Jeremias (26.03.2006, 12:59): Nachdem Rachmaninov und ich uns gerade schon ein paar PN zu den letzten 3 Schubert-Sonaten geschickt haben, eröffne ich hiermit die Diskussion. Was machen diese Sonaten so einzigartig? Welche Aufnahmen bevorzugt Ihr?
Rachmaninov (26.03.2006, 13:07): @Jeremias,
schön das Du mit diesen Sonaten einen Thread startest!
Wenn Du die letzten Schubert Sonaten ansprichts gehe ich zunächst einmal davon aus, daß Du die letzten drei Sonaten, also D958, D959 und D960, meinst!
Was die Sonaten für mich zu etwas ganz besonderm macht ist etwas was ich als "emotionale Bandbreit" bezeichnen würde. Ein Spiegelbild einen Gefühlswelt, die ich durchaus beim hören der Sonaten für mich begreifen und nachempfinden kann.
Auch wenn ich bereits weiß, das Du Afanassiev eher etwas kritisch siehst, möchte ich auf seine Denon Aufnahme der letzten drei Sonaten hinweisen, die übrigens erneut veröffentlicht wurde, sowie der Lockenhaus-Aufnahme bei ECM der D960.
Aber es gibt viele hoch interessante Aufnahmen ......
Rolf Scheiwiller (26.03.2006, 13:30): Bei mir im Regal sind Einspielungen der folgenden Pianisten.
M. Pollini
A. Schiff
M. Dalberto (DENON)
Gruss R.
Walter (26.03.2006, 14:41): Für mich wird in diesen Sonaten die emotionale Situation, in der sich Schubert befand, ohne jegliche Manieriertheit deutlich. Durch die Syphilis gezeichnet scheint er seine Lebenseindrücke in der Musik aufzuzeichnen. Stärkste Gefühle die er aufschrieb und die mich jetzt zutiefst bewegen.
Daher sind für mich die ausdrucksstarken Interpretationen von Afanassiev das Maß der Klänge. Obwohl ich noch Aufnahmen von Kronenberg, Pollini, Sofronitsky, Perahia, Leonskaja, Lupu, Korstik und Horrowitz kenne, beeindruckt mich dieser Gefühlszauberer am meisten.
Für den ersten Satz der Sonate B-Dur D960 nimmt er sich 28 Minuten Zeit - ohne dass ich auch nur eine Sekunde als überzogen empfinde.
Schlagt mich dafür - aber für die Interpretation reichen keine 20 Punkte!
Walter
josquin (26.03.2006, 16:19): Hallo Walter, ja genau das ist es. Es sind die ganz seltenen Werke, bei denen man spürt daß der Künstler sein Innenleben mit Musik als Sprache, eins zu eins, vermitteln kann. Deshalb möchte ich hier auch eine CD empfehlen, bei der der Interpret mit ähnlichem Schicksal konfrontiert war. Naher Tod und Abschied. Die Aufnahme entstand während seines Kampfes gegen eine heimtückische Krebserkrankung. Es schien zu diesem Zeitpunkt so, als könne er sie noch besiegen, was er auch dem Energiegewinn bei der Auseinandersetzung mit dieser letzten Schubertsonate zu verdanken glaubte. Sie ist für mich die ergreifendste Aufnahme dieses Werkes. Daß sie auf einem Hammerflügel gespielt wird, vergessen selbst Gegner dieses Klanges nach ein paar Minuten. Der Klang ist unglaublich schön. Als ich im Booklet las, daß er die Krankheit wohl besiegt hatte, freute ich mich einen Pianisten meiner Generation gefunden zu haben, der einen noch Jahrzehnte begleiten könnte. Es folgten noch zwei großartige Aufnahmen auf einem Konzertflügel, u.a. eine grandiose Darstellung der "Bilder einer Ausstellung".
Das Leben ist unbarmherzig!!!!!!!!!!!!!!!!! Letztes Jahr ist er gestorben!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
die Lahusen Aufnahme emfpinde ich durchaus auch als eine Bereicherung meiner Sammlung was die D960 angeht. Dein Statement bzgl. des Klavierklanges ist zwar richtig, baer so ganz vergessen kann man es dann doch nicht. Das moderne Klavier ist dann doch noch klangschöner! :wink Die Interpretation an sich gefällt mir aber richtig gut.
josquin (26.03.2006, 18:12): Schön, daß es Dir auch gefällt! Hör Dir mal das erste Stück der CD an. Nach ca. 3 Minuten im wunderschönen Mittelteil, dort wird der Klang durch ein Register verändert, IMO. Gänsehautstelle!
Gruß Norbert
Cosima (26.03.2006, 19:16): Hallo allerseits,
nur mal eine kleine Zwischenfrage: Möchte hier wirklich niemand Richter nennen? Kann doch nicht sein, nicht wahr? Oder wollt Ihr mir nur den Vortritt lassen, weil ich ihn sowieso ins Spiel bringen werde? :D
Ich höre gerade D960 aus der Brillant-Box (1961). Die ist doch gigantisch! Die Komposition gehört für mich zu den schönsten der Klavierliteratur, unheimlich ergreifend, ein gigantisches Meisterwerk von Schubert.
Gruß, Cosima
josquin (26.03.2006, 19:25): Hallo Cosima, natürlich auch Richter. Ich hatte den doch irgendwo im Forum schon genannt! Die berühmte Aufnahme von 1972! :down :down Auf dem modernen Klavier, Richter :beer
Gruß Norbert
Cosima (26.03.2006, 20:13): Original von josquin Die berühmte Aufnahme von 1972! Auf dem modernen Klavier, Richter
Hallo Norbert, hallo allerseits,
das klingt, ab ob Richter ansonsten auf einem Hammerklavier spielte. :D
Die 1972er Aufnahme finde ich auch gut, tendiere aber eher zu der älteren Aufnahme. Die Regis-Ausgabe ist aber auch mit einer tollen D958 gekoppelt.
Ich fand seinerzeit eine Rezension der Aufnahmen auf der Brillant-Box, die ich so schön finde, dass ich sie zitieren möchte:
„Ein Sieg des Willens
Was kann unser Ohr und Herz wirklich erschüttern? Gewiss diese pianistische Weltraumexpedition. Ein Tastengigant unternimmt sie, der seine Darstellung weit emportreibt in die turmhohen Verwerfungen und ins jenseitige Leuchten später Beethoven- und Schubertsonaten oder auch der h-Moll-Sonate Franz Liszts. Der aus der Ukraine stammende Sviatoslav Richter (1915-97) kannte keine Grenzen des Repertoires und schon gar nicht der Gestaltungskraft.
Hier wird sie dankenswerterweise wieder greifbar und begreifbar: in Moskauer Konzertmitschnitten der Jahre 1961-78. Auch durch das enge, mulmige Klangbild hindurch dringt diese Demonstration einer transzendentalen, von Wucht wie Zartheit regierten Klavieraktion. Die Kopfsätze in Schuberts B-Dur- und G-Dur-Sonaten D 960 und D 894 dehnt Richter ins schier Uferlose aus - auf mehr als 24 bzw. 26 Minuten. Aber nur, um die Elementarkraft des schlichten Satzbaus durch paradiesisches Ausschweifen und beklemmendes Stocken noch zu steigern. Wo wäre heute der Pianist, der so viel Willensleistung ins Spiel bringt wie Sviatoslav Richter!“
(Quelle: S. Weyh , HNA, 15.08.2005)
Schön, nicht wahr? Richter forever! :down
Gruß, Cosima :)
Walter (26.03.2006, 21:08): Original von josquin
Das Leben ist unbarmherzig!!!!!!!!!!!!!!!!! Letztes Jahr ist er gestorben!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Gruß Norbert
Nikolaus Lahusen +
Hallo Norbert - ich höre gerade Lahusen Die Geschichte um diese Aufnahme war mir aber unbekannt. Ich sollte doch mehr lesen!
Eine wunderschöne Aufnahme!
josquin (26.03.2006, 21:19): Walter Danke!
Höre Dir unbedingt das erste Stück von den D946 auf der Cd ganz an. Der langsame Mittelteil :I
Aber nur wenn Du in Stimmung bist.
