Rachmaninov (02.04.2006, 13:59): Dimitri Schostakowitsch schrieb zwei Klavierkonzerte. Auch wenn das 2. Klavierkonzert im Schatten des ersten steht, ich mag und schätze beide Konzerte sehr. Insbesondere die langsamen Sätze zeichnen Schostakowitsch als Meister des Ausdrucks in seinen Werken aus. Diese emotionale Tiefe, die er in seinen Kompositionen zu ausdruck bringen kann, ist einfach sensationel.
Konzert für Klavier, Trompete und Streichorechster c-moll op.35
Das Konzert in c-moll wurde 1933 fertiggestellt. Einer Zeit, in der Schostakowitsch noch frei komponieren konnte. Auch wenn der Titel etwas "unklar" ist, so stellt es für mich ein Konzert für 2 Soloinstrumente dar. Zu bedeutet ist für mich die Trompete in diesem Werk. man höre nur alleine den Beginn des 2. Satzes, diese Streicher......himmlich. Der zweite Satz des viersätzigen Konzerts enthält für mich eine der Gänsehaut stellen überhaupt!
Konzert für Klavier F-Dur op.102
Das Konzert widmete Schostakowitsch seinem Sohn Maxim und es wurde daher oft als "leicht" abgetan. Maxim führte das Konzert am 10.Mai 1957 (seinem 19. Geburtstag) zum Abschluß seiner Ausbildung an der Zentralen Musikschule auf.
Mittlwerweile besitze ich zahlreiche Aufnahmen der Konzerte: Argerich (nur #1), Leonskana, Uhlig, Ogdon (#2), Andsnes (#1) und natürlich Hamelin.
Wie gefallen euch diese Konzerte? Schätzt ihr sie ebenso hoch ein wie ich?
Das fröhliche, witzige Klavierkonzert mit Trompete kenne ich als einziges. Das ist ein Schostakovich der anderen Art !
Hab 2 Aufnahmen davon. Weiss momentan nicht welche.
Gruss.
Rolf.
Rachmaninov (03.04.2006, 17:49): Mit Sicherheit gehöre ich nicht zu den allergrößten Bewunderern von M.A. Hamelin. Zu oft empfinde ich dafür seine Aufnahmen, bei zugegebenermaßen aller technischen Fähigkeiten, asl zu "unmusikalisch" und "unterkühlt".
Seine Aufnahme der Schostakovitsch Klavierkonzerte für Hyperion ist aber mit Sicherheit eine der Top Aufnahmen, die es zu kaufen gibt. Anfangs hatte ich einige "Schwierigkeiten" mit der Aufnahme. Jedoch ist sich sicherlich eine der beste überhaupt.
Interpretation: :times10 Klang: :times10
Als Bonus gibt es noch das 2. Klavierkonzert von Rodion Shchedrin
Jeremias (03.04.2006, 23:11): Diese CD können Siamak und ich auch nur empehlen. Das 1. Konzert gibt es zudem auch mit der Argerich.,... genial!
nikolaus (04.04.2006, 12:49): Die Argerich ist sowieso genial!!
Nikolaus
korngold (04.04.2006, 15:21): Meine Lieblingsaufnahmen der Schostakowitsch-Konzerte sind und bleiben diejenigen mit dem amerikanischen Pianisten Eugene List und dem Moskauer RSO unter Maxim Schostakowitsch von 1975.
List hält wohl auch posthum noch den Rekord an Aufführungen des 1.Konzertes.
Es gab diese Aufnahmen(Orginal Melodija/CBS) preisgünstig auf CD bei RCA, aber sie sind schon lange gestrichen.
Im zweiten Konzert gibt es natürlich diesen wunderbaren langsamen Satz, aber trotzdem ist für mich die Substanz leider für einen Komponisten wie Schostakowitsch enttäuschend. Es war wohl tatsächlich nur komponiert worden, um den eigenen Sohn ein wenig zu "ärgern", jedenfalls sind diese ganzen Klavierläufe im ersten und letztem Satz Zitate aus u.a. der Hanon-Klavierschule, die Maxim büffeln mußte und dann in diesem Konzert wiederfand.
