Leachim (04.06.2010, 14:16): Der italienische Star-Bariton Giuseppe Taddei ist am Mittwoch drei Wochen vor seinem 94. Geburtstag gestorben. Der Sänger, der sich 1995 von der Bühne verabschiedet hat, begeisterte über fünfzig Jahre lang das österreichische Publikum, an der Wiener Staatsoper, bei den Salzburger und bei den Bregenzer Festspielen. In seinem riesigen Repertoire von über 70 Partien glänzte er sowohl in komischen wie in dramatischen Rollen, international war er unter anderem ein legendärer "Falstaff". Ich habe ihn in Wien noch selbst auf der Bühne gesehen (schon lange her natürlich) und schätze ihn sehr.
R.I.P.
peter337 (04.06.2010, 15:01): Giuseppe Taddei!
Eine Partie, die man selten erwähnt, war fast Gobbi- haft, sein Scarpia in der Tosca, den er auch in Wien sang,mit Antoinetta Stella und dem damaligen Cavaradossi - Dimiter Ussunov.
Ein großer Sänger und ein liebenswürdiger Mensch ist mit ihm von uns gegangen. R. I. P. +
Severina (11.06.2010, 00:02): Ach ja, unser Pino singt nun auch bei den himmlischen Chören mit! Giuseppe Taddei war ein besonderer Liebling des Wiener Publikums und in den letzten Jahren seiner aktiven Laufbahn unser Dulcamara vom Dienst. Als Scarpia habe ich ihn leider erst zu einem Zeitpunkt erlebt, als er diese Partie besser nicht mehr gesungen hätte, trotzdem jubelten wir ihm zu in Erinnerung an frühere große Leistungen.
Erst vor zwei (?) Jahren präsentierte Taddei in Wien seine Autobiografie und wir staunten über seine körperliche und vor allem geistige Fitness. Er unterhielt uns mit zahlreichen Anekdoten aus seinem reichen Sängerleben und genoss es so sehr, wieder einmal Publikum zu haben - sein Wiener Publikum! So werde ich ihn in Erinnerung behalten, voller Freude und Schalk.
Danke, Pino, für so viele großartige Opernabende!
lg Severina :hello
palestrina (08.03.2017, 18:12): Giuseppe Taddei „ Ich, Falstaff "
Wiki
Nach dem ich Gestern mal wieder das Buch in die Hände bekam, möchte ich gerne diesen Thread wieder aktivieren! Die Italiener sagten immer „ Wir überließen Tito Gobbi dem Rest der Welt, Giuseppe Taddei aber behielten wir für uns"
„ Gleich groß als Sänger wie als Darsteller, nein, man kann nicht von Darsteller sprechen, weil er der erlebte Mensch ist, den er uns in seinen Rollen übermittelt." Dem kann ich nur aus vollsten Herzen zustimmen.
Liebe Gobbi Freunde nicht böse sein, ich finde ihn als Scarpia besser, man höre nur die Karajan Aufnahme mit der Price! :ignore Aber alles ist Geschmackssache :love: !
Ich habe Peppino (wie ihn lieber Freunde nennen durften) noch in sehr guter Erinnerung, als Falstaff, Jago, Scarpia, Renato (Maskenball ) und Bartolo, ich fand sein Spiel immer faszinierend, ich erinnere mich, als Jago sang er das Credo auf dem Souffleurkasten und bei der heftigen Erregung in der Arie schlug er immer wieder darauf, das machte ungeheueren Eindruck, aber die arme Souffleuse! :D Am meisten habe ich ihn als Scarpia gesehen, und immer aufnehmend gut!! Das letzte mal 1984 mit N.Miricioiu und J.Carreras.
Die Biografie ist witzig und unterhaltsam und ein wunderschönes Zeitzeugnis!
LG palestrina
palestrina (08.03.2017, 18:57): besagte Tosca
Dieses FABFOUR Zusammenstellung beinhaltet auch mehrere Arien aus der Cetra Box.
von 1974-'86
Späte Aufnahmen aus der Wiener Staatsoper!
LG palestrina
Cavaradossi (08.03.2017, 19:29): Und, lieber palestrina, er war ein ganz ausgezeichneter RIGOLETTO, der sich hinter seinem berühmteren Kollegen Tito Gobbi wahrlich nicht verstecken mußte, wie auf dieser alten Aufnahme zu bestaunen ist:
.... die leider viel zu wenig bekannt ist, denn er befindet sich auch in guter Gesellschaft: Lina Pagliughi (Gilda), Ferruccio Tagliavini (Herzog), und, nicht zu vergessen, den schwärzesten, bedrohlichsten Sparafucile, den ich kenne: Giulio Neri. Und der Dirigent, Angelo Questa, macht seine Sache auch gut. Leider ist die Klangqualität eher bescheiden, aber das sollte kein Hinderungsgrund sein, diese wunderbare Produktion (ca. 1953) kennenzulernen. Mir persönlich sagt Taddei als Hofnarr noch mehr zu als Gobbi, doch das ist natürlich Geschmacksache.
LG, Cavaradossi
palestrina (08.03.2017, 19:38):
Das ist eine tolle Aufnahme, hier mit Taddei als Belcore!
Auch diese GA ist sehr schön, jedoch mit kleinen Abstrichen, ich pers. war nie der große Alva Freund, auch die Carteri ist nicht mehr die junge Kokette Adina, die Herren machen ihre Sache jedoch ausgezeichnet!
Diese Aufnahme (leider technisch nicht ganz so erfreulich), ist etwas für Liebhaber, da gibt es nichts zu meckern, alles auf hohem Niveau!
