Heike (12.10.2012, 11:30): Der weltgrößte Online-Händler bringt ein neues Kindle-Modell Paperwhite schneller als erwartet auch in Deutschland auf den Markt. Zudem können Besitzer der Amazon-Lesegeräte fortan digitale Bücher ausleihen.
heute in der FAZ gelesen http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/netzwirtschaft/kindle-amazon-startet-leihbuecherei-11923075.html
Heike
Rotkäppchen (09.06.2015, 13:34): Hallo, Ihr Lieben,
natürlich gibt es darüber alte und neue Diskussionen ohne Ende. Trotzdem würde es mich interessieren, ob die Bibliotheken der Klassik-Forianer im digitalisierungsgedingten Umbruch sind oder ob bei Euch alles beim Alten ist oder Ihr einfach auf friedliche Koexistenz setzt?
Bei mir ist eindeutig letzteres der Fall, ich möchte weder E-Books (inzwischen ca. 1/4 meines Gesamtbestandes), noch, in ausgewählten Fällen, Papierbücher missen.
Die Sache mit der Ausleihe elektronischer Bücher, die der eigentliche Ausgangspunkt dieses Threads war, habe ich allerdings noch nie probiert...
Außerdem würde mich interessieren, ob Ihr Eure Seele an Am*z*n verkauft habt :wink oder ob Ihr auf das unabhängig(er)e epub-Format setzt; und welchen Reader ihr so benutzt, oder seid Ihr ganz verwegen und lest gar auf Eurem Smartphone?
Viele Grüße, Rotkäppchen
palestrina (09.06.2015, 13:48): Original von Rotkäppchen Hallo, Ihr Lieben,
natürlich gibt es darüber alte und neue Diskussionen ohne Ende. Trotzdem würde es mich interessieren, ob die Bibliotheken der Klassik-Forianer im digitalisierungsgedingten Umbruch sind oder ob bei Euch alles beim Alten ist oder Ihr einfach auf friedliche Koexistenz setzt?
Bei mir ist eindeutig letzteres der Fall, ich möchte weder E-Books (inzwischen ca. 1/4 meines Gesamtbestandes), noch, in ausgewählten Fällen, Papierbücher missen.
Die Sache mit der Ausleihe elektronischer Bücher, die der eigentliche Ausgangspunkt dieses Threads war, habe ich allerdings noch nie probiert...
Außerdem würde mich interessieren, ob Ihr Eure Seele an Am*z*n verkauft habt :wink oder ob Ihr auf das unabhängig(er)e epub-Format setzt; und welchen Reader ihr so benutzt, oder seid Ihr ganz verwegen und lest gar auf Eurem Smartphone?
Viele Grüße, Rotkäppchen
Ja, liebes Rotkäppchen, ich bin auch noch von der alten Schule , ich lese in einem Buch , in dem ich alles vollkritzeln kann , und das ist sehr sehr oft der Fall :D und so klebe Schildchen sind bei mir auch sehr verbreitet in den Büchern , so in allen möglichen Farben , wo ich dann alles schnell finden kann was mich interessiert , diese Merker sind dann auch beschriftet , mir gefällt das unheimlich gut .Das mache ich hauptsächlich bei Büchern über Musik , Führer, Biographien, Texthefte u.Programmheften . Auch gebrauche ich sehr oft bunte Merkstifte , Passagen aus Romanen und Zitate ! Also nix E-Book usw. :wink
LG palestrina
Amonasro (09.06.2015, 19:46): Ich besitze ausschließlich "normale" Bücher, die ich meistens über die örtliche Buchhandlung beziehe.
Gruß Amonasro :hello
satie (09.06.2015, 23:04): Ich habe - zusätzlich- einen Kindle, weil meine Bücherregale aus allen Nähten platzen. Die Bücher stehen in zwei Reihen... Da ich sowieso in den Fängen von Amazon bin, durfte es dann ein Kindle sein. Es kommt auf das Buch an, wenn ich mir die Frage stelle, in welcher Form ich es kaufe. Wenn ich davon ausgehe, es nur einmal zu lesen, es außerdem nix bibliophiles wäre in gedruckter Form, und deutlich billiger in EBook -Form, dann darf es für den Kindle sein. Ansonsten sind mir generell die altmodischen echten Bücher lieber. Manchen Klassiker, den ich schon immer mal lesen wollte, gibt es für den Kindle kostenlos. Das sparte mir mehrere Meter im Regal... Es gibt aber anderes, etwa die Gedichte von Robert Lax oder Eugen Gomringer oder Erich Frieds Shakespeare-Übersetzungen, die ich unbedingt nur in der schönen gedruckten Form akzeptieren kann, in der ich sie besitze. Da muss mitunter dann notgedrungen weiter gestapelt werden... Bildlastiges wie Umberto Ecos Geschichte der Schönheit / Geschichte der Hässlichkeit sind als EBook sowieso vollkommen unvorstellbar. Diese beiden sollten sowieso in jeder Bibliothek stehen...
