Eure grossen Konzerte 2008

Rachmaninov (22.01.2008, 11:25):
Hallo Forianer,

gestern war es soweit. Philharmonie am Am Gasteig München.

Beethoven VK
Schostakowitsch Sinfonie #4

Vadim Repin
S. Bychkov
WDR SO

Was für ein Abend! Die Veranstalltun g began, ich denke verständlicherweise, mit dem Beethoven VK.
Da wir leicht nach rechts hin saßen wurde Repin leider immer wieder von Bychkov verdeckt.
Der erste Satz des VK war schon richtig gut, auch wenn es mir insgesamt doch recht verhalten (?) vorkam. Der Rest des Konzerts war aber wirklich klasse. (Vielleicht liegt es auch immer daran, daß ich bei Konzert irgendwie ersteinmal den Kopf frei bekommen muss.)
Jedenfalls ist es einfach ein Genuß diesen intensiven Geigenton Repin's live erleben zu dürfen und vor allem einfach genial in Repin's Gesicht zu sehen wenn er spielt. Das steckt so viel Leidenschaft und Liebe zu diesem VK in seinem Gesichtsausdruck.
Die Orchsterleistung empfand ich als recht gelunden, vor allem hat Bychkov viel Wert auf den Ausdruck der einzelnen Instrumente gelegt.

Repin spielte leider nur eine Zugabe, die war aber einfach spitze und humorvoll. Aber es ist schon wahnsinnig was Repin auf seiner Geige vollführen kann.

Nach der Pause ging es weiter mit der 4. Sinfonie Schostakowitsch. Leider sind ca. 10% der Zuhörer gegangen. Schade, da dieser riesen Saal eh schon nicht gänzlich ausverkauft war. Wie auch immer.

Bei Schostakowitsch zeigte sich dann das was ich mir erhofft hatte, das was mich dazu bringt von einem wahrhaft großen Konzertereignis zu schreiben, ein grandioses Musikerlebnis.
Die 4. Schostakowitsch Sinfonie ist sicherlich nicht die großartigste Sinfonie, aber schon alleine Aufgrund der geschichtlichen und persönlichen Situation (Prawda Artikel) unglaublich wichtig.

Hier zeigte sich jedenfalls, daß Bychkov und das WDR SO derzeit alle Schostakowitsch Sinfoinien einspielen und die 4. Sinfonie bereits eingespielt wurde. SIe sind ein grandioser Klangkörper für diese Musik mit einem S. Bychkov als Leiter, der grandioses vollbringt. Dieser nicht gerade große Mann führt dieses Orchester in einer fantastischen Art und Weise, und das Orchseter ist bereit für ihn und diese Musik alles zu geben.
So entstand eine Live-Darbietung der extra Klasse. Leidenschaft, Dynamik alles stimmte. Egal ob das gesamte Orchester agierte, oder Querflöten, Tuba, Tompete, der verzügliche Fagottist oder der sehr gute 1. Geiger "solo" spielten, es war immer eine große Huldigung D. Schostakowitsch's und ein unverkennbares Begreifen seines Lebens und Werkes. Alles war spitze, aber im Finale des Schlußsatzes, da wo das gesamte Orchester letztmalig gemeinsam kraftvoll zupackt hat dieses Orchester und diese Musik mich in in meiner Seeler derart ergriffen und gepackt, daß es mich schon fast schauderte.... Und dann dieses Lösen der Anspannung, dieses Ausklingen.... Wahnsinn.... Niemand wagte es nach dem letzten Ton zu klaptschen solange Bychkov noch dort regunglos stand und dadurch das Auditorium glücklicherweise zum Innehalten zwang.
So etwas erdrückendes und gleichzeitg dennoch schönes ist einfach ein Erlebnis!!!

:down :down :down
Jeremias (22.01.2008, 11:36):
@ Admin:

Das freut mich für Dich! Ich habe Bychkov mit dem RSO des WDR auch vor einigen Jahren mit der 4. erlebt, erschienen ist das Konzert auch auf CD. Und ich erinnere mich noch sehr gut an dieses Ereignis! Damals spielte Mullova im 1. Teil Sibelius... :down

Heute Abend übrigens in der Düsseldorfer Tonhalle: Gabriela Montero....

:leb :leb :leb
Rachmaninov (22.01.2008, 11:41):
Original von Jeremias
@ Admin:

Das freut mich für Dich! Ich habe Bychkov mit dem RSO des WDR auch vor einigen Jahren mit der 4. erlebt, erschienen ist das Konzert auch auf CD. Und ich erinnere mich noch sehr gut an dieses Ereignis! Damals spielte Mullova im 1. Teil Sibelius... :down

Heute Abend übrigens in der Düsseldorfer Tonhalle: Gabriela Montero....

