Hyacinth (19.07.2012, 18:07): Die liebe Ingrid hat mich auf diesen Thread gebracht (ein anderer solcher Art existiert noch nicht, oder?).
Es gibt sicher einige von euch, die auch einen anderen Blickwinkel auf die Vorstellungen, über die wir immer so heiß diskutieren, haben. Es würde (wie Ingrid meinte und sie hat wahrscheinlich Recht) einige hier interessieren, solche Geschichten, Begebenheiten oder Anekdoten zu erzählen. Das ist mitnichten ein Angeberthread à la "ich hab mit dem und dem das und das gemacht und du nicht" sondern einfach ein Austausch- und Lesethread. Ich selbst liebe Anekdoten, deshalb würde ich mich freuen, wenn ihr auch viel schreibt! :D
Meine Vergangenheit hinter den Kulissen der Wiener Staatsoper hat sich deshalb ergeben, weil ich im Kinderchor (Opernschule) der Staatsoper vier Jahre lang gesungen habe. Und zwar ungefähr vier-neun Aufführungen pro Monat in den unterschiedlichsten Opern mit den unterschiedlichsten Sängern.
Besonders gern habe ich La Boheme gesungen, wer die Wiener Inszenierung kennt wird das wahrscheinlich verstehen. Wir hatten teilweise sehr schöne Kleider an (die Kostümverteilung erfolgte nach der Größe und je älter man wurde - irgendwann wird man dann "ausgemustert" - desto öfter musste man Bubengewänder anziehen), aber auch die Hosen und Hemden machten mir nichts aus. Ich habe die Atmosphäre im 2. Akt geliebt, wir haben selten auf den Dirigenten geschaut, mehr oder weniger unsere Noten gesungen, und ich hab mich jedes Mal total gefreut, hier Weihnachtsmarkt spielen zu dürfen. Am besten war allerdings der Esel. Die Szene ist ziemlich unwichtig und wird vom Opernbesucher kaum beachtet, aber für uns war sie jedes Mal das beste an der ganzen Aufführung. Der Spielzeughändler Papignol kommt mit Esel, der den Spielzeugwagen zieht, auf die Bühne gefolgt von einem Haufen Kinder und deren Mütter, die sie dann schließlich nachhause "ziehen". Nach dieser Szene hatten wir ein bisschen Zeit zum nächsten Auftritt, die einige von uns damit verbrachten den Esel auf der Hinterbühne zu streicheln und mit Karotten zu füttern. Wie der Esel heißt, weiß ich leider nicht mehr... So habe ich übrigens die Boheme lieben gelernt. Und zwar mit dem Walzer der Musetta. Während dem waren wir hinter der Bühne und der Aufschrei der Musetta, weil "ihr Schuh drückt" war unser Zeichen zum erneuten Auftritt, diesmal allerdings oben, über dem Cafe Momus. Ich bin auf der Seitenbühne gestanden, hab versucht mich möglichst weit vorzubeugen um einen Blick auf die Bühne zu erhaschen (war natürlich streng verboten!) und hab diese Arie genossen obwohl ich keine Ahnung hatte worum es geht. DIE Musetta meiner Opernzeit war Alexandra Reinprecht, von der ich vielmehr faszniert war in ihrem roten, wunderschönen Kleid, als von Mimi mit dem komischen Häubchen :wink
Einmal (2008) habe ich mit Rolando Villazon gesungen, der ja von Billy zu Recht als "Clown der Oper" bezeichnet wird. Er war auch bei den Proben stets zu Scherzen aufgelegt. Einmal verkündete der leitende Regieassistent Pause bei einer Hauptprobe. Alles ging wieder in die Garderoben, die Bühnenarbeiter bauten um. Plötzlich, ich war noch auf der Bühne, hörte ich ein seltsames Geräusch, wie das Nagen oder Kratzen einer Maus, nur sehr, sehr laut. Und alle anderen hörten es auch. Villazon hatte sich das Mikrofon des Regieassistenten geschnappt und hineingezischt und alle möglichen komischen Geräusche gemacht. Dann zeigte er noch einem Freund von mir Hasenohren mitten auf der Bühne... Es war sehr lustig, mit ihm zu singen!