Beste Grüße,
AcomA (04.04.2006, 17:37): hallo,
erstmalig hörte ich das konzert für klavier, obligate trompete und orchester (1. klavierkonzert) von schostakowitsch in einem live-rundfunkmitschnitt vom prager frühling (ich glaube so 1982) im radio. es spielte der prokofieff-spezialist vladimir krainjev mit den moskauer virtuosen. ich war sofort von diesem stück begeistert, man wird ständig auf's glatteis geführt ! :leb
irgendwann hatte ich dieses konzert dann mit kissin und den mosk. virtuosen als mc. eine gute aufnahme.
ich habe die hyperion-aufnahme mit hamelin und kann Sergejewitschs sowie Jeremias' urteil diesbezüglich nur bekräftigen. ich würde diese aufnahme sowohl für die beiden schostakowitsch als auch das 2. konzert von schtschedrin als referenz in punkto perfektion (interpretation, zusammenspiel mit dem orchester, aufnahmetechnik) bezeichnen. das einzige, was der hamelin-aufnahme fehlt, ist die spontaneität (studio-athmosphäre). und da kann ich den live-mitschnitt der DG mit martha argerich und dem heilbronner kammerorchester unter c. färber empfehlen. hier ist das 1. schostakowitsch-klavierkonzert mit dem 11. klavierkonzert von joseph haydn gekoppelt. die risikobereitschaft der pianistin ist staunenswert (wie immer bei martha !). :down
gruß, siamak :cool
korngold (04.04.2006, 18:02): Lieber siamak,
von Krainjew gibt es auch eine Einspielung des 1.Konzertes unter Maxim Schostakowitsch, wie die List-Aufnahme von 1975 und hierzulande bei der DGG auf Schallplatte herausgekommen. Und die suche ich dringend, nachdem ich im Internet Ausschnitte gehört habe, das war grandios :down
Kennst Du die Aufnahmen mit Schtschedrin selber als Solisten seiner Klavierkonzerte? Sicher, die Hamelin-Aufnahme ist natürlich nun "Referenz", aber Schtschedrin ist selber ein toller Pianist und die Aufnahmen mit ihm ganz hervorragend. Er ist nicht nur ein bemerkenswerter Komponist sondern war auch jahrelang der Liebhaber von Maria Schell :ignore
Da habe ich irgendwann einmal aus versehen das "Goldene Blatt"gelesen... :D
in der Aufnahme des ersten Klavierkonzerts mit M. Argerich habe ich das Werk auch kennengelernt. Risikobereitschaft und grandiose emotionale Tiefe sind für mich die Kennzeichen dieser Aufnahme. Grandios!
Natürlich ist das Werk voller "Anspielungen" wie z.B. aus der >Appassionata Sonate< von L.v.B.
korngold (04.04.2006, 19:00): Hallo, nicht zu vergessen die "Wut über den verlorenen Groschen" Vera.....am Schluß, welche leider gerne zu langsam genommen wird.
Die Aufnahme mit Argerich ist natürlich toll, aber ich für meinen Geschmack brauche einen größeren Streicherkörper, wenn möglich dann auch mit dem typisch schwarzen, voluminösen Sound der russischen Orchester. Meiner Meinung nach steht Eugene List, Gott habe ihn selig, überhaupt nicht zurück, was Risikobereitschaft und emotionale Tiefe angeht.
Alles gute,
AcomA (04.04.2006, 21:00): hallo Michael,
ich habe eine olympia-cd (über Jeremias besorgt) mit einigen werken f. klavier (u.a. sonate c-dur) von r. shchedrin in seiner eigenen interpretation. er ist ein sehr guter, etwas trockener pianist. nimmt sehr wenig pedal, sehr transparentes spiel.
gruß, siamak :)
Rachmaninov (14.04.2006, 15:46): Eine IMO sehr gute Aufnahmen, die zurecht auch im Harenberg genant wird, ist die Aufnahme von E. Leonskaja unter H. Wolff.
Die Aufnahme ist zwischenzeitlich auch über das Label Apex veröffentlicht wurden und stellt damit auch eine preisgünstige Alternative dar.
Leonskaja lotet die Rafinessen der Konzerte vorzüglich aus und wird von einem vorzüglichen packenden Saint Pauls Chamber Orchestra geleitet.
Interpretation: 9 Klang: 7-8
Mit auf der CD: DSCH Klaviersonate #2
nubar (18.04.2006, 22:39): Hallo,
von Schostakowitschs Klavierkonzerten besitze ich selbst nur eine Aufnahme. die des Komponisten am Klavier aus den 50ern in Mono. Ich hatte vor nicht alzu langer Zeit die Möglichkeit, in Hamelins Aufnahme hineinzuhören. Ich fand sie klanglich sehr gut, aber in der Interpretation schleppend und langweilig, was sich aber nach öfteren Hören sehr ins Positive verwandelte. Dieser Effekt hielt dann aber nur so lange an, bis ich wieder einmal Schostakowitsch höchstpersönlich hörte. Deshalb empfehle ich ausdrücklich dessen Einspielung, derzeit im Midprice-Segment bei der EMI zu haben.
