Geheime Leidenschaften

cellodil (11.01.2007, 10:53):
Auch wenn das hier viele nicht nachvollziehen werden können, ich liebe ganz unterschiedliche Arten von Musik. Popmusik, Reggae, Jazz, auch deutsche Musik. Ich finde, das ist auch normal als Jugendlicher.

Diese Äußerung von Martin (Hervorhebung von mir) in einem anderen Thema hat mir doch sehr zu denken gegeben....

Sind wir wirklich allesamt so im Kästchendenken, im Kästchenhören oder - schlimmer noch - im Kästchenleben verhaftet? Kann ich mir kaum vorstellen...

Zumindest scheinen wir jedoch den Anschein zu erwecken (was freilich in diesem Forum auch ein bisschen in der Natur der Sache liegt)

Ich bekenne mich hier als Kraut-und-Rüben-Hörer. Ich gestehe: Ich höre hin und wieder immer noch Frank Zappa. Und ich höre auch gerne Jazz. Manchmal auch populär Neuzeitliches. Und vor ein paar Jahren war ich sogar mal wieder bei einem Punk-Konzert...

Deshalb (quasi gänzlich off-topic) meine Frage an Euch: Wie sieht's denn mit Euren "geheimen" Hörgenüssen aus???

Neugierig

Sabine
Rachmaninov (11.01.2007, 10:59):
@Cellodil,

die Aussage von Martin ist mir gestern auch aufgefallen.

Also, ich bin ebenfalls nicht auf klassische Musik "reduziert".
Wäre auch viel zu schade, da fast alle Arten der Musik ihren Reiz haben und wunderbare Werke verbinden.

So höre ich alles außer "volkstümliche Musik"
Die werde ich erst hören wenn Demenz und Alzheimer meine besten Freunde sind :haha
Gerion (11.01.2007, 11:05):
@Rachamninov: Nö, also wenn ich dement und alzheimerig werde, höre ich die ganzen großen Klassikwerke einfach nochmal von vorn! :D
Rachmaninov (11.01.2007, 11:35):
Original von Gerion
@Rachamninov: Nö, also wenn ich dement und alzheimerig werde, höre ich die ganzen großen Klassikwerke einfach nochmal von vorn! :D

Täglich eine neue Entdeckung :beer
satie (11.01.2007, 13:23):
Original von Rachmaninov
Original von Gerion
@Rachamninov: Nö, also wenn ich dement und alzheimerig werde, höre ich die ganzen großen Klassikwerke einfach nochmal von vorn! :D

Täglich eine neue Entdeckung :beer

Hattet Ihr das nicht erst gestern in einem anderen Thread geschrieben??

Nein, Spaß beiseite. Oder gerade nicht! Ich habe mit Jazz angefangen, vor allem Freejazz. Ich schätze Muhal Richard Abrams, Sun Ra, Ornette Coleman, Cecil Taylor und andere noch immer sehr. Gerne höre ich auch die großen Jazzpianisten wie Thelonious Monk, Art Tatum. Besonders gerne habe ich auch Nina Simone und Sarah Vaughan (letztere vor allem mit den ganz späten Aufnahmen! Eine Frau mit einem Tonumfang von Bass bis Mezzo! Einfach nur noch scharf.). Dann bin ich ein ganz großer Fan von Tom Waits. Auf Roch- und Pop-Konzerte gehe ich nicht gerne, weil es mir einfach zu laut ist. Meine Lauscher sind zu empfindlich. Aber Joe Cocker habe ich schon live gehört (ganz toll!). Von den härteren Sachen gefällt mir HIM sehr gut, vor allem dieses eine Album, bei dem so viel Cello vorkommt. Der Titel ist mir gerade entfallen. Mitunter gibt es auch schöne Punknummern (vor kurzem habe ich eine englische Band gehört, die eine Neuflage von "Hurra.hurra, die Schule brennt" gemacht hat. Sehr witzig).
Was ich nicht hlöre, noch nicht mal für Geld: Schlager und Mucke a la Karl Moik. Da geht es mir wie Richard.
Sehr sehr gerne und oft aber höre ich traditionelle Volksmusik aus allen Teilen der Welt. Ich kenne recht viel indische Musik (Dhrupad-Gesang) und Gamelan-Musik (vor allem balinesische) und natürlich chinesische Musik (hier fasziniert mich vor allem die Qin). In Cairo habe ich das Nil-Ensemble live in einem Privatkonzert gehört und war ebenfalls total hingerissen. Dann habe ich durch einen Bekannten die türkische Baglama kennengelernt (auch Saz genannt, eine Art Langhalslaute). Da bin ich mehr als offen, und ich habe jetzt begonnen, meine Ethnomusik-Sammlung zu erweitern.