Noch ein Highlight für mich war die Carmen-Serie 2007 mit Neil Shicoff und.... Genia Kühmeier! Ich bin ausgeflippt, wie ich erfahren habe, dass sie singt und ich auch (es gab immer Besetzungslisten, die dann aufgehängt wurden. Stand man nicht drauf, hatte man Pech). Seit meinem 10. Lebensjahr hatte ich mir unbedingt gewünscht mit ihr zu singen. Bei den Proben war ich furchtbar nervös, damals zwölf Jahre und traute mich ja nicht mal mir nach einem Konzert ein Autogramm zu holen. Ich hatte nicht nur die Rolle eines "normalen" Chorkindes inne, sondern durfte auch ganz am Anfang, wenn der Vorhang aufgeht, Ballspielend am Boden sitzen. Ja und da saß ich dann so lange, bis Genia.. äh, Micaela auf die Bühne kam und ich davonlaufen musste. Dann war mal wieder kurz Pause, wir Ballkinder wurden mit unserer Gouvernante - zwei Stück hatten wir davon, alte Balletttänzerinnen, die kein Pardon kannten - vorne in die erste Gasse gesetzt zum warten. Da sitze ich also, denke mir "Wo ist denn die eigentlich?", da ich meine Lieblingssängerin irgendwie aus den Augen verloren habe, drehe mich um und bekomme einen kleinen Herzstillstand (Heute bekomme ich den übrigens nicht mehr, wenn ich sie sehe, wäre ja ungesund auf die Dauer :W ). Dann habe ich mich ganz schnell wieder umgedreht. Wir durften dann übrigens bei der Probe beim Duett Micaela-Don Jose hinten auf der Bühne sitzen und Ball spielen, aber das wurde dann abgeschafft vor der ersten Vorstellung. Wir mussten auf der Seite warten auf die Streitszene, wo wir uns auch ein bisschen verhauen durften. Dafür mussten mich die Chordamen mehrmals am Kragen packen, wenn sich mein Oberkörper zufällig an der Kulisse, die uns verdeckte, vorbei Richtung Bühne neigte :engel
Etwas, was gut als "das erzähl ich noch meinen Enkelkindern"-Geschichte taugt, war, wie ich Garancas kleine Schwester gespielt habe. Wir reden von Werther, wo es eigentlich 13 Geschwister gibt (nein, ich habe nicht die Sophie gesungen! :P ). Das ganze ist für die zwölf Kinder sehr lustig, weil man extrem lange auf der Bühne ist - länger als in allen anderen Opern - und so etwas wie Solistenstatus genießt, weil es eben zwölf Kinder sind und nicht dreißig. Und eben weil man so viel mit den Solisten (vor allem Garanca und Monarcha (unser Vater)) spielt, hat man auch Proben mit denen, was sehr nett ist. Sonst probt man mit mehr oder weniger freundlichen Regieassistenten allein auf einer Probebühne und sieht alles zusammen erst bei der Aufführung. Das passt jetzt nicht hierher, aber ich fand Elina Garanca damals sehr nett. Also zu uns Kindern war sie total lieb und herzlich (sie hatte mit ein, zwei von uns auch schon die Premiere gesungen). Wie sie zu Erwachsenen privat ist, kann ich nicht sagen. Dann gibts da ja die Szene, wo Werther Charlotte besucht und sie ihm ihre Geschwister vorstellt. Wir standen alle brav in einer Reihe an, um dem Tenor die Hand zu schütteln und unsere "große Schwester" strich Kleider glatt und richtete Hemdkrägen gerade. Ich war, glaube ich, relativ die letzte hinten, aber egal. Auf jeden Fall strich sie mir übers Haar und küsste mich auf den Kopf (oder die Stirn, ich weiß das nicht mehr so genau). Ich war mächtig stolz und erzählte das natürlich meinen Eltern, weil es für mich damals einfach meine Welt war und ich mich über solche Sachen wahnsinnig freute (ich war da immer noch zwölf). Das werde ich meinen Enkelkindern erzählen! :leb
Ja, das wars erst mal von meiner Seite, jeder, der etwas beisteuern möchte, egal ob von Probenbesuchen, Chorkonzerten oder anderen Erlebnissen ist herzlich dazu eingeladen! Es hat mir Spaß gemacht, das mal wieder alles aufzuschreiben und in vergangenen Zeiten zu schwelgen! :D
Liebe Grüße, Hyacinth :hello
Billy Budd (19.07.2012, 18:15): Vielen, vielen Dank, dass Du uns an diesen Erlebnissen teilhaben lässt!!! :down :down :down Ich kann da leider gar nichts beisteuern. Billy :hello
Hyacinth (19.07.2012, 18:20): Freut mich, dass es Menschen gibt, die es lesen wollen :D Mein Herz weint immer noch ein bisschen, weil die Staatsoper früher wirklich mein zweites Zuhause war. Ist sie jetzt immer noch, aber nicht mehr so wie früher. Eines Tages werde ich Statistin sein...
Lg, Hyacinth :hello
Billy Budd (19.07.2012, 18:24): Mein zweites Zuhause ist die Staatsoper auch, aber der Galeriestehplatz und nicht die bzw. hinter der Bühne. :wink Wird man dann in der Opernschule ab einem gewissen Alter einfach rausgeschmissen? Billy :hello
Hyacinth (19.07.2012, 18:33): Man wird mit 6-9 Jahren aufgenommen. Bei den Buben ist der Stimmbruch der Punkt, wo es dann für den Kinderchor nicht mehr passt, bei den Mädchen wenn sie zu groß sind, "erwachsen ausschauen" (so sehr man mit 14 erwachsen ausschauen kann..) oder eine entwickeltere Stimme haben, die zu sehr raussticht. Es gibt jetzt einen Jugendchor, den ich aber einmal besucht habe, dann nie wieder. Es sind nicht viele Leute dort (25 ca.), aber es ist sehr inhomogen, da manche direkt vom Kinderchor hingehen und andere schon jahrelang woanders waren. Ich war ein Jahr bei einem echt guten Jugendchor und dann wieder mit den Leuten zu singen, die noch immer wie im Kinderchor singen passt nicht. Der Chorleiter macht außerdem viel zu schwere Sachen mit ihnen. Sie machen auch nur Konzerte oder Messen, keine Opernproduktionen, was für mich aber das beste war logischerweise.
