Franz Liszt - Die sinfonischen Dichtungen

Wotan (09.01.2008, 23:54):
Guten Abend miteinander,

ich habe bemerkt, dass die sinfonischen Dichtungen von Franz Liszt hier nur wenig erwähnt sind, deshalb habe ich einige Informationen zusammengetragen.

In der Mitte des 19. Jahrhunderts herrschte eine sog. "Krise der Sinfonik", immerhin wurde nach Schumanns "Rheinischer" knapp 20 Jahre lang kein bedeutendes Stück mehr komponiert. Richard Wagner meinte gar in seinem Wekr "Oper und Drama" die Sinfonie sei zu Ende (natürlich meinte er bereits mit Beethovens 9ter). Das sog. zweite Zeitalter in den 1860er und 70er Jahren mit den Sinfonien von Brahms, Bruckner, Tchaikovsky und Borodin setzte zwar die Tradition Beethovens fort, entwickelte sie aber nicht grundlegend weiter, ja eigentlich war es nur Beethoven, während die Werke Mozarts, Haydns oder auch dessen Verfechter Mendelssohn keine Fortführung erfuhren.
Daraus entwickelte sich nun in den 50ern die sogenannte "Sinfonische Dichtung", als deren Begründer zweifellos Franz Liszt gilt.
Nach Liszt stellt die sinf. Dichtung ein einsätziges Werk dar, dem ein außermusikalisches, transmusikalisches durch eine Überschrift angelegtes Sujet zugrunde liegt und bildet damit also eine Diskrepanz zur damals gängigen Konzertouvertüre. Zwar waren Liszts Werke anfangs auch noch Konzertouvertüren, ab 1854 aber dann endgültig "Sinfonische Dichtungen". Für Liszt der wichtigste Wegbereiter auf dem Weg zur Dichtung ist - wie könnte es anders sein - die "Tannhäuser-Ouvertüre" von Richard Wagner. Die drei wichtigsten Komponenten laut Liszt für eine sinf. Dichtung sind:
1) Emanzipation der Gattung von der Ouvertüre zu einer Eigenständigkeit
2) der ästhetische Rang einer Sinfonie muss erfüllt sein
3) Verbindung von Literatur und Musik
Wichtig dabei ist, dass die sinf. Dichtung ein literarisches Werk nicht nacherzählt oder illustriert, sondern das die Musik das darstellt, was die Literatur nicht darzustellen vermag, d.h. das Metaphysische bzw. innere Vorgänge. Das Programm bietet dabei nur den Wegweiser.
Franz Liszt komponierte folgende Dichtungen:
- Tasso
- Hamlet (beide anfangs Konzertouvertüren)
- Orpheus (ursprünglich Vorspiel zur Oper von Gluck)
- Les Préludes
- Prometheus (beide Einleitungen zu Chorwerken)
- Hungaria (Festaktmusik)
- Mazeppa (Orchesterfassung der Klavierétude)
- Héroide funèbre (ausgearbeitetes Fragment einer Revoultionssinfonie)
die ersten tatsächlichen sinfonischen Dichtungen waren:
- Bergsinfonie
- Die Ideale (nach Schiller)
- Von der Wiege bis zum Grabe (nach einer Zeichnung)
und natürlich "Eine Faussinfonie" (inspiriert durch Wagners Faustouvertüre und selbstverständlich Berlioz "Damnation de Faust")
sowie "Eine Sinfonie zu Dante's Divina Commedia".

Eine wie ich finde sehr schöne Gesamteinspielung der Dichtungen gibt es von Bernard Haitink bei PHILIPS:
http://ecx.images-amazon.com/images/I/419RFJ3FE9L._AA240_.jpg
http://images-jp.amazon.com/images/P/B00000417T.09.MZZZZZZZ.jpg

Außerdem eine schöne Fassung der Faust-Sinfonie von Bernstein:
http://www.seradulto.com/images/LISZT%20fausto.jpg

MfG
Wotan
Mime (10.01.2008, 10:26):
Hallo Wotan,

danke für deinen Hinweis auf die Gesamteinspielung der Lisztschen Tondichtungen. Zum Glück haben nicht alle Werke einen so negativn Beigeschmack wie Les Préludes, welces vor 1000 Jahren als Propagandamusik herhalten mußte, was mir sehr leid tut, denn gerade dieses Werk hätte ein besseres Ansehen in der Öffentlichkeit verdient.
Doch da wächst sicher auch mal Grad drüber.

