Sfantu (05.02.2021, 14:17): Davor, in diesem Faden zu schreiben, wird mancher genauso zurückschrecken, als müsste er eine Hand in die berüchtigte bocca della verità stecken. Ich tu es zur Selbsttherapie um mich meinen dunklen Seiten zu stellen.
Worum geht es? Im Rahmen eines Klassikforums würde man nur ungern musikalische Vorlieben zugeben, durch die man von den Anderen verlacht werden könnte. Zu Ehren eines portugiesischen Freundes (der personifizierten Leichtigkeit des Seins!), der ketterauchender & pausenlos witzelnder Maler & Anstreicher ist, sei hier eine passende Metapher eingestreut: "Erst durch einen guten Schuß schwarzer Farbe ins Alpina Weiß kommt der Anstrich zum Leuchten". Will sagen: durch wenige peinliche Ausrutscher unter den "Geht-ja-garnicht!"-Äquator erhält ein erlesener Geschmack seine Grundierung, seine Mitte, seinen "goldenen Schnitt".
Ich mache also den Anfang, indem ich zugebe: Ich höre ab & zu gern Militärmärsche. Besonders die zugleich Schneidigkeit wie Gemütlichkeit ausstrahlenden österreichischen & bayerischen Märsche mag ich. Mein uneinholbarer Favorit: Der Deutschmeister-Regimentsmarsch von Wilhelm Jurek - herrlich!
So. Jetzt ist es raus. Wer traut sich noch?
Marcie (05.02.2021, 14:21): Ich liebe die 70er Smokie. :rolleyes:
Jan Van Karajan (05.02.2021, 14:30): Auch ich wage mich zwischenzeitlich in Ecken, bei denen vielleicht einige den Kopf schütteln werden :D . Da wären zum Beispiel: Nahezu alles aus der Ecke des Wiener Walzers, und sei es noch so kitschig, bis hin zu einem gewissen geigenden Herrn aus den Tulpenlanden, wenn auch nur vereinzelt :D . Militärmärsche manchmal auch wohl :D Manchmal treibt es mich auch in Richtung von Hymnen und arrangierten Volksliedern, zum Beispiel aus Russland. Das kommt aber nicht so oft vor :hello Ich mag auch eingängige kleine Orchesterstückchen aus der Zugabenkiste, wenn sie nicht allzu abgegriffen sind (Florentiner Marsch, Slawische Tänze usw.) Da grausts mir schon fast vor mir selber in manchen Punkten :D . Grüße Jan :hello
Sfantu (05.02.2021, 15:04): @Marcie @Jan Van Karajan
danke euch Beiden & willkommen in unserer Selbsthilfegruppe! Man fühlt sich gleich besser danach, findet ihr nicht? Schließt die Augen, atmet tief durch, spürt, was das mit euch macht & begegnet eurem Kraft-Tier. Bleibt ruhig im Schneidersitz. Ich bring' dann den Yogi-Tee - er sollte jetzt durch sein.
Jan Van Karajan (05.02.2021, 15:16): Danke, aber ich habe bereits einen Tee vor mir stehen, das passt ganz gut zu Mozart :D . Ich kann übrigens gar keinen Beitrag von Marcie hier sehen. Hab ich einen Knick in der Optik? :D Grüße Jan :hello
Jan Van Karajan (05.02.2021, 15:17): Korrektur. Eindeutig Knick in der Optik :D . Hab ihn gefunden
tapeesa (05.02.2021, 17:55): Ich wusste, wenn ich nur geduldig bin, irgendwann kommt der Zeitpunkt, an dem ich gestehen kann, dass ich als Jugendliche teils zu Doktor Schiwago, Dornenvögeln und anderen Epen dieser Art in einem Tränenmeer dahin geschmolzen bin - die Musik gehörte da unabdingbar dazu. :D Ich mache also den Anfang, indem ich zugebe:Ich höre ab & zu gern Militärmärsche. *räusper* - dafür wiederum habe ich damals meinen Bruder "rund" gemacht - ... du erinnerst mich auch vom Photo etwas an ihn - bist du zufällig Sternzeichen Krebs? ^^ ^^
Sfantu (05.02.2021, 23:37): Ich liebe die 70er Smokie. Da kommen Kindheitserinnerungen aus den 70ern hervor: Ich als Dreikäsehoch war durch alle Schallereignisse, die nicht durch Kirchenchor, WDR2 oder die ZDF-Hitparade verströmt wurden, irritiert. Daß das auch Musik sein könnte, leuchtete mir nicht ein. Zumindest wirkte es fremd auf mich oder besaß eine nicht eingestandene Faszination des Wilden & Rebellischen (also das exakte Gegenteil von mir damals). Mein Zimmer grenzte an das meiner Schwester & an das meines Bruders. Meine älteren Geschwister hatten sich jeder ihre ersten Plattenspieler im Korsett einer Kompaktanlage zusammengespart bzw. -gejobbt. & so wurde ich wahlweise von links oder rechts beschallt, nicht selten auch simultan. Bei meiner Schwester lief Smokie rauf & runter. Mein Bruder rümpfte über sie nur verächtlich die Nase. Bei ihm waren es Ton, Steine, Scherben oder Crosby, Stills, Nash & Young. Wahlweise auch ohne Young. Wahlweise auch Young ohne den Rest (was mir damals natürlicherweise im Verborgenen blieb). Smokie hatte so einen Schunkel-Wohlfühl-Behaglichkeits-Faktor, zu dem ich gut einschlummern konnte. Natürlich galt es seinerzeit trotzdem als Hardrock (höhö!!!). Würde was drum geben, auch nur eine Stunde von damals via Zeitreise wiederholen zu können...