MfG nubar
martin (18.04.2006, 23:20): Ich habe auf CD nur die Naxosaufnahmen. Dann aber hörte ich vor einiger Zeit im Radio die Hamelininterpretation vom 2. Klavierkonzert ( und schnitt mir das auch mit). Ich muß sagen, daß ich dabei vor allem den langsamen Satz dieses Konzerts dort soviel poetischer und schöner fand, wirklich wunderschön, daß ich in meine Naxosaufnahmen da nicht mehr rein hören möchte.
Gruß Martin
Rachmaninov (18.04.2006, 23:36): @nubar,
so unterschiedlich können Einschätzungen sein. Die Aufnhame von DSch selbst auf EMI hatte ich einst als Leihgabe und empfand sie als gehetzt, unsauber gespielt und recht unglücklich! IMO war DSch zu dieser Zeit nicht in bester Verfassung las Pianist.
Vielleicht sollte ich mir die Aufnahme nochmal ausleihen!
Rachmaninov (30.04.2006, 14:51): Gestern hörte ich mir nochmals die durchweg gute Aufnahme mit Florian Uhlig an. Er spielt einen guten Klavierpart kommt dabei IMO aber nur fast an die ganz großen Aufnahmen wie Hamelin, Argerich usw. ran.
Der Klang ist ordentlich, aber für meinen Geschmack etwas zu breit und "satt"!
Interessant an der CD ist die Bearbeitung für Klavier und Kammerorchester von Ilya Dimov des "Concertino für 2 Klaviere op-92"
Walter (10.09.2006, 11:44): gestern habe ich eine weitere Aufnahme der Klavierkonzerte genauer angehört:
eine Aufnahme die mich dadurch begeistert, dass das Klavier und die Trompete gleichberechtigt nebeneinander wirken. Nicht so emotional wie bei der Argerich sondern eher eine Zwiesprache der Instrumente auf intellektueller Ebene.
Auch die Aufnahmequalität stimmt - ein Höchstgenuss
AcomA (10.09.2006, 13:24): lieber Walter,
dein bild kann ich nicht sehen. um welche aufnahme handelt es sich denn ?
gruß, siamak :)
Walter (10.09.2006, 19:58): Hallo Siamak - schade, das Cover ist blau - EMI Classic for pleasure
SHOSTAKOVICH Piano Concertos 1 und 2 Assault On Beautiful Gorky
Alexeev,Jones ECO/ Maksymiuk (EMI)
:cool total russisch!
AcomA (10.09.2006, 22:26): lieber Walter,
dankeschön. dimitri alexeev ist bashkirov-schüler.
hat jemand schon erfahrung mit schostakowitschs 1. klavierkonzert in der aufnahme glemsers bei oehms gemacht ?
http://www.jpc.de/image/cover/front/0/5456601.jpg
gruß, siamak :)
Rachmaninov (11.09.2006, 08:02): Original von AcomA hat jemand schon erfahrung mit schostakowitschs 1. klavierkonzert in der aufnahme glemsers bei oehms gemacht ?
Siamak,
leider nein!
Die Glemser Aufnahme hatte ich mir nach einer nicht so positiven Besprechung nicht gekauft. Derzeit besitze ich bereits reichlich Aufnahmen des Konzerts und daher habe ich zunächst davon Abstand genommen.
ab (11.09.2006, 13:49): bis auf das "öftere Hören", könnte ich dies alles geschrieben haben: Hört den Komponisten selbst!
Rachmaninov (11.09.2006, 19:57): Original von ab bis auf das "öftere Hören", könnte ich dies alles geschrieben haben: Hört den Komponisten selbst!
@ab,
hier bin ich eher der gegenteiligen Meinung! IMO ist die Einspielung von Schostakowitsch eher schwach soweit ich es recht in Erinnerung habe. Soweit ich mich erinnere eine wilde Raserei bei der er nicht mehr über alle technischen Mittelverfügte.
Werde die Aufnahme bald nochmals hören!
Walter (12.09.2006, 07:50): @ Rachmaninov @ ab
ich kann R hier nur vollständig unterstützen - die Aufnahme mit Shostakovich am Klavier kann IMO in keiner Weise mit den genannten Alternativen mithalten.
