital. Repertoire gesungen hat, trägt dazu bei, dass ich sie nicht interessant finde.
Was denkt ihr???
Mit freundlichen Grüßen Andreas
Engelbert (07.09.2006, 11:18): Hallo,
Im Alsterhaus gegenüber vom Jungfernstieg gibt es in Hamburg eine Ausstellung über Leben und Wirken von Frau Callas. Die Veranstalter legen sich mächtig ins Zeug, die Diva für ihre Warenumsätze zu nutzen. Die Ausstellung ist hochinteressant und ein Magnet für Wallfahrer.
Man zeigt der Callas ihre Kleider, das gelbe Negligée, zu deutsch ein Nachthemd, welches sie auf dem Schiff "Christina" getragen hat, um Herrn Onassis eine Augenweide zu sein. Dann gibt es da noch ein Kleid aus Silberfäden und viel Schmuck. An der Rolltreppe hängen dann noch vergrößerte Zeitungsausschnitte über Lob und Tadel sowie eine Auflistung von Skandalen.
Weswegen es sich aber lohnt, herzukommen, sind drei Schaufenster, in denen ihre Opernkostüme gezeigt werden, die von Plattencovern allgemein bekannt sind:
Das Kleid aus der Tosca in samtrot, welches meines Wissens auch von Renata Scotto getragen wurde
Als nächstes das schwarze mit den grünen Litzen als Violetta.
Das schönste ist das gelbe im spanischen Schnitt als Rosina.
Die Sachen wurden Schaufensterpuppen übergezogen, und vor einem Hintergrundprospekt eines bombastischen Opernfoyers mit aufsteigender Treppe zu den Rängen aufgebaut.
Eine zweitklassige Musikanlage steht im Schaufenster und per Video Lifemitschnitt einer konzertanten Aufführung auf den Gehsteig übertragen. Dieser ist allerdings unter aller Kanone. Wie die Callas gestikuliert und grimassiert widerspricht allem, was man ansonsten von ihrer Darstellungskunst verbreitet. Ihre Stimme ist zwar unverwechselbar, klingt aber besonders in den Höhen ungemein scharf und völlig überanstrengt.
Der Aussage von Andreas stimme ich voll zu. Schon Anfang der sechziger Jahre wurde sie mehr geschmäht als gelobt. Mir brachte die Erlösung Leontine Price.
Engelbert :engel
Jürgen (08.09.2006, 09:30): Original von Engelbert Man zeigt der Callas ihre Kleider
Und ich dachte, die sei tot. :D
Grüße Jürgen
Engelbert (09.09.2006, 20:35): @ Der Körper ist tot, aber der Geist lebt in den Köpfen ihrer Anhänger weiter und ihre Kleider in den Vitrinen.
Wenn man sich einäschernl lässt, kann man nicht alle Kleider mit in die Urne nehmen, weil diese zu klein ist, um das Volumen mehrerer Kleiderschränke aufzunehmen. Deswegen geht man dazu über Kleider und Wäsche zu versteigern, damit andere Menschen sich darin wohl fühlen können.
Wenn die Stücke dagegen zum Funduis eines Opernhauses gehören, verbleiben sie dort, bis sie dem Appetit von Motten zum Opfer gefallen sind.
Gruß Engelbert
LazarusLong (18.09.2006, 16:02): "Meine Nummer Eins war Maria Callas nicht. Diesen Platz hatte über die Jahrzehnte Leontine Price inne, wegen ihres negroid eingefärbten Timbres und ihres ungewöhnlichen stimmlichen Sexapeals. Leontine Price ist für mich die Inkarnation der Aida."
Mach mich doch neugierig!!!! Kannst du eine CD-Empfehlung aussprechen? Ich habe den Namen Leontine Price bis jetzt noch nie gehört. (Was nicht viel bedeutet :D)
LL
daniel5993 (31.08.2007, 13:06): Hallo!
Die Callas wird jetzt im September, jeden Sonntag von 18:00 - 19:00 auf NDR - Kultur vorgestellt! Ist sehr interessant, jedenfalls für mich!
Gruß Daniel :)
Jimi (31.08.2007, 22:23): Original von daniel5993
Die Callas wird jetzt im September, jeden Sonntag von 18:00 - 19:00 auf NDR - Kultur vorgestellt! Ist sehr interessant, jedenfalls für mich! :)
Hallo Daniel,
mit NDR-Kultur hab ich hier in Nürnberg wohl eher schlechte Karten, ist aber nicht so tragisch, im Fernsehen kommt auch noch einiges über Maria Callas.
Ich weiß nicht wieviel du schon über Maria Callas gelesen hast, jedenfalls ist im akt. Fonoforum ein sehr lesenswerter Artikel über sie, wo auf 4-5 Seiten ua viele ihrer wichtigsten Aufnahmen zwar kurz aber sehr zutreffend besprochen werden.
:hello Jimi
daniel5993 (01.09.2007, 10:56): Original von Jimi Original von daniel5993
Die Callas wird jetzt im September, jeden Sonntag von 18:00 - 19:00 auf NDR - Kultur vorgestellt! Ist sehr interessant, jedenfalls für mich! :)
Hallo Daniel,
mit NDR-Kultur hab ich hier in Nürnberg wohl eher schlechte Karten, ist aber nicht so tragisch, im Fernsehen kommt auch noch einiges über Maria Callas.
Ich weiß nicht wieviel du schon über Maria Callas gelesen hast, jedenfalls ist im akt. Fonoforum ein sehr lesenswerter Artikel über sie, wo auf 4-5 Seiten ua viele ihrer wichtigsten Aufnahmen zwar kurz aber sehr zutreffend besprochen werden.
:hello Jimi
Guten Morgen Jimi!
Danke für den Tipp! Ich weiß leider noch nicht soo viel über die Callas! Werde mal im Fonoforum nachlesen! Aber diese NDR-Kultur Sendungen haben mir bisher soo viel geholfen! Von Pollini, Abbado, Rattle, Karajan, Sabine Meier, Toscanini und noch vielen mehr, habe ich jetzt ne Menge gelernt durch diese Sendung! Außerdem ist es schön, das diese "Stars" nicht immer schön geredet werden, sondern das auch das Negative, wenn es etwas gab, auch in der Sendung mit eingebracht wurde! Für alle, die NDR-Kultur empfangen können und die sonst nichts zu tun haben, ist das meine Empfehlung! Des öffteren macht NDR-Kultur Vergleiche der Sänger und Sängerinnen, z.B Netrebko gegen Callas und anderes! Und es werden dann immer die unterschiede erklärt und letztendlich wird ausgewertet und die MariaC. schneidet dort immer wieder am Besten ab! Dadurch versteht man auch wie etwas gesungen werden wollte! Die Netrebko singt zwar schön und schnörkellos, aber sie lässt das dramatische Vermissen, das, was die zur gleichen Zeit laufende Handlung ausmachen sollte. Das wäre mir ohne diese Vergleiche nie aufgefallen! Mir wäre da auch wichtiger eine Sängerin zu hören, welche auch mit den Situationen der Rolle übereistimmt und nicht z.B in traurigen Szenen anfängt wunderschön zu singen mit einem Ausdruck, als ob nichts wäre!
Gruß Daniel :J
Jimi (18.10.2007, 15:50): Original von daniel5993 Des öffteren macht NDR-Kultur Vergleiche der Sänger und Sängerinnen, z.B Netrebko gegen Callas und anderes! Und es werden dann immer die unterschiede erklärt und letztendlich wird ausgewertet und die MariaC. schneidet dort immer wieder am Besten ab! Dadurch versteht man auch wie etwas gesungen werden wollte! Die Netrebko singt zwar schön und schnörkellos, aber sie lässt das dramatische Vermissen, das, was die zur gleichen Zeit laufende Handlung ausmachen sollte. Das wäre mir ohne diese Vergleiche nie aufgefallen! Mir wäre da auch wichtiger eine Sängerin zu hören, welche auch mit den Situationen der Rolle übereistimmt und nicht z.B in traurigen Szenen anfängt wunderschön zu singen mit einem Ausdruck, als ob nichts wäre!
:J
Hallo Daniel,
ich kann dir hier nur zustimmen, ich sehe das genauso. In diesem Zusammenhang möchte ich mal eine Aussage von Frank aus einem anderen Thread zur Diskussion stellen :
Original von LazarusLong
... Die Netrebko hat nach meinem Empfinden eine technisch hervorrragende Stimme, aber bis jetzt hat sie auf mich immer einen sehr kalten , emotionsarmen Eindruck gemacht. Ich bevorzuge da Interpretationen einer Bartoli oder Mirela freni oder Te Kanawa, die mir tatsächlich die Tränen in die Augen treiben. Einen ähnlich emotionsarmen Eindruck wie die Netrebko machen auf mich auch die Aufnahmen die ich bis jetzt von Maria Callas gehört habe und die mir ebenfalls überhaupt nichts geben.
Frank
Hier
kann man das Ganze im Zusammenhang nachlesen. Ich bin auf eure Meinungen dazu gespannt.
:hello Jimi
Travi (18.10.2007, 16:55): Lieber Jimi,
das ist jetzt sehr spontan hingeschrieben, aber: Das ist ja irre - zu lesen, dass die Callas einen emotionsarmen Eindruck macht - mir treibt sie nämlich auch regelmäßig die Tränen in die Augen! Dagegen Netrebko - na ja ... da können wir uns schnell einigen. Mal sehen, was da noch draus wird (aus den Interpretationen der Netrebko, meine ich).
Jimi (18.10.2007, 22:51): Original von Travi Lieber Jimi,
das ist jetzt sehr spontan hingeschrieben, aber: Das ist ja irre - zu lesen, dass die Callas einen emotionsarmen Eindruck macht - mir treibt sie nämlich auch regelmäßig die Tränen in die Augen! Dagegen Netrebko - na ja ... da können wir uns schnell einigen. Mal sehen, was da noch draus wird (aus den Interpretationen der Netrebko, meine ich).
Hallo Travi,
ich war im ersten Augenblick von der Aussage von Frank sehr überrascht, denn ich empfinde Maria Callas wie du als eine ausserordendlich emotionale sehr ausdrucksstarke Interpretin. Vielleicht verrätst du uns ja welche Aufnahmen von MC dir besonders nahe gehen. Frank schreibt ja : "die Aufnahmen die ich bis jetzt von Maria Callas gehört habe", da stellt sich mir die Frage ob er die Aufnahmen die dir die Tränen in die Augen treiben überhaupt kennt?
Überhaupt, sind hier im Thread viele ihrer, meiner Meinung nach allerbesten Aufnahmen , überhaupt noch nicht erwähnt worden.
Eine davon ist die La sonnambula live 1955 unter Bernstein:
http://www.jpc.de/image/w300/front/0/6092058.jpg
Darauf ist eine Szene bei der ich regelmäßig feuchte Augen bekomme, obwohl ich es schon wer-weiß-wie-oft gehört habe, die Schlafwandelszene fast am Ende des 2. Akts : "Oh! se una volta sola... Ah! non credea mirarti."
Gerade "Ah! non credea mirarti" kenne ich von vielen Aufnahmen, aktuelle bis zurück in die Aufnahmesteinzeit(Adelina Patti), aber selbst eine so ausdrucksstarke Sängerin wie Claudia Muzio kommt hier nicht an Maria Callas heran.
Zum Schluss hier noch ein Ausschnitt aus einem ihrer besten Studio-Recitals:
http://www.jpc.de/image/w300/front/0/6836896.jpg
Die Arie "L'altra notte in fondo all mare" aus Mefistofele von Arrigio Boito.
Viel Spaß beim anhören wünscht euch
Jimi :hello
LazarusLong (19.10.2007, 08:05): Ich möchte hier kurz auf meine Aussage über die Callas eingehen:
Wie ich schon des öfteren hier kundgetan habe: Alle wertungen, die ich hier abgebe, sind rein subjektiv und von wenig oder gar keinem geschulten Sachverstand getrübt. Meine musiktheoretischen Kenntnisse gehen gegen null, ich weiß was mir gefällt und was nicht und versuche die Gründe für die Zustimmung oder Ablehnung allgemeinverständlich darzulegen, was mir sicherlich nicht immer gelingt. Soviel als Hintergrund zu mir, damit ihr wisst, wie meine Aussagen zu bewerten sind. Was die Callas angeht, habe ich ein Problem nachzuvollziehen, wie dieser Hype um sie entstanden ist. Sie war eine Diva, eine Persönlichkeit (ob echt oder aufgebaut fürs Publikum sei dahingestellt) aber von den Aufnahmen, die ich bisher von ihr gehört habe, ist sie zwar gut, eine hervorragende Technikerin, aber ichhabe bislang noch nichts gehört, was für mich ihren Ruf wie Donnerhall bestätigen würde. Ich setze mich jetzt seit ca. 4 Jahren intensiver mit klassischer Musik und seit vielleicht 2 Jahren mit Oper und klassischem Liedgut auseinander und mein aktuelles Fazit bleibt bis dato unverändert. Meine favorisierten Opernkomponisten sind immer noch Mozart, Rossini, Wagner (teiweise), Verdi, Bizet. Wenn ich hier die Callas im Vergleich mit aktuellen Stimmen höre, kann ich der Callas nicht viel abgewinnen. Sicherlich liegt es auch mit daran, daß ich ein stark von der optischen Seite geprägter Mensch bin, will heissen, wenn ich eine Oper wie zB La Cenerentola mit Bartoli in der Hauptrolle auf DVD gesehen und gehört habe, ist bei mir ein Gesamteindruck entstanden, der von einer nur Stimmaufnahme, egal von welchem Künstler, nur schwer übertroffen werden kann. Mein Fehler, mein Problem. Wenn ich mich nun mit dem Thema Callas auseinandersetze, so fällt auf, das man wenig kritische Stimmen findet, ihre Verehrer erscheinen für mich in 2 Hauptgruppen: Die Analytiker, die ihren technischen Fähigkeiten Tribut zollen ("Ihr Stimmumfang umfasste drei Oktaven und reichte vom a bis zum es³." - Wikipedia,"Callas' Stimme, die mehr als zwei Oktaven umfasste, setzte sich aus unterschiedlichen Klängen zusammen: eine tiefe, dramatische Bruststimme, eine matte Mittellage und eine funkelnde Höhe"-Stern) und den schwärmerischen, relativ unkritischen, fast schon religiösen Anbetern ("a Divina assoluta – Maria Callas gilt ihren Anhängern als Göttin, hinabgestiegen auf die Opernbühne. Eine starke Frau, die keine Kompromisse machte und sich der Theaterroutine mit Pathos und Leidenschaft widersetzte." - Die Zeit) Beiden Ausprägungen kann ich nicht wirklich folgen und so werde ich mich wohl weiter schwertun, zu dem Phänomen Callas Zugang zu finden. Der Vollständigkeit halber: Ich besitze von ihr ca. 10-15 verschiedene CDs, meistens in der Form "Best of Callas" oder ähnliches, meine Auseinandersetzungen mit mir bis dato unbekannten Künstlern beginnen meist mit solchen Samplern. Wenn ich hier Stücke finde, die mich interessieren, versuche ich über diese Stücke weiter Zugang zu finden. Die Tatsache, daß ich von MC mehrere CDs besitze, sollte als Hinweis darauf dienen, daß ich mich wirklich, wenn auch erfolglos bemüht habe, den Mythos Callas nachzuvollziehen.
In Sachen Italienische Opern bin ich ganz unter dem Stern der Callas "aufgewachsen (die letzten 2 Jahre)" Und ich fühle mich nicht nur emotional angesprochen von Ihrer Stimme, sondern wie Travi sagte, auf der Basis der "Tränen in die Augen treiben", spricht Sie mich genauso an!
Am Besten kann ich das am Beispiel der Norma geben, Ob Covent Garden (1952) (Probegehört und daraufhin bestellt), Stereoeinspielung (1960) oder Mailand (Live, Dezember 1955). Überall dort singt Sie mit emotionaler Tiefe!
In Ihrer Stimme finde ich besonders das tragisch - traurige wieder, das einem das Herz bricht! :thanks :down Wie gesagt, kenne ich bei Italienischen Opern nur die Callas und wenn ich erlich bin, Sie stellt mich vollstens zufrieden! Ich will garkeine anderen Aufnahmen! Zudem bin ich "Callas - gezeichnet" in Form von vielem Hören über Sie und Ihr Leben, über Sängerische Vergleiche im Radio, wo Sie stehts unter den ersten ist, dass ich mir wohl kaum die Mühe machen werde, nach etwas anderem Ausschau zu halten, wo ich doch bei Ihr weiß, was ich bekomme!
1. eine Grandiose Stimme, welche mir sehr gefällt, an der ich nichts auszusetzen habe und welche mich tief ergreift und berührt!
2. Die Gewissheit, dass das was gesungen wird auch echt und der Situation der Oper angepasst ist (in Form von emotionaler Echtheit, wie es der Komponist an bestimmten Stellen beabsichtigt hat) Sie hat nach bestem Wissen und Gewissen gesungen! Sie folgt dem Willen des Komponisten und singt so, wie er es Komponiert hat! Wenn die Szene Traurig ist, gibt Sie es uns auf unmissverständliche Weise zu verstehen! Viele anderen Sängerinnen werden immer wieder dabei ertappt, wie Sie anfangen schön und "gerade zu singen, obwohl der Ausdruck (Freud, Leid, traurigkeit) der Szene nicht angepasst ist! Bei der Callas weiß ich also was ich bekomme, eine Aufrichtige und nach bestem Wissen handelnde, eine Frau, die nicht daran interessiert war sich in manchen Konzerten durchzumogeln! Keine Schönspielerei, auch wenns sich besser anhört!
Bei allem was ich über Sie gelesen, gehört habe, weiß ich, dass Sie zwar schwierig war, aber Sie war ECHT! Sie hat stehts im Besten Sinne des Komponisten geungen, sie hasste es, wenn sich andere Sängerinnen mit weniger Mühe davonstahlen und kassierten! Man wusste immer, die Callas ist Ehrgeizig, die bringt immer alles! Wie viele z.B Normas mehr hätte Sie singen können, wenn Sie Ihre Stimme ein wenig geschont hätte, ein bisschen weniger zur Höchstleistung gezwungen hätte, ein bisschen gemogelt hätte, ein bisschen weniger ECHT am Stück geblieben wäre?
Ich mag es, wenn jemand der Sache ganz dient, sich zurückstellt, wie die Callas es getan hat, der Musik den Vorrang gegeben hat, mit allem zu Verfügung stehenden! Maria wollte immer alles besser und besser machen, ging immer Ehrgeiziger vor, um auch ja dem Geschehen am nahesten zu sein, am Besten wiederzugeben! Eine in der Musik Aufrichtige Person! Schlussendlich, Sie ist mit dem Ganze Herzen dabei gewesen!
Gruß Daniel :beer
manrico (19.10.2007, 18:17): Ich bin musikalisch gesehen ebenso völliger Laie, kann auch nicht mit irgendwelchen musiktheoretischen Schlauheiten aufwarten, ich kann nur schreiben, was ich höre und welche Emotionen bei mir ausgelöst werden.