Da ich noch nicht alle sinfonischen Dichtungen des Meisters kenne, werde ich mich auf die Suche nach deiner Empfehlung machen.
:hello
uhlmann (10.01.2008, 12:08):
liszts symphonische dichtungen erfreuen sich durchwachsener beliebtheit, wie man so hört und liest. ich kann das gut verstehen, führt der komponist doch nicht immer die feine klinge. viele stücke und passagen wirken eher plakativ und effekthascherisch.
dennoch höre ich die werke ganz gerne - es muss ja nicht immer haute cuisine sein, geselchtes ist manchmal auch ganz ok. :D

ich habe folgende einspielung:

http://www.jpc.de/image/w300/front/0/5028421999388.jpg

budapest symphony orchestra - arpad joo - brilliant classics (lizenzaufnahmnen hungaroton)

die interpretationen gefallen mir gut, joo hat hörbar freude an dieser musik. ich kenne keine anderen einspielungen, kann also keine vergleiche anstellen. als einstieg ist meine aufnahme aber sicher bestens geeignet.
teleton (10.01.2008, 19:41):
Hallo Rocco,

hättest Du diesen Thread nicht eröffnet, :D wäre dieser irgendwann von mir gekommen !

ieMein Klassikeinstieg war Beethoven, dann wollte ich sein Umfeld kennenlernen und bin durch die Klavierkonzerte auf Liszt gekommen.
Zu Weihnachten bekam ich als Jugendlicher dann die Liszt-Haitink-LP-Kassette mit allen Sinfonischen Dichtungen - die Aufnahmen die Du auch erwähnst und die ich heute auch auf CD habe.

Ich habe schon des öfteren gehört, das die lisztschen Orchesterwerke eine nicht so hohe Beliebtheitsscala haben wie andere.
Schade - denn ich schätze diese Werlkke seit eh und je.

Man sollte Liszt´s sinfonische Dichtungen auch nicht nur an Les Preludes festmachen und nur dieses eine Stück betrachten. Aber Ferenc Fricsay (DG) ist hier wirklich einer der Besten. Schade das es mit ihm keine weiteren Aufnahmen der Liszt-Dichtungen gibt.

:) Eine sehr gute Gesamtaufnahme aller Dichtungen ist die von wotan erwähnte Haiting/LSO (Philips).

:) Aber auch die Gesamtaufnahme aller Dichtungen mit Kurt Masur/Gewandthausorch.Leipig (EMI) ist sehr gut gelungen.
Diese hatte ich erst als EMI-3CD-Box mit Masur mit der DANTE-Sinfonie und den sinf.Dichtungen Festklänge; Bergsymphonie; Die Ideale; Von der Wiege bis zum Grabe; Les Preludes; Mazeppa; Tasso; Orpheus; Prometheus.
Diese höre ich als Ergänzung zu Haitink oft und gerne.

Vor zwei Jahren habe ich diese EMI-Box durch die fabelhafte 7CD-EMI-Box ersetzt, da mich immer schon geärgert hatte, daß ich nicht alle Orchester-Werke von Liszt auf CD bekomme, wie es früher auf LP der Fall war.

Hier ist alles Komplett.
:times10 Diese Box halte ich für eine der besten Aufnahmen die Kurt Masur gemacht hat - ein Liszt-Dirigent ersten Ranges und eine dicke Empfehlung.

http://www.jpc.de/image/cover/front/0/9960486.jpg

D Werke für Klavier & Orchester:
Klavierkonzerte Nr. 1 & 2; Wandererfantasie (Version mit Orchester);
Polonaise brillante; Fantasie über ungarische
Volksweisen; Fantasie über "Die Ruinen von
Athen"; Fantaisie symphonique über "Lelio";
Maledicion; Totentanz

Die Orchesterwerke:
Festklänge; Dante-Symphonie; Bergsymphonie;
Die Ideale; Von der Wiege bis zum Grabe;
Les Preludes; Mazeppa; Tasso; Orpheus;
Prometheus; 2 Episoden aus Lenaus Faust;
Mephisto-Walzer Nr.1+2; Heroide funebre; Hungaria;
Hamlet; Hunnenschlacht; Faust-Symphonie
:beer Eine empfehlenswerte EMI-CD-Box für Liszt-Freunde !

Auf dieser EMI - 7CD - Box für 25,99EURO ist alles vorhanden und das in schon bekannten und vorhandennen hervorragenden Aufnahmen mit Kurt Masur / Leiziger Gewandhausorch. und dem Pianisten Michel Beroff:

Was ich hier zu hören bekam, insbesondere die Werke für Klavier und Orchester hatte mir nach eintreffen der CD-Box "die Socken ausgezogen".