AcomA (19.09.2006, 20:54): liebe Schostakowitsch-freunde, insbesondere Sergejewitsch,
http://www.jpc.de/image/cover/front/0/5456601.jpg
schostakowitsch
klavierkonzert nr.1 c-moll streichquartett nr. 8 c-moll (bearbeitung für streichorchester durch r. baumgartner)
bernd glemser, piano, reinhold friedrich, trompete, festival strings lucerne unter achim fiedler
Oehms classics, DDD
eine hervorragende und abwechslungsreiche produktion. hier soll auf das konzert eingegangen werden. ich vergleiche mal mit hamelins aufnahme. der erste unterschied ergibt sich beim orchester. die festival strings lucerne spielen viel akzentuierter und trockener, ja konturierter als als das weiche BBC-orchester ! Glemser passt sich diesem duktus an. rein pianistisch tuen sich beide nicht viel bis gar nichts. glemser spielt russischer. das zeigt sich vor allem in der phrasierung im allegro moderato und lento. bernd glemser singt sonorer. und das, obwohl er im zweiten satz über 1 minute schneller ist. ich will also nicht sagen, dass einer besser ist als der andere. die glemser-aufnahme ist eine sehr gute alternative. außerdem das erste präludium aus den 24 präludien und fugen im original mit glemser und in bearbeitung mit streichorch..
interpretation: 9/10 (IMO) klang: 8/10 (IMO)
gruß, siamak :engel
Jeremias (22.09.2006, 08:51): Dem muss ich ein wenig widersprechen. Ich habe die Aufnahme gestern auch erhalten. Gewiss, das Orchester hat einen etwas volleren, "satteren" Klang, aber ich finde, dass Glemser dafür für seine Verhältnisse och sehr zurückhaltend agiert. Es fehlt irgendwo das "Pfeffer" in seinem Spiel, das beispielsweise eine Argerich auszeichnet, das gewisse Risiko im Spiel. Und auch Hamelin ist dahingehend Glemser überlegen. Wer eher eine "ruhigere", geschlossenere Aufnahme sucht, der ist hiermit bestens bedient, ansonsten würde ich Argerich oder Hamelin vorziehen
Interpretation: 7,5/10 Klang: 8/10
Rachmaninov (12.01.2007, 17:02): Eben habe ich mir erneut die Aufnahme des Klavierkonzerts #1 mit Yefim Bronfman dem Los Angeles Philharmonic geleitet von Esa-Pekka Salonen gehört.
Also ich muß sagen eine klasse Aufnahme ohne jeden Zweifel. Bronfman und eine Partner an der Trompete spielen hier klasse auf. Voller Refinesse und mit einem irre guten Gefühl für die Intention Schostakowitsch's.
Absolut beeindruckend ist für mich hier die Leistung der Streicher unter der Leitung von Salonon. Eine derartig starke Leistung und Ausdrucktiefe und Präsenz der Streicherpartituer findet man recht selten bei diesem Konzert auf irgendeiner der mir bekannten Aufnahmen.
:down
Rachmaninov (16.02.2007, 06:58): Original von ab bis auf das "öftere Hören", könnte ich dies alles geschrieben haben: Hört den Komponisten selbst!
@ab,
gestern hörte ich mir nochmals die Aufnahme mit Dimitri am Klavier selbst an. Die mir in Erinnerung gebliebenen Eindrücke fand ich bestätigt.
http://www.jpc.de/image/cover/front/0/9634615.jpg
Schostakowitsch ist mir als Pianist im Anschlag einfach viel zu "eisern".
Dazu kommt das mich der erste Satz mehr an eine Hetzjagt erinnert als an ein Konzert. Natürlich muss man unterstellen das es seine eigenen Tempovorstellungen sind, aber stellenweise verwischt die Partitur des Klavierparts. Den zweiten Satz mag ich darüber hinaus viel emotionaler (z.B. Argerich).
So bleibt die Aufnahme für mich als Dokument interessant, aber es gibt IMO besser Aufnahmen des ersten Klavierkonzerts.
ab (21.02.2007, 17:45): Original von Rachmaninov Original von ab bis auf das "öftere Hören", könnte ich dies alles geschrieben haben: Hört den Komponisten selbst!
@ab,
gestern hörte ich mir nochmals die Aufnahme mit Dimitri am Klavier selbst an. Die mir in Erinnerung gebliebenen Eindrücke fand ich bestätigt.
http://www.jpc.de/image/cover/front/0/9634615.jpg
Schostakowitsch ist mir als Pianist im Anschlag einfach viel zu "eisern".
