Gesamtausgabe der Klavier-Sonaten von Leopold Kozeluch

Glarean (29.07.2010, 13:26):
Der Böhme Leopold Kozeluch ist sowohl im Unterricht als auch im Konzertbetrieb
praktisch vergessen. Sehr bedauerlich, wenn man sich die neue Bärenreiter-Ausgabe
mit Kozeluch-Klaviersonaten (Bd.1) näher anschaut. Editor Christopher Hogwood
konstatiert zurecht solche Kozeluch-Stärken wie «Antizipation von Beethovens
tragisch-pathetischem Ausdruck» oder ein «international gepriesenes Cantabile-Idiom».
Dabei sind diese Klavierwerke ideales klavierpädagogisches «Anschauungsmaterial».

Ich habe mir den 196 Seiten starken, sehr ansprechend gefertigten Klavier-Band
näher angesehen - wen's interessiert:
> Rezension

Gruss: Glarean
Sarastro (29.07.2010, 20:14):
Hallo Glarean,
ja, interessiert mich, vielen Dank für die Information! Schade nur, daß die Ausgabe relativ teuer ist, wie ich diesem Link entnehme. Für alle vier Bände, wenn das Opus mal abgeschlossen ist, wird man demnach um die 160 Euro hinblättern müssen, was wohl nur für musikwissenschaftliche Institute und einige wenige Spezialisten in Frage kommt, für den "gewöhnlichen" Liebhaber der Musik des 18. Jahrhunderts im Verhältnis aber einfach zu teuer ist.

Ich selbst kenne von Kozeluchs Klaviersonaten nur die fünf, die in einer Notenausgabe ausgewählt sind, die ich vor einigen Jahren in Prag entdeckt und erworben habe (Editio Supraphon) und die unbedingt eine Bereicherung des klassischen Repertoires darstellen (sollten). Ich vermute, daß es sich um dieselben Werke handelt, die auch in einer wohlfeilen Ausgabe des Bärenreiter Verlags abgedruckt sind.

Die c-Moll-Sonate mit der in der von Dir verlinkten Rezension zitierten Largo-Einleitung bildet in der Prager Edition übrigens den Anfang der Auswahl. Es ist sehr zu vermuten, daß sich unter den zahlreichen Sonaten Kozeluchs das eine oder andere Werk befindet, das es qualitativ mit den fünf des Auswahlbandes aufnehmen kann (vier von diesen stehen übrigens in Moll).

Jetzt wäre es schön, auch einmal Einspielungen von Kozeluch-Sonaten zu haben, zumindest der besseren. Da scheint es leider nämlich nichts zu geben!

Schöne Grüße,
Sarastro
Glarean (30.07.2010, 01:57):
Original von Sarastro
Hallo Glarean,
ja, interessiert mich, vielen Dank für die Information! Schade nur, daß die Ausgabe relativ teuer ist, wie ich diesem Link entnehme. Für alle vier Bände, wenn das Opus mal abgeschlossen ist, wird man demnach um die 160 Euro hinblättern müssen, was wohl nur für musikwissenschaftliche Institute und einige wenige Spezialisten in Frage kommt, für den "gewöhnlichen" Liebhaber der Musik des 18. Jahrhunderts im Verhältnis aber einfach zu teuer ist.


Stimmt, mit 40 Euro ist der Verkaufspreis recht happig. Da hätte man eigentlich noch einen Konzertpianisten für den Fingersatz engagieren können...

Immerhin kriegt man einen 200-seitigen Wälzer mit einem Dutzend Sonaten in die Hand. Und die buchbinderische Qualität, die editorische Sorgfalt und das schöne Notenbild sind ebenfalls feine Argumente.

Für jene, die darauf verzichten können, habe ich mal im Projekt "IMSLP" recherchiert und einige kostenlose Kozeluch-Klaviernoten ausgegraben - hier der Download-Link.

Original von Sarastr
Jetzt wäre es schön, auch einmal Einspielungen von Kozeluch-Sonaten zu haben, zumindest der besseren. Da scheint es leider nämlich nichts zu geben!


Ja, ich kenne auch nur diese Einspielung von Diane Andersen:
- Opus 30 1-3 u.a.

Gruss: Glarean

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