Viele Grüße
S A T I E
Walter (11.01.2007, 13:52):
Danke Sabine!

das lag mir so ähnlich auch am Herzen - und endlich mal ein Faden bei dem ich auch ganz locker mal mitreden kann.

Ich halte mich immer offen für (musikalische) Entdeckungen. Was mir am meisten Spass macht, ist neues Verständnis zu entwickeln für Etwas, was ich vorher nicht verstanden habe und auch nicht geniessen konnte.

Das geht mir schon in der Musik immer so, aber auch in vielen anderen Bereichen des Lebens. Mit 14 hörte ich gerne Beatles (auch noch heute gelegentlich) und bekam das "Weisse" Album geschenkt. Harter Stoff für einen 14 jährigen - nach einiger Zeit verstand ich die Musik besser.
Später interessierte ich mich immer mehr für Jazz. Kaum jemand in meiner Umgebung konnte das nachvollziehen. Auch da begann ich mit den leichteren Drogen - Als Beispiel: Miles Davis / Kind of Blue - dagegen gibt es von dem gleichen Herrn ein Werk "Biches Brew" das dann dem Hörer doch wesentlich mehr abverlangt.

Seit nunmehr 2-3 Jahren höre ich immer mehr klassische Musik. Irgendwie geht es mir hier wieder wie im Jazz. Ich fange mit der leichteren Kost an (dabei ist das individuell sehr verschieden was man so als leichte Kost versteht) und mit der Zeit erschliessen sich mir immer mehr Details und ich erfreue mich an Stücken, die ich früher nicht verstanden habe.

Das ist so ein klein wenig wie in der Mathematik - da gibt es in der Strömungslehre eine Gleichung, die zeigt, dass bei kompressiblen Medien durch Verengung des Querschnittes die Strömungsgeschwindigkeit so lange steigt, bis das Medium Schallgeschwindigkeit erreicht. Danach, und das kann ich jedenfalls nur mit dieser Gleichung nachvollziehen, lässt sich die Geschwindigkeit durch eine Vergrösserung des Querschnittes weiter steigern. Um die "Schönheit" dieser Gleichung zu verstehen, muss man sich erst mal eine Zeit lang mit Mathematik beschäftigen.

Manche nennen diesen Prozess Lernen - ich finde Entdecken trifft die Sache auch ganz gut.
Heute Abend gehts wieder auf Entdeckungsreise!


Gruss,
Jeremias (11.01.2007, 15:39):
Auch ich bekenne mich schuldig im Sinne der anklage! Meine große Liebe ist seit vielen Jahren ABBA, dazu höre ich auch gerne mal nachts WDR4 (Musik zum Träumen), jetzt seit einiger Zeit auch persische Musik und im März besuche ich ein Konzert von Joan Baez.....
cellodil (11.01.2007, 16:33):
Original von Walter
Das ist so ein klein wenig wie in der Mathematik - da gibt es in der Strömungslehre eine Gleichung, die zeigt, dass bei kompressiblen Medien durch Verengung des Querschnittes die Strömungsgeschwindigkeit so lange steigt, bis das Medium Schallgeschwindigkeit erreicht. Danach, und das kann ich jedenfalls nur mit dieser Gleichung nachvollziehen, lässt sich die Geschwindigkeit durch eine Vergrösserung des Querschnittes weiter steigern. Um die "Schönheit" dieser Gleichung zu verstehen, muss man sich erst mal eine Zeit lang mit Mathematik beschäftigen.

Lieber Walter,

ein hinreißender Vergleich, bei dem ich, da meine höheren Weihen in Sachen Mathematik doch ein paar Tage zurückliegen, freilich eher ahne, denn verstehe, worauf das Ganze rausläuft.

Original von Walter
Ich fange mit der leichteren Kost an (dabei ist das individuell sehr verschieden was man so als leichte Kost versteht) und mit der Zeit erschliessen sich mir immer mehr Details und ich erfreue mich an Stücken, die ich früher nicht verstanden habe.
(...)
Manche nennen diesen Prozess Lernen - ich finde Entdecken trifft die Sache auch ganz gut.

