Amadé (03.05.2011, 12:05): Liebe Forianerinnen und Forianer, jeder kennt Schuberts Lied „Die Forelle“ nach einem Text von Christian Daniel Schubart. Es wurde 1817 komponiert, Schubert fertigte mindestens 4 Abschriften an, bevor es in die Drucklegung ging. Es ist als Strophenlied konzipiert, die Strophen 1 und 2 sowie ein Klaviernachspiel von 6 Takten sind musikalisch gleich. In der dritten Strophe wird die Singstimme samt Klavierbegleitung dem Text angepasst („Und endlich war dem Diebe…. das Fischlein zappelt dran“), dramatischer gestaltet, danach übernimmt Schubert jedoch wieder die bekannten Noten von Strophe 1 und 2. Ursprünglich begann das Lied sofort mit dem Text, erst in der 5. Fassung (=4.Abschrift) stellt der Komponist die 6 Takte des Klaviernachspiels als Einleitung an den Anfang, so erklingt das Lied trefflich gerundet. Die meisten Interpreten benutzen diese „letzte“ Fassung, ich kenne jedoch auch Aufnahmen, die sofort „zur Sache“ kommen. Wie sind eure Eindrücke von diesem kleinen Meisterwerk, welche Aufnahmen gefallen Euch? Ich würde mich besonders freuen, wenn sich auch Forianer an der Diskussion beteiligen würden, die erst kürzlich hier Mitglieder geworden sind, leider nur stille Mitarbeiter, ich hoffe auf eine hohe „Einschaltquote“. Liebe Grüße Amadé
Heike (04.05.2011, 22:14): Lieber Amadé, um dieses Lied habe ich bisher einen ganz weiten Bogen gemacht, wohlwissend, dass es ein Meisterwerk ist. Aber: wir wurden in der Schule damit wirklich gequält, mussten es von hinten bis vorn und zurück analysieren. Ich habe es damals gehasst und das ist bis heute hängen geblieben. Ich kann es immer noch auswendig. Nun, ich hoffe noch auf ein paar sinnvollere Antworten in diesem Thread, vielleicht versöhne ich mich dann doch noch nach 35 Jahren mit der Forelle ;-) Heike
Jürgen (04.05.2011, 23:01): Ich kann nicht gerade klotzen, habe gerade mal 2 Aufnahmen im Regal:
Beide Interpretationen gefallen mir gut, obgleich das Lied nicht zu meinen Lieblingsstücken zählt.
Grüße Jürgen
Fairy Queen (06.05.2011, 12:09): Im Gegensatz zu Heike liebe ich dieses Lied sehr, denn es singt sich ganz wunderbar und ist das beste Mittel gegen Lampenfieber und Startprobleme bei Konzerten. Ausserdem gehört es zu den wenigen eher fröhlichen Schuberts und bringt mich zusammen mit dem Lied "Seligkeit" immer in optimistische Stimmung. Ich bin kein Hendricks-Fan und mag besonders gerne mene Aufnahmen mit Arleen Auger, Rita Streich und Elly Ameling. Ich selbst nehme gerne die letzten Takte als vorspiel, einfach so anfangen finde ich schwieirg, weil die Klavierpartie nicht eben leicht zu spielen ist und durcvh das Vorspiel sofort das tempo klar ist, dass der Pianist anschlâgt. Mir würde ein Forellenquintett in Kombination mit dem gesungenen Lied noch besser gefallen! :engel
Ingrid (06.05.2011, 15:12): Original von Fairy Queen Im Gegensatz zu Heike liebe ich dieses Lied sehr, denn es singt sich ganz wunderbar
Liebe Fairy,
leider leider hört sich mein Gesang ziemlich krächzig an, aber die Forelle ist u.a. auf einer Klassik-CD für das Baby (Hör mal) und da kann der kleine Mann noch so schlecht drauf sein, sofort wird gejuchzt, gestrampelt und dirigiert und das schon seit Monaten. Unterwegs singe ich dann halt und die Wirkung ist tatsächlich ähnlich gut. Deshalb gehört die Forelle, der Papageno, das Heideröslein nun zu meinen Standard(kinder)liedern. Bin gespannt, wie lange ich die noch singen darf :D Liebe Grüße Ingrid
Amadé (08.05.2011, 18:11): Original von Heike Aber: wir wurden in der Schule damit wirklich gequält, mussten es von hinten bis vorn und zurück analysieren. Ich habe es damals gehasst und das ist bis heute hängen geblieben.
Sehr schade, ich kann mir nicht vorstellen, dass Schuberts Noten da so viel Stoff zu stundenlangen Analysen bieten. Unser Musiklehrer, in der Mittelstufe war ein versierter Pianist, er analysierte selten, sang stattdessen mit der ganzen Klasse Balladen und Lieder, die er am Klavier begleitete, z. B. Heinrich der Vogler (Löwe), Die beiden Grenadiere (Schumann), Erkönig und natürlich auch die Forelle, das war wirklich ein Hochgenuss :I.
Im Konzertsaal habe ich, soweit ich dass noch zurückrufen kann, die Forelle nur einmal in einem Liederabend gehört, und zwar mit meinem nicht nur als Liedersänger geliebten Christoph Pregardien und seinem genialen (?) Begleiter Michael Gees.
Grüße Amadé
Honoria Lucasta (09.05.2011, 13:57): Ich habe in der letzten Dreiviertelstunde die Forelle mit meinem jungen Ausspracheschüler durchgenommen - sehr begabter Bariton, aber leider weitestgehend ohne deutsche Sprachkenntnisse, weswegen seine heiße Liebe zum deutschen Lied manchmal etwas problem- und frustrationsbehaftet ist. Das war auch heute keine Offenbarung. Man muß noch nicht einmal die Silbenklauberei eines DFD nachahmen wollen, um bei der Forelle sehr schnell an die Grenzen zu stoßen, wenn man das Lied einfach nur so durchsingt, wie es hier nicht unüblich ist. Das bedeutet jedes Mal harte Arbeit und geduldiges Erklären - auch, um jemandem die dramatische Geschichte, die das Lied erzählt, deutlich zu machen.
Jetzt muß ich mich erst mal wieder ein bißchen erholen.
Eine der überzeugensten Sängerinnen der "Forelle". Gruß Amadé
Fairy Queen (19.05.2011, 07:38): Lieber Amadé, da kann ich nur zustimmen. Sie ist überhaupt eien der überzeugendsten sängerinnen des Jh, auch in ganz anderem Repertoire. Ich hab die Forelle übrigens am 13.5. in einem kleinen Konzert gersungen und an euch alle gedacht! Und mich besonders bemüht, den Text, auch ohne dass die Franzosen ihn verstanden haben, deutlich zu machen. Ich bleibe dabei: singenderweise ist dieses Kabinettstückchen einfach ein Hochgenuss. F.Q.
palestrina (23.11.2015, 22:37): Original von Fairy Queen Mir würde ein Forellenquintett in Kombination mit dem gesungenen Lied noch besser gefallen! :engel
Schön zu hören auf dieser CD .... http://ecx.images-amazon.com/images/I/51dW6ur-G-L._SY350_.jpg
"Ich bin für nichts als das Componieren auf die Welt gekommen. " F.Schubert
Und dafür sind wir ihm so sehr dankbar! :down :down :down