Jeremias (21.01.2007, 21:49): Neues Jahr, neue Konzerterlebnisse! Ich mache hier einmal den Anfang:
Gestern im nahezu ausverkauften Robert-Schumann-Saal zu Düsseldorf:
Vesselina Kasarova, Mezzosopran Charles Spencer, Klavier
Vor der Pause wurden zunächst eine Arie von Haydn und dann 4 Stücke aus den "Nuits d'été" von Berlioz geboten, nach der Pause folgten die Liebeslieder von Dvorak sowie 2 Arien von Mozart. Als Zugaben gab es eine Arie von Händel sowie 2 bulgarische Volkslieder.
Soviel vorab: es war ein wahrer Hochgenuss! Wer gehofft hatte, es würde ein Programm, bei dem sich beide Akteure bei Koloraturen, Lautstärke und Virtuosität vollendst verausgaben würden, der wurde enttäuscht. Vielmehr merkte man beiden sofort an, dass sie Vollblutmusiker sind. Kasarova hat eine Ausstrahlung, wie ich sie bei Sängerinnen so noch nie gesehen habe, sie hat eine unglaublich starke Bühnenpräsenz. Umso erstaunter waren wir alle, als man nicht einmal in der 10. Reihe ihre zarte Stimme hören konnte, als sie die Zugaben ansagte. Aber wenn sie dann ihre Stimme ansetzt und quasi völlig mit dem Klavier verschmilzt, dann nimmt sie einen gefangen. Beiden Musikern hat man angemerkt, dass sie schon oft miteinander musiziert haben. Absolutes Highlight war die als erstes zugegebene Arie aus Händels "Ariodante". Es war ein Spiel mit den leisen Tönen, mit der schlichten Konzentration auf die Schönheit der Musik. Minutenlange Ovationen, wie ich sie in D'dorf seit Jahren nicht mehr erlebt habe! Selbst als alles vorbei war, schrien eine Zuschauer immer noch "Bravo" und begannen erneut zu applaudieren, so dass sie noch einmal auf der Bühne erscheinen musste.... ein unglaubliches Erlebnis!
:down
nikolaus (21.01.2007, 21:57): Gratuliere zu diesem schönen Erlebnis.
Ich kann das gut nachvollziehen: vor einigen Jahren habe ich sie auch in einem Liederabend erlebt (als "Einspringerin" für den erkrankten Thomas Hampson), und die Art und Weise, wie sie diesen Abend gestaltete, war absolut beeindruckend.
Es war ein Spiel mit den leisen Tönen, mit der schlichten Konzentration auf die Schönheit der Musik.
Genau das ist es!!!
Gruß, Nikolaus.
Ganong (23.01.2007, 18:49): Lieber Jeremias ,
der Robert-Schumann-Saal ist zwar ganz furchtbar geworden ( Akustik , alles Bauliche etc. pp. ) - er entspricht der Kälte seiner Sponsoren - , aber solch ein Ereignis hätee von der in Düsseldorf ja selten zu hörenden Gesangsqualität eigentlich "überausverkauft" sein müssen .
Eine einzigartige sinnliche wie dramatische Stimme wird sich wohl so schnell nicht wieder nach Düsseldorf verirren .
Wenn ein Publikum besonders laut brüllt , Bravo - richtiger eigentlich Brava oder , da es zwei Künstler waren , Bravi - ruft , so bedeutet dies grundsätzlich nicht viel . In anderen Städten ist das Publikum oft sehr viel kenntnisreicher als in Düsseldorf und auch zurückhaltender .
Die Leistung b e i d e r Künstler bleibt allerdings phänomenal !
Grüsse ,
Frank
Lisa (23.01.2007, 21:49): Hi, mein "erster" Bericht dieses Jahr! War am Sonntag in Erbach/Odw. bei Baiba Skride +Schwester Lauma +Sol Gabetta = Klaviertrio mit Werken von Haydn (KlaTrio G-Dur,Hob.XV:25) Beethoven(Klatrio D-Dur op.70 Nr1) und Ravel(Klatrio a-moll). Ich dachte,wenn schon mal so eine Mann/ äh,Frauschaft in die Hügelige Provinz reist, kann ich mir das nicht entgehen lassen und war gespannt, wie vor allem Baiba Skride live wirkt. Nach einer Weile hochklassiger Musikkonserven habe ich gerne mal Frischkost, damit ich sehe, wie die Musik entsteht. Erstaunlicherweise berührte mich das KlaTrio von Haydn gar nicht. Es war sicher erstklassig gespielt, Brilliant und sauber, aber mir zu steril. Der überschwengliche Applaus überraschte mich.Da hätte ich auch eine beliebige gute CD zuhause hören können).das BeethovenStück fand ich dann schon besser.(Jetzt spielten die drei Frauen nicht nur Klasse,sondern hatten sich "warm"gespielt) - wieder toller Applaus, dann Pause. Nach der Pause, ich hatte ein Glas Sekt genossen, war es dann soweit.
Endlich entführte mich die Musik. Ravel spielten die drei zauberhaft - Endlich waren die Solistinnen bei sich selbst angekommen, spielten zusammen (ohne sich dauernd anschauen zu müssen) und fühlten zusammen die gleiche Musik, das konnte ich hören und sehen. Das war nicht der Sekt! Einfach toll!!! Das ist es, warum ich Konzerte brauche. Das zu erleben geht mit CD-Konserven nicht.Geht es euch ähnlich?
Neue Jahresgrüße,
Lisa
Ps:Der Sekt in der Pause ist natürlich auch nett!
nikolaus (23.01.2007, 21:59): Hallo Lisa,
na klar, mir geht es auch so. Ich liebe die Momente, wenn man plötzlich auf der (Konzert-)Stuhlkante sitzt, weil man so gefesselt ist, wenn die Musiker selbst wahre Begeisterung zeigen, wenn der Künstler es schafft, daß das Publikum mucksmäuschenstill ist, um dann in einen rauschenden Applaus auszubrechen... Live-Konzert können einen wirklich "beseelen"!
Gruß, Nikolaus.
Rachmaninov (23.01.2007, 22:01): Original von Lisa Hi, mein "erster" Bericht dieses Jahr! War am Sonntag in Erbach/Odw. bei Baiba Skride +Schwester Lauma +Sol Gabetta = Klaviertrio mit Werken von Haydn (KlaTrio G-Dur,Hob.XV:25) Beethoven(Klatrio D-Dur op.70 Nr1) und Ravel(Klatrio a-moll).!
hätte ich mir auch angesehen und angehört.......
:I
Walter (23.01.2007, 22:17): Original von Rachmaninov
hätte ich mir auch angesehen und angehört.......
:I
nicht mal ich durfte mit - Lisa hat die letzte Karte abgegeiert :A
Gamaheh (29.01.2007, 22:45): Der Titel des Fadens bereitet mir (auch letztes Jahr schon) gewisse Probleme: Warum müssen es die "großen" sein. Können wir nicht auch über "kleine" berichten? Das Bedürfnis habe ich gelegentlich auch, und sei es nur zur Abschreckung, oder nur so, weil sie auch ganz schön waren, aber eben nicht groß(artig). Sollen wir dazu einen neuen Faden aufmachen?
Am Freitag war ich z.B. zum ersten Mal in einem Konzert des brandneuen (seit Oktober letzten Jahres) Bechstein-Zentrums hier in Hamburg. Dort haben sie einen netten kleinen Konzertsaal mit nicht viel mehr als 100 Plätzen eingerichtet, nicht ganz wie die ehemalige Bechstein Hall in London (heute: Wigmore Hall), aber immerhin. Es wurde ein junger finnischer Pianist vorgestellt, Antti Siirala (nie vorher gehört, aber offensichtlich schon eine beachtliche Karriere, wie eben die loci comunes der Konzert-Beipackzettel es geradezu zwangsweise sagen müssen). Er spielte folgendes Programm:
Beethoven, Waldstein-Sonate Bartok, "Im Freien", Suite für Klavier, Sz. 81 Chopin, Polonaise-Fantaisie As op.61 Szymanowski, Variationen über ein polnisches Volksthema h op.10 als Zugabe: Schumann/Liszt, Widmung.
Den ersten Satz der Waldstein spielte er sehr schön. Beim zweiten kamen mir Zweifel: Für mich ist der Test eines Pianisten immer, wie er die Spannung in langsamen Partien hält. Beim Bartok hatte ich mit dem Schlaf zu ringen: obwohl sehr laut, doch auch sehr monoton. Ein sehr harter Anschlag, oder aber nicht genügend auf die akustischen Verhältnisse abgestimmt, was ich oft erlebe (das scheint auch eine Fähigkeit zu sein, die nicht jeder Pianist hat).
Zwar kostete der Eintritt 15 €, aber dafür wurden vor dem Konzert und in der Pause Canapés und guter Wein gereicht, das war schon recht speziell und gar nicht, wie seinerzeit die Hauskonzerte von Steinway, die umsonst waren und wo eine sehr familiäre Atmosphäre herrschte und die sehr viel unprätentiöser waren, die allerdings auch nicht das Niveau hatten.
Weiter erwarten uns in dieser Saison: Volker Banfield, Evgenia Rubinova, Jura Margulis, Juan José Chuquisengo (kennt jemand letzteren?).
Grüße, Gamaheh
nikolaus (30.01.2007, 12:07): Hallo Gamaheh!
Weiter erwarten uns in dieser Saison: Volker Banfield, Evgenia Rubinova, Jura Margulis, Juan José Chuquisengo (kennt jemand letzteren?).
Ich besitzte zwei Aufnahmen mit Juan José Chuquisengo:
http://www.jpc.de/image/cover/front/0/6095541.jpg Ma mere l'oye (arr. Rosen); Gaspard de la nuit Pavane pour une infante defunte (arr. Chuquisengo); Jeux d'eau La Valse (arr. Chuquisengo)
http://www.jpc.de/image/cover/front/0/9638505.jpg Bach / Chuquisengo: Choräle BWV 147 & 645 Foulds: Gandharva-Music op. 49 Händel: Chaconne HWV 435 Foulds: April-England op. 48, 1 Beethoven / Liszt: 2.Satz aus der Symphonie Nr. 7 Corigliano: Fantasia on an ostinato Bach: Toccata BWV 911 Schumann: Toccata op. 7 Prokofieff: Toccata op. 11
Er scheint ein interessanter Pianist zu sein: gebürtiger Peruaner, lebt derzeit in München und ist maßgeblich von Celibidache geprägt. Sein Spiel würde ich eher als nüchern bezeichnen, aber nicht ohne Tiefe. Ich mag seine Aufnahmen gerne. Zu letzterer habe ich bereits etwas geschrieben, finde aber gerade den thread nicht ?(.
Wenn ich die Gelegenheit hätte, würde ich ihn mir anhören (wann ist denn das Recital?)
Gruß, Nikolaus.
Gamaheh (30.01.2007, 22:13): Hallo Nikolaus,
JJ Chuquisengo ist in Hamburg bei Bechstein für den 16. November vorgesehen - es ist also noch ein bißchen hin!
Übrigens vergaß ich Lise de la Salle, das "18jährige Klavierwunder" (25.5.).
Ich erinnere mich jetzt auch, daß Du zumindes die zweite der genannten CDs schon erwähnt hast.
Grüße, Gamaheh
AcomA (03.02.2007, 14:39): hallo,
letzten samstag-nachmittag fand im 'haus fuhr' in essen-werden ein klavierabend für nachwuchspianisten statt. das niveau war sehr hoch. die letzte ausführende war frau nosrati. sie spielte aus bachs WTK II, eine ligeti-etüde (vertigo) und eine sonatine von alkan. dieser vortrag war dermaßen auf hohem musikalischen und pianistischen niveau, wie ich es nur von weltklasse-spielern erfuhr ! ihr anschlag war sehr warm und sonor. technische grenzen waren nicht zu erkennen. ungeheuerlich.
im anschluss fand eine moderierte gesprächsrunde auf dem podium über die interpretation von klavierkompositionen statt, an dem das publikum sich beteiligen konnte. mitglied der rund waren u.a. boris bloch und meine wenigkeit. es war mal etwas ganz anderes. ich fand es richtig gut und erfrischend.
gruß, siamak :engel
Jeremias (04.02.2007, 23:01): Sag mal,die Frau Nosrati ist nicht zufällig die Schwester des Pianisten, den wir beide einst in Bochum hörten?
Jeremias (12.02.2007, 09:30): Am Samstag in der ausverkauften D'dorfer Tonhalle:
Jewgenij Kissin, Klavier
Schubert, Sonate Es-Dur D 568 Beethoven, 32 Variationen c-moll über ein eigenes Thema WoO 80
-Pause-
Brahms, Sechs Klavierstücke op. 118 Chopin, Andante spianato et Grande Polonaise brillante Es-Dur op. 22
Ich habe ihn damit zum sechsten Mal gesehen, erstmals aber mit einem derart abwechslungsreichen Programm. Der Schubert war mehr als nur ein "Warm-up", sehr gefühlvoll und nobel gelangen ihm die Ecksätze, der langsame Satz war für mich Highlight des regulären Programms. Bei Beethoven war er dann ganz in seinem Element als Virtuose, ich habe die Variationen noch nie derart souverän interpretiert gehört. Allerdings wurde es mir persönlich dann manchmal doch etwas zu viel, zu überladen. Aber auch hier konnte er in den langsamen Variationen überzeugen.
Nach der Pause folgte zunächst Brahms. Auch hier packte er natürlich richtig zu, wo er konnte, aber auch hier gelangen ihm wunderschöne Momente (Nr.2 und Nr.6). Es folgte zum Abschluss Chopin. Hier war ich mit seiner Interpretation nicht einverstanden. Viel zu selten gelang es Kissin, das Noble und Grazile, das insbesondere die Polonaise ausmacht, herauszustellen. Vielmehr "missbrauchte" er diese, um sein Können und seine Technik zur Schau zu stellen..... dennoch riesiger, nahezu extatischer Applaus!
Die 3 Zugaben hatten es dann richtig in sich: Zunächst spielte er den 3. Liebestraum von Liszt. Dann folgte das "Spinnerlied" von Mendelssohn, für mich die gelungendste Darbietung des Abends. Krönender Abschluss war dann die Carmen-Fantasie von Horowitz in der Version von 1968, grenzenloser Jubel!
Rachmaninov (12.02.2007, 09:50): Jeremias,
das scheint ein sehr gelungener Abend gewesen zu sein. Und dann noch mit geschenkten Eintrittskarten :rofl
Seine neueste Chopin Aufnahme wurde allerdings auch nicht sonderlich gelobt :)
Walter (25.02.2007, 11:28): Hallo,
es war zwar kein GROSSES KONZERT aber doch ein gelungenes:
GITARRENDUO KVARATSKHELIA
Im Aschaffenburger Stadttheater spielten die Herren
Mario Castelnuevo-Tedesco - Präludium und Fuge in E-dur
Johann Kaspar Mertz - Fantasie nach der Oper "Die Hugenotten" von Meyerbeer
Johann Kaspar Mertz - Am Grabe der Geliebten
Jacob ter Veldhuis - Diapason
Pierre Petit - Tarantelle
Das kleine Theater in Aschaffenburg versetzt einen direkt in die 70iger Jahre. Das 1811 erbaute kleine klassizistische Theater scheint in diesen Jahren seinen letzten neuen Anstrich erhalten zu haben. Da die 70iger langsam wieder modern werden und alles recht gepflegt ist nahmen wir das Ambiente mit angenehmen Erinnerungen wahr. Die beiden Gitarristen waren dagegen voll auf der Höhe der Zeit. Begeisternd war die für mich, wie ökonomisch die Bewegungen der Künstler waren. Kaum einmal wird mehr Bewegung sichtbar als das flimmern der Finger. Insgesamt eine wirklich nette Vorstellung der beiden Herren!
Hingehen, wenn die mal in Eurer Gegend spielen.
Zugaben:
Manuel de Falla - Danza de Mulinero
Scarlatti - ....
Gruß,
Gamaheh (28.02.2007, 22:00): Liebe Forenser,
wieder einmal wirklich kein "großes" Konzert, sondern ein sehr kleines, aber ich muß es einfach loswerden: Neulich hörte ich ein Werk von Arvo Pärt, bei dem ich unwillkürlich an des Kleinen Musikfreundes Katzen mit abgehackten Schwänzen denken mußte, und nicht nur das: Meine Nerven waren derartig mitgenommen, daß ich darauf auswich, Überlegungen zur Etymologie von "Saite" anzustellen - ist es mit "Saitling" verwandt? (wie sich herausstellte: ja) - und darüber, wie es sich anhören würde, wenn der Geigenbogen über gespannte Wiener Würstchen gleiten würde statt über meine Nervenstränge. Jemand, von dem ich dachte, er hielte sich die Ohren zu (aber wahrscheinlich hatte er meditiert), klärte mich auf, daß es sich um ein christliches Meditationsstück handle und eigentlich für ein größeres Streicherensemble (statt hier: Geige und Klavier) geschrieben sei - ich glaube, sowas nennt man "Selbstflagellation". Kennt Ihr dieses Stück ("Fratres") und habt es schon unbeschadet überstanden?
Gemarterte Grüße, Gamaheh
nikolaus (28.02.2007, 22:11): Liebe Gamaheh!
Es tut mir leid, daß deine Nerven so gemartert wurden. Ganz nachvollziehen kann ich es allerdings nicht: Ich hörte das Stück erstmals vor ein paar Jahren bei einer Aufführung des Cloud Gate Dance Theatre aus Taiwan mit einer fantastischen Choreographie. Daraufhin hat mir ein Freund das Stück besorgt, es ist eine Aufnahme mit Gil Shaham:
http://www.jpc.de/image/cover/front/0/9779671.jpg
Ich gebe zu, ich höre es nicht oft, aber deine Assoziationen verstehe ich nicht ganz. Mag sein, daß es an der Version liegt (meine ist mit Orchester).
Dann pflege jetzt mal deine Ohren und Nerven!!
Gruß, Nikolaus.
Gamaheh (07.03.2007, 00:11): Liebe Forenser,
nachdem ich letzlich schon kurzfristig dachte, die Geige sei eigentlich kein Instrument, dessen Klang mir liegt (beim Pärt war sie wirklich schrill!), hatte ich gestern einen veritablen Geigen-Tag: Erst nachmittags im Radio Mozarts Violinkonzerte mit Gil Shaham, die mich wirklich begeisterten, und dann abends in der Musikhalle Joshua Bell mit Tchaikovskys Violinkonzert (ein Werk, das ich vor sehr, sehr vielen Jahren pausenlos gehört habe und das für mich immer mit der gleichzeitigen Lektüre von Tolkiens Lord of the Rings assoziiert sein wird). Hier war es allerdings ohne den mir bekannten spätromantischen Schmelz, dafür mit verdischem Blechklang (wie man Tchaikovsky heute zu geben scheint) versehen. Trotzdem schön. Mein Kleiner konnte sich besonders für Bartoks Wunderbaren Mandarin begeistern (ich auch). Es spielte das NDR-Sinfonieorchester, dirigiert von Susanna Mälkki (im Küster-Look).
Grüße, Gamaheh
Gamaheh (08.03.2007, 23:36): Liebe Musikfreunde,
gerade komme ich aus der Hamburger Musikhalle, wo ich die Salzburger Camerata (Dirigent: Giovanni Antonini) und Martin Stadtfeldt hörte, und möchte noch schnell berichten, bevor ich mich absetze.
Das Programm:
Mozart: Divertimento in D K. 205 Bach J.S.: KK 1 in d BWV 1052 Mendelssohn: KK 1 in g op.25 Haydn: Sinfonie N.99 in Es
Das kleine Orchester war präzise, transparent und enthusiastisch, der Dirigent von sanguinischem Temperament und italienischem Gestus (ziemlich nahe an meiner Vorstellung vom Kapellmeister Kreisler), und das Ganze war eine uneingeschränkte Freude.
Die Musik war so plastisch dargestellt, man mußte nicht einmal auf die Satzbezeichnungen sehen: In den Menuettsätzen sah man beim Mozart geradezu die höfische Gesellschaft tanzen, das Largo war largo, das Adagio genau das. Das Ludische und der Humor Mozarts waren quasi mit Händen zu greifen, ebenso später der etwas böse Humor Haydns.
Beim Bach exquisites Zusammenspiel von Solist und Orchester (also kein „Konzert“ im Wortsinne). Stadtfeld ganz seriös im Frack, keine Mätzchen, kein Gehabe, ganz ernsthaft. Glücklicherweise spielt er nicht, wie er daherkommt: Typ verpennter Student – selbst im Frack! Allein vom Anschlag her so grundverschieden von Gould, keine Ahnung, wo dieser absurde Vergleich herkommt (eine Ahnung schon, aber trotzdem absurd). Also weg mit den Vorurteilen!
Nach der Pause zeigt er beim Mendelssohn, daß ihm auch das romantische Repertoire durchaus liegt (hoffentlich erweitert er es!) und erntet dafür wahren (und verdienten) Jubel vom Publikum (immer nicht zu vergessen: das Orchester), als Zugabe Bachs Partita N.6. Das Orchester kann beim Haydn am Schluß noch einmal auftrumpfen und wird mit ebenso begeistertem Applaus bedacht.
Ausnahmslos positiv ohne Abstriche!
Glückliche Grüße, Gamaheh
cellodil (13.03.2007, 07:43): Original von Gamaheh Joshua Bell mit Tchaikovskys Violinkonzert (ein Werk, das ich vor sehr, sehr vielen Jahren pausenlos gehört habe und das für mich immer mit der gleichzeitigen Lektüre von Tolkiens Lord of the Rings assoziiert sein wird). Hier war es allerdings ohne den mir bekannten spätromantischen Schmelz, dafür mit verdischem Blechklang (wie man Tchaikovsky heute zu geben scheint) versehen. Trotzdem schön. Mein Kleiner konnte sich besonders für Bartoks Wunderbaren Mandarin begeistern (ich auch). Es spielte das NDR-Sinfonieorchester, dirigiert von Susanna Mälkki (im Küster-Look).
Liebe Gamaheh,
das Tchaikovsky Violinkonzert habe ich vor zwei Jahren mit Joshua Bell und den Berliner Philharmonikern unter Michael Tylson Thomas gehört. War großartig (wohlig seufz!)... Zeitgleich wurde auch eine CD aufgenommen, die mir allerdings nicht gefällt.
An einen verdischen Blechklang kann ich mich im Kontext des Konzerts allerdings nicht erinnern... vielleicht liegt's doch nicht (nur) an der gängigen Aufführungspraxis?
Herzliche Grüße
Sabine
LazarusLong (13.03.2007, 08:23): Geplant für den 28.04: Eugen Onegin in der schlesischen Oper in Bytom und (etwas off topic) GENESIS am 21.06. :cool
Frank
cellodil (13.03.2007, 23:10): Heute die Karten bestellt für zwei Abende Bach Cello-Suiten mit Heinrich Schiff im Juni bei den Ludwigsburger Schlossfestspielen.
Je me freu... :D
Grüße Sabine
nikolaus (14.03.2007, 19:05): Original von cellodil Heute die Karten bestellt für zwei Abende Bach Cello-Suiten mit Heinrich Schiff im Juni bei den Ludwigsburger Schlossfestspielen.
Je me freu... :D
Grüße Sabine
Je te gönne... :D :D
Nikolaus.
uhlmann (15.03.2007, 08:08): ich gehe im april 2x ins landestheater linz:
15. 4.: philip glass: orphée leitung: dennis russell davies inszenierung: daniela kurz
24. 4.: henry purcell: die feenkönigin leitung: dennis russell davies inszenierung: andreas baesler
drd mit barockmusik? bin schon gespannt.
Gamaheh (16.03.2007, 00:54): Liebe Musikfreunde,
ich möchte Euch schnell zwischendurch von meinem letzten Wochenende berichten (aus der Reihe „Mein schönstes Ferienerlebnis“), an dem ich mich in Paris ein bißchen der musikalischen Völlerei hingegeben habe (ohne dafür durch Übersättigung bestraft zu werden) – man soll ja die Feste feiern, wie sie fallen.
Kaum dem Nachtzug entstiegen, begab ich mich am Sonnabend - nach kurzem Abstecher ins Hotel, um meinen Koffer abzuwerfen – ins Musée d’Orsay (der ehemalige Bahnhof – grandioser Bau), das einen sehr schönen Konzertsaal mit äußerst bequemen Sesseln (muß man schon sagen) und hervorragender Akustik hat.
Dort wurden an dem Wochenende sämtliche Werke von Brahms und Fauré für Klavier solo in chronologischer Reihenfolge von sechs mehr oder weniger bekannten Pianisten in zwölf Konzerten aufgeführt, die alle von Radio France Musique aufgenommen wurden und somit in absehbarer Zeit (erfahrungsgemäß 3 bis 6 Wochen) dort zu hören sein werden. Eine Übersicht findet Ihr hier: http://www.abeilleinfo.com/chronique.php?id_chro=5935&langue=fr
Ich fand mich gleich zu dem ersten Konzert ein (und hatte das Glück, daß ausgerechnet mir jemand eine überzählige Karte schenkte (!!), während ich in der Kassenschlange wartete):
François-Frédéric Guy Johannes Brahms de 1851 à 1853 I Sonate n°1 en ut majeur op. 1 Sonate en fa dièse mineur op. 2 samedi 10 mars 2007 de 11h à 12h
Hier war ein wildromantischer, ganz jugendlicher Brahms zu hören, bar jeder Sentimentalität, ohne Schwulst oder Süßigkeit (und ganz sicher nicht bieder – alles Wörter, die hier im Forum schon für Brahms verwendet wurden). Nicht der stereotype Brahms, aber doch ist schon eindeutig das typisch Brahmsische hörbar.
Der Pianist war mit dem ganzen Körper bei der Sache, was nicht zuletzt zu intensiver Beinarbeit führte (heftige Fußtritte auf den Boden waren nicht selten). Er packte die Musik mit einem zornigen Ingrimm an, als wenn er eine persönliche Rechnung zu begleichen hätte – Brahms als „angry young man“. Man kann ohne weiteres nachvollziehen, warum Schumann so begeistert war und ihn als großen Neuerer ausrief. Allerdings ist Guy auch in der Lage (Achtung: Qualitätsmerkmal!) langsame und leise Passagen spannend zu spielen. Sehr beeindruckend – unbedingt anhören, wenn Ihr könnt!