LG palestrina
palestrina (08.03.2017, 19:47): Und, lieber palestrina, er war ein ganz ausgezeichneter RIGOLETTO, der sich hinter seinem berühmteren Kollegen Tito Gobbi wahrlich nicht verstecken mußte, wie auf dieser alten Aufnahme zu bestaunen ist:
.... die leider viel zu wenig bekannt ist, denn er befindet sich auch in guter Gesellschaft: Lina Pagliughi (Gilda), Ferruccio Tagliavini (Herzog), und, nicht zu vergessen, den schwärzesten, bedrohlichsten Sparafucile, den ich kenne: Giulio Neri. Und der Dirigent, Angelo Questa, macht seine Sache auch gut. Leider ist die Klangqualität eher bescheiden, aber das sollte kein Hinderungsgrund sein, diese wunderbare Produktion (ca. 1953) kennenzulernen. Mir persönlich sagt Taddei als Hofnarr noch mehr zu als Gobbi, doch das ist natürlich Geschmacksache.
LG, Cavaradossi :down :down :down :down :down
Oh ja Cavaradossi, das ist eine wunderschöne Aufnahme,und ja, Giulio Neri ist ein Sparafucile der besonderen Güte! :) Hier kann man getrost die nicht ganz so gute Klangqualität verschmerzen!!
LG palestrina
palestrina (08.03.2017, 20:43): Nun zum Macbeth ...
Mit dieser Aufnahme werde ich wohl nie nicht richtig warm, obwohl Taddei und Prevedi sehr gut sind, ist mir die Nilsson zu fremd als Lady, nicht das sie schlecht sänge, aber da fehlt der Ausdruck, ganz im Gegensatz zu Taddei der die ganze Bandbreite des Macbeth innehat, besonders das Getrieben sein! Wie immer gibt es bei Schippers kleine Striche, er hat sich immer seine eigenen Opern gebastelt. ;)
Deshalb gefällt mir diese hier ...
Teatro Massimo Palermo 14.1.1960
wesentlich besser, Live ist einfach Live auch wenn man bei der Tonqualität einige Abstriche machen muss, aber die Gencer und Taddei hinterlassen einen großen und starken Eindruck, :thumbsup: mit dem Wissen wovon sie singen! Und Vittorio Gui haut ganz schön auf den Putz, aber der fällt nicht runter!
LG palestrina
Cavaradossi (08.03.2017, 21:52): Mit dieser Aufnahme werde ich wohl nie nicht richtig warm, obwohl Taddei und Prevedi sehr gut sind, Hallo, palestrina,
da geht es mir ähnlich wie Dir. Ich habe die Aufnahme als LP, aber nie den Wunsch verspürt, sie mir als CD zu kaufen. Das liegt in der Tat zuerst an Birgit Nilsson, die mir in der Rolle der Lady nicht recht gefällt. Doch ein klein wenig hat es auch damit zu tun, daß ich den MACBETH seinerzeit mit der Leinsdorf-Aufnahme (RCA) kennengelernt habe. So schön und ausdrucksvoll Taddei auch die Titelrolle singt, hier finde ich, daß Leonard Warren die Zwiespältigkeit dieser Person deutlicher zum Ausdruck bringt. Und Bergonzi finde ich deutlich besser als Bruno Prevedi.
Schönen Abend, Cavaradossi
Cavaradossi (08.03.2017, 22:03): sein Scarpia in der Tosca Hallo peter337,
Giuseppe Taddeis Scarpia in TOSCA ist für mich allererste Sahne. Ich besitze die Aufnahme auf CD in der von palestrina abgebildeten DECCA-Ausgabe, aber ich habe sie auch noch immer in der ursprünglichen LP-Veröffentlichung bei RCA Victor, die so aussah:
Ein Luxus-Album der Extraklasse, mit einem herrlichen, reich illustrierten Textbuch. Da kommt selbst die schönste CD-Ausgabe nicht mit. Ich gestehe es ein: Diese TOSCA übertrifft für mich selbst die legendäre mit Maria Callas und Tito Gobbi unter Victor de Sabata (EMI). Meine Begeisterung für diese Aufnahme hat seit dem ersten Erwerb 1964 niemals nachgelassen.
Falstaff (09.03.2017, 00:27): Die Italiener sagten immer „ Wir überließen Tito Gobbi dem Rest der Welt, Giuseppe Taddei aber behielten wir für uns" Lieber Palestrina, zum Glück teilten sie ihn auch mit der Welt. Ich bin ja nun ein ziemlicher Gobbi-Fan, würde aber Taddei deshalb nie in den Hintergrund stellen. Zum Glück durfte ich ihn noch dreimal live erleben. Im Guillaume Tell (mit einem völlig verqueren Bonisolli - nachzuhören auf YouTube), im Liebestrank und der Traviata. Stimmlich logischerweise nicht mehr auf der Höhe, aber trotzdem waren es Abende von unglaublicher Intensität und Faszination. V.a. im Liebestrank hat er mir die Partie des Dulcamara völlig verdorben. Diese Spiellaune, dieser Charme, dieses 'Hinterfotzige' und dabei auch noch großartig gesungen. Danach übernahm Panerai die Partie, aber so sehr er sich auch anstrengte (und er war ja wahrlich auch ein sehr guter Bariton), das konnte er nicht erreichen. In der Traviata trat er mit einer Autorität auf, die vielleicht nur eine lange Karriere bewirken kann. Das erinnerte an Auftritte der Rysanek. Es reichte, wenn sie auf die Bühne kamen. Wenn sie dann noch anfingen zu singen, war es um einen geschehen. :)