:W TOP-Interpretationen, auch von den bekannteren Klavier-Orchesterwerken, wie den Klavierkonzerten Nr.1+2 und dem Totentanz und endlich alles komplett !!!

Bei den reinen Orchesterwerken schlägt Masur einen härteren Ton an als Haitink - ich finde das angemessen gut. Eine Solti-Liszt-Decca-CD mit einigen Sinf.Dichtungen als Vergleich herangezogen ist auch sehr gut aber nicht besser als mit Masur.
Kurt Masur zeigt was in dem sehr schön klingenden Leipziger Orchester steckt.

Im Jahre 2006 habe ich mir wegen des Totentanzes für Klavier und Orchester die Zimmermann/Ozawa-Aufnahme (DG) preiswert zugelegt; bin aber von Ozawa´s Orchesterbegleitung nicht so 100% angetan.
Masur / Beroff leisten hier eine ungleich spannendere Version des Totentanzes und die Klavierkonzerte sind sehr gut gelungen !

:hello Was haltet Ihr von Liszt und (wenn bekannt) von Masur´s Interpretationen ?



:) Die Dante-Sinfonie muß Schostakowitsch gekannt haben. Da ist am Schluß des ersten Satzes (Inferno) eine Steigerungspassage mit einer aufwärssteigenden chromatischen Tonfolge, die in Schostakowitsch´s 11.Sinfonie fast gleich auch vorhanden ist. Für meine Ohren ein lohnendes Werk, das mehr Beachtung finden sollte.

:) Die FAUST-Sinfonie hat Ansermet/Orch.de la SuisseRomande auf meiner alten Decca-Doppel-LP in referenzwürdiger Manier aufgenommen.
Auf CD steht Solti/ChicagoSO (Decca) dieser in nichts nach und begeistert durch noch bessere Durchhörbarkeit und wie bei Solti bekannt - größte Spannung.
Die Einzel-Decca-CD, die ich habe, ist gestrichen und wurde durch diese Doppel-CD ersetzt:

http://www.jpc.de/image/cover/front/0/3159884.jpg
Decca, DDD
Wotan (10.01.2008, 22:41):
Original von teleton

Hier ist alles Komplett.
:times10 Diese Box halte ich für eine der besten Aufnahmen die Kurt Masur gemacht hat - ein Liszt-Dirigent ersten Ranges und eine dicke Empfehlung.

http://www.jpc.de/image/cover/front/0/9960486.jpg

D Werke für Klavier & Orchester:
Klavierkonzerte Nr. 1 & 2; Wandererfantasie (Version mit Orchester);
Polonaise brillante; Fantasie über ungarische
Volksweisen; Fantasie über "Die Ruinen von
Athen"; Fantaisie symphonique über "Lelio";
Maledicion; Totentanz

Die Orchesterwerke:
Festklänge; Dante-Symphonie; Bergsymphonie;
Die Ideale; Von der Wiege bis zum Grabe;
Les Preludes; Mazeppa; Tasso; Orpheus;
Prometheus; 2 Episoden aus Lenaus Faust;
Mephisto-Walzer Nr.1+2; Heroide funebre; Hungaria;
Hamlet; Hunnenschlacht; Faust-Symphonie
:beer Eine empfehlenswerte EMI-CD-Box für Liszt-Freunde !


Danke für die Empfehlung. Da ich kein allzugroßer Freund von Masur bin, habe ich diese Box bislang immer freundlich ignoriert aber ich denke, ich werde deiner Empfehlung wohl folgen. Zum einen ist die Box doch recht günstig und zum anderen ist der Markt was Liszt angeht bei weitem nicht überfüllt und wenn es schon mal alles komplett gibt...! Vielleicht sollten sich ein paar mehr Dirigenten an die Werke von Liszt wagen, anstatt zum 348-Mal Beethovens 5te einzuspielen (ohne böse sein zu wollen, aber der Markt ist ja stellenweise derart überschwemmt, ich weiß ja teilweise schon nicht mehr, welche Einspielung ich einlegen soll), dafür werden Komponisten wie Liszt sehr stiefmütterlich behandelt (was ohne Zweifel auch auf viele andere Komponisten zutrifft).

MfG
Wotan
Amadé (10.01.2008, 22:56):
@ teleton

Du hast völlig Recht, Les Preludes mit Fricsay ist Spitze, aber es gibt noch zwei frühere Aufnahmen, die ungarischen Rhapsodien Nr.1 und 2 mit dem RIAS Symphonoie Orchester, die ebenso bemerkenswert sind, falls man sich für diese Werke interessiert.