Ich habe mich auch schon oft gefragt, was es mit dem Hype für die Callas auf sich hat: schön war die Stimme bestimmt nicht, viele Aufnahmen sind technisch jämmerlich und über eine Unzahl ihrer Partner möchte man am liebsten beschämt den Mantel des Schweigens breiten. Warum also fasziniert mich trotzdem beispielsweise die Traviata von der Callas mehr als von vielen anderen? Die te Kanawa singt die Violetta Valery sicher klangschöner, die Sutherland ist geläufiger in der Gurgel, die Caballe technisch korrekter. Aber bei der Callas kommen andere Qualitäten zum Tragen, die sie so einzigartig machen. Ich denke, Daniel hat den wesentlichen Punkt schon angesprochen: Die Portraits der Callas klingen nie beiläufig oder einförmig (wie bei der Sutherland), kalt und distanziert (Caballe, Gruberova), sondern sie stellt immer eine einzigartige Persönlichkeit auf die vokale Klangbühne. Die Stimme einer te Kanawa mag schöner sein, aber sie ist verwechselbarer, die Callas erkennt man sofort. Das macht für mich die Einzigartigkeit ihrer Stimme aus. Es ist für mich die Synthese zwischen ihrer eigenen Persönlichkeit und der Figur, die sie darstellt. Und das Faszinierende ist, dass jede Figur, die ich von ihr kenne (z.B. Aida, Sonnambula, Rosina,..) anders klingt, anders lacht, anders weint und anders liebt. Es ist schon wahr, auch eine Mara Zampieri hat eine sehr charakteristische Stimme, aber halt nur eine Stimmfarbe (und die ist nicht besonders schön) für sämtliche Rollen. sie klingt immer und überall wie die Lady Macbeth. Und damit ist sie für mich eine krasse Fehlbesetzung, wenn sie etwa die Amelia im Maskenball singt (und noch dazu in ihrer Interpretationswut meint, Phrasen völlig sinnlos und unorganisch zerreissen zu müssen). Die Callas zerstört nie die Architektur einer Arie oder Szene, sie schafft den großen Spannungsbogen, weil sie, wie Daniel festgestellt hat, sich intensiv mit dem Werk auseinandergesetzt hat. Wenn sie die Nachtwandelszene der Lady singt, dann deklassiert sie alle, aber wirklich auch alle Interpretinnen derart, dass die nur noch ein erbärmlicher Schatten einer Künstlerin ohne gleichen sind.
Ausserdem greift die Callas nie zu außermusikalischen Mitteln, um die Spannung und Dramtik vermeintlich noch ins Unerträgliche zu steigern (sehr beliebt: "A te la mala pasqua, spergiuro" - da hört man die grausigsten Dinge - nicht so bei der Callas). Sie bleibt auf der Linie und erreicht damit mehr als andere, die meinen outrieren zu müssen.
Ich persönlich bin auch immer skeptisch, wenn die Wellen der Begeisterung so überschwappen, sei es international (Netrebko, Pavarotti, Karajan,.....) oder national (Sills in USA, Gruberova in Wien z.B.) und habe bei den Genannten für mich festgestellt, dass die PR-Maschinerie die Sicht auf die tatsächlichen Leistungen der Genannten doch sehr stark verstellt und sie meist eher Produkt der Medien als ihres Künstlertums sind. Bei der Callas ist das anders, da ist das für mich eher wie bei markanten Persönlichkeiten: sie hat Profil. Das kann man mögen oder eben auch nicht (so wie das halt auch bei ausgeprägten Charakteren ist - die polarisieren auch), aber sie lassen niemanden kalt. Die Callas hat für mich wie keine andere ihre Persönlichkeit mit der der Rolle überzeugend verschmolzen. Das ist zwar nicht immer schön, aber doch immer wahrhaftig. Und darum liebe ich die Callas.
Travi (22.10.2007, 12:23): Hallo alle zusammen!
Habe gerade erst gemerkt, dass Ihr hier schon wieder einiges geschrieben habt seid meinem letzten Beitrag, denn ehrlich gesagt habe ich noch ein wenig Mühe mich hier zurechtzufinden. Um außerdem gleich allen Missverständnissen vorzubeugen: Auch ich bin weder Musikwissenschaftlerin noch -kritikerin; ich beschäftige mich mit Musik - und das auch nur sehr ausschnittweise! - als "blutiger Laie", "einfach so", denn es gibt Musik, die ich einfach gern höre, als sinnliches Erlebnis, aber dieses Forum schien mir der Ort, um vielleicht etwas tiefer in die Materie einzudringen; deswegen habe ich mich angemeldet.
Noch etwas: Mit dem Musikhören ist das bei mir so eine Sache. Manchmal kann ich es einfach nicht, weil ich mich auf andere Dinge konzentrieren muss oder weil ich einfach genervt bin. Das ist kein schlichtes Zeitproblem, denn natürlich könnte ich jederzeit eine CD einlegen (naja, nicht jederzeit, aber Ihr wisst sicher, was ich meine) oder mir eine Konzertkarte kaufen. Aber manchmal geht es einfach nicht, das mit dem Hören. Und was die Callas angeht, da ist es noch verrückter. Ob Ihr's glaubt oder nicht, aber ich habe sie nun lange überhaupt nicht gehört, weil ich es nicht ertragen konnte. Durch euch habe ich sie nun nach langer, langer Zeit mal wieder herausgesucht. Und ich höre sie sogar jetzt, während ich dies schreibe, und kann es sogar aushalten.
Ich besitze von ihr die 3 La Divina CDs (EMI Classics), und im Moment läuft Compagne, teneri amici aus La Sonnambula, eine Arie, die ich zum ersten Mal bewusst höre. Außerdem habe ich die Tosca, mit Orchester und Chor der Scala (di Stefano, Gobbi, de Sabata), von 1953, und die Madama Butterfly, ebenfalls mit Orchester und Chor der Mailänder Scala (Callas, Danieli, Gedda, Karajan) von 1955. Ich werde mir alles demnächst in Ruhe zum Wiederhören vornehmen und versuchen zu berichten. Übrigens ist es meistens Callas in Verbindung mit Puccini oder Verdi, wenn sich bei mir die größte Gänsehaut einstellt! :wink
Gruß,
Travi
daniel5993 (22.10.2007, 13:20): Hallo Lisa (Travi) :hello
Um außerdem gleich allen Missverständnissen vorzubeugen: Auch ich bin weder Musikwissenschaftlerin noch -kritikerin; ich beschäftige mich mit Musik - und das auch nur sehr ausschnittweise! - als "blutiger Laie", "einfach so", denn es gibt Musik, die ich einfach gern höre, als sinnliches Erlebnis, aber dieses Forum schien mir der Ort, um vielleicht etwas tiefer in die Materie einzudringen; deswegen habe ich mich angemeldet.
Willkommen im Klassikforum! Nachdem was du geschrieben hast, weiß ich nicht, ob ich dich richtig verstanden habe, wenn ich dich falsch verstanden habe, erhebe ruhig EInspruch :wink
Noch etwas: Mit dem Musikhören ist das bei mir so eine Sache. Manchmal kann ich es einfach nicht, weil ich mich auf andere Dinge konzentrieren muss oder weil ich einfach genervt bin. Das ist kein schlichtes Zeitproblem, denn natürlich könnte ich jederzeit eine CD einlegen (naja, nicht jederzeit, aber Ihr wisst sicher, was ich meine) oder mir eine Konzertkarte kaufen. Aber manchmal geht es einfach nicht, das mit dem Hören.
Bei mir scheitert es nur am Zeitproblem, sonst kann ich immer und jederzeit Musik hören. Es gibt ja soo viele verschiedene Klassische Musikrichtungen, wo mich zu jederzeit irgenteine dieser "Art" anspricht! Bei der Oper kann ich dich schon verstehen! Früher hatte ich, was heißt früher, als ich angefangen hatte mit Klassischer Musik, konnte ich auch immer nur etwas von einer Oper hören und war dem schnell überdrüssig und das obwohl mir die Oper gefiel. Mit der Zeit hat sich das alles verändert! :J
Ob Ihr's glaubt oder nicht, aber ich habe sie nun lange überhaupt nicht gehört, weil ich es nicht ertragen konnte.
Was meinst du genau mit "nicht ertragen konnte"? ?( Wenn man eine gewisse Liebe zu dieser Musik, dieser "Oper" entwickelt hat, kann man es doch auch ertragen, oder nicht? Alles andere wäre ein sich zwingen!
Durch euch habe ich sie nun nach langer, langer Zeit mal wieder herausgesucht. Und ich höre sie sogar jetzt, während ich dies schreibe, und kann es sogar aushalten.
Weil wir sagen, dass die Callas "die Größte" der Operwelt ist und am Besten Singen kann, muss das doch nicht heißen, dass auch du das so siehst! Es heißt auch nicht, dass du dewegen dich zwingen musst, diese Größe unter allen Umständen rauszufinden! Bei mir war es so, dass ich immer von der "Perfekten" Callas gehört habe, von der "Größten" im Musikalischen Sinne. Und dann hab ich angefangen in Ihre Opern reinzuhören! Da ging es mir erst wie dir! Ich konnte es nur eine Zeit lange ertragen und musste dann wieder abstellen! Das was mich immer wieder dazu gezwungen hat die Oper aufs neue abzuspielen war die ein oder andere bekannte Arie, welche mich dann auch durch die Opern trugen und mir dann nebenbei, die Schätze der Ganzen Oper offenbarten! Was ich sagen will ist, man muss sich nicht zwingen eine Oper zu hören! Wenn man anfängt die Oper zu lieben, ist es die Liebe zur Musik, die einen zwingt, erneut die Opernplatte abzuspielen! Immer ein bisschen reinhören und immer wieder ein bisschen, hat bei mir über die Zeit hinweg zur Großen Liebe zur oper geführt! Ich musste so manch "harte" und ungewollte Opernstunde über mich ergehen lassen, bevor ich die "Schätze" erkannte und es zur Liebe Zur Oper kam! Die Frage ist, ob man sich diesen Zwang antut oder nicht! Ich glaube, dass viele, wenn sie ein weing Gedult in eine Oper reinstecken würden und nicht immer gleich abbrechen würde, weil es Ihnen schon nach kurzer Zeit überdrüssig ist, ich glaube viel mehr Menschen würden die Oper dann zu schätzen wissen!
Man muss ein bisschen Geduld reinstecken, dann wird man belohnt! Das kommt alles mit der Zeit! Man muss nur dran bleiben!
@ Jimi @ manrico @ Amade
und alle anderen Opernliebhab"ä"r
Habt Ihr die Oper sofort gemocht? Bei mir war es ein harter Weg, den ich gegangen bin und das nur, weil ich überall gehört habe, die Callas ist die Größte, die und die Oper ist am Schönsten und dass wollte ich selbst rausfinden und das bestätigt wissen, was alles sagten! Und wenn das nicht gleich kappte, versuchte ichs immer wieder! :ignore Bei mir war es keine Liebe auf den ersten Blick! Ich würde sagen, Liebe auf den 5 Blick! Letztendlich spielt das aber auch keine Rolle mehr, denn ich liebe die Oper heute über alles! :J
Mich würd interessieren wie Ihr auf die Oper gekommen seid! :W
Gruß Daniel :beer
Travi (22.10.2007, 15:18): Hallo Daniel!
(wer ist eigentlich Lisa??)
Einspruch, Euer Ehren: Das war tatsächlich ein Missverständnis, oder mehrere sogar, denn ich ging aus von der Feststellung, dass einen manche Stimme emotional vollkommen überwältigen kann und einem beim Hören die Tränen kommen können (Ich hätte die Stelle wahrscheinlich zitieren sollen, dann wäre der Bezug klarer gewesen). Ich meinte also überhaupt nicht, dass ich mich zum Opernhören generell zwingen müsste - das ist ganz und gar nicht der Fall. Es stimmt allerdings, dass ich relativ spät zur Oper gekommen bin, und eigentlich immer noch wenig kenne. Mittlerweile genieße ich sie als musikalische Gattung aber sehr, und zwar vor allem die Werke von Puccini und Verdi. Am liebsten ist es mir übrigens, wenn ich dabei auch etwas sehe, und ich meine nicht bloß das Libretto! Opern sind für mich "Gesamtkunstwerke", um diesen Ausdruck mal zu gebrauchen.
Es ist bei mir aber tatsächlich so, dass ich nicht immer Musik hören "kann", auch wenn ich es rein technisch oder zeitlich "könnte". Setzt Du Dich denn immer hin mit dem Libretto in der Hand und verfolgst alles ganz genau? Ich wünschte, ich hätte immer die totale Konzentrationsfähigkeit.
Ob es mich jemals gestört hat, wenn die Callas als "die Größte" oder die "Perfekte" hingestellt wurde, weiß ich gar nicht mehr. Ich glaube eigentlich nicht. Ich habe einmal eine sehr schöne Sendung über sie und mit ihr gesehen, da kam (für mich) sehr gut rüber, was sie für Ansprüche hatte und wie sie die verwirklichen wollte. Da wirkte sie auf mich "ganz normal" (soweit Perfektionisten "normal" wirken können ...). Irgendwann wurde mir übrigens bewusst, dass der Begriff der Primadonna umgangssprachlich auch schon mal dazu gebraucht wird, um Menschen zu charakterisieren, bei denen man eine bestimmte Attitüde (vielleicht der Arroganz, vielleicht des Strebens nach Perfektion) festzustellen meint, und das hat etwas mit Sexismus zu tun. Ich weiß nicht, ob es Untersuchungen dazu gibt (wahrscheinlich gibt es sie), wie die Callas in "ihrer" Zeit, die noch erheblich konservativer war als heute, von Kritik und Publikum aufgenommen wurde, aber darüber würde ich gern mal etwas erfahren.
Gruß, :wink Travi
LazarusLong (22.10.2007, 16:08): @ Daniel
Wie kommt man zur Oper?
Also vom Bahnhof aus Richtung Innnenstadt und dann... :leb
Sorry, ich konnte nicht widerstehen.
Bei mir fing es mit einer eher schlechten Aufnahme des Gefangenenchors aus nabucco an. Auf der Suche nach eineer besseren Aufnahme, blieb mir dann ein Sampler mit Opernchören an den Fingern kleben. Dem folgten Sampler mit Rossini und Mozart Overtüren, dann der Barbiere, zuerst nur wegen dem largo al factotum, dann kam das eine oder andere Stück aus dem selben Werk dazu und irgendwann die DVD (Abbado, Prey, Berganza). Danach selbstverständlich Figaros Hochzeit, zuerst eine etwas modernere Aufführung (Peter Sellar? oder so ähnlich), dann eine Version mit Terfel. Sehr schnell danach weitere Mozarts (Zauberflöte, Cosi fan tutte, Don Giovanni), Verdi, Bizet, noch mehr Rossini. Zur Zeit versuche ich mich zu Wagner durchzuringen. Ich denke ich werde mit den Meistersängern anfangen, das Stück scheint mir im Vergleich zum Ring doch relativ leicht verdaulich und vor allem übersichtlich zu sein. Nebenschauplätze sind dann noch Lieder von Schubert, Brahms u.a., allerdings im Moment noch relativ selten. Ein weiterer kurzer Nebenschauplatz war die Operette, von der ich mich allerdings sehr schnell wieder entfernt habe.
Frank
daniel5993 (22.10.2007, 17:00): Hallo Frank!
Mit dir hab ich ja weniger gerechnet! :wink
Zur Zeit versuche ich mich zu Wagner durchzuringen.
Durchzuringen ist das richtige Wort! Bei mir sind es jetzt zwar die italienischen Opern, aber auch muss man sich manchmal durchringen, sich voranarbeiten! Bei Wagner habe ich irgentwo aufgeschnappt, das der Fliegende Holländer wohl für Anfänger Gut ist!
Gruß Daniel
manrico (22.10.2007, 17:01): Na, gut, denn.. mit 8 Jahren bin ich dem Zauber von Wagners Frau Venus völlig verfallen (Gnade! keine psychoanalytischen Deutungen!). Kurz danach kam schon der Lohengrin (ich hatte da eine alte Tante, die aus Aschersleben zu Besuch zu uns gekommen ist und die konnte alle diese Geschichten so herrlich erzählen) und dazu pasend die Wiener Premiere mit Domingo. Als nächstes ist mir dann der Rigoletto auf deutsch mit Schlusnus und Roswaenge in die Hände gefallen, und den hab ich dann ohne Gnade tagein tagaus gespielt. Ich liebe einfach Geschichten und Erzählungen und in Zusammenhang mit Musik sind sie einfach unschlagbar. Daher hab ich mich nie zur Oper zwingen müssen (bei Mozart hat's etwas länger gedauert, aber Verdi ist und bleibt mein Musikgott), sie hat mich von Kindheit an fasziniert. Ich muss mich eher zu symphonischer Musik zwingen - vor allem zu solcher, bei dem dem Komponisten keine Melodien einfallen, er diese thematische Einfallslosigkeit aber formal völlig korrekt und technisch richtig in einer (oder besser gesagt 4) Symphonien durch den kompositionstechnischen Fleischwolf dreht. Da lob ich mir doch die Komponisten, die auf die Einhaltung der Formalkriterien pfeifen und einfach eine göttliche Melodie nach der anderen aus dem Hut zaubern. - aber das ist hier off-topic und gehört eigentlich in einen anderen thread - ich musste das nur irgendwann einmal los werden.
Oper ist für mich die vollkommenste weil komplexeste Kunstgattung-quasi die Synthese aus Drama, Musik und bildnerischer Kunst, an die alle andere Bereiche der Kunst für sich genommen nicht annähernd herankommen.
ein bekennender Opernfanatiker
daniel5993 (22.10.2007, 17:11): Hallo Travi !
Lisa ist die Schwester von Bart Simpson!http://www.cyberman-online.de/lisa.gif Dein Avatar zeigt Lisa Simpson! dei "Bruder" Bart ist übrigens auch hier im Forum! :wink der sieht dann so aus http://img.timeinc.net/time/time100/images/main_simpson.jpg
Es ist bei mir aber tatsächlich so, dass ich nicht immer Musik hören "kann", auch wenn ich es rein technisch oder zeitlich "könnte". Setzt Du Dich denn immer hin mit dem Libretto in der Hand und verfolgst alles ganz genau? Ich wünschte, ich hätte immer die totale Konzentrationsfähigkeit.
Nein, nicht mit Libretto in der Hand! Nur Musik! der Nachteil ist, dass ich oft keine Ahnung habe, um was es eigentlich in der Oper geht (Handlung)! Die Musik ist mir wichtig!
Einspruch, Euer Ehren: Das war tatsächlich ein Missverständnis,
Tut mir Leid! Habs jetzt verstanden!
Ob es mich jemals gestört hat, wenn die Callas als "die Größte" oder die "Perfekte" hingestellt wurde, weiß ich gar nicht mehr.