Ich meinte auch die Konzertmitschnitte (Russian Disc) von 1957 und 1958 unter Samuil Samosud bzw. Alexnader Gauk . Auf diesen soll er sogar noch schneller spielen als mit Cluytens. Die farblichen und manualen Probleme am Klavier werde dafür durch Ausdruck wettgemacht.
Rachmaninov (21.02.2007, 19:18): Original von ab Ich meinte auch die Konzertmitschnitte (Russian Disc) von 1957 und 1958 unter Samuil Samosud bzw. Alexnader Gauk . Auf diesen soll er sogar noch schneller spielen als mit Cluytens. Die farblichen und manualen Probleme am Klavier werde dafür durch Ausdruck wettgemacht.
Aus welchem Jahr ist die Aufnahme?
Ist ja wichtig wegen seine Probleme mit der Hand!
ab (21.02.2007, 20:34): Original von Rachmaninov Original von ab Ich meinte auch die Konzertmitschnitte (Russian Disc) von 1957 und 1958 unter Samuil Samosud bzw. Alexnader Gauk . Auf diesen soll er sogar noch schneller spielen als mit Cluytens. Die farblichen und manualen Probleme am Klavier werde dafür durch Ausdruck wettgemacht.
Aus welchem Jahr ist die Aufnahme?
Ist ja wichtig wegen seine Probleme mit der Hand!
Konzert Nr. 1 27.11.57 (Samosud) Konzert Nr. 2 1958 (Gauk) Beides aus dem großen Saal des Mokauer Konservatoriums. Russian Disc RD CD 15 005
teleton (10.10.2007, 07:51): Original von korngold Meine Lieblingsaufnahmen der Schostakowitsch-Konzerte sind und bleiben diejenigen mit dem amerikanischen Pianisten Eugene List und dem Moskauer RSO unter Maxim Schostakowitsch von 1975.
List hält wohl auch posthum noch den Rekord an Aufführungen des 1.Konzertes.
Es gab diese Aufnahmen(Orginal Melodija/CBS) preisgünstig auf CD bei RCA, aber sie sind schon lange gestrichen.
Im zweiten Konzert gibt es natürlich diesen wunderbaren langsamen Satz, aber trotzdem ist für mich die Substanz leider für einen Komponisten wie Schostakowitsch enttäuschend. Es war wohl tatsächlich nur komponiert worden, um den eigenen Sohn ein wenig zu "ärgern", jedenfalls sind diese ganzen Klavierläufe im ersten und letztem Satz Zitate aus u.a. der Hanon-Klavierschule, die Maxim büffeln mußte und dann in diesem Konzert wiederfand.
Beste Grüße,
Hallo Schostakowitsch-Freunde,
dem Beitrag von Korngold möchte ich mich voll und ganz anschließen. Die meisten Aufnahmen, die in diesem Thread genannt wurden kenne ich auch, viele habe ich wieder abgesetzt, weil sie nicht annähernd an Eugen List herankommen. Diese Aufnahme ist der Maßstab für alle anderen. :down Die Melodiya-Aufnahme mit Eugen List / Moskauer PH / Maxim Schostakowitsch hatte ich zuerst auf CD (CBS), dann auf CD seltsamerweise bei RCA. (Dort gekoppelt mit den Cellokonzerten.)
:) Eine weitere schöne, rundum zufriedenstellende und klassische Aufnahme ist diese mit Bernstein / Previn: Bernstein ist beim KK Nr.1 am Klavier, Previn beim KK Nr.2. Man merkt beiden den Spaß an dieser Musik an. Previn am Klavier gefällt mir besser als seine dirigate. http://ec1.images-amazon.com/images/I/41SXBB8A66L._AA240_.jpg Klavierkonzerte Nr.1(Bernstein) und 2(Previn) Cellokonzert Nr.1 (Rostropowitsch) New Yorker PH / Bernstein Philadelphia Orchestar / Ormandy (Cellokonzert) CBS, 1959/60, ADD
:)Von den neueren Aufnahmen, hier auf SACD, ist die von Rachmaninov schon genannte und abgebildete Hamelin-Aufnahme unschlagbar. :engel Ein ganz heißer Leckerbissen ist auf dieser CD auch das Schtschedrin Klavierkonzert Nr.2.