Grüße, Gamaheh
Gamaheh (16.03.2007, 01:35): Am nächsten Nachmittag (der vorige Abend war ein wenig lang – darüber später) in derselben Serie zunächst
Jonathan Gilad Johannes Brahms de 1871 à 1892 8 Pièces op. 76 2 Rhapsodies op. 79 Fantasies op.116 dimanche 11 mars 2007 de 16h30 à 17h30
Dieser junge Pianist (Mitte Zwanzig) ist auch bei uns schon recht bekannt; ich habe ihn z.B. bei den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern und im Radio gehört und hatte einen eher positiven Eindruck von ihm. Beim Musikfest MV war er einer der Jahres-Preisträger und spielt dort häufig zusammen mit Julia Fischer und Daniel Müller-Schott. Er ist auch ohne Frage einer, der mit allen manuellen Fähigkeiten ausgestattet ist und einen durchaus interessanten Klang erzeugt. Leider spielt er hier alles sehr schnell und im Tempo wenig differenziert, insbesondere durch die Rhapsodien jagt er förmlich hindurch. Keine Ahnung, ob das daran liegt, daß er nicht langsam spielen kann und es daher nicht tut, oder ob er Angst hat, Brahms zu gemütvoll klingen zu lassen – jedenfalls leidet die Spannung darunter. Das Publikum insgesamt ist jedoch begeistert. Als Zugabe spielt er Chopins Fantaisie impromptu, allerdings auch eher hektisch und undifferenziert. Ich glaube, ich habe noch nie so einen hyperaktiven Pianisten gesehen, der pausenlos auf dem Hocker auf- und abhopst! (Vielleicht war er auch einfach etwas nervös.)
Am Abend dann noch:
Jean-Frédéric Neuburger Johannes Brahms de 1892 à 1893 3 Intermezzi op. 117 6 Pièces op. 118 4 Pièces op. 119 dimanche 11 mars 2007 de 20h30 à 21h30
Ein ganz junger Pianist (eher Anfang Zwanzig), der jedoch schon allerhand Beachtung gefunden hat und den ich im Radio des öfteren (u.a. von La Roque d’Anthéron) mit Interesse gehört habe, spielt hier Brahmsens letzte Werke für das Klavier. Er beginnt mit op.117/1: Wer dieses Stück so entspannt so spannend spielen kann, verdient in jedem Fall Beachtung. Der Rest folgt dem ersten Eindruck: Ein sehr schönes Konzert und ein junger, uneitler Pianist, den ich für ein großes Talent halte (und der Rest des Publikums offenbar auch). Als Zugabe: Beethoven, Bagatelle op.126.
Nächtliche Grüße, Gamaheh
Gamaheh (17.03.2007, 00:23): Liebe Musikfreunde,
um den Bericht über mein letztes Wochenende abzuschließen, nun noch zum Sonnabend Abend: Nuit du Piano in Maisons Laffitte, nicht weit vor den Toren von Paris, offenbar eine wohlhabende Gemeinde, die sich nicht nur einen Saal mit 450 Plätzen und hervorragender Akustik, sondern auch einen schicken Smasher von Steinway Konzertflügel leisten kann, auf dem an diesem Abend spielen:
19 h 30 Jean-Claude Pennetier, piano Chopin: 3 Nocturnes op.15 Fauré: Nocturne n.13 in h op.119 Nocturne n.6 in Des op.63 Valse-Caprice n.4 in As op.62 Valse-Caprice n.3 in Ges op.59 Ballade in Fis op.19 Chopin: Barcarolle in Fis op.60 Als Zugabe: ein Prélude von Fauré
Der Pianist bat sich aus, ihn ohne Applaus sein Programm durchspielen zu lassen, was er – eher ungewöhnlich – mit den Noten vor den Augen und Umblätterin an seiner Seite tat. Ein eher dahinplänkelnder Chopin, etwas anbiedernd und gefällig. Die Stücke von Fauré fand ich interessanter, aber da habe ich keine Vergleichsmöglichkeiten. Pennetier schüttelte pausenlos den Kopf und machte eine Miene, als würde ihm diese Musik unendliches Leid zufügen (so schlimm war sie nun wieder auch nicht!). Solide und für mich eher indifferent.
21 h Hortense Cartier-Bresson, piano Bach : 4e Partita in D BWV 828 Chopin : Vingt-quatre Préludes op.28
Von dieser Pianistin hatte ich noch nie gehört, aber das will ja nichts heißen. Auch sie spielte, zumindest den ersten Teil, mit den Noten vor sich. Insgesamt war ich recht angetan, insbesondere vom Bach.
Gruße, Gamaheh
Gamaheh (17.03.2007, 00:39): Nuit du piano
Das Beste kommt jedoch immer zum Schluß:
22 h 30 Philippe Bianconi, piano Schumann : Kreisleriana (op.16) Chopin : Ballade n°2 in F op.38 Nocturne op.27 N° 1 Barcarolle op.60 3ème Scherzo in cis op.39 Als Zugabe: Prélude op.45 von Chopin
Nicht nur für mich der Höhepunkt des Abends: Die Kreisleriana mit einer Sinnhaltigkeit und Überzeugungskraft, wie ich sie noch nicht gehört habe. Bianconi weiß die Stücke in ihrer Gesamtheit zu gestalten durch feinste Nuancen in Dynamik, Tempo und Klangfarbe; ein Stück ergibt sich aus dem anderen, ist mit ihm auf organische Weise verbunden, kann nicht ohne die anderen stehen. Ich habe die Kreisleriana diverse Male gehört (allerdings nie im Konzert) und habe (außer natürlich im Namen) nie ohne Mühe eine Brücke zu Hoffmanns Kreisler schlagen können – an diesem Abend ergab sie sich wie von selbst, intuitiv.
Die zwei Seiten des Kapellmeisters: die schwärmerische, poetische (Berganza sagt: „Ich sehe ihn noch vor mir, den guten, herrlichen Mann ...; der trug den wahren poetischen Sinn im Innern“), und die spleenige, geniale, schließlich wahnsinnige (oder für wahnsinnig erklärte), von dem es heißt, er sei in den Wald gelaufen, um sich mit einer übermäßigen Quinte zu erdolchen („Den Johannes haben sie erschlagen und begraben, und als er im Gefühl der göttlichen Übermacht, die ihm der Geist verliehen, sich frei regen und bewegen wollte, da mußte er wahnsinnig sein.... In gewissem Sinn ist jeder nur irgend exzentrische Kopf wahnsinnig, und scheint es desto mehr zu sein, je eifriger er sich bemüht, das äußere matte tote Leben durch seine inneren glühenden Erscheinungen zu entzünden. Jeder, der einer großen heiligen Idee, die nur der höheren göttlichen Natur eigen, Glück, Wohlstand, ja selbst das Leben opfert, schilt gewiß der, dessen höchste Bemühungen im Leben sich endlich dahin konzentrieren, besser zu essen und zu trinken, und keine Schulden zu haben, wahnsinnig“). Ihr kennt vielleicht Hoffmanns Zeichnung von seinem Kreisler?
Kreisler ist da, in seiner ganzen Komplexität. Eine halbe Stunde, in der die Huster, Schniefer, Keucher, Grunzer endlich einmal Ruhe gegeben haben (wahrscheinlich haben sie vor lauter Spannung den Atem angehalten).
Danach zeigt uns Bianconi – immer brav und sittsam im Frack (übrigens der einzige, den ich an diesem Wochenende gesehen habe) – was in Chopin drinsteckt, wenn man tief genug gräbt, um die Kanonen unter den Blumenbeeten freizulegen: im Nocturne geradezu beängstigend – wer sonst kann ein Crescendo so langsam und gleichmäßig drohend aufbauen; aber er zeigt uns den Abgrund nur und holt uns dann gleich wieder zurück mit einer auf dem Klavier gesungenen Barcarolle – hier beginnt der entspannte Teil, wo man ohne Suspension applaudieren darf – gefolgt von einem fetzigen Scherzo n.3 – ein makellos konstruiertes Programm. Wir sind alle glücklich, daß es so gut ausgegangen ist, und lassen uns um Mitternacht und nach viereinhalb Stunden noch zu wahrer Begeisterung hinreißen, worauf Chopins Etude op.45.
Gute Nacht, Gamaheh
cellodil (17.03.2007, 11:50): Original von Gamaheh Der Pianist war mit dem ganzen Körper bei der Sache, was nicht zuletzt zu intensiver Beinarbeit führte (heftige Fußtritte auf den Boden waren nicht selten). Er packte die Musik mit einem zornigen Ingrimm an, als wenn er eine persönliche Rechnung zu begleichen hätte – Brahms als „angry young man“. Man kann ohne weiteres nachvollziehen, warum Schumann so begeistert war und ihn als großen Neuerer ausrief. Allerdings ist Guy auch in der Lage (Achtung: Qualitätsmerkmal!) langsame und leise Passagen spannend zu spielen. Sehr beeindruckend – unbedingt anhören, wenn Ihr könnt!
Liebe Gamaheh,
das klingt großartig! Erinnert ein bisschen an diese Liszt-Ankedote, bei dessen Konzerten der Boden ja angeblich am Ende immer mit Teilen von zertrümmerten Flügeln bedeckt gewesen sein soll...
Danke, dass Du uns an Deinen "schönsten Ferienerlebnissen" teilhaben lässt. Wäre gerne dabei gewesen.
Herzliche Grüße
Sabine
cellodil (17.03.2007, 11:55): Original von Gamaheh Jonathan Gilad
Er ist auch ohne Frage einer, der mit allen manuellen Fähigkeiten ausgestattet ist und einen durchaus interessanten Klang erzeugt. Leider spielt er hier alles sehr schnell und im Tempo wenig differenziert, insbesondere durch die Rhapsodien jagt er förmlich hindurch. Keine Ahnung, ob das daran liegt, daß er nicht langsam spielen kann und es daher nicht tut, oder ob er Angst hat, Brahms zu gemütvoll klingen zu lassen – jedenfalls leidet die Spannung darunter. Das Publikum insgesamt ist jedoch begeistert. Als Zugabe spielt er Chopins Fantaisie impromptu, allerdings auch eher hektisch und undifferenziert. Ich glaube, ich habe noch nie so einen hyperaktiven Pianisten gesehen, der pausenlos auf dem Hocker auf- und abhopst! (Vielleicht war er auch einfach etwas nervös.)
Liebe Gamaheh,
ich habe ihn auch schon im Konzert gehört. Allerdings nicht bei einem Klavierabend, sondern in kammermusikalischer Besetzung. Das wirkte dann wie ein Wettrennen, bei dem Gilad wohl immer "Erster" werden wollte. Atemlos und verhetzt (und leider - in dieser Konstellation - auch viel zu laut). Ich dachte allerdings, dass das beim solistischen Spiel vielleicht ein bisschen anders sein könnte. Da habe ich mich wohl getäuscht.
Grüße
Sabine
cellodil (17.03.2007, 11:59): Liebe Gamaheh,
seufz! Das muss wirklich großartig gewesen sein, Dein Erlebnis mit Bianconi.
Liebe (ein ganz klein bisschen neidvolle) Grüße
Sabine
sound67 (25.03.2007, 13:32): 23.03. in Frankfurt, Alte Oper:
UMBERTO GIORDANO: Andrea Chénier (konzertant)
Musikalische Leitung Paolo Carignani Chor Alessandro Zuppardo
Andrea Chénier Antonello Palombi Carlo Gérard Željko Lu i Maddalena di Coigny Micaela Carosi Bersi Marina Prudenskaja Gräfin von Coigny Stella Grigorian Madelon Elzbieta Ardam Roucher Bálint Szabó Pietro Fléville Simon Bailey Fouquier Tinville Soon-Won Kang Matthieu / Haushofmeister Johannes Martin Kränzle Abate Peter Marsh L’Incroyable Hans-Jürgen Lazar Dumas / Schmidt Franz Mayer
Chor der Oper Frankfurt Frankfurter Museumsorchester
Umberto Giordano war zwar kein ausgesprochenes "One Hit Wonder", doch ist "Andrea Chénier" die einzige Oper von ihm, die heute noch öfters gespielt wird. Leider erklang sie in Frankfurt nur konzertant, was man besonders ob der dramatischen Handlung mit hohem Kitschfaktor bedauern muss. Die Oper ist typischer Verismo, aber weitaus besser als z.B. die zuletzt in Frankfurt szenisch aufgeführte "Tiefland" von Eugen d'Albert (Pressenotizen: "Tiefschlag", "Tiefpunkt", "Tiefschlaf"). Die Instrumentation ist durchweg farbig, teilweise sogar "subtil" zu nennen, und es gibt einige hübsche Nummern. Wenn man bedenkt, was einem für ein Dreck von Verdi teilweise zig-fach parallel auf deutschen und internationalen Bühnen serviert wird (in FFM zurzeit "Un Ballo in Maschera") muss man sich wirklich wundern. Es ist im Prinzip eine kitschige Liebesgeschichte vor dem Hintergrund der französischen Revolution, frei nach historischen Vorkommnissen.
Die Aufführung (im Programmheft(!) stand auch noch: "Eine Oper, die nach der Bühne schreit" - Wie wahr!) war munter und forsch in der Gangart, getragen von guten Sängern, v.a. dem Gast Micaela Carosi mit sehr kultiviertem Sopran und den Ensemblemitgliedern Lucic und Kränzle, die Orchesterleistung ohne Tadel. Der Chor wirkte ein wenig blass,aber es gab auch nicht gerade viele Gelegenheiten für ihn, sich auszuzeichnen.
Insgesamt ein hübscher, abwechslungsreicher und nicht zu langer konzertanter Opernabend, und der Klang ist natürlich wesentlich besser als auf der Opernbühne!
Gruß, Thomas
Jeremias (25.03.2007, 13:38): Gestern Abend mal was anderes: Joan Baez in Bonn..... ganz toll!!!!
nikolaus (16.04.2007, 17:26): Ich weiß zwar noch nicht wie es wird, aber ich habe heute Karten bestellt:
1. Mittwoch in Dortmund Renaud Capucon und Nicholas Angelich spielen Brahms
2. Die ersten vier Konzerte vom diesjährigen Progetto Martha Argerich in Lugano :leb :leb :leb :leb :leb !!
In voller Vorfreude
Nikolaus
cellodil (17.04.2007, 01:09): Original von nikolaus Ich weiß zwar noch nicht wie es wird, aber ich habe heute Karten bestellt:
1. Mittwoch in Dortmund Renaud Capucon und Nicholas Angelich spielen Brahms
2. Die ersten vier Konzerte vom diesjährigen Progetto Martha Argerich in Lugano :leb :leb :leb :leb :leb !!
In voller Vorfreude
Nikolaus
Wow!!! Das klingt ja großartig!!! :down
Ganz mithalten kann ich da nicht, aber ich freu' mich im Moment auf meinen ersten diesjährigen Schwetzingen-Besuch (hoffentlich bleibt das Wetter schön!). Werde mir nach überstandener Walpurgisnacht Il Giustino mit dem Baltharsar-Neumann Ensemble im Rokoko-Theater zu Gemüte führen... Und im Juni dann - endlich, endlich - Gidon Kremer.
Liebe Grüße
Sabine
nikolaus (18.04.2007, 23:19): Gerade zurück vom Konzert:
Renaud Capucon, Nicholas Angelich spielten die drei Violinsonaten von Johannes Brahms und als Zugabe sein Scherzo aus der F-A-E-Sonate.
Das Programm ist identisch mit ihrer vor nicht allzu langer Zeit erschienen CD.
Es war ein durchaus beeindruckender Abend. Obwohl es Brahms den Zuhörern nicht gerade einfach macht, konnten Capucon und Angelich die Spannung halten und eine intensive Atmosphäre schaffen. Sie gestalten die Sonaten sehr farbig und straff. Es entstanden bisweilen berückend schöne Momente, die oft im Detail steckten (aus dem Nichts kommende Töne, zarte Schattierungen, rhythmische Rafinesse). Man merkt, daß sie ein eingespieltes Team sind und daß sie beim Musizieren in ihrem Element sind.
So, und warum klingt das, was ich schreibe, so hölzern? ?( Ist ja schrecklich! :(
Nikolaus.
cellodil (19.04.2007, 11:29): Original von nikolaus
So, und warum klingt das, was ich schreibe, so hölzern? ?( Ist ja schrecklich! :(
Lieber Nikolaus,
könnte es vielleicht sein, dass Dich der Abend doch nicht so wirklich hin- und/oder mitgerissen hat?
Herzliche Grüße
Sabine
nikolaus (19.04.2007, 12:15): Original von cellodil Original von nikolaus
So, und warum klingt das, was ich schreibe, so hölzern? ?( Ist ja schrecklich! :(
Lieber Nikolaus,
könnte es vielleicht sein, dass Dich der Abend doch nicht so wirklich hin- und/oder mitgerissen hat?
Herzliche Grüße
Sabine
Hm, du könntes glatt on-line-Psychologin werden (meine ich positiv)!
Du hast durchaus Recht, und wenn ich darüber reflektiere, fallen mir zwei Gründe ein:
1. Die Sonaten selber finde ich zwar spannend, man muß aber seinen eigenen Beitrag dazu leisten, will sagen, man muß "aktiv" zuhören und wird nicht automatisch mitgerissen. Damit hing gestern abend zusammen: 2. Eher banal: neben mir saß ein sicherlich sehr netter älterer Herr, der mir alllerdings einige Nerven raubte: schon bei der Einführung vor dem Konzert (die zugegebenermaßen ziemlich schwach war) nickte er oder schüttelte er ständig kommentierend den Kopf (auch während des Konzertes). Außerdem hatte er diverse Ticks, die nicht lautlos waren. Kurz vor Beginn des Konzertes im Saal textete er dann noch seine Nachbarin zu (klang für mich, als wäre er der beste Freund der Capucons sowie auch von Baiba Skride... )
Ist schon erstaunlich, wie abgelenkt ich offenbar zwischendurch war. :(
Daß es trotzdem ein guter Abend war, erkenne ich für mich daran, daß mir diverse Male ein Schauer über den Rücken lief oder mir sogar unvermutet (Beginn zweiter Satz der ersten Sonate) Tränen in die Augen schossen. Klingt ziemlich kitschig, habe ich aber immer, wenn mich etwas besonders mitnimmt.
Nikolaus.
cellodil (19.04.2007, 13:03): Original von nikolaus Original von cellodil Original von nikolaus
So, und warum klingt das, was ich schreibe, so hölzern? ?( Ist ja schrecklich! :(
Lieber Nikolaus,
könnte es vielleicht sein, dass Dich der Abend doch nicht so wirklich hin- und/oder mitgerissen hat?
Herzliche Grüße
Sabine
Hm, du könntes glatt on-line-Psychologin werden (meine ich positiv)!
Ich nehme das einfach mal so an. Ist aber eher die déformation profesionelle... Mit solchen Fragen habe ich es ja tagtäglich zu tun...
Original von nikolaus ... neben mir saß ein sicherlich sehr netter älterer Herr, der mir alllerdings einige Nerven raubte: schon bei der Einführung vor dem Konzert (die zugegebenermaßen ziemlich schwach war) nickte er oder schüttelte er ständig kommentierend den Kopf (auch während des Konzertes). Außerdem hatte er diverse Ticks, die nicht lautlos waren.
... gegen solche Sitznachbarn ist leider kein Kraut gewachsen...
Original von nikolaus Kurz vor Beginn des Konzertes im Saal textete er dann noch seine Nachbarin zu (klang für mich, als wäre er der beste Freund der Capucons sowie auch von Baiba Skride... )
... das sind die im Vorfeld von Konzerten leider gar nicht so seltenen Momente, in denen ich fast (aber auch nur fast und auch nur vorübergehend) dem Glauben zuneigen könnte, dass Frauen doch die besseren Menschen sind. Andersherum (Frau erklärt Mann die Welt) habe ich das bislang jedenfalls noch nicht erlebt... :P
Original von nikolaus Ist schon erstaunlich, wie abgelenkt ich offenbar zwischendurch war. :(
Ich finde, es spricht doch gewissermaßen für die Qualität des Abends, dass Du da überhaupt noch was von der Musik mitbekommen hast.
Original von nikolaus Daß es trotzdem ein guter Abend war, erkenne ich für mich daran, daß mir diverse Male ein Schauer über den Rücken lief oder mir sogar unvermutet (Beginn zweiter Satz der ersten Sonate) Tränen in die Augen schossen. Klingt ziemlich kitschig, habe ich aber immer, wenn mich etwas besonders mitnimmt.
Klingt nicht kitschig, sondern schön und nach einem - trotz der Widrigkeiten - bewegenden Abend.
Herzliche Grüße
Sabine
ab (23.04.2007, 20:26): Bei uns wird Alexander Lonquich einen Klavierabend mit Werken von Chopin, Debussy und Schumann geben. Lohnt es sich, dort hin zu gehen? Wer hat Lonquich schon im Konzert erlebt?
Danke!
nikolaus (23.04.2007, 23:06): Original von ab Bei uns wird Alexander Lonquich einen Klavierabend mit Werken von Chopin, Debussy und Schumann geben. Lohnt es sich, dort hin zu gehen? Wer hat Lonquich schon im Konzert erlebt?
Danke!
Leider kann ich dir da nicht gut weiterhelfen, da ich ihn noch nicht im Konzert erlebt habe. Ich erinnere mich aber an eine sehr positive Besprechung einer CD von 2002, du findest sie hier.
Sorry, mehr kann ich nicht dazu beitragen.
Nikolaus.
Jeremias (24.04.2007, 07:54): Ich habe ihn einmal erlebt mit einem Rachmaninoff-Abend. Er begleitete Sergei Leiferkus und Boris Pergamenschikow.... eine sehr selbstverliebte Darstellung auf der Bühne, pianistisch nur mittelmaß, seine Musik hatte kaum Tiefe... naja...
Jeremias (24.04.2007, 22:48): Heute Abend in Düsseldorf:
Alexei Volodin, Klavier (Gewinner des Géza-Anda-Wettbewerbs 2003)
Chopin: 4 Impromptus Liszt, Réminiscences de "Don Juan" de Mozart S 418
3 Zugaben (Liszt, Consolation, 2x was Barockes)
Ich erspare mir hier eine ausführliche kritik! Kein einziger schöner Ton, unsaubere Pedalführung, eine donnernde linke und eine krachende rechte Hand.... eine vergewaltigung der Musik...
Amen!
Fällt unter die Kategorie: Pianisten, die die Welt nicht braucht! Gottseidank haben nur knapp 150 Leute ihr Geld für diesen Schund ausgegeben!
nikolaus (01.05.2007, 11:43): Am 24.4. war ich spontan bei Grigory Sokolov in Hamburg:
F. Schubert: Sonate c-moll D 958
Pause
A. Skrjabin: Prélude und Nocturne für die linke Hand op. 9 Sonate Nr. 3 fis-moll op. 23 Poèmes op. 69 Nr. 1-2 Sonate Nr. 10 C-Dur op. 70 "Vers la flamme" - Poème E-Dur op. 72 5 oder 6 Zugaben (u.a. Chopin)
Einfach ein phänomenaler Pianist (der fast schon mit dem Flügel verschmilzt oder in ihn zu versinken scheint). Wie letztes Jahr war ich fasziniert von seinem pianistischen Können, er scheint jeden einzelnen Ton zu modellieren. Auch wenn er mich emotional eigentlich nicht richtig erreicht, bin ich total gefesselt gewesen!
Nikolaus.
daniel5993 (02.05.2007, 11:10): Hallo,
Kurt Masur kommt nach Celle in die Congress Union am 17.September 07! Er leitet das Französische Nationalorchester! Gespielt wird die 7 von Anton Bruckner und das 2 Klavierkonzert von Beethoven (spielen tut Frey)! Das erste mal das ich erlebe, das jemand namenhaftes hier nach Celle kommt! werde auf alle Fälle dabei sein und mir Karten sichern!
Gruß daniel
ab (02.05.2007, 11:42): Letzte Woche hatte ich Alexander Lonquich mit Debussys Préludes II sowie Chopin und Schumann gehört. Das Publikum war begeistert.
Ich habe leider wenige vom Debussy gehört, was an seinem undifferenzierten Pedaleinsatz lag. Vom Konzept, seiner Musikalität her hätte mir sein Spiel vermutlich schon gefallen. Sein Schumann fand ich höchst chopinesque: ich habe noch nie die schumanschen Gegensätze so niveliert gehört.
Im Piano durchaus ausdrucksstark, wurde im Forte das Spiel brüchig. Die hohen Töne wurden stets schwächer. Liegt so etwas am Pianisten oder aber am Instrument?
Zum Positiven: Er hat ein untrügliches Gespür für das, was man im Jazz "Timing" nennt.
cellodil (05.05.2007, 00:06): Kein Konzert, aber ein großartiger Opernabend im Schwetzinger Rokokotheater: Il Giustino von Giovanni Legrenzi Eine barock-antikisierende Superheldengeschichte als dreieinhalbstündiges Spektakel, ein Bilderrausch mit toller Besetzung und dem wunderbaren Baltharsar-Neumann-Ensemble unter Thomas Hengelbrock.
Leider war die Vorstellung am 1. Mai die letzte... :haha
Allerdings soll der Augen- und Ohrenschmaus in der Inszenierung von Nicolas Brieger im Herbst 2008 noch einmal in Luxembourg auf die Bühne gebracht werden... Da gibt's natürlich keinen so schönen Schlossgarten zum Lustwandeln... :haha
Grüße
Sabine
ab (06.05.2007, 11:24): Letzte Woche hörte ich die Camerat Salzburg Schostakowitsch erstes Cellokonzert spielen. Solist war der Schweizer Christian Poltéra, der Meisertschüler Heinrich Schiffs, der eigentlich zunächst hätte spielen sollen und dann auch noch das Dirigat absagen und an den Australier Alexander Briger kurzfristig abegeben musst.