abendroth (10.06.2015, 13:18): e-books finde ich im Vergleich zur Buchausgabe unverschämt teuer. Und wer das e-book wählt aus Platzgründen, dem empfehle ich, das gebundene Buch zu kaufen und es nach der Lektüre zu verschenken. So spart man Platz und macht (hoffentlich) Freunden oder Bekannten eine Freude.
Jussi (10.06.2015, 13:31): Nix e-Book, alles Papier! :P :D
Und ich kaufe fast kaum noch neue Bücher, da meine Regale voll sind. Früher hatte ich mal gedacht, ich müßte alle Bücher, die mir gefallen, auch besitzen. Jetzt ist das nicht mehr so - bin sogar froh, wenn ich sie wieder los bin. :wink Da ich immer sehr neugierig bin auf Neues, kommt es doch sehr selten vor, daß ich öfter als einmal ein Buch lese. Komm ja schon nicht nach mit dem, was ich alles lesen will ... einmal! :wink ?(
Da die Bibliotheken hier sehr gut sortiert sind und man schnell und sooo preiswert an fast jedes Buch und Neuerscheinungen rankommt, hab ich mir längst angewöhnt, so viel wie möglich Bücher auszuleihen (und sie auch wieder loszuwerden). :down
Wenn die E-Book-Ausleihe mal funktionieren sollte - dann laß ich mich vielleicht zum e-Readen verführen! :tongue:
Rotkäppchen (10.06.2015, 14:34): Hallo, Ihr Lieben,
danke erstmal für Eure interessanten Rückmeldungen.
Wenn ich zurückdenke, muss ich sagen, dass sich das bei mir alles mehr zufällig ergeben hat. Ich hatte vor Jahren mal zum Thema recherchiert und war eigentlich zum Schluss gekommen, dass die ganze E-Reading-Sache noch nicht so richtig ausgegoren ist (eben z.B. wegen der recht hohen Preise, Kopierschutz, Bindung an Formate und Konzerne etc.) und man erstmal noch abwarten sollte. Dann bekamen mein Mann und ich aber einen Kindle zu Weihnachten geschenkt. Während sich mein Mann davon kategorisch ferngehalten hat*, begann ich dann doch, die Sache mal zu testen und fand es nicht so schlecht (ja, von solchen elektronischen Spielzeugen geht eine diabolische Faszination aus...). Vor allem wegen der schon genannten Platzersparnis, den kostenlosen Klassikern und des doch sehr geringen Gewichts, verglichen mit so manchem Wälzer. Aus erstgenanntem Grund benutzt inzwischen sogar meine Mutter, die sonst überhaupt nichts mit Computern, Tablets, Smartphones am Hut hat, so ein Ding! Wie gesagt, man kann ja das eine tun ohne das andere zu lassen. Eigentlich sollte alles nebeneinander Platz und Berechtigung haben (können): gedruckte und virtuelle Bücher, örtlicher Buchhandel, Online-Händler, Bibliotheken ...
Viele Grüße, Rk :hello
* Was nicht ganz stimmt: Manchmal muss er unserem Sohn Kinderbücher auf dem E-Reader vorlesen und kommt sich ziemlich schräg bei dieser Tätigkeit vor :D.
Peter Brixius (10.06.2015, 20:14): Ich könnte das, was Satie schreibt, wörtlich wiederholen. Auch bei mir biegen sich die Buchregale, für jedes neue Buch, das ich dazu stelle, müsste ich inzwischen ein anderes "entsorgen". Da ist für mich der Kindle ein Göttergeschenk. Ein Freund hatte mich darauf aufmerksam gemacht, mehrfach nachgesetzt - und dann hatte ich das Gerät. Spätestens als ich Monate im Krankenhaus lag, wusste ich, was ich an ihm hatte.