nikolaus (26.03.2008, 18:10): Ich habe heute das 1.KK im Vergleich gehört, und stelle mal wieder fest, dass ich das nicht besonders gut kann. Ich versuche trotzdem mal ein Resumée:
Gehörte Aufnahmen:
Dmitri Shostakovich, Ludovic Vaillant, Orchestre National de la Radiodiffusion Francaise, André Cluytens Martha Argerich, Guy Touvron, Würtembergisches Kammerorchester Heilbronn, Jörg Faerber Martha Argerich, Sergei Nakariakov, Orchestra della Svizzera Italiana, Alexander Vedernikov (live) Leif Ove Andsnes, Hakan Hardenberger, City of Birmingham Symphony Orchestra, Paavo Järvi Mikhail Rudy, Ole Edvard Antonsen, Berliner Philharmoniker, Mariss Jansons
Ein Überblick über die Zeiten der Sätze (I Allegro moderato, II Lento, III Moderato, IV Allegro con brio)
Shostakovich: I 6.02, II 7.46, III 1.46, IV 6.17 Argerich: I 6.05, II 8.23, III 1.43, IV 6.31 Argerich live: I 5.56, II 7.25, III 1.28, IV 6.49 Andsnes: I 5.59, II 7.30, III 1.29 IV 6.30 Rudy: I 5.58, II 8.29, III 1.41, IV 6.40
Die Aufnahme mit Rudy gefällt mir weniger gut: er produziert zwar im langsamen Satz sehr schöne Töne, spielt aber insgesamt zu glatt bisweilen schleppend. Der Streicherklang der Berliner ist natürlich wunderschön, aber eigentlich für dieses Konzert zu luxuriös, da dürfte es mehr Ecken u. Kanten geben; Trompeter gut. Andsnes hat mich positiv überrascht: sehr lebendig, klar und durchaus spannend; auch das Orchester unter Järvi kann mich überzeugen, sehr rhythmisch, exakt; Hardenberger mit wenigen Einschränkungen sehr gut. Argerichs neuere live-Aufnahme ist schon ein Knaller: sie stürzt sich mit vollem Risiko ins Geschehen, ein paar mal überschlägt sie sich fast; das mag für manche schon zuviel des Guten sein, ich mag so etwas, und dem Werk tut es durchaus gut; Nakariakov ist perfekt, auch das Orchester trifft den Charakter des Stücks. Argerichs erste Aufnahme unter Faerber ist dagegen sicher im Gesamteindruck stimmiger, runder und sehr faszinierend. Trompeter gut, Orchester solide (im besten Sinne). Argerich spielt im Vergleich zu Andsnes einfach leidenschaftlicher. Shostakovich selber läuft eher ausser Konkurrenz. Pianistisch sind die anderen sicher besser. Dennoch möchte ich diese Aufnahme nicht missen, denn man spürt doch eine gewisse "Authentizität"; mich berührt diese Aufnahme jedenfalls.
Noch ein Wort zum Klang: Argerichs live-Aufnahme bei EMI: sehr direkt bis hart, dagegen wirken alle anderen ein bisschen "wattiert".
Gruß, Nikolaus.
Walter (26.03.2008, 22:12): Hallo Nikolaus,
angeregt durch Deine Eindrücke (wie Du ja weißt geht fällt mir das auch richtig schwer) habe ich mir auch noch mal die KKs angehört. Du solltest Dir unbedingt noch die anhören:
Yefim Bronfman dem Los Angeles Philharmonic geleitet von Esa-Pekka Salonen
Richard hat die oben schon mal genannt. Ich war gerade wieder total begeistert - lebendig, dann wieder beklemmend und das ganze technisch perfekt. So muss Musik sein!
:hello
nikolaus (26.03.2008, 22:26): Original von Walter Hallo Nikolaus,
angeregt durch Deine Eindrücke (wie Du ja weißt geht fällt mir das auch richtig schwer) habe ich mir auch noch mal die KKs angehört. Du solltest Dir unbedingt noch die anhören:
Yefim Bronfman dem Los Angeles Philharmonic geleitet von Esa-Pekka Salonen
Richard hat die oben schon mal genannt. Ich war gerade wieder total begeistert - lebendig, dann wieder beklemmend und das ganze technisch perfekt. So muss Musik sein!
:hello
Hallo Walter!
Ich habe natürlich den Faden vor meinem Beitrag noch einmal gelesen und muss gestehen, dass ich doch neugierig geworden bin. Bronfman ist sicher auf meiner "to-do-Liste" für den nächste Flug ins All zum Stern mit den Ringen... :wink
Gruß, Nikolaus.