Gruß Norbert
Ganong (27.03.2006, 15:54): Liebe Forumsmitglieder , auf die letzte Sonate werde ich gesondert und ausführlicher eingehen . In Kürze : D 958 : Schnabel D 959 : Brendel D 960 : gleichrangig : Clifford Curzon und S Richter ( Begründung folgt ) . Viele Grüsse , Ganong
Rachmaninov (29.03.2006, 10:11): Heute morgen habe ich mir auf dem Weg zur Arbeit nochmal Schuberts D958 angehört (Pianist in diesem Fall war Pollini) Diese Sonate ist einfach großartig und ich "liebe" sie eifnach. Besonders dieser letzte Satz der Sonate sprudelt vor Ideen, Einfällen und bleibt immer spannend. Das ist Musik!!!!!! :down :down
Rachmaninov (03.04.2006, 16:04): @Jeremias,
Du hast den Thread eröffnet aber Dich selber noch nicht zu der Faszination der Sonaten geäußert bzw. Aufnahmen genannt die Dir am Herzen liegen :I
Rachmaninov (22.04.2006, 12:43): Gestern habe ich mir nochmals die Aufnahme von E. Leonskaja mit Schuberts Sonate D958 und D960 angehört:
Mit meiner doch derzeit etwas stark an der Rangehenweise von Afanassiev geprägten rangehensweise empfand ich den ersten Satz von D958 recht zügig. Was alledings wohl eher an der "Langsamkeit" von Afanassiev liegen mag.
Mit guten musikalischen Gespühr lotet Leonskaja die Stimmungen der Sonaten aus. MIt Sicherheit werde ich mir noch die Aufnahme mit D959 beschaffen.
Eine durchaus empfehlenswerte Aufnahme und das wirklich noch zu einem sehr günstigen Preis :D
Ganong (22.04.2006, 17:03): Lieber Sergey Wassilewitsch , wir müssen die Trilogie der letzten drei Sonaten undbedingt im Kontext zu Schuberts gesamtem Sonatenschaffen sehen und hören . Ich werde kommende Woch aus meiner unveröffentlichen Meinung aus meinen "100 definitiven Aufnahmen und Interpreten" dazu den Text hier veröffentlichen . Es war zwische n 198 und 2005 anhand der Schubert - Forschung eine immenese Arbeit . Aber es hat sich gelohnt . Viele Grüsse , Frank PS: Biit ebesorge Dir die Sonaten D 845 und D 850 gespielt von S Richter ( Melodiya ) . Schubertinterpretationen ion höchster Vollendung !
M. Perahia's Aufnahme der letzten drei Sonaten überzeugt mich nicht.
Mir ist Perahia's Spiel für diese tiefgründige Musik einfach zu technisch und oberflächlich und "passt" IMO nicht zu den Sonaten.
Dabei möchte ich betonen, daß ich die Sonaten in dieser Aufnahme kennenlernte und "eigentlich" so etwas ein wenig den Geschmack prägen kann. :P
Rachmaninov (27.04.2006, 19:37): Original von Jascha Horenstein Eine außergewöhnliche Aufnahme der letzten Schubert Sonaten gibt es von Radu Lupu. Erst die letzten Tage entdeckt. DECCA bietet eine erstaunlich günstige 4 CD-Box. Hier heißt es dringendst zugreifen.
@Jascha,
vor einigen Tagen hatte ich mir Schuberts D959 mit Lupu angehört und konnte meine positive Erinnerung an seine Interpretation bestätigt finden.
Das ich weiß das Walter die Box besitzt werde ich sie mir ausleihen und berichten. :)
Ganong (28.04.2006, 11:12): Lieber Rachmaninov , bitte unbedingt auf das Jahr der Aufnahme achten ! ich finde Lupus Schubertspielt faszinerend ( Ausnahme : D 960 ) . Grüsse , Frank PS: Dank für Deinen Hinweis zu Kogan !
Rachmaninov (28.04.2006, 12:19): Original von Ganong PS: Dank für Deinen Hinweis zu Kogan !
der stammt aber ursprünglich von Zelenka :hello
Jascha Horenstein (01.06.2006, 21:35): Mir ist heute eine Platte von Garrick Ohlsson aufgefallen mit der D.850. Kennt jemand diese Aufnahme und kann sich dazu äußern. Ich schätze Ohlssons Chopin-Spiel sehr.
ab (16.06.2006, 21:50): Original von Walter Daher sind für mich die ausdrucksstarken Interpretationen von Afanassiev das Maß der Klänge.
Für den ersten Satz der Sonate B-Dur D960 nimmt er sich 28 Minuten Zeit - ohne dass ich auch nur eine Sekunde als überzogen empfinde.
Schlagt mich dafür - aber für die Interpretation reichen keine 20 Punkte
Hallo Walter, hallo Rach.,
du/ihr kenn(s)t doch sicherlich auch die völlig andere, früher entstandene Aufnahme bei ECM, die im Konzert in Lockenhausen entstanden ist.
Wieviele Punkte gibst Du/Ihr denn der? Wie, würdest Du/Ihr sagen, unterscheiden sich diese beiden so völlig unterschiedlichen Interpretationen?
Weil ich beide Aufnahmen habe, wäre mir an Deiner/eurer Charakterisierung gelegen. Danke!
ab (16.06.2006, 22:36): Von Schuberts letzter Sonate habe ich 9 Einspielungen zuhause, nämlich (alphabetisch): Valery Afanassiev: ECM Valery Afanassiev: Denon Clara Haskil: The50 (1951) Evgenyi Koroliov: Tacet Sviatoslav Richter: PreiserRecords (1957) Sviatoslav Richter: BrilliantClassics (1961) Artur Schnabel: History (1939) Andreas Staier: Teldec
Afanassiev, Denon, fällt mE hinter seine Einspielung der vorletzten Sonate(n) deutlich zurück.
Afanassievs ECM-Aufnahme betreffend, stimme ich sogar einmal restlos mit J.Kaiser überein, der sie über alle Maße rühmt.
Clara Haskils Aufnahme scheint mir deshalb so besonders (und dokumentarisch wertvoll), weil sie diese ganz überzeugend eher klassisch-ausgeglichen, fast heiter, angeht, anstatt die heute übliche Düsterheit zu interpretieren. (Kennt ihr sonst noch jemanden, der dies so ungewöhnlich spielt?)
Evgenyi Koroliov ist meine Lieblingsaufnahme, weil er schafft, die Sonate in einen gleichmäßigen Fluss zu bringen, der ihr fast psychedelischen Charakter verleiht.
Richters Dokument des Kriegs-Ende-Jubiläums-Konzert von 1957 ist ganz etwas besonderes, weil er dort mit so ungewöhnlich starken Temposchwankungen und Rubati arbeitet, wie es für ihn ungewöhnlich ist. Die Spannung im Saal – Richter wollte eigentlich auf keinen Fall zu diesem Anlass konzertieren - ist förmlich zu spüren (politisch genial und musikalisch grandios auch die Koppelung: Liszt: Harmonies poetiques et religieuses: Nr. 4 Pensées des morts. Zudem die sonst nie zu hörenden Fugen op. 72 von Schumann).
Richters 61er ist nur so wie man es von ihm erwarten kann: übliche höchste Güte.
Auf Schnabels Schubert kann ich persönlich verzichten – anders also als auf seinen Beethoven.
Andreas Staier hat ein ganz wunderbar klingendes Hammerklavier-Instrument! Ich habe bislang keine Aufnahme auf alten Instrumenten gehört, die mir besser gefallen hätte: ganz gut – mehr aber auch nicht.
Außerdem hätte ich noch gerne jene von Maria Yudina und von Mitsku Uchida.
Welche sollte ich mir sonst noch unbedingt anhören?
Rachmaninov (17.06.2006, 11:00): Original von ab du/ihr kenn(s)t doch sicherlich auch die völlig andere, früher entstandene Aufnahme bei ECM, die im Konzert in Lockenhausen entstanden ist.
@ab,
wenn ich mich nicht irre sind doch beide Aufnahmen identisch, oder?
Die mit dem schwarzen Cover ist doch ebenfalls ein Mitschnitt von Lockenhaus July 1985!
ab (17.06.2006, 11:55): Original von Rachmaninov wenn ich mich nicht irre sind doch beide Aufnahmen identisch, oder? Die mit dem schwarzen Cover ist doch ebenfalls ein Mitschnitt von Lockenhaus July 1985!
Ja beim ersten Cover handelt es sich um die erste Ausgabe - die schwrze scheint die aktuelle bei ECM zu sein. Mich interessiert, wie diese unterschiedlich zu charakterisieren ist zu jener späteren von Denon:
Rachmaninov (17.06.2006, 20:40): @ab,
üblicherweise ziehe ich die ECM Aufnahme eher aus dem Regal als die Denon Aufnahme. Vermutlich da ich die Spannung der Live-Aufnahme vorziehe!
Sobald ich die Zeit habe beide Aufnahmen nochmals intensiv zu hören werde ich mich um eine Charakterisierung bemühen...... :hello
ab (11.07.2007, 16:59): Weil in letzter Zeit einige die D.960er Sonate wiederholt und intensiv gehört haben.
Inzwischen sind zu meinen genannten 9 noch zwei weitere hinzugekommen:
Berman klingt mir zu sehr nach Liszt, außerdem kommt sie mir unausgegoren vor mit vielen (ungewollten) Brüchen.