Die Aufnahme der Hungaroton mit dem Budapester Sinfonie-Orchester unter Arpad Joo kenne und schätze ich schon länger, auch die Gewandhausorchester-Aufnahme unter Masur.

Gruß Amadé
teleton (11.01.2008, 12:11):
Hallo Liszt-Freunde,

es ist bekannt, das einer meiner lLeblingsdirigenten Leonard Bernstein ist. Es kommt so gut wie nie vor, dass eine mit ihm gekaufte CD eine Enttäuschung ist.

Aber auch von ihm gibt es Einspielungen, die ich für nicht so gelungen halte. Neben Bruckner 9 (CBS) ist es seine
Liszt-CD mit LesPreludes und den Ung.Phapsodien Nr.1 und 4.
Der unvergleichlich fantastische Rest auf der CD ist Enescu Rhaposodie Nr.1 und Brahms Ung-Tänze Nr.5 und 6.
Mit Franz Liszt scheint mir Bernstein nicht viel anfangen zu können, oder zu wollen.
Sehr warscheinlich kennt er die Propagandamusikgeschichte von LesPreludes und wollte das Werk entschlacken und von erinnernder Dramatik frei halten - ein Fehler.

http://ecx.images-amazon.com/images/I/41VERMPBEDL._SS400_.jpg

SONY, 70er, ADD[

Wie es gehen soll zeigt Fricsay, wie Amade auch zustimmend bemerkt.
Aber auch Karajan (DG) ist hier IMO eine Spitzenaufnahme von Les Preludes gelungen und ist fantastisch nah an Fricsay dran.


Aus diesen Erfahrungen heraus habe ich auch einen Bogen um bernsteins Liszt-Faust-Sinfonie gemacht, die wotan eingangs nennt.
Ich kenne diese Aufnahme nicht, bin aber ohnehin zuerst mit Ansermet (DECCA-LP) und apäter Solti (Decca-CD) allerbestens bedient.
Wotan (12.01.2008, 16:30):
Eine weitere schöne Interpretation der "Faust-Sinfonie" liefert Barenboim mit den Berliner Philharmonikern. Schneller als Bernstein, aber nicht mit der emotionalen Tiefe, wie ich finde, aber zweifelsohne eine sehr gute Alternative.

http://www.sengpielaudio.com/CD-FaustSymphony.jpg

MfG
Wotan
Wotan (09.01.2008, 23:54):
Guten Abend miteinander,

ich habe bemerkt, dass die sinfonischen Dichtungen von Franz Liszt hier nur wenig erwähnt sind, deshalb habe ich einige Informationen zusammengetragen.

In der Mitte des 19. Jahrhunderts herrschte eine sog. "Krise der Sinfonik", immerhin wurde nach Schumanns "Rheinischer" knapp 20 Jahre lang kein bedeutendes Stück mehr komponiert. Richard Wagner meinte gar in seinem Wekr "Oper und Drama" die Sinfonie sei zu Ende (natürlich meinte er bereits mit Beethovens 9ter). Das sog. zweite Zeitalter in den 1860er und 70er Jahren mit den Sinfonien von Brahms, Bruckner, Tchaikovsky und Borodin setzte zwar die Tradition Beethovens fort, entwickelte sie aber nicht grundlegend weiter, ja eigentlich war es nur Beethoven, während die Werke Mozarts, Haydns oder auch dessen Verfechter Mendelssohn keine Fortführung erfuhren.
Daraus entwickelte sich nun in den 50ern die sogenannte "Sinfonische Dichtung", als deren Begründer zweifellos Franz Liszt gilt.
Nach Liszt stellt die sinf. Dichtung ein einsätziges Werk dar, dem ein außermusikalisches, transmusikalisches durch eine Überschrift angelegtes Sujet zugrunde liegt und bildet damit also eine Diskrepanz zur damals gängigen Konzertouvertüre. Zwar waren Liszts Werke anfangs auch noch Konzertouvertüren, ab 1854 aber dann endgültig "Sinfonische Dichtungen". Für Liszt der wichtigste Wegbereiter auf dem Weg zur Dichtung ist - wie könnte es anders sein - die "Tannhäuser-Ouvertüre" von Richard Wagner. Die drei wichtigsten Komponenten laut Liszt für eine sinf. Dichtung sind:
1) Emanzipation der Gattung von der Ouvertüre zu einer Eigenständigkeit
2) der ästhetische Rang einer Sinfonie muss erfüllt sein
3) Verbindung von Literatur und Musik
Wichtig dabei ist, dass die sinf. Dichtung ein literarisches Werk nicht nacherzählt oder illustriert, sondern das die Musik das darstellt, was die Literatur nicht darzustellen vermag, d.h. das Metaphysische bzw. innere Vorgänge. Das Programm bietet dabei nur den Wegweiser.
Franz Liszt komponierte folgende Dichtungen:
- Tasso
- Hamlet (beide anfangs Konzertouvertüren)
- Orpheus (ursprünglich Vorspiel zur Oper von Gluck)
- Les Préludes
- Prometheus (beide Einleitungen zu Chorwerken)
- Hungaria (Festaktmusik)
- Mazeppa (Orchesterfassung der Klavierétude)
- Héroide funèbre (ausgearbeitetes Fragment einer Revoultionssinfonie)
die ersten tatsächlichen sinfonischen Dichtungen waren:
- Bergsinfonie
- Die Ideale (nach Schiller)
- Von der Wiege bis zum Grabe (nach einer Zeichnung)
und natürlich "Eine Faussinfonie" (inspiriert durch Wagners Faustouvertüre und selbstverständlich Berlioz "Damnation de Faust")
sowie "Eine Sinfonie zu Dante's Divina Commedia".