Gestört hats mich auch nie, aber ich wollte unbedingt begreifen, was die Leute an Ihr so toll fanden, die Stimme und ich wollte die musikalische Größe erkennen und deswegen habe ich solange gehört, bis ichs kapiert habe! :engel Hab mich in die Opernwelt gekämpft :wink
Am liebsten ist es mir übrigens, wenn ich dabei auch etwas sehe, und ich meine nicht bloß das Libretto! Opern sind für mich "Gesamtkunstwerke", um diesen Ausdruck mal zu gebrauchen.
Ich habe noch nie eine Oper live gesehen, oder auch DVD! Ich kenne das nur von Bildern! Für mich ist die Musik das wichtigste! Die Zeit wird noch kommen, hoffentlich!
Gruß Daniel
Amadé (22.10.2007, 22:09): @daniel
Ich kann nicht behaupten, dass ich Klassik oder Opern quasi mit der Muttermilch aufgesogen hätte. DEr eigentliche Auslöser war, und daran erinnere ich mich ganz genau, dass meine Eltern sich ein neues Radio anschafften und ich das alte Nord Mende Gerät ganz für mich übernehmen durfte. Durch zunächst passives, bald darauf aber aktives Hören erschloss sich für mich die Welt der Klassik, die bald nicht mehr aus meinem damals noch jungen Leben wegzudenken war. Ein Radio-Fan bin ich noch heute. Mit 14 begann ich Schallplatten zu sammeln, diese Leidenschaft ist bis heute ungebrochen. Meine ersten Opernaufnahmen waren Fidelio, Freischütz, Fliegender Holländer, Zauberflöte. ZUm ersten mal sah ich in einem OPernhaus Bergs Wozzeck, dirigiert vom fachkundigen Wilhelm Schüchter. Später folgten regelmäßige Besuche in Dortmund, Köln und Bayreuth. Auch erinnere ich mich noch ganz genau and Christoph von Dohnanyis letztem Abend an der Frankfurter Oper mit FRau ohne Schatten, die Färberin sang Birgit Nilsson. Meine Schwerpunkte sind eindeutig Wagner (Tristan, Meistersinger, Ring), Mozart (Figaro, Don Giovanni) und Verdi (Don Carlos). Aber ich bin auch offen für andere. Meine Plattensammlung umfasst etwa 400 Gesamtaufnahmen und zahlreiche Querschnitte sowie Ariensammlungen von Sängern aus der Schellakzeit.
Gruß Bernd
Travi (23.10.2007, 09:58): @Daniel
Hallo, und vielen Dank für die Aufklärung über meine wahren Familienverhältnisse! Das Bild hatte ich nur gewählt, weil es die einzige weibliche Person :Iin der Galerie darstellte, nicht ahnend, dass ich mir damit gleich einen Bruder einhandeln würde. :D
@Daniel und Amadé
Auch ich habe die Oper genau wie Amadé nicht mit der Muttermilch aufgesogen. Die ersten Berührungen damit kamen erstens sehr sporadisch und zweitens nicht wirklich aufgrund von Eigeninitiative und haben mich entsprechend relativ wenig beeindruckt (wenn man von Bühnenbild, Kostümen etc. absieht); einen Boris Godunov erlebte ich in grauer Vorzeit im Rahmen eines Schüler-Abonnements, ein Aschenputtel dann später als Studentin (bei letzterem habe ich rein gar nichts begriffen und fand alles nur "sehr laut und sehr bunt", wie ich heute zu meiner Schande gestehen muss). An "live"-Erlebnissen habe ich ansonsten noch einzelne Arien zu bieten. Meine CD-und DVD-Sammlung ist gerade in den letzten Jahren zwar sehr schön gewachsen (da wären zum Beispiel ein paar wunderschöne Opern von meinem alten Freund Vivaldi), aber dass ich gezielt höre und mich mit dem Gehörten auseinandersetze geschieht eigentlich immer noch viel zu wenig.
Gruß an alle, Travi
daniel5993 (23.10.2007, 11:35): Hallo Travi,
Wenn dir dei Avatar nicht gefällt, kannst du dir ein Neues, irgentwo aus dem Internet raussuchen und es bei dir im Profil einfügen!
Gruß Daniel
Travi (23.10.2007, 12:19): Hallo Daniel,
ach, so schlimm ist es ja nun auch wieder nicht. Bin ja zum Glück nicht vollkommen humorlos :haha ...
Gruß, Travi
LazarusLong (23.10.2007, 14:42): Original von daniel5993 Hallo Frank!
Mit dir hab ich ja weniger gerechnet! :wink
Ich bin jetzt unsicher, wie ich das verstehen soll. ?( Bin ich jetzt beleidigt :S oder gebauchpinselt? :thanks Fragen über Fragen, die mich heute nacht nicht schlafen lassen. :I Kannst Du mir mal sagen, wie das nun gemeint war?
:hello
Frank
daniel5993 (23.10.2007, 15:58): Original von LazarusLong Original von daniel5993 Hallo Frank!
Mit dir hab ich ja weniger gerechnet! :wink
Ich bin jetzt unsicher, wie ich das verstehen soll. ?( Bin ich jetzt beleidigt :S oder gebauchpinselt? :thanks Fragen über Fragen, die mich heute nacht nicht schlafen lassen. :I Kannst Du mir mal sagen, wie das nun gemeint war?
:hello
Frank
Hallo Frank :hello :hello :hello (Du bekommst auch dreifache Anerkennung von mir :wink)
Immer, wenn ich in "Sachen" Oper geschrieben habe, waren es drei Forianer, welche sich dort ebenfalls haben sehen lassen, manrico, Amade, Jimi! Da ich dich nicht oft im Forum sehe, hab ich nicht an dich gedacht! Ab und zu, wenn ich dich nach längerer Zeit wieder im Forum erblickte, dachte ich Mensch - der lebt ja auch noch! :D Wie du siehst, war das ganze doch recht harmlos!
Ich war positiv überrascht! Und deshalb darfst du dich gebauchpinselt fühlen! Genieß es! :thanks
Jetzt kannst du heut Nacht wieder Gut schlafen :J
Gruß Daniel :haha
LazarusLong (23.10.2007, 16:18): @daniel
Danke, daß Du mir meinen geruhsamen Schönheitsschlaf gönnst. :rofl
Meine längeren Forumspausen, sind hauptsächlich beruflich bedingt, das sind Zeiten, in denen ich nur mitlese, aber nicht aktiv poste (oder u.U. auch keine Zeit und Muße zum Musikhören habe.) Ehrlich gesagt, wundere ichmich manchmal. wie manch einer im Forum es schafft, so häufig präsent zu sein wie zB. du, aber dieses Rätsel habe ich heute mit einem Blick auf Dein Profil lösen können. Damals (vor langer, langer Zeit) im Studium, konnte ich ähnlich frei über meine Zeit verfügen. Und ja, ich bin ein bißchen neidisch, allerdings nur ein kleines bisschen, es hat alles irgendwo seine Vor- und Nachteile. Mein dringender Rat an Dich (und die anderen Azubis, Studenten und Faulenzer :ignore): Geniesst es
Frank
Jimi (23.10.2007, 17:17): Hallo Frank,
vielleicht hätte ich gleich noch etwas dazuschreiben sollen als ich deine Aussage über MC und Anna Netrebko hier reingestellt habe. Falls der Eindruck entstanden ist, du sollst dich hier im Callas -Thread für deine Aussage in einem anderen Thread rechtfertigen, so habe ich das nicht beabsichtigt. Genau so wenig wollte ich dir unterstellen ein vorschnelles Urteil(überMC) gefällt zu haben. Ich habe überhaupt kein Problem damit wenn jemand mit der Stimme von MC oder mit der Art Ihrer Interpretationen nicht klar kommt, die Geschmäcker sind nun mal verschieden.
Es interessiert mich einfach wie dein Eindruck :
Einen ähnlich emotionsarmen Eindruck wie die Netrebko machen auf mich auch die Aufnahmen die ich bis jetzt von Maria Callas gehört habe und die mir ebenfalls überhaupt nichts geben.
zustandegekommen ist, ob du zb mal Aufnahmen von AN mit MC direkt verglichen hast oder auch Aufnahmen anderer Sängerinnen mit denen vonMC wo du dann sagen würdest, die Sängierin "soundso" singt die Arie"abc" emotionaler als MC.
Original von daniel5993 Habt Ihr die Oper sofort gemocht? Mich würd interessieren wie Ihr auf die Oper gekommen seid! smiley4
Hallo Daniel, da muss ich ein wenig ausholen. Ich bin mit klassischer Musik aufgewachsen, mein Vater hat begeistert in einem Chor gesungen, ich hatte rel. früh Klavierunterricht(ich glaube mit 7)und habe vor dem Stimmbruch im Schulchor gesungen(Sopran :J). Oper hat zu hause allerdings nicht die Hauptrolle gespielt, ich kann mich aber erinnern das ich als Kind begeistert eine der wenigen Opernaufnahmen meiner Eltern gehört habe : "Die Macht des Schicksals" , besonders die Ouvertüre hatte es mir angetan. Mit 16 hab ich mir dann eine mehrjährige Klassikauszeit genommen(Jimi) und dem Klavierspielen aufgehört und dafür angefangen Gitarre zu spielen :W. In meiner LP-zeit von 16 bis 20 habe ich mir nur eine oder zwei Klassik-LP's gekauft. Auch als ich 20 auf Cd umgestiegen bin habe ich mir etliche Jahre nur wenig Klassik Cd's gekauft, und wenn meistens Klavier oder symphonische Musik, aber keine Oper, das hat mich damals gar nicht interessiert. Mit Musik hab ich mich immer intensiv beschäftigt und fleißig CD's gesammelt, In einer Oper war ich dann auch eher unfreiwillig(Geburtstagsgeschenk für die Großmutter meiner Frau) :Freischütz in Nürnberg, hat bei mir keinen bleibenden Eindruck hinterlassen. Auch die berühmte "Die drei Tenöre" CD von 1990 hat mich nicht zum Opernfan gemacht. Mitte der 90er hab ich dann einen Opernführer mit 10 Cd-Box gekauft(Harenberg). Das erste(und auch das zweite) Durchhören hat auch keine übergrosse Begeisterung entfacht. Kurz darauf kam mir der Zufall zu Hilfe, in einem Cd-Laden sehe ich einen Opernsampler mit verschieden Interpreten(ich hab eigentlich nach etwas ganz anderem gesucht) , der erste Name war der einzige den ich kannte : Placido Domingo. Also ruhig mal reinhören. Die ersten drei Stücke waren Sopranarien: erst te Kanawa ich weiß noch das mir die Stimme gefallen hat die nächsten beiden, Scotto und Eva Marton haben mich weniger begeistert. Dann, ich lese schon etwas müde in einem anderen CD-Cover(keine Oper) und will die CD wechseln , beginnt das vierte Stück, ein Duett, der Tenor beginnt zu singen und ich war plötzlich hellwach, ich hatte damals keinen Vergleich, kannte auch das Stück nicht, aber eines war klar, so etwas hatte ich noch nicht gehört, ich war begeistert. Cd -Cover her, wer singt da??? Ich muss jetzt alle Domingo Fans leider enttäuschen , er war es nicht, zu meiner Überraschung hatte ich den Namen noch nie gehört, es war der amerikanische Tenor Richard Tucker. Ein Verdi-Recital von Ihm war in dem Laden vorrätig das hab ich natürlich sofort gekauft. Auch meine erste Opern waren Gesamtaufnahmen mit Tucker." La Traviata" und natürlich "La Forza del Destino". Von da an gab es kein Halten mehr. Ich hab mir Bücher zu dem Thema besorgt, um herauszufinden ob es noch mehr solche Überraschungen wie Richard Tucker gibt - und ich wurde nicht enttäuscht, um nur mal Tenöre zu nennen: Bergonzi, Wunderlich,Gedda, Kraus, Simoneau, Tagliavini, Björling, Melchior, Völker, Schipa , Caruso... ich bin mir vorgekommen wie im Wunderland. Jedenfalls habe ich von da an versucht mich durch alle möglichen Opern von Strauss (hab ich immer noch ein bisserl Probleme) bis Monteverdi (finde ich Klasse) durchzuhören. Sehr wichtig finde ich es Interpreten zu vergleichen, nicht um einen oder eine in die Pfanne zu hauen, sondern um von den unterschiedlichen Interpretationen zu lernen, ich glaube das hat mir sehr viel gebracht auch um neue, mir unbekannte Sänger/innen einzuschätzen.
:hello Jimi
manrico (23.10.2007, 17:40):
Mein dringender Rat an Dich (und die anderen Azubis, Studenten und Faulenzer :ignore):
Frank
Einspruch, Euer Ehren !!!!
LazarusLong (24.10.2007, 08:00): Original von manrico
Mein dringender Rat an Dich (und die anderen Azubis, Studenten und Faulenzer :ignore):
Frank
Einspruch, Euer Ehren !!!!
Stattgegeben. Ich habe unzulässigerweise von mir selbst (und meinen Studienkollegen) auf andere geschlossen. :J
Frank
nikolaus (30.10.2007, 22:24): Vor einigen Jahren gab es mal eine Serie von Radiosendungen über Maria Callas, ich glaube von Jürgen Kesting. Ich fand diese Sendungen damals sehr gut und würde gerne wissen, ob man sie auf Tonträgern bekommen kann.
Kann mir da jemand helfen?
Danke, Nikolaus.
Travi (31.10.2007, 09:06):
Hallo Daniel, (...) Dann, ich lese schon etwas müde in einem anderen CD-Cover(keine Oper) und will die CD wechseln , beginnt das vierte Stück, ein Duett, der Tenor beginnt zu singen und ich war plötzlich hellwach, ich hatte damals keinen Vergleich, kannte auch das Stück nicht, aber eines war klar, so etwas hatte ich noch nicht gehört, ich war begeistert. Cd -Cover her, wer singt da??? Ich muss jetzt alle Domingo Fans leider enttäuschen , er war es nicht, zu meiner Überraschung hatte ich den Namen noch nie gehört, es war der amerikanische Tenor Richard Tucker. Ein Verdi-Recital von Ihm war in dem Laden vorrätig das hab ich natürlich sofort gekauft. Auch meine erste Opern waren Gesamtaufnahmen mit Tucker." La Traviata" und natürlich "La Forza del Destino". Von da an gab es kein Halten mehr. Ich hab mir Bücher zu dem Thema besorgt, um herauszufinden ob es noch mehr solche Überraschungen wie Richard Tucker gibt - und ich wurde nicht enttäuscht, um nur mal Tenöre zu nennen: Bergonzi, Wunderlich,Gedda, Kraus, Simoneau, Tagliavini, Björling, Melchior, Völker, Schipa , Caruso... ich bin mir vorgekommen wie im Wunderland. Jedenfalls habe ich von da an versucht mich durch alle möglichen Opern von Strauss (hab ich immer noch ein bisserl Probleme) bis Monteverdi (finde ich Klasse) durchzuhören. Sehr wichtig finde ich es Interpreten zu vergleichen, nicht um einen oder eine in die Pfanne zu hauen, sondern um von den unterschiedlichen Interpretationen zu lernen, ich glaube das hat mir sehr viel gebracht auch um neue, mir unbekannte Sänger/innen einzuschätzen.
:hello Jimi
Was Du hier schreibst, ist für mich in zweierlei Hinsicht interessant. Ich hatte nämlich kürzlich ebenfalls ein Richard-Tucker-Erlebnis. Ich hörte ihn zusammen mit Tebaldi in der New Yorker Bohème von annodazumal, und erlebte genau das, was Du beschreibst: Ich war auf Tebaldi gespannt, merkte aber beim Hören schon der ersten Tuckertöne, wie sich bei mir die Nackenhaare hochstellten, und ich dachte nur noch, Donnerwetternochmal! Der Mann hat's, und ist mir dabei völlig unbekannt! Ein Tenor, der für mich in der Björling- (und, man möge es mir verzeihen, Pavarotti-) Liga spielt.
Ich möchte das unbedingt weiter verfolgen, und das bringt mich zum zweiten Punkt, der mich sehr interessiert, nämlich die eigene, ganz persönliche Rezeption näher zu untersuchen. Vielleicht (wahrscheinlich?) ein unmögliches Unterfangen. Denn oft läuft's m.E. halt auf Geschmack, Befindlichkeiten usw. hinaus.
Travi
manrico (31.10.2007, 09:39): Hallo Travi!
Tucker gehört sicherlich zu den besten Tenören der letzten 50 Jahren. Einige Maierismen mag ich nicht an ihm, aber im Großen und Ganzen halte ich ihn für einen ganz, ganz zentralen Sänger der Verdiaufnahmen der 60er Jahre (Forza del destino, Trovatore, Traviata).
Lg
Werner
Jimi (07.11.2007, 22:24): Original von Travi
Was Du hier schreibst, ist für mich in zweierlei Hinsicht interessant. Ich hatte nämlich kürzlich ebenfalls ein Richard-Tucker-Erlebnis. Ich hörte ihn zusammen mit Tebaldi in der New Yorker Bohème von annodazumal, und erlebte genau das, was Du beschreibst: Ich war auf Tebaldi gespannt, merkte aber beim Hören schon der ersten Tuckertöne, wie sich bei mir die Nackenhaare hochstellten, und ich dachte nur noch, Donnerwetternochmal! Der Mann hat's, und ist mir dabei völlig unbekannt! Ein Tenor, der für mich in der Björling- (und, man möge es mir verzeihen, Pavarotti-) Liga spielt.
Ich möchte das unbedingt weiter verfolgen... Travi
Hallo Travi,
freud mich das hier im Forum jemand Richard Tucker kennt(außer Werner mein ich,dass der ihn kennt war ja eh klar :W),ich habe den Eindruck er ist, zumindest in Deutschland, nicht so bekannt wie man es bei einem Tenor seiner Klasse eigentlich annehmen sollte.
Original von Travi Ich möchte das unbedingt weiter verfolgen... Travi
Wenn du mehr über Tucker wissen willst kann ich gerne etwas über ihn schreiben, du musst nur sagen was dich am meisten interessiert.
Original von Travi
... und das bringt mich zum zweiten Punkt, der mich sehr interessiert, nämlich die eigene, ganz persönliche Rezeption näher zu untersuchen. Vielleicht (wahrscheinlichein unmögliches Unterfangen. Denn oft läuft's m.E. halt auf Geschmack, Befindlichkeiten usw. hinaus. Travi
Hier verstehe ich nicht ganz was du meinst, etwa ob es Geschmacksache ist ob man einen Interpreten/in mag oder nicht mag ?(
Original von manrico Tucker gehört sicherlich zu den besten Tenören der letzten 50 Jahren. Einige Maierismen mag ich nicht an ihm, aber im Großen und Ganzen halte ich ihn für einen ganz, ganz zentralen Sänger der Verdiaufnahmen der 60er Jahre (Forza del destino, Trovatore, Traviata).
Hallo Werner,
mit den Manierismen hast du schon recht, vor allem bei seinen späten Aufnahmen, aber da gibt es zu der Zeit(50er-60er) ja noch einige "Kandidaten" die in der Beziehung noch schlimmer waren ... Für mich ist er jedenfalls ,neben Carlo Bergonzi,der beste "Verdi-Tenor" der letzten 50 Jahre. Jussi Björling hatte seine beste Zeit ja noch etwas früher.
