Cosima (18.04.2006, 18:40): Kann es sein, dass die Prokofjew-Klavierkonzerte allgemein nicht so beliebt sind? Ich finde sie mit ihrer farbigen, kraftvollen und eigenwilligen Tonsprache faszinierend!
1. Klavierkonzert Des-Dur, op. 10: Komponiert 1911/12 während Prokofjews Zeit als Schüler am St. Petersburger Konservatorium.
2. Klavierkonzert g-moll, op. 16: Rund 2 Jahre später entstanden (1912/13), umfassend in 1923 revidiert (die Gründe sind mir entfallen!).
3. Klavierkonzert C-dur, op. 26: Erste Skizzen aus 1917, vollendet in 1921. Uraufführung in Chicago mit großem Erfolg, mit dem Komponisten selber am Klavier.
4. Klavierkonzert B-dur, op. 53: Klavierkonzert für die linke Hand; komponiert in 1931 als Auftragswerk des Pianisten Wittgenstein, der es jedoch mit den Worten ablehnte: „Ich danke Ihnen für dieses Konzert, aber ich begreife nicht eine einzige Note davon.“ Uraufführung erst nach dem Tode des Komponisten im Jahre 1956.
5. Klavierkonzert G-Dur, op. 55: Groß angelegt in 5 Sätzen, geschrieben in den Jahren 1931/32.
Die Richter-Aufnahme für das 5. Klavierkonzert ist ein Muss, aber neu entdeckt habe ich für mich die Einspielung von Samson Francois aus 1963, an der ich mich zur Zeit richtig festgebissen habe! :down
Als Gesamteinspielung würde ich Toradze/Gergiev empfehlen. Besonders vom 2. Klavierkonzert war ich begeistert. Gergiev leistet mit seinem Kirov O. (gottlob waren es dieses Mal nicht die Wiener!) eine tolle Begleitung; man merkt, dass die beiden nicht nur ein eingespieltes Team sondern auch gute Freunde sind; da scheint blindes Verstehen zu herrschen.
Gruß, Cosima
martin (18.04.2006, 20:41): Ich habe die Naxosaufnahmen, nachdem ich eine gute Besprechung über sie gelesen hatte. Aber lange nicht mehr gehört! Mir gefielen diese Aufnahmen aber ganz gut.
Gruß Martin
nubar (18.04.2006, 22:05): Hallo, ich besitze ebenfalls die Naxos-Aufnahmen mit Kun Won-Paik und halte sie für sehr gelungen (sowohl im Klang als auch in der Interpretation). Auch das Orchester und der Dirgent (Antoni Wiit) sind IMO hervorragend, wie auch aus anderen Produktionen ersichtlich. Die Agerich-Aufnahme des 3.KK ist interpretatorisch sehr gut, kann aber klanglich nicht mithalten. Eine Referenz-Empfehlung habe ich für das 1.KK:
Gavrilov-LondonSO-Rattle
Von vielen Kritikern als Referenz geführt, ist diese Aufnahme auch in der gestrichenen Serie "Great Pianists of the Century" von Philips enthalten gewesen. Sie ist aber als Schnäppchen in der Nipper-Kollektion von EMI zu haben, gekoppelt mit einer ebenfallsreferenzverdächtigen Einspielung von Balakirevs Islamey, sehr guten Interpretationen Klavierstücken von Tschaikowsky und Prokofiev und einem 1.KK von Tschaikowsky (mit Philharmonia/Muti) , was IMO aber abfällt. Es fehlt der rechte Zugriff.
MfG nubar
Rolf Scheiwiller (19.04.2006, 09:53): Guten Tag Cosima.
Prokofiev ist ein grandioser Satiriker, nicht nur in seinen andern Werken. Auch hier. Von seinen Klavierkonzerten habe ich einzig das 3. mit Dutoit und Argerich. Du hast sicher gewusst, dass er am gleichen Tag starb wie Stalin.
Gruss. R.
Ganong (21.04.2006, 16:44): Lieber Siamak , ich finde Weissenbergs Prokoviev ( höre Dir die 3. Sonate an !!! 9 wegen des perkusiven , forwärtstürmedne n Spieles und der technischen perfektion . Und es klingt nicht so hämmern-hart wie bei Richter , der dann in den späten Klaviersonaten in dem mit einem viel wärmeren Ton spilenden Emil Gilels wohl seinen Meister gefunden haben dürfte . Grüsse nach Iran ! Frank PS.: Die Universal hat Ivo Pogorlich mit zwei CDs mit einer seltsamen Mischung wohl le-be-wohl gesagt ( KlassikAkzente.de/Forum ) . Mit I. P. scheint es , wie mir die "Schumann"-Dame sagte und dies ausführte mit einer geniessenden Süffinsanz , wohl innerhalb der DG / Universal _Gruppe "bergab zu gehen " . Bin s e h r auf Deine PN gespannt . Möchte h i e r eigentlich kommende Woch ezu und über I. P. schreiben . . Zuvor ist die TOCCATA von Schumann dran . Leidser fehlt mir Duchables Aufnahme , dei technisch perfekt ist und von einer ungeheuren Klarheit des Spiels ist . Man sollte ( fast ) nie etwas verleihen .
Rachmaninov (04.05.2006, 21:29): Auch wenn ich ein großen Freund von Demidenko bin, so muss ich doch feststellen, daß die Einspielung der Prokofiev Klavierkonzerte mit Londoner PO unter Lazarev nicht gerade zu den starken Aufnahmen dieser Konzerte zählen.
Alles ganz nett, baer nichts Zwingendes, keine "Drive"...........Nein, da gibt es für jedes Konzert sicherlich deutlich bessere Alternativen!