Heike (04.09.2008, 19:23): Ich habe es mir gerade mit einem Glas Rotwein gemütlich gemacht, eine Schostakowitsch-Biografie kurz angeblättert (kam heute an und wird demnächst begonnen) und habe eingelegt:
Nachdem mich ja vor Kurzem beim Radiohören das Cellokonzert Nr. 1 spontan so fasziniert hatte, musste ich unbedingt mehr wissen und hören von Schostakowitsch, den ich bisher kaum kenne. Das Klavierkonzert ist fast zu Ende und es gefällt mir ganz ausgezeichnet, es macht richtig Spaß es anzuhören, ich glaube, ich werde es gleich nochmal wiederholen!
Ich denke, das wird nicht meine letzte Anschaffung von diesem Komponisten sein Hebre
nikolaus (04.09.2008, 21:52): Das freut mich!
Nikolaus. :beer (bzw. Rotwein)
Rachmaninov (12.09.2008, 13:20): Gestern hörte ich aus dieser Box das 1. Klavierkonzert von Schostakowitsch.
Schade, schade, dass hier die Klangqualität der Aufnahme nicht mit der Leistung der Musiker, vor allem E. Kissin’s im Einklang ist. Die Huster und Publikumsgeräusche sind erträglich, aber die Aufnahme klingt doch einfach schrill und scharf an vielen Stellen. Aber was Kissin und Spivakov hier leisten ist klasse, eine richtig gute Aufnahme ist das von der künstlerischen Leistung her. Kissin spielt einen wirklich brillianten und ausdrucksstarken Part. Wie ich gesehen habe gibt es noch weitere Aufnahmen des Konzerts mit ihm. Da könnte ich mir doch glatt eine noch bestellen :P
Fast zeitgleich erschienen, fordern diese beiden Neueinspielungen geradezu einen Vergleich heraus.
Mir scheint die Herangehensweise grundsätzlich verschieden. Die Melnikov-Aufnahme betont das Extreme, Grelle, Karikierende, auch das Virtuose (und übertrifft dabei Shostakovichs eigene Aufnahme unter Cluytens bei weitem). Die Tempi sind zügig, das Orchester zieht dabei gut mit. Das Klavier steht dabei v.a. auch tontechnisch extrem im Vordergrund. Die Korobeinikov-Aufnahme ist bedächtiger, introvertierter, hier höre ich mehr das Dunkle, Abgündige. Der Klang ist runder, voller, wahrscheinlich auch wegen des grösseren Orchesters.
Über das Pianistische mag ich nicht urteilen. Beides sind hervorragende Pianisten, und ich kann die Begeisterung hier im Forum über Melnikov gut verstehen (die Schubert-Aufnahme mit Isabelle Faust ist wirklich grossartig).
Eine von beiden wollte ich unbedingt haben, und ich habe lange gezögert und im Laden beim Reinhören immer wieder einzelne Passagen verglichen. Entschieden habe ich mich dann für Korobeinikov. Das mag u.a. daran liegen, dass ich nicht unvoreingenommen war, da ich Korobeinikov Anfang des Jahres bei den Folles Journées de Nantes im Fernsehen mit dem 2. Klavierkonzert gehört und gesehen habe und absolut gefesselt war. Die Melnikov-Aufnahme ist fantastisch, perfekt (zu perfekt?), erscheint mir aber momentan irgendwie zu "aufdringlich".
Immer noch ein wenig zweifelnd über die Entscheidung, Nikolaus.
Heike (01.04.2012, 13:54): Ich kenne die CDs (noch) nicht, aber ich wundere mich, dass du die Aufnahme mit Melnoíkov als "aufdringlich" beschreibst. Mir ist er bisher eher mit subtilen und durchdachten Interpretationen aufgefallen. Nun hat Schostakowitsch natürlich (auch) was sehr grelles ... Ich habe die CD schon auf meiner Reinhör- Vormerk-Liste. Mal sehen, ob noch jemand anderes was dazu sagen kann. Heike
Jeremias (01.04.2012, 14:07): Ich habe heute früh die Aufnahme mit Florian Uhlig gehört.
Eine seiner ältern Aufnahmen, wobei er ja selber noch sehr jung ist. Vielleicht nicht so draufgängerisch wie Argericht oder waghalsig wie Hamelin (2.), aber unglaublich durchdacht, sehr subtil und ein schöner, warmer Klang. Auf jeden Fall eine Alternativ!