Ach ja, wir sind ja hier eigentlich im Callas-Thread, (Off-Topic :ignore) macht aber nix Tucker hat ja auch bei 2 Callasaufnahmen mitgewirkt, bei der Aida und "La Forza del Destino". :wink
:hello Jimi
Travi (09.11.2007, 15:09): Original von Jimi Original von Travi
Was Du hier schreibst, ist für mich in zweierlei Hinsicht interessant. Ich hatte nämlich kürzlich ebenfalls ein Richard-Tucker-Erlebnis. Ich hörte ihn zusammen mit Tebaldi in der New Yorker Bohème von annodazumal, und erlebte genau das, was Du beschreibst: Ich war auf Tebaldi gespannt, merkte aber beim Hören schon der ersten Tuckertöne, wie sich bei mir die Nackenhaare hochstellten, und ich dachte nur noch, Donnerwetternochmal! Der Mann hat's, und ist mir dabei völlig unbekannt! Ein Tenor, der für mich in der Björling- (und, man möge es mir verzeihen, Pavarotti-) Liga spielt.
Ich möchte das unbedingt weiter verfolgen... Travi
Hallo Travi,
freud mich das hier im Forum jemand Richard Tucker kennt(außer Werner mein ich,dass der ihn kennt war ja eh klar :W),ich habe den Eindruck er ist, zumindest in Deutschland, nicht so bekannt wie man es bei einem Tenor seiner Klasse eigentlich annehmen sollte.
Dass ich Tucker kennen würde, ist sehr übertrieben und würde ich selbst auch nie behaupten. Ich habe ihn vor ein paar Wochen ganz zufällig entdeckt und er hat mir als Rodolfo ausgezeichnet gefallen, neben einer amerikanischen Mimi, deren Namen ich peinlicherweise vollkommen vergessen habe (Dorothy ??). Sie hatte m.E. auch stimmlich nicht so ganz die Klasse, die er hatte, aber - es war eine live-Aufnahme - sie schien mir eine sehr enge Beziehung zum Publikum gehabt zu haben, enger als ihr Partner, da die Leute bei ihrem Auftritt klatschten, aber bei ihm nicht (ich müsste es nochmal hören, aber ich meine, es war so). Die Aufnahme war übrigens leider gar nicht das Gelbe vom Ei, und irgendwie klangen die Stimmen seltsam "entfernt" (ich kann's leider nicht besser ausdrücken). Trotzdem hatte ich beim Hören den Eindruck, dass die New Yorker da einen Abend voller Atmosphäre zusammen mit ihren Lieblingen sehr genossen hatten. Und vielleicht noch lange davon erzählt haben...
Original von Travi Ich möchte das unbedingt weiter verfolgen... Travi
Wenn du mehr über Tucker wissen willst kann ich gerne etwas über ihn schreiben, du musst nur sagen was dich am meisten interessiert.
Alles! Was aber jetzt bitte nicht so verstanden werden soll, als würde ich hier Aufträge verteilen - wer interessiert sich denn sonst noch für Tucker, müsste man da vielleicht auch erstmal fragen.
Original von Travi
... und das bringt mich zum zweiten Punkt, der mich sehr interessiert, nämlich die eigene, ganz persönliche Rezeption näher zu untersuchen. Vielleicht (wahrscheinlichein unmögliches Unterfangen. Denn oft läuft's m.E. halt auf Geschmack, Befindlichkeiten usw. hinaus. Travi
Hier verstehe ich nicht ganz was du meinst, etwa ob es Geschmacksache ist ob man einen Interpreten/in mag oder nicht mag ?(
Ich meine, dass Geschmack hier EIN sehr wichtiger Aspekt ist.
Original von manrico Tucker gehört sicherlich zu den besten Tenören der letzten 50 Jahren. Einige Maierismen mag ich nicht an ihm, aber im Großen und Ganzen halte ich ihn für einen ganz, ganz zentralen Sänger der Verdiaufnahmen der 60er Jahre (Forza del destino, Trovatore, Traviata).
Hallo Werner,
mit den Manierismen hast du schon recht, vor allem bei seinen späten Aufnahmen, aber da gibt es zu der Zeit(50er-60er) ja noch einige "Kandidaten" die in der Beziehung noch schlimmer waren ... Für mich ist er jedenfalls ,neben Carlo Bergonzi,der beste "Verdi-Tenor" der letzten 50 Jahre. Jussi Björling hatte seine beste Zeit ja noch etwas früher.
Ach ja, wir sind ja hier eigentlich im Callas-Thread, (Off-Topic :ignore) macht aber nix Tucker hat ja auch bei 2 Callasaufnahmen mitgewirkt, bei der Aida und "La Forza del Destino". :wink
:hello Jimi
Jimi (09.11.2007, 17:06): Original von Travi
Dass ich Tucker kennen würde, ist sehr übertrieben und würde ich selbst auch nie behaupten. Ich habe ihn vor ein paar Wochen ganz zufällig entdeckt und er hat mir als Rodolfo ausgezeichnet gefallen, neben einer amerikanischen Mimi, deren Namen ich peinlicherweise vollkommen vergessen habe (Dorothy ??). Sie hatte m.E. auch stimmlich nicht so ganz die Klasse, die er hatte, aber - es war eine live-Aufnahme - sie schien mir eine sehr enge Beziehung zum Publikum gehabt zu haben, enger als ihr Partner, da die Leute bei ihrem Auftritt klatschten, aber bei ihm nicht (ich müsste es nochmal hören, aber ich meine, es war so). Die Aufnahme war übrigens leider gar nicht das Gelbe vom Ei, und irgendwie klangen die Stimmen seltsam "entfernt" (ich kann's leider nicht besser ausdrücken). Trotzdem hatte ich beim Hören den Eindruck, dass die New Yorker da einen Abend voller Atmosphäre zusammen mit ihren Lieblingen sehr genossen hatten. Und vielleicht noch lange davon erzählt haben...
Hallo Travi,
bei deinem letzten Beitrag ist irgentwie beim Zitieren was durcheinander geraten, nach einiger Verwirrung ?( habe ich dann aber doch durchgeblickt.
Die Mimi zu der dir der Nachname fehlt ist wahrscheinlich Dorothy Kirsten, zumindest singt sie auf einem Tucker-Recital mit ihm das Duett aus Boheme(Studioaufnahme 1955), ich höre es gerade, eigentlich ist sie gar nicht so übel, zumindest von der Stimme her.
Original von Travi Original von Jimi
Wenn du mehr über Tucker wissen willst kann ich gerne etwas über ihn schreiben, du musst nur sagen was dich am meisten interessiert.
Alles! Was aber jetzt bitte nicht so verstanden werden soll, als würde ich hier Aufträge verteilen - wer interessiert sich denn sonst noch für Tucker, müsste man da vielleicht auch erstmal fragen.
Nein,nein ich habe es nicht so verstanden als würdest du Aufträge verteilen, ich habe dich ja gefragt ob ich etwas über Tucker schreiben soll. Ob sich sonst noch jemand für Tucker interessiert? Kein Ahnung. Aber du hast es vielleicht schon mitbekommen das wir hier, ich will es mal vorsichtig ausdrücken, eine noch recht überschaubare Anzahl von Opernfreunden sind, da sind dann 3 die sich für ein Thema interessieren schon fast die Mehrheit :ignore
Es muss ja auch kein eigener Thread nur über Tucker sein, man könnte ihn zb im Rahmen eines Threads über bedeutende Verditenöre vorstellen, Werner und Daniel machen da bestimmt mit. In dem Rahmen kann man dann auch ein wenig "streiten" ob "der oder der" Tenor jetzt ein bedeutender Verdisänger ist oder nicht. Da schläft dann das Thema event. nicht so schnell ein.
:hello Jimi
Jimi (17.08.2008, 15:48): Ich habe gestern bei 2001 diese Callas -CD mit Buch aus der Zeit Klassik Edition für 4,99€ entdeckt.
Darauf enthalten, das Orginal Emi-Recital "Wahnsinnszenen" von 1958 mit Ausschnitten von Anna Bolena ,Il Pirata und Hamlet, dazu kommt die Wahnsinnszene aus "Lucia di Lammermoor" (Studioaufnahme von 1953).
Ich habe die Aufnahmen ja schon einzeln, wer sie noch nicht hat sollte zugreifen, einen besseren Einstieg zu Maria Callas gibt es nicht !!!
Gerade bei den Aufnahmen von 58 erlebt man Maria Callas auf dem Höhepunkt ihres Könnens.Die Interpretation sind ausgereift und die Stimme ist noch in Ordnung. Auf fast allen späteren Aufnahmen(besonders nach 1961) sind die Stimmprobleme nicht mehr zu überhören.
Die Interpretationen als ausgereift zu bezeichnen ist eigentlich Quatsch. Wenn man zb die Szene aus Anna Bolena mit Joan Sutherland oder Edita Gruberova vergleicht, ist der Unterschied in der Intensität der Darstellung(für mich) geradezu bestürzend. Für mich eine echte Jahrhundertaufnahmen :down :down :down
:hello Jimi
Solitaire (25.02.2011, 10:50): Nach 3 Jahren Forumsmitgliedschaft ist es an der Zeit für eine ganz persönliche Liebeserklärung. Ihr dürft das folgende getrost ignorieren, nur mir war in den letzten Tagen einfach danach.
Ingeborg Bachmann hat in ihrer „Hommage à Maria Callas“ geschrieben, die Jahrhundertsängerin sei „ein Geschöpf über das die Boulevardpresse zu schweigen hat“. Leider hat die Boulevardpresse wie wir wissen nicht über Maria Callas geschwiegen. Ihre – erfundenen oder tatsächlichen- Skandale füllten die Klatschspalten, ihre Absagen beschäftigten das italienische Parlament, von ihrer Beziehung zu Aristoteles Onassis und ihrem rapiden Gewichtsverlust wussten Menschen, die in ihrem ganzen Leben nie ein Opernhaus von Innen gesehen hatten, und selbst wer Traviata nicht von Tortellini unterscheiden konnte, kannte den Spitznamen den die Presse ihr verpasst hatte: „Die Tigerin“. Bei all dem wurde oft und gerne unterschlagen, daß es sich bei Maria Callas, und wieder zitiere ich Ingeborg Bachmann, um die „einzige Person“ handelte „die rechtmäßig die Bühne in diesen Jahrzehnten betreten hat, um den Zuschauer unten erfrieren, leiden, zittern zu machen, sie war immer die Kunst, ach die Kunst, und sie war immer ein Mensch, immer die Ärmste, die Heimgesuchteste, die Traviata.“
Maria Callas ist am 16. September 1977 in Paris an Herzversagen gestorben, sie war 54 Jahre alt. Bei ihrem Tod lag die Zeit ihrer größten künstlerischen Erfolge bereits mehr als 20 Jahre zurück. Wenige Jahre vor ihrem Tod hatte sie mit ihrem ehemaligen Bühnenpartner Giuseppe DiStefano eine Comeback-Tournee versucht, bei der sie stürmisch gefeiert wurde, der Jubel aber wohl mehr ihrer Lebensleistung denn ihrer stimmlichen Verfassung galt. Jürgen Kesting kommentierte diese herzzereißenden Aufnahmen, die erhalten geblieben sind, mit dem berührenden Ausspruch den Pauline Viardot beim ebenfalls problematischen Comebackversuch ihrer Kollegin Giuditta Pasta unter Tränen getan hat: „Es ist wie das Abendmahl Leonardos. Ein Wrack von einem Bild. Aber es ist das größte Bild der Welt“.
Seit Callas’ Tod sind 34 Jahre vergangen, seit ihren legendären Auftritten Mitte der 50er Jahre fast 60 Jahre. Generationen von Sängerinnen haben seither ihre Rollen gesungen, und sie haben sie gut gesungen, und doch ist Callas vielen auf ewig unvergesslich. Menschen die sie, wie ich, nie auf der Bühne erleben durften, die nur ihre Aufnahmen und die skandalös wenigen erhaltenen Filmmitschnitte ihrer Auftritte kennen, verehren sie als „die“ Violetta, „die“ Lucia, „die“ Norma und „die“ Tosca. Wann immer ich „Vissi d’arte“, „Casta diva“ oder „Dite alle giovine“ höre, höre ich zwei Stimmen: die, die gerade singt, und die andere. Die Stimme in meinem Kopf und in meinem Herzen. Die „richtige“ Stimme, die Stimme von Maria Callas. Obwohl Maria Callas in ihrer Glanzzeit m.E. die Gipfel der Gesangskunst erklommen hat, hatte sie nach herkömmlichen Maßstäben keine schöne Stimme, jemand hat sie einmal als „große hässliche Stimme“ bezeichnet. Und es stimmt: es gibt Momente, da klingt ihre Stimme grell, scharf, unsauber, sie flackert und scheint die Töne nicht zu treffen. Es gibt Momente, da scheinen mir die Schwächen dieser Stimme nicht mehr akzeptabel, aller dramatischen Kunst zum Trotz. Dann lausche ich anderen, schöneren, gefälligeren Stimmen, nur um immer wieder reumütig und sehnsuchtsvoll zu dieser unperfekten, verletzlichen, wunderbaren Stimme zurückzukehren. Was ist das Geheimnis dieser Stimme, der Persönlichkeit die sich durch diese Stimme offenbart und die einen, wenn man ihr einmal verfallen ist, nie mehr loslässt? Wieder hat Ingeborg Bachmann recht: Maria Callas läßt einen nicht los, weil selbst ihr Atemholen Musik ist, ihr Zögern ein Wort auszusprechen, ihre Pausen. Dafür nimmt man die schrillen Töne in Kauf, die gegen Ende ihrer Karriere immer häufiger wurden. Maria Callas hat auf der Bühne nie gespielt, sie hat immer gelebt. Butterflys Tod, Violettas Opfer, Toscas Hass und Lucias glückseliger Wahnsinn waren immer blutiger Ernst, nie Abendunterhaltung für ein elegant gekleidetes Publikum.
Da ist die Resignation in Violettas Stimme wenn sie in "La Traviata" Alfredos Vater zustimmt: ihre Liebe hat keine Zukunft, Alfredo wird sie eines Tages hassen, weil sie eben doch nur ein leichtes Mädchen ist. „È vero...è vero... Es ist wahr " Zwei Worte und der Tod ist beschlossene Sache. Niemand macht ihr das nach, und fast niemand ist so dumm, es zu versuchen... Da ist das leichte fast unmerkliche Zögern vor dem Wort „pura“ in „Dite alla giovine“. Die Kurtisane verspricht, ihr Lebensglück zu opfern, um der Verlobung der reinen Schwester ihres Geliebten nicht im Wege zu stehen, und Callas zögert, als habe die Prostituierte Violetta Hemmungen das Wort „rein“ auszusprechen. Klick
Da ist der Klang ihrer Stimme in „Casta Diva“ aus Bellinis „Norma“: eine Stimme, durchtränkt von Mondlicht. Mit dieser Stimme läßt Callas einen geweihten Hain um Mitternacht entstehen, allein mit dieser Stimme läßt sie uns das silberne Mondlicht sehen, in das die Szene auf der Bühne getaucht ist. Vielleicht ist das ihr Geheimnis: Callas war eine große Schauspielerin, aber alles was sie dargestellt hat, war vorher schon in ihrer Stimme, so daß wir sie nicht vor uns zu sehen brauchen, wir hören ihre Bewegungen, ihre Gesten, ihr Lächeln und ihre Tränen in ihrem Gesang. Klick
Und dann, 1958 on Paris, die große Tragödin, die heiter, schelmisch und kokett sein konnte, die „Tigerin“ die mit ihrem Image spielt und alle warnt: „Ich kann so zärtlich sein, doch wenn man mich verletzt werde ich wie eine Viper sein...“ Rosina in „Der Barbier von Sevilla“, eines der wenigen erhaltenen Filmdokumente: klick
Zum Schluß “Tosca”: Toscas Gebet in der Mitte des zweiten Aktes, kurz vor dem Mord an Polizeichef Scarpia. „Vissi d’arte, vissi d’amore...Ich lebte für die Kunst, ich lebte für die Liebe, ich tat niemandem etwas Böses. Warum strafst du mich so hart?“. Klick
„Es werden so viele unsinnig geweint, aber die Tränen, die der Callas gegolten - sie waren so sinnlos nicht. Sie war das letzte Märchen, die letzte Wirklichkeit, deren ein Zuhörer hofft teilhaftig zu werden.“ (Ingeborg Bachmann)
nikolaus (25.02.2011, 19:52): Danke!
Heike (26.02.2011, 07:54): Auch von mir danke! Ich wollte mich schon immer mal mit dem Leben der Callas beschäftigen, hier liegt schon die Kesting-Biographie. Vielleicht nehme ich die nach dieser schönen "Einführung" mal demnächst zur Hand. Heike
Solitaire (26.02.2011, 10:55): Hallo Heike und Nikolaus! Ich habe gerade wieder eine besonders heftige Callas-Phase, und es freut mich, wenn ich andere damit anstecken kann! :beer Hier eine meiner absoluten Lieblingsaufnahmen in der MC m.E. ihre dramatische Kunst mit hinreißender Stimmschönheit verbindet. Eine Aufnahme, wie sie wohl auch ihr nur selten gelungen sein dürfte: Poveri fiori
Fairy Queen (01.03.2011, 15:04): Liebe Solitaire, ich nehme an , du hast die Callas-Box mit allen verfügbaren Aufnahmen dieser von mir angebeteten Sängerin. Das Faszinierende daran ist u.A. , dass man anhand der chronologischen Aufnahmen genau die Entwicklung und den Verfall der stimme verfolgen kann. Wobei Verfall bis zum allerletzten gruseligen Ende nie Verlust der Ausdruckfähigkeit bedeutete, was es für mich umso schmerzlicher macht, aber andererseits auch tröstet. Sie blieb immer eine grosse Künstlerin, auch noch mit den letzten Resten der einst so grossartigen Stimme. Die allererste CD mit Aufnahmen von vor 1950 ist unglaublich. Hier hat mich ihre Elvira-Arie "O rendetemi la speme" für immer und ewig bezaubert und sprachlos gemacht. selbst wenn sie nur das gesungen hâtte, würde ich sie bis zum Ende meiner Tage verehren. Kuriositäten wie italiensiche Constanze und Isolde und Brünnhilde oder Weber in italienisch sind genauso in dieser Box zu finden wie die grossen Renner ihrer Karriere. Ich weiss nciht , ob diese 70 Cd Box noch im Handel ist, sie war damals spottbllig. Ich habe übrigens etliches Material zu Callas, Bücher,Filme, Konzert-DVDs etc, also falls jemand spezielle fragen hat, kann ich evtl etwas dazyu finden. Ganz besonders empfehle ich das Filmporträt von Tony Palmer: Maria Callas, La Divina A portrait von Art haus Musik
F.Q.