Cosima (11.05.2006, 19:03): Original von Rachmaninov
Übrigens bin ich inzwischen dieser Empfehlung gefolgt und kann sie nun meinerseits empfehlen. :) Ich überlege, mir dennoch den Krainev irgendwann zuzulegen. Die Prokofjew-Konzerte liebe ich schon sehr! :down
Gruß, Cosima
Cosima (06.07.2006, 20:28): Noch eine Empfehlung, besonders die Orchesterbegleitung unter Kondraschin halte ich für sehr gut. Toll ist auch Byron Janis' Interpretation des 1. Rachmaninov-Konzertes:
http://www.wom.de/image/cover/front/0/2265489.jpg
Ich besitze zwar nicht die SACD, finde die Klangqualität aber dennoch sehr gut. Immerhin sind die Aufnahmen von 1962 und 1963.
Gruß, Cosima
Rachmaninov (06.07.2006, 20:55): Original von Cosima Noch eine Empfehlung, besonders die Orchesterbegleitung unter Kondraschin halte ich für sehr gut. Toll ist auch Byron Janis' Interpretation des 1. Rachmaninov-Konzertes:
Ohne jeden Zweifel war Byron Janis ein spitzen Pianist! :down
Tolle Aufnahme übrigens
Rachmaninov (07.07.2006, 21:19): @Cosima,
Du solltest schnellst möglich in den (bestens bekannten) Laden bei Dir "um die Ecke" laufen und die für 4,99€ das Schnäppchen mit dem ersten Klavierkonzert mit Lugansky sichern.
Machte richtig spaß beim ersten Hören :D
Cosima (08.07.2006, 10:44): Original von Rachmaninov Du solltest schnellst möglich in den (bestens bekannten) Laden bei Dir "um die Ecke" laufen und die für 4,99€ das Schnäppchen mit dem ersten Klavierkonzert mit Lugansky sichern.
Lieber Richard,
das klingt sehr verlockend. Ich werde schauen, ob sie vorrätig ist! Diese Sonderangebote sind schon irgendwie fies, oder? :D
Gruß, Cosima
Cosima (02.09.2006, 08:37): Eine tolle Aufnahme des 2. Klavierkonzertes mit Dagmar Baloghová. Gekoppelt mit dem 1. Klavierkonzert, gespielt von Sviatoslav Richter (Prag 1954, auch erschienen auf Urania). Ich entdeckte die CD kürzlich, weil ich nach einer weiteren Aufnahme der Klassischen Sinfonie suchte. Die Klavierkonzerte sind beide fantastisch interpretiert, inklusive der Orchesterbegleitung unter Karel Ancerl. Die 1. Sinfonie gefällt mir nach wie vor besser unter Bernstein. Dennoch eine Empfehlung meinerseits:
http://www.wom.de/image/cover/front/0/6894429.jpg
Weitere Kommentare hier.
Gruß, Cosima
Jeremias (12.09.2006, 20:30): Kennt jemand von Euch diese Aufnahme hier?
Welche Aufnahme des Konzerts von Martha bevorzugt ihr?
Spontan würde ich sagen: die erste Einspielung (mit Abbado) weil spontaner und "rauschhafter", das mag ich an ihr.
Ich wiederhole hier meine Frage aus dem "Was höre ich gerade"-Thread, weil sie eigentlich hierhin gehört:
Welche Unterschiede siehst du zwischen Argerich und Janis?
Gruß, Nikolaus.
Rachmaninov (16.02.2007, 12:27): Original von nikolaus Ich wiederhole hier meine Frage aus dem "Was höre ich gerade"-Thread, weil sie eigentlich hierhin gehört:
Welche Unterschiede siehst du zwischen Argerich und Janis?
Gruß, Nikolaus.
@Nikolaus,
die Argerich (DG) hörte ich gestern ja nochmals. Heute, spätestens morgen, werde ich nochmals die B. Janis Aufnahme hören und berichten!
Rachmaninov (16.02.2007, 16:33): @Nikolaus,
die Aufnahme mit Argerich ist durchaus gut, allerdings gelingt IMO Kondrashin und Janis diese kontratsreichen und interessanten Wechsel deutlich besser als Abbado - Argerich.
Ebenfalls deutlich besser gefällt mir hier der Anschlag von Janis. Nichts gegen Martha aber bei dem 3. Prokofiev ist es as meiner Sicht viel interessanter einen Pianisten zu hören der wie Janis einen etwas "härteren" und "analytischeren" Ton anschlag als Martha. Dies läßt den "Schalk in Nacken" bei deisem Konzert viel mehr zur Geltung kommen. Außerdem hört man den Pianisten viel besser als auf der DG Aufnahme. Ein Klangwunder ist die Aufnahme allerdings auch nicht.
Jeremias (16.02.2007, 16:52): Komischerweise sprechen wir hier nie über die Konzerte 4 und 5. Woran liegt es? Sind sie so schwer zugänglich?
Rachmaninov (17.02.2007, 08:48): Original von Jeremias Komischerweise sprechen wir hier nie über die Konzerte 4 und 5. Woran liegt es? Sind sie so schwer zugänglich?
Mir sind jedenfalls die Konzerte 2 und 3 die "Liebsten" wenn ich so für mich überlege.
Eine grandiose Aufnahme des 5. Klavierkonzerts ist die mit S. Richter
http://www.jpc.de/image/cover/front/0/7948347.jpg
Ansonsten besitze ich von Konzert 4. und 5. nur noch Demidenko unter Lazarev und Beroff unter Masur
die Prokofieff-Klavierkonzerte hatte ich jahrelang in der Aufnahme Beroff / Masur (EMI) favorisiert und dachte eigendlich nie eine ander zu benötigen. Auch die Aufnahmen Ashkenazy / Previn (Decca) habe ich auf LP, aber Beroff schätzte ich noch mehr. Als Ergänzung Graffmann 7 Szell (CBS) in der fantastischen Aufnahme der Konzerte Nr.1 und 3.