:leb :leb :leb

@Jeremias,

nun kann ich auch einschätze wie sehr DIr der Verdi-Abend gefallen haben muss. Diese CD werde ich mir 100%ig auch kaufen. Das war ein denkwürdiger Abend!
Gerion (22.01.2008, 14:00):
@Rachmaninov: Dein Bericht deckt sich mit meinem Erlebnis der tollen Leistung, die Bychkov und das WDR-SO anscheinend regelmäßig vollbringen (vgl. meinen Beitrag im Alpensinfonie-Thread).

Ich habe die Shostakovich-Sinfonien noch nicht (bis auf die 5. aus der Zeit-Klassik-Ed. mit Mariss Jansons), und wollte zur günstigen Barshai/WDR SO/Brilliant-Box greifen. Vielleicht ergänze ich sie aber nun um eine Bychkov-Aufnahme.
Jeremias (23.01.2008, 09:40):
Gestern Abend in der Düsseldorfer Tonhalle:

Gabriela Montero

Im 1. Teil spielte die die Chaconne Bach/Busoni und den Carnaval von Schumann. Letzterer war sehr erfrischend und leicht gespielt, der Bach war mir manchmal zu schwerfällig. Zudem bei beiden Werken IMO zuviel Pedal.

Im 2. Teil wollte sie zuerst die 2. Sonate von Rachmaninoff dargeben, bevor sie dann zu den Improvisationen kam. Kurzerhand strich sie jedoch die Sonate und löste damit spontanen Applaus aus. Insgesamt gab sie 7 (glaube ich) Improvisationen über vorgegebene Themen. Interessant war, dass, je länger und auch komplizierter das Thema war, desto weniger konnte sie daraus machen und brachte dann umso mehr eigene, freie Elemtente ein. Mein Favorit: Brahms' Wiegenlied in Moll zu einem tango umfunkioniert... grandios!
nikolaus (23.01.2008, 15:20):
Original von Jeremias
Gestern Abend in der Düsseldorfer Tonhalle:

Gabriela Montero

Im 1. Teil spielte die die Chaconne Bach/Busoni und den Carnaval von Schumann. Letzterer war sehr erfrischend und leicht gespielt, der Bach war mir manchmal zu schwerfällig. Zudem bei beiden Werken IMO zuviel Pedal.

Im 2. Teil wollte sie zuerst die 2. Sonate von Rachmaninoff dargeben, bevor sie dann zu den Improvisationen kam. Kurzerhand strich sie jedoch die Sonate und löste damit spontanen Applaus aus. Insgesamt gab sie 7 (glaube ich) Improvisationen über vorgegebene Themen. Interessant war, dass, je länger und auch komplizierter das Thema war, desto weniger konnte sie daraus machen und brachte dann umso mehr eigene, freie Elemtente ein. Mein Favorit: Brahms' Wiegenlied in Moll zu einem tango umfunkioniert... grandios!

Ich war gestern spontan auch da!
Ein überaus interessanter Abend.
Was den ersten Teil betrifft, bin ich mit Dir einer Meinung (wobei ich die Pedal-Arbeit nicht beurteilen kann).
Meine Lieblings-Improvisation war auch das Wiegenlied, fantastisch!
Interessant fand ich, dass manche Improvisationen besser "funktionierten" als andere. Eine Erklärung von ihr erschien mir einleuchtend: wenn eine Melodie nicht in ihrem "Archiv" ist, vergisst sie sie schon mal und muss sie sich dann noch einmal vorsingen lassen.
Der Publikumsvorschlag mit dem Motiv aus Schumanns "Rheinischer" ging wohl eher daneben, wobei das Publikum es ihr auch schwer gemacht hat; durch das nicht ganz unisono im Chor Singen hat sie die Melodie nicht erfassen können.
Überhaupt das Publikum: wie es z.T. in Scharen den Saal verliess, tat mir für Gabriela Montero Leid. Ich kann mir vorstellen, dass es ein schwieriger Abend für sie war.
Ich habe ihn sehr genossen. Die Improvisationen haben mich richtig "leicht" und "frei" gemacht, will sagen: angeregt durch die Musik verflüchtigten sich auch meine Gedanken.