Ich denke, Du sprichst hier etwas ganz Wichtiges an. Weil diese Lust am Entdecken, sich auf Ungewohntes einzulassen, sich etwas Unvertrautem zu nähern, die Welt (musikalisch oder auch sonst) weiter und bunter werden zu lassen, ist - glaube ich - etwas ganz, ganz Wichtiges. Und manchmal öffnen sich dann ja wirklich plötzlich und unerwartet Türen, die einem bislang verschlossen waren.

In diesem Sinne wünsche ich Dir und und allen viel Freude bei unseren "Entdeckungsreisen".

Herzliche Grüße

Sabine

P.S.
@Richard
Wieso hast Du uns denn ins Hinterzimmer verlegt?
Rachmaninov (11.01.2007, 16:36):
@Cellodil,

da ich dachte dies sind doch die "geheinen Leidenschaften" der Forianer bzgl. anderen Musik als der klassischen. Oder? :wink
cellodil (11.01.2007, 17:58):
Lieber Richard,

und Du meinst, die sollten wir lieber verstecken? Monster verschwinden nicht, wenn man sie in den Keller sperrt...

Grüße

Sabine
Martin (11.01.2007, 22:27):
Da ich ja nun quasi der passive Urheber dieses Threads bin, wollte ich mich mal kurz zum meinem Zitat äußern.
Ich wollte damit keineswegs sagen, dass ihr alle völlig verstaubte Nur-Klassik-Hörer seid. Es ist mir nur, als ich noch unangemeldet hier gelesen habe, aufgefallen, dass öfter gegen bspw. Popmusik gewettert wurde. Mal weniger heftig, mal aber doch vehement.
Wenn ich Popmusik oder andere "leichtere" Musikarten höre, gehe ich schon mit einem ganz anderen Anspruch an die Sache ran. Also nehmt das nicht zu persönlich, ich wollte euch in keine Schublade stecken. :)
embe (11.01.2007, 23:13):
Hallo,
ich oute mich auch mal.
Manche Filmmusik hats mir angetan.
Auch Jazz, überwiegend was so auf dem Label ECM produziert wird und wurde...Keith Jarrett finde ich z.B. begnadet oder Pat Metheny. :down
Bigbandsound etwa Count Basie oder Ellington usw...
Alte Rock und Pop Bands wie Alan Parsons Project, Queen, Van Morrison oder Irish/Scottish angehauchter Folk/Rock/Pop wie auch immer...
Silly Wizzards, Tannahill Weavers, Clannad, Chieftains usw....

Jo, auch Randgebiete wie Gregorianik, elektronische Musik...

Eben alles was mir gefällt. :D

Gruß
embe
cellodil (11.01.2007, 23:31):
Original von Martin
Da ich ja nun quasi der passive Urheber dieses Threads bin, wollte ich mich mal kurz zum meinem Zitat äußern.
Ich wollte damit keineswegs sagen, dass ihr alle völlig verstaubte Nur-Klassik-Hörer seid. Es ist mir nur, als ich noch unangemeldet hier gelesen habe, aufgefallen, dass öfter gegen bspw. Popmusik gewettert wurde. Mal weniger heftig, mal aber doch vehement.
Wenn ich Popmusik oder andere "leichtere" Musikarten höre, gehe ich schon mit einem ganz anderen Anspruch an die Sache ran. Also nehmt das nicht zu persönlich, ich wollte euch in keine Schublade stecken. :)

Lieber Martin,

ich wollte Dir damit, dass ich Dich hier zitiert habe, nicht den Eindruck vermitteln, dass Du Dich für irgend etwas rechtfertigen oder entschuldigen müsstest. Ich bin nur über diese Formulierung von Dir, bzw. über das, was darin anklingt, gestolpert und dachte, dass ich da doch gerne mal in der Runde ein- und nachhaken würde.

Also: Bitte keine schlaflosen Nächte!