Mit selbstverständlicher Technik konnte Poltéra selbst in den schnellsten Passagen immer noch beliebig gestalten. Seine Perfektion wurde dabei im natürlichen Fluss der sehr weit gezogenen Linien völlig nebensächlich. Seine Gestaltung und das musikalische Empfinden wirkten schlicht natürlich und ließen gar kein russisches Kolorit vermissen. Versunken in großer Gelassenheit beeindruckte Poltéra mit vielfältiger Tongestaltung. Sein Spiel wirkte wie ein lyrischer Rückblick auf die schwierigen Umstände der Sowjetunion der 50er Jahre. Damit schlug der Cellist überzeugend einen ganz neuen Interpretationsweg ein, abseits der üblichen Aufführungstradition mit überbordender Intensität, wie es beim expressiven Widmungsträger Rostropovich - dem das Konzert wegen seines Ablebens kurzfristig gewidment wurde - zu hören war. Ein Cellist, den man sich anhören sollte!
cellodil (06.05.2007, 20:43): Original von ab Letzte Woche hörte ich die Camerat Salzburg Schostakowitsch erstes Cellokonzert spielen. Solist war der Schweizer Christian Poltéra, der Meisertschüler Heinrich Schiffs, der eigentlich zunächst hätte spielen sollen und dann auch noch das Dirigat absagen und an den Australier Alexander Briger kurzfristig abegeben musst. (...) Ein Cellist, den man sich anhören sollte!
Neid... Und dann noch mit dem Shostakovich!!!
Ich hätte Poltéra eigentlich in der letzten Aprilwoche hören sollen, aber da saß er leider auf dem Flughafen Kopenhagen wegen eines Streiks fest und der kurzfristig eingesprungene Ersatzmann war naja....
Hoffe mal, dass ich bald Gelegenheit haben werde, ihn zu hören...
Grüße
Sabine (leicht grünlich)
Jeremias (17.05.2007, 11:10): Gestern Abend in der ausverkauften Kölner Philharmonie (wie gut, dass jemand noch Tickets loswerden wollte!!!)
GABRIELA MONTERO, Klavier
Chopin: Nocturne c-moll op.,48/1 Schumann: Faschingsschwank aus Wien Ginastera: Sonate Nr.1
Pause
Improvisationen über aus dem Publikum vorgegebene Themen
Zum 1.Teil: Eine sehr noble und einfühlsame Interpretation, wobei sie hier und da auch zeigte, dass sie gerne mal zupackt, dass sie eine unglaubliche saubere Technik hat, beeindruckend.
Highlight war aber der 2.Teil! Ich kannte sie bisher nur von wenigen CD_Ausschnitten. Martha Argerich muss völlig baff gewesen sein, als sie Montero erstmals improvisieren hörte.... und wir waren es auch! Egal, welche Themen das Publikum vorgab, man hätte jede Improvisation als eigenes Konzertstück als Noten herausgeben können! So wurde Gershwins "Summertime" in ein Mozart'sches Rondo gebettet, Beethoven's 5. mit Carmen's HAbanera vereint und Rimsky-Korsakov's Hummelflug verjazzt. Als Zugabe wollte sie dann "something typical German" vertonen, so dass die ganze Philharmonie anfing, "Ma lasse da Dom in Kölle zu singen". Sie suchte sich dann einen Teil der Noten zusammen und unter tosendem Applaus beendete sie diesen einzigartigen Abend.
Ich habe mittlerweile bestimmt über 100 Klavierabende besucht, aber so etwas habe ich noch nie erlebt! Am 24.06. gibt es die TV-Aufzeichnung im WDR zu sehen, bereits vorher spielt sie in D'dorf und ich werde gleich morgen die KArten bestellen! :leb :leb :leb
nikolaus (17.05.2007, 11:24): NEID!!!
Ich hatte gestern tatsächlich überlegt, hinzufahren. Aufgrund des Verkehrs hier in Münster habe ich mich dagegen entschieden, ich wäre garantiert nicht pünktlich gekommen.
Was du schreibst, klingt fantastisch. Ich habe sie vor zwei Jahren im wesentlich kleineren Rahmen in Lugano bei Martha Argerich gehört und war auch sehr fasziniert. Damals spielte sie u.a. die Appassionata bei glühender Hitze (sie schwitze dermassen, dass es ein wahres Aquaplaning auf den Tasten gegeben haben muss), sehr kraftvoll und beeindruckend. Improvisiert hat sie nur als Zugabe, trotzdem :down.
Wann spielt sie denn in Düsseldorf? Das möchte ich mir dann nicht entgehen lassen!
Gruß, Nikolaus.
Rachmaninov (17.05.2007, 11:34): Original von Jeremias Martha Argerich muss völlig baff gewesen sein, als sie Montero erstmals improvisieren hörte.... und wir waren es auch!
Irgendwo hatte ich es einmal gelesen das erste "Zuwsammentreffen" der beiden wo Montero ihr vorspielte. Irgendwo spät in der Nacht.
Glaube in der Piano News...
Vielleicht hole ich mir doch mal ihre Aufnahmen :engel
nikolaus (17.05.2007, 22:29): @ Jeremias
Ich hab's schon gefunden: G.Montero spielt am 11.Juni in Düsseldorf, nicht wahr.
Einerseits schade, da bin ich nicht da. Andererseits: ich bin dann schon beim Progetto Martha Argerich in Lugano!! Sei's drum, man kann nicht alles haben...
Gruß, Nikolaus.
Jeremias (18.05.2007, 12:31): Sie spielt wohl im Oktober auch in Bonn und dann im Januar nochmal in Düsseldorf :haha
nikolaus (18.05.2007, 15:55): Original von Jeremias Sie spielt wohl im Oktober auch in Bonn und dann im Januar nochmal in Düsseldorf :haha
Oh, das ist gut!! :D
Jeremias (29.05.2007, 21:29): Es wird ein großes im September folgen, es gibt hier in D'dorf das VL-Konzert von Tschaikowsky mit GIL SHAHAM und die Karten sind sogar bezahlbar :D
nikolaus (01.06.2007, 11:31): Ich werde mich morgen aufmachen zum Klavierfestival Ruhr: Martha Argerich spielt mit Sergio Tiempo. Es geht das Gerücht, daß Argerich sowohl die Schumann's Kinderszenen als auch Ravel's Gaspard de la Nuit spielen wird - mals sehen. Ich werde berichten!
Martha Argerich & Sergio Tiempio beim Klavierfestival Ruhr (Duisburg)
Sergej Prokofiev: Symphonie Classique D-Dur op. 25 (Originaltranskription für zwei Klaviere)
Robert Schumann: Kinderszenen op. 15 (Martha Argerich solo)
Maurice Ravel: Ma Mère l'Oye
Überreichung des Preises des Klavier-Festival Ruhr 2007 an Martha Argerich durch Intendant Franz Xaver Ohnesorg
Maurice Ravel: Gaspard de la Nuit (Sergio Tiempo solo)
Witold Lutoslawski: Variationen über ein Thema von Niccolò Paganini für zwei Klaviere
Maurice Ravel: La Valse (Originaltranskription für zwei Klaviere)
Zugaben: Auszug aus Scaramouche (Darius Milhaud) ?
Für mich war es wieder ein tolles Konzert: beide Musiker wirkten ganz entspannt und natürlich und hatten offenbar großen Spaß, so daß eine sehr angenehme Atmosphäre entstand. Bemerkenswert waren neben dem gewohnten südamerikanischem Temperament der beiden auch viele sehr innige und "zarte" Passagen. Gerade Martha Argerich schien ganz bei/in sich zu sein, ihre Kinderszenen haben mich sehr berührt (mehr noch als Dezember in Köln). Bespiel für die Natürlichkeit: Martha Argerich war wohl erklältet und bekam während Ma Mère l'Oye einen Hustenanfall. Ein hilfsbereiter Herr aus dem Publikum überreichte ihr ein Hustenbonbon, daß sie dankbar annahm und dann ohne Verzögerung weiterspielte. Ihre Erkältung wurde als Grund genannt, daß sie nicht - wie angekündigt - den Gaspard de la Nuit spielte, sondern Sergio Tiempo. Ich muß gestehen, ich hatte schon vorher damit gerechnet und war daher auch nicht enttäuscht; zumal Sergio Tiempo ihn auch sehr gut spielt. Überhaupt hatte ich den Eindruck, daß Sergio Tiempo v.a. den Abend gestaltet und Martha Argerich ihm den Raum dazu gegeben hat. Einiges klang anders als ich es bisher gehört habe: neben einigen sehr interessanten, z.T. etwas "extravaganten" Akzenten (die aber immer passten) erschien mir gerade Ma Mère l'Oye langsamer gespielt als ich es bisher kannte, und dadurch noch "märchenhaft-entrückter".
Nikolaus.
Walter (04.06.2007, 12:57): @Nikolaus
ich beneide Dich zutiefst - ich versuche schon seit einiger Zeit Martha Argerich mal live zu erleben!
nikolaus (04.06.2007, 13:45): Original von Walter @Nikolaus
ich beneide Dich zutiefst - ich versuche schon seit einiger Zeit Martha Argerich mal live zu erleben!
Ja, das ist nicht so ganz einfach. Vielleicht kommst du ja doch kurzfristig nach Lugano (fängt am Samstag an :wink).
Ansonsten ist sie wohl am 24.11.07 in Düsseldorf.
Einen (wahrscheinlich nicht gerade aktuellen) Überblick findest du hier:
Gruß Nikolaus.
Gamaheh (11.06.2007, 18:16): Am Freitag und Sonnabend in der – ausnahmsweise zum Bersten gefüllten - Hamburger Musikhalle: Daniel Barenboim, das erste Mal in meiner Erinnerung in Hamburg, mit dem NDR-Sinfonieorchester unter Dohnanyi.
Brahms, Klavierkonzert 1 Schumann, Symphonie n.2
Schumann, Symphonie n.4 Brahms, Klavierkonzert 2
Mit den Klavierkonzerten von Brahms hatte ich seit eh und je Schwierigkeiten, obwohl ich es immer wieder für nötig gehalten habe, mich um einen Zugang zu bemühen, wiewohl vergeblich. Sie erschienen mir schwer (im physischen Sinne), zäh, ja, und langweilig – Brahms, der immer das Ende nicht findet, auf das man so sehnlich hofft. An den beiden Tagen hatte ich nun Gelegenheit, endlich auch diese Musik interessant zu finden. Besonders das zweite wird – für mein Empfinden - oft so gespielt, als würde es sich bäuchlings bodenhaftend durch einen dünstigen Sumpf quälen, mühsam und hoffnungslos durch trübe Wasser und ungesunde Effluenzen waten. An diesem Abend mit dschungelähnlichen Bedingungen klebte alles, nur nicht die Musik. Hier nun hatten wir einen Brahms, der im ersten Konzert der ganz junge Brahms war, an die erste Sonate erinnernd, teilweise spielerisch, kapriziös, in gewissen Passagen gar Debussy evozierend; kraftvoll, originell, hinreißend. Barenboim inspirierte alles mit seiner – so empfinde ich es – umwerfenden intuitiven Musikalität, nahm uns mit auf eine Entdeckungsreise, auf der man gerne folgte, alles mit Leidenschaft und Kraft und gleichzeitig Limpidität vorgetragen. Wie immer bei den ganz großen Pianisten waren die langsamen, leisen Passagen die eindrucksvollsten. Was er aus dem in der Musikhalle vorgefundenen Flügel einfach an schönen Tönen herausholte, habe ich selten dort gehört. Sogar Dohnanyi wurde zu einem gewissen Schwung mitgerissen! Ganz großartig, und schon jetzt eines (bzw. zwei) meiner schönsten Konzerte des Jahres. Als Zugaben gab es am ersten Tag Schumanns „Am Abend“ aus den Fantasiestücken und am zweiten Chopins Nocturne in Des.
Grüße, Gamaheh
nikolaus (18.06.2007, 21:49): Am Wochenende bin ich (leider) zurückgekommen aus Lugano vom diesjährigen Progetto Martha Argerich.
Es waren wieder viele schöne musikalische Erlebnisse für mich, von denen ich nur die Höhepunkte nennen will:
E.Grieg, Klavierkonzert a-moll, gespielt von Polina Leschenko: erstaunlich frech und risikofreudig, war richtig spannend und hat viel Spaß gemacht (ihr sichtbar auch)! Abstriche muss man bei den Orchesterkonzerten leider bei der Akkustik machen, die in diesem Konzert-/Kongreßsaal (Teppichboden etc.) einfach grauenvoll ist.
M.Ravel, Daphnis et Chloé, zweite Suite (1912) in einer Bearbeitung für zwei Klaviere (Lucien Garban), gespielt von Sergio Tiempo und Karin Lechner: zuerst konnte ich mir das nicht vorstellen, war dann aber sehr positiv überrascht von der Klangwirkung, zudem - wie ich finde - sehr gut gespielt.
B.Bartok, Sonate für Violine und Klavier no. 1, Sz 75, gespielt von Renaud Capucon und Martha Argerich: einfach mitreissend!
E.Grieg, Sonate für Violine und Klavier no. 3 op. 45, gespielt von Renaud Capucon und Nicholas Angelich: wunderschöne Musik, intensiv gespielt.
L.v.Beethoven, Klaviertrio op. 70 no. 1 ("Geister-Trio"), gespielt von Martha Argerich, Renaud Capucon, Misha Maisky: z.T. sehr emotional gespielt mit wunderschönen Passagen (Gänsehaut!!)
S.Rachmaninov, Klaviertrio no. 1 "Elégiaque", gespielt von Lily Maisky, Alissa Margulis, Misha Maisky: sehr zu Herzen gehend (vielleicht für manche etwas kitschig), zu Tränen rührend.
J.Brahms, Klavierquartett no. 2 op. 26, gespielt von Nicholas Angelich, Renaud Capucon, Lida Chen, Christian Poltera: tolles Zusammenspiel, leidenschaftlich (auch Gänsehaut).
Ergänzend ist zu erwähnen, daß eigentlich Stephen Kovacevich und Truls Mörk eingeplant waren, die jedoch krankheitshalber beide abgesagt haben. Daher musste kurzfristig das Programm geändert werden (was eigentlich sowieso häufig passiert). Eingesprungen sind beim Brahms-Quartett daher Angelich und Poltera. Ich kann mir nicht vorstellen, daß sie viel Zeit zum Proben hatten, dennoch wirkte es sehr gut eingespielt und harmonisch, toll! Überhaupt sollte man sich Christian Poltera merken: er scheint ein famoser Cellist zu sein!
Wen's interessiert: hier ist das genaue Programm, teilweise können live-Aufnahmen angehört werden.
Herzliche Grüsse, Nikolaus (mit den Gedanken immer noch im schönen Tessin!)
Gamaheh (19.06.2007, 17:58): Original von nikolaus Am Wochenende bin ich (leider) zurückgekommen aus Lugano vom diesjährigen Progetto Martha Argerich.
Klingt wie Nikolaus auf Wolke Sieben - hoffentlich mußt Du da nicht zu schnell wieder runterkommen!
Grüße, Gamaheh
cellodil (19.06.2007, 19:11): Original von nikolaus Überhaupt sollte man sich Christian Poltera merken: er scheint ein famoser Cellist zu sein!
Neid, dass Du ihn gehört hast. Als ich das Vergnügen haben sollte, saß er leider in Kopenhagen wegen eines Streiks auf dem Flughafen fest... Seufz!
Scheint ja wirklich wunderschön im Tessin gewesen zu sein. Wünsche Dir, dass die schönen Erlebnisse noch eine Weile nachklingen mögen.
Herzliche Grüße
Sabine
nikolaus (19.06.2007, 22:21): @ Gamaheh und @ Cellodil
Ja, es war wirklich sehr schön, und ich werde sicher noch lange davon zehren.
@ Gamaheh: Schöner Satz von Hoffmann, übrigens!!
@ Cellodil: By the way: kennst du das Cellokonzert von Friedrich Gulda? Würde mich interessieren, wie du - als Cello-Spezialistin - es findest bzw. ob du es gutheißt.
Gruß, Nikolaus.
Jeremias (20.06.2007, 00:11): @ nikolaus: Meinst du das Konzert, das am Ende wie bayrische Marschmusik klingt?
nikolaus (20.06.2007, 10:56): Genau das meine ich. Eigentlich ist solche Musik ja nicht mein Fall, aber irgendwie höre ich da eine Ironie heraus, so daß es wirklich spassig ist.
Nikolaus.
cellodil (20.06.2007, 13:37): ... klingt witzig. Bislang kenne ich das Cello-Konzert von Gulda aber noch nicht. Kann sich ja noch ändern.
Apropos Humor und Musik. Eines meiner erheiterndsten Konzerterlebnisse in letzter Zeit war Gidon Kremer mit der Kremerata Baltica (was für ein großartiges Ensemble!) in Schwetzingen. Das Programm war in der zweiten Hälfte des Abends unglaublich witzig. Meine Begleitung meinte, dass sie gar nicht gewusst hätte, dass moderne Musik so heiter sein könne.
Herzliche Grüße
Sabine
P.S. Habe heute aktiv was gegen die grüne Gesichtsfarbe unternommen und Tickets geordert für das Europäische Musikfest in Stuttgart und das Cello( :rofl )-Festival im Oktober in Kronberg...
nikolaus (20.06.2007, 20:42): Original von cellodil
P.S. Habe heute aktiv was gegen die grüne Gesichtsfarbe unternommen und Tickets geordert für das Europäische Musikfest in Stuttgart und das Cello( :rofl )-Festival im Oktober in Kronberg...
Na das klingt doch gut. So etwas muss man sich immer wieder mal gönnen, das baut auf!
cellodil (23.06.2007, 22:52): Beseligt und beglückt zurück von meinem Konzertabend in der Ludwigsburger Schlosskirche:
Heinrich Schiff spielte drei Solo-Cello-Suiten von Bach : - Nr. 1 G-Dur, BWV 1007 - Nr. 5 c-Moll, BWV 1011 - Nr. 3 C-Dur, BWV 1009
Was soll ich sagen?
Sicherlich könnte man - wenn man wollte - über die Tempi in bestimmten Passagen diskutieren, die zum Teil etwas unverträglich mit der Akustik des Raumes waren. Oder auch über Unsauberkeiten, ...
Wäre aber alles Quatsch, weil die Musik mitten ins Herz ging. :engel
Ein großartiger, schöner, erfüllender Abend.
Und - das beste: Morgen geht's weiter mit Teil II :D !!!
Grüße
Sabine (mindestens auf cloud nine!)
nikolaus (24.06.2007, 09:56): Original von cellodil Beseligt und beglückt zurück von meinem Konzertabend in der Ludwigsburger Schlosskirche:
Heinrich Schiff spielte drei Solo-Cello-Suiten von Bach : - Nr. 1 G-Dur, BWV 1007 - Nr. 5 c-Moll, BWV 1011 - Nr. 3 C-Dur, BWV 1009
Was soll ich sagen?
Sicherlich könnte man - wenn man wollte - über die Tempi in bestimmten Passagen diskutieren, die zum Teil etwas unverträglich mit der Akustik des Raumes waren. Oder auch über Unsauberkeiten, ...
Wäre aber alles Quatsch, weil die Musik mitten ins Herz ging. :engel
Ein großartiger, schöner, erfüllender Abend.
Und - das beste: Morgen geht's weiter mit Teil II :D !!!
Grüße
Sabine (mindestens auf cloud nine!)
Hey, das klingt ja toll!!
Dann geniesse dieses "Highlight-Wochenende" ausgiebigst!!
Nikoluas.
cellodil (24.06.2007, 10:32): Original von nikolaus
Hey, das klingt ja toll!!
Dann geniesse dieses "Highlight-Wochenende" ausgiebigst!!
Nikoluas.
... war es und wird es - hoffentlich - auch heute wieder sein. Eine echte Sternstunde, ein Glücksmoment.
...und grün bin ich seit gestern abend auch nicht mehr...
Herzliche Grüße
Sabine
nikolaus (24.06.2007, 10:45): Original von cellodil
...und grün bin ich seit gestern abend auch nicht mehr...
Herzliche Grüße
Sabine
Das glaube ich dir. Laß' mich raten, jetzt bist du - golden?! :engel
:hello Nikolaus.
cellodil (24.06.2007, 12:15): Original von nikolaus Original von cellodil
...und grün bin ich seit gestern abend auch nicht mehr...
Herzliche Grüße
Sabine
Das glaube ich dir. Laß' mich raten, jetzt bist du - golden?! :engel
:hello Nikolaus.
... ich würde sagen: regenbogenbunt... (aber: da soll ja am Ende, ganz weit draußen, auch ein Topf mit Gold stehen... insofern liegst Du vielleicht gar nicht so falsch). Auf jeden Fall: irgendwo zwischen Himmel und Erde ...
Und zwischendurch noch mit gesträubter Mähne, weil ich gerade Doppelgriffe übe (und die klingen, wenn sie etwas schief sind... naja, Du kannst es Dir vermutlich vorstellen).
So, jetzt aber zurück an mein Cellole und beflülgelt haarsträubend weiterüben...
Herzliche Grüße
Sabine
nikolaus (24.06.2007, 13:13): Hihi :J
nikolaus (26.06.2007, 15:17): Original von cellodil
Und - das beste: Morgen geht's weiter mit Teil II :D !!!
Grüße
Sabine (mindestens auf cloud nine!)
Du hast noch gar nicht berichtet, wie der zweite Abend war: genauso erfüllend oder anders?
Gruß, Nikolaus.
ab (29.06.2007, 16:15): Original von nikolaus kennst du das Cellokonzert von Friedrich Gulda?
Auch wenn nicht ich gefragt wurde:
Das gehörte mit Heinrich Schiff zu einer der ersten Schallpatten, die ich als angehender Cellozögling geschenkt bekommen hatte, nachdem mein erstes Konzert Schiff mit Bach-Suiten war.
cellodil (29.06.2007, 17:37): Original von ab Original von nikolaus kennst du das Cellokonzert von Friedrich Gulda?
Auch wenn nicht ich gefragt wurde:
Du warst ja auch nicht da.....
Welcome back (hatte Dich schon vermisst).
Original von ab .... die ich als angehender Cellozögling geschenkt bekommen hatte, nachdem mein erstes Konzert Schiff mit Bach-Suiten war.
Das wusste ich ja gar nicht, dass Du Cello spielst oder gespielt hast (wenn ich mich recht erinnere, dann hast Du irgendwo mal gesagt, dass Du nicht mehr selbst musizierst).
Liebe Grüße
Sabine
P.S. Apropos Heinrich Schiff. Du hattest ja in einem anderen Thread Deinem Verwundern Ausdruck gegeben, dass Schiff wieder spielt. Etwas weiter oben hier mein Kurzbericht zum ersten der beiden Abende mit den Bach-Suiten (auf der Sleeping Beauty).
ab (29.06.2007, 18:33): Original von cellodil Das wusste ich ja gar nicht, dass Du Cello spielst oder gespielt hast (wenn ich mich recht erinnere, dann hast Du irgendwo mal gesagt, dass Du nicht mehr selbst musizierst).
P.S. Apropos Heinrich Schiff. Du hattest ja in einem anderen Thread Deinem Verwundern Ausdruck gegeben, dass Schiff wieder spielt.
Ich hatte im zarten Alter mit Cello begonnen, dann nach der Grundschulzeit etwas, von (Hard-)Rockmusik verblendet, die Zeit mit Gitarre vergeudet, dann mit Klavier begonnen, um dann zu Schulende wieder zum Streichinstrument zwecks Streichquartettieren zurückzukehren. Nun aber habe ich schon lange in der Ecke eine Sleeping Beauty stehen. ;-)
zum PS: Was die Operation betrifft, so hörte ich sagen, dass Schiff einen Herzanfall hatte, bzw. ein solcher drohte. Genaueres weiß ich nicht. Schön aber, dass er wieder spielen kann!
Schiff hörte ich vor nun schon etlichen Jahren zuletzt am Cello in einem Sonatenabend, wo er, kaum mehr hinter sein Instrument passtn und dieses völlig nassschwitzte, zur Zugabe mit der Piansitin das Instrument tauschte - und (ich trau's mich ja gar nicht zu sagen) viel klangschöner als am Streichinstrument spielte. Als Dirigenten schätze ich ihn überhaupt nicht: Wie alle mir bekannten dirigierende Cellisten (Schiff/Casals/Turovsky) ist der Mitteltonbereich stark, oft übermäßig, betont und ein stehender oder schleppender Duktus schleift sich sehr häufig ein...
cellodil (29.06.2007, 22:12): Original von ab Nun aber habe ich schon lange in der Ecke eine Sleeping Beauty stehen. ;-)
Die Arme! Vielleicht lässt Dich die Dornenhecke ja bald durch zum Wachküssen...?
Original von ab zum PS: Was die Operation betrifft, so hörte ich sagen, dass Schiff einen Herzanfall hatte, bzw. ein solcher drohte. Genaueres weiß ich nicht. Schön aber, dass er wieder spielen kann!
Ja, das finde ich auch.
Original von ab Schiff hörte ich vor nun schon etlichen Jahren zuletzt am Cello in einem Sonatenabend, wo er, kaum mehr hinter sein Instrument passtn
Ich glaube, sehr viel Platz ist hinter dem schönen Montagnana jetzt auch nicht...
Original von ab und dieses völlig nassschwitzte,
Beim Stichwort "schwitzende Cellisten" fällt mir ein, dass ich vor einigen Jahren Yo-Yo Ma mit Prokofiev hörte (war faszinierend). Ich saß in der dritten Reihe und sah die Schweißbäche auf das Stradivari fließen, scheint dem Instrument aber nicht viel ausgemacht zu haben, es klingt immer noch gut. Und Ma hat nach der Pause dann noch recht entspannt den "Don Quixote" gespielt.
Original von ab zur Zugabe mit der Piansitin das Instrument tauschte - und (ich trau's mich ja gar nicht zu sagen) viel klangschöner als am Streichinstrument spielte.
