Ingrid (13.11.2011, 19:42): Ob wohl nächsten Dienstag schon jemand von Euch lieben Wienern in die UA von Gogol geht?
Wäre ja liebend gerne angereist, aber da ich Anfang Dezember jetzt doch nach Berlin fliege (hoffe sehr, ins Füchslein zu kommen), bin ich natürlich unglaublich auf Eure Berichte gespannt.
Bo Skovhus wird die Hauptrolle singen und den mag ich schon sehr, aber noch ein wenig besser kenne ich den "Staatsanwalt/Verteidiger" vom letzten ARD-Wettbewerb Gesang und einigen Liederabenden. Hoffentlich ist die Rolle nicht zu klein, denn wir finden, er ist sehr ausdrucksstark. Leider sah ich ihn noch in keiner Oper. Ist immer alles zu weit weg.
Herzliche Grüße Ingrid
:( Entschuldigung, diese Anfrage sollte eigentlich unter "Theater an der Wien" stehen. Habe leider den falschen Button gedrückt. Kann man meinen Beitrag evtl. dahin verschieben? Vielen Dank!
pavel (14.11.2011, 10:24): Nun, wegen Bo Skovus anzureisen, wäre auch nicht sehr sinnvoll, denn schon vor einiger Zeit kam die Meldung:
Auf Grund einer längerfristigen Erkrankung hat KS Bo Skovhus vor wenigen Tagen die Titelpartie in Lera Auerbachs Uraufführung „Gogol“ zurückgelegen müssen. Aufgrund der schwierigen Partie und Kürze der Vorbereitungszeit hat sich die Regisseurin Christine Mielitz für eine dramaturgische Aufteilung der Rolle entschieden. „Wir freuen uns, zwei Spezialisten im Bereich der zeitgenössischen Musik dafür gewonnen zu haben“, betont Intendant Roland Geyer. Der österreichische Bariton Martin Winkler und der deutsche Bassbariton Otto Katzameier werden diese äußerst anspruchsvolle Titelpartie übernehmen.
Aber allzu klein dürfte die Partie nicht sein, wenn es für den Ersatz gleich zwei Sänger benötigt.
Severina (14.11.2011, 13:44): Liebe Ingrid, von mir wirst Du wahrscheinlich keinen Bericht lesen, denn am Tag der PR bin ich bei einer Geburtstagsfeier und danach habe ich eine Woche Besuch, und das sind eher Theater und Konzert- als Opernfans. Aber ich werde die Kritiken lesen und Dir berichten! (Vielleicht schaffe ich es ja doch hinein, denn die Vorberichte klingen sehr interessant!)
lg Severina :hello
Billy Budd (14.11.2011, 15:31): Ich plane, eine Vorstellung zu besuchen (Die Uraufführung morgen geht sich leider nicht aus.). Vertraut aber in diesem Fall anderen Besuchern mehr, denn ich halte mich nicht für kompetent genug, um die Aufführung beurteilen zu können. Ich darf Euch aber auf die von mir hier angekündigte Radioübertragung aufmerksam machen. Billy :hello
Severina (14.11.2011, 17:23): Lieber Billy, wieso sollst Du nicht kompetent sein?? Vergleichsmöglichkeiten hat bei einer UA niemand, es geht also darum, ob/was Dir die Musik zu sagen hat, und Stimmen beurteilen kannst Du sowieso sehr gut. Also stell Dein Licht bitte nicht unter den Schefel und berichte uns!!
lg Severina :hello
Ingrid (14.11.2011, 17:38): Liebe Severina und lieber Billy Budd,
wenn der Sänger der Hauptrolle so kurzfristig ausfällt, ist das bestimmt ein ziemlich großes Problem und dann auch noch bei einer Uraufführung. Hilfe! Da kann man ja wirklich gespannt sein, wie das ausgeht.
Die Rolle des Staatsanwaltes ist offensichtlich ziemlich klein geraten, da er nicht extra erwähnt wird. Schade.