Hyacinth :hello
Billy Budd (19.07.2012, 18:36): Danke für die Info. :) Eine Frage habe ich noch: Singen immer die gleichen paar Kinder den Hirten in der Tosca, oder wechselt das regelmäßig? Billy :hello
Hyacinth (19.07.2012, 18:40): Also meistens gibt es zwei, drei, die den singen können und einstudieren. Dann im Endeffekt sind zwei Kinder da, die ihn abwechseln. Der eine ist Reserve bei der einen Vorstellung, singt aber dafür bei der nächsten. Das kommt aber darauf an. Am Ende meiner Opernschulzeit hat es nur eine gegeben, die den Hirten gesungen hat. Von den jetzigen Kindern kenne ich allerdings nur zwei oder drei, die anderen sind alle neu.
Hyacinth :hello
Severina (19.07.2012, 19:23): Liebe Hyacinth,
dann habe ich Dich ja sehr oft im "Werther" gesehen, denn da ich diese Oper sehr liebe und außerdem meist einer meiner Lieblinge darin mitsingt, war ich früher in den meisten Vorstellungen. Ich fand das erste Bild gerade wegen der Kinder, die so natürlich und mit spürbarem Spaß agierten, von der Regie her sehr gelungen. (Allerdings wartete ich immer darauf, dass der Ball einmal im Orchestergraben landet :haha)
lg Severina
Hyacinth (19.07.2012, 19:27): Wir haben in den Orchestergraben weder das Wasser aus den Pepsi-Bechern ausgeschüttet noch die Schwedenbomben reingespuckt :D
Ja, genau betrachtet waren alle Opern lustig, aber eben am meisten die, wo was los ist (La Boheme, Carmen, Werther), wo man sich verkleiden und französische Kinder auf dem Weihnachtsmarkt oder so etwas spielen kann.
zu diesem Thread kann ich auch ein bissl was beisteuern, allerdings leider nicht so viel und nicht ganz so tolle Sachen wie du!
Ich habe nur bei zwei Opern mitgesungen. Eine war 2010 Tosca, eine Produktion des Salzburger Landestheaters, aber dafür haben sie das Haus für Mozart gemietet. Wir (im Landestheater-Kinderchor) hatten damals portugiesische Karnevalskostüme an. Wir waren quasi schon die Ministranten, sind aber gerade vom Faschngsumzug auf der Straße in die Kirche reingekommen, dort wie verrückt herumgesprungen, haben uns gegnseitig geschubst und haben den Mesner geärgert. Das war immer ein Riesenspaß, wie der auf der Bühne rumgehüpft ist und versucht hat, uns zur Ruhe zu bringen! meine freundin und ich hatten dann auch noch große besen als requisiten, mit denen wir immer "gekämpft" und andere geärgert haben.
Die Kostüme waren teilweise wirklich schön und speziell. Ich war "Das fette Fransenmonster": Mein Kostüm war ein (viel zu großer-daher das fette Fransenmonster^^) Overall mit lauter bunten stofffransen benäht und drüber noch ein überwurf, ebenfalls voll mit fransen. und dann hatte ich noch eine maske (siehe bild, leider hab ich nur ein "doofes" foto davon^^)
es war schon bei den proben immer ganz lustig, weil der regisseur engländer war und immer gesagt hat: "kinder, wir sind in der kirsche (kirche)". natürlichj ist es nicht nett, über akzente zu lachen, aber es war irgendwie lieb^^
was auch süß war, war dass sich amanda echalaz, die sängerin der tosca (wooooow, die war toll!) immer so gefreut hat bei der stelle, wo der mesner singt: "...con floria tosca" und alle kinder machen ganz freudig "aaaaah!", da hat sie immer richtgi gestrahlt :D
das lustigste war aber eigentlich, den mesner zu ärgern. der sänger (hubert wild) war total lieb, und hat immer sehr viel spaß gehabt und improvisiert, wenn was schiefgelaufen ist. der beste moment, an den ich mich erinnere, war, als meiner freundin die bürste vom besen gefallen ist und er sie aufgehoben hat, ganz bedeutungsschwanger angeschaut und weitergesungen hat :) und, als zwei mädchen, die keine requisiten hatten und einfach immer um den mesner herumspringen und ihn an der kleidungzupfen sollten, einmal jede an einer seite an- und das kostüm durchgerissen haben :D wir haben und natürlich recht erschreckt, aber hubert hat sich sehr gefreut, weil er dann ein neues, weitaus bquemeres kostüm gekriegt hat :D
das te deum haben wir hinter der bühne mitgesungen, wo wir den dirigenten auf diesen bildschirmen gesehen haben. manchmal war unser chorleiter nicht da und statt ihm war so eine studentin da, die bei uns fürchterlich unbeliebt war, weil sies nicht mal geschafft hat, uns richtig einzusingen und auch sonst komisch war. bei einer vorstellung hat sie uns beim te deum den einsatz viel zu früh gegeben, aber dadurch, dass sowieso jeder sie nach einer zeit komplett ignoriert hat, waren wir trotzdem alle richtig :D
zu frau ohne schatten ein anderes mal mehr :D
alles liebe zdenka
Billy Budd (19.07.2012, 20:22): Aha, so läuft das also. Danke für die Erklärung. Billy :hello
Hyacinth (20.07.2012, 22:17): Bitte :D
Ingrid (21.07.2012, 00:13): Bin gerade erst auf diesen Thread gestoßen (warum auch immer) und habe diese Erlebnisse mit großer Freude gelesen. Wünschte mir schon oft, auch mal so ein Chorkind zu sein. Ganz besonders natürlich bei meiner Lieblings- Carmen und dem besten aller Don Josée :) . Wir haben ja noch eine sehr schöne Inszenierung in München und da werden die Kinder so richtig gefordert. Sie klettern und toben und singen außerdem noch sehr zu Herzen gehend und erfrischend. Also eine Augen- und Ohrenweide.