Eine wie ich finde sehr schöne Gesamteinspielung der Dichtungen gibt es von Bernard Haitink bei PHILIPS:
http://ecx.images-amazon.com/images/I/419RFJ3FE9L._AA240_.jpg
http://images-jp.amazon.com/images/P/B00000417T.09.MZZZZZZZ.jpg

Außerdem eine schöne Fassung der Faust-Sinfonie von Bernstein:
http://www.seradulto.com/images/LISZT%20fausto.jpg

MfG
Wotan
Mime (10.01.2008, 10:26):
Hallo Wotan,

danke für deinen Hinweis auf die Gesamteinspielung der Lisztschen Tondichtungen. Zum Glück haben nicht alle Werke einen so negativn Beigeschmack wie Les Préludes, welces vor 1000 Jahren als Propagandamusik herhalten mußte, was mir sehr leid tut, denn gerade dieses Werk hätte ein besseres Ansehen in der Öffentlichkeit verdient.
Doch da wächst sicher auch mal Grad drüber.

Da ich noch nicht alle sinfonischen Dichtungen des Meisters kenne, werde ich mich auf die Suche nach deiner Empfehlung machen.
:hello
uhlmann (10.01.2008, 12:08):
liszts symphonische dichtungen erfreuen sich durchwachsener beliebtheit, wie man so hört und liest. ich kann das gut verstehen, führt der komponist doch nicht immer die feine klinge. viele stücke und passagen wirken eher plakativ und effekthascherisch.
dennoch höre ich die werke ganz gerne - es muss ja nicht immer haute cuisine sein, geselchtes ist manchmal auch ganz ok. :D

ich habe folgende einspielung:

http://www.jpc.de/image/w300/front/0/5028421999388.jpg

budapest symphony orchestra - arpad joo - brilliant classics (lizenzaufnahmnen hungaroton)

die interpretationen gefallen mir gut, joo hat hörbar freude an dieser musik. ich kenne keine anderen einspielungen, kann also keine vergleiche anstellen. als einstieg ist meine aufnahme aber sicher bestens geeignet.
teleton (10.01.2008, 19:41):
Hallo Rocco,

hättest Du diesen Thread nicht eröffnet, :D wäre dieser irgendwann von mir gekommen !

ieMein Klassikeinstieg war Beethoven, dann wollte ich sein Umfeld kennenlernen und bin durch die Klavierkonzerte auf Liszt gekommen.
Zu Weihnachten bekam ich als Jugendlicher dann die Liszt-Haitink-LP-Kassette mit allen Sinfonischen Dichtungen - die Aufnahmen die Du auch erwähnst und die ich heute auch auf CD habe.

Ich habe schon des öfteren gehört, das die lisztschen Orchesterwerke eine nicht so hohe Beliebtheitsscala haben wie andere.
Schade - denn ich schätze diese Werlkke seit eh und je.

Man sollte Liszt´s sinfonische Dichtungen auch nicht nur an Les Preludes festmachen und nur dieses eine Stück betrachten. Aber Ferenc Fricsay (DG) ist hier wirklich einer der Besten. Schade das es mit ihm keine weiteren Aufnahmen der Liszt-Dichtungen gibt.

:) Eine sehr gute Gesamtaufnahme aller Dichtungen ist die von wotan erwähnte Haiting/LSO (Philips).