Ein schönes Schmankerl. Mir wurde erzählt, dass er als Dirigent mal nach dem Schlussapplaus bei einem Cellokonzert das Instrument der Solistin gegriffen und einen Satz aus einer Bach-Suite als Zugabe gegeben hat. Die Solistin stand wohl etwas bedröppelt daneben.
Original von ab Als Dirigenten schätze ich ihn überhaupt nicht: Wie alle mir bekannten dirigierende Cellisten (Schiff/Casals/Turovsky) ist der Mitteltonbereich stark, oft übermäßig, betont und ein stehender oder schleppender Duktus schleift sich sehr häufig ein...
Da habe ich ihn noch nie gehört. Aber auch noch nie das Bedürfnis gehabt, ihn als Dirigent zu hören... Am Klavier würde ich ihn, nach dem, was Du erzählt hast, aber schon gern mal hören....
Liebe Grüße
Sabine
AcomA (29.06.2007, 23:59): hallo,
ich hörte letztes jahr live heinrich schiff und gerhard oppitz im rahmen des klavierfestivals ruhr mit beethovenschen werken (sonaten und variationen). großartige momente großartiger musik ! äußerst bewegend und engagiert interpretiert. was die leibesfülle des v'cellisten angeht, so könnte hier guido schiefen noch punkten !
gruß, siamak
ab (30.06.2007, 14:27): Original von cellodil Beim Stichwort "schwitzende Cellisten" fällt mir ein, dass
Maisky immer ein japanisches Designer-Teil trägt, das seinen Bauch frei lässt, wohl um etwas abkühlende Luft hereinzulassen...
cellodil (30.06.2007, 17:20): Original von ab Original von cellodil Beim Stichwort "schwitzende Cellisten" fällt mir ein, dass
Maisky immer ein japanisches Designer-Teil trägt, das seinen Bauch frei lässt, wohl um etwas abkühlende Luft hereinzulassen...
... und außerdem hat er ein kleines Handtüchlein dabei mit eingestickten Initialen... Hatte übrigens mal das "Glück" in einer allzu dicht an der Bühne installierten ersten Reihe zu sitzen - mit Blick von unten auf Maiskys nackten Bauch unter erwähntem Gewand, hat halt alles seine Vor- und Nachteile....
Grüße
Sabine
cellodil (08.07.2007, 22:52): Hatte einen großartigen Abend im Ordenssaal des Ludwigsburger Schlosses mit dem Cellisten Alban Gerhardt und der Pianistin Cecile Licad. Zwei noch recht junge, aber sehr profilierte Musiker, deren gemeinsames Musizieren ein musikalischer, höchst lebendiger und packender Dialog war. Eine sehr frisch anmutende Interpretation, die wirkte, als wenn sie wirklich aus dem Moment und der Stimmung heraus entstehen würde.
Das Programm:
- Leos Janácek, "Pohadka" für Violoncello und Klavier - Ludwig van Beethoven, Sonate für Klavier und Violoncello Nr. 3 A-Dur op. 69 - Robert Schumann, Adagio und Allegro op. 70 (wurde dem Programm kurzfristig noch eingefügt, weil sich Alban Gerhardt beim Zusammenstellen des Konzerprogramms verrechnet hatte und der Abend sonst zu kurz geworden wäre) - Sergej Rachmaninov, Sonate für Violoncello und Klavier g-Moll op. 19
... wieder mal eine Sternstunde...
Grüße
Sabine (schwebend)
Jeremias (09.07.2007, 12:38): Cecile Licad ist hier leider viel zu unbekannt! Ich hörte sie einst mit Antonio Meneses, ihrem Ehemann. Dieser wiederum ist Cellist des Beaux Arts Trios.....
cellodil (10.07.2007, 11:24): Original von Jeremias Cecile Licad ist hier leider viel zu unbekannt! Ich hörte sie einst mit Antonio Meneses, ihrem Ehemann. Dieser wiederum ist Cellist des Beaux Arts Trios.....
Lieber Jeremias,
nach diesem Konzert kann ich Dir mit dem Bedauern darüber, dass Cecile Licad bei uns nicht bekannter ist, nur zustimmen. Ihr Spiel ist von großer Intensität und zugleich sehr fein differenziert. Hatte den Eindruck, dass sie ganz eins ist mit der Musik, die sie spielt. Und doch in einem vitalen Dialog mit ihrem Kammermusikpartner. Sie hat ja unter anderem auch mit Rostropovich und auch dem Guarneri Quartet gespielt und als Solistin unter Abado, Ozawa und Solti...
Von dem Cellisten Antonio Meneses halte ich ja ausgesprochen viel... War bestimmt auch ein schönes Konzert, oder?
Herzliche Grüße
Sabine
Jeremias (26.08.2007, 13:22): Heute Abend geht es zur Abwechslung mal wieder in die Oper, in Düsseldorf wird mit La Traviata ein Klassiker geboten. Unser Admin war gestern da, bin gespannt, was er zu berichten hat!
Rachmaninov (26.08.2007, 17:04): @Jeremias,
zunächst einmal danke für den Hinweis, daß "La Traviata" überhaupt in D#Dorf auf dem Progamm stand, sowie die guten Hinweise um ein passendes parkhaus zu finden.
Die Ecke kannte ich zwar, durch diverse Besucher der "Ratingerstraße". Das dort in der Nähe auch die Oper ist wußte ich allerdings nicht.
Das Publikum war halt "typisch für D#Dorf" aber insgesamt vorbildlich was das Verhalten i.d. Oper anging und ich empfand auch die anschließende "Bewertung" der Leistungen anhand des Pegels beim Applaus sehr passend.
Wir hatten in der vierten Reihe am Rand Plätze aber eine sehr gute Sicht auf die Bühne und konnten die Sänger gut hören. Allerdings hatte ich den Eindruck, daß man die Sänger etwas schlechter hören konnte wenn sie sich im hinteren Teil der Bühne befanden. Wohl auch durch die "gepolsterten" Wände im Salon.
Sehr schön fand ich, daß die "original Zeit" in der Inzinierung berücksichtigt wurde! Das macht für mich viel von Flair dieser Geschichte aus.
Insgesamt sind wir sehr zufreieden und glücklich aus dieser Vorführung gegangen und wir fanden sie sehr gelungen und hochklassik.
Alfredo fand ich in ersten Bild eher etwas schwach, alelrdings verglich ich ihn auch in meinem inneren Ohr zu sehr mit Pavarotti. Ein unfairer Vergleich. Allerdings ist der Alfredo-Darsteller auch nicht für mich der Typ Mann, dem ich diese Rolle so abnehme. Aber das ist Geschmacksache und er hat verdient Applaus bekommen und einige sehr gute Stellen gehabt. Neben dem Gesang empfand ich die schauspielerische Komponente gut.
Richtig gut empfand ich den Darsteller / Sänger, der Alfredo's Vater gespielt hat. Er hat auch serh viel Appluas bekommen was ihn SICHTLICH erfreut hat. Ein sehr starker Auftritt. Auch in der Darstellung der Rolle.
Highlight und Gänsehaut erzeugend empfand ich das 2. Bild. Da wo Violetta von Alfredo's Vater aufgesucht wird und ihre Liebe eine grausame Wendung nimmt :down
Die Violetta empfand ich als sehr überzeugend, sowohl gesanglich als auch in der Darstellung. Sehr gut ist ihr dieser "Wechsel zwischen der Dame der Pariser Gesellschaft und der Liebenden geglückt. Klasse!
Ein sehr gelungener Abend - un mein erste Oper-LIve-Erlebnis.
:leb
Jeremias (27.08.2007, 10:58): @ Admin: Wir hatten gestern Abend dann das Vergnügen. Vorweg: Ein sehr schöner Opernabend, es war mein vielleicht 5. oder 6. Besuch in der Oper. Leider hat mal wieder John Fiore dirigiert, den ich seit jeher nicht mag und weswegen ich mir heute auch nicht Gil Shaham anhören Werde. Fiore kennt keine Differenzierung, weder in der Dynamik noch zwischen den einzelnen Instrumenten. Gerade deswegen gingen in den Forte-Stellen sowohl Chor als auch solisten unten. Violetta hat man v.a. im 1. Akt im hineren Teil der Bühne kaum gehört.
Für mich war Germont mit Abstand der stärkste Sänger an dem Abend. Eine wunderbar warme Stimme, voll konzentriert, sehr schön! aber auch Alfredo (war meines Wissens mit Eurem nicht identisch) hat seinen Part überzeugend gemeistert. Endlich ein Tenor, der nicht schreien muss, um zu überzeugen! Aucher bekam sehr viel Applaus. Violetta war im 1.Akt noch nicht warm, ihre Stimme gefiel mir erst ab dem 2. Akt sehr gut.
Insgesamt auch aufgrund der klassischen, traditionellen und z.T. auch sehr detailfreudigen Inszenierung ein schöner Abend, der seinen Höhepunkt auch m.E. im 1. Bild des 2. Aktes hatte! Wunderbar, wie das Tageslicht mit in die Handlung einbezogen wurde, wie der Winter simuliert wurde!
Die nächste Opernereignisse kommen bald: Am 7.9. Carmen, am 22.12. Tannhäuser, am 18.5. Lady Macbeth von Schostakowitsch und dann im Sommer irgendwas in Bayreuth :leb
Rachmaninov (27.08.2007, 11:41): Original von Jeremias Violetta hat man v.a. im 1. Akt im hineren Teil der Bühne kaum gehört.
Den Eindruck hatte ich ja auch! Das war aber bei euch auch die schwarzhaarige Dame, oder?
Für mich war Germont mit Abstand der stärkste Sänger an dem Abend. Eine wunderbar warme Stimme, voll konzentriert, sehr schön!
Ja, das empfanden wir ähnlich!
aber auch Alfredo (war meines Wissens mit Eurem nicht identisch) hat seinen Part überzeugend gemeistert. Endlich ein Tenor, der nicht schreien muss, um zu überzeugen! Aucher bekam sehr viel Applaus. Violetta war im 1.Akt noch nicht warm, ihre Stimme gefiel mir erst ab dem 2. Akt sehr gut.
Empfand ich bei Violetta auch so! Dachte im ersten Akt sie hätte sich ehr warm singen müssen. Alfredo war bei uns ein eher kleinerer Mann mit blonden schulterlangen Haaren!
Insgesamt auch aufgrund der klassischen, traditionellen und z.T. auch sehr detailfreudigen Inszenierung ein schöner Abend, der seinen Höhepunkt auch m.E. im 1. Bild des 2. Aktes hatte! Wunderbar, wie das Tageslicht mit in die Handlung einbezogen wurde, wie der Winter simuliert wurde! Da bin ich absolut Deiner Meinug, tolles Bühnenbild, klasse Szene!
am 18.5. Lady Macbeth von Schostakowitsch
Wo?
Jeremias (27.08.2007, 12:45): DSch in Duisburg, aber Ensemble der Rheinoper Düsseldorf.
Violetta war bei uns dann eine andere..... ist aber auch schwer, da 100% zufrieden zu sein, wenn man Sutherland und Callas kennt!
Rachmaninov (27.08.2007, 12:46): Original von Jeremias DSch in Duisburg, aber Ensemble der Rheinoper Düsseldorf.
Violetta war bei uns dann eine andere..... ist aber auch schwer, da 100% zufrieden zu sein, wenn man Sutherland und Callas kennt!
Oder Pavarotti als Alfredo. Dennoch, das Liveerlebnis hat eine andere Qualität!"
cellodil (27.08.2007, 21:56): Hatte heute abend beim Europäischen Musikfest einen meiner wunderbarsten Konzertabende seit längerer Zeit...
Und zwar mit Zubin Mehta und dem Israel Philharmonic Orchestra. Auf dem Programm stand Arnold Schönberg, Verklärte Nacht (2. Fassung für Streichorchester) und Gustav Mahler, Sinfonie Nr. 1 D-Dur.
Zuerst gab es Schönbergs "Verklärte Nacht". Ich habe dieses Stück noch nie im Konzert gehört. Das war heute Abend also meine Premiere...
Und, was soll ich sagen? Es war einfach ungeheuerlich. Ich saß mit offenem Mund und Ohren und glänzenden Augen in der ersten Reihe und war völlig hingerissen von der Musik und von diesem Orchester. Ein Riesenstreichorchester, dessen Klang eine Transparenz und Präzision hatte, die selbst in einer herausragenden Sextettbesetzung kaum möglich schiene...
Und danach gab's dann Mahlers erste Sinfonie. Das war ein Rausch. Die Differenzierung in der Dynamik und den Tempi. Und dieser Ton!!! Großartig.
Wer mich auch sehr fasziniert hat, das war Zubin Mehta. Der Mann strahlt eine Vitalität aus und hat so eine Kraft und Präsenz, die einem fast den Atem verschlägt. Er dirigierte ohne Partitur und war so ganz Musik. Ganz kurz ging mir mal der Gedanke durch den Kopf, dass in diesem Moment sein Instrument wirklich das Orchester ist. Denke mir gerade, dass man die Musik vermutlich spüren könnte, wenn man nur ihn dirigieren sähe - ganz ohne Orchester und Ton... Eine gewagte Hypothese. Und vermutlich jetzt auch doch ein bisschen übertrieben.
P.S. Falls jemand von Euch morgen in der Stuttgarter Gegend sein sollte: Morgen spielt das IPO unter Mehta die "Auferstehungssinfonie".
nikolaus (27.08.2007, 22:24): Original von cellodil Hatte heute abend beim Europäischen Musikfest einen meiner wunderbarsten Konzertabende seit längerer Zeit...
Und zwar mit Zubin Mehta und dem Israel Philharmonic Orchestra. Auf dem Programm stand Arnold Schönberg, Verklärte Nacht (2. Fassung für Streichorchester) und Gustav Mahler, Sinfonie Nr. 1 D-Dur.
Zuerst gab es Schönbergs "Verklärte Nacht". Ich habe dieses Stück noch nie im Konzert gehört. Das war heute Abend also meine Premiere...
Und, was soll ich sagen? Es war einfach ungeheuerlich. Ich saß mit offenem Mund und Ohren und glänzenden Augen in der ersten Reihe und war völlig hingerissen von der Musik und von diesem Orchester. Ein Riesenstreichorchester, dessen Klang eine Transparenz und Präzision hatte, die selbst in einer herausragenden Sextettbesetzung kaum möglich schiene...
Und danach gab's dann Mahlers erste Sinfonie. Das war ein Rausch. Die Differenzierung in der Dynamik und den Tempi. Und dieser Ton!!! Großartig.
Wer mich auch sehr fasziniert hat, das war Zubin Mehta. Der Mann strahlt eine Vitalität aus und hat so eine Kraft und Präsenz, die einem fast den Atem verschlägt. Er dirigierte ohne Partitur und war so ganz Musik. Ganz kurz ging mir mal der Gedanke durch den Kopf, dass in diesem Moment sein Instrument wirklich das Orchester ist. Denke mir gerade, dass man die Musik vermutlich spüren könnte, wenn man nur ihn dirigieren sähe - ganz ohne Orchester und Ton... Eine gewagte Hypothese. Und vermutlich jetzt auch doch ein bisschen übertrieben.
P.S. Falls jemand von Euch morgen in der Stuttgarter Gegend sein sollte: Morgen spielt das IPO unter Mehta die "Auferstehungssinfonie".
NEID!! Das sind doch die Augenblicke des Lebens, die so ungeheuer wertvoll sind! :down Da freue ich mich nochmal mit dir!
Nikolaus.
cellodil (27.08.2007, 22:29): Original von nikolaus NEID!! Das sind doch die Augenblicke des Lebens, die so ungeheuer wertvoll sind! :down Da freue ich mich nochmal mit dir!
Nikolaus.
... aber bitte nicht grün werden! Dann doch lieber mitgrinsen ( :ignore )
Herzliche Grüße und :thanks
Sabine
Jeremias (20.09.2007, 16:53): Gestern zum Abschluss meiner Reise nach Armenien in der Oper Eriwan ein Konzert eines armenischen Kammerorchesters und diverser Solisten mit Konzerten von Bach:
Klavierkonzerte d-moll und f-moll, Konzert für 2 Klaviere C-Dur, 5. Brandenburgisches Konzert, Konzert für 2 Violinen
sowie
das Konzert für Oboe von Marcello in einer Bearbeitung für Saxophon....
Und jetzt kommt es: Solo-Violine im Brandenburgischen Konzert sowie Nr.1 im Doppelkonzert wurde gespielt von
Sergey Khatchatryan
:haha
Und jetzt noch zur Info, dass die Karte insgesamt knapp 1,10 € gekostet hat
:leb :leb :leb :leb
Rachmaninov (20.09.2007, 17:35): Original von Jeremias
Sergey Khatchatryan
:haha
Und jetzt noch zur Info, dass die Karte insgesamt knapp 1,10 € gekostet hat
:leb :leb :leb :leb
NEID!
bitte genauer Bericht!
Jeremias (20.09.2007, 17:38): Also, das Brandenb. Konz. gehört nicht zu meinen Favoriten, aber er hat seine Sache sehr gut gemacht! Schöner, runder, satter Klang, absolut einwandfrei, keinerlei Intonationsprobleme. Aber er war ja eher "Beiwerk"....
Und dann das Doppelkonzert, neben dem Marcello DAS Highlight! Sein mir vorher nicht bekannter Duopartner war zwar auch recht gut, aber Sergey hat hier seine volle Klasse gezeigt! Der 2. Satz war das absolute Highlight, das war MUSIK! LAnge Ovationen im Anschluss....
Rachmaninov (20.09.2007, 17:44): Original von Jeremias Also, das Brandenb. Konz. gehört nicht zu meinen Favoriten, aber er hat seine Sache sehr gut gemacht! Schöner, runder, satter Klang, absolut einwandfrei, keinerlei Intonationsprobleme. Aber er war ja eher "Beiwerk"....
Und dann das Doppelkonzert, neben dem Marcello DAS Highlight! Sein mir vorher nicht bekannter Duopartner war zwar auch recht gut, aber Sergey hat hier seine volle Klasse gezeigt! Der 2. Satz war das absolute Highlight, das war MUSIK! LAnge Ovationen im Anschluss....
@Jeremias,
das steigert meinen Neid, dieses Programm und was anderes als MUSIK ist bei ihm schon zu erwarten?
Jeremias (20.09.2007, 18:08): Tja, dann musst Du nä. Mal wohl mitkommen :rofl
Jeremias (24.09.2007, 00:25): Heute auf Empfehlung mit vergünstigten Karten spontan:
Die Trojaner (Les Troyens) "Die Trojaner in Karthago" von Hector Berlioz
in der Rheinoper Düsseldorf
Es war meine erste Live-Erfahrung mit einer Oper von Berlioz und mit Sicherheit nicht die letzte! Tolle Stimmen und eine fantastische Inszenierung von Christof Loy, der eine klassische Inszenierung mit zeitgemäßen Einwürfen brachte... Highlight am Ende: Ein riesiger Scheiterhaufen, bei dem man das Gefühl hatte, die ganze oper fackelt gleich ab :haha
nikolaus (24.09.2007, 21:38): Original von Jeremias Heute auf Empfehlung mit vergünstigten Karten spontan:
Die Trojaner (Les Troyens) "Die Trojaner in Karthago" von Hector Berlioz
in der Rheinoper Düsseldorf
Es war meine erste Live-Erfahrung mit einer Oper von Berlioz und mit Sicherheit nicht die letzte! Tolle Stimmen und eine fantastische Inszenierung von Christof Loy, der eine klassische Inszenierung mit zeitgemäßen Einwürfen brachte... Highlight am Ende: Ein riesiger Scheiterhaufen, bei dem man das Gefühl hatte, die ganze oper fackelt gleich ab :haha
Oh, das klingt ja gut und scheint mir einen Ausflug wert.
Wie ist denn die Rheinoper nach ihrer Renovierung geworden?
Nikolaus.
nikolaus (26.11.2007, 00:00): 2.: Highlight (könnte deshalb auch im anderen Thread stehen): Samstag in der Tonhalle: Martha Argerich spielte Prokofievs 3. Klavierkonzert, begleitet vom UBS Verbier Festival Orchestra unter Charles Dutoit. :down Ich finde es einfach fantastisch, wie sie spielt: so natürlich und leicht, als wenn es sie keine Mühe kostet! Klasse auch das Orchester: Nachwuchsmusiker zwischen 17 und 29 Jahren, die mit einer tollen Begeisterung spielen (übrigens im zweiten Konzertteil Berlioz, Symphoie fantastique). Charles Dutoit finde ich ja immer ein bißchen arrogant, aber er hat einfach sehr, sehr gute Arbeit mit dem Orchester geleistet!
Nikolaus :leb
:D Das musste doch noch sein..
cellodil (26.11.2007, 06:52): Lieber Nikolaus,
das klingt ja wirklich nach Highlight... Freut mich für Dich.
Herzliche Grüße
Sabine
nikolaus (26.11.2007, 19:25): Original von cellodil Lieber Nikolaus,
das klingt ja wirklich nach Highlight... Freut mich für Dich.
Herzliche Grüße
Sabine
DANKE :thanks
cellodil (26.11.2007, 20:40): Original von nikolaus Original von cellodil Lieber Nikolaus,
das klingt ja wirklich nach Highlight... Freut mich für Dich.
Herzliche Grüße
Sabine
DANKE :thanks
... ist Dir auch aufgefallen, dass ich ganz unverfärbt bin???
:rofl
Herzliche Grüße
Sabine
nikolaus (26.11.2007, 20:59): Original von cellodil Original von nikolaus Original von cellodil Lieber Nikolaus,
das klingt ja wirklich nach Highlight... Freut mich für Dich.
Herzliche Grüße
Sabine
DANKE :thanks
... ist Dir auch aufgefallen, dass ich ganz unverfärbt bin???
:rofl
Herzliche Grüße
Sabine
Stimmt :ignore
Um das zu ändern, sage ich einfach: die Cellisten u. -innen im Orchester waren ganz vorzüglich... :engel
Sehe ich da nicht einen Hauch grünspangrün? :D
Nikolausi
Jeremias (27.11.2007, 16:02): Gerade Tickets für den 8.12. in Düsseldorf ergattert:
Mischa Maisky, Violoncello Lily Maisky, Klavier Beethoven, Sieben Variationen Es-Dur über «Bei Männern, welche Liebe fühlen» aus Mozarts «Zauberflöte» WoO 46 für Klavier und Violoncello /
Franck, Sonate A-Dur (Fassung für Violoncello und Klavier) /
Rachmaninow, Vocalise op. 34 Nr. 14 / Rachmaninow, Elégie es-moll op. 3/1 (Morceaux de fantaisie) /
Schostakowitsch, Sonate d-moll op. 40 für Violoncello und Klavier
Wobei angeblich Brahms 1. Sonate die von DSch ersetzen soll...
:leb
nikolaus (27.11.2007, 22:13): Original von Jeremias Gerade Tickets für den 8.12. in Düsseldorf ergattert:
Mischa Maisky, Violoncello Lily Maisky, Klavier Beethoven, Sieben Variationen Es-Dur über «Bei Männern, welche Liebe fühlen» aus Mozarts «Zauberflöte» WoO 46 für Klavier und Violoncello /
Franck, Sonate A-Dur (Fassung für Violoncello und Klavier) /
Rachmaninow, Vocalise op. 34 Nr. 14 / Rachmaninow, Elégie es-moll op. 3/1 (Morceaux de fantaisie) /
Schostakowitsch, Sonate d-moll op. 40 für Violoncello und Klavier
Wobei angeblich Brahms 1. Sonate die von Schostakowitsch ersetzen soll...
:leb
Gratuliere. Ich bin gespannt, wie du das Vater-Tochter-Gespann findest!
Gruß, Nikolaus.
nikolaus (28.12.2007, 18:56): Zum Jahres abschluss gab es bei mir noch ein Highlight:
am 23.12. in der Kölner Philharmonie:
Ludwig van Beethoven: Konzert für Violine und Orchester D-Dur op. 61
Pause
Jean Sibelius: Rakastava op. 14 für Streichorchester
Ludwig van Beethoven: Sinfonie Nr. 6 F-Dur op. 68 ("Pastorale")
Viktoria Mullova Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen Paavo Järvi
Ein luftig-leichtes Violinkonzert im besten Sinne kammermusikalisch und in ganz entspannter Atmosphäre :down; der erste Satz in atemberaubendem Tempo ohne gehetzt zu wirken; wunderschöner Geigenton... Zugabe: traumhafter Bach...
Sibelius: dieses Werk kannte ich noch nicht (leider); sehr stimmungsvoll
Sinfonie Nr. 6: schätze ich generell nicht so sehr, und auch dieses Mal plätscherte sie Szene am Bach eher an mir vorbei - aber was für ein grandioses Gewitter! Doch die Höhepunkte sollten noch kommen, nämlich die Zugaben: erst Valse triste von Sibelius, habe ich so schön noch nicht gehört, und dann ein fantastisches Scherzo aus der 2. Sinfonie von Beethoven!!!
Was für ein agiles harmonisches Orchester! Gute solistische Leistungen (die braucht es einfach in dieser kleinen Besetzung) und wahnsinnig engagiertes Spiel (eine Bratschistin hat es fast vom Stuhl gehauen...). Das Orchester scheint seinem fantastischen Dirigenten blind zu folgen, und es tut gut daran. Er wirkt sehr authentisch und ehrlich in seiner Auffassung der Musik; sehr rhythmisch, tänzerisch, energetisch. Einfach phänomenal, wie er das Orchester im Valse triste zurückgenommen hat, bis es fast nicht mehr hörbar war :down
Nikolaus.
cellodil (30.12.2007, 11:04): Lieber Nikolaus,
das klingt ja schön... Bei mir steht heute auch noch - "Freude schöner Götterfunken..." - Beethoven auf dem Programm. Mal sehen, wie das wird.
