Solitaire (04.04.2008, 11:43): Da Fritz Wunderlich hier noch keinen eigenen Faden hat, möchte ich die Gelegenheit nutzen, dem herrlichsten von Allen ein Forumsdenkmal zu setzen. . Fritz Wunderlich wurde am 26.September 1930 in Kusel (Pfalz) geboren und stammte aus einer musikalischen Familie: der Vater war Cellist und Kapellmeister, die Mutter Geigerin. Nach dem Suizid des Vaters 1935 brachte seine Mutter die Familie mit Musikunterricht durch, auch Fritz und seine Schwester lernten verschiedene Instrumente und trugen so zum Unterhalt der Familie bei. Später finanzierte Wunderlich sein Gesangsstudium durch Tanzmusik. Aus der Zeit des Studiums sind einige Tondokumente erhalten die vor einiger zeit auf CD veröffentlicht wurden: Wunderlich singt Schlager und spielt Trompete. Diese Aufnahmen sind es, die Götz Alsmann zu der Bemerkung veranlasst haben „Fritz Wunderlich hätte auch der deutsche Frank Sinatra werden können, wenn er das gewollt hätte“. Und tatsächlich: wenn man seine Aufnahmen hört, hat man den Eindruck, es gibt nichts, was dieser Mann nicht singen konnte. Fritz Wunderlich gilt bis heute als der bedeutenste lyrische Tenor Deutschlands, und als einer der wichtigsten weltweit. Zu seinen großen Rollen, gehörten Belmonte (Entführung), Almaviva (Barbier), Don Ottavio (Don Giovanni) und natürlich immer wieder Tamino (Zauberflöte). Tamino war die erste Hauptrolle die er gesungen hat (1954 in Freiburg, Schüleraufführung) Tamino war auch die letzte Opernpartie seines Lebens (1966 in Edinburgh). 1955 wurde er mit dieser Rolle auf einen Schlag berühmt: in Stuttgart engagiert sprang er für den erkrankten Josef Traxel ein. Eigentlich sollte, als Traxels Indisposition bekannt wurde, Wolfgang Windgassen einspringen, der sich jedoch geweigert hat, um Wunderich eine Chance zu geben. Es gäbe da im Haus einen ganz wunderbaren jungen Kollegen, der das großartig machen würde. Auch in Partien der italienische Oper konnte FW überzeugen: beispielsweise 1965 in München als Alfredo in „La Traviata“ . Seine Violetta war die damals 23jährige Teresa Stratas. Germont, der Vater der soviel Unheil anrichtet, wurde gesungen von seinem Kollegen und engen Freund Hermann Prey. Zumindest für die Schallplatte hat er auch Puccini gesungen: Szenen aus „La Bohème“ und „Madama Butterfly“. Es gibt einen sehr schönen Live-Mitschnitt des „Butterfly“-Duetts mit Pilar Lorengar als Butterfly. Giuseppe DiStefano soll einmal gesagt haben Wunderlich sei der einzige Nicht-Italiener, der den großen italienischen Tenören das Wasser reichen könne , er sei „einer von uns“ . Jedes Jahr schlug Wunderlich finanziell lohnende Opernangebote aus, um die großen Passionen zu singen. Auch in der geistlichen Musik hat er großes geleistet.
Neben seiner Opernkarriere war Wunderlich ein wunderbarer Liedersänger. Legendär geworden ist ein Liederabend den er 1966 in Edinburgh, wenige Wochen vor seinem Tod gegeben hat: er sang die „Dichterliebe“ sowie Lieder von Schubert und Mozart. Vor einigen Jahren erschien dieses Dokument endlich auf CD. In den Jahrzehnten vorher war es technisch offenbar nicht möglich, die ursprünglich eher bescheidene Tonqualität soweit aufzubereiten, daß sie der großen Kunst dieses Ausnahmesängers gerecht wurde. Ich möchte behaupten, wer diese Aufnahme besitzt, braucht keine weitere. Das letzte Lied das er an jenem Abend gesungen hat war Franz Schuberts „An die Musik“ Wenige Tage später, am 17.September 1966 starb er an den Folgen eines Treppensturzes. Kurz darauf hätte sein Debut in Amerika stattfinden sollen: als Don Ottavio in der MET in New York. Wunderlich war nicht einmal 36 Jahre alt und hinterließ eine Ehefrau und drei Kinder. Neben der persönlichen Tragödie (Hermann Prey kommentierte den Tod seines Freundes mit dem erschütterten „Ich habe meinen Zwillingsbruder verloren“) war Wunderlichs Tod ein Schock und Verlust für die Musikwelt. Was man damals bereits ahnte ist heute Gewissheit: Fritz Wunderlich hat eine nicht zu schließende Lücke hinterlassen. Einen Nachfolger hat er, trotz gegenteiliger Behauptungen einiger Plattenfirmen, nie gefunden. Als man den italienischen Tenor Luciano Pavarotti einmal gefragt hat wer seiner Meinung nach der bedeutenste Tenor der Geschichte sei antwortete er „Fritz Wunderlich“. Rolando Villazón kommentierte Wunderlichs Schaffen mit den Worten "Fritz Wunderlich gehört zu den Sängern, die ich keinen Moment als "historisch" empfinde. Wenn man ihn den Leuten vorspielen würde, die ihn nicht kennen, würden sie sagen: Wo singt der Mann, wo kann man ihn hören?"
Ich habe es an anderer Stelle bereits geschrieben, dennoch: ich denke, Wunderlichs „Geheimnis“ ist die Tatsache, daß er, was immer er gesungen hat, alles ernst genommen hat. Er hat einem Operettenschlager oder einem Wiener Lied ebensoviel Aufmerksamkeit gewidmet wie einer Bach-Arie, einem Schubertlied oder seinen großen Opernrollen. Dieser Mann war extrem frei von Arroganz irgendeiner Musikrichtung gegenüber, und das hört man seinem Gesang in jeder Sekunde an.