Konnte mich trotzdem bisher noch nicht so ganz in sie hineinversetzen, was jetzt viel besser gelingen wird. Vielen Dank!! Es sind wohl wirklich Erlebnisse, die prägen und von der Oper nicht mehr loskommen lassen. Freue mich sehr für Euch, dass Ihr diese Möglichkeiten hattet und in der Zukunft vielleicht sogar noch in Statistenrollen oder sogar mal im Opernchor mitwirken könnt. Das ist aber bestimmt ein sehr steiniger Weg und wie ich hörte, wird er auch nicht so besonders gut bezahlt.
Bezüglich Statisten erinnere mich immer total gerne an unseren Premierenengel beim Fliegenden Holländer (der Ersatz war nie ganz so gut), den Konwitschny eingebaut hatte und die man dann immer wieder einmal, auch in anderen Rollen auf der Bühne entdeckt. Mit ihr haben wir schon mehrmals am Bühnentürl geratscht. Sie möchte auch mal als Sängerin auf der Bühne stehen und ist eifrig am Studieren. Hoffe sehr, dass sich ihr Wunsch erfüllt. Sich als Statist ein wenig Geld zu verdienen und dabei zu lernen, sich auf der Bühne sicher zu bewegen, ist bestimmt für später ein großer Vorteil.
Wo ich die Kinder auch sehr liebe und bewundere, sind die Kleinen im Ballett, die ja immer wieder einmal eingesetzt werden. Ein besonders goldiges rothaariges Mädchen habe ich über mehr als zehn Jahre beobachten können. Inzwischen gehört sie schon zu den "Großen" und ist im 2. BSB-Ensemble. Hat also diese schwierige Ausbildung gut durchgehalten. Sie sind dann bestimmt immer ganz glücklich, zusammen mit berühmten ersten Solisten auf der Bühne zu stehen, wie Ihr mit berühmten Sängerinnen und Sängern.
Vielleicht liest der Peter aus Wien ja auch mal hier mit, denn der war einige Jahre singend als Kind und Jugendlicher auf der Bühne und hat ganz viel zu erzählen. Ist natürlich schon eine Weile her und viele der Berühmtheiten hab ich nie live erlebt, deshalb auch total interessant.
Also nochmals vielen Dank, dass Ihr Euch getraut habt, hier so hautnah zu berichten. Bin auf mehr gespannt.
Gute Nacht und herzliche Grüße Ingrid
Zdenka Waldner (21.07.2012, 09:24): dann berichte ich jetzt mal ein bissl über meine erlebnisse als "bettelkind" in der FroSch letztes Jahr bei den Festspielen (ich werd versuchen, ich kurz zu fassen , auch wenn ich bezweifle, dass es mir gelingt^^)
die schwanewilms/schuster/herlitzius/etcfreaks werdens wahrscheinlich im fernsehen verfolgt haben: eine inszenierung, bei der die meinungen ziemlich auseinandergingen. den meisten war sie zu wenig märchenhaft, zu wenig geheimnisvoll, manche haben sie sogar als "konzertant" bezeichnet.
ich muss sagen, ich hab sie auch nicht ganz nachvollziehen können, aber ich mochte sie trotzdem. :)
schon die proben auf der probebühne haben ziemlich spaß gemacht. es gab eine riesige glasfront auf einer seite des raumes, die direkt auf eine große wiese hinausging. ich erinnere mich an ein wunderschönes sommergewitter, das wir während einer probe ganz gebannt verfolgt haben. allerdings haben wir den regisseur damit ziemlich verwirrt, weil er mit dem rücken zum fenster stand und wir jedes mal ganz begeistert "boaaaaah!" gerufen haben, wenn einer der riesigen gegabelten blitze wieder über den himmer gezuckt ist und er diesen seltsamen ausruf auf sich bezogen hat^^
auch die sänger waren immer wahnsinnig nett zu uns, vor allem die drei brüder, mit denen wir ja, außer rand und band um sie herumspringend, auf die bühne laufen sollten, weil sie die kartons mit dem essen hatten (das war auch bei den proben schon echtes essen-obst, weckerl, schokolade, mannerschnitten-auf der bühne kamen dann noch statistinnen mit belegten broten und schwedenbomben-man kann sich vorstellen, dass es um die schokolade erbitterte kämpfe gab, während das obst meistens zurückblieb^^).