Herzliche Grüße
Sabine
Mime (30.12.2007, 11:50): Mit Beethovens op.125 das Jahr zu beschliessen ist bei mir Tradition. Damit befinde ich mich ja nun in bester Gesellschaft. :engel
Jeremias (21.01.2007, 21:49): Neues Jahr, neue Konzerterlebnisse! Ich mache hier einmal den Anfang:
Gestern im nahezu ausverkauften Robert-Schumann-Saal zu Düsseldorf:
Vesselina Kasarova, Mezzosopran Charles Spencer, Klavier
Vor der Pause wurden zunächst eine Arie von Haydn und dann 4 Stücke aus den "Nuits d'été" von Berlioz geboten, nach der Pause folgten die Liebeslieder von Dvorak sowie 2 Arien von Mozart. Als Zugaben gab es eine Arie von Händel sowie 2 bulgarische Volkslieder.
Soviel vorab: es war ein wahrer Hochgenuss! Wer gehofft hatte, es würde ein Programm, bei dem sich beide Akteure bei Koloraturen, Lautstärke und Virtuosität vollendst verausgaben würden, der wurde enttäuscht. Vielmehr merkte man beiden sofort an, dass sie Vollblutmusiker sind. Kasarova hat eine Ausstrahlung, wie ich sie bei Sängerinnen so noch nie gesehen habe, sie hat eine unglaublich starke Bühnenpräsenz. Umso erstaunter waren wir alle, als man nicht einmal in der 10. Reihe ihre zarte Stimme hören konnte, als sie die Zugaben ansagte. Aber wenn sie dann ihre Stimme ansetzt und quasi völlig mit dem Klavier verschmilzt, dann nimmt sie einen gefangen. Beiden Musikern hat man angemerkt, dass sie schon oft miteinander musiziert haben. Absolutes Highlight war die als erstes zugegebene Arie aus Händels "Ariodante". Es war ein Spiel mit den leisen Tönen, mit der schlichten Konzentration auf die Schönheit der Musik. Minutenlange Ovationen, wie ich sie in D'dorf seit Jahren nicht mehr erlebt habe! Selbst als alles vorbei war, schrien eine Zuschauer immer noch "Bravo" und begannen erneut zu applaudieren, so dass sie noch einmal auf der Bühne erscheinen musste.... ein unglaubliches Erlebnis!
:down
nikolaus (21.01.2007, 21:57): Gratuliere zu diesem schönen Erlebnis.
Ich kann das gut nachvollziehen: vor einigen Jahren habe ich sie auch in einem Liederabend erlebt (als "Einspringerin" für den erkrankten Thomas Hampson), und die Art und Weise, wie sie diesen Abend gestaltete, war absolut beeindruckend.
Es war ein Spiel mit den leisen Tönen, mit der schlichten Konzentration auf die Schönheit der Musik.
Genau das ist es!!!
Gruß, Nikolaus.
Ganong (23.01.2007, 18:49): Lieber Jeremias ,
der Robert-Schumann-Saal ist zwar ganz furchtbar geworden ( Akustik , alles Bauliche etc. pp. ) - er entspricht der Kälte seiner Sponsoren - , aber solch ein Ereignis hätee von der in Düsseldorf ja selten zu hörenden Gesangsqualität eigentlich "überausverkauft" sein müssen .
Eine einzigartige sinnliche wie dramatische Stimme wird sich wohl so schnell nicht wieder nach Düsseldorf verirren .
Wenn ein Publikum besonders laut brüllt , Bravo - richtiger eigentlich Brava oder , da es zwei Künstler waren , Bravi - ruft , so bedeutet dies grundsätzlich nicht viel . In anderen Städten ist das Publikum oft sehr viel kenntnisreicher als in Düsseldorf und auch zurückhaltender .
Die Leistung b e i d e r Künstler bleibt allerdings phänomenal !
Grüsse ,
Frank
Lisa (23.01.2007, 21:49): Hi, mein "erster" Bericht dieses Jahr! War am Sonntag in Erbach/Odw. bei Baiba Skride +Schwester Lauma +Sol Gabetta = Klaviertrio mit Werken von Haydn (KlaTrio G-Dur,Hob.XV:25) Beethoven(Klatrio D-Dur op.70 Nr1) und Ravel(Klatrio a-moll). Ich dachte,wenn schon mal so eine Mann/ äh,Frauschaft in die Hügelige Provinz reist, kann ich mir das nicht entgehen lassen und war gespannt, wie vor allem Baiba Skride live wirkt. Nach einer Weile hochklassiger Musikkonserven habe ich gerne mal Frischkost, damit ich sehe, wie die Musik entsteht. Erstaunlicherweise berührte mich das KlaTrio von Haydn gar nicht. Es war sicher erstklassig gespielt, Brilliant und sauber, aber mir zu steril. Der überschwengliche Applaus überraschte mich.Da hätte ich auch eine beliebige gute CD zuhause hören können).das BeethovenStück fand ich dann schon besser.(Jetzt spielten die drei Frauen nicht nur Klasse,sondern hatten sich "warm"gespielt) - wieder toller Applaus, dann Pause. Nach der Pause, ich hatte ein Glas Sekt genossen, war es dann soweit.
Endlich entführte mich die Musik. Ravel spielten die drei zauberhaft - Endlich waren die Solistinnen bei sich selbst angekommen, spielten zusammen (ohne sich dauernd anschauen zu müssen) und fühlten zusammen die gleiche Musik, das konnte ich hören und sehen. Das war nicht der Sekt! Einfach toll!!! Das ist es, warum ich Konzerte brauche. Das zu erleben geht mit CD-Konserven nicht.Geht es euch ähnlich?
Neue Jahresgrüße,
Lisa
Ps:Der Sekt in der Pause ist natürlich auch nett!
nikolaus (23.01.2007, 21:59): Hallo Lisa,
na klar, mir geht es auch so. Ich liebe die Momente, wenn man plötzlich auf der (Konzert-)Stuhlkante sitzt, weil man so gefesselt ist, wenn die Musiker selbst wahre Begeisterung zeigen, wenn der Künstler es schafft, daß das Publikum mucksmäuschenstill ist, um dann in einen rauschenden Applaus auszubrechen... Live-Konzert können einen wirklich "beseelen"!
Gruß, Nikolaus.
Rachmaninov (23.01.2007, 22:01): Original von Lisa Hi, mein "erster" Bericht dieses Jahr! War am Sonntag in Erbach/Odw. bei Baiba Skride +Schwester Lauma +Sol Gabetta = Klaviertrio mit Werken von Haydn (KlaTrio G-Dur,Hob.XV:25) Beethoven(Klatrio D-Dur op.70 Nr1) und Ravel(Klatrio a-moll).!
hätte ich mir auch angesehen und angehört.......
:I
Walter (23.01.2007, 22:17): Original von Rachmaninov
hätte ich mir auch angesehen und angehört.......
:I
nicht mal ich durfte mit - Lisa hat die letzte Karte abgegeiert :A
Gamaheh (29.01.2007, 22:45): Der Titel des Fadens bereitet mir (auch letztes Jahr schon) gewisse Probleme: Warum müssen es die "großen" sein. Können wir nicht auch über "kleine" berichten? Das Bedürfnis habe ich gelegentlich auch, und sei es nur zur Abschreckung, oder nur so, weil sie auch ganz schön waren, aber eben nicht groß(artig). Sollen wir dazu einen neuen Faden aufmachen?
Am Freitag war ich z.B. zum ersten Mal in einem Konzert des brandneuen (seit Oktober letzten Jahres) Bechstein-Zentrums hier in Hamburg. Dort haben sie einen netten kleinen Konzertsaal mit nicht viel mehr als 100 Plätzen eingerichtet, nicht ganz wie die ehemalige Bechstein Hall in London (heute: Wigmore Hall), aber immerhin. Es wurde ein junger finnischer Pianist vorgestellt, Antti Siirala (nie vorher gehört, aber offensichtlich schon eine beachtliche Karriere, wie eben die loci comunes der Konzert-Beipackzettel es geradezu zwangsweise sagen müssen). Er spielte folgendes Programm:
Beethoven, Waldstein-Sonate Bartok, "Im Freien", Suite für Klavier, Sz. 81 Chopin, Polonaise-Fantaisie As op.61 Szymanowski, Variationen über ein polnisches Volksthema h op.10 als Zugabe: Schumann/Liszt, Widmung.
Den ersten Satz der Waldstein spielte er sehr schön. Beim zweiten kamen mir Zweifel: Für mich ist der Test eines Pianisten immer, wie er die Spannung in langsamen Partien hält. Beim Bartok hatte ich mit dem Schlaf zu ringen: obwohl sehr laut, doch auch sehr monoton. Ein sehr harter Anschlag, oder aber nicht genügend auf die akustischen Verhältnisse abgestimmt, was ich oft erlebe (das scheint auch eine Fähigkeit zu sein, die nicht jeder Pianist hat).
Zwar kostete der Eintritt 15 €, aber dafür wurden vor dem Konzert und in der Pause Canapés und guter Wein gereicht, das war schon recht speziell und gar nicht, wie seinerzeit die Hauskonzerte von Steinway, die umsonst waren und wo eine sehr familiäre Atmosphäre herrschte und die sehr viel unprätentiöser waren, die allerdings auch nicht das Niveau hatten.
Weiter erwarten uns in dieser Saison: Volker Banfield, Evgenia Rubinova, Jura Margulis, Juan José Chuquisengo (kennt jemand letzteren?).
Grüße, Gamaheh
nikolaus (30.01.2007, 12:07): Hallo Gamaheh!
Weiter erwarten uns in dieser Saison: Volker Banfield, Evgenia Rubinova, Jura Margulis, Juan José Chuquisengo (kennt jemand letzteren?).
Ich besitzte zwei Aufnahmen mit Juan José Chuquisengo:
http://www.jpc.de/image/cover/front/0/6095541.jpg Ma mere l'oye (arr. Rosen); Gaspard de la nuit Pavane pour une infante defunte (arr. Chuquisengo); Jeux d'eau La Valse (arr. Chuquisengo)
http://www.jpc.de/image/cover/front/0/9638505.jpg Bach / Chuquisengo: Choräle BWV 147 & 645 Foulds: Gandharva-Music op. 49 Händel: Chaconne HWV 435 Foulds: April-England op. 48, 1 Beethoven / Liszt: 2.Satz aus der Symphonie Nr. 7 Corigliano: Fantasia on an ostinato Bach: Toccata BWV 911 Schumann: Toccata op. 7 Prokofieff: Toccata op. 11
Er scheint ein interessanter Pianist zu sein: gebürtiger Peruaner, lebt derzeit in München und ist maßgeblich von Celibidache geprägt. Sein Spiel würde ich eher als nüchern bezeichnen, aber nicht ohne Tiefe. Ich mag seine Aufnahmen gerne. Zu letzterer habe ich bereits etwas geschrieben, finde aber gerade den thread nicht ?(.
Wenn ich die Gelegenheit hätte, würde ich ihn mir anhören (wann ist denn das Recital?)
Gruß, Nikolaus.
Gamaheh (30.01.2007, 22:13): Hallo Nikolaus,
JJ Chuquisengo ist in Hamburg bei Bechstein für den 16. November vorgesehen - es ist also noch ein bißchen hin!
Übrigens vergaß ich Lise de la Salle, das "18jährige Klavierwunder" (25.5.).
Ich erinnere mich jetzt auch, daß Du zumindes die zweite der genannten CDs schon erwähnt hast.
Grüße, Gamaheh
AcomA (03.02.2007, 14:39): hallo,
letzten samstag-nachmittag fand im 'haus fuhr' in essen-werden ein klavierabend für nachwuchspianisten statt. das niveau war sehr hoch. die letzte ausführende war frau nosrati. sie spielte aus bachs WTK II, eine ligeti-etüde (vertigo) und eine sonatine von alkan. dieser vortrag war dermaßen auf hohem musikalischen und pianistischen niveau, wie ich es nur von weltklasse-spielern erfuhr ! ihr anschlag war sehr warm und sonor. technische grenzen waren nicht zu erkennen. ungeheuerlich.
im anschluss fand eine moderierte gesprächsrunde auf dem podium über die interpretation von klavierkompositionen statt, an dem das publikum sich beteiligen konnte. mitglied der rund waren u.a. boris bloch und meine wenigkeit. es war mal etwas ganz anderes. ich fand es richtig gut und erfrischend.
gruß, siamak :engel
Jeremias (04.02.2007, 23:01): Sag mal,die Frau Nosrati ist nicht zufällig die Schwester des Pianisten, den wir beide einst in Bochum hörten?
Jeremias (12.02.2007, 09:30): Am Samstag in der ausverkauften D'dorfer Tonhalle:
Jewgenij Kissin, Klavier
Schubert, Sonate Es-Dur D 568 Beethoven, 32 Variationen c-moll über ein eigenes Thema WoO 80
-Pause-
Brahms, Sechs Klavierstücke op. 118 Chopin, Andante spianato et Grande Polonaise brillante Es-Dur op. 22
Ich habe ihn damit zum sechsten Mal gesehen, erstmals aber mit einem derart abwechslungsreichen Programm. Der Schubert war mehr als nur ein "Warm-up", sehr gefühlvoll und nobel gelangen ihm die Ecksätze, der langsame Satz war für mich Highlight des regulären Programms. Bei Beethoven war er dann ganz in seinem Element als Virtuose, ich habe die Variationen noch nie derart souverän interpretiert gehört. Allerdings wurde es mir persönlich dann manchmal doch etwas zu viel, zu überladen. Aber auch hier konnte er in den langsamen Variationen überzeugen.
Nach der Pause folgte zunächst Brahms. Auch hier packte er natürlich richtig zu, wo er konnte, aber auch hier gelangen ihm wunderschöne Momente (Nr.2 und Nr.6). Es folgte zum Abschluss Chopin. Hier war ich mit seiner Interpretation nicht einverstanden. Viel zu selten gelang es Kissin, das Noble und Grazile, das insbesondere die Polonaise ausmacht, herauszustellen. Vielmehr "missbrauchte" er diese, um sein Können und seine Technik zur Schau zu stellen..... dennoch riesiger, nahezu extatischer Applaus!
Die 3 Zugaben hatten es dann richtig in sich: Zunächst spielte er den 3. Liebestraum von Liszt. Dann folgte das "Spinnerlied" von Mendelssohn, für mich die gelungendste Darbietung des Abends. Krönender Abschluss war dann die Carmen-Fantasie von Horowitz in der Version von 1968, grenzenloser Jubel!
Rachmaninov (12.02.2007, 09:50): Jeremias,
das scheint ein sehr gelungener Abend gewesen zu sein. Und dann noch mit geschenkten Eintrittskarten :rofl
Seine neueste Chopin Aufnahme wurde allerdings auch nicht sonderlich gelobt :)
Walter (25.02.2007, 11:28): Hallo,
es war zwar kein GROSSES KONZERT aber doch ein gelungenes:
GITARRENDUO KVARATSKHELIA
Im Aschaffenburger Stadttheater spielten die Herren
Mario Castelnuevo-Tedesco - Präludium und Fuge in E-dur
Johann Kaspar Mertz - Fantasie nach der Oper "Die Hugenotten" von Meyerbeer
Johann Kaspar Mertz - Am Grabe der Geliebten
Jacob ter Veldhuis - Diapason
Pierre Petit - Tarantelle
Das kleine Theater in Aschaffenburg versetzt einen direkt in die 70iger Jahre. Das 1811 erbaute kleine klassizistische Theater scheint in diesen Jahren seinen letzten neuen Anstrich erhalten zu haben. Da die 70iger langsam wieder modern werden und alles recht gepflegt ist nahmen wir das Ambiente mit angenehmen Erinnerungen wahr. Die beiden Gitarristen waren dagegen voll auf der Höhe der Zeit. Begeisternd war die für mich, wie ökonomisch die Bewegungen der Künstler waren. Kaum einmal wird mehr Bewegung sichtbar als das flimmern der Finger. Insgesamt eine wirklich nette Vorstellung der beiden Herren!
Hingehen, wenn die mal in Eurer Gegend spielen.
Zugaben:
Manuel de Falla - Danza de Mulinero
Scarlatti - ....
Gruß,
Gamaheh (28.02.2007, 22:00): Liebe Forenser,
wieder einmal wirklich kein "großes" Konzert, sondern ein sehr kleines, aber ich muß es einfach loswerden: Neulich hörte ich ein Werk von Arvo Pärt, bei dem ich unwillkürlich an des Kleinen Musikfreundes Katzen mit abgehackten Schwänzen denken mußte, und nicht nur das: Meine Nerven waren derartig mitgenommen, daß ich darauf auswich, Überlegungen zur Etymologie von "Saite" anzustellen - ist es mit "Saitling" verwandt? (wie sich herausstellte: ja) - und darüber, wie es sich anhören würde, wenn der Geigenbogen über gespannte Wiener Würstchen gleiten würde statt über meine Nervenstränge. Jemand, von dem ich dachte, er hielte sich die Ohren zu (aber wahrscheinlich hatte er meditiert), klärte mich auf, daß es sich um ein christliches Meditationsstück handle und eigentlich für ein größeres Streicherensemble (statt hier: Geige und Klavier) geschrieben sei - ich glaube, sowas nennt man "Selbstflagellation". Kennt Ihr dieses Stück ("Fratres") und habt es schon unbeschadet überstanden?
Gemarterte Grüße, Gamaheh
nikolaus (28.02.2007, 22:11): Liebe Gamaheh!
Es tut mir leid, daß deine Nerven so gemartert wurden. Ganz nachvollziehen kann ich es allerdings nicht: Ich hörte das Stück erstmals vor ein paar Jahren bei einer Aufführung des Cloud Gate Dance Theatre aus Taiwan mit einer fantastischen Choreographie. Daraufhin hat mir ein Freund das Stück besorgt, es ist eine Aufnahme mit Gil Shaham:
http://www.jpc.de/image/cover/front/0/9779671.jpg
Ich gebe zu, ich höre es nicht oft, aber deine Assoziationen verstehe ich nicht ganz. Mag sein, daß es an der Version liegt (meine ist mit Orchester).
Dann pflege jetzt mal deine Ohren und Nerven!!
Gruß, Nikolaus.
Gamaheh (07.03.2007, 00:11): Liebe Forenser,
nachdem ich letzlich schon kurzfristig dachte, die Geige sei eigentlich kein Instrument, dessen Klang mir liegt (beim Pärt war sie wirklich schrill!), hatte ich gestern einen veritablen Geigen-Tag: Erst nachmittags im Radio Mozarts Violinkonzerte mit Gil Shaham, die mich wirklich begeisterten, und dann abends in der Musikhalle Joshua Bell mit Tchaikovskys Violinkonzert (ein Werk, das ich vor sehr, sehr vielen Jahren pausenlos gehört habe und das für mich immer mit der gleichzeitigen Lektüre von Tolkiens Lord of the Rings assoziiert sein wird). Hier war es allerdings ohne den mir bekannten spätromantischen Schmelz, dafür mit verdischem Blechklang (wie man Tchaikovsky heute zu geben scheint) versehen. Trotzdem schön. Mein Kleiner konnte sich besonders für Bartoks Wunderbaren Mandarin begeistern (ich auch). Es spielte das NDR-Sinfonieorchester, dirigiert von Susanna Mälkki (im Küster-Look).
Grüße, Gamaheh
Gamaheh (08.03.2007, 23:36): Liebe Musikfreunde,
gerade komme ich aus der Hamburger Musikhalle, wo ich die Salzburger Camerata (Dirigent: Giovanni Antonini) und Martin Stadtfeldt hörte, und möchte noch schnell berichten, bevor ich mich absetze.
Das Programm:
Mozart: Divertimento in D K. 205 Bach J.S.: KK 1 in d BWV 1052 Mendelssohn: KK 1 in g op.25 Haydn: Sinfonie N.99 in Es
Das kleine Orchester war präzise, transparent und enthusiastisch, der Dirigent von sanguinischem Temperament und italienischem Gestus (ziemlich nahe an meiner Vorstellung vom Kapellmeister Kreisler), und das Ganze war eine uneingeschränkte Freude.
Die Musik war so plastisch dargestellt, man mußte nicht einmal auf die Satzbezeichnungen sehen: In den Menuettsätzen sah man beim Mozart geradezu die höfische Gesellschaft tanzen, das Largo war largo, das Adagio genau das. Das Ludische und der Humor Mozarts waren quasi mit Händen zu greifen, ebenso später der etwas böse Humor Haydns.
Beim Bach exquisites Zusammenspiel von Solist und Orchester (also kein „Konzert“ im Wortsinne). Stadtfeld ganz seriös im Frack, keine Mätzchen, kein Gehabe, ganz ernsthaft. Glücklicherweise spielt er nicht, wie er daherkommt: Typ verpennter Student – selbst im Frack! Allein vom Anschlag her so grundverschieden von Gould, keine Ahnung, wo dieser absurde Vergleich herkommt (eine Ahnung schon, aber trotzdem absurd). Also weg mit den Vorurteilen!
Nach der Pause zeigt er beim Mendelssohn, daß ihm auch das romantische Repertoire durchaus liegt (hoffentlich erweitert er es!) und erntet dafür wahren (und verdienten) Jubel vom Publikum (immer nicht zu vergessen: das Orchester), als Zugabe Bachs Partita N.6. Das Orchester kann beim Haydn am Schluß noch einmal auftrumpfen und wird mit ebenso begeistertem Applaus bedacht.
Ausnahmslos positiv ohne Abstriche!
Glückliche Grüße, Gamaheh
cellodil (13.03.2007, 07:43): Original von Gamaheh Joshua Bell mit Tchaikovskys Violinkonzert (ein Werk, das ich vor sehr, sehr vielen Jahren pausenlos gehört habe und das für mich immer mit der gleichzeitigen Lektüre von Tolkiens Lord of the Rings assoziiert sein wird). Hier war es allerdings ohne den mir bekannten spätromantischen Schmelz, dafür mit verdischem Blechklang (wie man Tchaikovsky heute zu geben scheint) versehen. Trotzdem schön. Mein Kleiner konnte sich besonders für Bartoks Wunderbaren Mandarin begeistern (ich auch). Es spielte das NDR-Sinfonieorchester, dirigiert von Susanna Mälkki (im Küster-Look).
Liebe Gamaheh,
das Tchaikovsky Violinkonzert habe ich vor zwei Jahren mit Joshua Bell und den Berliner Philharmonikern unter Michael Tylson Thomas gehört. War großartig (wohlig seufz!)... Zeitgleich wurde auch eine CD aufgenommen, die mir allerdings nicht gefällt.
An einen verdischen Blechklang kann ich mich im Kontext des Konzerts allerdings nicht erinnern... vielleicht liegt's doch nicht (nur) an der gängigen Aufführungspraxis?
Herzliche Grüße
Sabine
LazarusLong (13.03.2007, 08:23): Geplant für den 28.04: Eugen Onegin in der schlesischen Oper in Bytom und (etwas off topic) GENESIS am 21.06. :cool
Frank
cellodil (13.03.2007, 23:10): Heute die Karten bestellt für zwei Abende Bach Cello-Suiten mit Heinrich Schiff im Juni bei den Ludwigsburger Schlossfestspielen.
Je me freu... :D
Grüße Sabine
nikolaus (14.03.2007, 19:05): Original von cellodil Heute die Karten bestellt für zwei Abende Bach Cello-Suiten mit Heinrich Schiff im Juni bei den Ludwigsburger Schlossfestspielen.
Je me freu... :D
Grüße Sabine
Je te gönne... :D :D
Nikolaus.
uhlmann (15.03.2007, 08:08): ich gehe im april 2x ins landestheater linz:
15. 4.: philip glass: orphée leitung: dennis russell davies inszenierung: daniela kurz
24. 4.: henry purcell: die feenkönigin leitung: dennis russell davies inszenierung: andreas baesler
drd mit barockmusik? bin schon gespannt.
Gamaheh (16.03.2007, 00:54): Liebe Musikfreunde,
ich möchte Euch schnell zwischendurch von meinem letzten Wochenende berichten (aus der Reihe „Mein schönstes Ferienerlebnis“), an dem ich mich in Paris ein bißchen der musikalischen Völlerei hingegeben habe (ohne dafür durch Übersättigung bestraft zu werden) – man soll ja die Feste feiern, wie sie fallen.
Kaum dem Nachtzug entstiegen, begab ich mich am Sonnabend - nach kurzem Abstecher ins Hotel, um meinen Koffer abzuwerfen – ins Musée d’Orsay (der ehemalige Bahnhof – grandioser Bau), das einen sehr schönen Konzertsaal mit äußerst bequemen Sesseln (muß man schon sagen) und hervorragender Akustik hat.
Dort wurden an dem Wochenende sämtliche Werke von Brahms und Fauré für Klavier solo in chronologischer Reihenfolge von sechs mehr oder weniger bekannten Pianisten in zwölf Konzerten aufgeführt, die alle von Radio France Musique aufgenommen wurden und somit in absehbarer Zeit (erfahrungsgemäß 3 bis 6 Wochen) dort zu hören sein werden. Eine Übersicht findet Ihr hier: http://www.abeilleinfo.com/chronique.php?id_chro=5935&langue=fr
Ich fand mich gleich zu dem ersten Konzert ein (und hatte das Glück, daß ausgerechnet mir jemand eine überzählige Karte schenkte (!!), während ich in der Kassenschlange wartete):
François-Frédéric Guy Johannes Brahms de 1851 à 1853 I Sonate n°1 en ut majeur op. 1 Sonate en fa dièse mineur op. 2 samedi 10 mars 2007 de 11h à 12h
Hier war ein wildromantischer, ganz jugendlicher Brahms zu hören, bar jeder Sentimentalität, ohne Schwulst oder Süßigkeit (und ganz sicher nicht bieder – alles Wörter, die hier im Forum schon für Brahms verwendet wurden). Nicht der stereotype Brahms, aber doch ist schon eindeutig das typisch Brahmsische hörbar.
Der Pianist war mit dem ganzen Körper bei der Sache, was nicht zuletzt zu intensiver Beinarbeit führte (heftige Fußtritte auf den Boden waren nicht selten). Er packte die Musik mit einem zornigen Ingrimm an, als wenn er eine persönliche Rechnung zu begleichen hätte – Brahms als „angry young man“. Man kann ohne weiteres nachvollziehen, warum Schumann so begeistert war und ihn als großen Neuerer ausrief. Allerdings ist Guy auch in der Lage (Achtung: Qualitätsmerkmal!) langsame und leise Passagen spannend zu spielen. Sehr beeindruckend – unbedingt anhören, wenn Ihr könnt!