Grüße

Sabine
ab (12.01.2007, 12:03):
Ich habe einen ähnlichen Werdegang wie Satie. Über insbesondere den Hard- und Artrock meiner frühen Jugendtage (ich war Fan von Richie Blackmoores Rainbow, dem frühe Gary Moore, dann Emerson Lake & Palmer sowie Yes, später dem Franzosen Jacques Higelin und schließlich auch Prince bis zum Blackalbum) bin nämlich auch ich rasch zum Jazz gekommen, und dort schnell zum Freejazz, aber dann insbesondere die s.g. New Yorker Avantgarde, die damals nicht nur danke des wunderbaren Labels JMT, sondern auch viel im Konzert zu hören war. (Tim Berne, Marc Dresser, Marc Feldman, Joey Baron) Sanfteres betreffend, war mein Lieblingstrompeter stets Palle Mikkelborg, der ja auch mit dem ausdrucksstarken Dino Saluzzi zusammengearbeitet hat. Als Piansiten (wenn leider auch sehr oft nicht ihre Kompositionen) mag ich immer gerne den Anschlag von Gari Allen oder Kenny Barron. Viel Spaß bereitet mir Miles Davies Konzert-Jazzrock-Alben nach Bitches Brew. Coltrane kann mir heute noch Kopfweh vertreiben.

Vom free-mäßigen Jazz war es ein Katzensprung zur Musik des 2o. Jahrunderts. Erst von dort bin ich langsam zurückgeschritten. Das letzte war aber die Romantik, die ich mir - zunächst Dank des Liedgesangs - erschlossen habe.

Leider ist inzwischen der Popbereich unüberschaubar geworden - und somit habe ich dort nicht jene Ahnung, die ich gerne hätte; nicht einmal mehr die vielen Bezeichnungsweisen neuer Stile sind mir geläufig, fast eine Schande... Auch vom Jazz habe ich immer mehr mein Interesse abgzogen, weil das Gros der aktuellen Alben einfach steril sind, also Noten statt Musik erklingt. Bei der Klassik seint mir das noch (?) etwas besser zu sein.

Jazz, Pop und Klassik (als Dreiteilung im weitensten Sinne) spricht ganz unterschiedliche Bereiche des Menschen an und daher hängt es von meiner Stimmung ab, wonach mir verlangt. Jedenfalls ist Musik mein Lebenselexier und mein Kraftspender zu allen Zeiten.

Geheime Leidenschaften pflege ich nicht, höchstens private.
LazarusLong (12.01.2007, 14:53):
Wie so oft stimmungsabhängig:

Immer wieder gerne:
Blues von Miles Davis über Gary Moore zu Saffire, gerne auch mal Blu Cantrell oder Norah Jones, Ella sowieso und Satchmo ebenfalls.

Bekennender Queen und Genesisfan

Folk aus dem südamerikanischen Bereich, Irish folk (Chieftains, Dubliners u.a.)

Vereinzelt aktuelle Popmusik, sofern sie Unterscheidungsmerkmale zu dem "Deutschland sucht ..." Einheitsbrei aufweist

Eher selten aber dann laut und mit Genuß:
AC/DC, Pink, Ärzte, Aerosmith

Mit Reinhard Mey und Westernhagen habe ich angefangen Guitarre zu lernen.

Aus dem Jazz Bereich Cesaria Ivoria, Kasia Klich, Anna Maria Jopek, Edyta Gorniak etc. Es gibt hier in Polen eine sehr aktive und populäre Jazzszene.

Überhaupt nicht:

Karl Moik und Co. - Das ist der Grund warum ich meine Eltern so selten besuche

Free Jazz - Hat auf mich die selbe Wirkung wie zB Schostakovich - Ich verstehe ihn nicht und bekomme Kopfschmerzen.

Trashmetal und alle Abarten, dh. Musik, die ich als mehr oder weniger organisierte Körperverletzung empfinde.

Sorry, ich kann bei mir wirklich keine echte Linie entdecken, ich vermisse sie allerdings auch nicht.

Frank
uhlmann (12.01.2007, 17:01):
ich habe keine geheimen leidenschaften, nur öffentliche.

neben klassik höre ich gerne:
- jazz aller art
- downtempo (passt perfekt zu einer gepflegten tröte)
- frank zappa (yeah baby, yeah!)
- melissa etheridge (die mag ich schon immer...)
- am rande pop und etwas metal
- absolut nie volkstümliches (uuaarrgghhh!)

was noch niemand weis: ich habe ein faible für box-sets. diese kleinen schnuckeligen, dicken dinger mit vielen cd's drinnen mag ich einfach. wenn dann das cover noch schön gestaltet ist, bin ich fast im himmel :D
cellodil (11.01.2007, 10:53):
Auch wenn das hier viele nicht nachvollziehen werden können, ich liebe ganz unterschiedliche Arten von Musik. Popmusik, Reggae, Jazz, auch deutsche Musik. Ich finde, das ist auch normal als Jugendlicher.