während der langen wartezeiten unterhielten uns markus brück, der "einäugige" mit witzchen und lustigen anekdoten und steven humes, der "einarmige" zeigte uns eine vielzahl an kartentricks und sonstigen lustigen dingen, die wir versuchten, nachzumachen (mein favorit war das "zungeumdrehen", dass einige wenige ihm nach wiederholtem vorführen irgendwann nachmachen konnten) auch andreas conrad, der "bucklige" war sehr nett, was aber das netteste war: er war der freund von evelyn herlitzius und sie haben immer hinter der bühne geknutscht, das war so süß :engel :D
das einzige, was etwas schwer zu ertragen war: wir hatten extrem dicke wintermäntel an, handschuhe, hauben, stiefel, strümpfe und drunter ncohmal warme kleider, was erstens im sommer und zweitens unter den bühnenscheinwerfern doch eher grenzwertig war! gottseidank war der sommer in salzburg größtenteils ziemlich kalt und verregnet :D ich hab mein kostüm trotzdem geliebt, weil es bubenkleider waren und die frau in der anprobe zu mr gesagt hat: "ihr seid ja arme kinder und deine eltern können sich keine neuen sachen leisten, deshalb hast du die kleider von deinem bruder an!". auch wenn die geschichte nicht unbedingt ähnlich ist, hab ich mir da eine kleine zdenka-parallele gezogen, vor allem, weil ich auch so eine mütze aufhatte-allerdings in rosa^^ und die zöpfe, die sie uns geflochten haben, haben natürlich auch nict unbedingt gepasst^^
bei der letzten szene (brüder, vertraute) hatten wir sängerknabenuniformen an. am anfang hätten wir auf der bühne stehen sollen, dann wurden die mädchen leider hinter die bühne zum staatsoperndamenchor "verbannt" und durften erst zum applaus wieder auf die bühne. da hinten war aber auch eine sehr schöne, geheimnisvolle stimmung, weil wir zuerst lange dem staatsopernchor zugehört haben (mutter, deein schatten...sooo schön), bis wir selbst gesungen haben. außerdem ist immer rau schwanewilms ganz schnell an uns vorbeigesause, weil sie sich schnell umziehen musste :D
ich fand es übrigens generell ganz zauberhaft, dass wir die oper quasi "beschließen" durften mit unseren paar zeilen-vor allem, weil sie ganz ruhig und-ger nicht strausslike-wunderbar "harmonisch" waren, im gegensatz zur speisung, wo der sopran (ziemlich hoch) das wiederholt, was die drei brüder singen und wir im alt eine extrem komplizierte zweite stimme hatten, wo es relativ schwer war, den ton zu finden. aber die musik war tritzdem ganz toll und ich habe viel dabei gelernt!
es war-alles in allem-ein unglaubliches erlebnis!
Heike (21.07.2012, 09:37): Ich kann leider überhaupt nichts beitragen (ich war nur im Schulchor), aber ich lese das mit großem Spaß; danke, dass ihr euch so ausführlich rückerinnert! Heike
Zdenka Waldner (21.07.2012, 10:17): vielleicht hier noch ein kleines erlebnis aus der froschzeit, zwar nicht hinter der bühne, aber für mich eins der schönsten und stärksten.
meine freundin, ein anderes mädchen aus dem chor und ich (wir drei waren eigentlich so die "begeistertsten", die opernfreaks, die ganz süchtig waren^^ weil auch wenn das gemein ist-viele der kinder hatten nicht besonders viel damit am hut, die haben sich auch immer über die langen wartezeiten und so beschwert und hatten öfter keine ust-aber längst nicht alle!) als wir drei jedenfalls wollten den drei sängerinnen (schwanewilms,schuster.herlitzius) ganz nach "theatersitte" nach der premiere blumen schenken. wir sind auf den markt gegangen und haben gemeinsam einen überdimensionierten rosenstrauß gekauft und ihn durch drei geteilt. dann haben wir noch für jede eine karte geschrieben (ein bissl albern, ich weiß, aber wie gesagt, wir waren sehr begeistert) und haben gehofft, sie ihnen irgendwie geben zu können.
weil der kinderchor leider nicht zur premierenfeier eingeladen war, haben wir im innenhof des festspielhauses gewartet, bis sie kommen. leider gabs da aber einen durchgang direkt zum haus und wir haben nur frau schwanewilms erwischt, die sich recht gefreut hat und total lieb war. sie hat gemeint, wir wären ganz toll und sie fände es gemein, dass wir nicht auf die feier dürfen (kann man jetzt natürlich nciht wirklich ernst nehmen, aber es war trotzdem lieb :D)
nachdem wir dann eine halbe ewigkeit da rumgestanden sind, hat ein statist mitleid mit uns gekriegt und uns gesagt, die andern wären schon lange auf der premierenfeier, aber er würde uns deen weg zeigen und wir könnten die blumen ja dort einem portier geben, der sie dann "abliefert".