Ulrica (01.03.2011, 19:22): Nun, außer Gott werde ich sicher niemanden anbeten, aber an der Callas kommt m. E. nicht vorbei, der/die sich ernsthaft mit der klassischen Gesangskunst befasst.
An ihrer maßstabsetzender Gesangs - Darstellungskunst, aber auch an ihren Irrtümern wie viel zu früher Übernahme hochdramatischer Rollen, den stimmphysiologisch kontraproduktiven Anspruch, wie Audrey Hepburn aussehen zu wollen und dies mit Gewalt erzwingen zu müssen, erkennt man, worauf es ankommt und wo die Knackpunkte liegen.
Eine hochexponierte und außergewöhnliche Künstlerin war sie m. E. in jeder Hinsicht, was aber einen objektiv - kritischen Blick nicht verstellen sollte.
LG
Ulrica
Solitaire (07.03.2011, 08:03): Hallo Ulrica und Fairy!
Arbeitsbedingt komme ich erst heute wieder ins Forum. Während der Rest des Rheinlandes mit Pappnase durch die Gegend rennt und dem Alkohol und dem kölschen Liedgut huldigt, halte ich die Stellung im Büro, aber da Karneval ist erlaube ich mir einen kleinen Abstecher ins Forum. Ich habe natürlich diverse Aufnahmen mit Callas, u.a. auch eine Box mit mehreren CDs aus verschiedenen Jahren, ich weiß allerdings nicth, ob es die von Fairy erwähnte Kollektion ist. Die Hälfte meiner Schalplattensammlung besteht jedenfalls aus Gesamtaufnahmen mit Callas, und auch wenn ich sie heute seltener höre und meist auf CDs zurückgreife, würde ich sie nie, nie hergeben. Es gibt eine Platte mit seltenen Aufnahmen von ihr, dort singt sie zwar keine Brünhilde, aber eine italienische Isolde beim Liebestod. („Dolce e calmo“), ich glaube, daher kenne ich auch ihre Version von „Non mi dir“, die mich immer etwas ratlos macht, denn so sehr ich Callas verehre, meinem Ideal der Mozartsängeriun entspricht sie nicht, ich kenne auch nur diese Arie und die erwähnte italienische Constanze. Wie es der Zufall will habe ich vor einiger Zeit einen ganz persönlichen kleinen „Rendetemi la speme“-Battle veranstaltet: Callas, Sutherland, Dessay. Die schönste Stimme von allen hat für mich ganz eindeutig Dessay, Siegerin ist trotzdem Maria Callas, obwolh mir auch Dessay sehr, sehr gut gefällt. Allerdings hört man bei meiner Aufnahme dennoch recht deutlich, daß MC manchmal mit zwei Stimmen zu singen scheint, wo Dessays Stimme wie aus einem Guß klingt: wenn man es nicht besser wüßte, könnte man manchmal glauben einen Koloratursopran und einen Mezzo oder gar eine Altistin ständen auf der Bühne...ich nehme an, das hat mit dem zu tun was der Fachmann „Registerausgleich“ nennt, lasse mich da aber gern eines besseren belehren von denen die sich damit auskennen.
Was den Audrey-Hepburn-Look betrifft: ich finde es schon nachvollziehbar, daß eine Künstlerin die mehr will als „nur“ schön zu singen, irgendwann den Wunsch entwickelt, ihre Rollen auch optisch glaubhaft zu machen, allerdings habe ich schon öfter die Ansicht gehört, daß der rapide Gewichtsverlust (angeblich 40 Kilo in einem Jahr, das KANN nicht gesund sein... :I) ein Grund für den frühen Stimmverlust sein könnte. Falls es nicht zu speziell ist, würde mich irgendwann mal interessieren, wie das zusammenhängt. Wäre die Stimme eventuell weniger geschädigt worden wenn MC ihr Übergewicht langsam über mehrere Jahre abgebaut hätte statt in einer Hau-Ruck-Aktion?
Fairy Queen (08.03.2011, 09:47): Liebe Solitaire, ich habe eine Box mit 70 Cds die es vor zwei Jahren zu ienem Spottpreis zu kaufen gab und auf der alle Studioaufnahmen der Callas dokumentiert sind- eine wahre Schatzkiste. Hätte mic hdamals nciht ein Sammler darauf aufmerksam gemacht, wäre mir das glatt entgangen- so hab ich nun von den frühesten Aufnahmen bis zu den Ruinnen alles auf CD, etlcihe Opern gleich mehrfach, da kann man dann bestens vergleichen. Das Erstaunlichste bleibt für mich das erste Recital, wo sie Isoldes Liebestod in italiensich sowie "Qui la voce" aus den Puritani singt. Wenn ich diesen Wagner hört, glaube ich selbst nciht mehr, dass ich je aversionen gegen diesen Komponisten hatte. Ich glaube die Callas würde selbst noch aus Lenas Satellite ein hehres Kunstwerk machen....... Was das Vergleichhören von Qui la voce angeht- ja wir haben denselben Geshcmack, ich fidne ebenfalls dass Natalie dessay vom Timbre und Eigenklang einfahc die schönste Stimme hat. allerdings stehen ihr lange nciht dieselben Ausdrucksmittel zur verfügung wie dem so wandelbaren organ der Callas. Ihr timbre kann man wahrlich nciht schôn nennen, sie gehört in eine andere Kategorie, eien jenseits der Kategorien scheint mir. Aber du solltest auch die Elvia der jungen Mirella Freni nciht vergessen udn unter den jüngeren Sängerinnen ist derzeit Diana Damrau in der Rolle zu hören. Sutherland ist für mich zwar eine virtuose Sängerin, aber hält da keienrlei Vergleich stand- sie singt die Rolle wie es sich nach den Noten udn den anforderungen des Belcanto gehört, nciht mehr udn nciht weniger. Eine Sängerin die mir mal in dieser Rolle angepriesen wurde, Christina Deutekom, fand ich ehrlch gesagt furchtbar- so richtig haben mich bisher nur, je auf ihre eigenen Art, Callas, Dessay, Eva Mei und Freni überzeugt. Aber das kann sich ja noch ändern..... Was den Stimm- und Gewichtsverlust der Callas angeht, ist darüber viel spekuliert worden. Natürlcih ist es eien grosse belastung für dne Körper in kurzer Zeit mit einer Radikalkur 40 kg abzunehmen, aber 40 kg Übergexicht sind nciht wengier belastend für einen Organismus. Es kommt gazn drauf an, wie man in der zeit der Gexihtsabnahme die stimme und die gesamte Muskulatur trainiert. Wenn man einfahc nur abnimmt, ohne gleichzeitig auch etwas für die Elastizitât und die "Form" des Organismus zu tun, kann das nciht gutgehen, das neue Körpergefühl muss ja in die Gesangstechnik integriert werden. ein Sänger, der sein Körpergefühl verliert, kann nciht mehr punktgenauabschätzen, was er auf welche Weise einsetzen muss um dieses oder jenes Ergebnis zu erzielen. Das kann aber ein schlanker Körper genauso lernen wie ein schwer. Es braucht seien Zeit, ist eien art "Reha" in Sachen Körpergefühl.
Bei der Callas kamen erhebliche persönlicihe Krisen dazu, die wahrscheinlich ausschlaggebender für den Verlust ihres inneren und äusseren Gleichgewichts waren. Nicht zu vergessen der Raubbau, den sie mit ihren stimmbändern trieb, indem siez.B. innerhalb einer Woche von Brünnhilde zur Puritani-Elvira hin- udn herwechselte. Heutzutage unvorstellbar!
Ich habe gutes Filmmaterial zu all diesen Themen und wir kônnen das, falls gewünscht, gerne ausführlicher diskutieren.
F.Q.
Solitaire (09.03.2011, 15:26): Hallo Fairy! Danke für deine Antwort. Nein, bei meiner D-Sammlung handelt es sich ganz offenschtlich nicht um die 70-CD-Kollektion. Klingt jedenfalls sehr interessant. Zur Zeit gibt es bei 2001 wieder günstige Callas-Gesamtaufnahmen, u.a. Tosca, Butterfly und auch die Puritani für unfassbare 4 Euro, werde da eventuell nochmal zuschlagen. Ich habe auch einiges an Dokumentarfilmen über Callas gesehen, und finde die, die sich weniger mit Klastsch und Tratsch beschäftigen durchaus lohnenswert. Sie hat ja, wenn es ihr geboten schien, gerne mal Klartext gesprochen, unter anderem auch über die offenbar schon zu ihrer zeit nicht immer günstigen zustände an der Scala in Mailand, und darüber, daß sie es satt hatte dort immer in den gleichen Opern aufzutreten, immer mit wechselnden Partnern und oft, ohne die Inszenierung wirklich kennengelernt zu haben. Diesen film hier finde ich z.B. ziemlich gelungen, kennst du ihn? http://ecx.images-amazon.com/images/I/41pioHslehL.jpg
Auf ARTE lief vor einiger Zeit eine Sendung zum Thema „dicke Sänger“, ich glaube, es war Deborah Voigt die genau das angesprochen hat was du erwähnst: daß es für einen Berufssänger schwer ist, wie gewohnt zu singen wenn sich durch den Gewichtsverlust das Körpergefühl ändert. Sie hätte große Schwierigkeiten damit gehabt. An anderer Stelle meine ich gelesen zu haben, daß sich ihre Stimme nach ihrer Magenband-OP nicht zu ihrem Vorteil verändert haben soll, da ich sie nie bewusst gehört habe, kann ich nix dazu sagen, aber wer weiß, ob es wirklich nur die heißgeliebten Spaghetti waren, die z.B. Pavarotti davon abgehalten haben, seinem Übergewicht zu Leibe zu rücken oder ob da nicht auch Angst vor stimmlichen Folgen eine Rolle gespielt haben. Erna Berger hat in ihrer Autobiographie erzählt, daß sie sich jahrelang von einer Mandelentzündung zur nächsten geschleppt hat, weil sich kein Arzt bereit gefunden hat, die Dinger rauszunehmen da alle Angst hatten, die OP könne die Stimme verändern. Es ist wohl nicht immer leicht wenn man nicht ein Instrument spielt, sondern eines ist.
Was den stimmlichen Raubbau betrifft: ich denke da an ihren Galaabend in Paris von 1958: im ersten Teil hat sie eine Arie nach der anderen gesungen, darunter „Una voce poco fa...“ „Casta diva“ und das Miserere aus „Il Trovatore“, im zweiten Teil hat sie den nerven- und stimmbandzerfetzenden 2. Tosca-Akt gesungen. Welcher Sänger täte sich das heute an, in einer Zeit, in der ein Galaabend oft genug aus 4 Arien des Stars besteht und der Rest mit Orchesterstücken „aufgefüllt“ wird...
palestrina (16.04.2013, 14:56): Hallo zusammen, sind noch einige Callas Freaks da ?
Für mich ist und bleibt sie Teil meiner Opernsucht !
Um es mit Edna St. Vincent Millay zu sagen:
Meine Kerze brennt an beiden Enden und die Nacht ueberdauert sie nicht doch seht meine Feinde, und ihr meine Freunde- Sie schenkt ein süßes Licht.
Aufmerksam machen möchte ich auf die erste wichtige Aufnahme der Callas ! Sie entstand 1949 in Turin für die Fa. Cetra . Unter den 3 Aufnahmen ist die Arie aus I PURITANI das allerbeste ! Sie destilliert das Wesen der Melancholie auf vollkommene Art heraus, und es bleiben wenig andere so in der Erinnerung haften. Des weiteren sind enthalten: Casta Diva , Arie und Cabaletta Und der Liebestod auf ital. gesungen . Eine ungeheuer menschliche Aussage ! http://www.jpc.de/image/w600/front/0/5050466100023.jpg
Dann möchte ich noch auf meine Callas Bibel ! aufmerksam machen .
Ein Buch von JOHN ARDOIN "Maria Callas und Ihr Vermächtnis " Auf deutsch ist es noch nicht wieder Aufgelegt, aber in engl. und es enthält alle verfügbaren CD's mit Besprechung und Ardoin weiss von was er spricht ! Ich habe das Buch nach erscheinen am 20.11.79 gekauft, und liebe es bis heute!!!!!!!
LG palestrina
Solitaire (18.04.2013, 12:24): Das Buch von John Ardoin haben wir in der Bibliothek in der ich arbeite. Ich mag es sehr und bewache es mit Argusaugen, damit keiner es klaut :S :D Was ich immer noch nicht begreifen kann ist der Umstand, daß Callas' Violetta nie auf Film gebannt wurde. Es gibt soviele Tondokumente von ihr (zum Glück!) aber daß es nie dazu gekommen ist, z.B. die Visconti-Traviata für die Nachwelt im Film festzuhalten werde ich nie, nie, nie verstehen.
palestrina (18.04.2013, 14:34): Hallo Solitaire !
Ich auch nicht !!!!!
Und gebt das Buch nur jemanden , der auch wirklich daran interessiert ist ! (Darf man das überhaupt ?)
LG palestrina
palestrina (18.04.2013, 14:41): Habe eben beim Urwaldfluss gesehen es gibt einige gebrauchte Exemplare , also wer Interesse hat sollte zugreifen !! Für Callas Fans ein soll (muss) !
LG palestrina
Solitaire (29.04.2013, 18:19): Ah, danke frü den Tip, sehe ich jetzt gerade erst :)
Fairy Queen (30.11.2013, 16:52): Liebe Callas Freunde, ich habe gerade in der aktuellen Wochenzeitung Die ZEIT ein interview mit Placido Domingo und Anna Netrebko gelesen, das mich ziemlich geârgert hat. Nicht nur, dass Netrebko solche Phrasen wie "Für das was wir leisten werden, wir nicht gut bezahlt" oder "Wir Künstler sollten uns nicht in politische Dinge einmischen" (und ihre Agentur hat der Zeit dabei verboten, Fragen zu Putin zu stellen....) oder " "Ich finde es toll, Freunde zu haben die einen Privatjet besitzen" loslâsst, sie wird von Domingo unverhohlen und schamlos als neue Callas bezeichnet. Er sagt zu A.N.: "Sie war unerreichbar bevor Du kamst und scheint das ernst zu meinen, denn er lässt eine Eloge auf Netrebkos Fähigkeiten los. Sie treten zwar zusammen im Trovatore auf und sie hat sich gerade von Hernn Schrott getrennt, aber ich hoffe, nciht, dass Domingo von A.N. Charmeschon so umnebelt ist, dass er nciht mehr unterscheiden kann.......... ?(
Ich bleibe insbesondere was Anna Netrebko geht stur und steif beim Thread-Titel: es kann nur eine Callas geben!!!!! :engel Schönen 1.Advent F.Q.
palestrina (30.11.2013, 23:49): Original von Fairy Queen Ich bleibe insbesondere was Anna Netrebko geht stur und steif beim Thread-Titel: es kann nur eine Callas geben!!!!! :engel F.Q. :thanks
Ohne wenn und aber !!!!!!!!!!! Es gibt, es gab und es wird immer nur eine CALLAS geben !
" Oh rendetemi la speme , o lasciatemi morir! "
LG palestrina
Jussi (01.12.2013, 09:57): Original von palestrina Original von Fairy Queen Ich bleibe insbesondere was Anna Netrebko geht stur und steif beim Thread-Titel: es kann nur eine Callas geben!!!!! :engel F.Q. :thanks
Ohne wenn und aber !!!!!!!!!!! Es gibt, es gab und es wird immer nur eine CALLAS geben !
" Oh rendetemi la speme , o lasciatemi morir! "
LG palestrina
Da kann ich Euch nur zustimmen!!! :) Dieser Netrebko-Hype macht sie mir schon sehr suspekt. Bühnenpräsenz ist leider nicht alles ...
Severina (01.12.2013, 11:37): Natürlich gibt es nur eine Callas, genauso wie es nur eine Netrebko, eine Dessay, eine Garanca etc. gibt. Dieses sich offensichtlich nie erschöpfende Spielchen der Medien, wer nun Nachfolger der Diva assoluta bzw. des Divo assoluto ist, hat mich schon immer genervt.(Die armen Tenöre müssen sich ja immer an Wunderlich messen lassen, auch wenn das vom Timbre her schon absurd ist, z.B. bei Kaufmann.) Dass sich auch ein Domingo nicht entblödet, da mitzuspielen, finde ich mehr als befremdlich, passt aber auch irgendwie zu seinem generellen Vehalten in der letzten Zeit. (Das zu vertiefen wäre hier aber OT!) Wäre ich Sängerin, würde ich als "Erste Severina" wahrgenommen werden wollen, nicht als "Zweite Irgendwer", das empfände ich ehrlich gesagt als Missachtung meiner Persönlichkeit und natürlich auch meiner individuellen Stimme.
Ich bin keine Callas-Expertin, aber was ich bisher über sie gelesen habe, so dürfte der Hype, der heute z.B. um eine Netrebko herrscht, ein laues Lüftchen sein im Vergleich zu dem, den die Callas entfacht hat. Die spielte doch mehr als gekonnt auf der damals verfügbaren medialen Klaviatur, und hätte es schon Talk-Shows etc. gegeben, wäre sie mit Sicherheit dort aufgetreten. Ich kenne z.B. keine heutige Sängerin, die von hysterischen Fanmassen und Reportern aus aller Welt am Flughafen empfangen wird. Und dem Luxus war sie wohl ebenso wenig abgeneigt wie die Netrebko, nur dass sie halt Freunde mit Privatjachten bevorzugte :wink. (Auch weil die Privatjets damals noch eher rar waren....) Wenn also "Hype" ein Anlass zu Misstrauen ist, was die künstlerische Qualität einer Sängerin betrifft, dann hätte die Callas einen schweren Stand.
So, und jetzt gehe ich in Deckung, weil mir natürlich bewusst ist, dass ich eben eine Majestätsbeleidigung begangen habe :D.
lg Sevi :hello
PS: Und nein, ich bin kein fanatischer Netrebkofan, nicht einmal ein sonderlich großer, mich nervt nur ein bisschen, dass bei ihr jedes Wort und jeder Ton auf die Goldwaage gelegt wird. Klar ist sie keine Intellektuelle, aber war das die Callas?
Schweizer (01.12.2013, 15:22): Ich habe diese blöden, dümmlichen Callas-Vergleiche auch mehr als satt und stimme allen Vorrednern zu, dass es nur die eine CALLAS gab, Punkt! Und im übrigen stimme ich Severina betreffend erster und zweiter xyz-SängerIn voll bei. Gruss vom Schweizer
Fairy Queen (02.12.2013, 07:12): Liebe Sevi, ich weiss dass Maria Callas viele Klischees einer Diva erfüllte und von "Majestät" kann keine Rede sein ,aber trotz allem ist sie mir wesentlich sympathischer als Anna Netrebko. Wengistens hat sie meines Wissens nach nicht als Aushängeschild eines menschrechtsverletzenden Staatschefs gedient.... und war ausserdem um Klassen besser als AN (finde ich....) Hier ein Callas Porträt das man derzeit noch bei Arte sehen kann. http://www.arte.tv/guide/fr/037146-000/maria-callas-assoluta?autoplay=1 Guter Wochenstart für Alle
F.Q. :hello
Allegra (04.12.2013, 18:29): Dieses arte-Porträt habe ich mir angesehen, und zwar ganz bewusst, weil ich bisher Maria Callas einfach nichts abgewinnen konnte. Ja, ich gestehe es, ich konnte schon mit dem Threadtitel hier nicht viel anfangen. Aber irgendwas muss an ihr dran sein, wenn so viele so intensiv von ihr schwärmen. Also habe ich mich möglichst offen noch einmal mit ihr auseinandergesetzt und zugehört - wie doch so oft schon.