Sfantu (06.02.2021, 00:01): *räusper* Das ist nunmal meine Kellerleiche...ich steh' dazu.
*räusper* - dafür wiederum habe ich damals meinen Bruder "rund" gemacht - ... du erinnerst mich auch vom Photo etwas an ihn - bist du zufällig Sternzeichen Krebs? Astrologie liegt außerhalb meiner Denkmeridiane. Ich sage nicht, es sei Blödsinn. Allein schon deshalb, da ich als Christ ebenfalls nicht belegbaren Phänomenen Glauben schenke. Was mich aber in meiner - sagen wir mal Reserviertheit gegenüber aller Sternzeichnerei bestärkt, ist die Tatsache, daß praktisch alle Astrologianer, mit denen ich zu tun hatte, bei Kenntnisnahme meines Sternzeichens meinten: kann ja nicht sein! Dann bist Du aber ein dermaßen untypischer *. In unserem Therapeuten-Team in der Klinik gibt es einen Geburtstagskalender mit einer 2. Spalte, in der hinter jedem Geburtstagskind jemand eingetragen ist, der ihn "bebacken" muß. Aus verschiedenen Gründen komme ich nur in der 2. Spalte vor. Ich bin also Bäcker aber kein Bebackter. Unter Anderem, weil mir mein Geburtstag nicht so viel bedeutet. Neulich fing eine neue Kollegin an, mit der ich mich auf Anhieb gut verstand. Sie frotzelte irgendwann: "Na, das werden wir schon noch herausfinden, wann Du Geburtstag hast". & im Hinblick auf mein mutmaßliches Sternzeichen meinte sie: "Auf jeden Fall bist Du schonmal kein *!". Aber exakt *** bin ich nunmal. Eben drum - Sternzeichen bedeuten mir so viel wie Reissäcke in China (Sorry, Cetay). Krebs bin ich jedenfalls nicht.
Sfantu (06.02.2021, 00:16): @tapeesa
Fühl' auch Du Dich aufgenommen in unserem Leidensbund! Falls Du es durch die Räucherstäbchen-Schwaden erkennnen kannst: Dein Sitzkissen liegt bereit.
Maurice inaktiv (06.02.2021, 01:47): Ich höre ab & zu gern Militärmärsche. Besonders die zugleich Schneidigkeit wie Gemütlichkeit ausstrahlenden österreichischen & bayerischen Märsche mag ich. Mein uneinholbarer Favorit:Der Deutschmeister-Regimentsmarsch von Wilhelm Jurek - herrlich! Militärmärsche waren zu ihrer Zeit hochangesehene Musikstücke, die zu EHREN einzelner Personen (in der Regel die adligen "Herren" der Regimenter) , aber eben auch Einheiten ("Parademarsch der Langen Kerls", "York'scher Marsch", Fehrbelliner Reitermarsch", "Marsch der 18-er Husaren", "Erzherzog-Albrecht-Marsch", "Rainermarsch", "Marsch der Freiwilligen Jäger" - was nix anderes als "Der Jäger aus Kurpfalz" war), "Mein Tiroler Land", Hoch-und Deutschmeister-Marsch", usw.).
Was so ein Jazzer alles nebenbei hört, verrate ich nicht, aber ich hatte bei der Bundeswehr ein Programm zu spielen, was "400 Jahre Militärmusik" hieß, vom Anfang nur mit Spielmannsflöte und Kleiner Trommel bis hin zum berüchtigten, aber völlig zu Unrecht geächteten "Badonviller-Marsch" (der allgemein "Badenweiler Marsch" genannt wird, und der im 3.Reich sehr populär wurde, da es Hitlers Lieblingsmarsch war. Geschrieben wurde er aber bereits 1914 geschrieben, und dem Königlich Bayerischen Infanterie-Leibregiment eben bei Badonville gewidmet wurde. Also lange vor der Nazizeit).
Als wir diesen Marsch spielten, musste man sich noch eine Erlaubnis einholen, da er auf einer Index-Liste stand. Diese wurde inzwischen aufgehoben und man darf ihn wieder frei spielen.
Und Nein, das ist kein Steckenpferd von mir, aber wir haben halt davon eine Menge gespielt. Das war zu meiner Zeit noch allgemeines Programm und gewünscht oder gefordert. Heute kann man damit keinen mehr hinter dem Ofen hervorholen.
