Solitaire (22.04.2008, 17:21): Es gibt Geschichten und Schicksale, die sind tragischer als alles, was sich ein Komponist und sein Textdichter ausdenken könnten, denn diese Schicksale sind wahr, und ihre Protagonisten werden nach der Sterbeszene nicht strahlend vor den Vorhang treten, um den Jubel und die Blumen des Publikums entgegenzunehmen. Ein solches tragisches Schicksal ist das des Sängers Joseph Schmidt. Joseph Schmidt wurde am 4.März 1904 in Dawideny, (Bukowina) geboren. Bereits in seiner Kindheit sang er als Kantor in der Synagoge. Ab 1924 studierte er in Berlin Gesang. Er hatte eine der zu Herzen gehendsten Stimmen, die ich jemals gehört habe, eine vermutlich lyrische Stimme mit einer strahlenden Höhe, die er mit scheinbar müheloser Leichtigkeit erreichte (eine Leichtigkeit, um die so mancher Tenorstar unserer Tage ihn insgeheim wohl glühend beneiden wird), und in der immer, auch bei seinen heitersten Aufnahmen, ein undefinierbarer Hauch Melancholie liegt. In jenem Forum dessen Name nicht genannt werden darf hat jemand einmal geschrieben „ Joseph Schmidt rührt zutiefst“ . Joseph Schmidt war ein kleiner Mann: etwa 1,58 Meter groß. Unbegreiflicherweise verhinderte das eine Karriere auf der Opernbühne. Allerdings trat er 1939 in Belgien 24mal als Rodolfo in Puccinis „La Bohème“ auf. Diese Bühnenauftritte waren jedoch die Ausnahme obgleich jedermann von Schmidts Stimme hingerissen war. Joseph Schmidt konzentrierte sich stattdessen auf eine Karriere als Rundfunk- und Schallplattensänger und Schauspieler. Zwischen 1929 und 1933 war er der beliebteste deutsche Tenor. Joseph Schmidt gehört zu den ganz wenigen Sängern mit klassischer Ausbildung, die offenbar alles singen konnten: Operettenlieder, Schlager, große Opernarien, selbst eine Aufnahme von „Leise flehen meine Lieder“ habe ich im Netz gefunden. Ganz Deutschland kannte und liebte seine Aufnahmen. Joseph Schmidt verdiente gut mit seinen Plattenaufnahmen und seinen Filmen, er war in ganz Europa bekannt und beliebt. Dann kamen die Nazis. Am 20. Februar 1933 sang Joseph Schmidt zum letzten Mal im Rundfunk, eine Woche später wurde ihm der Zugang zum Gebäude verwehrt. Es begann eine beispiellose Hetzkampagne. Die Nazis konnten es nicht ertragen, daß mit Joseph Schmidt ein Jude der Deutschen liebster Sänger war und stempelten ihn mit retuschierten Fotos zum Verbrechertypen ab. Seine Schallplatten wurden nicht mehr gespielt. Im Mai 1933 hatte noch Schmids Film „Ein Lied geht um die Welt“ Premiere, im Dezember floh der Sänger aus Nazideutschland. Es folgte eine Jahre dauernde Hetzjagd durch ganz Europa. Zeitweise konzertierte er in den Niederlanden, in dieser Zeit entstand die herzzerreißende Aufnahme „Ik houk van Holland“ – Ich liebe Holland. Dennoch, zunächst konnte der Tenor seinem Beruf weiter nachgehen: er trat vor einer begeisterten Menge in Holland auf, er sang 1934 in Palästina, er gab 1937 ein umjubeltes Konzert in der Carnegie Hall und man fragt sich ,warum um Gottes Willen er nicht in Amerika geblieben ist. Aber Schmidts Familie, vor allem seine Mutter, an der er unendlich hing, war in Europa, und so ging Joseph Schmidt zurück nach Europa, wo er weiter Schallpatten aufnahm, Filme drehte, und sich in die Herzen eines ganzen Kontinents sang. 1939 überfiel Nazideutschland Polen und begann damit den 2. Weltkrieg und einen Eroberungsfeldzug ohne Beispiel. Wohin Joseph Schmidt auch floh, immer waren irgendwann die Nazis da. Joseph Schmidt war ja in Europa sehr bekannt, und nach wie vor waren Nazischergen fest entschlossen, diesen Mann, der in ganz Europa Triumphe gefeiert hatte, zu zerstören. 