Diese Äußerung von Martin (Hervorhebung von mir) in einem anderen Thema hat mir doch sehr zu denken gegeben....

Sind wir wirklich allesamt so im Kästchendenken, im Kästchenhören oder - schlimmer noch - im Kästchenleben verhaftet? Kann ich mir kaum vorstellen...

Zumindest scheinen wir jedoch den Anschein zu erwecken (was freilich in diesem Forum auch ein bisschen in der Natur der Sache liegt)

Ich bekenne mich hier als Kraut-und-Rüben-Hörer. Ich gestehe: Ich höre hin und wieder immer noch Frank Zappa. Und ich höre auch gerne Jazz. Manchmal auch populär Neuzeitliches. Und vor ein paar Jahren war ich sogar mal wieder bei einem Punk-Konzert...

Deshalb (quasi gänzlich off-topic) meine Frage an Euch: Wie sieht's denn mit Euren "geheimen" Hörgenüssen aus???

Neugierig

Sabine
Rachmaninov (11.01.2007, 10:59):
@Cellodil,

die Aussage von Martin ist mir gestern auch aufgefallen.

Also, ich bin ebenfalls nicht auf klassische Musik "reduziert".
Wäre auch viel zu schade, da fast alle Arten der Musik ihren Reiz haben und wunderbare Werke verbinden.

So höre ich alles außer "volkstümliche Musik"
Die werde ich erst hören wenn Demenz und Alzheimer meine besten Freunde sind :haha
Gerion (11.01.2007, 11:05):
@Rachamninov: Nö, also wenn ich dement und alzheimerig werde, höre ich die ganzen großen Klassikwerke einfach nochmal von vorn! :D
Rachmaninov (11.01.2007, 11:35):
Original von Gerion
@Rachamninov: Nö, also wenn ich dement und alzheimerig werde, höre ich die ganzen großen Klassikwerke einfach nochmal von vorn! :D

Täglich eine neue Entdeckung :beer
satie (11.01.2007, 13:23):
Original von Rachmaninov
Original von Gerion
@Rachamninov: Nö, also wenn ich dement und alzheimerig werde, höre ich die ganzen großen Klassikwerke einfach nochmal von vorn! :D

Täglich eine neue Entdeckung :beer

Hattet Ihr das nicht erst gestern in einem anderen Thread geschrieben??

Nein, Spaß beiseite. Oder gerade nicht! Ich habe mit Jazz angefangen, vor allem Freejazz. Ich schätze Muhal Richard Abrams, Sun Ra, Ornette Coleman, Cecil Taylor und andere noch immer sehr. Gerne höre ich auch die großen Jazzpianisten wie Thelonious Monk, Art Tatum. Besonders gerne habe ich auch Nina Simone und Sarah Vaughan (letztere vor allem mit den ganz späten Aufnahmen! Eine Frau mit einem Tonumfang von Bass bis Mezzo! Einfach nur noch scharf.). Dann bin ich ein ganz großer Fan von Tom Waits. Auf Roch- und Pop-Konzerte gehe ich nicht gerne, weil es mir einfach zu laut ist. Meine Lauscher sind zu empfindlich. Aber Joe Cocker habe ich schon live gehört (ganz toll!). Von den härteren Sachen gefällt mir HIM sehr gut, vor allem dieses eine Album, bei dem so viel Cello vorkommt. Der Titel ist mir gerade entfallen. Mitunter gibt es auch schöne Punknummern (vor kurzem habe ich eine englische Band gehört, die eine Neuflage von "Hurra.hurra, die Schule brennt" gemacht hat. Sehr witzig).
Was ich nicht hlöre, noch nicht mal für Geld: Schlager und Mucke a la Karl Moik. Da geht es mir wie Richard.
Sehr sehr gerne und oft aber höre ich traditionelle Volksmusik aus allen Teilen der Welt. Ich kenne recht viel indische Musik (Dhrupad-Gesang) und Gamelan-Musik (vor allem balinesische) und natürlich chinesische Musik (hier fasziniert mich vor allem die Qin). In Cairo habe ich das Nil-Ensemble live in einem Privatkonzert gehört und war ebenfalls total hingerissen. Dann habe ich durch einen Bekannten die türkische Baglama kennengelernt (auch Saz genannt, eine Art Langhalslaute). Da bin ich mehr als offen, und ich habe jetzt begonnen, meine Ethnomusik-Sammlung zu erweitern.