Die österreichischen Märsche waren eher "behäbiger", langsamer und auch melodiöser als die Märsche aus Bayern oder Preußen. Die waren zackiger, klassischer, gewesen. Schweizer Märsche klingen übrigens völlig anders als etwa ihre Brüder in Österreich oder Deutschland. Und italienische Märsche sind wieder anders zu spielen als etwa die anderen Märsche.
Vielleicht auch interessant ist die Instrumentierung. In Italien und Österreich wird heute noch oft die Ventil-Posaune gespielt (übrigens auch bei Verdis "Aida", so mal der große Nikolaus Harnoncourt), die man noch in Bayern und im böhmischen Raum kannte, aber kaum etwa in Hessen oder Preußen.
Die Schweizer haben, so weit ich es weiß, eine eigene Brass-Besetzung zusammengesetzt, die in dieser Art einmalig sein soll. Leider weiß ich nicht mehr die Besetzung dazu, auch das Netz hat sich da sehr zurück gehalten leider. Gehört habe ich so eine Formation schon mal, aber das ist sehr lange her. Ich war vom Klang sehr überrascht gewesen, mehr weiß ich aber beim besten Willen nicht mehr.
Schubert schrieb auch seinen bekannten Militärmarsch, denn die Armee zahlte gut, und Geld war damals auch nicht gerade unwichtig. Viele bekannte Komponisten schrieben solche Märsche, Mozart auch ("Türkischer Marsch"; dieser galt als "Janitscharenmarsch", also die Musik der osmanischen Armee).
Es gab aber auch reine "Konzertmärsche" (der hier erwähnte "Florentiner Marsch" gehört dazu, oder der "Einzugsmarsch" zum Zigeunerbaron, aber auch der "Festmarsch von Smetana).
US-amerikanische Märsche erfreuten sich früh auch bei uns nach dem Kriege großer Beliebtheit. Sousa, der eigens ein Instrument für seine Märsche erfunden hatte (Sousaphon, eine Art "Show-Tuba", die den Trichter über dem Kopf in Richtung Publikum hatte. Später fand das Instrument Einzug in die Brass-Music des New Orleans Jazz um 1900 herum.
Französische Märsche haben einen eigenartigen Rhythmus, dazu oft Fanfaren (wie auch die Italiener übrigens). Die Kleine Trommel ist recht tief gestimmt, und der Wirbel darauf stammt noch aus der Zeit Napoleons I heraus. Er ist dem Rhythmus der Preußen völlig anders, was man gut hören kann, wenn man beide Gattungen mal vergleicht. Es gibt allerdings auch preußische Fanfarenmärsche ("Laridah-Marsch", "Potsdamer Fanfarenmarsch", "Kreuzritter-Fanfare", "Fanfaren Voran").
So, das sollte ausreichen, dass man sich nicht der Märsche schämen braucht, die nichts dazu können, dass sie eigentlich für die Armeen der Welt geschrieben wurden. Und die Titel sind eben damals so gewählt worden. Auch das ist Zeitgeschichte, und es war zu Zeiten unserer sonstigen "Lieblinge" die Musik des Volkes gewesen, aber keine Volksmusik. Kirche, Militär und der Adel waren wichtig, aber nicht das einfache Volk. Wer was werden wollte, aber nicht am Hofe seines Herrn Arbeit fand, ging zum Militär. Nur dort konnte man noch seinem Dorf entfliehen. War der Bauer später ein Unteroffizier geworden, galt er in seinem Dorf als Held. Heute wirst Du blöde angeschaut und angemacht. So ändern sich die Zeiten....
Waldi (06.02.2021, 10:31): Warum sollte es anrüchig sein, an guter Marschmusik Gefallen zu finden? Solange ich nicht dazu exerzieren muß, ist sie angenehm anzuhören. Ich bekenne viel Schlimmeres: Ab und zu höre ich mit Vergnügen Schlagermusik mit Caterina Valente, Vico Torriani, Peter Kraus usw. (ABBA dürfte in unseren Kreisen eher verzeihlich sein). Die hatten/haben nämlich ein gewisses Etwas, Timbre, Stimme, Humor... Auch wenn sich mancher Klassikfreund jetzt krümmt, schämen tue ich mich deswegen nicht. Und wenn ich etwas zum Aufheitern nötig habe, dann tun es auch Küchen- und Bänkellieder wie "Mariechen saß weinend im Garten". Gut gebracht sind die doch zum Kugeln!
:D :D :D
Philidor (06.02.2021, 10:34): Astrologie liegt außerhalb meiner Denkmeridiane. Wenn man weiß, dass die Sterne der fraglichen Sternbilder, die den Sternzeichen zugrunde liegen, bis zu einigen Tausenden von Lichtjahren voneinander entfernt sind und nur von der Erde aus "nah benachbart" erscheinen, weil sie ungefähr auf derselben Sichtachse liegen (also so ungefähr, wie Sizilien und Helgoland von Kapstadt aus benachbart sind), dann stellt man schon ein paar Fragen.
Beispiel Leo: Alpha leonis: Entfernung zur Erde ca. 78 Lichtjahre Beta: 36 Lichtjahre Gamma: 126 Lichtjahre ... Eta: 2.000 Lichtjahre ... Rho: 2.500 Lichtjahre
Dies umso mehr, wenn das Wissen hinzukommt, dass sich durch die Präzession der Erdachse die Sternbilder gegenüber den Sternzeichen seit der Erfindung Letzterer um etwa 30 Grad verschoben haben - dann wird es noch zweifelhafter.