:wink Aber wie das so ist mit den Klassikforen, erfährt man doch eine Menge neues und kaufanregendes und ich erwarb die bereits weiter oben besprochene Argerich / Ditoit-Aufnahme - TOP. Unterstützt wird sie dabei in feingliderigster Art und Weise von Dutoit, der keine noch so feinste Nuance verschlucken läßt und damit auf gleicher Welle wie Argerich schwimmt. Bei diesen Aufnahmen werden Feinheiten hörbar, die bisher für mich höchstens zu erahnen waren. Insgesamt wird nicht ganz das Feuer der Graffmann / Szell-Aufnahme (CBS)beider Klavierkonzerte Nr.1 und 3 erreicht, aber die Aufnahme fastziniert durch die "impressionistischen Einblicke" trotzdem genauso.
:coolSuperpreiswert waren auch als weitere Ergänzung die vom Klavierexperten ACOMA hochgelobten Einspielungen mit Vladmir Krainew / Frankfurter RSO / Kitaenko (APEX) und damit kam der Stein erst richtig ins rollen, denn da sind wir beim Thema !
:engel Das gleiche Duo hatte vor Jahren die Klavierkonzerte in Russland schonmal aufgenommen. Diese GA konnte ich bei EBAY billigst ersteigern - ein absoluter CD-Schatz , wie ich heute weiss.
Die russischen Aufnahmen der Prokofieff-Klavierkonzerte Nr 1-5 mit Vladimir Krainew/ Moskauer PH / Dmitri Kitaenko sind im Zeitraum 1976 bis 1883 gemacht. Die 1985 erschienene Eurodisc - Doppel-CD ist damit technisch schonmal voll OK. Ich dachte vor dem Kauf an fast historische Aufnahmen aus den 60er Jahren, die beide Künstler nun aus technischen Gründen bei Teldec mit den Frankfurter PH im Jahr 1992 erneuern wollten. Mitnichten, die Eurodisc - Aufnahm eist klangtechnisch voll OK - bis heute ist mir absolut unklar, warum Krainew und Kitaenko diese Wiederholung in Frankfurt starteten. Wenn man sich die moskauer Aufnahme anhört ist man begeistert, ergriffen und überwältigt. Die frankfurter Aufnahme ist nach dem Hören der älteren Aufnahme eine für mich überflüssige Neuproduktion. Nicht nur die für die Konzerte so entscheidende Orchesterleistung ist in Moskau packend und wesentlich besser geraten, auch Krainew entfaltet auf dem Klavier ein virtuoses Tastenwunder und macht diese Gesamtaufnahme für mich zum Besten, was möglich ist. Aufnahmen die mit "Biss und Drive" ausgestattet sind. :times10 Der russische Orchesterklang passt auch bei den Prokofieff-Klavierkonzerten wie "der Kopf auf den Nagel" und ermöglicht ein richtiges Verständnis für diese Werke.
leider kein Bild mehr verfügbar
Klavierkonzerte Nr.1-5 Vladimir Krainew/ Moskauer PH / Dmitri Kitaenko Eurodisc 1976 -1983 ADD
:engel Ebenfalls mit dem richtigen russsischen Feeling für die Konzerte: Die Postnikowa/Roshdestwensky -Aufnahme der Klavierkonzerte Nr.2 und 3 auf Melodyia sind ebenfalls klasse Aufnahmen, die besonders im groß auftrumpfenden Orchester an den nötigen Stellen und absolute Begeisterung hervorrufen - Gänsehautfaktor pur ! Postnikowa pianistisch perfekt und als Frau mit mannhaftem Anschlag, jedoch insgesamt langsamer als Krainew - eine TOP-Aufnahme. Den Tastentaumel (Zitat-edwin), wie Krainew ihn entfacht wird nicht ganz erreicht, was die Aufnahme aber nicht schmälert. Insgesamt scheinen die männlichen Pianisten einfach schneller zu sein: Beroff, Ashkenazy, Graffmann, Krainew
http://www.jpc.de/image/cover/front/0/6208710.jpg Klavierkonzerte Nr. 2 & 3 Postnikova, USSR Ministry of Culture Orchestra, Roshdestvensky Melodiya 1983-85 ADD
Rachmaninov (18.04.2006, 20:30): Original von Cosima
Die Richter-Aufnahme für das 5. Klavierkonzert ist ein Muss, aber neu entdeckt habe ich für mich die Einspielung von Samson Francois aus 1963, an der ich mich zur Zeit richtig festgebissen habe! :down
@Cosima,
was die Aufnahme des 5. Klavierkonzerts mit Richter angeht muß ich Dir recht geben.
Ansonsten ist wohl das Klavoerkonzert #3 wohl das bekannteste und so besitze ich auch davon die meisten Aufnahmen.
Werde nach und nach berichten :D
Cosima (19.04.2006, 16:30): Original von Rolf Scheiwiller Du hast sicher gewusst, dass er am gleichen Tag starb wie Stalin.
:J… und Sviatoslav Richter musste auf Stalins Beerdigung spielen, etwas von Bach und Beethoven, sofern ich recht erinnere. Ich finde sehr hübsch, wie Richter, der nie besonderes Interesse an Politik hatte, diese Anekdote erzählt. Dieses Augenzwinkern dabei ist typisch Richter.
Außer dem 3. solltest Du Dir aber unbedingt noch das 2. und 5. anhören! Du wirst die Richter-Aufnahme sicher mögen!