das haben wir dann auch gemacht. als wir beim portier waren´, haben wir ein bisschen nervös herumgehaspelt "wir haben blumen für die sängerinnen, wir wollen auch wirklich überhaupt nicht stören udn wir sind auch gleich wieder weg" und alles. der portier hat uns strahlend angeschaut und gesagt: "ja wieso? ist doch kein problem, kommt rein, kein stress!" so waren wir dann eben doch auf der premierenfeier und konnten die blumen höchstpersönlich überreichen :D
frau schuster haben wir leider beim essen gestört, aber sie hat sich trotzdem gefreut
bei evelyn herlitzius wars am nettesten, die war sooo lieb :D sie hat sich extrem gefreut und hat gemeint: "was? die sind von euch? von euch drei usammen? da muss ich euch ja alle gemeinsam umarmen", was sie dann auch mehr oder weniger getan hat^^ andreas conrad stand daneben und hat gemeint: "boa, so schöne blumen. und sie sind nicht von mir, mist!"
vielleicht war es nicht sehr spektakulär, aber für mich war es ein prägendes erlebnis, das mir auch immer hilft, die kinderchorzeit in schöner erinnerung zu behalten, auch wenn sie leider sehr unschön geendet hat. und jedes mal, wenn ich dann wegen carmen traurig bin, denk ich mir: aber wir waren auf der premierenfeier von frau ohne schatten, obwohl wir nicht eingeladen waren und der chroleiter war nicht dort! :)
alles liebe zdenka
Billy Budd (21.07.2012, 10:31): Original von Zdenka Waldner bei evelyn herlitzius wars am nettesten, die war sooo lieb :D sie hat sich extrem gefreut und hat gemeint: "was? die sind von euch? von euch drei usammen? da muss ich euch ja alle gemeinsam umarmen", was sie dann auch mehr oder weniger getan hat^^ andreas conrad stand daneben und hat gemeint: "boa, so schöne blumen. und sie sind nicht von mir, mist!" :rofl :rofl :rofl :rofl :rofl Billy :hello
Ingrid (21.07.2012, 11:38): Original von Zdenka Waldner vielleicht war es nicht sehr spektakulär, aber für mich war es ein prägendes erlebnis, das mir auch immer hilft, die kinderchorzeit in schöner erinnerung zu behalten, auch wenn sie leider sehr unschön geendet hat. und jedes mal, wenn ich dann wegen carmen traurig bin, denk ich mir: aber wir waren auf der premierenfeier von frau ohne schatten, obwohl wir nicht eingeladen waren und der chroleiter war nicht dort! :)
alles liebe zdenka
Doch, für Dich und Deine Freundinnen war es auf jeden Fall spektakulär und für mich wäre es auch so gewesen. Echt super, dass Dir diese wunderbaren Erlebnisse niemand mehr nehmen kann und jetzt sind sie sogar im Netz konserviert :D Genieße, wenn irgend möglich, alles Schöne und Interessante weiterhin so intensiv, wie in dieser tollen Kinderchorzeit. Die schlechten Tage kommen von ganz alleine.
Liebe Grüße Ingrid
Hyacinth (21.07.2012, 12:08): Original von Ingrid Bin gerade erst auf diesen Thread gestoßen (warum auch immer) und habe diese Erlebnisse mit großer Freude gelesen. Wünschte mir schon oft, auch mal so ein Chorkind zu sein. Ganz besonders natürlich bei meiner Lieblings- Carmen und dem besten aller Don Josée :) . Wir haben ja noch eine sehr schöne Inszenierung in München und da werden die Kinder so richtig gefordert. Sie klettern und toben und singen außerdem noch sehr zu Herzen gehend und erfrischend. Also eine Augen- und Ohrenweide.
Konnte mich trotzdem bisher noch nicht so ganz in sie hineinversetzen, was jetzt viel besser gelingen wird. Vielen Dank!! Es sind wohl wirklich Erlebnisse, die prägen und von der Oper nicht mehr loskommen lassen. Freue mich sehr für Euch, dass Ihr diese Möglichkeiten hattet und in der Zukunft vielleicht sogar noch in Statistenrollen oder sogar mal im Opernchor mitwirken könnt. Das ist aber bestimmt ein sehr steiniger Weg und wie ich hörte, wird er auch nicht so besonders gut bezahlt. Wo ich die Kinder auch sehr liebe und bewundere, sind die Kleinen im Ballett, die ja immer wieder einmal eingesetzt werden. Ein besonders goldiges rothaariges Mädchen habe ich über mehr als zehn Jahre beobachten können. Inzwischen gehört sie schon zu den "Großen" und ist im 2. BSB-Ensemble. Hat also diese schwierige Ausbildung gut durchgehalten. Sie sind dann bestimmt immer ganz glücklich, zusammen mit berühmten ersten Solisten auf der Bühne zu stehen, wie Ihr mit berühmten Sängerinnen und Sängern.
Auch bei uns in Wien haben die Kinder bei Carmen einiges zu tun. Es gibt einen "Offizier", der vorangeht, zwei Kinder, die "Pferde" umgeschnallt bekommen und auf der Bühne herumgaloppieren. Dann gibts eben noch die Ballspiel-Kinder..