Wunderlich mag vor der Zeit gestorben sein, aber Gott sei dank hat er unzählige Tondokumente hinterlassen, und so wie es aussieht, werde ständig neue entdeckt. Hier nun eine Auswahl der CDs, die zu meinem unverzichtbaren Grundbestand für musikalisches und seelisches Wohlbefinden gehören:
Der legendäre Liederabend aus Edinburgh
Auf dem Flohmarkt für kleines Geld erstanden.
Hier hat man die seltene Gelegenheit, Wunderlich bei einem Patzer zu erwischen: im letzten Akt verbaselt er einen Einsatz. Als Laiensängerin freut und beruhigt es mich ungemein, daß so was selbst einem Fritz Wunderlich passiert ist.
Eine Box mit vier CDs: 1.CD: Bach, Arien aus Osteroratorium, Matthäus-Passion, Magnificat, Kantate BWV 31, Weihnachtsoratorium 2.CD: Mozart, Auszüge aus "Die Entführung aus dem Serail" (teilw. Zaide) & "Zauberflöte" 3.CD: Schumann, Dichterliebe;Lieder von Schubert & Beethoven 4.CD:"Populäre Lieder" - O sole mio, Granada, Ave Maria, Ein Lied geht um die Welt, Funiculi, funicula u. a
Es gibt Sänger die würden morden, um einmal im Leben so zu singen, wie Fritz im heimischen Wohnzimmer gesungen hat, wenn er nur mal was ausprobieren wollte... Die CD enthält Stücke, die er nie im Konzert gesungen hat, weil es dazu nicht mehr kommen konnte.
Das ist nur eine kleine Auswahl. Mein Plattenschrank quillt über vor FW-Aufnahmen. Nicht erwähnt habe ich die zahllosen Kompilationen die man allüberall für kleines Geld bekommt, und die zwar zum 100mal die Bildnisarie enthalten, aber eben auch das eine oder andere Stück, daß ich von ihm noch nicht kannte.
Mime (04.04.2008, 15:10): Eine schöne und angemessene Würdigung des große Tenors! Vielen Dank, Solitaire. Ich gehöre zu den Auslaufmodellen, denen es noch vergönnt war, Fritz Wunderlich auf der Opernbühne erleben zu dürfen. Ja, er war eine einmalige Sängerpersönlichkeit, der in der kurzen Zeit seines Wirkens Übermenschliches geleistet hatte. Als ob seine Lebenskerze an beiden Enden gebrannt hätte, so kam er seinen Kollegen und seinem Publikum vor. :engel
Solitaire (04.04.2008, 16:19): Hallo Mime! Mein Neid ist dir sicher: Wunderlich gehört zu den drei Sängern ,die ich gerne live gehört hätte (die anderen beiden sind Erna Berger und Maria Callas). Ich hätte gerne gewusst, wie sich diese Stimme im Konzertsaal oder im Opernhaus angehört hat. Ich bin Jahrgang 1967, war also nicht mal geboren als Wunderlich gestorben ist. Die Frage die sich mir immer wieder stellt ist natürlich „Was wäre wenn...?“ Wie hätte er sich entwickelt, was wäre noch gekommen, da er doch mit knapp 36 Jahren künstlerisch schon so vollendet zu sein schien. Ich habe nicht viel Ahnung von diesen Dingen, gehe aber mal davon aus, daß die Wagner-Fans im stillen Kämmerlein bittere Tränen vergießen. Unsereins hat wenigstens Mozart, Rossini, die Bach-Passionen und die Liederzyklen auf’s herrlichste dokumentiert, aber wer weiß, ob er nicht irgendwann ein wunderbarer Lohengrin geworden wäre. Interessant finde ich Vergleiche zu heutigen Sängern im gleichen Alter: Wunderlich war mit 36 Jahren auf dem Sprung zur Weltkarriere, während, um ein aktuelles Beispiel zu nennen, Rolando Villazón sich in exakt dem gleichen Alter bereits mit den negativeren Folgen einer solchen rumschlagen muß. Damals hatten Sänger noch Zeit zu wachsen und zu reifen, ohne daß ihnen beim ersten Anzeichen einer außergewöhnlichen Begabung von allen Seiten verführerische aber vielleicht fatale Angebote gemacht wurden, die abzulehnen vermutlich nicht immer leicht ist. Wunderlich soll auch über sein bevorstehendes Amerikadebut nicht allzu glücklich gewesen sein, und lange gezögert haebn, den Vertrag zu unterschreiben. In Amerika könne er lediglich berühmt werden, lernen aber könne er in erster Linie in Deutschland. Was könnte mehr über diesen Sänger aussagen, als diese Worte?
Mime (05.04.2008, 20:32): Hallo Solitaire,
ja, es ist seltsam, im Jahr deiner (und meines ältesten Sohnes) Geburt wäre von IHM die "Winterreise" aufgezeichnet und konzertiert worden. Und Verhandlungen über Don Carlos und endlich...Stolzing in Bayreuth, den er über Jahre strikt abgelehnt hatte, standen kurz vor der Unterschrift. Die Briefe an Wieland Wagner kannst du in der Pfister-Biographie nachlesen. Interessant sind auch die Aufschriebe seiner Schwester über ihren Bruder Fritz. Kann ich dir gerne als Kopie zuschicken.