Sokolov hält mit feinen agogischen Schwankungen im Bann und schafft es, trotz feinster Binnengestaltung, einen Zusammenhang herzustellen. Etliche Phrasierungen finde ich sehr ungewöhnlich und fesselnd. Spannung erzeugt er durch verhaltenes Zügeln des musikalischen Flusses. Ich kenne sie noch nicht so gut, meine aber, dass dies ein ganz großer Einspielung sein dürfte, auch wenn sie wohl bei vielen den Geschmack verfehlen dürfte.
Amadé (12.07.2007, 14:57): @ Rachmaninov und ab
Vielleicht kann ich da etwas zur Klärung beitragen. Das blaue Cover gehört zur ECM Ausgabe, ein Mitschnitt vom Lockenhaus Festival 1985, ich besitze diese CD. Das dunkle Cover müsste man dann der Denon-Produktion zuorden, die mir noch fehlt. Bei den Denon-CDs handelt es sich um Studio-Produktionen, in meiner Sammlung befindet sich die Aufnahme der G-dur Sonate D.894, aufgnommen 1992, sie dauert gerade mal 49', Kuerti schafft es mit 40', Sokolov braucht 39'.
Gruß Amadé
Rachmaninov (12.07.2007, 15:59): Original von Rachmaninov Original von ab du/ihr kenn(s)t doch sicherlich auch die völlig andere, früher entstandene Aufnahme bei ECM, die im Konzert in Lockenhausen entstanden ist.
@ab,
wenn ich mich nicht irre sind doch beide Aufnahmen identisch, oder?
Die mit dem schwarzen Cover ist doch ebenfalls ein Mitschnitt von Lockenhaus July 1985!
Also, das sind beides ECM Aufnahmen. Soweit ich weiss anderes Cover, gleicher Mitschnitt.
ab (12.07.2007, 16:08): Original von Rachmaninov Also, das sind beides ECM Aufnahmen. Soweit ich weiss anderes Cover, gleicher Mitschnitt.
defninitiv: Digital Aufnahme aus Lockenhaus vom Juli 1985.
daniel5993 (19.07.2007, 19:17): Hallo!
Frage: Möchte mir die ein oder andere Box zulegen! Gern würd ich wissen, was ihr "vielleicht" dazu zu sagen habt. Ich meine natürlich, was Ihr zu dieser Interpretation zu sagen habt?
http://i2.ebayimg.com/05/i/000/aa/f6/bc50_1_b.JPG
Gruß Daniel :beer
ab (20.07.2007, 10:14): Ingrid Haebler, die Österreichische Pianistin. Schülerin von N. Magaloff und M. Long war insbesondere Mozart-Interpretin mit nuancenreichem Ton. 1954 Preisträgerin beim ARD-Wettbewerb in München und beim Schubert-Wettbewerb in Genf. Sie wird also auch wohl schön Schubert gespielt haben müssen...
Jeremias (25.07.2007, 13:09): Die Aufnahme ist sicherlich sehr zu empfehlen! Ingrid Haebler kenne ich als eine große Mozart-Interpretin, da wird es mit Schubert sicherlich genauso sein!
ab (22.10.2007, 10:11): Da kommt die Neueinspielung durch Stadtfeld nicht gerade gut weg, gelinde gesagt
daniel5993 (26.01.2008, 23:28): Mit dieser Sonate beschäftige ich mich seit einiger Zeit, D.960. Eine sehr tiefgehende Sonate.
Brendel schätze ich bei dieser Sonate sehr, ... und Kempff. Und Pollini? Na. ja ?(. Nicht so sehr! Bei dem hab ich so das Gefühl, dass er nicht mit dem nötigen ernst spielt, irgendwie spielt er so eigenwillig, oberflächlich. Das aber nur bei so mancher Sonate von Beethoven, Schubert, bei den Klavierkonzert hab ich ein viel besseres Bild von Ihm.
Bei Brendel kann ich mich nicht satthören, nicht sattsehen :engel
Franz Schubert, Klaviersonate D.960, 1988
Franz Schubert - Piano Sonata D. 960 part 1-1 Franz Schubert - Piano Sonata D. 960 part 1-2 Franz Schubert - Piano Sonata D. 960 part 2 Franz Schubert - Piano Sonata D. 960 part 3 Franz Schubert - Piano Sonata D. 960 part 4
Ich gehe davon aus, dass diese (Video-) Aufnahme mit der Liveaufnahme oben identisch ist, beide aus dem Jahr 1988. _________________________________________________________________________
Alfred Brendel spielt diese letzte Schubert Sonate, ob die Aufnahme von 1971 oder die von 1988, energisch und entschlossen, robust, voranstrebend. Insgesamt ist Brendel weit schneller als Kempff. __________________________________________________________________________
Wilhelm Kempff spielt die Sonate (von 1967) eher sanft, ausschweifend, Fantasievoll. Im Gegensatz zum Alfred, spielt er weit langsamer. __________________________________________________________________________
Zu Maurizio Pollini hab ich mich oben ja schon geäußert, irgendwie springt der Funke nicht über. ___________________________________________________________________________
Alfred Brendel höre ich bei Schuberts D.960 am Liebsten, da er direkt und ohne Wurtselei spielt. Dicht gefolgt von Wilhelm Kempff, welcher sehr überlegt und Fanasievoll spielt. Bei Pollinis werd ich noch mal zu einer anderen Zeit reinhören, vielleicht kann ich mir ja dann ein bessere Bild von machen.
Amadé (27.01.2008, 12:09): Hallo Daniel,
auch wenn der Klang der 30er Jahre für junge Menschen oft nicht akzeptabel ist, solltest Du auch mal Schnabel hören. Ohren gewöhnen sich, trotz gegenteiliger Aussagen, schnell an neue akustische Gegebenheiten. Schnabel könnte auch Für Dich ein Gewinn sein!
Es muss nicht diese Gesamtaufnahme der Schubert-Werke, die Schnabel eingespielt hat sein. Du musst mal ein bisschen nach der Einzel-CD suchen, warten lohnt sich.
Grüße Bernd :hello
daniel5993 (27.01.2008, 12:15): Original von Amadé Hallo Daniel,
auch wenn der Klang der 30er Jahre für junge Menschen oft nicht akzeptabel ist, solltest Du auch mal Schnabel hören. Ohren gewöhnen sich, trotz gegenteiliger Aussagen, schnell an neue akustische Gegebenheiten. Schnabel könnte auch Für Dich ein Gewinn sein!
Es muss nicht diese Gesamtaufnahme der Schubert-Werke, die Schnabel eingespielt hat sein. Du musst mal ein bisschen nach der Einzel-CD suchen, warten lohnt sich.
Grüße Bernd :hello
Hallo Amade,
Danke! Schnabel habe ich bei den Sonaten Beethovens auf meiner Liste. Ich schau mich mal nach Schubert-Schnabel um!
Gruß Daniel
Rachmaninov (28.01.2008, 06:58): Original von daniel5993 Und Pollini? Na. ja ?(. Nicht so sehr! Bei dem hab ich so das Gefühl, dass er nicht mit dem nötigen ernst spielt, irgendwie spielt er so eigenwillig, oberflächlich. Das aber nur bei so mancher Sonate von Beethoven, Schubert, bei den Klavierkonzert hab ich ein viel besseres Bild von Ihm.
@Daniel,
man kann ja Pollini bei den Sonaten nicht unbedingt mögen, aber Pollini spielt keine Werke oberflächlich!! Er gehört sicherlich zu den Pianisten, die sich sehr intensiv mit einem Werk beschäftigen, teils Jahre bevor er sie spielt. Daher spielt er vieles gar nicht erst ein bzw. spielt sie nicht bei Auftritten.
Du magst es eigenwillig finden, aber ich glaube Dich irritiert wohl eher sein hochdifferenzierter Anschlag im Vergleich zu Brendels breitem Klangbild der Gefühlsduseligkeit.
daniel5993 (28.01.2008, 07:55): Original von Rachmaninov Original von daniel5993 Und Pollini? Na. ja ?(. Nicht so sehr! Bei dem hab ich so das Gefühl, dass er nicht mit dem nötigen ernst spielt, irgendwie spielt er so eigenwillig, oberflächlich. Das aber nur bei so mancher Sonate von Beethoven, Schubert, bei den Klavierkonzert hab ich ein viel besseres Bild von Ihm.
@Daniel,
man kann ja Pollini bei den Sonaten nicht unbedingt mögen, aber Pollini spielt keine Werke oberflächlich!! Er gehört sicherlich zu den Pianisten, die sich sehr intensiv mit einem Werk beschäftigen, teils Jahre bevor er sie spielt. Daher spielt er vieles gar nicht erst ein bzw. spielt sie nicht bei Auftritten.