Ja, in der Ballettschule gehts um einiges härter zu. Die waren zwar viel besser erzogen als wir - sie mussten immer vor jedem Lehrer am Gang knicksen und grüßen - aber dafür hatten sie jeden Tag den ganzen Nachmittag Unterricht. Und am Zeugnistag saßen etliche heulend in der Ecke, weil sie eine 4 in Dehnen hatten oder so ähnlich. Die Burschen wurden auf Händen getragen, Mädchen jedes Jahr einige ausgemustert.
Die Schwester von einer Chorkollegin von mir war auch in der Ballettschule, kam mit 14 in die Theaterklasse, weil der Ballettdirektor sie davon abhalten wollte, nach Monaco zu gehen, weil sie so gut war. Mit 15 (!) kam sie dann ins Ensemble und ist das jüngste Ensemblemitglied aller Zeiten. Das kommt aber sehr selten vor, die meisten erkämpfen sich mühsam den Weg nach oben und 1-2 kommen dann wirklich ins Ensemble in Wien...
Hyacinth :hello
Hyacinth (21.07.2012, 12:13): Original von Zdenka Waldner andreas conrad stand daneben und hat gemeint: "boa, so schöne blumen. und sie sind nicht von mir, mist!"
Ist ja ur süß :rofl
Zdenka Waldner (21.07.2012, 14:24): haha ja die beiden waren schon sehr süß!
auch, als sie ausgebuht wurde und er sie getröstet hat, aww :) er war dann übrigens bei meiner halbtante (die hat eine kleine pension) untergebracht, hat dort immer auf dem balkon geübt und telefoniert (um 7 in der früh) und anscheinend seine zahnspange bei der abreise vergessen-wurde aber nicht gefunden^^)
Original von Ingrid Original von Zdenka Waldner vielleicht war es nicht sehr spektakulär, aber für mich war es ein prägendes erlebnis, das mir auch immer hilft, die kinderchorzeit in schöner erinnerung zu behalten, auch wenn sie leider sehr unschön geendet hat. und jedes mal, wenn ich dann wegen carmen traurig bin, denk ich mir: aber wir waren auf der premierenfeier von frau ohne schatten, obwohl wir nicht eingeladen waren und der chroleiter war nicht dort! :)
alles liebe zdenka
Doch, für Dich und Deine Freundinnen war es auf jeden Fall spektakulär und für mich wäre es auch so gewesen. Echt super, dass Dir diese wunderbaren Erlebnisse niemand mehr nehmen kann und jetzt sind sie sogar im Netz konserviert :D Genieße, wenn irgend möglich, alles Schöne und Interessante weiterhin so intensiv, wie in dieser tollen Kinderchorzeit. Die schlechten Tage kommen von ganz alleine.
Liebe Grüße Ingrid
liebe ingrid, ja da hast du recht, vielen dank :)
vor allem ist das zwar vielleicht das ende einer zeit aber nicht das ende von allem. seit ich nicht mehr im kinderchor bin, bin ich im mädchenchor an unserer schule (der wirklich sehr gut ist-die sind alle viel besser als ich und daher kann ich sehr viel lernen), mache statisterie am salztburger landestheater (dieses jahr war ich das stubenmädchen der frau genia - zufall oder schicksal? ?( :D :D :D in schnitzlers "das weite land"-ebenfalls eine wunderbare erfahrung mit wunderbaren leuten und einem wunderbaren susannakostüm :D) und im gesangsunterricht läufts auch um einiges besser. das macht das ganze leichter, inklusive natürlich der schönen erinnerungen :D
alles liebe zdenka
Ingrid (21.07.2012, 15:29): Liebe Zdenka,
viel besser kann es doch kaum laufen. Du bist weiterhin auf den Brettern, die die Welt bedeuten (können) und mit Schule und Gesangsunterricht läuft's auch. Herz, was begehrst Du mehr :D
:hello Ingrid
Ingrid (21.07.2012, 15:40): Original von Hyacinth Die Schwester von einer Chorkollegin von mir war auch in der Ballettschule, kam mit 14 in die Theaterklasse, weil der Ballettdirektor sie davon abhalten wollte, nach Monaco zu gehen, weil sie so gut war. Mit 15 (!) kam sie dann ins Ensemble und ist das jüngste Ensemblemitglied aller Zeiten. Das kommt aber sehr selten vor, die meisten erkämpfen sich mühsam den Weg nach oben und 1-2 kommen dann wirklich ins Ensemble in Wien... Hyacinth :hello
Gehst Du ab und zu auch in eine Ballettvorstellung? Manuel Legris hat wieder so richtig Schwung in die Compagnie gebracht.... hörte und las ich. Ein sehr guter erster Solist vom BSB ist zu Euch ausgewandert und deshalb muss ich natürlich beim Neujahrskonzert immer gut aufpassen, damit ich ihn ja nicht verpasse. In diesem Jahr war er auf jeden Fall dabei (Roman Lazik). (OT :ignore )
Schönen Urlaub :hello
Hyacinth (21.07.2012, 15:45): Roman Lazik sagt mir was... Hier gibt es nicht so strenge Grenzen, da ich den Thread eröffnet habe, hab ich das Sagen :wink
Ich gehe ab und zu in Ballette, in Dornröschen war ich nach Weihnachten, was sehr nett war. Ich habe mir vorgenommen nächste Saison mehr zu gehen, weil ich sowieso so oft in die Oper gehe und das am Stehplatz viel unkomplizierter ist. Außerdem macht Legris echt interessante Sachen! Zum Beispiel seine Choreografenabende (Robbins, Nurejew etc.) sind echt schön gewesen, nicht immer nur solche Kostümschinken-Ballette.