Darüber hinaus verändern die Sternbilder durch die (relative) Eigenbewegung der Sterne (die eben keine Fixsterne sind) langfristig ihre Gestalt, so dass wir sie in ein paar 10.000 Jahren nicht mehr wiedererkennen würden. https://www.astroshop.de/blog/?p=26725
Aber zum Thema des Threads:
Ich mag Queen. Von den Anfängen bis etwa "The Works".
Die Krönung ist "A Night at the Opera", natürlich mit "Death on two Legs" und "Bohemian Rhapsody".
Gruß Philidor
:hello
tapeesa (06.02.2021, 12:33): Warum sollte es anrüchig sein, an guter Marschmusik Gefallen zu finden So sehe ich das heute auch. Wobei ich es auch nicht anrüchig finde, "schlechte" Musik zu hören. Aber dafür müsste man "gut" und "schlecht" vielleicht erstmal genauer definieren.
@Sfantu - mit meinem Bruder, das waren jugendliche Reibereien / Differenzen - habe mich durchaus weiter entwickelt ;) und mich auch hier und da damit auseinander gesetzt.
Ich finde das nicht lächerlich. Auch als "Leiche im Keller" würde ich das nicht sehen.
Ich bekenne viel Schlimmeres: Ab und zu höre ich mit Vergnügen Schlagermusik Dito :)
Oder Rodgau Monotones. (edit).
Maurice inaktiv (06.02.2021, 13:52): Nee, bei Schlager renne ich davon !! Es geht mir genauso mit der im TV in der Vergangenheit so oft zu sehenden "volkstümlichen Musik", das ist übelster Einheitsbrei unterster Qualität, sowas finde ich abartig schlecht. Ebenso grandios auf Stimmung gemachter Bierzelt-Dixie (den ich HIER gerne nur "Dixi" schreiben möchte), sowas ist grausam. Leider wird heute sowas immer noch gewünscht (Ja, man mag es kaum glauben !!). Sowas würde ich als Bandleader nie spielen wollen (wobei ich keine Probleme mit fetzigem Dixie habe, wie er mal früher gespielt worden ist).
tapeesa (06.02.2021, 14:36): Nee, bei Schlager renne ich davon !! Na, dann weiß ich ja jetzt, was ich zu tun habe, wenn ich dich zum Wegrennen bringen möchte ;)
edit: Okay, hier war ich grad mutiger, als ich wirklich bin, bzw. zu impulsiv - (habe zwei Links rausgenommen, nix wirklich Schlimmes, denke ich, aber so viel Outing passt dann doch nicht ). Selbsthilfegruppe hin oder her ;)
Ich gehe mich vorerst weiter Wagner widmen.
Maurice inaktiv (06.02.2021, 15:10): Na, dann weiß ich ja jetzt, was ich zu tun habe, wenn ich dich zum Wegrennen bringen möchte Ja, das wäre absolut ausreichend, stimmt. :rofl
edit: Okay, hier war ich grad mutiger, als ich wirklich bin, bzw. zu impulsiv - (habe zwei Links rausgenommen, nix wirklich Schlimmes, denke ich, aber so viel Outing passt dann doch nicht ). Selbsthilfegruppe hin oder her Ach, sei doch nicht immer gleich so empfindlich, wenn Du auf die Schippe genommen wirst. Manchmal wäre etwas Humor und sich selbst aufs Horn nehmen auch ein Weg, versuche es mal. Es hat Dich hier keiner dumm von der Seite deshalb zitiert oder angeschrieben. Du magst Schlager, das ist doch ok. Andere mögen das Zeugs nicht, und trotzdem lebst Du deshalb nicht schlechter, wenn sowas für jemanden wie mich nicht in Frage kommt.
Ich habe überhaupt keine Probleme damit, wenn Leute bei so einer Musik mitgrölen/mitsingen, dazu ist diese Art von Musik doch geschaffen worden. Ich mache das nicht, auch früher nicht. Ich kann dem grundsätzlich nichts abgewinnen und schaue da immer fassungslos zu. Ich kenne solche Szenarien ha mehr als genug. Hier ist jeder Mensch anders, und das ist auch gut so.
tapeesa (06.02.2021, 15:20): @Maurice André -
ich hatte keine Schlager verlinkt. Dass ich editiert habe, hat nichts mit dem zu tun, was du schreibst.