:hello
Jimi (06.04.2008, 16:20): Original von Solitaire 1955 wurde er mit dieser Rolle auf einen Schlag berühmt: in Stuttgart engagiert sprang er für den erkrankten Josef Traxel ein. Eigentlich sollte, als Traxels Indisposition bekannt wurde, Wolfgang Windgassen einspringen, der sich jedoch geweigert hat, um Wunderich eine Chance zu geben. Es gäbe da im Haus einen ganz wunderbaren jungen Kollegen, der das großartig machen würde.
Hallo Solitaire,
wenn ich mich recht entsinne habe das in einer Fernsehsendung mal so gehört:
Traxel und Windgassen wollten ihren jungen Kollegen zum ersten grösseren Auftritt verhelfen. Traxel meldete sich rechtzeitig krank wohlwissend dass Winggassen als Ersatz vorgesehen war. Windgassen wartet bis es unmöglich wurde externen Ersatz herbei zu holen, meldet sich auch krank und schlägt Wunderlich als Ersatz vor.(also weder Traxel noch Windgassen waren wirklich krank)
Vielleicht hat von euch auch einer die Sendung gesehen und kann sich genauer erinnern.
:hello Jimi
Solitaire (07.04.2008, 06:52): Hallo Jimi! Ja, so habe ich das auch gehört. Ruth Margaret Pütz hat das erzählt. Habe die Sendung damals aufgenommen. Ich finde sie sehr gut. @Mime Das mit den Briefen klingt spannend! Interesse hätte ich durchaus. Eine Freundin von mir ist Musiklehrerin in einer Grundschule, sie hat mit den Kindern die "Zauberflöte" durchgenommen und ihnen verschiedene Aufnahmen der Bildnisarie vorgespielt, ohne zunächst näheres zu den Sängern zu erzählen. Wer hat den lieben kleinen am besten gefallen? Genau.
Jimi (08.04.2008, 22:42): Original von Solitaire
Als man den italienischen Tenor Luciano Pavarotti einmal gefragt hat wer seiner Meinung nach der bedeutenste Tenor der Geschichte sei antwortete er „Fritz Wunderlich“.
Ja der gute Pavarotti war ein schlauer Fuchs, in den Interviews die ich von Ihm gehört oder gelesen habe war er um clevere Antworten nie verlegen. Ich bin mir 100% sicher wenn er (Pavarotti) nicht primär Donizetti,Verdi,Puccini... , sondern Mozart gesungen hätte, wäre seine Antwort anders ausgefallen, ich vermute mal :"ENRICO CARUSO" !
Gute Frage eigentlich: Wer ist der bedeutendste Tenor der Geschichte? Vor allem ist das nur Geschmacksache oder kann man das auch begründen??(
Zurück zu Fritz Wunderlich.
@Solitaire,Mime
Mich würde interessieren was für euch auf jeden Fall auf eine "Best of Wunderlich CD" gehört. Ich bin wegen der "The very best of Fritz Wunderlich"(EMI) darauf gekommen. Imo sind da einige seine allerbesten Aufnahmen nicht mit dabei.
:hello Jimi
Solitaire (09.04.2008, 18:52): Nun, ich denke bei einem Künstler, der so vielseitig war, ist es natürlich schwierig, auf einer Compilation alles abzudecken, aber hier mal die Stücke, die m.E. au keine Fall fehlen dürfen:
Mozart: Bildnisarie (Zauberflöte) Mozart: Wie stark ist nicht dein Zauberton (Zauberflöte) Mozart: Un’aura amoroso (Cosi) Mozart: Dalla sua pace (Don Giovanni) Mozart: Il mio tesoro (Don Giovanni) Mozart: Konstanze, dich wiederzusehen Rossini: Strahlt auf mich der Glanz des Goldes (Barbier, am liebten mit Hermann Prey) Tschaikowsky: Wohin, wohin (Eugen Onegin) Beethoven: Oh süße Lust (es gibt eine Aufnahme mit FW als Solist :down) Das ist der Grundbestand. Das MUSS drauf.
Dann ein bisschen italienische Oper, um zu zeigen, daß er das auch konnte: Verdi: Dio che nell’alma (Don Carlo, es gibt eine schöne Version mit Prey) Puccini: Wie eiskalt ist dies Händchen Puccini: Mädchen, in deinen Augen liegt ein Zauber (Butterfly, mit Pilar Lorengar) Donizetti: Quanto è bella, quanto è cara (Liebestrank) Danach würde ich den Liedersänger Wunderlich ran lassen, aber bitte keine aus dem Zusammenhang gerissenen Lieder aus den Liederzyklen. Lieber: Adelaide An die Musik (unbedingt!!!) Im Abendrot Außerdem ist es dringend erforderlich, daß seine Version des Volksliedes „Ännchen von Tharau“ mit auf die CD kommt. Ich habe niemals eine schönere gehört. Zum guten Schluß ein bisschen „leichte Muse“: Ach wie so herrlich zu schaun Komm in die Gondel Als flotter Geist Granada Wolgalied
Die ergreifend schönen Beispiele seiner Kunst in der geistlichen Musik gehören nicht auf solch einen Sampler, und verdienen eine eigene CD, die es ja zum Glück auch gibt.
Tranquillo (09.04.2008, 20:16): Original von Solitaire Die ergreifend schönen Beispiele seiner Kunst in der geistlichen Musik gehören nicht auf solch einen Sampler, und verdienen eine eigene CD, die es ja zum Glück auch gibt. Hallo Solitaire,
hast Du da ein Cover parat? Ich habe mir vor einiger Zeit eine Aufnahme von Bachs Matthäus-Passion gekauft, wo Wunderlich die Tenor-Arien singt (den Evangelisten singt Peter Pears, der nicht so unbedingt mein Fall ist - ausserdem wirkt ein Evangelist mit englischem Akzent schon fast unfreiwillig komisch) und war von diesen Arien begeistert.