Du magst es eigenwillig finden, aber ich glaube Dich irritiert wohl eher sein hochdifferenzierter Anschlag im Vergleich zu Brendels breitem Klangbild der Gefühlsduseligkeit.
Ich höre eine ganz andere Art des Spielen bei Pollini, bisher aber nur im Fachbereich Klaviersonaten, mit welcher ich nicht klar komme.
Jeremias (26.03.2006, 12:59): Nachdem Rachmaninov und ich uns gerade schon ein paar PN zu den letzten 3 Schubert-Sonaten geschickt haben, eröffne ich hiermit die Diskussion. Was machen diese Sonaten so einzigartig? Welche Aufnahmen bevorzugt Ihr?
Rachmaninov (26.03.2006, 13:07): @Jeremias,
schön das Du mit diesen Sonaten einen Thread startest!
Wenn Du die letzten Schubert Sonaten ansprichts gehe ich zunächst einmal davon aus, daß Du die letzten drei Sonaten, also D958, D959 und D960, meinst!
Was die Sonaten für mich zu etwas ganz besonderm macht ist etwas was ich als "emotionale Bandbreit" bezeichnen würde. Ein Spiegelbild einen Gefühlswelt, die ich durchaus beim hören der Sonaten für mich begreifen und nachempfinden kann.
Auch wenn ich bereits weiß, das Du Afanassiev eher etwas kritisch siehst, möchte ich auf seine Denon Aufnahme der letzten drei Sonaten hinweisen, die übrigens erneut veröffentlicht wurde, sowie der Lockenhaus-Aufnahme bei ECM der D960.
Aber es gibt viele hoch interessante Aufnahmen ......
Rolf Scheiwiller (26.03.2006, 13:30): Bei mir im Regal sind Einspielungen der folgenden Pianisten.
M. Pollini
A. Schiff
M. Dalberto (DENON)
Gruss R.
Walter (26.03.2006, 14:41): Für mich wird in diesen Sonaten die emotionale Situation, in der sich Schubert befand, ohne jegliche Manieriertheit deutlich. Durch die Syphilis gezeichnet scheint er seine Lebenseindrücke in der Musik aufzuzeichnen. Stärkste Gefühle die er aufschrieb und die mich jetzt zutiefst bewegen.
Daher sind für mich die ausdrucksstarken Interpretationen von Afanassiev das Maß der Klänge. Obwohl ich noch Aufnahmen von Kronenberg, Pollini, Sofronitsky, Perahia, Leonskaja, Lupu, Korstik und Horrowitz kenne, beeindruckt mich dieser Gefühlszauberer am meisten.
Für den ersten Satz der Sonate B-Dur D960 nimmt er sich 28 Minuten Zeit - ohne dass ich auch nur eine Sekunde als überzogen empfinde.
Schlagt mich dafür - aber für die Interpretation reichen keine 20 Punkte!
Walter
josquin (26.03.2006, 16:19): Hallo Walter, ja genau das ist es. Es sind die ganz seltenen Werke, bei denen man spürt daß der Künstler sein Innenleben mit Musik als Sprache, eins zu eins, vermitteln kann. Deshalb möchte ich hier auch eine CD empfehlen, bei der der Interpret mit ähnlichem Schicksal konfrontiert war. Naher Tod und Abschied. Die Aufnahme entstand während seines Kampfes gegen eine heimtückische Krebserkrankung. Es schien zu diesem Zeitpunkt so, als könne er sie noch besiegen, was er auch dem Energiegewinn bei der Auseinandersetzung mit dieser letzten Schubertsonate zu verdanken glaubte. Sie ist für mich die ergreifendste Aufnahme dieses Werkes. Daß sie auf einem Hammerflügel gespielt wird, vergessen selbst Gegner dieses Klanges nach ein paar Minuten. Der Klang ist unglaublich schön. Als ich im Booklet las, daß er die Krankheit wohl besiegt hatte, freute ich mich einen Pianisten meiner Generation gefunden zu haben, der einen noch Jahrzehnte begleiten könnte. Es folgten noch zwei großartige Aufnahmen auf einem Konzertflügel, u.a. eine grandiose Darstellung der "Bilder einer Ausstellung".
Das Leben ist unbarmherzig!!!!!!!!!!!!!!!!! Letztes Jahr ist er gestorben!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
die Lahusen Aufnahme emfpinde ich durchaus auch als eine Bereicherung meiner Sammlung was die D960 angeht. Dein Statement bzgl. des Klavierklanges ist zwar richtig, baer so ganz vergessen kann man es dann doch nicht. Das moderne Klavier ist dann doch noch klangschöner! :wink Die Interpretation an sich gefällt mir aber richtig gut.
josquin (26.03.2006, 18:12): Schön, daß es Dir auch gefällt! Hör Dir mal das erste Stück der CD an. Nach ca. 3 Minuten im wunderschönen Mittelteil, dort wird der Klang durch ein Register verändert, IMO. Gänsehautstelle!
Gruß Norbert
Cosima (26.03.2006, 19:16): Hallo allerseits,
nur mal eine kleine Zwischenfrage: Möchte hier wirklich niemand Richter nennen? Kann doch nicht sein, nicht wahr? Oder wollt Ihr mir nur den Vortritt lassen, weil ich ihn sowieso ins Spiel bringen werde? :D
Ich höre gerade D960 aus der Brillant-Box (1961). Die ist doch gigantisch! Die Komposition gehört für mich zu den schönsten der Klavierliteratur, unheimlich ergreifend, ein gigantisches Meisterwerk von Schubert.
Gruß, Cosima
josquin (26.03.2006, 19:25): Hallo Cosima, natürlich auch Richter. Ich hatte den doch irgendwo im Forum schon genannt! Die berühmte Aufnahme von 1972! :down :down Auf dem modernen Klavier, Richter :beer
Gruß Norbert
Cosima (26.03.2006, 20:13): Original von josquin Die berühmte Aufnahme von 1972! Auf dem modernen Klavier, Richter
Hallo Norbert, hallo allerseits,
das klingt, ab ob Richter ansonsten auf einem Hammerklavier spielte. :D
Die 1972er Aufnahme finde ich auch gut, tendiere aber eher zu der älteren Aufnahme. Die Regis-Ausgabe ist aber auch mit einer tollen D958 gekoppelt.
Ich fand seinerzeit eine Rezension der Aufnahmen auf der Brillant-Box, die ich so schön finde, dass ich sie zitieren möchte:
„Ein Sieg des Willens
Was kann unser Ohr und Herz wirklich erschüttern? Gewiss diese pianistische Weltraumexpedition. Ein Tastengigant unternimmt sie, der seine Darstellung weit emportreibt in die turmhohen Verwerfungen und ins jenseitige Leuchten später Beethoven- und Schubertsonaten oder auch der h-Moll-Sonate Franz Liszts. Der aus der Ukraine stammende Sviatoslav Richter (1915-97) kannte keine Grenzen des Repertoires und schon gar nicht der Gestaltungskraft.
Hier wird sie dankenswerterweise wieder greifbar und begreifbar: in Moskauer Konzertmitschnitten der Jahre 1961-78. Auch durch das enge, mulmige Klangbild hindurch dringt diese Demonstration einer transzendentalen, von Wucht wie Zartheit regierten Klavieraktion. Die Kopfsätze in Schuberts B-Dur- und G-Dur-Sonaten D 960 und D 894 dehnt Richter ins schier Uferlose aus - auf mehr als 24 bzw. 26 Minuten. Aber nur, um die Elementarkraft des schlichten Satzbaus durch paradiesisches Ausschweifen und beklemmendes Stocken noch zu steigern. Wo wäre heute der Pianist, der so viel Willensleistung ins Spiel bringt wie Sviatoslav Richter!“
(Quelle: S. Weyh , HNA, 15.08.2005)
Schön, nicht wahr? Richter forever! :down
Gruß, Cosima :)
Walter (26.03.2006, 21:08): Original von josquin
Das Leben ist unbarmherzig!!!!!!!!!!!!!!!!! Letztes Jahr ist er gestorben!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Gruß Norbert
Nikolaus Lahusen +
Hallo Norbert - ich höre gerade Lahusen Die Geschichte um diese Aufnahme war mir aber unbekannt. Ich sollte doch mehr lesen!
Eine wunderschöne Aufnahme!
josquin (26.03.2006, 21:19): Walter Danke!
Höre Dir unbedingt das erste Stück von den D946 auf der Cd ganz an. Der langsame Mittelteil :I
Aber nur wenn Du in Stimmung bist.