Gruß, Nikolaus.
Jeremias (24.01.2008, 16:48):
Vesselina Kasarova:

Christoph Willibald Gluck
Ouvertüre zu »Orphée et Euridice« (»Orpheus und Eurydike«)

Christoph Willibald Gluck
›Amour, viens rendre à mon âme‹
Arie des Orpheus (I.Akt, III. Szene) Aus »Orphée et Euridice« (»Orpheus und Eurydike«) (französische Fassung nach Hector Berlioz, 1859)

Christoph Willibald Gluck
Ballet des Ombres heureuses (Tanz der seligen Geister, II. Akt, II. Szene)
aus »Orphée et Euridice« (»Orpheus und Eurydike«) (französische Fassung nach Hector Berlioz, 1859)

Christoph Willibald Gluck
›J'ai perdu mon Eurydice‹
Arie des Orpheus (III. Akt, I. Szene) aus »Orphée et Euridice« (»Orpheus und Eurydike«) (französische Fassung nach Hector Berlioz, 1859)

Christoph Willibald Gluck
Air de Furies (Tanz der Furien) II. Akt, I. Szene
aus »Orphée et Euridice« (»Orpheus und Eurydike«) (französische Fassung nach Hector Berlioz, 1859)

Gioachino Rossini
Ouvertüre zu »Tancredi«

Gioachino Rossini
›Perché turbar la calma‹
Arie des Tancredi (II. Akt, XVI. Szene) aus »Tancredi«

Gioachino Rossini
Ouvertüre zu »L'Italiana in Algeri«

Gioachino Rossini
›Pensa alla patria‹
Rondó der Isabella (II. Akt, XI. Szene) aus »L'Italiana in Algeri«

Georges Bizet
Ouvertüre zu »Carmen«

Georges Bizet
›L'amour est un oiseau rebelle‹
Habanera der Carmen (I. Akt, IV. Szene) aus »Carmen«

Georges Bizet
Zwischenakt-Musik zum II. Akt aus »Carmen«

Georges Bizet
›Les tringles des sistres tintaient‹
Arie der Carmen (II. Akt, I. Szene) aus »Carmen«

Das wird ein Fest :leb :leb :leb
nikolaus (25.01.2008, 10:15):
@ Jeremias

Und, wie war's?

Neugierig, Nikolaus.
Jeremias (26.01.2008, 13:08):
Das Konzert war ja erst gestern Abend, aber es war toll :haha

Ich habe sie zum 4. Mal gehört, aber erstmals mit einem derartigen Orchesterprogramm. Kasarova's Stärke ist es eindeutig, mit der Stimme zu spielen. Erstaunlicherweise ist die Tiefe nicht so ihre Stärke. Entsprechend hat sie sich v.a. Repertoire ausgesucht, das in den Höhen ihre Schwierigkeiten hat. Bei Rossini hat sie 2x ein hohes C gesungen, bei denen dem Publikum der Atem gestockt hat.

Insgesamt war es zunächst ein verhaltener Beginn. Den Gluck hat sie wunderbar lyrisch gesungen. Allerdings hatte man manchmal das Gefühl, sie könne sich gegen das stark besetzte Orchester nicht durchsetzen. Letztendlich hat sie aber so erstmal Kraft gespart für den Rossini und am Ende auch für den Bizet. Die Habanera hat sie wunderbar interpretiert, ganz anders als gewohnt. Sie hat es eben als Konzertarie verstanden und nicht als Teil einer Opernaufführung. Das Finale dann war DAS Highlight, man wusste gar nicht, wer schneller ist: Sängerin oder Orchester.

Standing Ovations gab es schon vor der Pause, am Ende konnte sich das Publikum nicht mehr auf den Sitzen halten. Es gab 2 Zugaben, 2 bulgarische Volkslieder.

Nachdem die Ovationen dann nochmals mehrere Minuten angedauert haben, sprach sie mit leider Stimme ins Publikum, dass sie kein weiteres Repertoire vorbereitet hätten... und so wurde dann die Habanera wiederholt, ganz anders als noch 20 Minuten zuvor! Sie musste niemandem mehr etwas beweisen, sie hat sich einfach beim Publikum bedankt und das Publikum hat es ihr mit weiteren Ovationen gedankt.

Ein denkwürdiger Abend :engel
nikolaus (26.01.2008, 16:51):
Gratuliere!!
Das hätte ich auch gerne erlebt...

Nikolaus.
Rachmaninov (22.01.2008, 11:25):
Hallo Forianer,

gestern war es soweit. Philharmonie am Am Gasteig München.