Viele Grüße
S A T I E
Walter (11.01.2007, 13:52):
Danke Sabine!

das lag mir so ähnlich auch am Herzen - und endlich mal ein Faden bei dem ich auch ganz locker mal mitreden kann.

Ich halte mich immer offen für (musikalische) Entdeckungen. Was mir am meisten Spass macht, ist neues Verständnis zu entwickeln für Etwas, was ich vorher nicht verstanden habe und auch nicht geniessen konnte.

Das geht mir schon in der Musik immer so, aber auch in vielen anderen Bereichen des Lebens. Mit 14 hörte ich gerne Beatles (auch noch heute gelegentlich) und bekam das "Weisse" Album geschenkt. Harter Stoff für einen 14 jährigen - nach einiger Zeit verstand ich die Musik besser.
Später interessierte ich mich immer mehr für Jazz. Kaum jemand in meiner Umgebung konnte das nachvollziehen. Auch da begann ich mit den leichteren Drogen - Als Beispiel: Miles Davis / Kind of Blue - dagegen gibt es von dem gleichen Herrn ein Werk "Biches Brew" das dann dem Hörer doch wesentlich mehr abverlangt.

Seit nunmehr 2-3 Jahren höre ich immer mehr klassische Musik. Irgendwie geht es mir hier wieder wie im Jazz. Ich fange mit der leichteren Kost an (dabei ist das individuell sehr verschieden was man so als leichte Kost versteht) und mit der Zeit erschliessen sich mir immer mehr Details und ich erfreue mich an Stücken, die ich früher nicht verstanden habe.

Das ist so ein klein wenig wie in der Mathematik - da gibt es in der Strömungslehre eine Gleichung, die zeigt, dass bei kompressiblen Medien durch Verengung des Querschnittes die Strömungsgeschwindigkeit so lange steigt, bis das Medium Schallgeschwindigkeit erreicht. Danach, und das kann ich jedenfalls nur mit dieser Gleichung nachvollziehen, lässt sich die Geschwindigkeit durch eine Vergrösserung des Querschnittes weiter steigern. Um die "Schönheit" dieser Gleichung zu verstehen, muss man sich erst mal eine Zeit lang mit Mathematik beschäftigen.

Manche nennen diesen Prozess Lernen - ich finde Entdecken trifft die Sache auch ganz gut.
Heute Abend gehts wieder auf Entdeckungsreise!


Gruss,
Jeremias (11.01.2007, 15:39):
Auch ich bekenne mich schuldig im Sinne der anklage! Meine große Liebe ist seit vielen Jahren ABBA, dazu höre ich auch gerne mal nachts WDR4 (Musik zum Träumen), jetzt seit einiger Zeit auch persische Musik und im März besuche ich ein Konzert von Joan Baez.....
cellodil (11.01.2007, 16:33):
Original von Walter
Das ist so ein klein wenig wie in der Mathematik - da gibt es in der Strömungslehre eine Gleichung, die zeigt, dass bei kompressiblen Medien durch Verengung des Querschnittes die Strömungsgeschwindigkeit so lange steigt, bis das Medium Schallgeschwindigkeit erreicht. Danach, und das kann ich jedenfalls nur mit dieser Gleichung nachvollziehen, lässt sich die Geschwindigkeit durch eine Vergrösserung des Querschnittes weiter steigern. Um die "Schönheit" dieser Gleichung zu verstehen, muss man sich erst mal eine Zeit lang mit Mathematik beschäftigen.

Lieber Walter,

ein hinreißender Vergleich, bei dem ich, da meine höheren Weihen in Sachen Mathematik doch ein paar Tage zurückliegen, freilich eher ahne, denn verstehe, worauf das Ganze rausläuft.

Original von Walter
Ich fange mit der leichteren Kost an (dabei ist das individuell sehr verschieden was man so als leichte Kost versteht) und mit der Zeit erschliessen sich mir immer mehr Details und ich erfreue mich an Stücken, die ich früher nicht verstanden habe.
(...)
Manche nennen diesen Prozess Lernen - ich finde Entdecken trifft die Sache auch ganz gut.