Viele Grüsse Andreas
Mime (09.04.2008, 20:40): Original von Solitaire Nun, ich denke bei einem Künstler, der so vielseitig war, ist es natürlich schwierig, auf einer Compilation alles abzudecken, aber hier mal die Stücke, die m.E. au keine Fall fehlen dürfen:
Mozart: Bildnisarie (Zauberflöte) Mozart: Wie stark ist nicht dein Zauberton (Zauberflöte) Mozart: Un’aura amoroso (Cosi) Mozart: Dalla sua pace (Don Giovanni) Mozart: Il mio tesoro (Don Giovanni) Mozart: Konstanze, dich wiederzusehen Rossini: Strahlt auf mich der Glanz des Goldes (Barbier, am liebten mit Hermann Prey) Tschaikowsky: Wohin, wohin (Eugen Onegin) Beethoven: Gefangenenchor Fidelio Oh süße Lust (es gibt eine Aufnahme mit FW als Solist :down) Das ist der Grundbestand. Das MUSS drauf.
Dann ein bisschen italienische Oper, um zu zeigen, daß er das auch konnte: Verdi: Dio che nell’alma (Don Carlo, es gibt eine schöne Version mit Prey) Puccini: Wie eiskalt ist dies Händchen Puccini: Mädchen, in deinen Augen liegt ein Zauber (Butterfly, mit Pilar Lorengar) Donizetti: Quanto è bella, quanto è cara (Liebestrank) Danach würde ich den Liedersänger Wunderlich ran lassen, aber bitte keine aus dem Zusammenhang gerissenen Lieder aus den Liederzyklen. Lieber: Adelaide An die Musik (unbedingt!!!) Im Abendrot Außerdem ist es dringend erforderlich, daß seine Version des Volksliedes „Ännchen von Tharau“ mit auf die CD kommt. Ich habe niemals eine schönere gehört. Zum guten Schluß ein bisschen „leichte Muse“: Ach wie so herrlich zu schaun Komm in die Gondel Als flotter Geist Granada Wolgalied
Die ergreifend schönen Beispiele seiner Kunst in der geistlichen Musik gehören nicht auf solch einen Sampler, und verdienen eine eigene CD, die es ja zum Glück auch gibt.
Von meiner Seite ergänzen möchte ich: aus Oper: die Baumeister-Arie aus der Entführung Komm o holde Dame aus "La dame blanche" von Boildieu Armer Narr aus Smetanas "Die verkaufte Braut" Martha, Martha und Mag der Himmel euch vergeben aus Martha (Flotow) Duett Lisa-Hermann aus Pique-Dame (Tschajkowski) mit M.Muszely Kantate: Endymion aus der Jagdkantate von JSBach Oratorium/Passionen: 3x Bach, 2x Haydn, Tenor-Arien u. Rezitative Kunstlied: Salzburger Liederabend von 1965, u.a. Dichterliebe Operette: Lied vom Leben des Schrenk (Künnecke) O Rose von Stambul ...(L.Fall) Freunde, das Leben ist lebenswert aus "Giuditta" (Lehár) soviel aus dem Bauch heraus, to be continued... :hello
Jimi (12.04.2008, 00:40): Original von Solitaire Nun, ich denke bei einem Künstler, der so vielseitig war, ist es natürlich schwierig, auf einer Compilation alles abzudecken,
Hallo Solitaire und Mime;
das ist meiner Ansicht nach auch nicht notwendig, keinem Sänger liegen alle Sachen gleich gut, also muss für mich auf eine "Best of" auch nur das drauf was derjenige am besten kann und nicht unbedingt ein Querschnitt aus seinem gesamten Repertoire. Bei Wunderlich ist es aber zum Glück so, dass er keine wirklich schlechten Aufnahmen gemacht hat, zumindest kenne ich keine, aber auch er hat nicht alle Stücke gleich gut hin bekommen. Im Großen und Ganzen sehe ich es bei seinen Aufnahmen so: je später desto besser( es gibt natürlich auch Ausnahmen). Deshalb finden sich in meiner Auswahl hauptsächlich Aufnahmen von 1965-1966.
Klar zuerst Mozart
Bildnisarie (Zauberflöte) Wie stark ist nicht dein Zauberton (Zauberflöte)
Dann die 4 Arien aus der Entführung:
Hier soll ich dich dann sehen Constanze, dich wiederzusehen Wenn der Freude Tränen fließen Ich baue ganz auf deine Stärke
Kuda,Kuda aus "Eugene Onegin"(Tschaikovsky) Lebe wohl mein flandrisch Mädchen aus "Zar und Zimmermann"(Lorzing) Mit der Mutter sank zu Grabe aus "Die verkaufte Braut" (Smetana)
Mädchen, in deinen Augen liegt ein Zauber aus "Madam Butterfly"(Puccini) Komm o holde Dame aus "La dame blanche"(Boildieu) Nur weinen lernte ich aus "Giulio Cesare" (Händel) mit Christa Ludwig. Den Sesto von einem Tenor singen zu lassen ist natürlich nicht im Sinne des Erfinders, äh Komponisten, aber die Stimmen von Fritz Wunderlich und Christa Ludwig in einem Duett, das ist einfach sensationell.
Original von Solitaire Danach würde ich den Liedersänger Wunderlich ran lassen, aber bitte keine aus dem Zusammenhang gerissenen Lieder aus den Liederzyklen.
Finde ich nicht ganz so schlimm, immerhin hat das Wunderlich bei seinen Konzerten auch gemacht(Ungeduld aus der Müllerin), ein Kompromiss wäre einen Block von Liedern aus einem Zyklus zu nehmen.