Beethoven VK
Schostakowitsch Sinfonie #4

Vadim Repin
S. Bychkov
WDR SO

Was für ein Abend! Die Veranstalltun g began, ich denke verständlicherweise, mit dem Beethoven VK.
Da wir leicht nach rechts hin saßen wurde Repin leider immer wieder von Bychkov verdeckt.
Der erste Satz des VK war schon richtig gut, auch wenn es mir insgesamt doch recht verhalten (?) vorkam. Der Rest des Konzerts war aber wirklich klasse. (Vielleicht liegt es auch immer daran, daß ich bei Konzert irgendwie ersteinmal den Kopf frei bekommen muss.)
Jedenfalls ist es einfach ein Genuß diesen intensiven Geigenton Repin's live erleben zu dürfen und vor allem einfach genial in Repin's Gesicht zu sehen wenn er spielt. Das steckt so viel Leidenschaft und Liebe zu diesem VK in seinem Gesichtsausdruck.
Die Orchsterleistung empfand ich als recht gelunden, vor allem hat Bychkov viel Wert auf den Ausdruck der einzelnen Instrumente gelegt.

Repin spielte leider nur eine Zugabe, die war aber einfach spitze und humorvoll. Aber es ist schon wahnsinnig was Repin auf seiner Geige vollführen kann.

Nach der Pause ging es weiter mit der 4. Sinfonie Schostakowitsch. Leider sind ca. 10% der Zuhörer gegangen. Schade, da dieser riesen Saal eh schon nicht gänzlich ausverkauft war. Wie auch immer.

Bei Schostakowitsch zeigte sich dann das was ich mir erhofft hatte, das was mich dazu bringt von einem wahrhaft großen Konzertereignis zu schreiben, ein grandioses Musikerlebnis.
Die 4. Schostakowitsch Sinfonie ist sicherlich nicht die großartigste Sinfonie, aber schon alleine Aufgrund der geschichtlichen und persönlichen Situation (Prawda Artikel) unglaublich wichtig.

Hier zeigte sich jedenfalls, daß Bychkov und das WDR SO derzeit alle Schostakowitsch Sinfoinien einspielen und die 4. Sinfonie bereits eingespielt wurde. SIe sind ein grandioser Klangkörper für diese Musik mit einem S. Bychkov als Leiter, der grandioses vollbringt. Dieser nicht gerade große Mann führt dieses Orchester in einer fantastischen Art und Weise, und das Orchseter ist bereit für ihn und diese Musik alles zu geben.
So entstand eine Live-Darbietung der extra Klasse. Leidenschaft, Dynamik alles stimmte. Egal ob das gesamte Orchester agierte, oder Querflöten, Tuba, Tompete, der verzügliche Fagottist oder der sehr gute 1. Geiger "solo" spielten, es war immer eine große Huldigung D. Schostakowitsch's und ein unverkennbares Begreifen seines Lebens und Werkes. Alles war spitze, aber im Finale des Schlußsatzes, da wo das gesamte Orchester letztmalig gemeinsam kraftvoll zupackt hat dieses Orchester und diese Musik mich in in meiner Seeler derart ergriffen und gepackt, daß es mich schon fast schauderte.... Und dann dieses Lösen der Anspannung, dieses Ausklingen.... Wahnsinn.... Niemand wagte es nach dem letzten Ton zu klaptschen solange Bychkov noch dort regunglos stand und dadurch das Auditorium glücklicherweise zum Innehalten zwang.
So etwas erdrückendes und gleichzeitg dennoch schönes ist einfach ein Erlebnis!!!

:down :down :down
Jeremias (22.01.2008, 11:36):
@ Admin:

Das freut mich für Dich! Ich habe Bychkov mit dem RSO des WDR auch vor einigen Jahren mit der 4. erlebt, erschienen ist das Konzert auch auf CD. Und ich erinnere mich noch sehr gut an dieses Ereignis! Damals spielte Mullova im 1. Teil Sibelius... :down

Heute Abend übrigens in der Düsseldorfer Tonhalle: Gabriela Montero....

:leb :leb :leb
Rachmaninov (22.01.2008, 11:41):
Original von Jeremias
@ Admin:

Das freut mich für Dich! Ich habe Bychkov mit dem RSO des WDR auch vor einigen Jahren mit der 4. erlebt, erschienen ist das Konzert auch auf CD. Und ich erinnere mich noch sehr gut an dieses Ereignis! Damals spielte Mullova im 1. Teil Sibelius... :down

Heute Abend übrigens in der Düsseldorfer Tonhalle: Gabriela Montero....