:) Aber auch die Gesamtaufnahme aller Dichtungen mit Kurt Masur/Gewandthausorch.Leipig (EMI) ist sehr gut gelungen.
Diese hatte ich erst als EMI-3CD-Box mit Masur mit der DANTE-Sinfonie und den sinf.Dichtungen Festklänge; Bergsymphonie; Die Ideale; Von der Wiege bis zum Grabe; Les Preludes; Mazeppa; Tasso; Orpheus; Prometheus.
Diese höre ich als Ergänzung zu Haitink oft und gerne.

Vor zwei Jahren habe ich diese EMI-Box durch die fabelhafte 7CD-EMI-Box ersetzt, da mich immer schon geärgert hatte, daß ich nicht alle Orchester-Werke von Liszt auf CD bekomme, wie es früher auf LP der Fall war.

Hier ist alles Komplett.
:times10 Diese Box halte ich für eine der besten Aufnahmen die Kurt Masur gemacht hat - ein Liszt-Dirigent ersten Ranges und eine dicke Empfehlung.

http://www.jpc.de/image/cover/front/0/9960486.jpg

D Werke für Klavier & Orchester:
Klavierkonzerte Nr. 1 & 2; Wandererfantasie (Version mit Orchester);
Polonaise brillante; Fantasie über ungarische
Volksweisen; Fantasie über "Die Ruinen von
Athen"; Fantaisie symphonique über "Lelio";
Maledicion; Totentanz

Die Orchesterwerke:
Festklänge; Dante-Symphonie; Bergsymphonie;
Die Ideale; Von der Wiege bis zum Grabe;
Les Preludes; Mazeppa; Tasso; Orpheus;
Prometheus; 2 Episoden aus Lenaus Faust;
Mephisto-Walzer Nr.1+2; Heroide funebre; Hungaria;
Hamlet; Hunnenschlacht; Faust-Symphonie
:beer Eine empfehlenswerte EMI-CD-Box für Liszt-Freunde !

Auf dieser EMI - 7CD - Box für 25,99EURO ist alles vorhanden und das in schon bekannten und vorhandennen hervorragenden Aufnahmen mit Kurt Masur / Leiziger Gewandhausorch. und dem Pianisten Michel Beroff:

Was ich hier zu hören bekam, insbesondere die Werke für Klavier und Orchester hatte mir nach eintreffen der CD-Box "die Socken ausgezogen".

:W TOP-Interpretationen, auch von den bekannteren Klavier-Orchesterwerken, wie den Klavierkonzerten Nr.1+2 und dem Totentanz und endlich alles komplett !!!

Bei den reinen Orchesterwerken schlägt Masur einen härteren Ton an als Haitink - ich finde das angemessen gut. Eine Solti-Liszt-Decca-CD mit einigen Sinf.Dichtungen als Vergleich herangezogen ist auch sehr gut aber nicht besser als mit Masur.
Kurt Masur zeigt was in dem sehr schön klingenden Leipziger Orchester steckt.

Im Jahre 2006 habe ich mir wegen des Totentanzes für Klavier und Orchester die Zimmermann/Ozawa-Aufnahme (DG) preiswert zugelegt; bin aber von Ozawa´s Orchesterbegleitung nicht so 100% angetan.
Masur / Beroff leisten hier eine ungleich spannendere Version des Totentanzes und die Klavierkonzerte sind sehr gut gelungen !

:hello Was haltet Ihr von Liszt und (wenn bekannt) von Masur´s Interpretationen ?



:) Die Dante-Sinfonie muß Schostakowitsch gekannt haben. Da ist am Schluß des ersten Satzes (Inferno) eine Steigerungspassage mit einer aufwärssteigenden chromatischen Tonfolge, die in Schostakowitsch´s 11.Sinfonie fast gleich auch vorhanden ist. Für meine Ohren ein lohnendes Werk, das mehr Beachtung finden sollte.

:) Die FAUST-Sinfonie hat Ansermet/Orch.de la SuisseRomande auf meiner alten Decca-Doppel-LP in referenzwürdiger Manier aufgenommen.
Auf CD steht Solti/ChicagoSO (Decca) dieser in nichts nach und begeistert durch noch bessere Durchhörbarkeit und wie bei Solti bekannt - größte Spannung.
Die Einzel-Decca-CD, die ich habe, ist gestrichen und wurde durch diese Doppel-CD ersetzt:

http://www.jpc.de/image/cover/front/0/3159884.jpg
Decca, DDD
Wotan (10.01.2008, 22:41):
Original von teleton

Hier ist alles Komplett.
:times10 Diese Box halte ich für eine der besten Aufnahmen die Kurt Masur gemacht hat - ein Liszt-Dirigent ersten Ranges und eine dicke Empfehlung.