Hm, ich kann durchaus nachvollziehen, dass sie eine umwerfende Ausstrahlung und Bühnenpräsenz gehabt haben muss. Ich denke der Hype um sie ist entsprechend einer anderen Zeit auch anders zu sehen, als es heute der Fall ist. Durch die heutige Technik und den diversen Übertragungen sind Sänger sehr viel eher zu erleben als es damals noch der Fall war.
Was mir an ihrer Stimme, so wie die Aufnahmen es hergeben, bemerkt habe: ihr scheint alles mühelos zu gelingen (zu ihren guten Zeiten) - keine Höhe wackelt oder wird gepresst, keine tieferen oder Mittellagen scheppern. Sie singt - und das bravourös.
Aber … sie erscheint mir nach wie vor kalt, emotionslos. Ihr "Casta Diva" jagt mir keine Schauer über den Rücken wie bei Joan Sutherland, ihre Violetta wirkt auf mich wie - eine Rolle, kein wirkliches In-der-Figur-stecken ...
Ich tendiere nicht dazu, mir den einen oder anderen Sänger herauszupicken und allen anderen voranzustellen, mal gefällt mir die/der, mal jene/r - es gibt soooo viele, und sooo viele wirklich gute! Aber zu Maria Callas finde ich einfach keinen Zugang.
Merkwürdig … ?(
Ich würde so gern mal wirklich nachvollziehen können, was euch an ihr so begeistert. :)
nikolaus (04.12.2013, 21:41): Original von Allegra ... Aber … sie erscheint mir nach wie vor kalt, emotionslos. Ihr "Casta Diva" jagt mir keine Schauer über den Rücken wie bei Joan Sutherland, ihre Violetta wirkt auf mich wie - eine Rolle, kein wirkliches In-der-Figur-stecken ... ...
Merkwürdig … ?(
Nein, überhaupt nicht merkwürdig, so kommt sie bei Dir einfach an.
Bei mir ist es genau umgekehrt: bei der Callas gibt es viele Momente, bei denen ich Gänsehaut bekomme, bei manchen bleibt mir fast die Luft weg, so intensiv empfinde ich sie. Das schaffen nur sehr wenige Künstler. So kann ich den "Hype" um eine Joan Sutherland oder Edita Gruberova nicht nachvollziehen; ich höre sehr guten bis perfekten Gesang, emotional werde ich aber gar nicht berührt.
Eine Erklärung für diese rein subjektiven Vorlieben gibt es einfach nicht, glaube ich. Und wie Du richtig bemerkst: es gibt sooooo viele sooooo gute Musiker, das ist ja das schöne!
Nikolaus :hello
palestrina (05.12.2013, 07:50): Original von Allegra[/i Aber … sie erscheint mir nach wie vor kalt, emotionslos. Ihr "Casta Diva" jagt mir keine Schauer über den Rücken ?( :ignore ?(
ihre Violetta wirkt auf mich wie - eine Rolle, kein wirkliches In-der-Figur-stecken ...
Liebe Allegra , was soll man dir da antworten , bei mir hat das beim erstenmal hören sofort gefunkt ! Und gerade ihre Violetta ist sowas von in der Rolle , sie lebt geradezu diese Figur ! :I
Ich würde so gern mal wirklich nachvollziehen können, was euch an ihr so begeistert. :)
Anhören , zuhören , Text mitlesen ! :)
LG palestrina
Jussi (05.12.2013, 11:49): Die Callas hat immer schon polarisiert - und so wird es auch bleiben. :wink Ihre Stimme spiegelt (für mich!) eben alles wieder, was die Rolle erfordert. Die Callas IST die Rolle mit Haut und Haaren und Stimme! Das ist das Einzigartige an ihr. Mir ging es auch so: einmal gehört, und sie schlug mich für immer in ihren Bann. Offenbar hab ich die Begeisterung auch schon mit der Muttermilch eingesogen! Beide Eltern waren große Bewunderer der Callas. :engel
abendroth (05.12.2013, 12:39): Ich höre fast nie italienische Oper, aber die grosse Callas Box (EMI), die habe ich. Ich war noch ein junger, musikalisch unerfahrener Mann, als ich im Radio eine mir damals völlig unbekannte Musik und Stimme hörte, die mich emotional so ergriff, dass ich von Kopf bis Fuss Gänsehaut bekam. Am Ende der Sendung erfuhr ich, dass ich den Schlussakt aus La Traviata mit der Callas gehört habe. Am nächsten Tag bin ich sofort in ein grösseres Schallplattengeschäft in der Nachbarstadt gefahren. freundliche Grüsse Joachim
Florestan (05.12.2013, 15:18): Ich kann hier eigentlich nur zum Teil mitreden, denn die Callas hat überwiegend Repertoire gesungen welches ich mir ohne weiteres nicht anhören würde. Die einzige Aufnahme die ich mit ihr habe ist die legendäre Tosca unter Victor de Sabata. Da finde ich sie allerdings großartig (wie die gesamte Produktion). Aber es gibt wohl so einen Idealisierungsprozess, der dazu führt, dass Musiker in der allgemeinen Wahrnehmung herausragen und verklärt werden. Aber wie die Beiträge hier zeigen, führt das regelmäßig auch zu einer Polarisierung von pro und contra. Der subjektive Anteil ist gerade bei Sängern sehr hoch. Freuen sollten wir uns aber, dass das Reservoir an guten bis sehr guten Sängern umfangreich ist, und somit für jeden etwas dabei ist, je nachdem wie die jeweils persönlichen Präferenzen ausfallen. Ich kenne reichlich Sänger, die mir mit ihrem Gesang in bestimmten Rollen den Schauer über den Rücken jagen. Und so wird es wohl auch bei den Freunden von Maria Callas sein.
LG Florestan
palestrina (05.12.2013, 15:51): Hommage à Maria Callas
Ecco un artista , sie ist die einzige Person , die rechtmäßig die Bühne in diesen Jahrzehnten betreten hat, um den unten erfrieren, leiden, zittern zu machen, sie war immer die Kunst, und sie war immer ein Mensch, immer die Ärmste, die Heimgesuchteste, die TRAVIATA.
Sie war, wenn ich an das Märchen erinnern , die natürliche Nachtigall dieser Jahre, dieses Jahrhunderts, und die Tränen, die ich geweint habe - ich brauche mich ihrer nicht zu schämen . Es werden soviel unsinnige geweint, aber die Tränen, die der Callas gegolten - sie waren so sinnlos nicht. Sie war das letzte Märchen, die letzte Wirklichkeit, deren ein Zuhörer hofft, teihaftig zu werden .
Auszug aus , Ingeborg Bachmann , "Die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar"
danke für deinen Arte-Link, ich habe ihn heute angesehen. Die Sendung hat mir zwar die Sängerin Maria Callas nur wenig näher gebracht, aber dafür den Menschen Maria Callas sehr viel mehr. Vermutlich werde ich niemals Callas-Fan, weil es einfach zuwenig Filmdokumente von ihr auf der Bühne gibt und die schauspielerische Rollendarstellung natürlicherweise einer anderen Generation angehört. Dennoch gab es einiges, was ich sehr beeindruckend fand, z.B. ihren ungeheuren Tonumfang und auch die von Allegra gut beschriebene Mühelosigkeit. Wenn ich in diesem Leben noch Audio-Fan werde, wird es vielleicht doch mal etwas mit mir und der Callas.
VG, stiffelio
Allegra (13.12.2013, 17:52): Original von palestrina Anhören , zuhören , Text mitlesen ! :)
LG palestrina
Mach ich - versprochen! Vielleicht komm ich ja mit zunehmendem Alter doch noch dahinter. :P
Hosenrolle1 (06.08.2015, 22:53): Original von Ganong Selbst Jürgen Kesting musste zugeben , dass er die grosse Renata Tebaldi live nicht erlebt hat ; "verreissen" konnte er sie aber ungehemmt . ).
Das ist sowieso ein schwieriger Punkt, denn eine Oper live klingt, was die Stimmen angeht, doch anders als ein Mitschnitt, zumal ein älterer.
Im großen Theater gehen etwa die Schärfen, die über die Mikrofone oft überdeutlich hörbar sind, meist verloren, insofern sind pauschale Beurteilungen sicher mit Vorsicht zu genießen.
LG, Hosenrolle1
Falstaff (11.02.2017, 21:23): Ich bekenne, dass ich ein leidenschaftlicher und hemmungsloser Callas-Witwer bin. :D Durch sie wurde ich für die Oper und dann die klassische Musik angefixt und ging der Rock-, Pop-Welt so ziemlich verloren. Leider passierte das erst am 23.09.1977, so dass ich sie nie live erleben konnte. Nicht einmal, als sie ihre unsägliche Welttournee 1973 in Hamburg begann. Ich kannte sie zwar, registrierte das Konzert, aber es interessierte mich damals noch nicht.
Für alle der Callas Verfallenen oder für die, die es noch werden wollen, hier ein Hörbuchtipp. Claudia Wolff verfasste zum 10ten Todestag ein Feature, dass nicht nur intelligent angelegt ist, sondern v.a. auch sprachlich überzeugt. Eine Sendung, die ich in der Zwischenzeit schon unzählige Male gehört habe.
satie (11.02.2017, 23:33): An dieser Stelle einmal ein herzliches Willkommen im Forum, Falstaff! Es freut mich, gleich so viele Beiträge von Dir zu sehen, auch wenn die Oper nicht mein Thema ist, so freue ich mich doch sehr, dass weitere Belebung in diesen Bereich des Forums kommt.
Herzliche Grüße Satie
Falstaff (11.02.2017, 23:44): Ich danke dir, lieber Satie, für diese Worte und verspreche, ich werde mich im Bereich Oper ordentlich anstrengen. Und nicht nur da. :)
Und was dein Verhältnis zur Oper angeht - nur nicht aufgeben. Ich hörte damals fast ausschließlich Punk und lag von einer Minute zur nächsten der Callas zu Füßen. Man weiß nie, wie das Leben so spielt. ;)
Ich sehe gerade, daß Du neu bist im Forum. Auch von mir ein herzlicher Willkommensgruß. Ich freue mich auf Deine Beiträge. Kann es sein, daß ich Dich schon aus dem ziemlich unsäglichen Amazon-Forum kenne? Da gab es mal jemand Deines Namens, der aber, wie die meisten, längst resigniert hat.
Auf das Thema Callas komme ich gerne später zurück. Auch da liegen wir ziemlich auf einer Wellenlänge!
Ich sehe gerade, daß Du neu bist im Forum. Auch von mir ein herzlicher Willkommensgruß. Ich freue mich auf Deine Beiträge. Kann es sein, daß ich Dich schon aus dem ziemlich unsäglichen Amazon-Forum kenne? Da gab es mal jemand Deines Namens, der aber, wie die meisten, längst resigniert hat.
Auf das Thema Callas komme ich gerne später zurück. Auch da liegen wir ziemlich auf einer Wellenlänge!
Einen schönen Sonntag,
Cavaradossi :hello
Lieber Cavaradossi, schön, dass man hier ein paar alte Bekannte trifft. Ja, leider ist mir das andere Forum aus bekannten Gründen ziemlich verleidet. Dogmatische Strenge in der Kunst. Brrrr! ;( Das geht gar nicht.
Ich freue mich auf deine Callas - Beiträge. Bei der Guten bin ich ja immer dabei. ;)
Cantus Arcticus (14.02.2017, 13:45): Lieber Falstaff Auch von mir ein herzliches - wenn auch verspätetes - Willkommen hier im Forum :hello Ich lese Deine bereits zahlreichen Posts mit grossem Interesse!
Viele Grüsse Stefan
Cavaradossi (14.02.2017, 15:44): Maria Callas - ein Sonderfall in der Plattengeschichte. Jede Aufnahme von ihr ist wertvoll, obwohl mir sehr bewußt ist, daß die späten Aufzeichnungen den Niedergang ihrer Stimme dokumentieren. Aber was ihr an Stimmschönheit abgeht, ersetzt sie da durch ihre überlegene Gestaltungskraft, die ihr bis zum Schluß erhalten blieb.
Neben der Vielzahl von GA nenne ich stellvertretend eine CD, die mir besonders ans Herz gewachsen ist:
Verdi-Arien: aus Macbeth, Ernani, Nabucco, Don Carlos, Die sizilianische Vesper, Lombarden, Maskenball, Aida (mit dem Philharmonia Orchestra London, Dir.: Nicola Rescigno). Vor allem die Aufnahmen aus den ersten vier genannten Opern sind super, aus dem Jahr 1958. Da war sie noch auf dem Zenit ihres Könnens.
LG, Cavaradossi
Falstaff (14.02.2017, 20:51): Lieber Falstaff Auch von mir ein herzliches - wenn auch verspätetes - Willkommen hier im Forum Ich lese Deine bereits zahlreichen Posts mit grossem Interesse!
Viele Grüsse Stefan Lieber Stefan, ganz herzlichen Dank dafür. LG Thies
Falstaff (14.02.2017, 20:53): Vor allem die Aufnahmen aus den ersten vier genannten Opern sind super, aus dem Jahr 1958. Da war sie noch auf dem Zenit ihres Könnens. Vor allem die Nachtwandelszene ist mit Sicherheit eine der großen Leistungen des Verdi-Gesangs auf Platte.
LG Falstaff
Falstaff (14.02.2017, 23:12): Lieber Cavaradossi, in dieser Form habe ich vor gefühlten 100 Jahren einige der Arien auf einem Flohmarkt entstanden. Ich habe die Platte wirklich totgenudelt.
:hello Falstaff
Falstaff (14.02.2017, 23:26): Das vorangehende Recital führt mich persönlich immer direkt zu dieser Aufnahme. Die einzigen Auftritte der Callas als Lady Macbeth sind hier dokumentiert. (Welch eine Schande, dass sie die Partie nie im Studio aufnehmen konnte.)
Ich kenne niemanden (auch die grandiose Verrett nicht), die in dieser Partie so sehr einerseits die vokale Durchschlagskraft, das Pathos, die große Geste gehabt hat und gleichzeitig aufgezeigt hat, dass zumindest der frühe Verdi immer noch in der Formensprache des Belcanto verwurzelt war. Zu sagen, dass die Callas der Partie alle ausdrucksmäßigen Nuancen verleiht, heißt fast Eulen nach Athen zu tragen. Mascherini ist ein anständiger Macbeth, der (natürlich) mit dem Furor der Callas nicht mithalten kann. Aber wer konnte das schon. Interessant finde ich de Sabata, der wieder einmal einen ganz besonderen Klangteppich ausbreitet. Nur konnte ich mich nie so richtig mit seinem schnellen Tempo in der Nachtwandelszene anfreunden.
Cantus Arcticus (15.02.2017, 07:47): Das vorangehende Recital führt mich persönlich immer direkt zu dieser Aufnahme. Die einzigen Auftritte der Callas als Lady Macbeth sind hier dokumentiert. (Welch eine Schande, dass sie die Partie nie im Studio aufnehmen konnte.)
Ich kenne niemanden (auch die grandiose Verrett nicht), die in dieser Partie so sehr einerseits die vokale Durchschlagskraft, das Pathos, die große Geste gehabt hat und gleichzeitig aufgezeigt hat, dass zumindest der frühe Verdi immer noch in der Formensprache des Belcanto verwurzelt war. Zu sagen, dass die Callas der Partie alle ausdrucksmäßigen Nuancen verleiht, heißt fast Eulen nach Athen zu tragen. Mascherini ist ein anständiger Macbeth, der (natürlich) mit dem Furor der Callas nicht mithalten kann. Aber wer konnte das schon. Interessant finde ich de Sabata, der wieder einmal einen ganz besonderen Klangteppich ausbreitet. Nur konnte ich mich nie so richtig mit seinem schnellen Tempo in der Nachtwandelszene anfreunden. Lieber Falstaff Ich habe in meiner Sammlung einige Aufnahmen aus dieser Serie mit ihr, unter anderem die von Dir beschriebene. Es ist schon so: Die Lady Macbeth, die Lucia von Lammermoor, Tosca, Norma...... sie sind Trouvaillen in meiner Musikwelt. Deiner Anmerkung zu De Sabata möchte ich Hinzufügen, dass ich ebenfalls in die Richtung tendiere (obwohl ich De Sabata's Aufnahmen sehr mag). Die Nachtwandelszene gerät fast zum Nachtrennen...
LG, Stefan
Cavaradossi (15.02.2017, 11:54): in dieser Form habe ich vor gefühlten 100 Jahren einige der Arien auf einem Flohmarkt entstanden. Ich habe die Platte wirklich totgenudelt. Ja, das waren noch Zeiten, als noch der Name COLUMBIA mit den "Magic Notes" auf den Callas-Covern prangte! Heute liest man da "Warner Classics", traurig! Aber immerhin muß man Warner attestieren, daß man mit dem EMI-Erbe recht pfleglich umgeht. Viele alte, längst verloren geglaubte Schätze wurden wieder zutage gefördert.
Die von Dir genannte "Macbeth"-GA unter Victor de Sabata ist auch in meinem Bestand. Mal abgesehen von dem Porsche-Tempo in der Nachtwandel-Szene, ist natürlich die Klangqualität eine Qual. Immer wenn ich sie auflege, denke ich darüber nach, ob "Qual" etwas mit "Qualität" zu tun hat. Hier jedenfalls sind beide eine sonderbare Symbiose eingegangen. Ich bin wahrlich kein HighEnd-Freak, aber so jämmerlich müßte eigentlich ein Live-Mitschnitt von 1952 nicht klingen. Da hilft auch das beste Re-Mastering nicht viel. Umso froher bin ich, daß es das Rescigno-Recital mit den drei berühmtesten Arien gibt.
LG, Cavaradossi :hello
Cantus Arcticus (15.02.2017, 14:21): Lieber Cavaradossi Wegen der Klangqualität muss ich Dir unumwunden Recht geben. Sie sind durchwegs schlecht (sie schreiben es auch auf das Cover), aber das ist halt schon "Klanggenuss" wie in den 10er und 20iger Jahren des letzten Jahrhunderts.
Man kann bei EMI auch klangliches Miss-Engineering erleben, wenn man die Rattle-Aufnahmen mit dem CBSO auf EMI hört aus den 80/90er Jahren (Britten, Stravinsky, Mahler). Da war auch so in absoluter Tiefpunkt zu vermelden.
Wie auch immer: Die Callas-Aufnahmen faszinieren mich, trotz des Klanges, immer wieder.