:leb :leb :leb

@Jeremias,

nun kann ich auch einschätze wie sehr DIr der Verdi-Abend gefallen haben muss. Diese CD werde ich mir 100%ig auch kaufen. Das war ein denkwürdiger Abend!
Gerion (22.01.2008, 14:00):
@Rachmaninov: Dein Bericht deckt sich mit meinem Erlebnis der tollen Leistung, die Bychkov und das WDR-SO anscheinend regelmäßig vollbringen (vgl. meinen Beitrag im Alpensinfonie-Thread).

Ich habe die Shostakovich-Sinfonien noch nicht (bis auf die 5. aus der Zeit-Klassik-Ed. mit Mariss Jansons), und wollte zur günstigen Barshai/WDR SO/Brilliant-Box greifen. Vielleicht ergänze ich sie aber nun um eine Bychkov-Aufnahme.
Jeremias (23.01.2008, 09:40):
Gestern Abend in der Düsseldorfer Tonhalle:

Gabriela Montero

Im 1. Teil spielte die die Chaconne Bach/Busoni und den Carnaval von Schumann. Letzterer war sehr erfrischend und leicht gespielt, der Bach war mir manchmal zu schwerfällig. Zudem bei beiden Werken IMO zuviel Pedal.

Im 2. Teil wollte sie zuerst die 2. Sonate von Rachmaninoff dargeben, bevor sie dann zu den Improvisationen kam. Kurzerhand strich sie jedoch die Sonate und löste damit spontanen Applaus aus. Insgesamt gab sie 7 (glaube ich) Improvisationen über vorgegebene Themen. Interessant war, dass, je länger und auch komplizierter das Thema war, desto weniger konnte sie daraus machen und brachte dann umso mehr eigene, freie Elemtente ein. Mein Favorit: Brahms' Wiegenlied in Moll zu einem tango umfunkioniert... grandios!
nikolaus (23.01.2008, 15:20):
Original von Jeremias
Gestern Abend in der Düsseldorfer Tonhalle:

Gabriela Montero

Im 1. Teil spielte die die Chaconne Bach/Busoni und den Carnaval von Schumann. Letzterer war sehr erfrischend und leicht gespielt, der Bach war mir manchmal zu schwerfällig. Zudem bei beiden Werken IMO zuviel Pedal.

Im 2. Teil wollte sie zuerst die 2. Sonate von Rachmaninoff dargeben, bevor sie dann zu den Improvisationen kam. Kurzerhand strich sie jedoch die Sonate und löste damit spontanen Applaus aus. Insgesamt gab sie 7 (glaube ich) Improvisationen über vorgegebene Themen. Interessant war, dass, je länger und auch komplizierter das Thema war, desto weniger konnte sie daraus machen und brachte dann umso mehr eigene, freie Elemtente ein. Mein Favorit: Brahms' Wiegenlied in Moll zu einem tango umfunkioniert... grandios!

Ich war gestern spontan auch da!
Ein überaus interessanter Abend.
Was den ersten Teil betrifft, bin ich mit Dir einer Meinung (wobei ich die Pedal-Arbeit nicht beurteilen kann).
Meine Lieblings-Improvisation war auch das Wiegenlied, fantastisch!
Interessant fand ich, dass manche Improvisationen besser "funktionierten" als andere. Eine Erklärung von ihr erschien mir einleuchtend: wenn eine Melodie nicht in ihrem "Archiv" ist, vergisst sie sie schon mal und muss sie sich dann noch einmal vorsingen lassen.
Der Publikumsvorschlag mit dem Motiv aus Schumanns "Rheinischer" ging wohl eher daneben, wobei das Publikum es ihr auch schwer gemacht hat; durch das nicht ganz unisono im Chor Singen hat sie die Melodie nicht erfassen können.
Überhaupt das Publikum: wie es z.T. in Scharen den Saal verliess, tat mir für Gabriela Montero Leid. Ich kann mir vorstellen, dass es ein schwieriger Abend für sie war.
Ich habe ihn sehr genossen. Die Improvisationen haben mich richtig "leicht" und "frei" gemacht, will sagen: angeregt durch die Musik verflüchtigten sich auch meine Gedanken.