Sfantu (07.02.2021, 00:04): Zeltlager - Rodgau Monotones - weiterer hessischer Lokalkolorit: Rodgau Monotones - (Erbarmen - zu spät) Die Hesse Komme! Soviel zu "unseren" Exporten und von der bundesweiten Mission träumen wir natürlich auch. Was bundesweit schwierig sein mag, hat international bereits einmal bestens funktioniert (ich war dabei): Es trug sich vor 3 Jahren in Transsylvanien zu: Auf dem 50. Geburtstag einer Freundin (wie meine Freundin auch aus Rumänien stammend) aber in Hessen lebend, waren neben uns gut 20 weitere Deutsche eingeladen - alle aus dem Raum Darmstadt & Frankfurt. Via Youtuberia folgte auf "Erbarmen - die Hesse komme!" noch "Die Fraa Rauscher us de Klappergass". Der ganze Saal mit über 200 Gästen tobte - auch, wenn die meisten nichts vom Text verstanden. Was das Feiern angeht, haben uns die Rumänen halt doch eine Spur Enthemmtheit voraus (spreche da aus inzwischen 13jähriger Erfahrung).
xarddam (07.02.2021, 10:53): Hallo zusammen.
Rodgau Monotones habe ich einmal Live gesehen; 1985 in Mannheim, im Vorprogramm bei einem Festival wo Deep Purple die Headliner waren. Roger Chapman und Mountain haben da auch noch gespielt, soweit ich weis. Soweit ich mich erinnern kann, kamen die Rodgaus damals gut an beim Rocker-Publikum
Jetzt aber meine Geständnisse
1) Ich mag schon seit Mitte der 1970ger die Musik von ABBA Damals noch heimlich. Mitte der 70ger stand man in meiner Klicke auf Artrock ala Genesis, Yes, Pink Floyd, ELP odr auf Blues Rock ala Ten Years After, Led Zeppelin, Rory Gallagher. Da hätt ich mich nie getraut, zu sagen, dass mir Abba gefällt; aber ich bin sicher, den anderen Jubgs ging es genau so ;) Heute steh ich dazu Musikbeispiele erübrigen sich wohl
2) Ich höre gerne Deutschen Schlager der 1970ger/80ger Na und ? Gefällt mir halt. Ich finde, vor allem in den 70gern gab es da viel Gutes Udo Jürgens, Lena Valaitis, Wencke Myhre, Jürgend Drews, Jürgen Marcus , Gitte und und und
3) Ich mag die Musik von Miss Allie Ich habe die quirlige, teils lustige Singer/Songwriterin in den letzten drei Jahren sechs oder sieben mal Live erleben können und es war jedes mal ein kleines Ereignis. Sogar letztes Jahr zweimal unter Corona Bedingungen Miss Alie dürfte (leider) den wenigsten hier bekantn sein, daher:
Miss Allie - Gelernt ham' wir nicht viel Miss Allie - Das Geschenk Miss Allie - Dieter , Das Regeltagebuch Miss Allie - Dein Lied Miss Allie - Ärgertherapie Miss Allie - (K)ein Liebeslied Miss Alie - Du kleine Süsse
:) <3 Viel Spass !!! <3 :)
aiel (07.02.2021, 11:11): Ich mag schon seit Mitte der 1970ger die Musik von ABBA Damals noch heimlich. Mitte der 70ger stand man in meiner Klicke auf Artrock ala Genesis, Yes, Pink Floyd, ELP odr auf Blues Rock ala Ten Years After, Led Zeppelin, Rory Gallagher. Da hätt ich mich nie getraut, zu sagen, dass mir Abba gefällt; aber ich bin sicher, den anderen Jubgs ging es genau so Abba mochte ich schon immer, aber ich war auch eher ein Single-Charts-Hörer. Beispielsweise die deutschen Top 75 von Media Control oder den UK Singlecharts.
Der Stil der erwähnten Bands zählte größtenteils noch nie zu der Musik, die mich anspricht. Erst sehr viel später fand ich zumindest ein paar Songs von Pink Floyd (z.B. Arnold Layne, Echoes) oder Led Zeppelin (Kashmir, Immigrant Song) gut. Vor ein paar Jahren habe ich mir mal eine Best Of von Emerson, Lake and Palmer gekauft, weil ich herausfinden wollte, ob ich mich irgendwann daran gewöhnen könnte. Es ging nicht. Bis heute habe ich dazu keinen Bezug und werde ihn auch nie mehr haben. Mit einigen Schlagern hatte ich auch nie Probleme. Noch heute höre ich "Zeit macht nur vor dem Teufel halt" oder "Winter in Kanada" gerne.
auch euch ein herzliches Willkommen in unserer Therapie-Gruppe & ein Namaste für euren Mut!
Friedvolle & herzenswarme Grüße von Sfantu
Philidor (07.02.2021, 20:35): Namaste Das musste ich glatt gugeln ... dann ein Namaste zurück!