LG, Stefan
Falstaff (16.02.2017, 00:23): Aber immerhin muß man Warner attestieren, daß man mit dem EMI-Erbe recht pfleglich umgeht. Viele alte, längst verloren geglaubte Schätze wurden wieder zutage gefördert. Lieber Cavaradossi, zunächst zuckte ich auch zusammen, als das altvertraute EMI nicht mehr auftauchte. Aber das ist absolut richtig. Warner leistet da schon hervorragende Arbeit. Ich bin von der Callas-Edition ziemlich begeistert und auch die beiden Schwarzkopf-Boxen finde ich ganz hervorragend. Wegen der Klangqualität muss ich Dir unumwunden Recht geben. Sie sind durchwegs schlecht (sie schreiben es auch auf das Cover), aber das ist halt schon "Klanggenuss" wie in den 10er und 20iger Jahren des letzten Jahrhunderts. Lieber Cantus Arcticus, einige Aufnahmen haben wohl nur überlebt, weil Hörer am Radio die Übertragungen mitgeschnitten haben. Kein Wunder, dass das dann natürlich wie aus de Steinzeit klingt. Denn wenn man bedenkt, welche technische Qualität die Bayreuther Übertragungen ab 1951 haben, was also möglich war, sollte man ja eigentlich davon ausgehen, dass der italienische Rundfunk wenigstens ein bisschen da hätte mithalten können. Aber selbst der '55iger Chenier ist ja noch 'ne klangtechnische Katastrophe.
LG Thies
Falstaff (16.02.2017, 00:40): Apropos Andrea Chenier:
Eine Aufnahme, für die eigentlich Mario del Monaco verantwortlich ist, wollte er doch statt des anvisierten 'Trovatore' ein Tenor-Vehikel haben. Was er dann ja auch bekam.
Immerhin ist der Nachwelt dadurch ein weiteres Rollenportrait der Callas erhalten geblieben, was sie nur dieses eine mal auf der Bühne präsentiert hat.
Dafür bin ich dankbar, muss aber auch gestehen, ich könnte darauf verzichten, wenn stattdessen Aufnahmen ihrer Carlo-Elisabetta oder ihrer Konstanze aus der Scala überlebt hätten.
Natürlich bietet sie wieder ein durchaus ergreifendes Portrait. Aber gute Maddalenas oder Mimis oder Butterflys gibt es genug. Nicht, dass ich sie missen möchte, aber Aufnahmen mit ihr in Rollen, die sie gesanglich herausforderten und ihre unglaubliche Technik zeigen würden, wären mir dann doch lieber.
Zudem war es nie ihre Stärke, Spitzentöne, so wie im Verismo gefordert, mit voller Bruststimme zu singen.
Ich schwanke also bei dieser Aufnahme. Aber da sie nun einmal vorliegt, genießen wir sie. Und zu erzählen hat sie uns allemal etwas.
Falstaff (16.02.2017, 00:52): Dabei war 1955 ja ein besonderes Jahr für die Callas an der Scala. Die legendäre Visconti-Traviata entstand in diesem Jahr ebenso wie die überwältigende Sonnambula unter Bernstein. Und zur Prima für die neue Saison 1955/56 präsentierte sie ein weiteres Mal ihre Norma:
Ein Aufnahme, die ich sehr, sehr liebe. Nicht so sehr wegen del Monaco. Ich muss gestehen, dass mich sein bulliges Singen nie so angesprochen hat. (Obwohl ich heute sicherlich einiges an Kilometern auf Knien rutschen würde, um solch eine Stimmgewalt nochmal hören zu können. :) ) Corelli wäre mir lieber gewesen. Auch nicht so sehr wegen Votto. Natürlich würde ich Serafin bevorzugen, der ja aber in der Zeit nicht an der Scala auftreten durfte. Aber die Kombination Callas und Simionato war immer gut für etwas ganz Herausragendes. Und dann ist da natürlich das Finale mit diesem einzigartigen 'Son io'. Und dieser faszinierenden Fähigkeit der Callas, einzelne Phrasen so mit Ausdruck aufzuladen, dass sie einen mit ihrer Schönheit einfach überwältigen.
palestrina (16.02.2017, 07:09): Hallo Falstaff, was hältst du denn von der konzertanten Norma aus Rom, aus dem gleichen Jahr 29.6.55 bei der RAI unter Serafin ? Ich bin da immer im Zwiespalt bei den beiden Aufnahmen, sind ja fast identisch von den Sängern her, bis auf den Oroveso, mal finde ich die besser mal die andere!?
LG palestrina
Falstaff (16.02.2017, 22:34): Lieber Palestrina, auch ich schwanke da. Auch wenn Rom den großen Vorteil eines Serafin hat, greife ich dann doch noch lieber zur Scala. Simionato finde ich unter ihren Adalgisas unübertrefflich und die Mailänder Aufnahme bietet zudem noch die Live-Theateratmosphäre.
Falstaff (09.03.2017, 00:52): Der Thread über Giuseppe Taddei brachte mich dazu, meine Aufnahmen mit ihm einmal wieder Revue passieren zu lassen. Zuerst landete ich bei dieser hier:
Das ist schon mit dem großen Pinsel gezeichnet. Vielleicht noch am wenigstens von der Callas, aber Taddei und del Monaco schenken sich nichts. Da wird drauflosgesungen, dass es nur so knallt. :) Mit einem differenzierten Portrait hat das kaum noch zu tun. Und trotzdem ist die schiere Stimmgewalt auch durchaus faszinierend. Die Callas lässt sich durchaus immer wieder mitreißen, mit zu tun. Auch wenn ihr durchaus eine sehr berückende Aida gelingt. Dagegen ist das dreigestrichene Es am Ende der Triumphszene aber wohl vor allem dem 'Wiederholungszwang' geschuldet.
Falstaff (27.03.2017, 23:45):
Die Callas mit ihrer ersten Leonora. Serafin verweigerte ihr Hilfestellungen bei der Einstudiereung der Partie, weil er nicht die Arbeit für einen anderen Dirigenten übernehmen wollte. So war sie ganz auf sich allein gestellt.
Und was brachte sie dabei zustande!!! :down :down :down
Ihre Leonora ist ein Wunder an Ausdruck und an vokalen und technischen Finessen. Besonders "D`amor sull`ali rosee" ist eine Sternstunde des Verdi-Gesangs. Gespickt mit Trillern, Portamenti und Rubati, angelegt mit eindrucksvoller Phrasierung und wunderbarem Legato und eingelegten Spitzentönen zeigt sie, nachdem diese Partie jahrzehntelang vokal reduziert dargeboten wurde, dass Verdis Leonora durchaus immer noch im Belcanto wurzelt und dass man ihr nur gerecht wird, beherrscht man diese Formelsprache. Die Modernität der Callas zeigt sich aber vielleicht hier auch am stärksten, weil es ihr eben nicht reichte, nur diese beschreibende Sprache des Belcanto darzubieten, sondern sie (hier ganz im Sinne Verdis) gleichzeitig mit Emotion und Ausdruck aufzuladen, also eher darstellend zu wirken. Damit übernahm sie quasi eine 'Dolmetscherfunktion', um die fremdartig wirkende 'Sprache' des Belcanto dem heutigen Zuhörer verständlich zu machen.
Über Baum deckt man am besten den Mantel des Schweigens. Simionato ist eine der wirklich großen Mezzosopranistinnen des letzten Jahrhunderts und auch in dieser Aufnahme wird sie diesem gerecht. Mit Warren habe ich hier Schwierigkeiten. Mit seiner großen und schweren Stimme hat er z.B. durchaus Probleme die Parlando-Passagen im Duett mit Leonora nach ihrer zweiten Arie korrekt auszuführen. Aber letztlich singen alle Herren hier weiterhin den 'alten', eben damaligen Trovatore-Stil. Verdi aus der Sicht des Verismo mit vokal reduzierten Gesangslinien.
Picco ist wie immer in den Mexico-Aufnahmen kapellmeisterlich unterwegs. Das ist gutes Handwerk, aber auch nicht mehr.
Nicht vergessen sollte man einen Protagonisten, der in den Besetzungslisten nie aufgeführt wird. Das ist einmal mehr der Souffleur, der offensichtlich mit ganzem Herzen hörbar bei der Sache war. ;)
Insgesamt eine Aufnahme, die man nicht haben müsste, wäre da nicht die Callas. Sie alleine macht diesen Abend zu einer Sternstunde.
:hello Falstaff
Cavaradossi (28.03.2017, 20:08): Über Baum deckt man am besten den Mantel des Schweigens. Kurt Baum war ein Rampentenor, mit einer großen, groben Stimme. Feinheiten waren von ihm nicht zu erwarten. Deshalb hat er international auch nie eine Rolle gespielt und wäre längst vergessen, wenn er nicht Maria Callas in ihrer Anfangsphase ein häufiger, aber von ihr ungeliebter Partner gewesen wäre (vor allem in Mexiko).
Gruß :hello Cavaradossi
palestrina (28.03.2017, 22:26):
:hello Falstaff Hallo Falstaff, leider nach nur wenigem hören steht die CD im Regal, sicher kann man sich am Gesang und der Studie der Leonore mit der Callas erfreuen, aber wenn ich den Trovatore hören will dann ganz und das ist wird einem hier leider verleidet, mit Baum und auch leider auch mit Warren, bei der Simionato halte ich mich raus, weil sie nicht immer mein Wohlwollen hatte! Also, für mich, ist das keine GA des Trovatore der nur aus der Callas besteht! :ignore Dann doch lieber den drei Jahre späteren aus der Scala, mit Penno, Stignani und Tagliabue!
LG palestrina
Falstaff (28.03.2017, 22:43): Lieber Palestrina, ich kann das durchaus verstehen. Das Umfeld ist wirklich teilweise schwer erträglich. Da ist in der Tat der spätere Mitschnitt einheitlicher. Aber ich liebe diese Aufnahme trotzdem, weil gerade die Callas nie wieder diese Risikobereitschaft und technische Souveränität besaß. In allen späteren Aufnahmen nahm sie sich immer weiter zurück. Das ist vielleicht aus Rollensicht verständlich, ist aber für mein Dafürhalten auch beginnenden vokalen Problemen* und den Einflüssen der jeweiligen Dirigenten geschuldet.
* 'Hören Sie nicht hin, ich sang damals wie eine Wildkatze.' - Was auch heißen kann, dass sie in Mexiko über stimmliche Ressourcen verfügte, die ihr später nicht mehr zur Verfügung standen. Jedenfalls nicht in dieser Selbstverständlichkeit.
LG Falstaff
Falstaff (25.04.2017, 00:33):
Das frühe Recital von 1954 mit Tullio Serafin. Besonders liebe ich hier die Mefistofele-Arie 'L'altra notte in fondo al mare'. Diese weitgespannte Phrasierung, die herrlichen Triller, diese Verhaltenheit, die schwebende Melancholie, dieser wirkliche Anflug von Wahnsinn.
:hello Falstaff
palestrina (25.04.2017, 22:49): Heute mal ein anderes Programm, Lucia di Lammermoor von Donizetti mit der Callas...
AD 1953 ...die erste Aufnahme der Callas mit dem EMI Etikett, eine perfekte Aufnahme der Lucia mit Callas und Serafin, es hat heute mal wieder richtig Freude bereitet diese Aufnahme zu hören, und Di Stefano ist ein Edgardo der Sonderklasse, hier liebe ich ihn wie kaum auf einer anderen Aufnahme, außer s.U. und Gobbi ist ein böser Enrico mit viel Potenzial!
Maria Callas/Giuseppe Di Stefano/Rolando Panerai/Nicola Zaccaria/Coro Del Teatro Alla Scala, Milano/Rias Sinfonie-Orchester Berlin /Herbert Von Karajan Live 29.9.1955 Staatsoper Berlin Was muss das für ein Wahnsinnsabend gewesen sein!!!!
Diese Live Aufnahme mit Karajan nenn ich nicht die perfekte, aber sie ist die emotionalere, alle folgen Karajan bedingungslos, die Callas hat hier eine viel mädchenhaftere Stimme, und Karajan setzt mehr Akzente die der Callas auch mehr Freiheiten erlaubt, sowie auch Di Stefano, der mMn hier noch besser ist. Besonders das wunderschöne Duett der beiden, die Wahnsinnsszene der Callas rührt zu Tränen, und Di Stefanos -Tu che a Dio- das Karajan sehr langsam nimmt ist berückend schön! Von allen sieben Aufnahmen der Lucia mit der Callas ist obige meine liebste, und diese hier meine allerliebste!
LG palestrina
palestrina (25.04.2017, 23:31): Auf dieses kleine, aber wunderschöne Büchlein möchte ich noch aufmerksam machen, neben den allbekannten, vor allem auch wegen dem imaginären Brief von Claire Alby an Maria Callas !
LG palestrina
Falstaff (26.04.2017, 22:43): Heute mal ein anderes Programm, Lucia di Lammermoor von Donizetti mit der Callas... Lieber Palestrina, ich muss ja bekennen, dass die 'Lucia' weiß Gott nicht meine Lieblingsoper ist. Wobei ich wahrlich nicht die Qualität der Oper in Frage stellen möchte. Es gibt auch wunderbare Stellen, die ich sehr liebe, aber insgesamt - nun ja. ^^
Das hat mich natürlich nicht gehindert, zu Gruberova oder Aliberti/Kraus nach Berlin zu fahren. Aber hätten sie etwas anderes gesungen, hätte ich mich auch nicht beschwert. :)
Also, wenn ich die 'Lucia' auflege, dann eigentlich immer nur mit der Callas. Und wenn, dann die beiden von dir genannten Aufnahmen. Höchstens noch die Mailänder von 1954, die zwar nicht vollständig ist und unter einer wirklich unterirdischen Tonqualität leidet, aber dafür die Callas in noch besserer stimmlicher Verfassung als Berlin 1955 bietet.
LG Falstaff
Falstaff (26.04.2017, 22:44): Auf dieses kleine, aber wunderschöne Büchlein möchte ich noch aufmerksam machen, neben den allbekannten, vor allem auch wegen dem imaginären Brief von Claire Alby an Maria Callas ! Danke für den Tipp, lieber Palestrina. Das ist mir irgendwie entgangen. LG Falstaff
Falstaff (26.04.2017, 22:53):
Lieber Palestrina, nimmt man einmal nur die 'Wahnsinnsszene', ist diese CD hoch interessant, weil die Callas, losgelöst von den Anspannungen der Premiere und im Vollbesitz ihrer stimmlichen Mittel, in einer der weiteren Aufführungen aus dem Jahr 1952 völlig ungewohnten Verzierungen einbaut.
LG Falstaff
Falstaff (26.04.2017, 23:22): Maria Callas als Gluck-Interpretin. Das ist sicherlich, v.a. wegen des Umfeldes, fern ab von jeglichem HIP-Anspruches. Aber für mich ist sie auch in diesem Bereich die ideale Sängerin. Was Gluck für mein Empfinden u.a. braucht, ist eine große Interpretin, jemand, die über Pathos und große Geste (und natürlich auch entsprechende Technik) verfügt.
Gerade 'Alceste' leidet unter einer katastrophalen Tonqualität (unter anderem :D ), aber es lohnt sich und ist wichtig. Vor allem und dank der Callas.
:hello Falstaff
Falstaff (29.04.2017, 00:34): Nun die Callas als Wagner-Sängerin. Ihre Walküren-Brünnhilde ist leider nicht überliefert, von ihrer Isolde mit Lorenz und Serafin soll es einen Mitschnitt geben, der aber, wenn er denn existiert, noch nicht veröffentlicht wurde. So kann man (bislang) nur auf den Parsifal-Mitschnitt aus Rom aus dem Jahr 1950 zurückgreifen.
Wagner auf Italienisch. Das ist möglicherweise befremdlich. Ich muss sagen, mich stört es nicht. Im Gegenteil finde ich es sehr faszinierend, bekommt gerade der Parsifal dadurch zusätzlich diese Fin-de-Siècle-Endzeitstimmung, diese d'Annunzio-Stimmung. Das mag nicht im Sinne Wagners sein; aber es passt. Jedenfalls für mich.
Callas bietet hier für mich eine Kundry der absoluten Sonderklasse. Vergleichbar mit Mödl oder Meier. Große Verführung gepaart mit großer, eindringlicher Bedrohung. Dazu stimmlich und technisch alle Anforderungen meisternd. Eine :down - Leistung.
Dass diese Aufnahme nie den Rang der Bayreuther-Mitschnitte erreicht hat, liegt sicherlich an der Sprache, aber auch am Parsifal. Baldelli ist nett, aber leider nicht mehr. Zum Glück hat er nicht so viel zu singen. :D
Dafür bietet der Mitschnitt Christoff als Gurnemanz, Panerai als Amfortas und Gui als ein kompetenter Begleiter, der sich dem Werk ganz unbefangen, jeglichem 'Mythengerausche' verweigernd, nähert.
Ergänzen muss man eigentlich noch, dass die Callas im selben Jahr in Rom neben der Kundry auch die Fiorilla in 'Il Turco in Italia' auf der Bühne und, nach dem einzig erhaltenden Mitschnitt urteilend, ganz vorzüglich in bester Belcanto-Tradition sang. Das soll ihr erst einmal jemand nachmachen.
:hello Falstaff
Falstaff (10.05.2017, 01:46): Callas und Verismo. Ich muss gestehen, dass ich als Sängerin in diesem Bereich nicht ganz so schätze, einfach weil ihre vokalen Qualitäten in anderen Bereichen lagen, sie sie hier einfach nicht genügend einbringen konnte. Das sagt jetzt nichts über den jeweiligen Ausdruck aus, den sie für die unterschiedlichen Partien gefunden hat. Da ist sie oftmals überwältigend.
Aber trotz der vokalen Einschränkungen gibt es einige Aufnahmen, die ich einfach liebe. Cavalleria Rusticana, Tosca natürlich oder eben die Manon Lescaut.
Gleich nach der Turandot nahm sie 1957 in Mailand die Manon auf. Die Stimme zeigte zu der Zeit schon Ermüdungserscheinungen und trotzdem ließ Legge sie nicht die kurz vorher in Mailand präsentierten Anna Bolena oder Ifigenia in Tauride aufnehmen, sondern diese Verismo-Partien. Es ist die Frage, ob sie ihrer Stimme zu diesem Zeitpunkt wirklich noch entgegenkamen. (Aber sie verkauften sich wohl besser.) Gleiches gilt für di Stefano. Beide klingen doch oftmals hart und steif in ihrer Tongebung.
Trotzdem liebe ich die Aufnahme sehr. Nicht nur wegen des wunderbaren Dirigats von Serafin, sondern v.a. wegen des leidenschaftlichen und ehrlichen Singens der Callas und di Stefanos. Das ist Leidenschaft pur und das ist vor allem so richtig im Ausdruck. Hier entsteht, ganz im Sinne des Verismo, ein lebendiges und naturalistisches Bild vor dem inneren Auge, dass beeindruckt, mitnimmt, mitreißt und erschüttert.
:hello Falstaff
Falstaff (20.07.2017, 00:20): Nun kommt also der erste Schwung remasterter Live-Aufnahmen. Pünktlich zum 40. Todestag veröffentlicht Warner eine Box mit 20 Live-Aufnahmen der Callas.