Gruß Norbert
Ganong (27.03.2006, 15:54): Liebe Forumsmitglieder , auf die letzte Sonate werde ich gesondert und ausführlicher eingehen . In Kürze : D 958 : Schnabel D 959 : Brendel D 960 : gleichrangig : Clifford Curzon und S Richter ( Begründung folgt ) . Viele Grüsse , Ganong
Rachmaninov (29.03.2006, 10:11): Heute morgen habe ich mir auf dem Weg zur Arbeit nochmal Schuberts D958 angehört (Pianist in diesem Fall war Pollini) Diese Sonate ist einfach großartig und ich "liebe" sie eifnach. Besonders dieser letzte Satz der Sonate sprudelt vor Ideen, Einfällen und bleibt immer spannend. Das ist Musik!!!!!! :down :down
Rachmaninov (03.04.2006, 16:04): @Jeremias,
Du hast den Thread eröffnet aber Dich selber noch nicht zu der Faszination der Sonaten geäußert bzw. Aufnahmen genannt die Dir am Herzen liegen :I
martin (17.04.2006, 17:42): Ich lese diesen Thread mit Interesse. Ich muß sagen, ich habe halt vor einiger Zeit einen Großteil der Schubertsonaten aus meiner Brilliantbox gehört und obwohl da sicher auch ein paar ganz nette Einspielungen darunter sind, möchte ich da wirklich auch noch mal etwas anderes hören. Insbesondere halt bei den letzten Sonaten, wo gerade die D960 keinen starken Eindruck bei mir hinterlassen hatte. Da muß noch mal etwas anderes her.
D958 ist natürlich toll!
Gruß Martin
Jascha Horenstein (17.04.2006, 17:52): Eine außergewöhnliche Aufnahme der letzten Schubert Sonaten gibt es von Radu Lupu. Erst die letzten Tage entdeckt. DECCA bietet eine erstaunlich günstige 4 CD-Box. Hier heißt es dringendst zugreifen.
Cosima (17.04.2006, 18:09): Original von Jascha Horenstein Eine außergewöhnliche Aufnahme der letzten Schubert Sonaten gibt es von Radu Lupu. Erst die letzten Tage entdeckt. DECCA bietet eine erstaunlich günstige 4 CD-Box. Hier heißt es dringendst zugreifen.
Hallo Jascha,
ich kann mir nicht so recht vorstellen, dass Lupu die Schubert-Sonaten liegen. Ich habe Schuberts Impromptus mit Lupu aus 1982. Die sind zwar m.E. umwerfend, weil sie Lupus sanfter, ruhiger, poetischer Spielweise entgegenkommen. Aber die Sonaten brauchen doch etwas mehr Ausdruckskraft für meinen Geschmack. Aber vielleicht bezeichnest Du Lupus Interpretationen ja gerade deshalb als außergewöhnlich, weil sie eben eine andere Sichtweise aufzeigen? ?(
der Eindruck ist noch ein sehr frischer. Ich höre noch genauer hin und werde dir dann das für mich Außergewöhnliche in Lupus Schubert beschreiben.
Grüße Jascha
Rachmaninov (17.04.2006, 18:46): @Jascha,
aus meiner Erinnerung heraus muß ich Dir zustimmen. Werde mir dazu bei geeigneter Stimmung die D958 Aufnahme Lupu's nochmal anhören.
Gruß R
Ganong (18.04.2006, 17:36): Liebe Cosima , lieber Jascha und lieber Richard , zu den grossen Ereignissen geört sicherlich der Londoner Schubert -Zyklus ab 1970 . Ein teil davon ist wohl noch bei Decca erhältlich . Lupus Spiel verkörpert die absolute Verfeinerung der Poesie . Er gastiert am 9. Mai in Düsseldorf mit einem reinen Schumann-Programm ( unter anderem "meiner" fis-Moll-Sonate ! 9 . Lupu spielt eben fast alles ganz nach innen . Die sit sicherlich nicht jedermanns Geschmack . Aber wundervolles Klavierspiel mit einer kaum ereichten Poesie ist es schon . Werde über den Abedn berichten . Grüsse, Frank
M. Perahia's Aufnahme der letzten drei Sonaten überzeugt mich nicht.
Mir ist Perahia's Spiel für diese tiefgründige Musik einfach zu technisch und oberflächlich und "passt" IMO nicht zu den Sonaten.
Dabei möchte ich betonen, daß ich die Sonaten in dieser Aufnahme kennenlernte und "eigentlich" so etwas ein wenig den Geschmack prägen kann. :P
Rachmaninov (27.04.2006, 19:37): Original von Jascha Horenstein Eine außergewöhnliche Aufnahme der letzten Schubert Sonaten gibt es von Radu Lupu. Erst die letzten Tage entdeckt. DECCA bietet eine erstaunlich günstige 4 CD-Box. Hier heißt es dringendst zugreifen.
@Jascha,
vor einigen Tagen hatte ich mir Schuberts D959 mit Lupu angehört und konnte meine positive Erinnerung an seine Interpretation bestätigt finden.
Das ich weiß das Walter die Box besitzt werde ich sie mir ausleihen und berichten. :)
Rachmaninov (28.04.2006, 12:19): Original von Ganong PS: Dank für Deinen Hinweis zu Kogan !
der stammt aber ursprünglich von Zelenka :hello
Jascha Horenstein (01.06.2006, 21:35): Mir ist heute eine Platte von Garrick Ohlsson aufgefallen mit der D.850. Kennt jemand diese Aufnahme und kann sich dazu äußern. Ich schätze Ohlssons Chopin-Spiel sehr.
ab (16.06.2006, 21:50): Original von Walter Daher sind für mich die ausdrucksstarken Interpretationen von Afanassiev das Maß der Klänge.
Für den ersten Satz der Sonate B-Dur D960 nimmt er sich 28 Minuten Zeit - ohne dass ich auch nur eine Sekunde als überzogen empfinde.
Schlagt mich dafür - aber für die Interpretation reichen keine 20 Punkte
Hallo Walter, hallo Rach.,
du/ihr kenn(s)t doch sicherlich auch die völlig andere, früher entstandene Aufnahme bei ECM, die im Konzert in Lockenhausen entstanden ist.
Wieviele Punkte gibst Du/Ihr denn der? Wie, würdest Du/Ihr sagen, unterscheiden sich diese beiden so völlig unterschiedlichen Interpretationen?
Weil ich beide Aufnahmen habe, wäre mir an Deiner/eurer Charakterisierung gelegen. Danke!
ab (16.06.2006, 22:36): Von Schuberts letzter Sonate habe ich 9 Einspielungen zuhause, nämlich (alphabetisch): Valery Afanassiev: ECM Valery Afanassiev: Denon Clara Haskil: The50 (1951) Evgenyi Koroliov: Tacet Sviatoslav Richter: PreiserRecords (1957) Sviatoslav Richter: BrilliantClassics (1961) Artur Schnabel: History (1939) Andreas Staier: Teldec
Afanassiev, Denon, fällt mE hinter seine Einspielung der vorletzten Sonate(n) deutlich zurück.
Afanassievs ECM-Aufnahme betreffend, stimme ich sogar einmal restlos mit J.Kaiser überein, der sie über alle Maße rühmt.
Clara Haskils Aufnahme scheint mir deshalb so besonders (und dokumentarisch wertvoll), weil sie diese ganz überzeugend eher klassisch-ausgeglichen, fast heiter, angeht, anstatt die heute übliche Düsterheit zu interpretieren. (Kennt ihr sonst noch jemanden, der dies so ungewöhnlich spielt?)
Evgenyi Koroliov ist meine Lieblingsaufnahme, weil er schafft, die Sonate in einen gleichmäßigen Fluss zu bringen, der ihr fast psychedelischen Charakter verleiht.
Richters Dokument des Kriegs-Ende-Jubiläums-Konzert von 1957 ist ganz etwas besonderes, weil er dort mit so ungewöhnlich starken Temposchwankungen und Rubati arbeitet, wie es für ihn ungewöhnlich ist. Die Spannung im Saal – Richter wollte eigentlich auf keinen Fall zu diesem Anlass konzertieren - ist förmlich zu spüren (politisch genial und musikalisch grandios auch die Koppelung: Liszt: Harmonies poetiques et religieuses: Nr. 4 Pensées des morts. Zudem die sonst nie zu hörenden Fugen op. 72 von Schumann).
Richters 61er ist nur so wie man es von ihm erwarten kann: übliche höchste Güte.
Auf Schnabels Schubert kann ich persönlich verzichten – anders also als auf seinen Beethoven.
Andreas Staier hat ein ganz wunderbar klingendes Hammerklavier-Instrument! Ich habe bislang keine Aufnahme auf alten Instrumenten gehört, die mir besser gefallen hätte: ganz gut – mehr aber auch nicht.