Viele Grüße Philidor
:hello
Cetay (inaktiv) (08.02.2021, 04:05): Dann muss ich wohl auch. Obwohl es längst ein offenes Geheimnis ist. Ich liebe Paganini. Schon klar, das erste Violinkonzert ist ein anerkanntes Repertoirestück, das zu hören man ab und an mal gestehen kann, aber nicht ohne eilig hinterher zu schieben, dass es geigerisch wohl einiges zu bieten hat, aber der Orchesterteil doch arg pauschal und fad geraten ist - Paganini war halt als Komponist eher schwach, allenfalls ein zweitklassiger Rossini. Die 24 Capricien darf man auch noch. Pflichtaufnahme für Virtuosen, aber doch eher Zirkusnummern ohne kompositorische Substanz, vielleicht mit Ausnahme der Nr. 24. Aber der Rest? Die anderen 5 Violinkonzerte klingen wie eine Kopie des ersten - alles das Gleiche. Das Orchester ist nur Vorwand für sinnlose Effekthascherei der Solistin, Virtuosität als Selbstzweck. Und dann sind da diese unsäglich kitschigen Über-Belcanto-Melodien in den langsamen Sätzen und die banalen Rondo-Themen. Geht gar nicht, oder? Das geht! Ich fresse von diesen Konzerten -alle Sechse- sämtliche Aufnahmen, die ich finden kann. Ich habe die so oft gehört, dass ich sie wahrscheinlich auseinanderhalten kann, naja, vielleicht. Aber damit nicht genug: Die 15 Quartette für Streichtrio mit Gitarre müssen auch sein. Die sind streckenweise fast schon unverschämt schlagerhaft eingängig, dagegen wirkt selbst Rossini als Publikumsfeind. Und als ob das nicht genug wäre, sind da auch noch die Duette mit Violine und Gitarre. Davon gibt es schon ein paar und es zierte eine 9 CDs umfassende GA mein Regal. Damit sind wir dann endgültig beim Wenn bei Capri die rote Sonne im Meer versinkt Niveau angelangt. Und während ich meine Zeit verschwende, um mir dieses Zeugs reinzuziehen, lasse ich richtige Komponisten wie Schumann, Brahms und Wagner völlig links liegen. Naja, andere hören Queen oder Abba. Wobei man das durchaus darf. Das Debutalbum von Queen taucht in den Polls zu den besten Alben der Rockmusik regelmäßig ganz vorne auf. Ein Sänger, der in tief seine Charaktere eintaucht, ein unterhaltsamer Drummer der weiss, wie man Fills und Rolls opportun einsetzt und ein absolut individueller Ausnahmegitarrist mit einem Fűllhorn an aufregenden Klängen - von klassisch bis experimentell- überwältigen mit einer Lawine an unterschiedlichsten Texturen und Timbres in stets wechselnden, innovativen Arrangements. Den Liebhabern von Deutschen Schlagern und Abba will ich einfach nur Dirk Bernemanns Buch Gesten und Geräusche nahelegen.
Maurice inaktiv (08.02.2021, 06:31): Damit sind wir dann endgültig beim Wenn bei Capri die rote Sonne im Meer versinkt Niveau angelangt. Na, da fehlt dann nur noch Paul Linkes "Berliner Luft". :D
Hier die Berliner Philharmoniker mit Sir Simon Rattle an der Pauke. Bitte sehr !! :D
tapeesa (09.02.2021, 14:38): Noch eine Programmankündigung (gestern entdeckt und konnte nicht umhin, sie hier zu posten :) , ich denke, ich nehme es auf): ProSieben, heute, 09.02.:
20.15 - 21.15 Uhr - ABBA - Songs für die Ewigkeit Doku über die Geschichte hinter dem Erfolg mit Interviews und Originalaufnahmen
xarddam (09.02.2021, 17:02): Ich denke, das 'In Concert' dürfte vom offiziellen Kaufvideo sein. Das kenne ich dann schon
Aber, das hier sieht interessant aus: 20.15 - 21.15 Uhr - ABBA - Songs für die Ewigkeit
Sfantu (10.02.2021, 22:51): Cetay, auch Dir einen gruppendynamischen Willkommensgruß! Dein Sitzkissen liegt bereit.
Sfantu (10.02.2021, 22:59): Geschmacksverirrungen, welche ABBA, aber auch die Beatles lostraten, sind weniger musikalischer Natur. Alle Welt spricht seither von der "Schlacht bei Woterluu". Oder jemand erlebt "sein persönliches Woterluu". Der Ort liegt aber nunmal in Flandern & nicht im Land des globalen Dumm-Englisch. Drum darf es gern so ausgesprochen werden, wie's geschrieben wird: mit A wie in Vater & O wie in Froh.
aiel (12.02.2021, 08:45): Abba sprachen es nicht so aus, wie es geschrieben wird. Möglicherweise ist das der Grund. Ich würde die Aussprache des Ortes von der Situation abhängig machen. Würde ich eine Reise in den Ort unternehmen, würde ich das A wie in Vater wählen. Würde ich mich über das Lied unterhalten, würde ich die Aussprache von Abba wählen.
Sfantu (12.02.2021, 09:16): @aiel
ich stimme Dir voll & ganz zu. Hatte die überspitzte Formulierung bloß gewählt um zu verdeutlichen, daß wir ganz allgemein zu leicht/zu schnell bereit sind, irgendwas gedankenlos zu übernehmen.