Gruß, Cosima
Ganong (19.04.2006, 17:24): Liebe Cosima , Richter war wie Gilels Stalinpreiträger ( und Gilels hatt edas Pech wie Berman noch Jude zu sein ) . Die Pianisten in der ehemaligen UdSSr mussten schon Ungeheueres ertragen . Berman hat es ausfürhlich berichtet , wie er jahrelang mit seiner Familie ständig schikaniert wurde . Zu den Werken : ich kenne nur das 3. Klavierkonzert , C-Dur . Die Referenzaufnahmen si d wohl die mit Weissenberg / Ozawa und Argerich / Abbado . Ich mag offen gesagt seine früeh Sonaten für Klavier solo ; und bei den späten ziehe ich Giles den sehr hart klingenden Aufnahmen durch Richter vor . Viele Grüsse , Frank
Jeremias (19.04.2006, 17:41): Ich empfehle dringend noch das 2.Konzert mit Horacio Gutierrez und Järvi (Chandos) oder alternativ Bronfman/Mehta. Erstmals hörte ich es mit David Lively und den Düsseldorfern unter Kitajenko. Ich war kein großer Prokofieff-fan, aber diese Darbietung hat mich überzeugt! Die erste Gesamteinspielung macht übrigens ein gewisser John Browning mit Erich Leinsdorf. Erhältlich ist diese Aufnahme in der Testament-Serie, die mir Siamak wohl aus Teheran mitbringen wird (da günstiger) :D
Rolf Scheiwiller (20.04.2006, 13:33): Guten Tag Cosima.
Ich hab mir heute mittag die Klavierkonzerte 1 - 5 von Prokofiev heruntergeladen.
192 Kbits. WMA Die Klangqualität ist dank meines Equipments am PC wirklich sehr gut. Klavierklang und Orchester brillant.
Die Interpreten sind Vladimir Krainer ( noch nie gehört ) , sowie das Radio Sinf. Orchester Frankfurt unter Dimitri Kitaenko.
Dies ist mein allererster Kauf dank einer Empfehlung im Forum. Und ich bin dafür dankbar ! Ob ich das Violinkonzert auch kaufen soll ?
Gruss. Rolf.
Cosima (20.04.2006, 15:24): Original von Rolf Scheiwiller Dies ist mein allererster Kauf dank einer Empfehlung im Forum. Und ich bin dafür dankbar ! Ob ich das Violinkonzert auch kaufen soll ?
Hallo Rolf,
Vladimir Krainer sagt mir leider auch nichts, aber vielleicht weiß jemand anderes etwas über ihn zu berichten. Und falls Du mal Richter mit dem 5. als Download oder wie auch immer findest… unbedingt anhören! Oder alternativ Francois, der mir hier auch richtig gut gefällt. :)
Zu den Violinkonzerten: Mir gefallen viele andere Prokofjew-Werke besser als die beiden Violinkonzerte. Zum Beispiel die Klavierkonzerte und –sonaten, dann vor allem die Skythische Suite ( :down ), Alexander Nevsky, auch die Sinfonien. Aber als wirklich hörenswert empfinde ich vor allem das 1. Violinkonzert. Es ist recht melodisch, die Grundstimmung eher romantisch, aber mit einer gewissen Strenge. Der 2. Satz ist sehr virtuos, insgesamt ein frisches und originelles Werk.
Nicht schlecht ist die Aufnahme mit Julia Fischer, klingt mir aber zu glatt und gefällig. Das Werk braucht m.E. mehr Kraft und klare, strenge Akzentuierung. Deshalb gefällt mir Milsteins Einspielung unter Giulini besser. Sie ist kantiger und rauer. Milstein war es auch, glaube ich, der das Werk seinerzeit zum ersten Mal aufführte.
Gruß, Cosima
sune_manninen (20.04.2006, 21:17): Nach meiner Meinung ist Vladimir Krainev eine "sichere Bank" bei den Prokofiev-Klavierkonzerten, genau wie Kun Woo Paik bei Naxos. Ich würde auch Pletnev oder Postnikova denjenigen empfehlen, die den (wie drücke ich mich aus?) perkussiven Stil bei Prokofiev bevorzugen.
Seit ich Toradze erstmals 1995 (und seitdem viele Male) hörte, weiß ich, daß es bei Prokofiev - wie auch bei Schostakowitsch - eine Subtext-Ebene der Ironie, der Groteske gibt, die bei Toradze wie bei keinem anderen Pianisten (m.E.) zum Vorschein kommt. Da Toradze allerdings ebenso wie Gergiev ein Spontanmusiker ist, höre ich davon zwar auch etwas in ihrer gemeinsamen Einspielung, doch erheblich mehr in diversen Mitschnitten von Konzerten, bei denen Toradzes Interpretation ganz stark zum Tragen kommt.
Sune
P.S. Gergiev wartet seit Jahren darauf, daß Toradze sich endlich Bartóks 1. Klavierkonzert einverleibt. Sein (italienischer) Agent versprach, in diesem Jahr würde es endlich soweit sein, u.a. beim Moskauer Oster-Festival. Doch was spielt Toradze dort : Prokofievs 5. Klavierkonzert!!!
Rachmaninov (20.04.2006, 21:41): Original von Jeremias Ich empfehle dringend noch das 2.Konzert mit Horacio Gutierrez
@Jeremias, Deiner Empfehlung kann ich mich 100%ig anschließen. Das 2. Klavierkonzert ist klasse eingespielt und das 3. IMO auf dem gleichen hohen Niveau.