Grüße, Gamaheh
Gamaheh (16.03.2007, 01:35): Am nächsten Nachmittag (der vorige Abend war ein wenig lang – darüber später) in derselben Serie zunächst
Jonathan Gilad Johannes Brahms de 1871 à 1892 8 Pièces op. 76 2 Rhapsodies op. 79 Fantasies op.116 dimanche 11 mars 2007 de 16h30 à 17h30
Dieser junge Pianist (Mitte Zwanzig) ist auch bei uns schon recht bekannt; ich habe ihn z.B. bei den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern und im Radio gehört und hatte einen eher positiven Eindruck von ihm. Beim Musikfest MV war er einer der Jahres-Preisträger und spielt dort häufig zusammen mit Julia Fischer und Daniel Müller-Schott. Er ist auch ohne Frage einer, der mit allen manuellen Fähigkeiten ausgestattet ist und einen durchaus interessanten Klang erzeugt. Leider spielt er hier alles sehr schnell und im Tempo wenig differenziert, insbesondere durch die Rhapsodien jagt er förmlich hindurch. Keine Ahnung, ob das daran liegt, daß er nicht langsam spielen kann und es daher nicht tut, oder ob er Angst hat, Brahms zu gemütvoll klingen zu lassen – jedenfalls leidet die Spannung darunter. Das Publikum insgesamt ist jedoch begeistert. Als Zugabe spielt er Chopins Fantaisie impromptu, allerdings auch eher hektisch und undifferenziert. Ich glaube, ich habe noch nie so einen hyperaktiven Pianisten gesehen, der pausenlos auf dem Hocker auf- und abhopst! (Vielleicht war er auch einfach etwas nervös.)
Am Abend dann noch:
Jean-Frédéric Neuburger Johannes Brahms de 1892 à 1893 3 Intermezzi op. 117 6 Pièces op. 118 4 Pièces op. 119 dimanche 11 mars 2007 de 20h30 à 21h30
Ein ganz junger Pianist (eher Anfang Zwanzig), der jedoch schon allerhand Beachtung gefunden hat und den ich im Radio des öfteren (u.a. von La Roque d’Anthéron) mit Interesse gehört habe, spielt hier Brahmsens letzte Werke für das Klavier. Er beginnt mit op.117/1: Wer dieses Stück so entspannt so spannend spielen kann, verdient in jedem Fall Beachtung. Der Rest folgt dem ersten Eindruck: Ein sehr schönes Konzert und ein junger, uneitler Pianist, den ich für ein großes Talent halte (und der Rest des Publikums offenbar auch). Als Zugabe: Beethoven, Bagatelle op.126.
Nächtliche Grüße, Gamaheh
Gamaheh (17.03.2007, 00:23): Liebe Musikfreunde,
um den Bericht über mein letztes Wochenende abzuschließen, nun noch zum Sonnabend Abend: Nuit du Piano in Maisons Laffitte, nicht weit vor den Toren von Paris, offenbar eine wohlhabende Gemeinde, die sich nicht nur einen Saal mit 450 Plätzen und hervorragender Akustik, sondern auch einen schicken Smasher von Steinway Konzertflügel leisten kann, auf dem an diesem Abend spielen:
19 h 30 Jean-Claude Pennetier, piano Chopin: 3 Nocturnes op.15 Fauré: Nocturne n.13 in h op.119 Nocturne n.6 in Des op.63 Valse-Caprice n.4 in As op.62 Valse-Caprice n.3 in Ges op.59 Ballade in Fis op.19 Chopin: Barcarolle in Fis op.60 Als Zugabe: ein Prélude von Fauré
Der Pianist bat sich aus, ihn ohne Applaus sein Programm durchspielen zu lassen, was er – eher ungewöhnlich – mit den Noten vor den Augen und Umblätterin an seiner Seite tat. Ein eher dahinplänkelnder Chopin, etwas anbiedernd und gefällig. Die Stücke von Fauré fand ich interessanter, aber da habe ich keine Vergleichsmöglichkeiten. Pennetier schüttelte pausenlos den Kopf und machte eine Miene, als würde ihm diese Musik unendliches Leid zufügen (so schlimm war sie nun wieder auch nicht!). Solide und für mich eher indifferent.
21 h Hortense Cartier-Bresson, piano Bach : 4e Partita in D BWV 828 Chopin : Vingt-quatre Préludes op.28
Von dieser Pianistin hatte ich noch nie gehört, aber das will ja nichts heißen. Auch sie spielte, zumindest den ersten Teil, mit den Noten vor sich. Insgesamt war ich recht angetan, insbesondere vom Bach.
Gruße, Gamaheh
Gamaheh (17.03.2007, 00:39): Nuit du piano
Das Beste kommt jedoch immer zum Schluß:
22 h 30 Philippe Bianconi, piano Schumann : Kreisleriana (op.16) Chopin : Ballade n°2 in F op.38 Nocturne op.27 N° 1 Barcarolle op.60 3ème Scherzo in cis op.39 Als Zugabe: Prélude op.45 von Chopin
Nicht nur für mich der Höhepunkt des Abends: Die Kreisleriana mit einer Sinnhaltigkeit und Überzeugungskraft, wie ich sie noch nicht gehört habe. Bianconi weiß die Stücke in ihrer Gesamtheit zu gestalten durch feinste Nuancen in Dynamik, Tempo und Klangfarbe; ein Stück ergibt sich aus dem anderen, ist mit ihm auf organische Weise verbunden, kann nicht ohne die anderen stehen. Ich habe die Kreisleriana diverse Male gehört (allerdings nie im Konzert) und habe (außer natürlich im Namen) nie ohne Mühe eine Brücke zu Hoffmanns Kreisler schlagen können – an diesem Abend ergab sie sich wie von selbst, intuitiv.
Die zwei Seiten des Kapellmeisters: die schwärmerische, poetische (Berganza sagt: „Ich sehe ihn noch vor mir, den guten, herrlichen Mann ...; der trug den wahren poetischen Sinn im Innern“), und die spleenige, geniale, schließlich wahnsinnige (oder für wahnsinnig erklärte), von dem es heißt, er sei in den Wald gelaufen, um sich mit einer übermäßigen Quinte zu erdolchen („Den Johannes haben sie erschlagen und begraben, und als er im Gefühl der göttlichen Übermacht, die ihm der Geist verliehen, sich frei regen und bewegen wollte, da mußte er wahnsinnig sein.... In gewissem Sinn ist jeder nur irgend exzentrische Kopf wahnsinnig, und scheint es desto mehr zu sein, je eifriger er sich bemüht, das äußere matte tote Leben durch seine inneren glühenden Erscheinungen zu entzünden. Jeder, der einer großen heiligen Idee, die nur der höheren göttlichen Natur eigen, Glück, Wohlstand, ja selbst das Leben opfert, schilt gewiß der, dessen höchste Bemühungen im Leben sich endlich dahin konzentrieren, besser zu essen und zu trinken, und keine Schulden zu haben, wahnsinnig“). Ihr kennt vielleicht Hoffmanns Zeichnung von seinem Kreisler?
Kreisler ist da, in seiner ganzen Komplexität. Eine halbe Stunde, in der die Huster, Schniefer, Keucher, Grunzer endlich einmal Ruhe gegeben haben (wahrscheinlich haben sie vor lauter Spannung den Atem angehalten).
Danach zeigt uns Bianconi – immer brav und sittsam im Frack (übrigens der einzige, den ich an diesem Wochenende gesehen habe) – was in Chopin drinsteckt, wenn man tief genug gräbt, um die Kanonen unter den Blumenbeeten freizulegen: im Nocturne geradezu beängstigend – wer sonst kann ein Crescendo so langsam und gleichmäßig drohend aufbauen; aber er zeigt uns den Abgrund nur und holt uns dann gleich wieder zurück mit einer auf dem Klavier gesungenen Barcarolle – hier beginnt der entspannte Teil, wo man ohne Suspension applaudieren darf – gefolgt von einem fetzigen Scherzo n.3 – ein makellos konstruiertes Programm. Wir sind alle glücklich, daß es so gut ausgegangen ist, und lassen uns um Mitternacht und nach viereinhalb Stunden noch zu wahrer Begeisterung hinreißen, worauf Chopins Etude op.45.
Gute Nacht, Gamaheh
cellodil (17.03.2007, 11:50): Original von Gamaheh Der Pianist war mit dem ganzen Körper bei der Sache, was nicht zuletzt zu intensiver Beinarbeit führte (heftige Fußtritte auf den Boden waren nicht selten). Er packte die Musik mit einem zornigen Ingrimm an, als wenn er eine persönliche Rechnung zu begleichen hätte – Brahms als „angry young man“. Man kann ohne weiteres nachvollziehen, warum Schumann so begeistert war und ihn als großen Neuerer ausrief. Allerdings ist Guy auch in der Lage (Achtung: Qualitätsmerkmal!) langsame und leise Passagen spannend zu spielen. Sehr beeindruckend – unbedingt anhören, wenn Ihr könnt!
Liebe Gamaheh,
das klingt großartig! Erinnert ein bisschen an diese Liszt-Ankedote, bei dessen Konzerten der Boden ja angeblich am Ende immer mit Teilen von zertrümmerten Flügeln bedeckt gewesen sein soll...
Danke, dass Du uns an Deinen "schönsten Ferienerlebnissen" teilhaben lässt. Wäre gerne dabei gewesen.
Herzliche Grüße
Sabine
cellodil (17.03.2007, 11:55): Original von Gamaheh Jonathan Gilad
Er ist auch ohne Frage einer, der mit allen manuellen Fähigkeiten ausgestattet ist und einen durchaus interessanten Klang erzeugt. Leider spielt er hier alles sehr schnell und im Tempo wenig differenziert, insbesondere durch die Rhapsodien jagt er förmlich hindurch. Keine Ahnung, ob das daran liegt, daß er nicht langsam spielen kann und es daher nicht tut, oder ob er Angst hat, Brahms zu gemütvoll klingen zu lassen – jedenfalls leidet die Spannung darunter. Das Publikum insgesamt ist jedoch begeistert. Als Zugabe spielt er Chopins Fantaisie impromptu, allerdings auch eher hektisch und undifferenziert. Ich glaube, ich habe noch nie so einen hyperaktiven Pianisten gesehen, der pausenlos auf dem Hocker auf- und abhopst! (Vielleicht war er auch einfach etwas nervös.)
Liebe Gamaheh,
ich habe ihn auch schon im Konzert gehört. Allerdings nicht bei einem Klavierabend, sondern in kammermusikalischer Besetzung. Das wirkte dann wie ein Wettrennen, bei dem Gilad wohl immer "Erster" werden wollte. Atemlos und verhetzt (und leider - in dieser Konstellation - auch viel zu laut). Ich dachte allerdings, dass das beim solistischen Spiel vielleicht ein bisschen anders sein könnte. Da habe ich mich wohl getäuscht.
Grüße
Sabine
cellodil (17.03.2007, 11:59): Liebe Gamaheh,
seufz! Das muss wirklich großartig gewesen sein, Dein Erlebnis mit Bianconi.
Liebe (ein ganz klein bisschen neidvolle) Grüße
Sabine
sound67 (25.03.2007, 13:32): 23.03. in Frankfurt, Alte Oper:
UMBERTO GIORDANO: Andrea Chénier (konzertant)
Musikalische Leitung Paolo Carignani Chor Alessandro Zuppardo
Andrea Chénier Antonello Palombi Carlo Gérard Željko Lu i Maddalena di Coigny Micaela Carosi Bersi Marina Prudenskaja Gräfin von Coigny Stella Grigorian Madelon Elzbieta Ardam Roucher Bálint Szabó Pietro Fléville Simon Bailey Fouquier Tinville Soon-Won Kang Matthieu / Haushofmeister Johannes Martin Kränzle Abate Peter Marsh L’Incroyable Hans-Jürgen Lazar Dumas / Schmidt Franz Mayer
Chor der Oper Frankfurt Frankfurter Museumsorchester
Umberto Giordano war zwar kein ausgesprochenes "One Hit Wonder", doch ist "Andrea Chénier" die einzige Oper von ihm, die heute noch öfters gespielt wird. Leider erklang sie in Frankfurt nur konzertant, was man besonders ob der dramatischen Handlung mit hohem Kitschfaktor bedauern muss. Die Oper ist typischer Verismo, aber weitaus besser als z.B. die zuletzt in Frankfurt szenisch aufgeführte "Tiefland" von Eugen d'Albert (Pressenotizen: "Tiefschlag", "Tiefpunkt", "Tiefschlaf"). Die Instrumentation ist durchweg farbig, teilweise sogar "subtil" zu nennen, und es gibt einige hübsche Nummern. Wenn man bedenkt, was einem für ein Dreck von Verdi teilweise zig-fach parallel auf deutschen und internationalen Bühnen serviert wird (in FFM zurzeit "Un Ballo in Maschera") muss man sich wirklich wundern. Es ist im Prinzip eine kitschige Liebesgeschichte vor dem Hintergrund der französischen Revolution, frei nach historischen Vorkommnissen.
Die Aufführung (im Programmheft(!) stand auch noch: "Eine Oper, die nach der Bühne schreit" - Wie wahr!) war munter und forsch in der Gangart, getragen von guten Sängern, v.a. dem Gast Micaela Carosi mit sehr kultiviertem Sopran und den Ensemblemitgliedern Lucic und Kränzle, die Orchesterleistung ohne Tadel. Der Chor wirkte ein wenig blass,aber es gab auch nicht gerade viele Gelegenheiten für ihn, sich auszuzeichnen.
Insgesamt ein hübscher, abwechslungsreicher und nicht zu langer konzertanter Opernabend, und der Klang ist natürlich wesentlich besser als auf der Opernbühne!
Gruß, Thomas
Jeremias (25.03.2007, 13:38): Gestern Abend mal was anderes: Joan Baez in Bonn..... ganz toll!!!!
nikolaus (16.04.2007, 17:26): Ich weiß zwar noch nicht wie es wird, aber ich habe heute Karten bestellt:
1. Mittwoch in Dortmund Renaud Capucon und Nicholas Angelich spielen Brahms
2. Die ersten vier Konzerte vom diesjährigen Progetto Martha Argerich in Lugano :leb :leb :leb :leb :leb !!
In voller Vorfreude
Nikolaus
cellodil (17.04.2007, 01:09): Original von nikolaus Ich weiß zwar noch nicht wie es wird, aber ich habe heute Karten bestellt:
1. Mittwoch in Dortmund Renaud Capucon und Nicholas Angelich spielen Brahms
2. Die ersten vier Konzerte vom diesjährigen Progetto Martha Argerich in Lugano :leb :leb :leb :leb :leb !!
In voller Vorfreude
Nikolaus
Wow!!! Das klingt ja großartig!!! :down
Ganz mithalten kann ich da nicht, aber ich freu' mich im Moment auf meinen ersten diesjährigen Schwetzingen-Besuch (hoffentlich bleibt das Wetter schön!). Werde mir nach überstandener Walpurgisnacht Il Giustino mit dem Baltharsar-Neumann Ensemble im Rokoko-Theater zu Gemüte führen... Und im Juni dann - endlich, endlich - Gidon Kremer.
Liebe Grüße
Sabine
nikolaus (18.04.2007, 23:19): Gerade zurück vom Konzert:
Renaud Capucon, Nicholas Angelich spielten die drei Violinsonaten von Johannes Brahms und als Zugabe sein Scherzo aus der F-A-E-Sonate.
Das Programm ist identisch mit ihrer vor nicht allzu langer Zeit erschienen CD.
Es war ein durchaus beeindruckender Abend. Obwohl es Brahms den Zuhörern nicht gerade einfach macht, konnten Capucon und Angelich die Spannung halten und eine intensive Atmosphäre schaffen. Sie gestalten die Sonaten sehr farbig und straff. Es entstanden bisweilen berückend schöne Momente, die oft im Detail steckten (aus dem Nichts kommende Töne, zarte Schattierungen, rhythmische Rafinesse). Man merkt, daß sie ein eingespieltes Team sind und daß sie beim Musizieren in ihrem Element sind.
So, und warum klingt das, was ich schreibe, so hölzern? ?( Ist ja schrecklich! :(
Nikolaus.
cellodil (19.04.2007, 11:29): Original von nikolaus
So, und warum klingt das, was ich schreibe, so hölzern? ?( Ist ja schrecklich! :(
Lieber Nikolaus,
könnte es vielleicht sein, dass Dich der Abend doch nicht so wirklich hin- und/oder mitgerissen hat?
Herzliche Grüße
Sabine
nikolaus (19.04.2007, 12:15): Original von cellodil Original von nikolaus
So, und warum klingt das, was ich schreibe, so hölzern? ?( Ist ja schrecklich! :(
Lieber Nikolaus,
könnte es vielleicht sein, dass Dich der Abend doch nicht so wirklich hin- und/oder mitgerissen hat?
Herzliche Grüße
Sabine
Hm, du könntes glatt on-line-Psychologin werden (meine ich positiv)!
Du hast durchaus Recht, und wenn ich darüber reflektiere, fallen mir zwei Gründe ein:
1. Die Sonaten selber finde ich zwar spannend, man muß aber seinen eigenen Beitrag dazu leisten, will sagen, man muß "aktiv" zuhören und wird nicht automatisch mitgerissen. Damit hing gestern abend zusammen: 2. Eher banal: neben mir saß ein sicherlich sehr netter älterer Herr, der mir alllerdings einige Nerven raubte: schon bei der Einführung vor dem Konzert (die zugegebenermaßen ziemlich schwach war) nickte er oder schüttelte er ständig kommentierend den Kopf (auch während des Konzertes). Außerdem hatte er diverse Ticks, die nicht lautlos waren. Kurz vor Beginn des Konzertes im Saal textete er dann noch seine Nachbarin zu (klang für mich, als wäre er der beste Freund der Capucons sowie auch von Baiba Skride... )
Ist schon erstaunlich, wie abgelenkt ich offenbar zwischendurch war. :(
Daß es trotzdem ein guter Abend war, erkenne ich für mich daran, daß mir diverse Male ein Schauer über den Rücken lief oder mir sogar unvermutet (Beginn zweiter Satz der ersten Sonate) Tränen in die Augen schossen. Klingt ziemlich kitschig, habe ich aber immer, wenn mich etwas besonders mitnimmt.
Nikolaus.
cellodil (19.04.2007, 13:03): Original von nikolaus Original von cellodil Original von nikolaus
So, und warum klingt das, was ich schreibe, so hölzern? ?( Ist ja schrecklich! :(
Lieber Nikolaus,
könnte es vielleicht sein, dass Dich der Abend doch nicht so wirklich hin- und/oder mitgerissen hat?
Herzliche Grüße
Sabine
Hm, du könntes glatt on-line-Psychologin werden (meine ich positiv)!
Ich nehme das einfach mal so an. Ist aber eher die déformation profesionelle... Mit solchen Fragen habe ich es ja tagtäglich zu tun...
Original von nikolaus ... neben mir saß ein sicherlich sehr netter älterer Herr, der mir alllerdings einige Nerven raubte: schon bei der Einführung vor dem Konzert (die zugegebenermaßen ziemlich schwach war) nickte er oder schüttelte er ständig kommentierend den Kopf (auch während des Konzertes). Außerdem hatte er diverse Ticks, die nicht lautlos waren.
... gegen solche Sitznachbarn ist leider kein Kraut gewachsen...
Original von nikolaus Kurz vor Beginn des Konzertes im Saal textete er dann noch seine Nachbarin zu (klang für mich, als wäre er der beste Freund der Capucons sowie auch von Baiba Skride... )
... das sind die im Vorfeld von Konzerten leider gar nicht so seltenen Momente, in denen ich fast (aber auch nur fast und auch nur vorübergehend) dem Glauben zuneigen könnte, dass Frauen doch die besseren Menschen sind. Andersherum (Frau erklärt Mann die Welt) habe ich das bislang jedenfalls noch nicht erlebt... :P
Original von nikolaus Ist schon erstaunlich, wie abgelenkt ich offenbar zwischendurch war. :(
Ich finde, es spricht doch gewissermaßen für die Qualität des Abends, dass Du da überhaupt noch was von der Musik mitbekommen hast.
Original von nikolaus Daß es trotzdem ein guter Abend war, erkenne ich für mich daran, daß mir diverse Male ein Schauer über den Rücken lief oder mir sogar unvermutet (Beginn zweiter Satz der ersten Sonate) Tränen in die Augen schossen. Klingt ziemlich kitschig, habe ich aber immer, wenn mich etwas besonders mitnimmt.
Klingt nicht kitschig, sondern schön und nach einem - trotz der Widrigkeiten - bewegenden Abend.
Herzliche Grüße
Sabine
ab (23.04.2007, 20:26): Bei uns wird Alexander Lonquich einen Klavierabend mit Werken von Chopin, Debussy und Schumann geben. Lohnt es sich, dort hin zu gehen? Wer hat Lonquich schon im Konzert erlebt?
Danke!
nikolaus (23.04.2007, 23:06): Original von ab Bei uns wird Alexander Lonquich einen Klavierabend mit Werken von Chopin, Debussy und Schumann geben. Lohnt es sich, dort hin zu gehen? Wer hat Lonquich schon im Konzert erlebt?
Danke!
Leider kann ich dir da nicht gut weiterhelfen, da ich ihn noch nicht im Konzert erlebt habe. Ich erinnere mich aber an eine sehr positive Besprechung einer CD von 2002, du findest sie hier.
Sorry, mehr kann ich nicht dazu beitragen.
Nikolaus.
Jeremias (24.04.2007, 07:54): Ich habe ihn einmal erlebt mit einem Rachmaninoff-Abend. Er begleitete Sergei Leiferkus und Boris Pergamenschikow.... eine sehr selbstverliebte Darstellung auf der Bühne, pianistisch nur mittelmaß, seine Musik hatte kaum Tiefe... naja...
Jeremias (24.04.2007, 22:48): Heute Abend in Düsseldorf:
Alexei Volodin, Klavier (Gewinner des Géza-Anda-Wettbewerbs 2003)
Chopin: 4 Impromptus Liszt, Réminiscences de "Don Juan" de Mozart S 418
3 Zugaben (Liszt, Consolation, 2x was Barockes)
Ich erspare mir hier eine ausführliche kritik! Kein einziger schöner Ton, unsaubere Pedalführung, eine donnernde linke und eine krachende rechte Hand.... eine vergewaltigung der Musik...
Amen!
Fällt unter die Kategorie: Pianisten, die die Welt nicht braucht! Gottseidank haben nur knapp 150 Leute ihr Geld für diesen Schund ausgegeben!
nikolaus (01.05.2007, 11:43): Am 24.4. war ich spontan bei Grigory Sokolov in Hamburg:
F. Schubert: Sonate c-moll D 958
Pause
A. Skrjabin: Prélude und Nocturne für die linke Hand op. 9 Sonate Nr. 3 fis-moll op. 23 Poèmes op. 69 Nr. 1-2 Sonate Nr. 10 C-Dur op. 70 "Vers la flamme" - Poème E-Dur op. 72 5 oder 6 Zugaben (u.a. Chopin)
Einfach ein phänomenaler Pianist (der fast schon mit dem Flügel verschmilzt oder in ihn zu versinken scheint). Wie letztes Jahr war ich fasziniert von seinem pianistischen Können, er scheint jeden einzelnen Ton zu modellieren. Auch wenn er mich emotional eigentlich nicht richtig erreicht, bin ich total gefesselt gewesen!
Nikolaus.
daniel5993 (02.05.2007, 11:10): Hallo,
Kurt Masur kommt nach Celle in die Congress Union am 17.September 07! Er leitet das Französische Nationalorchester! Gespielt wird die 7 von Anton Bruckner und das 2 Klavierkonzert von Beethoven (spielen tut Frey)! Das erste mal das ich erlebe, das jemand namenhaftes hier nach Celle kommt! werde auf alle Fälle dabei sein und mir Karten sichern!
Gruß daniel
ab (02.05.2007, 11:42): Letzte Woche hatte ich Alexander Lonquich mit Debussys Préludes II sowie Chopin und Schumann gehört. Das Publikum war begeistert.
Ich habe leider wenige vom Debussy gehört, was an seinem undifferenzierten Pedaleinsatz lag. Vom Konzept, seiner Musikalität her hätte mir sein Spiel vermutlich schon gefallen. Sein Schumann fand ich höchst chopinesque: ich habe noch nie die schumanschen Gegensätze so niveliert gehört.
Im Piano durchaus ausdrucksstark, wurde im Forte das Spiel brüchig. Die hohen Töne wurden stets schwächer. Liegt so etwas am Pianisten oder aber am Instrument?
Zum Positiven: Er hat ein untrügliches Gespür für das, was man im Jazz "Timing" nennt.
cellodil (05.05.2007, 00:06): Kein Konzert, aber ein großartiger Opernabend im Schwetzinger Rokokotheater: Il Giustino von Giovanni Legrenzi Eine barock-antikisierende Superheldengeschichte als dreieinhalbstündiges Spektakel, ein Bilderrausch mit toller Besetzung und dem wunderbaren Baltharsar-Neumann-Ensemble unter Thomas Hengelbrock.
Leider war die Vorstellung am 1. Mai die letzte... :haha
Allerdings soll der Augen- und Ohrenschmaus in der Inszenierung von Nicolas Brieger im Herbst 2008 noch einmal in Luxembourg auf die Bühne gebracht werden... Da gibt's natürlich keinen so schönen Schlossgarten zum Lustwandeln... :haha
Grüße
Sabine
ab (06.05.2007, 11:24): Letzte Woche hörte ich die Camerat Salzburg Schostakowitsch erstes Cellokonzert spielen. Solist war der Schweizer Christian Poltéra, der Meisertschüler Heinrich Schiffs, der eigentlich zunächst hätte spielen sollen und dann auch noch das Dirigat absagen und an den Australier Alexander Briger kurzfristig abegeben musst.
