CaptainFuture (05.04.2022, 21:27): Hallo liebe Klassikfreunde, ich mußte heute einige Zeit im Auto auf jemanden warten und habe dann hr2 KlassikRadio eingestellt
Cetay (06.04.2022, 03:17): Fuer mich ist Chausson -so wie hunderte andere Komponisten- auch eine Bildungsluecke. Die habe ich aus Anlass dieses Fadens jetzt notduerftig gestopft, indem ich mir seine einzige Sinfonie angehoert habe. Spaetromamtik ist nicht wirklich meine Welt, aber ich fand das ganz lohnend. Irgendjemand meinte dazu: Wie Wagner, aber besser. Ich wuerde erganzen: wie Franck, aber weniger monumental, dafuer duesterer. Die vorherrschende Stimmung in Chaussons Musik ist eine bezaubernde Melancholie..., die sich in einem Höchstmaß an sensibler Raffinesse, Schönheit und aristokratischer Vornehmheit ausdrückt, liest man auf der Netzseite CLASSICALmusic. Touché! (Ein mMn ganz ausgezeichneter Artikel, ausfuehrlich genug, um unter die Oberflaeche zu tauchen und Neugierde zu wecken, aber knapp genug, um nicht zu ersaufen.)
Ich war ueberrascht, wie viele Einspielungen es davon gibt - mit Mitropoulos, Munch und Monteux sind auch ein paar ganz grosse Namen dabei. Ich habe diese gehoert und es gefiel:
Ernest Chausson - Sinfonie B-Dur, op. 20 Netherlands RSO, Jean Fournet
Maurice inaktiv (06.04.2022, 10:42): wenn sich jemand mal eine CD kaufen möchte von Chausson, der könnte sich hier recht preisgünstig bedienen. Gerade das "Poeme" ist immer wieder reizvoll anzuhören.
eine weitere gelungene Einspielung der Sinfonie, gekoppelt mit Francks Sinfonie ist diese Einspielung hier:
Zur Zeit aber nicht mehr zu vernünftigen Preisen zu bekommen, wie es aussieht.
tapeesa (06.04.2022, 11:19): Am besten auch Chausson. Ist sehr schön.
Ernest Chausson - Konzert in D-Dur, op. 21; Eric Larsen, Klavier; Stephen Shipps, Violine; Wihan String Quartet - aus Fleur de mon âme (Blume meiner Seele): Chanson perpétuelle*, op. 37 & 7 Melodies, op. 2, 5. Sérénade italienne, 2. Le charme, 7. Le colibri, 3. Les papillons Karen Cargill, Mezzosopran; Simon Lepper, Klavier sowie Solisten des Royal Scottish National Orchestra*
Ernest Chausson - Streichquartett c-moll, op. 35 (vervollständigt von Vincent d'Indy) Quatuor Ludwig
Andréjo (06.04.2022, 13:58): Das eigenwillige Kammerkonzert op. 21 mag ich am liebsten. Die Sinfonie halte ich für wertvoll, das Poème dürfte sein bekanntestes Werk sein. Auch sein Streichquartett kenne ich vom vereinzelten Hören auf einer Misch-CD - ob ich's gleich wiedererkennen würde?
Ein Klaviertrio gibt es also auch. Schön - sollte herangeschafft werden. :D
Französischer Vor-Impressionismus - falls solche Hülsen viel Aussagekraft haben. Verwechseln mit Fauré, d'Indy oder Franck kann man ihn meines Erachtens nicht, eher vielleicht mit einem sehr klassizistischen Ravel.
Zwei meiner Chausson-CDs - wesentlich mehr finde ich nicht, auch nicht als Beifang oder wie das heißt:
Munch ist hier sicherlich ein Klassiker.
:) Wolfgang
Amonasro (06.04.2022, 16:29): Ich kenne von Chausson bisher nur seine Oper Le roi Arthus, erinnert schon sehr an Wagner, vor allem an Tristan und Isolde. Diese Aufnahme gefällt mir sehr:
Gruß Amonasro :hello
tapeesa (18.04.2022, 10:21): Zu erinnern an und Einflussnahme von Wagner einige gefundene Unterschiede, die gesehen und benannt werden. Finde ich nachvollziehbar und interessant.
"The story bears obvious resemblances to Wagner’s operas, with the courtly, mythical setting and the doomed, love of Lancelot and Guinevere recalling Tristan and Isolde. Chausson never apes Wagner, but seeks to break free of him while creating a lyric drama of a personal nature." (Jessica Duchen / classical music) ( https://www.classical-music.com/composers/chausson-ernest/ )
"Well before Ernest Chausson finished composing his only opera, “Le Roi Arthus,” in 1895, he was aware of the influence Wagner exerted over him, but that doesn’t mean he was able to escape it: à la “Tristan und Isolde,” he penned his own libretto for a chivalric romance, and he adopted elements of the German master’s opulent musical language. Chausson’s more straightforward vocal writing gives the opera a unique finish, " - Oussama Zahr / New Yorker ( https://www.newyorker.com/goings-on-about-town/classical-music/le-roi-arthus )
"But Chausson, it turns out, is Chausson and not a sum of everyone else’s parts; after a while the influences take a back seat and something new and powerful is created. You can’t help but be impressed–or notice that the libretto, also by Chausson, does not take the same view of the deceiving lovers as does Tristan: " - Robert Levine / classicstoday ( https://www.classicstoday.com/review/review-11755/ )
Hier noch eine Aufführungs-Besprechung: https://theberkshireedge.com/opera-review-chaussons-king-arthur-at-bards-summerscape/
Andréjo (18.04.2022, 11:35): Sehr interessante Funde, tapeesa! Danke Dir!
:) Wolfgang
tapeesa (20.04.2022, 09:01): Danke Dir für die Rückmeldung und den stilvollen Dank :) , tapeesa
Andréjo (20.04.2022, 10:44): Das Sternchen bedeutet jetzt: Bitte! (englisch: Never mind! No problem! Welcome! Not at all! - "Never mind" passt ja gar nicht ...) ;)
Ich sach ja immer, dass Sternchen nicht sein müssen für mich, aber wenn man eins bekommt, stört das natürlich auch nicht. Das sehe ich wie Dvoraks "Cecil Taylor" Joe.
So ist der Mensch. Stets in Widersprüche verwickelt.