Waldi (12.02.2021, 10:08): Die Aussprache hängt auch mit der muttersprachlichen Prägung zusammen. Während man hierzulande eher (keineswegs immer) dazu neigt, originale Akzentuierung zu übernehmen oder sich zumindest etwas anzugleichen, ist man in anderen Sprachgegenden weit rigoroser mit der Vereinnahmung. Im Ungarischen etwa wird im allgemeinen rücksichtslos magyarisiert (z.B.: Obama wurde auch von denen, die Englisch perfekt beherrschten, daheim stets als Obama ausgesprochen). Es könnte aber sein, daß sich das in Zukunft allmählich einschleift. Ich erinnere auch daran, daß Englischsprechende das Latein nicht so artikulieren, wie wir es gewohnt sind (wir tun es ja auch nicht vollkommen authentisch), sondern gemäß den englischen Ausspracheregeln (statt "Julius Zäsar" "dschulius siisar"). Unsere Aussprachegewohnheiten sind nicht wirklich konsequent: Wir sagen "Paris", was einem echten Franzosen, der das "s" korrekterweise nicht hören läßt, klarerweise ungewohnt klingt. Andererseits machen wir uns lustig, wenn wir lesen: "Ihr wißt schon, was ich meine: Paris liegt an der Seine". Richard Wagner läßt uns hämisch über Beckmessers Betonungsschnitzer grinsen, aber was hat er selbst der deutschen Sprache nicht alles angetan...
aiel (12.02.2021, 11:09): Mit Anglizismen habe ich auch so meine Probleme. Am 31. Dezember finde ich den Anblick des Wortes "Sylvester" besonders schrecklich. Mir fiel auf, dass in osteuropäischen Ländern Worte anders betont werden als im Westen. Wenn ich mich recht erinnere, wird der Vorname Pavel im Tschechischen die zweite Silbe betont, während ein Deutscher häufig die erste Silbe betonen würde.
Philidor (12.02.2021, 11:11): Am 31. Dezember finde ich den Anblick des Wortes "Sylvester" besonders schrecklich. Genau! :thumbup: "Sylvester" ist wahlweise ein Zeichentrickkater oder ein Boxschauspieler. Und kein Papst, der am 31. Dezember verstorben ist.
Gruß Philidor
:hello
xarddam (12.02.2021, 11:41): Am 31. Dezember finde ich den Anblick des Wortes "Sylvester" besonders schrecklich. Genau! :thumbup: "Sylvester" ist wahlweise ein Zeichentrickkater oder ein Boxschauspieler. Gruß Philidor
:hello oder Rambo 8)
Retrobrain (03.06.2022, 17:48): Ich trau mich mal. Obwohl, im Vorstellungsthread habe ich schon gestanden. Ich mag auch progressiven Metal (z.b. Cloudkicker) oder auf der Grenze zum Progrock, Dream Theater oder Queensrÿche. Bei Schlager erleide ich einen anaphylaktischen Schock. Und das nicht erst, seit die Nachbarn dazu neigen, „Griechischer Wein“ nachts um halb drei durch die Gärten schallen zu lassen In dem Sinne: Feuer frei!
Joe Dvorak (04.06.2022, 03:51): Ich meine, ohne das mit handfesten Statistiken belegen zu koennen, dass Metal (deutlich hinter Techno und etwa par mit Schlager) von einer Mehrheit der Klassikhoerer besonders schroff abgelehnt wird. Ich kann nur spekulieren, warum das so ist, aber moeglicherweise findet sich der eine oder die andere Bildungsbuergernde im folgenden Zitat eines unbekannten Philosophieprofessors wieder:
Metal ist die niedrigste und primitivste Form der Pseudo-Musik, geschrieben für halbwuechsige Jungs, die keinerlei musikalische Tiefe oder Kreativitaet haben (...) Es ist eine Menge an Krach, Holzkoepfen und Gemeinheit, wirklich.
Das Zitat gefaellt mir deswegen so gut, weil es alleine dadurch dass -bzw. von wem und wo- es zitiert wurde ad absurdum gefuehrt wird. Robert Arp ist ehemaliger Schueler des Zitierten und zitierte -inzwischen selbst mit Philosphie-Doktortitel ausgestattet- das in einem Buch mit dem Titel Black Sabbath and Philosophy: Mastering Reality.
Ich ziehe uebrigens den anderswo als Null-acht-fuffzehn-Schrammelmetal bezeichneten :whistling: traditionellen Metal den progressiven Spielarten vor. Warum Operation Mindcrime in den Polls der Allzeitbesten stets auf den vorderen Raengen auftaucht, zaehlt fuer mich zu den grossen ungeloesten Raetseln der Menschheit.
Philidor (04.06.2022, 09:42): Ich meine, ohne das mit handfesten Statistiken belegen zu koennen, dass Metal (deutlich hinter Techno und etwa par mit Schlager) von einer Mehrheit der Klassikhoerer besonders schroff abgelehnt wird. Ich kann nur spekulieren, warum das so ist, aber moeglicherweise findet sich der eine oder die andere Bildungsbuergernde im folgenden Zitat eines unbekannten Philosophieprofessors wieder: Na ja, es ist wie in der Pubertät: Man definiert seine soziale Zuordnung und Selbsteinschätzung auch über die Musik, die man hört.
Die richtige Clique, die richtigen Klamotten, die richtigen Orte zum Abhängen, die richtige Musik.
Freilich ist es genauso selbstdefinierend, zu sagen "ich bin ganz anders".