http://www.jpc.de/image/cover/front/0/9960486.jpg

D Werke für Klavier & Orchester:
Klavierkonzerte Nr. 1 & 2; Wandererfantasie (Version mit Orchester);
Polonaise brillante; Fantasie über ungarische
Volksweisen; Fantasie über "Die Ruinen von
Athen"; Fantaisie symphonique über "Lelio";
Maledicion; Totentanz

Die Orchesterwerke:
Festklänge; Dante-Symphonie; Bergsymphonie;
Die Ideale; Von der Wiege bis zum Grabe;
Les Preludes; Mazeppa; Tasso; Orpheus;
Prometheus; 2 Episoden aus Lenaus Faust;
Mephisto-Walzer Nr.1+2; Heroide funebre; Hungaria;
Hamlet; Hunnenschlacht; Faust-Symphonie
:beer Eine empfehlenswerte EMI-CD-Box für Liszt-Freunde !


Danke für die Empfehlung. Da ich kein allzugroßer Freund von Masur bin, habe ich diese Box bislang immer freundlich ignoriert aber ich denke, ich werde deiner Empfehlung wohl folgen. Zum einen ist die Box doch recht günstig und zum anderen ist der Markt was Liszt angeht bei weitem nicht überfüllt und wenn es schon mal alles komplett gibt...! Vielleicht sollten sich ein paar mehr Dirigenten an die Werke von Liszt wagen, anstatt zum 348-Mal Beethovens 5te einzuspielen (ohne böse sein zu wollen, aber der Markt ist ja stellenweise derart überschwemmt, ich weiß ja teilweise schon nicht mehr, welche Einspielung ich einlegen soll), dafür werden Komponisten wie Liszt sehr stiefmütterlich behandelt (was ohne Zweifel auch auf viele andere Komponisten zutrifft).

MfG
Wotan
Amadé (10.01.2008, 22:56):
@ teleton

Du hast völlig Recht, Les Preludes mit Fricsay ist Spitze, aber es gibt noch zwei frühere Aufnahmen, die ungarischen Rhapsodien Nr.1 und 2 mit dem RIAS Symphonoie Orchester, die ebenso bemerkenswert sind, falls man sich für diese Werke interessiert.

Die Aufnahme der Hungaroton mit dem Budapester Sinfonie-Orchester unter Arpad Joo kenne und schätze ich schon länger, auch die Gewandhausorchester-Aufnahme unter Masur.

Gruß Amadé
teleton (11.01.2008, 12:11):
Hallo Liszt-Freunde,

es ist bekannt, das einer meiner lLeblingsdirigenten Leonard Bernstein ist. Es kommt so gut wie nie vor, dass eine mit ihm gekaufte CD eine Enttäuschung ist.

Aber auch von ihm gibt es Einspielungen, die ich für nicht so gelungen halte. Neben Bruckner 9 (CBS) ist es seine
Liszt-CD mit LesPreludes und den Ung.Phapsodien Nr.1 und 4.
Der unvergleichlich fantastische Rest auf der CD ist Enescu Rhaposodie Nr.1 und Brahms Ung-Tänze Nr.5 und 6.
Mit Franz Liszt scheint mir Bernstein nicht viel anfangen zu können, oder zu wollen.
Sehr warscheinlich kennt er die Propagandamusikgeschichte von LesPreludes und wollte das Werk entschlacken und von erinnernder Dramatik frei halten - ein Fehler.

http://ecx.images-amazon.com/images/I/41VERMPBEDL._SS400_.jpg

SONY, 70er, ADD[

Wie es gehen soll zeigt Fricsay, wie Amade auch zustimmend bemerkt.
Aber auch Karajan (DG) ist hier IMO eine Spitzenaufnahme von Les Preludes gelungen und ist fantastisch nah an Fricsay dran.


Aus diesen Erfahrungen heraus habe ich auch einen Bogen um bernsteins Liszt-Faust-Sinfonie gemacht, die wotan eingangs nennt.
Ich kenne diese Aufnahme nicht, bin aber ohnehin zuerst mit Ansermet (DECCA-LP) und apäter Solti (Decca-CD) allerbestens bedient.
Wotan (12.01.2008, 16:30):
Eine weitere schöne Interpretation der "Faust-Sinfonie" liefert Barenboim mit den Berliner Philharmonikern. Schneller als Bernstein, aber nicht mit der emotionalen Tiefe, wie ich finde, aber zweifelsohne eine sehr gute Alternative.

http://www.sengpielaudio.com/CD-FaustSymphony.jpg

MfG
Wotan
ab (10.04.2008, 16:24):
Endlich wieder aufgelegt: Die alte Horenstein-Interpretation (Documents):

http://www.jpc.de/image/w600/front/0/4011222315656.jpg
Holger (16.12.2010, 19:11):
Original von Amadé
@ teleton

Du hast völlig Recht, Les Preludes mit Fricsay ist Spitze, aber es gibt noch zwei frühere Aufnahmen, die ungarischen Rhapsodien Nr.1 und 2 mit dem RIAS Symphonoie Orchester, die ebenso bemerkenswert sind, falls man sich für diese Werke interessiert.