Abendrot(live 1965) An die Musik( live 1966 )
dann noch den Schluss der Dichterliebe ab:
Am leuchtenden Sommermorgen ... ... die alten bösen Lieder
Original von Solitaire Die ergreifend schönen Beispiele seiner Kunst in der geistlichen Musik gehören nicht auf solch einen Sampler, und verdienen eine eigene CD, die es ja zum Glück auch gibt.
Hm, Geschmacksache das könnte man dann von Liedern oder Operette auch sagen, ich hab da kein Problem mit. Darum noch zum würdigen Abschluss:
Mit Würd und Hoheit angetan aus "Die Schöpfung"(Haydn)
So das sollte erstmal genügen. Fritz Wunderlich ist ja einer der wenigen Künstler die fast einhellig positiv beurteilt werden. Ich habe allerdings den Eindruck dass er, vielleicht durch seinen tragischen frühen Tod bedingt, manchmal zu Lasten anderer Sänger ein wenig glorifiziert wird. Daher meine etwas "ketzerische" Frage : Gibt es Stücke/Lieder/Rollen/Opern in denen er euch nicht/weniger gut/nicht ganz so gut ... gefällt, bez. wo ihr andere Sänger besser findet?
:hello Jimi
Solitaire (12.04.2008, 09:09): Es ist natürlich richtig: früher, tragischer Tod verführt zum Glorifizieren, nur ist bei Wunderlich unnötig, da er tatsächlich grandios war. Ich kenne auch keien einzige Aufnahme von der ich sagen könnte daß sie ihm nicht gelungen wäre. (Was bei anderen Lieblingssängern durchaus manchmal der Fall ist: ich möchte zum Beispiel "Ah fuyez, douce image!" nie wieder so hören müssen, wie Villazón es auf der "Manon"-DVD aus Barcelona singt. Gott weiß, daß ich den Mann verehre, aber taub bin ich nicht, und das war leider wirklich nix. ) Dennoch gibt es schon Stücke, die mir mit anderen Sängern mindestens ebenso gut gefallen, manchmal auch besser: Wunderlichs Rodolfo ("La Bohème") zum Beispiel gefällt mir wirklich gut (er hat ja nicht nur die Arie, sondern auch einen Querschnitt eingesungen), aber da gibt es auch andere Sänger, die mir sehr gut gefallen: allen voran Luciano Pavarotti, der in dieser Rolle definitiv nicht zu schlagen ist, aber auch Domingo, Carreras, Villazón, Josef Schmidt etc. haben das eiskalte Händchen sehr, sehr schön besungen. Das Duett Posa/Carlos aus "Don Carlos" mit Wunderlich und Prey gefällt mir, weil die beiden Stimmen sehr gut zueinander passen, allerdings wird ist es für meinen Geschmak einen ganzen Zacken zu schnell gesungen und gespielt. Ich bevorzuge die Version Domingo/Milnes. Ich weiß nicht, ob man das überhaupt schöner singen kann, als diese beiden es getan haben. Im Mozart-Repertoire begeistert mich seit geraumer Zeit Michael Schade: sein Don Ottavio ist m.E. phänomenal und er kann FW durchaus das Wasser reichen. "Un' aura amorosa" ("Cosi") ziehe ich der Wunderlich-Version manchmal sogar vor. Was den Liedersänger Wunderlich angeht, so ist er für mich durch niemanden zu toppen. Er ist und bleibt der herrlichste von allen.
Jimi (15.04.2008, 14:50): Original von Solitaire Im Mozart-Repertoire begeistert mich seit geraumer Zeit Michael Schade: sein Don Ottavio ist m.E. phänomenal und er kann FW durchaus das Wasser reichen. "Un' aura amorosa" ("Cosi") ziehe ich der Wunderlich-Version manchmal sogar vor. Was den Liedersänger Wunderlich angeht, so ist er für mich durch niemanden zu toppen. Er ist und bleibt der herrlichste von allen.
Hallo Solitaire,
ich habe in einem anderen Thread schon mal Leopold Simoneau als meinen "LieblingsDonOttavio" erwähnt.
Inzwischen ist auf youtube ein Clip aufgetaucht :
Simoneau singt "Dalla sua pace"
In der Arie gefällt er mir durch sein subtileres und auch dynamisch variableres Singen besser als Wunderlich. Vergleiche zb mal die Passage ca ab 3:40-4:00 mit der entsprechenden Stelle bei der Wunderlichaufnahme, dann wird klar was ich meine. Ob einem das besser gefällt wie es Simomeau singt ist natürlich wieder ein bisserl Geschmacksache.
Was die Liedaufnahmen angeht kann ich deine Aussage für die "The Last Recital" CD aus Edinburgh schon nachvollziehen, speziell die Dichterliebe ist großartig gelungen. Aber was ist mit seinen Studioaufnahmen, zb "Die schöne Müllerin" (oder die anderen Schubertlieder) findest du die auch als "von niemanden zu toppen" wie du oben schreibst?