Ich denke, Du sprichst hier etwas ganz Wichtiges an. Weil diese Lust am Entdecken, sich auf Ungewohntes einzulassen, sich etwas Unvertrautem zu nähern, die Welt (musikalisch oder auch sonst) weiter und bunter werden zu lassen, ist - glaube ich - etwas ganz, ganz Wichtiges. Und manchmal öffnen sich dann ja wirklich plötzlich und unerwartet Türen, die einem bislang verschlossen waren.

In diesem Sinne wünsche ich Dir und und allen viel Freude bei unseren "Entdeckungsreisen".

Herzliche Grüße

Sabine

P.S.
@Richard
Wieso hast Du uns denn ins Hinterzimmer verlegt?
Rachmaninov (11.01.2007, 16:36):
@Cellodil,

da ich dachte dies sind doch die "geheinen Leidenschaften" der Forianer bzgl. anderen Musik als der klassischen. Oder? :wink
cellodil (11.01.2007, 17:58):
Lieber Richard,

und Du meinst, die sollten wir lieber verstecken? Monster verschwinden nicht, wenn man sie in den Keller sperrt...

Grüße

Sabine
Martin (11.01.2007, 22:27):
Da ich ja nun quasi der passive Urheber dieses Threads bin, wollte ich mich mal kurz zum meinem Zitat äußern.
Ich wollte damit keineswegs sagen, dass ihr alle völlig verstaubte Nur-Klassik-Hörer seid. Es ist mir nur, als ich noch unangemeldet hier gelesen habe, aufgefallen, dass öfter gegen bspw. Popmusik gewettert wurde. Mal weniger heftig, mal aber doch vehement.
Wenn ich Popmusik oder andere "leichtere" Musikarten höre, gehe ich schon mit einem ganz anderen Anspruch an die Sache ran. Also nehmt das nicht zu persönlich, ich wollte euch in keine Schublade stecken. :)
embe (11.01.2007, 23:13):
Hallo,
ich oute mich auch mal.
Manche Filmmusik hats mir angetan.
Auch Jazz, überwiegend was so auf dem Label ECM produziert wird und wurde...Keith Jarrett finde ich z.B. begnadet oder Pat Metheny. :down
Bigbandsound etwa Count Basie oder Ellington usw...
Alte Rock und Pop Bands wie Alan Parsons Project, Queen, Van Morrison oder Irish/Scottish angehauchter Folk/Rock/Pop wie auch immer...
Silly Wizzards, Tannahill Weavers, Clannad, Chieftains usw....

Jo, auch Randgebiete wie Gregorianik, elektronische Musik...

Eben alles was mir gefällt. :D

Gruß
embe
cellodil (11.01.2007, 23:31):
Original von Martin
Da ich ja nun quasi der passive Urheber dieses Threads bin, wollte ich mich mal kurz zum meinem Zitat äußern.
Ich wollte damit keineswegs sagen, dass ihr alle völlig verstaubte Nur-Klassik-Hörer seid. Es ist mir nur, als ich noch unangemeldet hier gelesen habe, aufgefallen, dass öfter gegen bspw. Popmusik gewettert wurde. Mal weniger heftig, mal aber doch vehement.
Wenn ich Popmusik oder andere "leichtere" Musikarten höre, gehe ich schon mit einem ganz anderen Anspruch an die Sache ran. Also nehmt das nicht zu persönlich, ich wollte euch in keine Schublade stecken. :)

Lieber Martin,

ich wollte Dir damit, dass ich Dich hier zitiert habe, nicht den Eindruck vermitteln, dass Du Dich für irgend etwas rechtfertigen oder entschuldigen müsstest. Ich bin nur über diese Formulierung von Dir, bzw. über das, was darin anklingt, gestolpert und dachte, dass ich da doch gerne mal in der Runde ein- und nachhaken würde.

Also: Bitte keine schlaflosen Nächte!