Die Aufnahme der Hungaroton mit dem Budapester Sinfonie-Orchester unter Arpad Joo kenne und schätze ich schon länger, auch die Gewandhausorchester-Aufnahme unter Masur.

Gruß Amadé


Hallo,

hier eine weitere bemerkenswete Aufnahme! :D

Übrigens kommt der Sound (laut meinem Informanten die 2. ungarische Rhapsodie) aus der Lokomotive und wird auf jedem Bahnhof gespielt!

Liebe Grüße von Holger
Maurice inaktiv (17.03.2013, 10:32):
Ich habe die GE unter Arpad Joo,die bei Brilliant so günstig damals zu erwerben war.Eine tolle Einspielung,finde ich.

Als Alternative schlage ich wieder zwei CDs (oder auch Doppel-CD) vor,die hier noch nicht erwähnt wurde.

Es handelt sich um die Dresdner Philharmonie unter Michel Plasson.Sie sind dazu ebenfalls presigünstig zu erwerben und auf Edel rausgekommen.

http://www.amazon.de/Sinfonische-Dichtungen-Plasson-Michel/dp/B0002M1X4S/ref=sr_1_2?s=music&ie=UTF8&qid=1363512699&sr=1-2
Maurice inaktiv (19.04.2013, 15:43):
Den Liszt gibts gerade beim großen Jxx für den Spottpreis von 8,95 €...

http://www.jpc.de/image/cover/front/0/9960486.jpg

Franz Liszt : Orchesterwerke & Klavierkonzerte ; Kurt Masur / EMI

Da habe ich doch glatt zugeschlagen.....

G,Maurice
uhlmann (19.04.2013, 17:18):
die imo klar sensationellsten aufnahmen der liszt'schen dichtungen stammen von nikolai golovanov. alle anderen, die ich kenne (joo, einiges von haitink und masur) sind dagegen nur laue lüftchen.

golovanov ist nichts für klangästheten, schönklang und gediegenes orchesterspiel sind seine sache nicht, dazu ist auch das historische klangbild wenig berauschend. dafür ist er expressiv über die maßen, entfacht er geradzu orgiastische feuerwerke, verleiht er den oftmals doch recht plakativen stücken eine größe, die sie vielleicht gar nicht verdienen. unter golovanov jedenfalls wirken sie wie grandiose meisterwerke (nicht dass ich behaupten möchte, dass sie das nicht ohnehin wären - ihr wisst schon, was ich meine).

cd's sind wohl derzeit schwer erhältlich - immer wieder tauchen einzelne stücke in golovanov-compilations auf.
auf "neal's historical recordings"-blog (einfach mal googlen) kann man die gesamten aufnahmen (immerhin 12 eingespielte werke) als flacs runterladen. hier kann man mal reinhören.
Maurice inaktiv (19.04.2013, 17:30):
Danke für den Link,aber leider geht der Ton nicht bei mir.Das kann an meinem Laptop liegen-oder der streubt sich gegen alte Aufnahmen wie ich mich auch immer wieder....Beim Jazz ist er meist freundlicher zu mir... :D

VG,Maurice
Amadé (20.04.2013, 10:23):
Original von uhlmann
die imo klar sensationellsten aufnahmen der liszt'schen dichtungen stammen von nikolai golovanov.

Auf dieser heute nicht mehr geführten Doppel-CD sind wahrscheinlich in besserer Klangtechnik 4 Sinfonische Dichtungen erhältlich: Heroide funebre, Mazeppa, Festklänge und Prometheus, alles Moskauer live-Aufnahmen. Auf dem brasilianischen Marktplatz ist die DCD noch erhältlich.

http://ecx.images-amazon.com/images/I/51wxQJ93cFL._SL500_AA300_.jpg

Gruß Amadé
Maurice inaktiv (20.04.2013, 10:28):
Beim großen A sogar auch in Deutschland noch.Habe es gerade gesehen....

VG,Maurice