:hello Jimi
Solitaire (26.04.2008, 11:38): Hallo Jimi! Habe es gerade endlich geschafft, deinen Link anzuklicken. Wir hatten das Thema ja schonmal an anderer Stelle kurz: Simoneaus Gesang erinnert mich an den von Michael Schade (oder vielmehr: umgekehrt :) ) und ist psychologisch viellecht tatsächlich ein bißchen ausgefeilter und filigraner als Wunderlichs Version. Muß das noch mehrfach hören. um mir darüber klarzuwerdee. Jedenfalls ist es eine sehr, sehr, sehr schöne Version :down
Und auch, wenn das mit FW nur sehr am Rande zu tun hat, möchte ich jetzt wirklich mal eure Meinung hierzu hören: Klick Bitte Track 3 anklicken, darum geht es mir. Um es gleich zu sagen: obwohl ich ihn sehr verehre, hätte ich ihm das nicht zugetraut. Ich persönlich bin hingerissen, aber auch für einen gut begründeten Verriss offen :D
Jimi (22.05.2008, 20:48): Original von Solitaire
Und auch, wenn das mit FW nur sehr am Rande zu tun hat, möchte ich jetzt wirklich mal eure Meinung hierzu hören: Klick Bitte Track 3 anklicken, darum geht es mir. Um es gleich zu sagen: obwohl ich ihn sehr verehre, hätte ich ihm das nicht zugetraut. Ich persönlich bin hingerissen, aber auch für einen gut begründeten Verriss offen :D
Hallo Solitaire,
so vom ersten Eindruck hat mir die Bildnisarie von Villazon ganz gut gefallen, er sicher kein Mozart-Spezialist und hat auch noch nicht so viel auf deutsch gesungen, dafür find ich auch die Aussprache ganz ok. Ich wollte dann ein oder zwei andere Interpreten zum Vergleich hören, es ist dann ein wenig ausgeartet ich habe erst alle meine Aufnahmen der Bildnisarie gehört und dann noch ein paar von Youtube( insg. sicher mehr als 20). Beim den Vergleichen sind mir dann schon ein paar Details aufgefallen die mir bei Villazon noch verbesserungswürdig erscheinen. Ihn mit Mozart-Spezialisten zu vergleichen, die jahrelange Erfahrung mit der Zauberflöte haben(und Deutsch als Muttersprache) finde ich nicht sinnvoll, aber höre dir bitte mal Juan Diego Florez im Vergleich an:
Florez singt "Dies Bildnis..."
Achte mal zb auf die Stelle "Ich würde Sie voll entzücken... drücken, und ewig wäre Sie dann mein..." (bei Villazon ab 2.55, bei Florez ab 3:07) wie unterschiedlich die beiden Sänger die Phrasenenden "drücken" und "mein" gestalten. Villazon lässt die Töne an diesen Stellen unschön abreißen, bei Verismostücken stilistisch event. akzeptabel, bei Mozart für mich total daneben :ignore. Bei "und ewig" wirkt das "und" irgendwie überbetont, die ganze Phrase finde ich bei Florez(subjektiv) gefühlvoller. Das ging jetzt vielleicht ein bisserl ins Detail, aber eine Interpretation setzt sich nun man aus vielen Details zusammen. Wenn ich einfach nur sage ich finde die die oder die Aufnahme besser hat ja auch niemand was davon.
:hello Jimi
Solitaire (24.05.2008, 13:20): Hallo Jimi! Habe soeben Florez`Version gehört und mit Villazón verglichen. Keine Frage: Florez ist wunderbar, ein ganz großer Sänger, und wohl zur Zeit der beste seines Fachs. Ich gebe dir, nachdem ich beide Versionen direkt hintereinander gehört habe, recht: RVs Tamino klingt an den von dir genannten Stellen tatsächlich ein bißchen nach Rodolfo oder Cavaradossi :J Auf der anderen Seite mag ich seinen Stimmklang einfach sehr gern, ich habe viel übrig für diese dunkel gefärbten Tenorstimmen. Aber das ist natürlich reine Geschmackssache und sehr subjektiv. Bei Florez habe ich keine Sekunde bezweifelt, daß er Mozart singen, und zwar ganz wunderbar singen kann, bei Villazón war ich mir da keinesgwegs sicher, deshalb hat mich seine Aufnahme so überrascht. Vor allem habe ich erstaunt zur Kenntniss genommen, daß er hier seine sonst so oft überbordenden Emotionen durchaus zügelt, was mir in diesem Fall sehr gut gefällt. Ich würde jedenfalls beide Sänger sehr gerne einmal in einer Mozartrolle hören und hoffe, daß das irgendwann mal was wird. RV könnte ich mir gut als Don Ottavio vorstellen (war wohl auch schonmal geplant, hat aber nicht hingehauen, ob aus terminlichen oder anderen Gründen hat er im Interview nicht verraten :cool), Florez würde ich gerne als Belmonte hören. Villazón wird wohl 2010 Mozart singen, wie ich kürzlich irgendwo gelesen habe. Kann mich aber nicht mehr genau daran erinnern, welche Rolle. Ich glabue, Idomeneo. Gut gefallen hat mir bei beiden Sängern ihr Deutsch, trotz ihres Akzents.
*Tussimodus an* Ich finde den Akzent bei beiden ausgesprochen charmant :D*Tussimodus aus*
Amadé (05.08.2008, 21:15): Hallo Solitaire,
mir ist keine Aufnahme vom Mozartschen Requiem mit Wunderlich bekannt. Er hat allerdings im Requiem mitgewirkt, z. B. am 22.06.1958 unter Hans Müller-Kray und dem SdR-Chor und Orchester im Kloster Ottobeuren. Ich denke, das ist aufgenommem und gesendet worden. Oder bei den Berliner Philharmonikern unter HvK 30./31.1 u. 01.02. 1960. Ich vermute, dass in nicht so weiter Zukunft ein MItschnitt herauskommt.
Grüße Amadé
Mime (06.08.2008, 17:14): Original von Amadé Hallo Solitaire,
mir ist keine Aufnahme vom Mozartschen Requiem mit Wunderlich bekannt. Er hat allerdings im Requiem mitgewirkt, z. B. am 22.06.1958 unter Hans Müller-Kray und dem SdR-Chor und Orchester im Kloster Ottobeuren. Ich denke, das ist aufgenommem und gesendet worden. Oder bei den Berliner Philharmonikern unter HvK 30./31.1 u. 01.02. 1960. Ich vermute, dass in nicht so weiter Zukunft ein MItschnitt herauskommt.