:D
AcomA (20.04.2006, 23:16): liebe Cosima,
herzlichen dank fuer diesen wichtigen thread. diese konzerte gehoeren wohl zu den bedeutendsten schoepfungen dieser gattung. IMO haben das 2. und das 3. konzert die vollkommenste wirkung auf den hoerer. sie sind grundverschieden und beide perfekt in form und klanglichen spektrum. ich wuerde mich zunaechst zum dritten konzert aeussern. schon der erste satz fasziniert mit seinen gegensatzen zwischen lyrisch-verhaltenem und dem motorisch-draengenden element. und alles klingt so vollkommen logisch, wie bei beethoven, es kann nur so sein, nicht anders. der variationssatz (2. satz) ist fuer mich der dreh- und angelpunkt. satire, ernst und melancholie geben sich hier ein stelldichein. auch das orchester zieht mit differenziertem farbspektrum mit.
angefangen hat es bei mir mit drei aufnahmen. die junge martha argerich und der ebenso junge claudio abbado (DG), spritzig und draufgaengerisch. dann michel beroff mit dem gewandhausorch. unter masur (EMI). mein damaliger favorit war dann eine platte von melodiya mit emil gilels und dem grossen rundfunksinfonieorch. der UdSSR aus den 50er jahren. auch jetzt noch IMO referenzcharakter.
die EMI-aufnahme mit weissenberg und ozawa kam dann auch in meine haende bzw. unter meine ohren. lieber Frank, diese aufnahme hat mich enttaeuscht. das orchester ist nicht gut aufgenommen. weissenberg laesst es nicht nur im klanglichen spektrum vermissen, gerade die variationen klingen bei ihm etwas plump und unausgegoren, biedere hausmannskost :ignore hoffentlich nimmst du mir es nicht uebel.
mein derzeitiger seit jahren bestehender topscorer ist:
vladimir krainev, piano rso frankfurt unter dimitry kitaenko damals teldec (habe ich) jetzt apex
http://www.jpc.de/image/cover/front/0/1528664.jpg
diese aufnahme hat alle anderen mir bekannten aufnahmen relativiert (argerich, gilels, kapell, beroff, francois, ashkenazy, kissin, bronfman, pletnev, janis). das ist durchaus nicht verwunderlich, denn beide, der pianist und der dirigent, sind als prokofiew-spezialisten zu bezeichnen. krainevs darstellung der 6. sonate z.b. ist die einzige, die sich mit derjenigen s. richters oder i. pogorelichs messen kann. wenn 'vehemenz' das alleinige kriterium sein sollte, dann würde ich, das auf die mono-aufnahmen mit william kapell oder gilels hinweisen. aber die krainjew-aufnahme besticht durch transparenz (kammermusikalisch !) und stählerne technik, die hier die athmosphäre des konzertes genau im mark erwischen. und in diesem zusammenhang ist die krainev-aufnahme schon superlativ !
habe jetzt erfahren, dass abdel rahman el bacha (frankreich) aktuell eine gesamteinspielung der prokofiew-konzerte vorgelegt hat. sicherlich hochinteressant. seine damalige debut-lp mit u.a. suggestion diabolique hatte mich glatt vom hocker gehauen !
gruss, siamak aus teheran :engel
Jeremias (21.04.2006, 00:20): Die Aufnahme mit Krainev kenne ich natürlich auch und ich habe die CDs bei Ebay wieder abgegeben. Mir spielt er einfach zu brutal. Auch wenn man natürlich eine gewisse "Härte" den Konzerten geben sollte, so finde ich, dass er doch sehr übertreibt. Ich habe vor 2 Jahren einmal Krainev's Schüler in D'dorf mit ihrem Meister erlebt. Man hat gehört, aus welcher Schule sie kommen. Da bevorzuge ich dann doch Martha, Gutierrez oder Bronfman
Cosima (21.04.2006, 20:57): Siamak meinte zum 3. Klavierkonzert:
der variationssatz (2. satz) ist fuer mich der dreh- und angelpunkt. satire, ernst und melancholie geben sich hier ein stelldichein. auch das orchester zieht mit differenziertem farbspektrum mit.
Und Sune schrieb:
Seit ich Toradze erstmals 1995 (und seitdem viele Male) hörte, weiß ich, daß es bei Prokofiev - wie auch bei Schostakowitsch - eine Subtext-Ebene der Ironie, der Groteske gibt…
Beides würde ich so unterschreiben. Die Grundstimmung ist zwar elegant und heiter, aber es hat viele wechselnde lyrische, leidenschaftliche und kapriziöse Elemente, die ihm diese interessante Zweideutigkeit verleihen. Nichts ist wie es scheint, ständig lauern im Hintergrund ein Augenzwinkern oder übermütiger Witz. Ich meine, dass dieses Klavierkonzert klar strukturiert und mit Schärfe/Bissigkeit interpretiert werden muss, damit diese zweite Ebene deutlich wird. Und ja, das Orchester ist hier m.E. besonders gefordert, da es genau diese Hintergründigkeit mit ausloten muss. Es muss sich den schnell wechselnden Stimmungen anpassen können.
Unter diesen Prämissen habe ich meine vorhandenen Aufnahmen quergehört:
Die Weissenberg/Ozawa-Aufnahme bleibt mir zu sehr an der Oberfläche. Francois/Cluytens gefällt mir auch nicht so recht. Kein Vergleich zu der tollen Aufnahme des 5. Konzertes unter Rowicki. Das ist alles zu brav und zahm, zu wenig differenziert, vor allem das Orchester wirkt etwas lustlos. Ähnliches gilt für Pletnev/Rostropovich – die Aufnahme finde ich einfach langweilig.
Besser gefällt mir da schon die Cliburn/Hendl-Aufnahme. Sie ist mir jedoch zu gefällig, ohne die entscheidende Akzentuierung. Ein richtig gutes Händchen hatten m.E. Toradze/Gergiev. In dieser Aufnahme tritt diese zweite Ebene hinter der gelösten Fassade m.E. am besten zu Tage. Orchester und Solist sind traumhaft aufeinander abgestimmt, beide sprechen die gleiche Sprache. Eine wirklich schöne Aufnahme.
Den Krainev habe ich mir aber trotzdem vorgemerkt, die Aufnahme ist ja auch sehr günstig zu bekommen.