Außerdem hätte ich noch gerne jene von Maria Yudina und von Mitsku Uchida.
Welche sollte ich mir sonst noch unbedingt anhören?
Rachmaninov (17.06.2006, 11:00): Original von ab du/ihr kenn(s)t doch sicherlich auch die völlig andere, früher entstandene Aufnahme bei ECM, die im Konzert in Lockenhausen entstanden ist.
@ab,
wenn ich mich nicht irre sind doch beide Aufnahmen identisch, oder?
Die mit dem schwarzen Cover ist doch ebenfalls ein Mitschnitt von Lockenhaus July 1985!
ab (17.06.2006, 11:55): Original von Rachmaninov wenn ich mich nicht irre sind doch beide Aufnahmen identisch, oder? Die mit dem schwarzen Cover ist doch ebenfalls ein Mitschnitt von Lockenhaus July 1985!
Ja beim ersten Cover handelt es sich um die erste Ausgabe - die schwrze scheint die aktuelle bei ECM zu sein. Mich interessiert, wie diese unterschiedlich zu charakterisieren ist zu jener späteren von Denon:
Rachmaninov (17.06.2006, 20:40): @ab,
üblicherweise ziehe ich die ECM Aufnahme eher aus dem Regal als die Denon Aufnahme. Vermutlich da ich die Spannung der Live-Aufnahme vorziehe!
Sobald ich die Zeit habe beide Aufnahmen nochmals intensiv zu hören werde ich mich um eine Charakterisierung bemühen...... :hello
ab (11.07.2007, 16:59): Weil in letzter Zeit einige die D.960er Sonate wiederholt und intensiv gehört haben.
Inzwischen sind zu meinen genannten 9 noch zwei weitere hinzugekommen:
Berman klingt mir zu sehr nach Liszt, außerdem kommt sie mir unausgegoren vor mit vielen (ungewollten) Brüchen.
Sokolov hält mit feinen agogischen Schwankungen im Bann und schafft es, trotz feinster Binnengestaltung, einen Zusammenhang herzustellen. Etliche Phrasierungen finde ich sehr ungewöhnlich und fesselnd. Spannung erzeugt er durch verhaltenes Zügeln des musikalischen Flusses. Ich kenne sie noch nicht so gut, meine aber, dass dies ein ganz großer Einspielung sein dürfte, auch wenn sie wohl bei vielen den Geschmack verfehlen dürfte.
Amadé (12.07.2007, 14:57): @ Rachmaninov und ab
Vielleicht kann ich da etwas zur Klärung beitragen. Das blaue Cover gehört zur ECM Ausgabe, ein Mitschnitt vom Lockenhaus Festival 1985, ich besitze diese CD. Das dunkle Cover müsste man dann der Denon-Produktion zuorden, die mir noch fehlt. Bei den Denon-CDs handelt es sich um Studio-Produktionen, in meiner Sammlung befindet sich die Aufnahme der G-dur Sonate D.894, aufgnommen 1992, sie dauert gerade mal 49', Kuerti schafft es mit 40', Sokolov braucht 39'.
Gruß Amadé
Rachmaninov (12.07.2007, 15:59): Original von Rachmaninov Original von ab du/ihr kenn(s)t doch sicherlich auch die völlig andere, früher entstandene Aufnahme bei ECM, die im Konzert in Lockenhausen entstanden ist.
@ab,
wenn ich mich nicht irre sind doch beide Aufnahmen identisch, oder?
Die mit dem schwarzen Cover ist doch ebenfalls ein Mitschnitt von Lockenhaus July 1985!
Also, das sind beides ECM Aufnahmen. Soweit ich weiss anderes Cover, gleicher Mitschnitt.
ab (12.07.2007, 16:08): Original von Rachmaninov Also, das sind beides ECM Aufnahmen. Soweit ich weiss anderes Cover, gleicher Mitschnitt.
defninitiv: Digital Aufnahme aus Lockenhaus vom Juli 1985.
daniel5993 (19.07.2007, 19:17): Hallo!
Frage: Möchte mir die ein oder andere Box zulegen! Gern würd ich wissen, was ihr "vielleicht" dazu zu sagen habt. Ich meine natürlich, was Ihr zu dieser Interpretation zu sagen habt?
http://i2.ebayimg.com/05/i/000/aa/f6/bc50_1_b.JPG
Gruß Daniel :beer
ab (20.07.2007, 10:14): Ingrid Haebler, die Österreichische Pianistin. Schülerin von N. Magaloff und M. Long war insbesondere Mozart-Interpretin mit nuancenreichem Ton. 1954 Preisträgerin beim ARD-Wettbewerb in München und beim Schubert-Wettbewerb in Genf. Sie wird also auch wohl schön Schubert gespielt haben müssen...
Jeremias (25.07.2007, 13:09): Die Aufnahme ist sicherlich sehr zu empfehlen! Ingrid Haebler kenne ich als eine große Mozart-Interpretin, da wird es mit Schubert sicherlich genauso sein!
ab (22.10.2007, 10:11): Da kommt die Neueinspielung durch Stadtfeld nicht gerade gut weg, gelinde gesagt
daniel5993 (26.01.2008, 23:28): Mit dieser Sonate beschäftige ich mich seit einiger Zeit, D.960. Eine sehr tiefgehende Sonate.
Brendel schätze ich bei dieser Sonate sehr, ... und Kempff. Und Pollini? Na. ja ?(. Nicht so sehr! Bei dem hab ich so das Gefühl, dass er nicht mit dem nötigen ernst spielt, irgendwie spielt er so eigenwillig, oberflächlich. Das aber nur bei so mancher Sonate von Beethoven, Schubert, bei den Klavierkonzert hab ich ein viel besseres Bild von Ihm.
Bei Brendel kann ich mich nicht satthören, nicht sattsehen :engel
Franz Schubert, Klaviersonate D.960, 1988
Franz Schubert - Piano Sonata D. 960 part 1-1 Franz Schubert - Piano Sonata D. 960 part 1-2 Franz Schubert - Piano Sonata D. 960 part 2 Franz Schubert - Piano Sonata D. 960 part 3 Franz Schubert - Piano Sonata D. 960 part 4
Ich gehe davon aus, dass diese (Video-) Aufnahme mit der Liveaufnahme oben identisch ist, beide aus dem Jahr 1988. _________________________________________________________________________
Alfred Brendel spielt diese letzte Schubert Sonate, ob die Aufnahme von 1971 oder die von 1988, energisch und entschlossen, robust, voranstrebend. Insgesamt ist Brendel weit schneller als Kempff. __________________________________________________________________________
Wilhelm Kempff spielt die Sonate (von 1967) eher sanft, ausschweifend, Fantasievoll. Im Gegensatz zum Alfred, spielt er weit langsamer. __________________________________________________________________________
Zu Maurizio Pollini hab ich mich oben ja schon geäußert, irgendwie springt der Funke nicht über. ___________________________________________________________________________
Alfred Brendel höre ich bei Schuberts D.960 am Liebsten, da er direkt und ohne Wurtselei spielt. Dicht gefolgt von Wilhelm Kempff, welcher sehr überlegt und Fanasievoll spielt. Bei Pollinis werd ich noch mal zu einer anderen Zeit reinhören, vielleicht kann ich mir ja dann ein bessere Bild von machen.
Amadé (27.01.2008, 12:09): Hallo Daniel,
auch wenn der Klang der 30er Jahre für junge Menschen oft nicht akzeptabel ist, solltest Du auch mal Schnabel hören. Ohren gewöhnen sich, trotz gegenteiliger Aussagen, schnell an neue akustische Gegebenheiten. Schnabel könnte auch Für Dich ein Gewinn sein!
Es muss nicht diese Gesamtaufnahme der Schubert-Werke, die Schnabel eingespielt hat sein. Du musst mal ein bisschen nach der Einzel-CD suchen, warten lohnt sich.
Grüße Bernd :hello
daniel5993 (27.01.2008, 12:15): Original von Amadé Hallo Daniel,
auch wenn der Klang der 30er Jahre für junge Menschen oft nicht akzeptabel ist, solltest Du auch mal Schnabel hören. Ohren gewöhnen sich, trotz gegenteiliger Aussagen, schnell an neue akustische Gegebenheiten. Schnabel könnte auch Für Dich ein Gewinn sein!
Es muss nicht diese Gesamtaufnahme der Schubert-Werke, die Schnabel eingespielt hat sein. Du musst mal ein bisschen nach der Einzel-CD suchen, warten lohnt sich.
Grüße Bernd :hello
Hallo Amade,
Danke! Schnabel habe ich bei den Sonaten Beethovens auf meiner Liste. Ich schau mich mal nach Schubert-Schnabel um!