Gruß, Nikolaus.
Jeremias (24.01.2008, 16:48):
Vesselina Kasarova:

Christoph Willibald Gluck
Ouvertüre zu »Orphée et Euridice« (»Orpheus und Eurydike«)

Christoph Willibald Gluck
›Amour, viens rendre à mon âme‹
Arie des Orpheus (I.Akt, III. Szene) Aus »Orphée et Euridice« (»Orpheus und Eurydike«) (französische Fassung nach Hector Berlioz, 1859)

Christoph Willibald Gluck
Ballet des Ombres heureuses (Tanz der seligen Geister, II. Akt, II. Szene)
aus »Orphée et Euridice« (»Orpheus und Eurydike«) (französische Fassung nach Hector Berlioz, 1859)

Christoph Willibald Gluck
›J'ai perdu mon Eurydice‹
Arie des Orpheus (III. Akt, I. Szene) aus »Orphée et Euridice« (»Orpheus und Eurydike«) (französische Fassung nach Hector Berlioz, 1859)

Christoph Willibald Gluck
Air de Furies (Tanz der Furien) II. Akt, I. Szene
aus »Orphée et Euridice« (»Orpheus und Eurydike«) (französische Fassung nach Hector Berlioz, 1859)

Gioachino Rossini
Ouvertüre zu »Tancredi«

Gioachino Rossini
›Perché turbar la calma‹
Arie des Tancredi (II. Akt, XVI. Szene) aus »Tancredi«

Gioachino Rossini
Ouvertüre zu »L'Italiana in Algeri«

Gioachino Rossini
›Pensa alla patria‹
Rondó der Isabella (II. Akt, XI. Szene) aus »L'Italiana in Algeri«

Georges Bizet
Ouvertüre zu »Carmen«

Georges Bizet
›L'amour est un oiseau rebelle‹
Habanera der Carmen (I. Akt, IV. Szene) aus »Carmen«

Georges Bizet
Zwischenakt-Musik zum II. Akt aus »Carmen«

Georges Bizet
›Les tringles des sistres tintaient‹
Arie der Carmen (II. Akt, I. Szene) aus »Carmen«

Das wird ein Fest :leb :leb :leb
nikolaus (25.01.2008, 10:15):
@ Jeremias

Und, wie war's?

Neugierig, Nikolaus.
Jeremias (26.01.2008, 13:08):
Das Konzert war ja erst gestern Abend, aber es war toll :haha

Ich habe sie zum 4. Mal gehört, aber erstmals mit einem derartigen Orchesterprogramm. Kasarova's Stärke ist es eindeutig, mit der Stimme zu spielen. Erstaunlicherweise ist die Tiefe nicht so ihre Stärke. Entsprechend hat sie sich v.a. Repertoire ausgesucht, das in den Höhen ihre Schwierigkeiten hat. Bei Rossini hat sie 2x ein hohes C gesungen, bei denen dem Publikum der Atem gestockt hat.

Insgesamt war es zunächst ein verhaltener Beginn. Den Gluck hat sie wunderbar lyrisch gesungen. Allerdings hatte man manchmal das Gefühl, sie könne sich gegen das stark besetzte Orchester nicht durchsetzen. Letztendlich hat sie aber so erstmal Kraft gespart für den Rossini und am Ende auch für den Bizet. Die Habanera hat sie wunderbar interpretiert, ganz anders als gewohnt. Sie hat es eben als Konzertarie verstanden und nicht als Teil einer Opernaufführung. Das Finale dann war DAS Highlight, man wusste gar nicht, wer schneller ist: Sängerin oder Orchester.

Standing Ovations gab es schon vor der Pause, am Ende konnte sich das Publikum nicht mehr auf den Sitzen halten. Es gab 2 Zugaben, 2 bulgarische Volkslieder.

Nachdem die Ovationen dann nochmals mehrere Minuten angedauert haben, sprach sie mit leider Stimme ins Publikum, dass sie kein weiteres Repertoire vorbereitet hätten... und so wurde dann die Habanera wiederholt, ganz anders als noch 20 Minuten zuvor! Sie musste niemandem mehr etwas beweisen, sie hat sich einfach beim Publikum bedankt und das Publikum hat es ihr mit weiteren Ovationen gedankt.

Ein denkwürdiger Abend :engel
nikolaus (26.01.2008, 16:51):
Gratuliere!!
Das hätte ich auch gerne erlebt...

Nikolaus.
daniel5993 (13.03.2008, 23:31):
Mein erstes Konzert 2008 findet am 16.04.2008 bei uns (Celle) in der Congress Union statt.