Natürlich hat es seine Grenzen. Der Pepys, den ich darauf habe, ist zwar komplett, aber unkommentiert. Dafür hat an einigen Stellen die Zensur zugegriffen. Aber um sich gemütlich durch die Tagebücher hindurchzulesen, ist er ideal. Und die anderen Ausgaben stehen eben bei mir im Regal. Jetzt habe ich mir den kompletten Marcel Proust herunter geladen. Nachdem ich vorher schon mal mein Französisch mit Jules Verne (auch eine Kindle-präparierte Gesamtausgabe) wieder kräftig aufpoliert habe, freue ich mich auf die "Recherche". In meinem letzten Semester an der Uni hatte ich da schon das Vergnügen.
Und so gibt es für mich viele Bekannte, die ich noch einmal treffe, aber auch eine ganze Reihe von neuer Lektüre. Wenn man auf die Bilder verzichtet, bekommt man eine preiswerte Ausgabe von Caeyers' Beethoven-Biografie. Überhaupt gibt es eine Menge Lesenswertes über Musik im Kindle. Sogar von Joachim Kaiser :tongue:
Nein, Bücher kann er nicht ersetzen, der Kindle, wenigstens nicht alle. Aber ein gutes und bequemes Mittel zum Lesen neben dem Lesen von Büchern ist er auf jeden Fall. Und ... ich habe einige Bücher inzwischen aus dem Regal entfernen können, weil ich sie inzwischen auf dem Kindle habe. So wie "Der Löwe aus Flandern" von Conscience. Braucht man nicht zu kennen, aber als Junge habe ich das mal mit Begeisterung gelesen. Sogar Karl May gibt es ... und viel Edgar Wallace.
Was mich an dem Amazon-Angebot überzeugt, ist die Riesenauswahl, die preiswerten Angebote bei aktueller Literatur und die vielen (englischen) Gesamtausgaben zu Spottpreisen, ob Nesbitt, Doyle, Kipling, Conrad, Melville, Stevenson, Dickens, Scott. Habe ich mich nun einem Konzern verkauft? Möglich. Aber abhängig von ihm habe ich mich ohnedies nicht gemacht. Na, denn zu den letzten Seiten von Edgar Wallace "Der leuchtende Schlüssel" :cool
Liebe Grüße Peter
Rotkäppchen (10.06.2015, 23:31): Original von Peter Brixius Aber abhängig von ihm habe ich mich ohnedies nicht gemacht.
Das Argument mit der Abhängigkeit wird von Kritikern der bisherigen E-Reading-Praxis ja regelmäßig angeführt. Tatsächlich ist es ja wohl so, dass man E-Book-Dateien nicht wirklich besitzt sondern nur eine Lizenz zum Lesen erwirbt. Das ist erstmal ein anderes "Gefühl" als man es nach dem Erwerb des gedruckten Buches hat. Wenn man sich aber von der Vorstellung trennt, das Buch auf immer und ewig (also konkret: nachdem der entsprechende Konzern in Schutt und Asche gefallen ist :ignore) besitzen zu wollen (siehe Jussis Beitrag weiter oben), ist das eigentlich kein Problem und man kann sich entspannt zurücklehnen... Ich behaupte mal, mir wäre es wirklich ziemlich egal, wenn meine E-Books plötzlich alle gelöscht wären -- dann lese ich eben etwas anderes!
:hello Rotkäppchen
Zefira (15.06.2015, 14:31): Ich bevorzuge Papierbücher, nach wie vor. Allerdings lese ich relativ anspruchslose Krimis (die ich zeitweise in Mengen verschlinge) lieber auf dem Reader. Ich bin in drei Onleihe-Bibliotheken angemeldet und lade mir die Bücher herunter. Ich habe einen Kobo Aura, mit dem ich sehr zufrieden bin. Ein Ebook kaufen würde ich dagegen nie; es sei denn, sie werden noch wesentlich billiger. Aber solange das Ebook kaum weniger kostet als das gedruckte Buch, bevorzuge ich letzteres - bei weitem. Ich mag übrigens alte Bücher sehr gerne und suche oft in Antiquariaten, auf Flohmärkten und in Offenen Bücherschränken nach Lesestoff.