Gruß Daniel
Rachmaninov (28.01.2008, 06:58): Original von daniel5993 Und Pollini? Na. ja ?(. Nicht so sehr! Bei dem hab ich so das Gefühl, dass er nicht mit dem nötigen ernst spielt, irgendwie spielt er so eigenwillig, oberflächlich. Das aber nur bei so mancher Sonate von Beethoven, Schubert, bei den Klavierkonzert hab ich ein viel besseres Bild von Ihm.
@Daniel,
man kann ja Pollini bei den Sonaten nicht unbedingt mögen, aber Pollini spielt keine Werke oberflächlich!! Er gehört sicherlich zu den Pianisten, die sich sehr intensiv mit einem Werk beschäftigen, teils Jahre bevor er sie spielt. Daher spielt er vieles gar nicht erst ein bzw. spielt sie nicht bei Auftritten.
Du magst es eigenwillig finden, aber ich glaube Dich irritiert wohl eher sein hochdifferenzierter Anschlag im Vergleich zu Brendels breitem Klangbild der Gefühlsduseligkeit.
daniel5993 (28.01.2008, 07:55): Original von Rachmaninov Original von daniel5993 Und Pollini? Na. ja ?(. Nicht so sehr! Bei dem hab ich so das Gefühl, dass er nicht mit dem nötigen ernst spielt, irgendwie spielt er so eigenwillig, oberflächlich. Das aber nur bei so mancher Sonate von Beethoven, Schubert, bei den Klavierkonzert hab ich ein viel besseres Bild von Ihm.
@Daniel,
man kann ja Pollini bei den Sonaten nicht unbedingt mögen, aber Pollini spielt keine Werke oberflächlich!! Er gehört sicherlich zu den Pianisten, die sich sehr intensiv mit einem Werk beschäftigen, teils Jahre bevor er sie spielt. Daher spielt er vieles gar nicht erst ein bzw. spielt sie nicht bei Auftritten.
Du magst es eigenwillig finden, aber ich glaube Dich irritiert wohl eher sein hochdifferenzierter Anschlag im Vergleich zu Brendels breitem Klangbild der Gefühlsduseligkeit.
Ich höre eine ganz andere Art des Spielen bei Pollini, bisher aber nur im Fachbereich Klaviersonaten, mit welcher ich nicht klar komme.
Cetay (inaktiv) (25.02.2008, 09:04): Wenn ich nichts übersehen habe, dann sind weder hier noch in den vielen Seitendiskussionen zu den Schubert-Sonaten in anderen Fäden die Aufnahmen mit Leif Ove Andsnes angesprochen worden. Liegt es daran, dass sie nicht erwähnenswert erscheinen? Die Kritiker sind sich uneins. Während die Eine seine Einspielung von D960 für belanglos hält, sieht der Andere sie in der allobersten Liga neben Fleisher, Curzon, Goode und Richter. Die Sonaten, die bisher nur einzeln in Kombination mit Liedern (gesungen von Ian Bostridge (Tenor)) erhältlich waren, gibt es jetzt zusammen auf einer Doppel-CD.
D850, 958-960
Da ich mich mit Klaviermusik nicht auskenne und sie nicht zu meinen favorisierten Gattungen gehört, muss ich mich bei der Beurteilung auf meine Befindlichkeit beim Hören beschränken und technisch-interpretatorische Fragen außen vor lassen. Klaviermusik will "erarbeitet" werden, deswegen sollte mir der Interpret entgegen kommen, indem er sein Spiel abwechslungsreich gestaltet, Spannung vermittelt, emotional berührt und die formalen Zusammenhänge klar herausarbeitet. Und hier macht Andsnes IMO alles richtig. Deshalb: :times10
Rachmaninov (25.02.2008, 09:36): Original von Dox Orkh Wenn ich nichts übersehen habe, dann sind weder hier noch in den vielen Seitendiskussionen zu den Schubert-Sonaten in anderen Fäden die Aufnahmen mit Leif Ove Andsnes angesprochen worden. Liegt es daran, dass sie nicht erwähnenswert erscheinen?
Dox,
die Andsnes Schubert Aufnahmen kaufte ich mir bisher nicht, da sie immer mit den Liedern veröffentlicht wurden. Für mich eine Kombination, der ich mich verweigert habe :D
Die Aufnahme werde ich mir sicherlich kaufen und erst dann werde ich wissen ob sie lohnenswert sind, aus meiner Sicht, oder nicht... :wink
ab (25.02.2008, 10:47): Habe im aktuellen Harmonia Mundi Magazin (kann man sich übrigens mit kurzer Mitteilung kostenlos über magazin.de@harmoniamundi.com zuschicken lassen) gesehen, dass erstmals die Einspielung der 960er durch Leon Fleisher bei united archives (URA 021 (P01)) auf CD aufgelegt wurde, gepaart mit dem Ländler D750.
http://www.crotchet.co.uk/images/UAR021.jpg
Wer kennt diese?
Zelenka (25.02.2008, 13:12): Original von ab Habe im aktuellen Harmonia Mundi Magazin (kann man sich übrigens mit kurzer Mitteilung kostenlos über magazin.de@harmoniamundi.com zuschicken lassen) gesehen, dass erstmals die Einspielung der 960er durch Leon Fleisher bei united archives (URA 021 (P01)) auf CD aufgelegt wurde, gepaart mit dem Ländler D750.
http://www.crotchet.co.uk/images/UAR021.jpg
Wer kennt diese?
Ich z.B.! Bei der abgebildeten CD handelt es sich um Fleishers erste D 960-Einspielung von 1956 (Mono), 2004 hat er die Sonate noch einmal aufgenommen, dieses Mal inclusive der Wiederholung der Exposition (Vanguard). Im übrigen sind sich die beiden Fassungen in ihrer gewissen Nüchternheit nicht ganz unähnlich, insgesamt ist er 2004 etwas langsamer geworden. Durchaus empfehlenswert!
Gruß, Zelenka
ab (17.03.2008, 11:29): Es scheint eine Neuaufnahme der letzten Schubertsonate zu geben (bei Clavier), nämlich von Gerrit Zitterbart, die hier wohlwollend rezensiert wird.
http://www.klassik-heute.de/covers/9/18732g.jpg
ab (17.03.2008, 11:31): Original von Zelenka Original von ab Habe im aktuellen Harmonia Mundi Magazin (kann man sich übrigens mit kurzer Mitteilung kostenlos über magazin.de@harmoniamundi.com zuschicken lassen) gesehen, dass erstmals die Einspielung der 960er durch Leon Fleisher bei united archives (URA 021 (P01)) auf CD aufgelegt wurde, gepaart mit dem Ländler D750.
http://www.crotchet.co.uk/images/UAR021.jpg
Wer kennt diese?
Ich z.B.! Bei der abgebildeten CD handelt es sich um Fleishers erste D 960-Einspielung von 1956 (Mono), 2004 hat er die Sonate noch einmal aufgenommen, dieses Mal inclusive der Wiederholung der Exposition (Vanguard). Im übrigen sind sich die beiden Fassungen in ihrer gewissen Nüchternheit nicht ganz unähnlich, insgesamt ist er 2004 etwas langsamer geworden. Durchaus empfehlenswert!
Gruß, Zelenka
Ähnlich wird dies hier eingeschätzt.
Amadé (17.03.2008, 12:33): Hallo ab,
diese CD kenne ich noch nicht. Ich besitze jedoch eine Vergänger-Aufnahme, die live in der Frankfurter Festeburg-Kirche 1997 auf einem Bösendorfer-Imperial eingespielt wurde und beim selben kleinen aber feinen Göttinger Label gutingi veröffentlicht wurde. Die CD ist empfehlenswert.
Der Pianist des Abegg-Trios tritt schon seit Jahren auch als Solist in Erscheinung, in letzter Zeit auch mit Hammerflügel. Da gibt es eine sehr gute Mozart-CD, die ich Dir wärmstens empfehlen kann!
ab (17.03.2008, 13:08): Gerrit Zitterbart erzählt und spielt auch auf verschiedenen Tasteninstrumenten beim Label Ohrwurm für Aufnahmen für Kinder. Siehe dazu auch hier.
Rachmaninov (10.04.2008, 18:55): Original von Dox Orkh Wenn ich nichts übersehen habe, dann sind weder hier noch in den vielen Seitendiskussionen zu den Schubert-Sonaten in anderen Fäden die Aufnahmen mit Leif Ove Andsnes angesprochen worden. Liegt es daran, dass sie nicht erwähnenswert erscheinen? Die Kritiker sind sich uneins. Während die Eine seine Einspielung von D960 für belanglos hält, sieht der Andere sie in der allobersten Liga neben Fleisher, Curzon, Goode und Richter. Die Sonaten, die bisher nur einzeln in Kombination mit Liedern (gesungen von Ian Bostridge (Tenor)) erhältlich waren, gibt es jetzt zusammen auf einer Doppel-CD.