Auf dem Programm:

Gustav Mahler
Sinfonie Nr. 1 D-Dur Der Titan

Edward Grieg
Klavierkonzert Nr. 1 a-moll

SOLIST: Richard Joo, Klavier
DIRIGENT: Alexander Joel
Staatsorchester Braunschweig

Kennt irgentwer den Pianisten Richard Joo?
Es ist genau genommen, mein erstes wirkliches Konzert bei dem ich dabei sein werde. Ich freu mich!
YJ (23.03.2008, 00:09):
Nein, ich kenne den Pianisten nicht, aber du darfst dich schon einmal auf das Grieg-Konzert freuen, ein absolut gigantisches Werk! Ich wünsche dir viel Spaß, genieße die tolle Musik, die du hören wirst :)
daniel5993 (23.03.2008, 00:43):
Original von YJ
Nein, ich kenne den Pianisten nicht, aber du darfst dich schon einmal auf das Grieg-Konzert freuen, ein absolut gigantisches Werk! Ich wünsche dir viel Spaß, genieße die tolle Musik, die du hören wirst :)


Ich liebe Griegs Klavierkonzert auch. Hatte auch mal einen Thread dazu gestartet :D
Danke! Spass werd ich bestimmt haben.

:hello
Solitaire (25.03.2008, 09:17):
24.3.2008 Philharmonie Köln: Rolando Villazón
Cielo e mar
Arien von Cilea, Verdi, Gomez etc.

Ich habe gezögert, ob ich überhaupt etwas zu dem Konzert scheiben soll, denn das Niveau und die musikalische Erfahrun in diesem Forum sind doch recht hoch so daß ich ich frage, ob ich überhaupt eine qualifizierte Stellungnahme abgeben kan. Ich bitte also, das folgende als rein persönlichen Eindruck zu werten, der, wie schonmla erwähnt, von keiner wirklichen Sachkenntnis getrübt ist. Weder bin ich Kritiker, noch Stimmexpertin, aber schreiben möchte ich doch, wie mein Eindruck ist:

Ich habe gestern Abend eine wunderschöne Stimme gehört, die zu keiner Zeit überanstrengt oder gepresst klang. Was Villazón an kultiviertem Gesang geboten hat, stellt manches auf der neuen CD weit in den Schatten. Man hört seiner Stimme die Erholung an. Er geht außerdem um ein vielfaches vorsichtiger und liebevoller mit ihr um, als er das teilweise vor der Pause getan hat, ohne daß dabei die Leidenschaft, die Spielfreude, die Emotionen auf der Strecke bleiben. Das, was mich früher manchmal hat zusammenzucken lasse, ohne daß ich es hätte bennenen können, fehlt völlig. die Stimme schimmert in all den dunklen Farben, die ich so unwiderstehlich finde. Die Stücke, die ein piano erfordern, waren auch im piano gesungen und er war bis in die letzten Ränge zu hören (ich saß ziemlich weit hinten). Die dramatischen Ausbrüche kamen völlig natürlich und ohne (hörbare) Anstrengung, nichts in der Stimme war erzwungen oder gepresst. Auch an den dramatischen, lauten Stellen, klang er immer wunderschön, ohne daß es reiner "Schöngesang" gewesen wäre. Was dieser Mann in einer kurzen Arie an Ausdruck in seine Stimme legt, ist unglaublich. Er ist für mich ein ganz, ganz großer. Allerdings ist die Akustik in der Philharmonie auch ein Gottesgeschenk für jeden Sänger.

An den wenigen Stellen, an denen seine Stimme tatsächlich vom Orchesterklang überdeckt wurde (die gab es), hat er der Versuchung widerstanden, durch forcieren und brüllen eine Lautstärke zu erreichen, die zur Zeit eben (noch ?) nicht immer vorhanden ist. Das hat mir sehr gut gefallen, auch daß er bei ein oder zwei Arien am Ende auf den Spitzenton verzichtet, und stattdessen oktaviert gesungen hat, habe ich zur Kenntniss genommen, ohne daß es mich gestört hätte.
Inzwischen habe ich gelesen, daß ein Kritiker vermutet, daß in München einige Stücke runter transponiert gesungen wurden. Meine Ohren sind nicht so gut, daß ich das ohne Stimmgabel bestätigen oder dementieren könnte, und es ist mir auch egal.
Daß Programm bestand natürlich zum großen Teil aus Stücken aus dem neuen Album, zwischen durch gab's mal "Questa o quella" aus "Rigoletto", als Zugabe "O sole mio" (wegen des i Köln liegenden Schnees mit stürmischer Heiterkeit zur Kenntnis genommen :J ) und "Granada". Das mag man nun mögen oder auchn nicht, mir hat's gefallen. Natürlich waren wir am Ende in einem Stadium, in dem er (um mal jemanden au dem Forum dessen Name nicht genannt werden darf zu zitieren) als Zugabe auch "ZickeZacke Hühnerkacke" hätte singen können, wir hätten ihm trotzdem zu Füßen gelegen. Das ist bei solchen Anlässen eben manchmal so, noch dazu, wenn man lange um jemadnen gezittert hat. Auch wenn die Puristen meckern: ein bißchen gehört es auch dazu.
Am bestern gefallen hat mir persönlich der letze Punkt es offiziellen Programms: eine Arie aus "Fosca", die an Schönheit mit jedem Verdi aufnehmen kann.
Mein persönliches Fazit:
Villazón hat seine Stimme selber ja kürzlich im Interview mit einem Pferd verglichen, daß im vergangenen Jahr böse auf ihn war. Ich würde es jetzt mal so sagen: aus dem übermütigen Fohlen, daß ohne Bedenken über die Wiese springt und auf jedes Hinderniss losstümt, mag es noch so gefährlich sein, ist ein erwachsenes, schönes Tier geworden, daß nicht mehr bedenkenlos über jeden reißenden Fluß springt und auch mal etwas vorsichtiger ist.