Mit selbstverständlicher Technik konnte Poltéra selbst in den schnellsten Passagen immer noch beliebig gestalten. Seine Perfektion wurde dabei im natürlichen Fluss der sehr weit gezogenen Linien völlig nebensächlich. Seine Gestaltung und das musikalische Empfinden wirkten schlicht natürlich und ließen gar kein russisches Kolorit vermissen. Versunken in großer Gelassenheit beeindruckte Poltéra mit vielfältiger Tongestaltung. Sein Spiel wirkte wie ein lyrischer Rückblick auf die schwierigen Umstände der Sowjetunion der 50er Jahre. Damit schlug der Cellist überzeugend einen ganz neuen Interpretationsweg ein, abseits der üblichen Aufführungstradition mit überbordender Intensität, wie es beim expressiven Widmungsträger Rostropovich - dem das Konzert wegen seines Ablebens kurzfristig gewidment wurde - zu hören war. Ein Cellist, den man sich anhören sollte!
cellodil (06.05.2007, 20:43): Original von ab Letzte Woche hörte ich die Camerat Salzburg Schostakowitsch erstes Cellokonzert spielen. Solist war der Schweizer Christian Poltéra, der Meisertschüler Heinrich Schiffs, der eigentlich zunächst hätte spielen sollen und dann auch noch das Dirigat absagen und an den Australier Alexander Briger kurzfristig abegeben musst. (...) Ein Cellist, den man sich anhören sollte!
Neid... Und dann noch mit dem Shostakovich!!!
Ich hätte Poltéra eigentlich in der letzten Aprilwoche hören sollen, aber da saß er leider auf dem Flughafen Kopenhagen wegen eines Streiks fest und der kurzfristig eingesprungene Ersatzmann war naja....
Hoffe mal, dass ich bald Gelegenheit haben werde, ihn zu hören...
Grüße
Sabine (leicht grünlich)
Jeremias (17.05.2007, 11:10): Gestern Abend in der ausverkauften Kölner Philharmonie (wie gut, dass jemand noch Tickets loswerden wollte!!!)
GABRIELA MONTERO, Klavier
Chopin: Nocturne c-moll op.,48/1 Schumann: Faschingsschwank aus Wien Ginastera: Sonate Nr.1
Pause
Improvisationen über aus dem Publikum vorgegebene Themen
Zum 1.Teil: Eine sehr noble und einfühlsame Interpretation, wobei sie hier und da auch zeigte, dass sie gerne mal zupackt, dass sie eine unglaubliche saubere Technik hat, beeindruckend.
Highlight war aber der 2.Teil! Ich kannte sie bisher nur von wenigen CD_Ausschnitten. Martha Argerich muss völlig baff gewesen sein, als sie Montero erstmals improvisieren hörte.... und wir waren es auch! Egal, welche Themen das Publikum vorgab, man hätte jede Improvisation als eigenes Konzertstück als Noten herausgeben können! So wurde Gershwins "Summertime" in ein Mozart'sches Rondo gebettet, Beethoven's 5. mit Carmen's HAbanera vereint und Rimsky-Korsakov's Hummelflug verjazzt. Als Zugabe wollte sie dann "something typical German" vertonen, so dass die ganze Philharmonie anfing, "Ma lasse da Dom in Kölle zu singen". Sie suchte sich dann einen Teil der Noten zusammen und unter tosendem Applaus beendete sie diesen einzigartigen Abend.
Ich habe mittlerweile bestimmt über 100 Klavierabende besucht, aber so etwas habe ich noch nie erlebt! Am 24.06. gibt es die TV-Aufzeichnung im WDR zu sehen, bereits vorher spielt sie in D'dorf und ich werde gleich morgen die KArten bestellen! :leb :leb :leb
nikolaus (17.05.2007, 11:24): NEID!!!
Ich hatte gestern tatsächlich überlegt, hinzufahren. Aufgrund des Verkehrs hier in Münster habe ich mich dagegen entschieden, ich wäre garantiert nicht pünktlich gekommen.
Was du schreibst, klingt fantastisch. Ich habe sie vor zwei Jahren im wesentlich kleineren Rahmen in Lugano bei Martha Argerich gehört und war auch sehr fasziniert. Damals spielte sie u.a. die Appassionata bei glühender Hitze (sie schwitze dermassen, dass es ein wahres Aquaplaning auf den Tasten gegeben haben muss), sehr kraftvoll und beeindruckend. Improvisiert hat sie nur als Zugabe, trotzdem :down.
Wann spielt sie denn in Düsseldorf? Das möchte ich mir dann nicht entgehen lassen!
Gruß, Nikolaus.
Rachmaninov (17.05.2007, 11:34): Original von Jeremias Martha Argerich muss völlig baff gewesen sein, als sie Montero erstmals improvisieren hörte.... und wir waren es auch!
Irgendwo hatte ich es einmal gelesen das erste "Zuwsammentreffen" der beiden wo Montero ihr vorspielte. Irgendwo spät in der Nacht.
Glaube in der Piano News...
Vielleicht hole ich mir doch mal ihre Aufnahmen :engel
nikolaus (17.05.2007, 22:29): @ Jeremias
Ich hab's schon gefunden: G.Montero spielt am 11.Juni in Düsseldorf, nicht wahr.
Einerseits schade, da bin ich nicht da. Andererseits: ich bin dann schon beim Progetto Martha Argerich in Lugano!! Sei's drum, man kann nicht alles haben...
Gruß, Nikolaus.
Jeremias (18.05.2007, 12:31): Sie spielt wohl im Oktober auch in Bonn und dann im Januar nochmal in Düsseldorf :haha
nikolaus (18.05.2007, 15:55): Original von Jeremias Sie spielt wohl im Oktober auch in Bonn und dann im Januar nochmal in Düsseldorf :haha
Oh, das ist gut!! :D
Jeremias (29.05.2007, 21:29): Es wird ein großes im September folgen, es gibt hier in D'dorf das VL-Konzert von Tschaikowsky mit GIL SHAHAM und die Karten sind sogar bezahlbar :D
nikolaus (01.06.2007, 11:31): Ich werde mich morgen aufmachen zum Klavierfestival Ruhr: Martha Argerich spielt mit Sergio Tiempo. Es geht das Gerücht, daß Argerich sowohl die Schumann's Kinderszenen als auch Ravel's Gaspard de la Nuit spielen wird - mals sehen. Ich werde berichten!
Martha Argerich & Sergio Tiempio beim Klavierfestival Ruhr (Duisburg)
Sergej Prokofiev: Symphonie Classique D-Dur op. 25 (Originaltranskription für zwei Klaviere)
Robert Schumann: Kinderszenen op. 15 (Martha Argerich solo)
Maurice Ravel: Ma Mère l'Oye
Überreichung des Preises des Klavier-Festival Ruhr 2007 an Martha Argerich durch Intendant Franz Xaver Ohnesorg
Maurice Ravel: Gaspard de la Nuit (Sergio Tiempo solo)
Witold Lutoslawski: Variationen über ein Thema von Niccolò Paganini für zwei Klaviere
Maurice Ravel: La Valse (Originaltranskription für zwei Klaviere)
Zugaben: Auszug aus Scaramouche (Darius Milhaud) ?
Für mich war es wieder ein tolles Konzert: beide Musiker wirkten ganz entspannt und natürlich und hatten offenbar großen Spaß, so daß eine sehr angenehme Atmosphäre entstand. Bemerkenswert waren neben dem gewohnten südamerikanischem Temperament der beiden auch viele sehr innige und "zarte" Passagen. Gerade Martha Argerich schien ganz bei/in sich zu sein, ihre Kinderszenen haben mich sehr berührt (mehr noch als Dezember in Köln). Bespiel für die Natürlichkeit: Martha Argerich war wohl erklältet und bekam während Ma Mère l'Oye einen Hustenanfall. Ein hilfsbereiter Herr aus dem Publikum überreichte ihr ein Hustenbonbon, daß sie dankbar annahm und dann ohne Verzögerung weiterspielte. Ihre Erkältung wurde als Grund genannt, daß sie nicht - wie angekündigt - den Gaspard de la Nuit spielte, sondern Sergio Tiempo. Ich muß gestehen, ich hatte schon vorher damit gerechnet und war daher auch nicht enttäuscht; zumal Sergio Tiempo ihn auch sehr gut spielt. Überhaupt hatte ich den Eindruck, daß Sergio Tiempo v.a. den Abend gestaltet und Martha Argerich ihm den Raum dazu gegeben hat. Einiges klang anders als ich es bisher gehört habe: neben einigen sehr interessanten, z.T. etwas "extravaganten" Akzenten (die aber immer passten) erschien mir gerade Ma Mère l'Oye langsamer gespielt als ich es bisher kannte, und dadurch noch "märchenhaft-entrückter".
Nikolaus.
Walter (04.06.2007, 12:57): @Nikolaus
ich beneide Dich zutiefst - ich versuche schon seit einiger Zeit Martha Argerich mal live zu erleben!
nikolaus (04.06.2007, 13:45): Original von Walter @Nikolaus
ich beneide Dich zutiefst - ich versuche schon seit einiger Zeit Martha Argerich mal live zu erleben!
Ja, das ist nicht so ganz einfach. Vielleicht kommst du ja doch kurzfristig nach Lugano (fängt am Samstag an :wink).
Ansonsten ist sie wohl am 24.11.07 in Düsseldorf.
Einen (wahrscheinlich nicht gerade aktuellen) Überblick findest du hier:
Gruß Nikolaus.
Gamaheh (11.06.2007, 18:16): Am Freitag und Sonnabend in der – ausnahmsweise zum Bersten gefüllten - Hamburger Musikhalle: Daniel Barenboim, das erste Mal in meiner Erinnerung in Hamburg, mit dem NDR-Sinfonieorchester unter Dohnanyi.
Brahms, Klavierkonzert 1 Schumann, Symphonie n.2
Schumann, Symphonie n.4 Brahms, Klavierkonzert 2
Mit den Klavierkonzerten von Brahms hatte ich seit eh und je Schwierigkeiten, obwohl ich es immer wieder für nötig gehalten habe, mich um einen Zugang zu bemühen, wiewohl vergeblich. Sie erschienen mir schwer (im physischen Sinne), zäh, ja, und langweilig – Brahms, der immer das Ende nicht findet, auf das man so sehnlich hofft. An den beiden Tagen hatte ich nun Gelegenheit, endlich auch diese Musik interessant zu finden. Besonders das zweite wird – für mein Empfinden - oft so gespielt, als würde es sich bäuchlings bodenhaftend durch einen dünstigen Sumpf quälen, mühsam und hoffnungslos durch trübe Wasser und ungesunde Effluenzen waten. An diesem Abend mit dschungelähnlichen Bedingungen klebte alles, nur nicht die Musik. Hier nun hatten wir einen Brahms, der im ersten Konzert der ganz junge Brahms war, an die erste Sonate erinnernd, teilweise spielerisch, kapriziös, in gewissen Passagen gar Debussy evozierend; kraftvoll, originell, hinreißend. Barenboim inspirierte alles mit seiner – so empfinde ich es – umwerfenden intuitiven Musikalität, nahm uns mit auf eine Entdeckungsreise, auf der man gerne folgte, alles mit Leidenschaft und Kraft und gleichzeitig Limpidität vorgetragen. Wie immer bei den ganz großen Pianisten waren die langsamen, leisen Passagen die eindrucksvollsten. Was er aus dem in der Musikhalle vorgefundenen Flügel einfach an schönen Tönen herausholte, habe ich selten dort gehört. Sogar Dohnanyi wurde zu einem gewissen Schwung mitgerissen! Ganz großartig, und schon jetzt eines (bzw. zwei) meiner schönsten Konzerte des Jahres. Als Zugaben gab es am ersten Tag Schumanns „Am Abend“ aus den Fantasiestücken und am zweiten Chopins Nocturne in Des.
Grüße, Gamaheh
nikolaus (18.06.2007, 21:49): Am Wochenende bin ich (leider) zurückgekommen aus Lugano vom diesjährigen Progetto Martha Argerich.
Es waren wieder viele schöne musikalische Erlebnisse für mich, von denen ich nur die Höhepunkte nennen will:
E.Grieg, Klavierkonzert a-moll, gespielt von Polina Leschenko: erstaunlich frech und risikofreudig, war richtig spannend und hat viel Spaß gemacht (ihr sichtbar auch)! Abstriche muss man bei den Orchesterkonzerten leider bei der Akkustik machen, die in diesem Konzert-/Kongreßsaal (Teppichboden etc.) einfach grauenvoll ist.
M.Ravel, Daphnis et Chloé, zweite Suite (1912) in einer Bearbeitung für zwei Klaviere (Lucien Garban), gespielt von Sergio Tiempo und Karin Lechner: zuerst konnte ich mir das nicht vorstellen, war dann aber sehr positiv überrascht von der Klangwirkung, zudem - wie ich finde - sehr gut gespielt.
B.Bartok, Sonate für Violine und Klavier no. 1, Sz 75, gespielt von Renaud Capucon und Martha Argerich: einfach mitreissend!
E.Grieg, Sonate für Violine und Klavier no. 3 op. 45, gespielt von Renaud Capucon und Nicholas Angelich: wunderschöne Musik, intensiv gespielt.
L.v.Beethoven, Klaviertrio op. 70 no. 1 ("Geister-Trio"), gespielt von Martha Argerich, Renaud Capucon, Misha Maisky: z.T. sehr emotional gespielt mit wunderschönen Passagen (Gänsehaut!!)
S.Rachmaninov, Klaviertrio no. 1 "Elégiaque", gespielt von Lily Maisky, Alissa Margulis, Misha Maisky: sehr zu Herzen gehend (vielleicht für manche etwas kitschig), zu Tränen rührend.
J.Brahms, Klavierquartett no. 2 op. 26, gespielt von Nicholas Angelich, Renaud Capucon, Lida Chen, Christian Poltera: tolles Zusammenspiel, leidenschaftlich (auch Gänsehaut).
Ergänzend ist zu erwähnen, daß eigentlich Stephen Kovacevich und Truls Mörk eingeplant waren, die jedoch krankheitshalber beide abgesagt haben. Daher musste kurzfristig das Programm geändert werden (was eigentlich sowieso häufig passiert). Eingesprungen sind beim Brahms-Quartett daher Angelich und Poltera. Ich kann mir nicht vorstellen, daß sie viel Zeit zum Proben hatten, dennoch wirkte es sehr gut eingespielt und harmonisch, toll! Überhaupt sollte man sich Christian Poltera merken: er scheint ein famoser Cellist zu sein!
Wen's interessiert: hier ist das genaue Programm, teilweise können live-Aufnahmen angehört werden.
Herzliche Grüsse, Nikolaus (mit den Gedanken immer noch im schönen Tessin!)
Gamaheh (19.06.2007, 17:58): Original von nikolaus Am Wochenende bin ich (leider) zurückgekommen aus Lugano vom diesjährigen Progetto Martha Argerich.
Klingt wie Nikolaus auf Wolke Sieben - hoffentlich mußt Du da nicht zu schnell wieder runterkommen!
Grüße, Gamaheh
cellodil (19.06.2007, 19:11): Original von nikolaus Überhaupt sollte man sich Christian Poltera merken: er scheint ein famoser Cellist zu sein!
Neid, dass Du ihn gehört hast. Als ich das Vergnügen haben sollte, saß er leider in Kopenhagen wegen eines Streiks auf dem Flughafen fest... Seufz!
Scheint ja wirklich wunderschön im Tessin gewesen zu sein. Wünsche Dir, dass die schönen Erlebnisse noch eine Weile nachklingen mögen.
Herzliche Grüße
Sabine
nikolaus (19.06.2007, 22:21): @ Gamaheh und @ Cellodil
Ja, es war wirklich sehr schön, und ich werde sicher noch lange davon zehren.
@ Gamaheh: Schöner Satz von Hoffmann, übrigens!!
@ Cellodil: By the way: kennst du das Cellokonzert von Friedrich Gulda? Würde mich interessieren, wie du - als Cello-Spezialistin - es findest bzw. ob du es gutheißt.
Gruß, Nikolaus.
Jeremias (20.06.2007, 00:11): @ nikolaus: Meinst du das Konzert, das am Ende wie bayrische Marschmusik klingt?
nikolaus (20.06.2007, 10:56): Genau das meine ich. Eigentlich ist solche Musik ja nicht mein Fall, aber irgendwie höre ich da eine Ironie heraus, so daß es wirklich spassig ist.
Nikolaus.
cellodil (20.06.2007, 13:37): ... klingt witzig. Bislang kenne ich das Cello-Konzert von Gulda aber noch nicht. Kann sich ja noch ändern.
Apropos Humor und Musik. Eines meiner erheiterndsten Konzerterlebnisse in letzter Zeit war Gidon Kremer mit der Kremerata Baltica (was für ein großartiges Ensemble!) in Schwetzingen. Das Programm war in der zweiten Hälfte des Abends unglaublich witzig. Meine Begleitung meinte, dass sie gar nicht gewusst hätte, dass moderne Musik so heiter sein könne.
Herzliche Grüße
Sabine
P.S. Habe heute aktiv was gegen die grüne Gesichtsfarbe unternommen und Tickets geordert für das Europäische Musikfest in Stuttgart und das Cello( :rofl )-Festival im Oktober in Kronberg...
nikolaus (20.06.2007, 20:42): Original von cellodil
P.S. Habe heute aktiv was gegen die grüne Gesichtsfarbe unternommen und Tickets geordert für das Europäische Musikfest in Stuttgart und das Cello( :rofl )-Festival im Oktober in Kronberg...
Na das klingt doch gut. So etwas muss man sich immer wieder mal gönnen, das baut auf!
cellodil (23.06.2007, 22:52): Beseligt und beglückt zurück von meinem Konzertabend in der Ludwigsburger Schlosskirche:
Heinrich Schiff spielte drei Solo-Cello-Suiten von Bach : - Nr. 1 G-Dur, BWV 1007 - Nr. 5 c-Moll, BWV 1011 - Nr. 3 C-Dur, BWV 1009
Was soll ich sagen?
Sicherlich könnte man - wenn man wollte - über die Tempi in bestimmten Passagen diskutieren, die zum Teil etwas unverträglich mit der Akustik des Raumes waren. Oder auch über Unsauberkeiten, ...
Wäre aber alles Quatsch, weil die Musik mitten ins Herz ging. :engel
Ein großartiger, schöner, erfüllender Abend.
Und - das beste: Morgen geht's weiter mit Teil II :D !!!
Grüße
Sabine (mindestens auf cloud nine!)
nikolaus (24.06.2007, 09:56): Original von cellodil Beseligt und beglückt zurück von meinem Konzertabend in der Ludwigsburger Schlosskirche:
Heinrich Schiff spielte drei Solo-Cello-Suiten von Bach : - Nr. 1 G-Dur, BWV 1007 - Nr. 5 c-Moll, BWV 1011 - Nr. 3 C-Dur, BWV 1009
Was soll ich sagen?
Sicherlich könnte man - wenn man wollte - über die Tempi in bestimmten Passagen diskutieren, die zum Teil etwas unverträglich mit der Akustik des Raumes waren. Oder auch über Unsauberkeiten, ...
Wäre aber alles Quatsch, weil die Musik mitten ins Herz ging. :engel
Ein großartiger, schöner, erfüllender Abend.
Und - das beste: Morgen geht's weiter mit Teil II :D !!!
Grüße
Sabine (mindestens auf cloud nine!)
Hey, das klingt ja toll!!
Dann geniesse dieses "Highlight-Wochenende" ausgiebigst!!
Nikoluas.
cellodil (24.06.2007, 10:32): Original von nikolaus
Hey, das klingt ja toll!!
Dann geniesse dieses "Highlight-Wochenende" ausgiebigst!!
Nikoluas.
... war es und wird es - hoffentlich - auch heute wieder sein. Eine echte Sternstunde, ein Glücksmoment.
...und grün bin ich seit gestern abend auch nicht mehr...
Herzliche Grüße
Sabine
nikolaus (24.06.2007, 10:45): Original von cellodil
...und grün bin ich seit gestern abend auch nicht mehr...
Herzliche Grüße
Sabine
Das glaube ich dir. Laß' mich raten, jetzt bist du - golden?! :engel
:hello Nikolaus.
cellodil (24.06.2007, 12:15): Original von nikolaus Original von cellodil
...und grün bin ich seit gestern abend auch nicht mehr...
Herzliche Grüße
Sabine
Das glaube ich dir. Laß' mich raten, jetzt bist du - golden?! :engel
:hello Nikolaus.
... ich würde sagen: regenbogenbunt... (aber: da soll ja am Ende, ganz weit draußen, auch ein Topf mit Gold stehen... insofern liegst Du vielleicht gar nicht so falsch). Auf jeden Fall: irgendwo zwischen Himmel und Erde ...
Und zwischendurch noch mit gesträubter Mähne, weil ich gerade Doppelgriffe übe (und die klingen, wenn sie etwas schief sind... naja, Du kannst es Dir vermutlich vorstellen).
So, jetzt aber zurück an mein Cellole und beflülgelt haarsträubend weiterüben...
Herzliche Grüße
Sabine
nikolaus (24.06.2007, 13:13): Hihi :J
nikolaus (26.06.2007, 15:17): Original von cellodil
Und - das beste: Morgen geht's weiter mit Teil II :D !!!
Grüße
Sabine (mindestens auf cloud nine!)
Du hast noch gar nicht berichtet, wie der zweite Abend war: genauso erfüllend oder anders?
Gruß, Nikolaus.
ab (29.06.2007, 16:15): Original von nikolaus kennst du das Cellokonzert von Friedrich Gulda?
Auch wenn nicht ich gefragt wurde:
Das gehörte mit Heinrich Schiff zu einer der ersten Schallpatten, die ich als angehender Cellozögling geschenkt bekommen hatte, nachdem mein erstes Konzert Schiff mit Bach-Suiten war.
cellodil (29.06.2007, 17:37): Original von ab Original von nikolaus kennst du das Cellokonzert von Friedrich Gulda?
Auch wenn nicht ich gefragt wurde:
Du warst ja auch nicht da.....
Welcome back (hatte Dich schon vermisst).
Original von ab .... die ich als angehender Cellozögling geschenkt bekommen hatte, nachdem mein erstes Konzert Schiff mit Bach-Suiten war.
Das wusste ich ja gar nicht, dass Du Cello spielst oder gespielt hast (wenn ich mich recht erinnere, dann hast Du irgendwo mal gesagt, dass Du nicht mehr selbst musizierst).
Liebe Grüße
Sabine
P.S. Apropos Heinrich Schiff. Du hattest ja in einem anderen Thread Deinem Verwundern Ausdruck gegeben, dass Schiff wieder spielt. Etwas weiter oben hier mein Kurzbericht zum ersten der beiden Abende mit den Bach-Suiten (auf der Sleeping Beauty).
ab (29.06.2007, 18:33): Original von cellodil Das wusste ich ja gar nicht, dass Du Cello spielst oder gespielt hast (wenn ich mich recht erinnere, dann hast Du irgendwo mal gesagt, dass Du nicht mehr selbst musizierst).
P.S. Apropos Heinrich Schiff. Du hattest ja in einem anderen Thread Deinem Verwundern Ausdruck gegeben, dass Schiff wieder spielt.
Ich hatte im zarten Alter mit Cello begonnen, dann nach der Grundschulzeit etwas, von (Hard-)Rockmusik verblendet, die Zeit mit Gitarre vergeudet, dann mit Klavier begonnen, um dann zu Schulende wieder zum Streichinstrument zwecks Streichquartettieren zurückzukehren. Nun aber habe ich schon lange in der Ecke eine Sleeping Beauty stehen. ;-)
zum PS: Was die Operation betrifft, so hörte ich sagen, dass Schiff einen Herzanfall hatte, bzw. ein solcher drohte. Genaueres weiß ich nicht. Schön aber, dass er wieder spielen kann!
Schiff hörte ich vor nun schon etlichen Jahren zuletzt am Cello in einem Sonatenabend, wo er, kaum mehr hinter sein Instrument passtn und dieses völlig nassschwitzte, zur Zugabe mit der Piansitin das Instrument tauschte - und (ich trau's mich ja gar nicht zu sagen) viel klangschöner als am Streichinstrument spielte. Als Dirigenten schätze ich ihn überhaupt nicht: Wie alle mir bekannten dirigierende Cellisten (Schiff/Casals/Turovsky) ist der Mitteltonbereich stark, oft übermäßig, betont und ein stehender oder schleppender Duktus schleift sich sehr häufig ein...
cellodil (29.06.2007, 22:12): Original von ab Nun aber habe ich schon lange in der Ecke eine Sleeping Beauty stehen. ;-)
Die Arme! Vielleicht lässt Dich die Dornenhecke ja bald durch zum Wachküssen...?
Original von ab zum PS: Was die Operation betrifft, so hörte ich sagen, dass Schiff einen Herzanfall hatte, bzw. ein solcher drohte. Genaueres weiß ich nicht. Schön aber, dass er wieder spielen kann!
Ja, das finde ich auch.
Original von ab Schiff hörte ich vor nun schon etlichen Jahren zuletzt am Cello in einem Sonatenabend, wo er, kaum mehr hinter sein Instrument passtn
Ich glaube, sehr viel Platz ist hinter dem schönen Montagnana jetzt auch nicht...
Original von ab und dieses völlig nassschwitzte,
Beim Stichwort "schwitzende Cellisten" fällt mir ein, dass ich vor einigen Jahren Yo-Yo Ma mit Prokofiev hörte (war faszinierend). Ich saß in der dritten Reihe und sah die Schweißbäche auf das Stradivari fließen, scheint dem Instrument aber nicht viel ausgemacht zu haben, es klingt immer noch gut. Und Ma hat nach der Pause dann noch recht entspannt den "Don Quixote" gespielt.
Original von ab zur Zugabe mit der Piansitin das Instrument tauschte - und (ich trau's mich ja gar nicht zu sagen) viel klangschöner als am Streichinstrument spielte.