Maurice inaktiv (05.06.2022, 20:56): Bei Schlager erleide ich einen anaphylaktischen Schock. Und das nicht erst, seit die Nachbarn dazu neigen, „Griechischer Wein“ nachts um halb drei durch die Gärten schallen zu lassen :rofl :beer Das kann ich auf der einen absolut verstehen, aber ich gebe zu, zumindest früher auch mal bei entsprechender "Stimmung" das Spielchen mitgemacht zu haben. Als Musiker möchte ich sowas aber nicht mehr spielen müssen. Auf Dauer wäre ich sonst sehr gefährdet, am Rande einer Einlieferung in die Klappsmühle zu geraten.
Ich meine, ohne das mit handfesten Statistiken belegen zu koennen, dass Metal (deutlich hinter Techno und etwa par mit Schlager) von einer Mehrheit der Klassikhoerer besonders schroff abgelehnt wird. Ich kann nur spekulieren, warum das so ist Ehrlich gesagt, kann ich damit auch absolut nichts anfangen. Mir fehlen hier die drei für mich wichtigen Punkte: Melodie, Rhythmus, Harmonien müssen zumindest "erkennbar" sein. Außerdem mag ich von Hause aus kaum elektronische Musik in Form von E-Gitarren (die elektrische Jazzgitarre ist für mich die persönliche Schmerzgrenze), Synthesizer oder E-Drums. Ich spiele auch selbst am liebsten mit so wenig technischem Aufwand wie es vor Ort möglich und manchmal leider notwendig ist.
Ein "Cliquen-Denken" habe ich nie erleben müssen, sowas ist völlig an mir vorbei gegangen. Auch "Parties" mit lauter Disco-Musik habe ich weitgehend gemieden wie der Teufel das Weihwasser, und habe das völlig problemlos überwunden, ohne gleich einen Seelenklemptner aufsuchen zu müssen.
Joe Dvorak (06.06.2022, 02:07): Ich meine, ohne das mit handfesten Statistiken belegen zu koennen, dass Metal (deutlich hinter Techno und etwa par mit Schlager) von einer Mehrheit der Klassikhoerer besonders schroff abgelehnt wird. Ich kann nur spekulieren, warum das so ist Ehrlich gesagt, kann ich damit auch absolut nichts anfangen. Mir fehlen hier die drei für mich wichtigen Punkte: Melodie, Rhythmus, Harmonien müssen zumindest "erkennbar" sein. Außerdem mag ich von Hause aus kaum elektronische Musik in Form von E-Gitarren (die elektrische Jazzgitarre ist für mich die persönliche Schmerzgrenze) (...) Das ist ein gewichtiges Argument. Mehr oder weniger verzerrte E-Gitarren bzw. deren Riffs sind die DNA des Metal und wenn man den Klang nicht mag, hat man natuerlich verloren - auch wenn es in diesem Genre (von gewissen extremen Raendern abgesehen) durchaus Melodie, Rhythmus und Harmonien -weit ueber das bloss Erkennbare hinaus- gibt.
Joe Dvorak (06.06.2022, 02:15): Ich meine, ohne das mit handfesten Statistiken belegen zu koennen, dass Metal (deutlich hinter Techno und etwa par mit Schlager) von einer Mehrheit der Klassikhoerer besonders schroff abgelehnt wird. Ich kann nur spekulieren, warum das so ist, aber moeglicherweise findet sich der eine oder die andere Bildungsbuergernde im folgenden Zitat eines unbekannten Philosophieprofessors wieder: Na ja, es ist wie in der Pubertät: Man definiert seine soziale Zuordnung und Selbsteinschätzung auch über die Musik, die man hört. Die richtige Clique, die richtigen Klamotten, die richtigen Orte zum Abhängen, die richtige Musik.
Freilich ist es genauso selbstdefinierend, zu sagen "ich bin ganz anders". D'accord in allen Punkten. Heisst das im Bezug auf die Ausgangsfrage, dass der Metal deswegen besonders schroff ablehnt wird, weil die damit verbundene 'Subkultur' und deren Verteter besonders schroff abgelehnt werden?
Philidor (06.06.2022, 09:06): D'accord in allen Punkten. Heisst das im Bezug auf die Ausgangsfrage, dass der Metal deswegen besonders schroff ablehnt wird, weil die damit verbundene 'Subkultur' und deren Verteter besonders schroff abgelehnt werden? In dieser Allgemeinheit würde ich das nie sagen wollen. Aber ja, dass es Einzefälle geben mag, in denen das zutrifft - unbenommen.
Ich versuche mich in Küchenpychologie oder wie das heißt: Jemand/fraud hört die Musik, sie gefällt ihm oder ihr, dann sieht er oder sie den Habitus der Musiker und der Menschen, die diese Musik mögen, und wird mit Zügen seiner/ihrer eigenen Persönlichkeit konfrontiert, die er/sie gar nicht mag, und, darauf angesprochen, spontan verleugnen würde ... unvorstellbare Seelendramen ... ;) ... "das bin doch nicht ich ... oder doch ... nein, kann nicht sein ... "