Gruß, Cosima
Cosima (22.04.2006, 10:54): Neben dem 3. und 5. liegt mir ganz besonders das 2. Klavierkonzert. Hier ist wieder alles vereint, was ich an Prokofjew so liebe: Kraft, starke Kontraste und hintergründiger Witz, der ins Makabre abdriftet. Man kann einfach nicht weghören, ist ständig gefordert, sich den wechselnden Stimmungen anzupassen. Eben lauscht man noch den spielerischen Elementen, da folgen schon bedrohliche, urwüchsige Klänge.
Ich meine, dass dieses Klavierkonzert viel fordert vom Solisten und dem Orchester. Die melodischen Passagen dürfen nicht ins Banale abgleiten, und die unvermittelten Übergänge zu den wuchtigen Passagen müssen scharf gezeichnet sein. Die ganze emotionale und stilistische Bandbreite von Melancholie bis hin zu Ungezügeltheit muss beherrscht werden.
Ich besitze nur zwei Aufnahmen: Einmal einen Mitschnitt von den Salzburger Festspielen (1998), mit den Wienern unter Gergiev und mit Bronfman als Solist. Und dann die Toradze/Gergiev-Einspielung. Letztere gefällt mir besser, weil Toradze mehr Biss hat und das Orchester kantiger und spröder klingt. Eine dritte Alternative hätte ich gerne noch.
Gruß, Cosima :)
Rachmaninov (22.04.2006, 11:02): Original von Cosima Eine dritte Alternative hätte ich gerne noch. Gruß, Cosima :)
Du kannst wählen zwischen Horacio Gutierrez; oder Gutierrez,Horacio oder Gutierrez unter Järvi.
Vertaue mal dem Admin und Jeremias :D
Jeremias (22.04.2006, 11:10): Die Aufnahme kannst Du sogar BLIND kaufen, ohne vorher reinzuhören! Bei Amazon per Zweitanbieter günstig zu haben im Moment!
Rachmaninov (04.05.2006, 21:29): Auch wenn ich ein großen Freund von Demidenko bin, so muss ich doch feststellen, daß die Einspielung der Prokofiev Klavierkonzerte mit Londoner PO unter Lazarev nicht gerade zu den starken Aufnahmen dieser Konzerte zählen.
Alles ganz nett, baer nichts Zwingendes, keine "Drive"...........Nein, da gibt es für jedes Konzert sicherlich deutlich bessere Alternativen!
Cosima (11.05.2006, 19:03): Original von Rachmaninov
Übrigens bin ich inzwischen dieser Empfehlung gefolgt und kann sie nun meinerseits empfehlen. :) Ich überlege, mir dennoch den Krainev irgendwann zuzulegen. Die Prokofjew-Konzerte liebe ich schon sehr! :down
Gruß, Cosima
Cosima (06.07.2006, 20:28): Noch eine Empfehlung, besonders die Orchesterbegleitung unter Kondraschin halte ich für sehr gut. Toll ist auch Byron Janis' Interpretation des 1. Rachmaninov-Konzertes:
http://www.wom.de/image/cover/front/0/2265489.jpg
Ich besitze zwar nicht die SACD, finde die Klangqualität aber dennoch sehr gut. Immerhin sind die Aufnahmen von 1962 und 1963.
Gruß, Cosima
Rachmaninov (06.07.2006, 20:55): Original von Cosima Noch eine Empfehlung, besonders die Orchesterbegleitung unter Kondraschin halte ich für sehr gut. Toll ist auch Byron Janis' Interpretation des 1. Rachmaninov-Konzertes:
Ohne jeden Zweifel war Byron Janis ein spitzen Pianist! :down
Tolle Aufnahme übrigens
Rachmaninov (07.07.2006, 21:19): @Cosima,
Du solltest schnellst möglich in den (bestens bekannten) Laden bei Dir "um die Ecke" laufen und die für 4,99€ das Schnäppchen mit dem ersten Klavierkonzert mit Lugansky sichern.
Machte richtig spaß beim ersten Hören :D
Cosima (08.07.2006, 10:44): Original von Rachmaninov Du solltest schnellst möglich in den (bestens bekannten) Laden bei Dir "um die Ecke" laufen und die für 4,99€ das Schnäppchen mit dem ersten Klavierkonzert mit Lugansky sichern.
Lieber Richard,
das klingt sehr verlockend. Ich werde schauen, ob sie vorrätig ist! Diese Sonderangebote sind schon irgendwie fies, oder? :D
Gruß, Cosima
Cosima (02.09.2006, 08:37): Eine tolle Aufnahme des 2. Klavierkonzertes mit Dagmar Baloghová. Gekoppelt mit dem 1. Klavierkonzert, gespielt von Sviatoslav Richter (Prag 1954, auch erschienen auf Urania). Ich entdeckte die CD kürzlich, weil ich nach einer weiteren Aufnahme der Klassischen Sinfonie suchte. Die Klavierkonzerte sind beide fantastisch interpretiert, inklusive der Orchesterbegleitung unter Karel Ancerl. Die 1. Sinfonie gefällt mir nach wie vor besser unter Bernstein. Dennoch eine Empfehlung meinerseits:
http://www.wom.de/image/cover/front/0/6894429.jpg
Weitere Kommentare hier.
Gruß, Cosima
Jeremias (12.09.2006, 20:30): Kennt jemand von Euch diese Aufnahme hier?
Welche Aufnahme des Konzerts von Martha bevorzugt ihr?
Spontan würde ich sagen: die erste Einspielung (mit Abbado) weil spontaner und "rauschhafter", das mag ich an ihr.
Ich wiederhole hier meine Frage aus dem "Was höre ich gerade"-Thread, weil sie eigentlich hierhin gehört:
Welche Unterschiede siehst du zwischen Argerich und Janis?
Gruß, Nikolaus.
Rachmaninov (16.02.2007, 12:27): Original von nikolaus Ich wiederhole hier meine Frage aus dem "Was höre ich gerade"-Thread, weil sie eigentlich hierhin gehört:
Welche Unterschiede siehst du zwischen Argerich und Janis?