1942 versuchte er, in der Schweiz Asyl zu bekommen, sein Einreisantrag wurde jedoch abgelehnt. In seiner Verzweiflung wusste er sich schließlich keinen anderen Rat mehr, als illegal in de Schweiz zu reisen. Einige Tage lebte er versteckt in Zürich. Durch die Strapazen der letzten Jahre zu Tode erschöpft brach er jedoch schließlich auf der Straße zusammen und wurde in ein Internierungslager für Flüchtlinge gebracht. Dort hatte er ein Formular auszufüllen, auf dem er auch seinen Beruf angeben musste. „Anders denn als Sänger habe ich nie gearbeitet“ lautet der Eintrag auf dem erhalten gebliebenen Formular. Joseph Schmidt erkrankte an einer Halsentzündung und litt an Herzproblemen. Die Halsentzündung wurde notdürftig behandelt, das Herzleiden glaubte ihm niemand. Am 16. November 1942 machte Schmidt, der das Lager gelegentlich verlassen durfte, einen Spaziergang zu einem nahegelegenen Restaurant. Dort angekommen, fühlte er sich sehr schlecht. Die Gastwirtin stellte ihm eines ihrer Fremdenzimmer zu Verfügung damit er sich ausruhen könne und soll sich rührend um ihn gekümmert haben. Es war der letzte Liebesdienst, den der Sänger von einem ihm völlig fremden Menschen erfuhr: etwa eine Stunde später ist er in diesem Zimmer gestorben. Er war 38 Jahre alt. Joseph Schmidt wurde auf dem jüdischen Friedhof in Zürich beerdigt. Sein Grabstein trägt, über dem Davidstern und seinem Namen, die Worte „Ein Stern fällt...“
Das bekannteste (und im nachhinein geradezu prophetische) seiner vielen Lieder ist wohl „Ein Lied geht um die Welt“. Dieses Lied IST, wie Schmidts Stimme, um die Welt gegangen. Viele Tenöre haben es seither gesungen, aber es ist und bleibt das Lied des großen, wunderbaren, unvergessenen Joseph Schmidt.
Jener Opernfan hat recht: noch heute kann man seinen Aufnahmen nicht anders als mit tiefer Rührung lauschen.
Schmidts Geschwister, die vom Tod des Bruders erfahren hatten, haben zunächst versucht ihrer alten Mutter den Tod des Sohnes zu verheimlichen. Die Legende will wissen, daß sie jedoch eines Tages eine Schallplatte ihres Sohnes anhörte, und durch die fassungslose Reaktion ihrer Kinder die Wahrheit begriff. Es war die Arie „Lasset sie glauben, daß ich in die Welt zog“ aus Giacomo Puccinis „La fanciulla del West“:
„Für sie, für sie allein, die ihr alle liebet, bitt’ ich um eine Gnade und ein Gelöbnis: nie werd es ihr kund, wie ich gestorben.
Lasset sei glauben, daß ich in die Welt zog, frei und auf neuem Weg, dem Weg des Heils“
Es war Frau Schmidt nicht mehr vergönnt, in die Schweiz zu reisen um das Grab ihres Sohnes aufzusuchen. Sie ist vorher gestorben.
Anfang 2008 wurde auf Wunsch seines Entdeckers, eines musikbegeisterten Astronomen, ein Asteroid nach Joseph Schmidt benannt.
Gerion (23.04.2008, 22:50): Liebe Solitaire,
ein schöner Beitrag - Kompliment und Dank! :down
J. Schmidt wohnt seit langem in meinem Herzen. Er war eine Stimme, die eine mir nahestehende Person, die vor einigen Jahren verschied, sehr gern gehört hat. Seine Aufnahmen zu hören, bedeutet mir viel und ist immer etwas besonderes (und auch nicht immer möglich - manchmal ist mir diese Intensität zu stark).
:hello Liebe Grüße Gerion
Solitaire (26.04.2008, 11:45): Hallo Gerion! Danke für die Blumen :) Ich bin auch mit Joseph Schmidt aufgewachsen, da meine Mutter ihn, wie auch die Herren Wunderlich und Schock, sehr verehrt hat. Es gba vor eingen Jahren eine wohl sehr gute Schmidt-Biograpie, die leider damals nicht gekauft habe. Das liebe Geld. Jetzt scheint sie leider vergriffen zu sein. Vor einiger Zeit kam eine alte Dame in die Musikbibliothek und hat mir erzählt, daß sie Besuch von eienr noch älteren Tante erwartet, was ich denn da als musikalische Untermalung empfehlen könnte? Ich habe ihr ein Joseph-Schmidt-Album in die Hand gedrückt. In der folgenden Woche kam sie wieder und hat erzählt, daß ihre Tante fast geweint hat vor Freude, nach all diesen Jahren wieder Schmidts Stimme zu hören. Er wohnt also wirklich noch immer in den Herzen der Menschen.