Ein schönes Schmankerl. Mir wurde erzählt, dass er als Dirigent mal nach dem Schlussapplaus bei einem Cellokonzert das Instrument der Solistin gegriffen und einen Satz aus einer Bach-Suite als Zugabe gegeben hat. Die Solistin stand wohl etwas bedröppelt daneben.
Original von ab Als Dirigenten schätze ich ihn überhaupt nicht: Wie alle mir bekannten dirigierende Cellisten (Schiff/Casals/Turovsky) ist der Mitteltonbereich stark, oft übermäßig, betont und ein stehender oder schleppender Duktus schleift sich sehr häufig ein...
Da habe ich ihn noch nie gehört. Aber auch noch nie das Bedürfnis gehabt, ihn als Dirigent zu hören... Am Klavier würde ich ihn, nach dem, was Du erzählt hast, aber schon gern mal hören....
Liebe Grüße
Sabine
AcomA (29.06.2007, 23:59): hallo,
ich hörte letztes jahr live heinrich schiff und gerhard oppitz im rahmen des klavierfestivals ruhr mit beethovenschen werken (sonaten und variationen). großartige momente großartiger musik ! äußerst bewegend und engagiert interpretiert. was die leibesfülle des v'cellisten angeht, so könnte hier guido schiefen noch punkten !
gruß, siamak
ab (30.06.2007, 14:27): Original von cellodil Beim Stichwort "schwitzende Cellisten" fällt mir ein, dass
Maisky immer ein japanisches Designer-Teil trägt, das seinen Bauch frei lässt, wohl um etwas abkühlende Luft hereinzulassen...
cellodil (30.06.2007, 17:20): Original von ab Original von cellodil Beim Stichwort "schwitzende Cellisten" fällt mir ein, dass
Maisky immer ein japanisches Designer-Teil trägt, das seinen Bauch frei lässt, wohl um etwas abkühlende Luft hereinzulassen...
... und außerdem hat er ein kleines Handtüchlein dabei mit eingestickten Initialen... Hatte übrigens mal das "Glück" in einer allzu dicht an der Bühne installierten ersten Reihe zu sitzen - mit Blick von unten auf Maiskys nackten Bauch unter erwähntem Gewand, hat halt alles seine Vor- und Nachteile....
Grüße
Sabine
cellodil (08.07.2007, 22:52): Hatte einen großartigen Abend im Ordenssaal des Ludwigsburger Schlosses mit dem Cellisten Alban Gerhardt und der Pianistin Cecile Licad. Zwei noch recht junge, aber sehr profilierte Musiker, deren gemeinsames Musizieren ein musikalischer, höchst lebendiger und packender Dialog war. Eine sehr frisch anmutende Interpretation, die wirkte, als wenn sie wirklich aus dem Moment und der Stimmung heraus entstehen würde.
Das Programm:
- Leos Janácek, "Pohadka" für Violoncello und Klavier - Ludwig van Beethoven, Sonate für Klavier und Violoncello Nr. 3 A-Dur op. 69 - Robert Schumann, Adagio und Allegro op. 70 (wurde dem Programm kurzfristig noch eingefügt, weil sich Alban Gerhardt beim Zusammenstellen des Konzerprogramms verrechnet hatte und der Abend sonst zu kurz geworden wäre) - Sergej Rachmaninov, Sonate für Violoncello und Klavier g-Moll op. 19
... wieder mal eine Sternstunde...
Grüße
Sabine (schwebend)
Jeremias (09.07.2007, 12:38): Cecile Licad ist hier leider viel zu unbekannt! Ich hörte sie einst mit Antonio Meneses, ihrem Ehemann. Dieser wiederum ist Cellist des Beaux Arts Trios.....
cellodil (10.07.2007, 11:24): Original von Jeremias Cecile Licad ist hier leider viel zu unbekannt! Ich hörte sie einst mit Antonio Meneses, ihrem Ehemann. Dieser wiederum ist Cellist des Beaux Arts Trios.....
Lieber Jeremias,
nach diesem Konzert kann ich Dir mit dem Bedauern darüber, dass Cecile Licad bei uns nicht bekannter ist, nur zustimmen. Ihr Spiel ist von großer Intensität und zugleich sehr fein differenziert. Hatte den Eindruck, dass sie ganz eins ist mit der Musik, die sie spielt. Und doch in einem vitalen Dialog mit ihrem Kammermusikpartner. Sie hat ja unter anderem auch mit Rostropovich und auch dem Guarneri Quartet gespielt und als Solistin unter Abado, Ozawa und Solti...
Von dem Cellisten Antonio Meneses halte ich ja ausgesprochen viel... War bestimmt auch ein schönes Konzert, oder?
Herzliche Grüße
Sabine
Jeremias (26.08.2007, 13:22): Heute Abend geht es zur Abwechslung mal wieder in die Oper, in Düsseldorf wird mit La Traviata ein Klassiker geboten. Unser Admin war gestern da, bin gespannt, was er zu berichten hat!
Rachmaninov (26.08.2007, 17:04): @Jeremias,
zunächst einmal danke für den Hinweis, daß "La Traviata" überhaupt in D#Dorf auf dem Progamm stand, sowie die guten Hinweise um ein passendes parkhaus zu finden.
Die Ecke kannte ich zwar, durch diverse Besucher der "Ratingerstraße". Das dort in der Nähe auch die Oper ist wußte ich allerdings nicht.
Das Publikum war halt "typisch für D#Dorf" aber insgesamt vorbildlich was das Verhalten i.d. Oper anging und ich empfand auch die anschließende "Bewertung" der Leistungen anhand des Pegels beim Applaus sehr passend.
Wir hatten in der vierten Reihe am Rand Plätze aber eine sehr gute Sicht auf die Bühne und konnten die Sänger gut hören. Allerdings hatte ich den Eindruck, daß man die Sänger etwas schlechter hören konnte wenn sie sich im hinteren Teil der Bühne befanden. Wohl auch durch die "gepolsterten" Wände im Salon.
Sehr schön fand ich, daß die "original Zeit" in der Inzinierung berücksichtigt wurde! Das macht für mich viel von Flair dieser Geschichte aus.
Insgesamt sind wir sehr zufreieden und glücklich aus dieser Vorführung gegangen und wir fanden sie sehr gelungen und hochklassik.
Alfredo fand ich in ersten Bild eher etwas schwach, alelrdings verglich ich ihn auch in meinem inneren Ohr zu sehr mit Pavarotti. Ein unfairer Vergleich. Allerdings ist der Alfredo-Darsteller auch nicht für mich der Typ Mann, dem ich diese Rolle so abnehme. Aber das ist Geschmacksache und er hat verdient Applaus bekommen und einige sehr gute Stellen gehabt. Neben dem Gesang empfand ich die schauspielerische Komponente gut.
Richtig gut empfand ich den Darsteller / Sänger, der Alfredo's Vater gespielt hat. Er hat auch serh viel Appluas bekommen was ihn SICHTLICH erfreut hat. Ein sehr starker Auftritt. Auch in der Darstellung der Rolle.
Highlight und Gänsehaut erzeugend empfand ich das 2. Bild. Da wo Violetta von Alfredo's Vater aufgesucht wird und ihre Liebe eine grausame Wendung nimmt :down
Die Violetta empfand ich als sehr überzeugend, sowohl gesanglich als auch in der Darstellung. Sehr gut ist ihr dieser "Wechsel zwischen der Dame der Pariser Gesellschaft und der Liebenden geglückt. Klasse!
Ein sehr gelungener Abend - un mein erste Oper-LIve-Erlebnis.
:leb
Jeremias (27.08.2007, 10:58): @ Admin: Wir hatten gestern Abend dann das Vergnügen. Vorweg: Ein sehr schöner Opernabend, es war mein vielleicht 5. oder 6. Besuch in der Oper. Leider hat mal wieder John Fiore dirigiert, den ich seit jeher nicht mag und weswegen ich mir heute auch nicht Gil Shaham anhören Werde. Fiore kennt keine Differenzierung, weder in der Dynamik noch zwischen den einzelnen Instrumenten. Gerade deswegen gingen in den Forte-Stellen sowohl Chor als auch solisten unten. Violetta hat man v.a. im 1. Akt im hineren Teil der Bühne kaum gehört.
Für mich war Germont mit Abstand der stärkste Sänger an dem Abend. Eine wunderbar warme Stimme, voll konzentriert, sehr schön! aber auch Alfredo (war meines Wissens mit Eurem nicht identisch) hat seinen Part überzeugend gemeistert. Endlich ein Tenor, der nicht schreien muss, um zu überzeugen! Aucher bekam sehr viel Applaus. Violetta war im 1.Akt noch nicht warm, ihre Stimme gefiel mir erst ab dem 2. Akt sehr gut.
Insgesamt auch aufgrund der klassischen, traditionellen und z.T. auch sehr detailfreudigen Inszenierung ein schöner Abend, der seinen Höhepunkt auch m.E. im 1. Bild des 2. Aktes hatte! Wunderbar, wie das Tageslicht mit in die Handlung einbezogen wurde, wie der Winter simuliert wurde!
Die nächste Opernereignisse kommen bald: Am 7.9. Carmen, am 22.12. Tannhäuser, am 18.5. Lady Macbeth von Schostakowitsch und dann im Sommer irgendwas in Bayreuth :leb
Rachmaninov (27.08.2007, 11:41): Original von Jeremias Violetta hat man v.a. im 1. Akt im hineren Teil der Bühne kaum gehört.
Den Eindruck hatte ich ja auch! Das war aber bei euch auch die schwarzhaarige Dame, oder?
Für mich war Germont mit Abstand der stärkste Sänger an dem Abend. Eine wunderbar warme Stimme, voll konzentriert, sehr schön!
Ja, das empfanden wir ähnlich!
aber auch Alfredo (war meines Wissens mit Eurem nicht identisch) hat seinen Part überzeugend gemeistert. Endlich ein Tenor, der nicht schreien muss, um zu überzeugen! Aucher bekam sehr viel Applaus. Violetta war im 1.Akt noch nicht warm, ihre Stimme gefiel mir erst ab dem 2. Akt sehr gut.
Empfand ich bei Violetta auch so! Dachte im ersten Akt sie hätte sich ehr warm singen müssen. Alfredo war bei uns ein eher kleinerer Mann mit blonden schulterlangen Haaren!
Insgesamt auch aufgrund der klassischen, traditionellen und z.T. auch sehr detailfreudigen Inszenierung ein schöner Abend, der seinen Höhepunkt auch m.E. im 1. Bild des 2. Aktes hatte! Wunderbar, wie das Tageslicht mit in die Handlung einbezogen wurde, wie der Winter simuliert wurde! Da bin ich absolut Deiner Meinug, tolles Bühnenbild, klasse Szene!
am 18.5. Lady Macbeth von Schostakowitsch
Wo?
Jeremias (27.08.2007, 12:45): DSch in Duisburg, aber Ensemble der Rheinoper Düsseldorf.
Violetta war bei uns dann eine andere..... ist aber auch schwer, da 100% zufrieden zu sein, wenn man Sutherland und Callas kennt!
Rachmaninov (27.08.2007, 12:46): Original von Jeremias DSch in Duisburg, aber Ensemble der Rheinoper Düsseldorf.
Violetta war bei uns dann eine andere..... ist aber auch schwer, da 100% zufrieden zu sein, wenn man Sutherland und Callas kennt!
Oder Pavarotti als Alfredo. Dennoch, das Liveerlebnis hat eine andere Qualität!"
cellodil (27.08.2007, 21:56): Hatte heute abend beim Europäischen Musikfest einen meiner wunderbarsten Konzertabende seit längerer Zeit...
Und zwar mit Zubin Mehta und dem Israel Philharmonic Orchestra. Auf dem Programm stand Arnold Schönberg, Verklärte Nacht (2. Fassung für Streichorchester) und Gustav Mahler, Sinfonie Nr. 1 D-Dur.
Zuerst gab es Schönbergs "Verklärte Nacht". Ich habe dieses Stück noch nie im Konzert gehört. Das war heute Abend also meine Premiere...
Und, was soll ich sagen? Es war einfach ungeheuerlich. Ich saß mit offenem Mund und Ohren und glänzenden Augen in der ersten Reihe und war völlig hingerissen von der Musik und von diesem Orchester. Ein Riesenstreichorchester, dessen Klang eine Transparenz und Präzision hatte, die selbst in einer herausragenden Sextettbesetzung kaum möglich schiene...
Und danach gab's dann Mahlers erste Sinfonie. Das war ein Rausch. Die Differenzierung in der Dynamik und den Tempi. Und dieser Ton!!! Großartig.
Wer mich auch sehr fasziniert hat, das war Zubin Mehta. Der Mann strahlt eine Vitalität aus und hat so eine Kraft und Präsenz, die einem fast den Atem verschlägt. Er dirigierte ohne Partitur und war so ganz Musik. Ganz kurz ging mir mal der Gedanke durch den Kopf, dass in diesem Moment sein Instrument wirklich das Orchester ist. Denke mir gerade, dass man die Musik vermutlich spüren könnte, wenn man nur ihn dirigieren sähe - ganz ohne Orchester und Ton... Eine gewagte Hypothese. Und vermutlich jetzt auch doch ein bisschen übertrieben.
P.S. Falls jemand von Euch morgen in der Stuttgarter Gegend sein sollte: Morgen spielt das IPO unter Mehta die "Auferstehungssinfonie".
nikolaus (27.08.2007, 22:24): Original von cellodil Hatte heute abend beim Europäischen Musikfest einen meiner wunderbarsten Konzertabende seit längerer Zeit...
Und zwar mit Zubin Mehta und dem Israel Philharmonic Orchestra. Auf dem Programm stand Arnold Schönberg, Verklärte Nacht (2. Fassung für Streichorchester) und Gustav Mahler, Sinfonie Nr. 1 D-Dur.
Zuerst gab es Schönbergs "Verklärte Nacht". Ich habe dieses Stück noch nie im Konzert gehört. Das war heute Abend also meine Premiere...
Und, was soll ich sagen? Es war einfach ungeheuerlich. Ich saß mit offenem Mund und Ohren und glänzenden Augen in der ersten Reihe und war völlig hingerissen von der Musik und von diesem Orchester. Ein Riesenstreichorchester, dessen Klang eine Transparenz und Präzision hatte, die selbst in einer herausragenden Sextettbesetzung kaum möglich schiene...
Und danach gab's dann Mahlers erste Sinfonie. Das war ein Rausch. Die Differenzierung in der Dynamik und den Tempi. Und dieser Ton!!! Großartig.
Wer mich auch sehr fasziniert hat, das war Zubin Mehta. Der Mann strahlt eine Vitalität aus und hat so eine Kraft und Präsenz, die einem fast den Atem verschlägt. Er dirigierte ohne Partitur und war so ganz Musik. Ganz kurz ging mir mal der Gedanke durch den Kopf, dass in diesem Moment sein Instrument wirklich das Orchester ist. Denke mir gerade, dass man die Musik vermutlich spüren könnte, wenn man nur ihn dirigieren sähe - ganz ohne Orchester und Ton... Eine gewagte Hypothese. Und vermutlich jetzt auch doch ein bisschen übertrieben.
P.S. Falls jemand von Euch morgen in der Stuttgarter Gegend sein sollte: Morgen spielt das IPO unter Mehta die "Auferstehungssinfonie".
NEID!! Das sind doch die Augenblicke des Lebens, die so ungeheuer wertvoll sind! :down Da freue ich mich nochmal mit dir!
Nikolaus.
cellodil (27.08.2007, 22:29): Original von nikolaus NEID!! Das sind doch die Augenblicke des Lebens, die so ungeheuer wertvoll sind! :down Da freue ich mich nochmal mit dir!
Nikolaus.
... aber bitte nicht grün werden! Dann doch lieber mitgrinsen ( :ignore )
Herzliche Grüße und :thanks
Sabine
Jeremias (20.09.2007, 16:53): Gestern zum Abschluss meiner Reise nach Armenien in der Oper Eriwan ein Konzert eines armenischen Kammerorchesters und diverser Solisten mit Konzerten von Bach:
Klavierkonzerte d-moll und f-moll, Konzert für 2 Klaviere C-Dur, 5. Brandenburgisches Konzert, Konzert für 2 Violinen
sowie
das Konzert für Oboe von Marcello in einer Bearbeitung für Saxophon....
Und jetzt kommt es: Solo-Violine im Brandenburgischen Konzert sowie Nr.1 im Doppelkonzert wurde gespielt von
Sergey Khatchatryan
:haha
Und jetzt noch zur Info, dass die Karte insgesamt knapp 1,10 € gekostet hat
:leb :leb :leb :leb
Rachmaninov (20.09.2007, 17:35): Original von Jeremias
Sergey Khatchatryan
:haha
Und jetzt noch zur Info, dass die Karte insgesamt knapp 1,10 € gekostet hat
:leb :leb :leb :leb
NEID!
bitte genauer Bericht!
Jeremias (20.09.2007, 17:38): Also, das Brandenb. Konz. gehört nicht zu meinen Favoriten, aber er hat seine Sache sehr gut gemacht! Schöner, runder, satter Klang, absolut einwandfrei, keinerlei Intonationsprobleme. Aber er war ja eher "Beiwerk"....
Und dann das Doppelkonzert, neben dem Marcello DAS Highlight! Sein mir vorher nicht bekannter Duopartner war zwar auch recht gut, aber Sergey hat hier seine volle Klasse gezeigt! Der 2. Satz war das absolute Highlight, das war MUSIK! LAnge Ovationen im Anschluss....
Rachmaninov (20.09.2007, 17:44): Original von Jeremias Also, das Brandenb. Konz. gehört nicht zu meinen Favoriten, aber er hat seine Sache sehr gut gemacht! Schöner, runder, satter Klang, absolut einwandfrei, keinerlei Intonationsprobleme. Aber er war ja eher "Beiwerk"....
Und dann das Doppelkonzert, neben dem Marcello DAS Highlight! Sein mir vorher nicht bekannter Duopartner war zwar auch recht gut, aber Sergey hat hier seine volle Klasse gezeigt! Der 2. Satz war das absolute Highlight, das war MUSIK! LAnge Ovationen im Anschluss....
@Jeremias,
das steigert meinen Neid, dieses Programm und was anderes als MUSIK ist bei ihm schon zu erwarten?
Jeremias (20.09.2007, 18:08): Tja, dann musst Du nä. Mal wohl mitkommen :rofl
Jeremias (24.09.2007, 00:25): Heute auf Empfehlung mit vergünstigten Karten spontan:
Die Trojaner (Les Troyens) "Die Trojaner in Karthago" von Hector Berlioz
in der Rheinoper Düsseldorf
Es war meine erste Live-Erfahrung mit einer Oper von Berlioz und mit Sicherheit nicht die letzte! Tolle Stimmen und eine fantastische Inszenierung von Christof Loy, der eine klassische Inszenierung mit zeitgemäßen Einwürfen brachte... Highlight am Ende: Ein riesiger Scheiterhaufen, bei dem man das Gefühl hatte, die ganze oper fackelt gleich ab :haha
nikolaus (24.09.2007, 21:38): Original von Jeremias Heute auf Empfehlung mit vergünstigten Karten spontan:
Die Trojaner (Les Troyens) "Die Trojaner in Karthago" von Hector Berlioz
in der Rheinoper Düsseldorf
Es war meine erste Live-Erfahrung mit einer Oper von Berlioz und mit Sicherheit nicht die letzte! Tolle Stimmen und eine fantastische Inszenierung von Christof Loy, der eine klassische Inszenierung mit zeitgemäßen Einwürfen brachte... Highlight am Ende: Ein riesiger Scheiterhaufen, bei dem man das Gefühl hatte, die ganze oper fackelt gleich ab :haha
Oh, das klingt ja gut und scheint mir einen Ausflug wert.
Wie ist denn die Rheinoper nach ihrer Renovierung geworden?
Nikolaus.
nikolaus (26.11.2007, 00:00): 2.: Highlight (könnte deshalb auch im anderen Thread stehen): Samstag in der Tonhalle: Martha Argerich spielte Prokofievs 3. Klavierkonzert, begleitet vom UBS Verbier Festival Orchestra unter Charles Dutoit. :down Ich finde es einfach fantastisch, wie sie spielt: so natürlich und leicht, als wenn es sie keine Mühe kostet! Klasse auch das Orchester: Nachwuchsmusiker zwischen 17 und 29 Jahren, die mit einer tollen Begeisterung spielen (übrigens im zweiten Konzertteil Berlioz, Symphoie fantastique). Charles Dutoit finde ich ja immer ein bißchen arrogant, aber er hat einfach sehr, sehr gute Arbeit mit dem Orchester geleistet!
Nikolaus :leb
:D Das musste doch noch sein..
cellodil (26.11.2007, 06:52): Lieber Nikolaus,
das klingt ja wirklich nach Highlight... Freut mich für Dich.
Herzliche Grüße
Sabine
nikolaus (26.11.2007, 19:25): Original von cellodil Lieber Nikolaus,
das klingt ja wirklich nach Highlight... Freut mich für Dich.
Herzliche Grüße
Sabine
DANKE :thanks
cellodil (26.11.2007, 20:40): Original von nikolaus Original von cellodil Lieber Nikolaus,
das klingt ja wirklich nach Highlight... Freut mich für Dich.
Herzliche Grüße
Sabine
DANKE :thanks
... ist Dir auch aufgefallen, dass ich ganz unverfärbt bin???
:rofl
Herzliche Grüße
Sabine
nikolaus (26.11.2007, 20:59): Original von cellodil Original von nikolaus Original von cellodil Lieber Nikolaus,
das klingt ja wirklich nach Highlight... Freut mich für Dich.
Herzliche Grüße
Sabine
DANKE :thanks
... ist Dir auch aufgefallen, dass ich ganz unverfärbt bin???
:rofl
Herzliche Grüße
Sabine
Stimmt :ignore
Um das zu ändern, sage ich einfach: die Cellisten u. -innen im Orchester waren ganz vorzüglich... :engel
Sehe ich da nicht einen Hauch grünspangrün? :D
Nikolausi
Jeremias (27.11.2007, 16:02): Gerade Tickets für den 8.12. in Düsseldorf ergattert:
Mischa Maisky, Violoncello Lily Maisky, Klavier Beethoven, Sieben Variationen Es-Dur über «Bei Männern, welche Liebe fühlen» aus Mozarts «Zauberflöte» WoO 46 für Klavier und Violoncello /
Franck, Sonate A-Dur (Fassung für Violoncello und Klavier) /
Rachmaninow, Vocalise op. 34 Nr. 14 / Rachmaninow, Elégie es-moll op. 3/1 (Morceaux de fantaisie) /
Schostakowitsch, Sonate d-moll op. 40 für Violoncello und Klavier
Wobei angeblich Brahms 1. Sonate die von DSch ersetzen soll...
:leb
nikolaus (27.11.2007, 22:13): Original von Jeremias Gerade Tickets für den 8.12. in Düsseldorf ergattert:
Mischa Maisky, Violoncello Lily Maisky, Klavier Beethoven, Sieben Variationen Es-Dur über «Bei Männern, welche Liebe fühlen» aus Mozarts «Zauberflöte» WoO 46 für Klavier und Violoncello /
Franck, Sonate A-Dur (Fassung für Violoncello und Klavier) /
Rachmaninow, Vocalise op. 34 Nr. 14 / Rachmaninow, Elégie es-moll op. 3/1 (Morceaux de fantaisie) /
Schostakowitsch, Sonate d-moll op. 40 für Violoncello und Klavier
Wobei angeblich Brahms 1. Sonate die von Schostakowitsch ersetzen soll...
:leb
Gratuliere. Ich bin gespannt, wie du das Vater-Tochter-Gespann findest!
Gruß, Nikolaus.
nikolaus (28.12.2007, 18:56): Zum Jahres abschluss gab es bei mir noch ein Highlight:
am 23.12. in der Kölner Philharmonie:
Ludwig van Beethoven: Konzert für Violine und Orchester D-Dur op. 61
Pause
Jean Sibelius: Rakastava op. 14 für Streichorchester
Ludwig van Beethoven: Sinfonie Nr. 6 F-Dur op. 68 ("Pastorale")
Viktoria Mullova Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen Paavo Järvi
Ein luftig-leichtes Violinkonzert im besten Sinne kammermusikalisch und in ganz entspannter Atmosphäre :down; der erste Satz in atemberaubendem Tempo ohne gehetzt zu wirken; wunderschöner Geigenton... Zugabe: traumhafter Bach...
Sibelius: dieses Werk kannte ich noch nicht (leider); sehr stimmungsvoll
Sinfonie Nr. 6: schätze ich generell nicht so sehr, und auch dieses Mal plätscherte sie Szene am Bach eher an mir vorbei - aber was für ein grandioses Gewitter! Doch die Höhepunkte sollten noch kommen, nämlich die Zugaben: erst Valse triste von Sibelius, habe ich so schön noch nicht gehört, und dann ein fantastisches Scherzo aus der 2. Sinfonie von Beethoven!!!
Was für ein agiles harmonisches Orchester! Gute solistische Leistungen (die braucht es einfach in dieser kleinen Besetzung) und wahnsinnig engagiertes Spiel (eine Bratschistin hat es fast vom Stuhl gehauen...). Das Orchester scheint seinem fantastischen Dirigenten blind zu folgen, und es tut gut daran. Er wirkt sehr authentisch und ehrlich in seiner Auffassung der Musik; sehr rhythmisch, tänzerisch, energetisch. Einfach phänomenal, wie er das Orchester im Valse triste zurückgenommen hat, bis es fast nicht mehr hörbar war :down
Nikolaus.
cellodil (30.12.2007, 11:04): Lieber Nikolaus,
das klingt ja schön... Bei mir steht heute auch noch - "Freude schöner Götterfunken..." - Beethoven auf dem Programm. Mal sehen, wie das wird.
Herzliche Grüße
Sabine
Mime (30.12.2007, 11:50): Mit Beethovens op.125 das Jahr zu beschliessen ist bei mir Tradition. Damit befinde ich mich ja nun in bester Gesellschaft. :engel