Bin sehr gespannt auf dei Kritiken.
Tranquillo (25.03.2008, 12:16):
Original von Solitaire
Ich bitte also, das folgende als rein persönlichen Eindruck zu werten, der, wie schonmla erwähnt, von keiner wirklichen Sachkenntnis getrübt ist. Weder bin ich Kritiker, noch Stimmexpertin, aber schreiben möchte ich doch, wie mein Eindruck ist
Hallo Solitaire,

vielen Dank für Deinen ausführlichen Bericht. Ich bin zwar kein Villazon-Fan, aber mich interessiert schon, ob an den Berichten in der Presse über seine Stimme etwas dran ist oder nicht.

Man muss nach meinem bisherigen Eindruck in diesem Forum weder Kritiker noch Experte noch Berufsmusiker sein, um über etwas schreiben und damit auch ernstgenommen zu werden. Persönliche Eindrücke sind sehr wertvoll, auch für andere, wenn sie als solche erkennbar sind und nicht unter dem Deckmantel absoluter Wahrheit formuliert werden. Die Beckmesser sind woanders, also nur keine Hemmungen :D

Viele Grüsse
Andreas
Solitaire (25.03.2008, 15:42):
Danke für die Ermutigung :)
wie gesagt, der eindruck ist sehr persönlich, allerdings gebe ich meine Ohren nicht an der Kasse ab, nur weil ein Künstler singt, den (ich sehr mag (und nebenbei gesagt ungeheuer symphatisch finde). Für mich jedenfalls war es ein sehr schönes Konzert, und wenn so es so läuft wie ich will und hoffe, war es nicht das letzemal, daß ich ihn live gehört habe.
Was nun stimmtechnisch von dem ganzen zu halten ist, mögen Leute beurteilen, die dazu qualifiziert sind, ich bin es nicht.
nikolaus (21.06.2008, 00:18):
Ich hoffe mal, daß es so wird:

Martha Argerich und Mischa Maisky beim Klavierfestival Ruhr (8. Juli, Dortmund).

Das Programm steht jetzt fest:

Ludwig van Beethoven
Sieben Variationen für Klavier und Violoncello über das Duett Es-Dur WoO 46 »Bei Männern, welche Liebe fühlen« aus Mozarts Oper »Die Zauberflöte«
Edvard Grieg
Sonate für Violoncello und Klavier a-Moll op. 36
Olivier Messiaen
»Louange à l’Eternité de Jésus« für Violoncello und Klavier Nr. 5 aus: »Quatuor pour la fin du temps« für Violine, Klarinette, Violoncello und Klavier
Dmitrij Shostakovich
Sonate für Violoncello und Klavier d-Moll op. 40

Je me freu enorm!! :leb

Nikolaus.
Jeremias (23.06.2008, 14:09):
Moi aussi! Und da kommt laut Internet auch noch was dazu!

:beer
nikolaus (23.06.2008, 22:00):
Original von Jeremias
Moi aussi! Und da kommt laut Internet auch noch was dazu!

:beer

Hä, wo hast Du das gesehen? ?(
Jeremias (24.06.2008, 14:18):
Guckst Du hier:

http://www.klavierfestival.de/scripts/extra-scripts/detail.php?ver_id=59
nikolaus (24.06.2008, 19:22):
Original von Jeremias
Guckst Du hier:

http://www.klavierfestival.de/scripts/extra-scripts/detail.php?ver_id=59

Meintest du das:

Das detaillierte Programm steht im Augenblick noch nicht fest.

Das stand doch schon vorher da, oder habe ich Tomaten auf den Augen?

Nikolaus :(