Bekannt sind sie natürlich alle, aber ich bin sehr auf die neue Tonqualität gespannt.
Verdi: Nabucco Vittorio Gui 20/12/1949 · Neapel
Wagner: Parsifal Vittorio Gui 20-21/11/1950 · Rom
Verdi: I vespri siciliani Erich Kleiber 26/05/1951 · Florenz
Verdi: Aida Oliviero de Fabritiis 03/07/1951 · Mexico
Puccini: Tosca Carlo Felice Cillario 24/01/1964 · London
Dazu noch drei Blue-Rays mit Konzertaufnahmen aus Paris (1958), Hamburg (1959 & 1962) und London (1962 & 1964).
:hello Falstaff
bernd ferrier (20.07.2017, 21:55): Am meisten würde mich freuen, wenn es endlich eine akzeptable Fassung der hochwirtuosen Aufnahme der Proch-Variationen gäbe.Es war das grösste " Kunststück" der Callas.Aufnahmetechnisch aber das grösste Desaster. bernd
Falstaff (20.07.2017, 22:22): Ich könnte mir sogar vorstellen, dass sich Warner die gesamten Live-Konzertaufnahmen auch noch vornimmt (abgesehen von 1973/74).
LG Falstaff
palestrina (10.08.2017, 07:24): Nun kommt also der erste Schwung remasterter Live-Aufnahmen. Pünktlich zum 40. Todestag veröffentlicht Warner eine Box mit 20 Live-Aufnahmen der Callas.
Bekannt sind sie natürlich alle, aber ich bin sehr auf die neue Tonqualität gespannt. :hello Falstaff Ich bekam gestern eine Promotion CD, wer sich Wunder erwartet hat wird enttäuscht sein! 8)
LG palestrina
Falstaff (16.08.2017, 00:23): Lieber Palestrina, das war leider keine ermutigende Antwort. ;) Aber ich befürchte, dass ich im September trotzdem diese Edition bestellen werde. (Ich bin halt 'Callas-Witwer.) Wobei ich sehr hoffe, dass dein erster Eindruck täuscht. :)
LG Falstaff
Jürgen (16.08.2017, 20:15): Nun kommt also der erste Schwung remasterter Live-Aufnahmen. Pünktlich zum 40. Todestag veröffentlicht Warner eine Box mit 20 Live-Aufnahmen der Callas.
Bekannt sind sie natürlich alle, aber ich bin sehr auf die neue Tonqualität gespannt. :hello Falstaff Ich bekam gestern eine Promotion CD, wer sich Wunder erwartet hat wird enttäuscht sein! 8) LG palestrina Hallo Palestrina
meinst Du die Auswahl der Aufnahmen oder die Tonqualität?
Grüße Jürgen
palestrina (16.08.2017, 23:02): Nun kommt also der erste Schwung remasterter Live-Aufnahmen. Pünktlich zum 40. Todestag veröffentlicht Warner eine Box mit 20 Live-Aufnahmen der Callas.
Bekannt sind sie natürlich alle, aber ich bin sehr auf die neue Tonqualität gespannt. :hello Falstaff Ich bekam gestern eine Promotion CD, wer sich Wunder erwartet hat wird enttäuscht sein! 8) LG palestrina Hallo Palestrina meinst Du die Auswahl der Aufnahmen oder die Tonqualität?
Grüße Jürgen Hallo Jürgen, ja klar die Tonqualität ;) , bei der Promotion CD sind kurze Ausschnitte aus den EMI Aufnahmen mit den gleichen Ausschnitten der remasterten gegenübergestellt.
LG palestrina
Falstaff (16.09.2017, 00:14): Heute vor 40 Jahren starb Maria Callas. Und am selben Tag hörte ich ihre Stimme zum ersten Mal. Es war ein totaler Schock für mich. Ich war mir sicher, dass ich noch nie etwas so Schönes gehört hatte. Und seit der Zeit bin ich ihrer Stimme verfallen, in Liebe, Bewunderung und Dankbarkeit.
Dankbarkeit auch deshalb, weil ich durch sie zur Welt der Oper und der klassischen Musik gekommen bin.
:hello Falstaff
Falstaff (16.09.2017, 21:27): Dringend an's Herz gelegt ist jedem der kurze, unvollständige Essay von Ingeborg Bachmann über die Callas. Ein mitreißende Huldigung. Sie selber hat die Callas mehrfach in der legendären Visconti-Traviata 1955/56 in Mailand erlebt.
Ingeborg Bachmann: Hommage à Maria Callas (aus dem Nachlass um 1960)
:hello Falstaff
Falstaff (18.09.2017, 22:35): Nun ist also die neue Warner-Box mit den 20 remasterten Live-Aufnahmen der Callas bei mir eingetrudelt und ich habe mir gleich den Nabucco vorgenommen.
Bekanntermaßen litt dieser einzige dokumentierte Auftritt der Callas als Abigaille immer unter einer unterirdischen Tonqualität. Nun konnten die Warner-Techniker aus Keramik auch kein Meißner-Porzellan zaubern und trotzdem ist es meiner Pressung gegenüber
ein wirklicher Fortschritt. Die Stimmen klingen nun wesentlich präsenter, manche Störgeräusche sind eliminiert. Und nicht nur, dass man die Aufnahme jetzt viel stärker genießen kann, das Rollenportrait der Callas, in all seinen feinen Nuancen, mit den (in dieser Partie kaum gehörten) belkantistischen Anklängen steht plötzlich viel plastischer vor einem. Ein wirklicher Fortschritt.
:hello Falstaff
Falstaff (18.09.2017, 22:43): Dann nahm ich mir die zweite Aida aus Mexico vor.
Und auch hier empfinde ich die Bearbeitung als einen Schritt nach vorne.
Wirklich sehr deutlich kann man die warme, runde, volle Stimme der Callas genießen, über die sie in diesem Jahren noch verfügt hat. Ein samtiger Ton kennzeichnet das gesamte Portrait und nur wenn es die Rollengestaltung es erfordert, wird er schärfer. Aber das ist stets gewollt und nicht wie später häufig, Merkmal der Stimme.
Die beiden Arien sind ein Muster sensibelster Interpretation, das 'C' in der Nil-Arie bombensicher (durchaus ein problematischer Ton in der Studio-Aufnahme), die die Portamenti und Rubati mit Geschmack und Können eingesetzt.
Allerdings lässt sie sich (unabhängig vom berühmten 'Es' im Finale des II. Aktes) v.a. im Nil-Akt auch zu einer gewissen Überdramatik hinreißen. Dies wohl geschuldet durch das dramatische 'Dauerforte' ihrer beiden Partner. Es ist auch immer wieder Circus Maximus, aber spannend und erregend ist es allzumal.
:hello Falstaff
Nikolaus (20.09.2017, 20:54): Auch zu empfehlen ist eine liebevoll gemachte Ausstellung in Paris, im neuen "Konzertsaal" La Seine Musicale im Westen der Stadt.
Viele Fotos, persönliche Ausstellungsstücke, Devotionalien, Videos und vor allem Hörbeispiele, darunter auch die eine oder andere Erstveröffentlichung, z.B. Probenmitschnitte, darunter "Ah perfido", aufgenommen im Theatre des Champs Elysee 1976 bei der Probe zu einem Recital, zu dem es dann nicht mehr gekommen ist.
Ich habe gut 2 1/2 Stunden dort zugebracht und habe nicht alles gehört, was es zu hören gab.
Die Ausstellung wurde an Maria Callas Todestag am 16. September eröffnet und läuft noch bis zum 14. Dezember. Mehr Informationen unter http://www.laseinemusicale.com/fr/
Nikolaus.
Falstaff (20.09.2017, 21:24): Schade, dass Paris ein wenig weiter weg ist. Die Ausstellung würde mich natürlich sehr interessieren, ebenso wie die in Mailand. Jedenfalls besten Dank für den Hinweis.
LG Falstaff
Falstaff (24.09.2017, 21:41):
Persönlich finde ich den Klanggewinn jetzt nicht so groß, da die letzte Aufnahme schon ziemlich gut für eine solch alte Live-Aufnahme klang. Und persönlich kann ich mit dieser Oper weiterhin (bis auf Akt IV und V) nicht allzu viel anfangen.
Trotzdem lohnt sich natürlich die Aufnahme, da sie neben Christoff und Kleiber v.a. eine unglaublich dramatische und mit ihren stimmlichen Mitteln (Probleme durch die Live-Situation geschenkt) souverän agieren könnende Callas.
Über den Tenor schweigen wir lieber. ;)
:hello Falstaff
Falstaff (24.09.2017, 21:51):
Vorher hatte ich diese Aufnahme gehört. Auch eine Oper, die mich noch nie so richtig angesprochen hat. Aber gerade diese Aufnahme ist musikhistorisch ein absolutes MUSS (auch wenn die Riege der Tenöre so gar nichts mit Rossini anfangen können und eher irritierend durch die Oper stolpern). Ein Muss ist diese Aufnahme, nicht nur wegen der fulminanten Leistung der Callas, die hier unglaublich präsent klingt, sondern auch, weil sie durch ihre Art des Gesangs einen völlig neuen Blick auf den Rossini-Gesang geworfen, eine Tür geöffnet hat, durch die dann Sutherland, Caballé, Horne und all die grandiosen Tenöre dann hindurchschreiten konnten.
:hello Falstaff
Falstaff (24.09.2017, 21:55): Übrigens kenne ich auch diese Aufnahme,
mit Sängern und einer Sängerin, die wesentlich mehr mit Rossini anfangen können. Trotzdem empfand ich sie immer als langweilig, weil die einzigartige dramatische Qualität, ihr Sinn für den richtigen Ausdruck schlichtweg fehlen. Und ohne eine Armida findet eine 'Armida' eben nicht so richtig statt.
:hello Falstaff
Falstaff (24.09.2017, 22:06): Heute war nun der Parsifal dran:
Auch er lag bislang in einer recht guten Überspielung vor. Allerdings klingen die Sänger nun noch präsenter, was, da es sich ja um eine 'Callas-Edition' handelt, ich auch für legitim halte.
In der Aufnahme gibt es massive Striche und es gibt einen Parsifal, der, wie es John Ardoin nach meiner Erinnerung einmal formulierte, 'die Mühe nicht lohnt'.
Aber es gibt eben auch die Callas in ihrer einzigen überlieferten Wagner-Rolle. Und sie ist als Kundry faszinierend. Ganz vom Gesang her kommend, ganz große Verführerin, ganz berückend und bestrickend.
Und es gibt einen Christoff als Gurnemanz, der mit großer Ruhe, Autorität und Größe, mit eindrucksvollen stimmlichen Mittel und ausdrucksvollen, farbenreichem Gesang diese Figur interpretiert.
Und es gibt durchaus einen Vittorio Gui, der heutzutage viel zu wenig bekannt ist.
Und es gibt auch einen Wagner auf Italienisch, dem gerade dadurch im Parsifal eine ganz andere Qualität hinzugefügt wurde. Das hat etwas von d'Annunzio, von Dekadenz und 'Fin de Siècle'.
:hello Falstaff
Falstaff (10.10.2017, 21:03): Endlich habe ich es geschafft, den 'Rigoletto' zu beenden.
Auch diese Aufnahme hat durch das Remastering enorm gewonnen. Alle Stimmen (inklusive Souffleur :D ) sind erheblich klarer und präsenter. Nicht immer zu ihrem Vorteil. Während die sensible und wirklich eindrucksvolle Interpretation der Callas enorm gewinnt, wird das unflexible Organ, das schematische Porträt Campolonghis, der auch immer wieder darum kämpfen muss, Gesangslinien zu halten, nun besonders deutlich. Gleiches gilt, leider, leider auch für di Stefano. Sind z.B. die Diminuendi hin zum Piano, die er in seiner berühmten Arie anbietet, wirklich atemberaubend, sind die beiden 'C's' (inklusive dem in der Zugabe) fast gebrüllt und dann auch noch mehr als haarscharf am richtigen Ton vorbei. Das klang vorher anders, weil weniger deutlich.
Aber es bleibt das, auch technisch überwältigende Rollenporträt der Callas (in ihren einzigen Bühnenauftritten als Gilda), das einer ahnungsvollen und nicht wie so oft damals, ahnungslosen Jungfrau. Eine große Leistung. Die größte an diesem Abend ist aber vielleicht, dass sie sich von den 'Tragödien' um sie herum nicht aus der Ruhe bringen ließ. :)
:hello Falstaff
Falstaff (11.10.2017, 23:44):
Sensationell!
Nicht nur wegen der wirklich guten Tonqualität (die Londoner Norma war immer ok), sondern v.a. wegen Callas, Picchi und Stignani.
Callas ist in wunderbarer Verfassung. 1952 war die Stimme noch voll und rund, samtig und schlichtweg schön. Sie spricht in allen Lagen sofort an, die Höhe ist strahlend und warm, ohne die Schärfen, die sich schon im nächsten Jahr bemerkbar machen würden. Die Arie ist ein vollendetes Beispiel dafür. Ausgeglichen, weit phrasiert, mit wunderschönem Legato und wie dann auch in den Duetten ausdrucksvoll, dramatisch. Sicherlich ist das Porträt 1955 in Mailand noch ausgefeilter, aber hier ist die Stimme eben noch so, wie man sie in Mexiko v.a. kannte. Nur hat sie in London die besseren Partner und den besseren Dirigenten ((und die bessere Tonqualität).
Mirto Picchi, ein heutzutage viel zu wenig bekannter Tenor, geht die Partie nicht mit dramatischer 'Brüll-Attitude' an, sondern mit schlanker Stimme, dabei sie immer wieder zurücknehmend, sie schweben lassend. Dabei hat er die Kraft für die dramatischeren Momente. Aber er gestaltet eben ach musikalisch und singt Bellini so, wie er vielleicht gerade auch in dieser Partie gesungen werden sollte. Ein Genuss und v.a. einmal ganz anders, als man es von Corelli oder del Monaco gewohnt ist.
Ebe Stignani hatte immer einen leicht mütterlichen Tonfall. Aber das fällt hier nicht so in's Gewicht. Der Klang ihrer Stimme mischt sich wunderbar mit dem der Callas, so dass Momente großer Schönheit entstehen. Und sie ist ein dramatischer Gegenpol zur Callas. Eine großartige Leistung.
Vittorio Gui, auch viel zu wenig bekannt heute, verstand italienische Oper. Das hat 'Drive', das richtige Tempo, den richtigen Rhythmus. Und er verstand Sänger und atmete mit ihnen.
Mit Sicherheit eine der besten 'Normas' mit der Callas. Vielleicht nur vergleichbar mit dem Mailänder Mitschnitt von 1955. Aber da hat man leider del Monaco. ^^
:hello Falstaff
Falstaff (14.10.2017, 00:13): Heute war eine der legendären Callas-Aufnahmen dran.
Ihr einziger Bühnenauftritt als 'Lady Macbeth' unter den wirklich großen Victor de Sabata in Mailand 1952.
Das Ausgansmaterial ist ziemlich katastrophal, aber die Techniker bei Warner haben für mein Empfinden wirklich herausgeholt, was herausgeholt werden konnte.
Diese Aufnahme ist extrem wichtig, nicht nur, weil sie die Callas in ihrem einzigen vollständigen 'Macbeth' zeigt, nicht nur, weil de Sabata diese dirigierte, sondern v.a., weil Callas ein wirklich einzigartiges Rollenporträt vorstellte. Ihre 'Lady' ist, was stimm-technische Vollkommenheit angeht, was Intensität im Ausdruck betrifft wirklich einzigartig. Aber dazu kommt noch, dass sie eigentlich die einzige Sängerin war, die wirklich gleichzeitig das Drama überzeugend darstellte und ebenso zeigte, wo die 'Lady' musikhistorisch eigentlich herkam, welche Wurzeln sie hatte und wie sie eigentlich gesungen werden sollte, nein, muss!
:hello Falstaff
Cetay (inaktiv) (14.10.2017, 06:52): Da bin ich wohl im falschen Faden gelandet...
Falstaff (24.10.2017, 00:46):
Leider kam es nur zweimal zu einer Zusammenarbeit von Bernstein und Callas. Wie gut sie sich verstanden! Bernstein nutzte diese Produktion zu einem spektakulärem Debut an der Scala. Furios peitscht er geradezu die Musiker und Sänger durch die Partitur. Das ist von Beginn an emotionale Hochspannung, die dann bei den Auftritten der Callas zur Entladung kommt. Sie ist, mit einer kleinen Unsicherheit kurz vor dem Finale, in bestechender Form, wird den technischen Schwierigkeiten der Partie, wie auch in Florenz, voll gerecht (und das ist keine Selbstverständlichkeit bedenkt man die bedeutenden Nachfolgerinnen in dieser Rolle) und tritt mit einer rasenden Wut und Verzweiflung auf, die wahrlich ihresgleichen sucht. Das ist die Dramatik einer Kundry gepaart mit der Geläufigkeit einer Lucia. Einzigartig. Leider ist die Oper damals nur gekürzt aufgeführt worden.
Penno, den ich in manchen Partien als zuverlässig, aber nicht unbedingt glänzend gehört habe, wächst hier, wohl mitgerissen von Dirigent und der Callas, über sich hinaus.
Ein ganz großer Abend, der hier für einen Scala-Mitschnitt (man kennt ja auch anders aus dieser Zeit) in erstaunlich guter, fast sehr guter Tonqualität präsentiert wird.
:hello Falstaff
Falstaff (02.11.2017, 22:57):
Die 'Alceste' war ja bekanntermaßen bislang nur in einer unterirdischen Tonqualität erhältlich und leider hat sich daran nichts geändert. Hier waren offensichtlich selbst die Warner-Tontechniker, die bislang bei allen neu herausgegebenen Live-Aufnahmen Verbesserungen erzielt haben, überfordert. Wenn es welche gibt, dann sind sie so gering, dass der Hörgenuss weiterhin stark eingeschränkt ist. Es bleibt eine Aufnahme für Hardcore-Callas-Fans.
Aber trotzdem bleibt ein furioses Porträt durch die Callas. Natürlich jenseits aller stilistischen Fragen. Das ist halt Gluck, wie er in den 50iger Jahren in Italien (und nicht nur dort) aufgeführt wurde. Natürlich auf Italienisch und mit einem Corelli, der eben zeigt, dass er ein toller Verdi- und Puccini-Tenor war. ;)
Giulini dirigiert voller Italianità, also leidenschaftlich und engagiert, aber auch bemüht, den 'richtigen' musikalischen Duktus für Gluck zu zeigen.
Einzig die Callas schien zu wissen, dass man klassische Musik anders zu singen hat als romantische. Ähnlich wie bei ihrer Medea zeigt sie auch hier Strenge, Pathos, große musikalische Gesten, aber immer gepaart mit loderndem Feuer.
Gerade, weil sie nur zwei Gluck-Partien gesungen hat und gerade, weil sie diese Partie so intensiv und brennend interpretiert, ist es ein unendlicher Jammer, das die Tonqualität schlichtweg miserabel ist.