Jimi (26.05.2008, 21:04): Hallo Solitaire,
ich wollte eigentlich schon längst etwas zu Joseph Schmidt schreiben, für mich einer der faszinierendsten Sänger überhaupt, gleichzeitig einer der wohl am meisten unterschätzt, bez wegen seines Erfolgs im Tonfilm, falsch eingeschätzten Interpreten. Irgendwie hab ich es bisher nicht auf die Reihe gebracht etwas über Ihn zu schreiben, denn ich finde es schwierig diese besondere Faszination die von seinem Gesang ausgeht in Worte zu fassen.
Zunächst jedoch noch ein Detail seines tragischen Lebensweges:
Original von Solitaire ...Dennoch, zunächst konnte der Tenor seinem Beruf weiter nachgehen: er trat vor einer begeisterten Menge in Holland auf, er sang 1934 in Palästina, er gab 1937 ein umjubeltes Konzert in der Carnegie Hall und man fragt sich ,warum um Gottes Willen er nicht in Amerika geblieben ist ...
...Allerdings trat er 1939 in Belgien 24mal als Rodolfo in Puccinis „La Bohème“ auf. Diese Bühnenauftritte waren jedoch die Ausnahme obgleich jedermann von Schmidts Stimme hingerissen war...
Anscheinend ist ihm ausgerechnet sein größter Wunsch , auf einer Opernbühne aufzutreten, zum Verhängnis geworden. Laut dem Infotext eines Cd-Booklet war ein Vertrag für weitere Auftritte in den USA für den Herbst 1939 schon ausgestellt. Er hat aber nicht unterschrieben um sich seinen Lebenstraum zu erfüllen und in Holland "La Boheme" auf der Bühne zu singen. Sicher wäre alles anders gekommen wenn er 1939 in Amerika und nicht in Holland aufgetreten wäre. Ich glaube nicht dass er nach Ausbruch des 2.Weltkrieges nach Europa zurückgekommen wäre. Kennst du die Liveaufnahmen die 1937 in Amerika entstanden sind? Sie sind wirklich außergewöhnlich. Ich kann mir gut vorstellen dass er in Amerika eine noch bedeutendere Karriere als in Europa gemacht hätte.
:hello Jimi
Solitaire (27.05.2008, 09:31): Hallo Jimi! In der Tat: das macht sein Schicksal noch tragischer. Nebenbei bemerkt stelle ich fest, daß das, was heute so oft am Opernbetrieb kritisiert wird, und angeblich eine Erscheinung unserer dekadenten Tage ist, offenbar auch damals schon Thema war: daß das Aussehen offenbar manchmal wichtiger ist als die Stimme. Mag ja sein, daß A.N. nicht ganz so sehr in den Hochglanzmedien präsent wäre, wenn sie nicht aussähe wie sie nunmal aussieht, aber jemanden mit einer Ausnahmestimme gar nicht erst auf die Bühne zu lassen, nur weil er angeblich zu klein ist, finde ich um ein vielfaches bedenklicher. Die Aufnahmen kenne ich übrigens nicht, bin nun aber natürlich extrem neugierig geworden.
Jimi (27.05.2008, 13:07): Original von Solitaire , aber jemanden mit einer Ausnahmestimme gar nicht erst auf die Bühne zu lassen, nur weil er angeblich zu klein ist, finde ich um ein vielfaches bedenklicher. Die Aufnahmen kenne ich übrigens nicht, bin nun aber natürlich extrem neugierig geworden.
Das hängt dann sicher auch ein wenig von der Rolle ab. Die Angaben von Joseph Schmidts Körpergröße sind nicht einheitlich, du hast 1.58m angegeben, ich habe bisher meistens 1.52m manchmal 1.54m gelesen. Um mal ein extremes Beispiel zu nehmen, für den Lohengrin(die Gralserzählung hat er aufgenommen es existiert aber nur ein Fragment) ist das sicherlich ein wenig ungünstig, stelle dir mal den Zweikampf mit Telramund vor :cool. Bei anderen Rollen zb Nemorino wäre seine Körpergröße wohl weniger problematisch gewesen.