nikolaus (01.04.2012, 19:18): Original von Heike Ich kenne die CDs (noch) nicht, aber ich wundere mich, dass du die Aufnahme mit Melnoíkov als "aufdringlich" beschreibst. Mir ist er bisher eher mit subtilen und durchdachten Interpretationen aufgefallen. Nun hat Schostakowitsch natürlich (auch) was sehr grelles ... Ich habe die CD schon auf meiner Reinhör- Vormerk-Liste. Mal sehen, ob noch jemand anderes was dazu sagen kann. Heike
Hm, "aufdringlich" ist vielleicht nicht das richtige Wort, das habe ich schon befürchtet, aber mir fiel kein anderes ein. Zweiter Versuch: subtil und durchdacht ist seine Interpretation auf jeden Fall, das bestreite ich gar nicht. Seine Interpretation ist erstklassig, bis ins kleinste Detail ausgefeilt und über die Maßen differenziert. Mich als Zuhörer hat er damit fast schon überfordert, und das meine ich mit "aufdringlich". Das mag paradox klingen, denn was will man mehr als eine spannende Interpretation?!
Und dennoch, meinem Bauchgefühl hat Korobeinikov besser gefallen. Aber wer weiss, vielleicht gesellt sich Melnikov später noch zu Shostakovich, Argerich und Korobeinikov dazu...
Nikolaus ?(
Cantus Arcticus (03.04.2012, 11:17): Ich kenne zur Zeit diese Aufnahmen:
P.S.: Erstaunlich, diese Ähnlichkeit mit dem Vater/Grossvater :)
Rachmaninov (05.05.2012, 13:57):
Es ist selten, dass man ausgerechnet die Klavierkonzerte von Dmitri Schostakowitsch mit zwei unterschiedlichen, neuen Aufnahmen auf den Tisch bekommt. Und zudem noch mit so unterschiedlichen Pianisten wie Paul Gulda und Alexander Melnikov. Außerdem sind die Orchester wie das Mahler Chamber Orchestra mit überwiegend jungen Musikern und das Tschaikowsky Symphony Orchestra auch vollkommen unterschiedliche Klangkörper. Melnikov nimmt das Klavierkonzert Nr. 2 in verhaltenen Tempi in Angriff. Dabei kann er aber dennoch den Druck und die Agogik dieses Werks bestechend scharf konturieren, weiß die Kraft richtig einzusetzen, um die spielerische Vehemenz der beiden Ecksätze famos auszutarieren. Und ebenso agil zeigt sich auch das Mahler Chamber Orchestra. Dagegen drückt Gulda zwar auf die Tube, nimmt den ersten Satz weitaus druckvoller und virtuoset. Benötigt Melnikov 7’10’’, so benötigt Gulda nur 6’46’’. Aber Gulda überzieht das Tempo keineswegs, vielmehr ist er in den ausbruchartigen Passagen weitaus virtuoser, wobei das große russische Orchester ihm bestechend scharf zu folgen versteht. Ja, Gulda gestaltet weniger umsichtig, legt das Augenmerk deutlich auf das Virtuose, das Ungestüme. Dabei bleiben der Feinsinn, die witzigsarkastischen Momente etwas auf der Strecke. Beide Aufnahmen sind faszinierend, mit vollkommen anderen Ansätzen. Die Russen mit Gulda spielen die Klanggröße stärker aus, während die Transparenz bei Melnikov zählt. Was man nun bevorzugen mag, steht jedem frei. Betrachtet man das 1. Klavierkonzert mit der konzertierenden Trompete sind die Tempi durchaus ausgeglichen in den beiden Einspielungen. Aber auch hier ist Gulda der draufgängerische Spieler, während Melnikov agogisch und in Bezug auf die Phrasierung ein wenig stärker austariert und gestaltet. Fast hat man den Eindruck, als sei Guldas Einspielung eine live entstandene Aufnahme, was diesen Zugang erklären würde (was aber nicht stimmt). Insgesamt bevorzuge ich die Aufnahme von Melnikov, da hier eine Durchhörbarkeit zum Tragen kommt, die so bestechend ist, dass man Neues zu hören glaubt.
Quelle: Piano News - 03/2012 - C. Dürer
Heike (27.06.2012, 21:57): für die DSCH- Klavierkonzertfans ein Hinweis: im rbb Kulturradio am Sa. 30.6.12. ab 20.04 Uhr:
Mariss Jansons dirigiert die Berliner Philharmoniker Dmitrij Schostakowitsch: Konzert für Klavier, Trompete und Streicher Nr. 1 c-Moll, op. 35 Yefim Bronfman, Tamás Velenczei
(außerdem noch vorher: Joseph Haydn: Sinfonie Nr. 97 C-Dur Hob. I:97 nachher: Jean Sibelius: Sinfonie Nr. 2 D-Dur, op. 43)
Aufnahme vom 19.05.2005 in der Berliner Philharmonie