Grüße Amadé
Eine offiziell von Melodram herausgebrachte Aufnahme des Mozart-Requiems ist der Live-Mitschnitt von den Salzburger Festspielen am 24.8.1960 mit Leontyne Price, Hilde Rössl-Majdan, Fritz Wunderlich und Walter Berry, dem Wiener Singverein und den Wiener Philharmonikern unter Herbert von Karajan :hello
Mime (06.08.2008, 17:20): Zu den außergewöhnlich gut gelungenen Aufnahmen und daher für eine Best of...CD prädestiniert ist auch das Duett Hermann-Lisa aus Pique Dame von Tschaikowski. :down Als Lisa wirkte Melitta Muszely mit.
Solitaire (06.08.2008, 18:01): @Mime Danke für die Infos! Muszely mag ich ohnehin sehr. Ich kenne sie als Violetta und finde, daß sie sich hinter heutigen Interpretinnenn dieser Rolle absolut nicht zu verstecken braucht! Sie ist auch eine der Interpretinnen in Felsensteins "Hoffmann", der im Rahmen der sauteuren Felsenstein-Edition auf DVD erschienen ist. Ich hatte daß Ding gestern bei Saturn in Köln mal wieder in der Hand, aber 300 Euro sind eine Menge Schotter... X(
Amadé (07.08.2008, 10:19): Wer sich mit Ausschnitten zufrieden gibt greife zu dieser CD, die vielleicht gerade noch zu haben ist:
Eugen: Was auch geschehen mag Sie schrieben mir Wohin seid ihr entschwunden Mein Feind! Ein jeder kennt die Lieb auf Erden Ist dies denn wirklich die Tatjana? O bang ist mir um's Herz
Pique Dame: Voll Unruh' all mein Sehnen Ich muss sie sprechen Als DEine Liebe Du mir schenktest Bald ist es Mitternacht Wenn mir der Glockenschlag Gewissheit gibt
Mir gefällt die Scheibe ausgezeichnet!
Grüße Amadé
Kantate (20.08.2008, 21:07): Ist ja hoch interessant, über Wunderlich zu lesen! - Warum trifft das Schicksal immer nur die besonders Guten? - Stimmt es denn, dass er damals beim Treppensturz betrunken war? Und dann lese ich, dass er 3 Kinder hatte. Was ist aus ihnen geworden? Sind sie ins Musikfach eingestiegen? Ist da etwas bekiannt?
Ich habe "Die schöne Müllerin" von ihm auf Schallplatte! Eine Kostbarkeit!
Musikalische Grüße,
Kantate :wink
Solitaire (20.08.2008, 21:46): Naja, der gute Fritz war wohl damals mit Freunden zum Jagen verabredet und hat am Vorabend noch mit ihnen zusammengesessen, da wird schon der eine oder andere Enzian geflossen sein (oder was immer man so trinkt ehe man unschuldige Tiere abknallt), aber sturzbesoffen war er wohl nicht. Er hat aber angeblich seine Schnürsenkel nicht gescheit zugebunden und ist darüber gestolpert :B Mein Mann hat diese Unart auch, ich warne ihn immer: "Denk an Fritz Wunderlich!!!" :D Ob seine Kinder was mit Musik zu tun haben weiß ich nicht, auf jeden Fall, haben sie in den letzten Jahren wohl auch zum Wunderlich-Revival beigetragen, in dem sie z.B. bisher unzugängliche Aufnahmen von ihm freigegeben haben. Ich glaube ein Sohm hat was mit Film zu tun, jedenfalls war er an dem Dokumentarfilm über Wunderlich (den ich sehr empfehlen kann!) beteiligt, der vor einiger Zeit auf ARTE lief und mittlerweile auf DVD zu haben ist.
Kantate (20.08.2008, 22:34): Schönen Dank, Solitaire, für die Beantwortung meiner Frage! - Habe gerade ein bisschen gegooglet, um über seine Töchter und den Sohn vielleicht etwas zu lesen, bin aber nicht weit gekommen.
Liebe Grüße,
Kantate :wink
Carola (20.08.2008, 22:56): Original von Tranquillo Original von Solitaire Die ergreifend schönen Beispiele seiner Kunst in der geistlichen Musik gehören nicht auf solch einen Sampler, und verdienen eine eigene CD, die es ja zum Glück auch gibt. Hallo Solitaire,
hast Du da ein Cover parat? Ich habe mir vor einiger Zeit eine Aufnahme von Bachs Matthäus-Passion gekauft, wo Wunderlich die Tenor-Arien singt (den Evangelisten singt Peter Pears, der nicht so unbedingt mein Fall ist - ausserdem wirkt ein Evangelist mit englischem Akzent schon fast unfreiwillig komisch) und war von diesen Arien begeistert.
Viele Grüsse Andreas
Bei dieser Aufnahme des Weihnachtsoratoriums aus den Sechzigern singt Wunderlich den Evangelisten
- allein schon wegen ihm lohnt sich der Kauf dieser Aufnahme (die ansonsten durchaus ihre Schattenseiten hat). Aber Wunderlich ist wirklich klasse - wie der die Arie "Ich will nur dir zu Ehren leben" singt, das habe ich so schön noch von niemandem gehört.
Dies ist aber auch schon die einzige Wunderlich-Aufnahme, die ich habe. Er hat ja wohl hauptsächlich Opern gesungen - nichts für mich. Und auch mit dem Verdi-Requiem kann ich leider nichts anfangen.