Allerdings, bei einigen seiner Aufnahmen zb "Nessun dorma" oder dem Duett aus "Die verkaufte Braut" ist unüberhörbar dass er in der tiefen Lage doch rechte Probleme hat, matt und resonanzlos klingt. Bei den Studioaufnahmen geht das gerade noch gut, in einem Opernhaus ohne Mikro hätte es da sicher Probleme gegeben.
In der Höhe klingt seine Stimme natürlich sensationell, und vor allem mühelos. Deshalb hätte er auf der Bühne andere, von der Tessitura höhere Rollen, singen müssen als die, die er größtenteils aufgenommen hat. Ich denke an die Sachen die heute Juan Diego Florez singt zb den Lindoro aus "L'Italiana in Algeri" oder die extrem hohen Sachen die Bellini geschrieben hat. Gut könnte ich mir auch Orphee et Euridice vorstellen, Leopold Simoneau hat die Partie zum Teil transponieren müssen.
Blöderweise sind gerade diese Sachen damals kaum gespielt worden. :(
:hello Jimi
Solitaire (27.05.2008, 15:41): An einige Rollen von Florez habe ich auch sofort gedacht. Ich hätte ja gerne mal "Ah mes amis - Pour mon ame" von ihm gehört. :)
Jimi (29.05.2008, 17:41): Original von Solitaire An einige Rollen von Florez habe ich auch sofort gedacht. Ich hätte ja gerne mal "Ah mes amis - Pour mon ame" von ihm gehört. :)
Ja, das hätte Joseph Schmidt sicher drauf gehabt, ich kann mir aber vorstellen dass ein Stück mit etwas traurigerer Grundstimmung zu seinem speziellen Timbre noch besser passt zb " Cerchero lontana terra" aus Don Pasquale".
Hier von Florez gesungen.
Gerade die schwierige, hochgelegene Cabaletta "E se fia ed altro oggetto", von Florez fast schon unverschämt mühelos gesungen, hätte sicher super für Schmidt gepasst.
:hello Jimi
Solitaire (03.06.2008, 08:53): Das wäre natürlich was für Schmidt gewesen. Ich habe mal eine Sendung über ihn gesehen in der es u.a.darum ging, daß er seine Donizetti-Arien (Ich glaube, es ging besonders um "Una furtiva lagrima") anders verziert hat als die meisten anderen Sänger es getan hätten, und daß das wohl mit seiner Kantorenausbildung zu tun hatte. Aber auch der gute Herr Florez schlägt sich hier mit Bravour.
Jimi (03.06.2008, 20:41): Original von Solitaire
Ich habe mal eine Sendung über ihn gesehen in der es u.a.darum ging, daß er seine Donizetti-Arien (Ich glaube, es ging besonders um "Una furtiva lagrima") anders verziert hat als die meisten anderen Sänger es getan hätten, und daß das wohl mit seiner Kantorenausbildung zu tun hatte.
So ist es, du meinst wahrscheinlich den interpolierten Triller(jetzt hätte ich versehentlich fast Thriller geschrieben :cool) am Ende. Guckst du hier.
:hello Jimi
Solitaire (13.06.2008, 16:14): Ja Jimi, das meinte ich! Während meines Berlinaufenthaltes in dieser Woche habe ich eine zweiteilige Austellung in der Lindenoper sowie im Centrum Judaicum besucht, deren Titel wohl für sich spricht: Verstummte Stimmen Es geht um das Schicksal jüdischer Musiker ab 1933, der Schwerpunkt liegt auf den Ensemblemitgliedern der Opernhäuser Berlins, aber auch andere Schicksale werden erwähnt. Neben so bekannten Namen wie Joseph Schmidt, Richard Tauber, Fritzi Massary, Fritz Busch, Lotte Lehman (die beiden letzteren keine Juden, aber strikt gegen das System und ergo ebenfalls in Gefahr) etc. wird auch weniger bekannter Orchestermusiker und Choristen gedacht.
Leider bin ichnicht mehr dazu gekommen, die dazugehörige CD-Box (4 CDS) zu erwerben. In der Ausstelung selber gibt es diverse "Abhörstationen" mit Tondokumenten. Nebenbei bemerkt hat mein Gatte hier seine Begeisterung für das herrlich frivole "Warum soll eine Frau kein Verhältnis haben" von Fritzi Massary entdeckt.
Jimi (15.06.2008, 12:47): Original von Solitaire Leider bin ichnicht mehr dazu gekommen, die dazugehörige CD-Box (4 CDS) zu erwerben. In der Ausstelung selber gibt es diverse "Abhörstationen" mit Tondokumenten.