Grüße

Sabine
ab (12.01.2007, 12:03):
Ich habe einen ähnlichen Werdegang wie Satie. Über insbesondere den Hard- und Artrock meiner frühen Jugendtage (ich war Fan von Richie Blackmoores Rainbow, dem frühe Gary Moore, dann Emerson Lake & Palmer sowie Yes, später dem Franzosen Jacques Higelin und schließlich auch Prince bis zum Blackalbum) bin nämlich auch ich rasch zum Jazz gekommen, und dort schnell zum Freejazz, aber dann insbesondere die s.g. New Yorker Avantgarde, die damals nicht nur danke des wunderbaren Labels JMT, sondern auch viel im Konzert zu hören war. (Tim Berne, Marc Dresser, Marc Feldman, Joey Baron) Sanfteres betreffend, war mein Lieblingstrompeter stets Palle Mikkelborg, der ja auch mit dem ausdrucksstarken Dino Saluzzi zusammengearbeitet hat. Als Piansiten (wenn leider auch sehr oft nicht ihre Kompositionen) mag ich immer gerne den Anschlag von Gari Allen oder Kenny Barron. Viel Spaß bereitet mir Miles Davies Konzert-Jazzrock-Alben nach Bitches Brew. Coltrane kann mir heute noch Kopfweh vertreiben.

Vom free-mäßigen Jazz war es ein Katzensprung zur Musik des 2o. Jahrunderts. Erst von dort bin ich langsam zurückgeschritten. Das letzte war aber die Romantik, die ich mir - zunächst Dank des Liedgesangs - erschlossen habe.

Leider ist inzwischen der Popbereich unüberschaubar geworden - und somit habe ich dort nicht jene Ahnung, die ich gerne hätte; nicht einmal mehr die vielen Bezeichnungsweisen neuer Stile sind mir geläufig, fast eine Schande... Auch vom Jazz habe ich immer mehr mein Interesse abgzogen, weil das Gros der aktuellen Alben einfach steril sind, also Noten statt Musik erklingt. Bei der Klassik seint mir das noch (?) etwas besser zu sein.

Jazz, Pop und Klassik (als Dreiteilung im weitensten Sinne) spricht ganz unterschiedliche Bereiche des Menschen an und daher hängt es von meiner Stimmung ab, wonach mir verlangt. Jedenfalls ist Musik mein Lebenselexier und mein Kraftspender zu allen Zeiten.

Geheime Leidenschaften pflege ich nicht, höchstens private.
LazarusLong (12.01.2007, 14:53):
Wie so oft stimmungsabhängig:

Immer wieder gerne:
Blues von Miles Davis über Gary Moore zu Saffire, gerne auch mal Blu Cantrell oder Norah Jones, Ella sowieso und Satchmo ebenfalls.

Bekennender Queen und Genesisfan

Folk aus dem südamerikanischen Bereich, Irish folk (Chieftains, Dubliners u.a.)

Vereinzelt aktuelle Popmusik, sofern sie Unterscheidungsmerkmale zu dem "Deutschland sucht ..." Einheitsbrei aufweist

Eher selten aber dann laut und mit Genuß:
AC/DC, Pink, Ärzte, Aerosmith

Mit Reinhard Mey und Westernhagen habe ich angefangen Guitarre zu lernen.

Aus dem Jazz Bereich Cesaria Ivoria, Kasia Klich, Anna Maria Jopek, Edyta Gorniak etc. Es gibt hier in Polen eine sehr aktive und populäre Jazzszene.

Überhaupt nicht:

Karl Moik und Co. - Das ist der Grund warum ich meine Eltern so selten besuche

Free Jazz - Hat auf mich die selbe Wirkung wie zB Schostakovich - Ich verstehe ihn nicht und bekomme Kopfschmerzen.

Trashmetal und alle Abarten, dh. Musik, die ich als mehr oder weniger organisierte Körperverletzung empfinde.

Sorry, ich kann bei mir wirklich keine echte Linie entdecken, ich vermisse sie allerdings auch nicht.

Frank
uhlmann (12.01.2007, 17:01):
ich habe keine geheimen leidenschaften, nur öffentliche.

neben klassik höre ich gerne:
- jazz aller art
- downtempo (passt perfekt zu einer gepflegten tröte)
- frank zappa (yeah baby, yeah!)
- melissa etheridge (die mag ich schon immer...)
- am rande pop und etwas metal
- absolut nie volkstümliches (uuaarrgghhh!)

was noch niemand weis: ich habe ein faible für box-sets. diese kleinen schnuckeligen, dicken dinger mit vielen cd's drinnen mag ich einfach. wenn dann das cover noch schön gestaltet ist, bin ich fast im himmel :D