Gruß, Nikolaus.
@Nikolaus,
die Argerich (DG) hörte ich gestern ja nochmals. Heute, spätestens morgen, werde ich nochmals die B. Janis Aufnahme hören und berichten!
Rachmaninov (16.02.2007, 16:33): @Nikolaus,
die Aufnahme mit Argerich ist durchaus gut, allerdings gelingt IMO Kondrashin und Janis diese kontratsreichen und interessanten Wechsel deutlich besser als Abbado - Argerich.
Ebenfalls deutlich besser gefällt mir hier der Anschlag von Janis. Nichts gegen Martha aber bei dem 3. Prokofiev ist es as meiner Sicht viel interessanter einen Pianisten zu hören der wie Janis einen etwas "härteren" und "analytischeren" Ton anschlag als Martha. Dies läßt den "Schalk in Nacken" bei deisem Konzert viel mehr zur Geltung kommen. Außerdem hört man den Pianisten viel besser als auf der DG Aufnahme. Ein Klangwunder ist die Aufnahme allerdings auch nicht.
Jeremias (16.02.2007, 16:52): Komischerweise sprechen wir hier nie über die Konzerte 4 und 5. Woran liegt es? Sind sie so schwer zugänglich?
Rachmaninov (17.02.2007, 08:48): Original von Jeremias Komischerweise sprechen wir hier nie über die Konzerte 4 und 5. Woran liegt es? Sind sie so schwer zugänglich?
Mir sind jedenfalls die Konzerte 2 und 3 die "Liebsten" wenn ich so für mich überlege.
Eine grandiose Aufnahme des 5. Klavierkonzerts ist die mit S. Richter
http://www.jpc.de/image/cover/front/0/7948347.jpg
Ansonsten besitze ich von Konzert 4. und 5. nur noch Demidenko unter Lazarev und Beroff unter Masur
die Prokofieff-Klavierkonzerte hatte ich jahrelang in der Aufnahme Beroff / Masur (EMI) favorisiert und dachte eigendlich nie eine ander zu benötigen. Auch die Aufnahmen Ashkenazy / Previn (Decca) habe ich auf LP, aber Beroff schätzte ich noch mehr. Als Ergänzung Graffmann 7 Szell (CBS) in der fantastischen Aufnahme der Konzerte Nr.1 und 3.
:wink Aber wie das so ist mit den Klassikforen, erfährt man doch eine Menge neues und kaufanregendes und ich erwarb die bereits weiter oben besprochene Argerich / Ditoit-Aufnahme - TOP. Unterstützt wird sie dabei in feingliderigster Art und Weise von Dutoit, der keine noch so feinste Nuance verschlucken läßt und damit auf gleicher Welle wie Argerich schwimmt. Bei diesen Aufnahmen werden Feinheiten hörbar, die bisher für mich höchstens zu erahnen waren. Insgesamt wird nicht ganz das Feuer der Graffmann / Szell-Aufnahme (CBS)beider Klavierkonzerte Nr.1 und 3 erreicht, aber die Aufnahme fastziniert durch die "impressionistischen Einblicke" trotzdem genauso.
:coolSuperpreiswert waren auch als weitere Ergänzung die vom Klavierexperten ACOMA hochgelobten Einspielungen mit Vladmir Krainew / Frankfurter RSO / Kitaenko (APEX) und damit kam der Stein erst richtig ins rollen, denn da sind wir beim Thema !
:engel Das gleiche Duo hatte vor Jahren die Klavierkonzerte in Russland schonmal aufgenommen. Diese GA konnte ich bei EBAY billigst ersteigern - ein absoluter CD-Schatz , wie ich heute weiss.
Die russischen Aufnahmen der Prokofieff-Klavierkonzerte Nr 1-5 mit Vladimir Krainew/ Moskauer PH / Dmitri Kitaenko sind im Zeitraum 1976 bis 1883 gemacht. Die 1985 erschienene Eurodisc - Doppel-CD ist damit technisch schonmal voll OK. Ich dachte vor dem Kauf an fast historische Aufnahmen aus den 60er Jahren, die beide Künstler nun aus technischen Gründen bei Teldec mit den Frankfurter PH im Jahr 1992 erneuern wollten. Mitnichten, die Eurodisc - Aufnahm eist klangtechnisch voll OK - bis heute ist mir absolut unklar, warum Krainew und Kitaenko diese Wiederholung in Frankfurt starteten. Wenn man sich die moskauer Aufnahme anhört ist man begeistert, ergriffen und überwältigt. Die frankfurter Aufnahme ist nach dem Hören der älteren Aufnahme eine für mich überflüssige Neuproduktion. Nicht nur die für die Konzerte so entscheidende Orchesterleistung ist in Moskau packend und wesentlich besser geraten, auch Krainew entfaltet auf dem Klavier ein virtuoses Tastenwunder und macht diese Gesamtaufnahme für mich zum Besten, was möglich ist. Aufnahmen die mit "Biss und Drive" ausgestattet sind. :times10 Der russische Orchesterklang passt auch bei den Prokofieff-Klavierkonzerten wie "der Kopf auf den Nagel" und ermöglicht ein richtiges Verständnis für diese Werke.
