Douglas Moore The ballad of Baby Doe

Fairy Queen (25.02.2010, 18:10):
Kennt zufällig jemand die amerikanische Oper "The ballad of Baby Doe"? Sie ist von einem mir unbekannten Komponisten Douglas Moore und wurde 1956 uraufgeführt.
Beverly Sills hat später in der Titelrolle brilliert, ich habe bei youtube ein bisschen reingehört, sehr schöne Arien, die eine Mischnung aus Oper und amerikansicher Filmmusik sind. Mir ist eine Arie ins Haus geflattert, die ich daraus singen soll, daher die Entdeckung: "The letter scene". Da es ausserdem auch einen "Willow song" gibt, werde ich den Verdacht nciht los, dass da in allen Opernklischees geräubert wurde.
Briefszene, Weiden-Lied... Tatjana, Desdemona etc lassen grüssen.
Die Musik meiner Briefszene ist sehr schön gefällig- weiss jemand, wie das gesamte Werk ist?

F.Q.
Rideamus (25.02.2010, 19:05):
THE BALLAD OF BABY DOE war einmal eine Krücke (remember "Baby Doll"?) in einem alten Rätsel von mir aus einer früheren Zeit und einem verblassenden Forum, als ich nach Douglas Moores Folk Opera THE DEVIL AND DANIEL WEBSTER fragte. Vielleicht erinnerst Du Dich noch.

Die Gesamtaufnahme mit Beverly Sills und dem Ensemble der damaligen New York City Opera unter Emerson Buckley war vielleicht meine erste amerikanische Oper, und ich habe sie heute noch, leider nur auf LP und ewig nicht gehört.



Wenn meine verblasste Erinnerung nicht trügt, sind die Ausschnitte in YouTube durchaus repräsentativ für die postromantische Klangwelt dieser Oper, die ich als sehr gefällig, aber wenig markant in Erinnerung habe, etwa auf halbem Weg zwischen Menotti und Musical.

Letzteres überrascht auch deswegen weniger, weil der Librettist John Latouche zuvor auch für Harold Romes Sozialrevue PINS AND NEEDLES und Vernon Dukes CABIN IN THE SKY Songtexte geshrieben hat (z.B. das bekannte "Taking a Chance on Love"). Später bat ihn Leonard Bernstein, die Texte von CANDIDE zu überarbeiten, und er schrieb auch das Buch zu einem der besten unbekannten Musicals, Jerome Moross' THE GOLDEN APPLE.

THE BALLAD OF BABY DOE gehört zu den ganz wenigen amerikanischen Opern, die sich einen Platz im Repertoire erobern konnten - einen bescheidenen zwar, aber immerhin. Einen - technisch leider sehr schwachen - Eindruck von der Musik gibt dieser Clip mit Ruth Welting als Baby Doe. Sie singt da ebenfalls das Lied von der Weide (kein Vergleich natürlich mit OTELLO), allerdings eingebettet in das Finale des ersten Aktes: http://www.youtube.com/watch?v=ayIKypqyEiM&feature=related.

Die Oper ist ein fiktionales Portrait des amerikanischen Silbermagnaten Horace Tabor und seiner Beziehung zu Elizabeth "Baby Doe" McCourt, die er schließlich heiratete, und die vermutlich Jahre nach seinem Tod in einer Hütte nahe seiner ehemaligen Silbermine erfror (s. http://en.wikipedia.org/wiki/Horace_Tabor). Details (leider nur auf Englisch) erfährst Du hier: http://en.wikipedia.org/wiki/The_Ballad_of_Baby_Doe

:hello Rideamus
Fairy Queen (25.02.2010, 20:21):
Danke lieber Rideamus, mit dir als Kenner amerikanischer Musik habe ich natürlich gerechnet. Die Geschichte beruht also auf einer Biographie und die arme Baby Doe ist wirklich erforen?
Das ist ja schlimmer als Puccini!
Aber wenigstens authentisch..... :wink
F.Q.
Fairy Queen (27.02.2010, 18:46):
Lieber Rideamus, ich habe die oben von Dir vorgestellte Aufnahme ausgeliehen und bin gespannt!
F.Q.