Fürs Lesen auf dem Reader habe ich mir diese Liste gespeichert. Da stieß ich nun unlängst an die Grenzen des Ebooks mit Jakob Wassermanns "Christian Wahnschaffe". Ein breit angelegter Schmöker mit kurzen Kapiteln, die Perspektive wechselt jeweils, Wassermann ist ein Meister der Cliffhanger am Kapitelende, und das Personal ist groß und unübersichtlich. Ich habe die Möglichkeit des spontanen Zurückblätterns schmerzlich vermisst. Auf dem Reader kann man nur nach bestimmten Seitenzahlen oder Stichworten suchen oder Lesezeichen setzen, und die sitzen dann meistens an der falschen Stelle. Ich habe schon massenhaft Bücher auf dem Reader gelesen, aber dieses Buch werde ich mir in Papierform nachkaufen, da ich es unbedingt später noch einmal lesen möchte.
(Ich weiß nicht, ob ich dieses Bild hier schon mal gezeigt habe. In irgendeinem Forum wurde mal übers Thema "Bücher ordnen" diskutiert, dafür habe ich das Foto gemacht. Es zeigt etwa ein Sechstel meines Bestandes an Papierbüchern. Dass ich mich mit Bücherkäufen zurückhalten möchte, leuchtet da wohl ein :D )
Cetay (inaktiv) (15.06.2015, 16:53): Mir ist auf diesem Bild sofort dieses unsägliche 30-bändige Bertelsmann-Lexikon ins Auge gesprungen. Das hat eine gewiefte Vertreterin dem Elternhaus angedreht und ich "durfte" es dann bei Auszug mitnehmen. Ein Staubfänger par excellence. Zum Thema: Jegliche puristische Diskussionen über "niemals" und "nur noch" mit E-Reader finde ich genau so interessant wie über LP vs. CD vs. Download oder großes, modernes Orchester vs. HIP-Kapelle. Angesichts der Tatsache, dass die Erde dereinst von der Sonne verschluckt wird, sehe ich das gelassen und setze auf Koexistenz. Als Vielreisender, der nie so genau weiß, ob er an der Destination Zeit und Lust zu Lesen hat, und wenn ja auf was, weiß ich zu schätzen, dass ich 10 Bücher in ein paar Gramm E-Reader verstauen kann.
Zefira (15.06.2015, 17:36): Das Lexikon (das mein Mann in die Ehe gebracht hat ;o) ist inzwischen nicht mehr im Regal, sondern auf dem Speicher. Das Foto ist ca. vier Jahre alt.
Inzwischen sind meine Bestände, Gott sei Dank, nicht weiter gewachsen, weil ich für jedes neue Buch ein altes weggebe - entweder in den Offenen Bücherschrank oder gleich in die Blaue Tonne. Meine frühere Hemmung, Bücher wegzuwerfen, habe ich überwunden; es ging nicht mehr so weiter.
Auf dem Reader habe ich zur Zeit 89 Bücher. Einige davon - fünf oder sechs - habe ich allerdings auch in Papierform, aber die Option, sich eine solche Auswahl einfach in die Handtasche zu stecken, hat natürlich was. :cool
palestrina (15.06.2015, 18:32): Hallo Zefira, bei meinem Umzug vor 1.1/2 Jahren habe ich 80%meiner Belletristik Oxfam geschenkt , (die kamen alles abholen ) aber alle meine Musik Bücher habe ich natürlich behalten ! Zuerst hatte ich schwere Bedenken , aber ich habe bis heute nichts vermisst! :D So ein Umzug bringt schon eine gewisse Erleichterung ! :wink
LG palestrina
Zefira (15.06.2015, 18:38): Ich bin wohl immer noch zu skrupulös (sagt man so)?
Ich habe viele Bücher von meinen Eltern geerbt, darunter Klassiker-Dünndruck-Ausgaben in rotem Einband mit Goldschnitt, bildschön. Die Inhalte gibt es allesamt längst umsonst im Internet, aber ich bringe es nicht fertig, die Bücher wegzugeben. Viele davon haben handgeschriebene Einträge auf dem Vorsatz (wann gekauft bzw. wann und wem geschenkt). Ich wollte mir nicht die Regale damit verstopfen, aber weggeben kann ich sie auch nicht, sie ruhen auf dem Speicher ... Im Keller steht ein Riesenregal mit alten Fantasy-Taschenbüchern, von denen mein Mann allen Ernstes behauptet, dass er sie lesen will, sobald er pensioniert ist. :haha
Wenigstens habe ich aufgehört, Krimi-Paperbacks zu kaufen. Die beziehe ich, wie erwähnt, aus der Onleihe. Ausnahmen mache ich nur noch für ein paar handverlesene Autorinnen, die ich besonders schätze.