D850, 958-960
Da ich mich mit Klaviermusik nicht auskenne und sie nicht zu meinen favorisierten Gattungen gehört, muss ich mich bei der Beurteilung auf meine Befindlichkeit beim Hören beschränken und technisch-interpretatorische Fragen außen vor lassen. Klaviermusik will "erarbeitet" werden, deswegen sollte mir der Interpret entgegen kommen, indem er sein Spiel abwechslungsreich gestaltet, Spannung vermittelt, emotional berührt und die formalen Zusammenhänge klar herausarbeitet. Und hier macht Andsnes IMO alles richtig. Deshalb: :times10
@Dox,
die Aufnahme kaufte ich mir auch, jetzt, da sie nicht mehr mit den Liedern gekoppelt waren, auch. Andsnes schätzte ich bisher als guten Pianisten, aber so das richtige "Aha-Erlebnis" hatte ich mit ihm nicht. Dementsprechend skeptisch war ich schon, aber die drei letzten Schubert Sonaten reizen mich einfach doch sehr.
Die Aufnahmen der letzten drei Sonaten hörte ich mittlerweile und ich muss sagen, daß ich diesen Kauf ganz sicher nicht bereuhe.
Es gibt wahrscheinlich nicht die ultimative rund um glücklich machende Aufnahme aller drei Sonaten. Afanassiev hat seinen Reiz, aber auch extreme Gegensätze wie Pollini. Andsnes ist jedenfalls hier überzeugend, ausdrucksstark ohne extreme "Verklärung". Das mögen manche oberflächlich nennen, mir gefällt es. Also Zustimmung meinerseits.
Guter Kauf :times10
nikolaus (13.04.2008, 22:45): Original von Rachmaninov
Die Aufnahmen der letzten drei Sonaten hörte ich mittlerweile und ich muss sagen, daß ich diesen Kauf ganz sicher nicht bereuhe.
Es gibt wahrscheinlich nicht die ultimative rund um glücklich machende Aufnahme aller drei Sonaten. Afanassiev hat seinen Reiz, aber auch extreme Gegensätze wie Pollini. Andsnes ist jedenfalls hier überzeugend, ausdrucksstark ohne extreme "Verklärung". Das mögen manche oberflächlich nennen, mir gefällt es. Also Zustimmung meinerseits.
Guter Kauf :times10
Dito!
Nikolaus.
Cosima (14.04.2008, 16:24): Original von Amadé ... kleinen aber feinen Göttinger Label gutingi ...
Ich wusste bis heute gar nicht, dass es so etwas hier gibt. Hier weitere Informationen auf der Homepage, falls es jemanden interessiert:
http://charisma-cd.de/
Gruß, Cosima
Gamaheh (14.04.2008, 17:11): Original von Cosima Original von Amadé ... kleinen aber feinen Göttinger Label gutingi ...
Ich wusste bis heute gar nicht, dass es so etwas hier gibt. Hier weitere Informationen auf der Homepage, falls es jemanden interessiert:
http://charisma-cd.de/
Gruß, Cosima
"Gutingi" ist die älteste Form des Städtenamens "Göttingen", und Gutingi, Charisma, Clavier sind - soviel ich weiß - alles irgendwie Labels von Gerrit Zitterbart.
Grüße, Gamaheh
Cosima (14.04.2008, 20:37): Original von Gamaheh "Gutingi" ist die älteste Form des Städtenamens "Göttingen"...
Ja, das war mir schon klar. Ich wusste jedoch nicht, dass es ein gleichnamiges Label gibt. Gerrit Zitterbart ist schon häufiger in Göttingen aufgetreten. Nun erkenne ich den Zusammenhang...
Gruß, Cosima
Amadé (14.04.2008, 21:29): Und wohnt in Göttingen.
Gruß Amadé
Zelenka (16.05.2008, 12:50): Dringlich sei auf Amadés wertvolle und noch ganz frische Übersicht zu D 959 hingewiesen! :down :down :down
Gruß, Zelenka
HenningKolf (16.05.2008, 13:21): Original von Zelenka Dringlich sei auf Amadés wertvolle und noch ganz frische Übersicht zu D 959 hingewiesen! :down :down :down
Gruß, Zelenka
gefrorene Musik ... der Begriff hat mir sehr gut gefallen und ich kann mir gut vorstellen was mich erwarten würde (in Kenntnis des WTK von Afanassiew)
Gruß Henning
ab (02.07.2008, 11:34): Original von Dox Orkh Wenn ich nichts übersehen habe, dann sind weder hier noch in den vielen Seitendiskussionen zu den Schubert-Sonaten in anderen Fäden die Aufnahmen mit Leif Ove Andsnes angesprochen worden. Liegt es daran, dass sie nicht erwähnenswert erscheinen? Die Kritiker sind sich uneins. Während die Eine seine Einspielung von D960 für belanglos hält, sieht der Andere sie in der allobersten Liga neben Fleisher, Curzon, Goode und Richter.
Eine Mischung, wenn auch eher zu ersterem zu neigen, findet sich neuerings hier.
Zu Felix Stefans Rezension ließe sich das eine oder andere sagen (ist D 959 sonnig?, ist die Aufnahme der Sonate von Lewis eine Referenzaufnahme?), aber es ist mir heute zu warm.
Gruß, Zelenka
Dr. Schön (25.07.2008, 14:29): Ich mag bei Schubert die Einspielungen von Rudolf Serkin ganz besonders. Weil er die monströse Archiktrktur (gerade bei der letzten) so wunderbar anschaulich und wunderbar phrasiert herausarbeitet. Ich finde die Anspannung und Konzentration bei seinem Vortrag sehr fesselnd.
Ansonsten schätze ich diverse Einspielungen von Swjatislow Richter am meisten.
Schnabel höre ich oft sehr gerne.
Curzon finde ich immer etwas sentimental. Es ist ihm immer auch zu wichtig ein bestimmtes Schubertbild oder bestimmte Schubertemotionen mitzuvermitteln.
Brendel fand ich schnell uninteressant.
Unmöglich war für mich Radu Lupu. Fand ich sehr manieriert. Klangzaubereien ohne innere Spannung.
Zelenka (25.07.2008, 17:25): Original von Dr. Schön Ich mag bei Schubert die Einspielungen von Rudolf Serkin ganz besonders. Weil er die monströse Archiktrktur (gerade bei der letzten) so wunderbar anschaulich und wunderbar phrasiert herausarbeitet. Ich finde die Anspannung und Konzentration bei seinem Vortrag sehr fesselnd.
Ansonsten schätze ich diverse Einspielungen von Swjatislow Richter am meisten.
Schnabel höre ich oft sehr gerne.
Curzon finde ich immer etwas sentimental. Es ist ihm immer auch zu wichtig ein bestimmtes Schubertbild oder bestimmte Schubertemotionen mitzuvermitteln.
Brendel fand ich schnell uninteressant.
Unmöglich war für mich Radu Lupu. Fand ich sehr manieriert. Klangzaubereien ohne innere Spannung.
Lieber Herr Dr. Schön:
Besten Dank für Deine Höreindrücke! Im Falle von Lupu und Curzon sind wir unterschiedlicher Meinung. Und zu beachten ist natürlich, daß nicht alle Genannten alle drei letzten Sonaten eingespielt haben: Curzon ist nur mit D 960 vertreten, Richter nur mit D 958 und 960, Schnabel nur mit D 959 und D 960, Serkin praktisch ditto. (Eine Version von 1928 war, wenn ich mich recht erinnere, auf Klavierrollen aufgenommen worden.)
Gruß, Zelenka
Cetay (inaktiv) (19.08.2008, 13:57): Ein Name, der hier noch überhaupt nicht gefallen ist, ist Michael Endres. Seine (fast) GA bei Capriccio wurde viel gelobt, z.B. hier und ist jetzt für ganze 11€ zu bekommen. Kennt das wer?
ab (19.08.2008, 14:28): Original von Dox Orkh Ein Name, der hier noch überhaupt nicht gefallen ist, ist Michael Endres. Seine (fast) GA bei Capriccio wurde viel gelobt, z.B. hier und ist jetzt für ganze 11€ zu bekommen. Kennt das wer?
selbst dieser Preis motiviert mich nicht, zuzugreifen. Ich fand diese Einspielungen - ich kenne nur die letzten Sonaten und das auch nur aus der Zeit, als sie damals erstmalig erschienen ist - zu wenig farbilich interessant und schlicht etwas zu brav. Die Spannung aber kann er durchaus halten, so meine Erinnerung. Schlecht fand ich sie ganz und gar nicht.