Hyacinth :hello
Ingrid (21.07.2012, 16:01): Die gute Mischung von Handlungsballetten und Mehrteilern macht eine Ballett -Compagnie meist sehr erfolgreich. Beim Münchner Publikum sind die Handlungsballette fast beliebter und meist tummeln sich da dann auch die Kleinen auf der Bühne und im Publikum, um den Bogen zu bekommen :wink
Polina Semionova, die ganz oft bei Euch Gasttänzerin ist, war auch so ein Wunderkind und sofort nach Beendigung ihrer Ausbildung erste Solistin in Berlin. Das passiert sicher nur sehr selten. Sie habe ich in München schon als Dornröschen erlebt (einfach phänomenal) und Legris in Paris mehrmals, auch in moderner Choreografie. Das liegt ihm ebenfalls sehr.
:hello Ingrid
Zdenka Waldner (21.07.2012, 16:08): Original von Ingrid Liebe Zdenka,
viel besser kann es doch kaum laufen. Du bist weiterhin auf den Brettern, die die Welt bedeuten (können) und mit Schule und Gesangsunterricht läuft's auch. Herz, was begehrst Du mehr :D
:hello Ingrid
stimmt :D
Hyacinth (21.07.2012, 17:18): Original von Ingrid Die gute Mischung von Handlungsballetten und Mehrteilern macht eine Ballett -Compagnie meist sehr erfolgreich. Beim Münchner Publikum sind die Handlungsballette fast beliebter und meist tummeln sich da dann auch die Kleinen auf der Bühne und im Publikum, um den Bogen zu bekommen :wink
In Wien gehen natürlich auch mehr Leute in Dornröschen oder Romeo und Julia als zu neuen Sachen, deren Namen sie nicht kennen. Das hat dann zur Folge, dass es bei Dornröschen (vorallem an den Weihnachtsfeiertagen) sehr laut ist, vor allem, wenn grad nichts spannendes auf der Bühne passiert und "nur" Musik ist. Das ist dann schon etwas anstrengend :wink
Ingrid (21.07.2012, 18:09): Bei uns sind gerade die Kinder immer voll bei der Sache, sehr ruhig, aber auch begeisterungsfähig und applausfreudig, was bei Abo-Publikum oft sehr zu wünschen übrig läßt. Die Kinder tragen dann meist ihre Prinzessinnenkleider und ersten Anzüge, was ja auch die Chor- und Ballettkinder auf der Bühne sehr begeistert, wenn sie sich wunderschön anziehen oder verkleiden dürfen.
Hyacinth (21.07.2012, 18:28): Ja, die Kinder sind in Wien auch nicht so das Problem, eher die Erwachsenen. Entweder Eltern, die glauben, sie müssen ihren Kindern jetzt alles kommentieren, oder irgendwelche Leute, die einmal in die Oper gehen, enttäuscht sind, wenn während der Ouvertüre "nichts" passiert und reden...
Ja, die Kostüme sind auch zum Gorßteil dafür verantwortlich, dass es so Spaß macht. Bei Tosca hatten wir immer so typische Ministrantengewänder an. Ein rotes, weites Kleid und so ein weißes Spitzenhemd drüber. Dieses rote Hemd hat irrsinnig gekratzt und die Kurzhaarperücken haben gejuckt, aber das hat uns den Spaß nicht genommen. Es war einfach jedes Mal wie in eine andere Welt hineinzuschlüpfen. Mit den wunderschönen 19. Jahrhundert-Kleidern wie in La Boheme war das natürlich besonders leicht. Aber es war auch lustig, im Juni den Anorak anzuziehen und Boris Godunow zu singen.
Hyacinth :hello
Zdenka Waldner (21.07.2012, 19:07): Original von Hyacinth Ja, die Kostüme sind auch zum Gorßteil dafür verantwortlich, dass es so Spaß macht. Hyacinth :hello
oh ja, absolut :D auch wenn es schrecklich heoß war: ich hab mein "pseudozdenka"kostüm geliebt, beim letzten mal wollte ich es gar nicht ausziehen, besonders die mütze habe ich so geliebt :D am letzten abend durften die "großen" im chor rausgehen und sich was zu essen kaufen, bowohl wir eigentlich zusammenbleiben sollten. allerdings mussten wir uns umziehen. aber meine freundinnen und ich hatten alle einen kleinen teil trotzdem an, als wir eis essen gegangen sind. eine die strümpfe, die andere und ich die mützen. muss komisch ausgesehen haben, inmitten des vornehm gekleideten festspielpublikums, das draußen die pause verbracht hat, an einem extrem warmen abend unter einem dunkelblauen himmel (salzburg im sommer-solange es warm ist- :down) rennen drei mädchen mit winterassecoires und strengen zöpfen :D