Hallo Solitaire,
die CD-Box habe ich vor ca 1Jahr günstig bei 2001 gekauft, ich glaube momentan ist sie dort aber nicht mehr erhältlich. Wie ich finde eine sehr interessante, empfehlenswerte Zusammenstellung die Aufnahmen bekannter und weniger bekannter Künstler beinhaltet, die ansonsten nur schwierig zu bekommen sind. Einige der Aufnahmen zählen für mich zu den besten die überhaupt auf Tonträgern erhalten sind zb.: "Ach ich fühl's"(Zauberflöte) von Lotte Schöne, "Wie Todesahnung..." (Tannhäuser) von Herbert Janssen und "Abendlich strahlt" (Rheingold) von Friedrich Schorr... :down In dem 56-seitigen Booklet werden neben den Biografien der Künstler die musikpolitischen und geschichtlichen Zusammenhänge ausführlich erläutert. Abgesehen davon eignet sich die Cd-Box , wegen der überwiegend (für die Zeit) guten Klangqualität als prima Einstieg in die Ära der Schellackaufnahmen.
Also mein Rat: besorge dir das Teil, es lohnt sich :wink
:hello Jimi
Jimi (20.08.2008, 20:05): Original von Jimi Original von Solitaire Leider bin ichnicht mehr dazu gekommen, die dazugehörige CD-Box (4 CDS) zu erwerben. In der Ausstelung selber gibt es diverse "Abhörstationen" mit Tondokumenten.
Hallo Solitaire,
die CD-Box habe ich vor ca 1Jahr günstig bei 2001 gekauft, ich glaube momentan ist sie dort aber nicht mehr erhältlich.
Nö, stimmt nicht, 2001 hat das gute Stück gerade wieder für 19,99 € im Angebot.
:hello Jimi
Solitaire (20.08.2008, 21:57): Hallo Jimi! Danke für den Hinweis!!! Warum bin ich nur gerade wieder so pleite??? Na egal, die paar Ocken machen jetzt auch keinen Unterschiesd mehr :D
Falstaff (21.08.2017, 00:47): Zufälligerweise stolperte ich in den letzten Tagen über eine Josef-Schmidt-CD, die für ein paar Cent angeboten wurde. Eine von den vielen Kompilationen, die so auf dem Markt kursieren. Gehört hatte ich ihn eigentlich seit Jahren nicht mehr, aber der alte Zauber stellte sich nach einem ersten Hineinhören sofort wieder ein. Ich kann mich hier den anderen Postings nur anschließen. Es geht eine ganz besondere Magie von seiner Stimme aus. Da keine Aufnahme der belgischen 'Bohème' existiert, kann man natürlich nicht beurteilen, wie er eine gesamte Opernpartie angelegt hat bzw. hätte. Seine Aufnahmen bleiben zwangsläufig Blitzlichter, kurze Einblicke in seine Gestaltungen. Aber die alleine sind schon Perlen des Gesangs.
Und wäre nur das Rondo des 'Postillon' erhalten (1932). Das ist natürlich kein französischer Stil, wie Legay oder Gedda es so wunderbar vorgeführt haben. Aber welch ein Aufbau dieser Arie! Phrasierung, Legato, dann die unglaublichen Triller. Das ist zum Niederknien. Einzig das im Falsett genommene 'D' trübt für mich ein wenig den Gesamteindruck. Aber letztlich bleibt das Geschmackssache.
'Una furtiva lagrima' - dieser Triller!!!!! Welcher Tenor ist denn dazu in der Lage?
Immer wieder kommt mir in den Sinn, dass das alles nicht stilgerecht gesungen ist, das es überhaupt veraltet ist, das der und der es besser gesungen hat. Aber gleichzeitig ist es mir soooo egal. Da singt jemand in einer Art und Weise, dass einem das Herz bebt. (Sorry für diesen pathetischen Ausdruck, aber er trifft es halt.) Ich kann auch nicht sagen, dass es die schönste Tenorstimme ist, die ich kenne oder dass er in jeder Rolle/Arie hervorragend ist. Er trifft mich nur halt immer direkt, egal ob er Opernarien, Operetten oder Schlager singt. Eine Stimme, die mir wirklich eine Gänsehaut verschafft, die mich verführt, mich fortträgt, die mich vor Glück auch zittern macht und die mich immer wieder vor dem Faszinosum der menschlichen Stimme Staunen macht und dankbar werden lässt.