Gruß, Carola
Carola (20.08.2008, 23:06): Original von Tranquillo Original von Solitaire Die ergreifend schönen Beispiele seiner Kunst in der geistlichen Musik gehören nicht auf solch einen Sampler, und verdienen eine eigene CD, die es ja zum Glück auch gibt. Hallo Solitaire,
Da ist laut jpc auch die von mir erwähnte Arie aus dem Weihnachtsoratorium mit drauf.
Gruß, Carola
Solitaire (21.08.2008, 07:06): Hallo Carola! Ja, die "Sacred Arias" habe ich, das Weihnachtsoratorium mit ihm kenne ich nur in Auszügen. Was das Verdi-Requiem angeht: Wunderlich ist toll, die übrigen Solsiten gefallen mir auch, allerdings sind die Chöre manchmal schon etwas brav. Das habe ich schon gruseliger, leidenschaftlicher, beeindruckender gehört. Trotzdem, allein wegen Wunderlich ist diese Aufnahme eigentlich Pflicht. Wer es mit der Oper nicht so hat und wem Bach zu fromm ist, dem empfehle ich den Liedersänger Wunderlich :down :down :down
In einem anderen Forum (jaja, du sollst keine anderen Foren haben neben mir, war aber auch nicht das verbotene Forum...:D) Habe ich mich gestern sehr darüber aufgeregt, daß man versucht hat, Jonas Kaufmann als "neuen Wunderlich" zu vermarkten. Niemand ist der neue Wunderlich, nicht Juan Diego Florez, nicht der von mir sonst ja nach wie vor überaus geschätze Rolando Villazón, nicht mal der wunderbare Michael Schade. Aber schon gar nicht Mr. ich-weiß-nicht-ob-ich-Bariton-oder-Tenor-sein-will-Jonas-Kaufmann. X(
Carola (21.08.2008, 09:44): Original von Solitaire Hallo Carola!
Wer es mit der Oper nicht so hat und wem Bach zu fromm ist, dem empfehle ich den Liedersänger Wunderlich :down :down :down
Hallo Solitaire,
ich habe es mit der Oper im allgemeinen und Verdi im besonderen leider gar nicht. Da ich zu denen gehöre, denen Bach nicht "zu fromm" ist, freue ich mich natürlich, dass er damals die Aufnahme mit dem Weihnachtsoratorium gemacht hat. Aber auch der Liedersänger Wunderlich ist sicher eine Beschäftigung wert...
Gruß, Carola
Tranquillo (21.08.2008, 10:39): Original von Carola Bei dieser Aufnahme des Weihnachtsoratoriums aus den Sechzigern singt Wunderlich den Evangelisten
- allein schon wegen ihm lohnt sich der Kauf dieser Aufnahme (die ansonsten durchaus ihre Schattenseiten hat). Aber Wunderlich ist wirklich klasse - wie der die Arie "Ich will nur dir zu Ehren leben" singt, das habe ich so schön noch von niemandem gehört. Liebe Carola,
vielen Dank für den Hinweis auf diese Aufnahme. Ich war von den Tenor-Arien, die Wunderlich in der Münchinger-Aufnahme der Matthäus-Passion gesungen hat, tief beeindruckt. Das klingt so ausdrucksstark und trotzdem natürlich und völlig ungekünstelt, als könne es gar nicht anders sein...
Übrigens gehöre auch ich zu denjenigen, denen Bach nicht "zu fromm" ist und die mit Oper (besonders der italienischen) eher wenig anfangen können.
Viele Grüsse Andreas
Carola (21.08.2008, 11:50): Original von Tranquillo
Übrigens gehöre auch ich zu denjenigen, denen Bach nicht "zu fromm" ist und die mit Oper (besonders der italienischen) eher wenig anfangen können.
Viele Grüsse Andreas
Schön zu lesen! :beer
Gruß, Carola
Solitaire (21.08.2008, 13:19): Mir ist Bach auch nicht zu fromm. Höchstens manchmal zu schwer :D Mir rutscht bei Chorproben auch ab und an schon mal ein "Mistkerl" raus, wenn er sich mal wieder irgendwelche Teufeleien für Chorsopran ausgedacht hat. Noch so ein Wunder bei Wunderlich: der singt, als ob es nix einfacheres auf der welt gäbe!
Tranquillo (21.08.2008, 14:22): Original von Solitaire Mir rutscht bei Chorproben auch ab und an schon mal ein "Mistkerl" raus, wenn er sich mal wieder irgendwelche Teufeleien für Chorsopran ausgedacht hat. Bach behandelt die Chorstimmen oft wie Instrumente. Schau Dir mal z. B. einen Chorsatz von Palestrina an und dann eine Motette von Bach, und Du wirst das sofort sehen.
Noch so ein Wunder bei Wunderlich: der singt, als ob es nix einfacheres auf der welt gäbe! Genau - man kommt gar nicht auf die Idee, dass da irgendetwas schwierig sein könnte.
Viele Grüsse Andreas
Solitaire (26.09.2010, 10:45):
Fritz Wunderlich 26.9.1930 - 17.9.1966
Alles Gute zum Achtzigsten, wo immer du sein magst.
Mime (26.09.2010, 18:41): Du holde Kunst...
dem unsterblichen Sänger sei dies Lied geweiht; wenn immer ich seine Stimme höre, weiss ich: ER LEBT!
Und so gratuliere auch ich ganz herzlich zum 80 Geburtstag!
:down :down :down
Solitaire (26.09.2010, 20:56): Im Teatro Solitaire wird gleich der letzte Liederabend aufgelegt. Und der Sekt ist auch schon kalt gestellt. Und ja: er lebt. Grüße von einem Bewunderer zum anderen :beer