leider kein Bild mehr verfügbar
Klavierkonzerte Nr.1-5 Vladimir Krainew/ Moskauer PH / Dmitri Kitaenko Eurodisc 1976 -1983 ADD
:engel Ebenfalls mit dem richtigen russsischen Feeling für die Konzerte: Die Postnikowa/Roshdestwensky -Aufnahme der Klavierkonzerte Nr.2 und 3 auf Melodyia sind ebenfalls klasse Aufnahmen, die besonders im groß auftrumpfenden Orchester an den nötigen Stellen und absolute Begeisterung hervorrufen - Gänsehautfaktor pur ! Postnikowa pianistisch perfekt und als Frau mit mannhaftem Anschlag, jedoch insgesamt langsamer als Krainew - eine TOP-Aufnahme. Den Tastentaumel (Zitat-edwin), wie Krainew ihn entfacht wird nicht ganz erreicht, was die Aufnahme aber nicht schmälert. Insgesamt scheinen die männlichen Pianisten einfach schneller zu sein: Beroff, Ashkenazy, Graffmann, Krainew
http://www.jpc.de/image/cover/front/0/6208710.jpg Klavierkonzerte Nr. 2 & 3 Postnikova, USSR Ministry of Culture Orchestra, Roshdestvensky Melodiya 1983-85 ADD
Rachmaninov (21.07.2008, 18:24): Hätte man mich bis vor kurzem nach meiner favorisierten Aufnahme gefragt hätte ich kaum gezögert und die Aufnahme von Järvi mit dem völlig unterschätzten Gutierrez genannt. (gekoppelt mit einem ebenso vorzüglichen dritten Klavierkonzert)
Seit einigen Wochen / Monaten (?) besitze ich nun die Aufnahme mit Ozawa und Yundi Li.
Ozawa schätze ich sehr, er schafft es immer aus dem Orchesterpart etwas heraszuholen und reduziert sich nie auf einen reinen Begleiter. Man kann sich ja der Meinung Schostakowitsch's asnschließen, der Prokofiev's Orechstrierungsleistungn nicht schätze, oder es lassen, aber ein grandiosen Orchesterpart ist im wohl bei 2. Klavierkonzert nicht gelungen. Um so erstaunlicher was Ozawa hier entdeckt und darstellt.
Und dann diese Yundi Li, IMO eine grandiose solistische Leistung. Wie er im 1. Satz sucht, durchstreift, aufwühlt. spitze. oder dieser ritt gleich zum anfang des zweiten Satzes. :down oder oder oder....
:times10
Ohne Zweifel eine der ganz großen Aufnahmen des Konzerts!
Rachmaninov (11.03.2012, 10:27): Hallo,
hätte mich jemand vor einigen Tagen nach einer eindeutgen Empfehlung für das zweite Klavierkonzert von Prokofiev gefragt so hätte ich vermutlich ohne zögern die Aufnahme von Gutierrez unter Järvi genannt und vermutlich die Aufnahme von Yundi Li unter Ozawa unterschlagen!
Insgesamt gibt es ja deutlich weniger Aufnahmen des zweiten Prokofiev Klavierkonzerts. Dennoch habe ich in den letzten Tagen meinen diskografischen Horizont in bezug auf das zweite Klavierkonzert erfreulicherweise erweitern können.
Eben mit dieser Aufnahme von E. Kissin und dem Philharmonic Orchestra (welches auch immer?) unter der Leitung von V. Ashkenazy.
Beim hören der Aufnahme fällt zunächst bezüglich der Orchsterbegleitung sehr positiv auf, dass sich hier offensichtlich das Trio aus Dirigent, Orchseter und Solist versteht. Im gegensatz zu den Aufnahmen von Guttierez / Järve bzw. Yundi Li / Ozawa übt sich Ashkenazy etwas mehr in "Zurückhaltung". Ein orpulenter Orchsterklang wie bei Ozawa z.B. ist hier nicht hörbar. Das klingt schlanker was mir durchaus sehr gut gefällt! Sehr wohltuend.
Überragend an dieser Aufnahme ist E. Kissin. Sowohl Yundi Li als auch Gutierrez haben wirklich sehr gute Aufnahmen hingelegt, aber was Kissin hier spielt ist einfach nochmals jenseits dessen was die beiden Kollegen eingespielt haben. Das sind unglaublich Klanggebilde, Strukturen, Differenzierungen und eine unglaubliche Vielfalt an Anschlagsvarianten ohne Limit. Atemberaubend! Man höre nur mal das Sherzo. Unglaublich! Oder wie Kissin im 1. Satz den Solopart spielt! Gänsehaut. Das sind Klangskulpturen. Begeisternd das Kissin das gesamte Spektrum beherrscht. Er kann "eisenhart" spielen und dann wieder ganz sanft.
Die Aufnahme eines Genuis.
Anmerkung: Das dritte Klavierkonzert dieser Aufnahme habe ich noch gar nicht gehört!
:times10 :times10
Cetay (inaktiv) (11.03.2012, 11:17): Original von Rachmaninov
Eben mit dieser Aufnahme von E. Kissin und dem Philharmonic Orchestra (welches auch immer?) unter der Leitung von V. Ashkenazy.
Es ist das in London ansässige Philharmonia Orchestra.
Rachmaninov (11.03.2012, 11:21): Original von Cetay Original von Rachmaninov
Eben mit dieser Aufnahme von E. Kissin und dem Philharmonic Orchestra (welches auch immer?) unter der Leitung von V. Ashkenazy.
Es ist das in London ansässige Philharmonia Orchestra.
Wer lesen kann ist klar im Vorteil!
Frank1970 (11.03.2012, 23:18): Hallo zusammen,
dies mach mich ja alles sehr neugierig auf Kissins Aufnahmen der Prokofiev Konzerte! Sehr spannend aber auch, was auf amazon.com in einer ausführlichen 1-Sterne Kritik und den darauf folgenden Kommentaren so steht...
Viele Grüße Frank
Rachmaninov (12.03.2012, 07:11): Original von Frank1970 Hallo zusammen,
dies mach mich ja alles sehr neugierig auf Kissins Aufnahmen der Prokofiev Konzerte! Sehr spannend aber auch, was auf amazon.com in einer ausführlichen 1-Sterne Kritik und den darauf folgenden Kommentaren so steht...
Viele Grüße Frank
Übrigends kann ich zum Klang der CD nichts schreiben, da ich sie via Simfy gehört habe / höre!