Mal sehen, ob wir Ö1 empfangen können. Vielen Dank für den Tipp und ich bin auf jeden Fall auf Berichte gespannt. :hello Ingrid
Billy Budd (15.11.2011, 22:15): Liebe Ingrid, wenn Du nicht Ö1 nicht empfangen kannst, ist das kein Problem, denn der Sender lässt sich auch mittels Livestream hören. Außerdem werde ich die Sendung mitschneiden und wenn Du Interesse hast, kann ich Dir eine Kopie schicken.
Liebe Severina, danke für das Lob, aber da ich mich mit zeitgenössicher Musik gar nicht auskenne, wage ich eigentlich nicht, ein Urteil über die Aufführung abzugeben. Meine Berichte geben nur meine persönlichen Eindrücke wieder.
Martin Winkler ist mir übrigens von mehreren Vorstellungen an der Volksoper (Gehört unter anderem als Gianni Schicchi, Herr Reich, Bartolo und Tosca-Mesner) bekannt und seine Stimme klang jedes Mal gequetscht und nicht wirklich schön.
Billy :hello
Ingrid (16.11.2011, 08:23): Las gerade mit großer Freude, dass die Premiere gestern einen "Wahnsinnserfolg" gehabt haben soll.
Lieber Billy Budd, falls ich tatsächlich über den Rundfunk nichts mitbekommen sollte, komme ich sehr gern auf Dein tolles Angebot zurück. Vielen Dank schon mal.
Herzliche Grüße aus dem Nebel Ingrid
Billy Budd (19.11.2011, 22:02): Aufnahme gelungen! Wer an einer Kopie Interesse hat, möge sich per PN melden. Billy :hello
pavel (20.11.2011, 17:11): @Ingrid: Die Rolle des "Staatsanwalt/Verteidiger" ist zwar nicht übermäßig groß, allerdings durchaus effektvoll, da er im letzten Bild quasi einen Dialog mit sich selbst singt. Der Staatsanwalt ist dabei in Baritonlage, der Verteidiger im Falsett zu singen (wobei ihm die tiefe Lage eindeutig besser gelingt). Von der Regie wird das dadurch unterstützt, dass er in jeder Hand eine Puppe hat, die jeweils den Text mitzusprechen scheint.
Ingrid (20.11.2011, 19:21): Lieber Pavel,
ganz herzlichen Dank für diese Mitteilung. Freut mich sehr, dass Falko Hönisch dann doch gut zur Geltung kommt. Auf einem Foto habe ich ihn auch schon entdeckt. Er ist ja ziemlich groß.
Er hat, meiner Meinung nach, einen ziemlich großen Stimmumfang (manchmal sogar mit sehr tenoraler Färbung), aber als Bassbariton liegt ihm die tiefe Lage halt einfach ein wenig besser. Finde es aber trotzdem toll, dass er zum Schluss noch als Bauchsänger :wink fungieren durfte, denn das hat ihm bestimmt viel Spaß gemacht.
:hello Ingrid
Billy Budd (27.11.2011, 13:04): So, gestern war ich im "Gogol". Ich hatte kaum mit zeitgenössicher Musik vorher zu tun und musste mich daher auf etwas völlig Neues einlassen. In der ersten Viertelstunde empfand ich die Musik als schrecklich und beschloss, in der Pause die Flucht zu ergreifen, was ich aber glücklicherweise bleiben gelassen habe. Je weiter das Stück fortgeschritten war, desto mehr begeisterte mich diese Musik und jetzt bedaure ich, nur eine Vorstellung besucht zu haben, denn es hätte bestimmt viel mehr zu entdecken gegeben. Wenigestens bin ich im Besitz der Radioübertragung. Ansonsten kann ich leider nicht viel dazu sagen, da mir zum ersten ehrlich gesagt der Inhalt noch nicht ganz klar ist und ich deshalb nicht immer gewusst habe, welche Sänger welche Rollen verkörpern und zum zweiten auch mit zeitgenössicher Musik fast keine Erfahrung habe. Jedenfalls freut es mich, dass es an der Staatsoper in einer zukünftigen Saison eine Uraufführung geben wird. Billy :hello
Ingrid (02.05.2012, 23:38): Original von pavel @Ingrid: Die Rolle des "Staatsanwalt/Verteidiger" ist zwar nicht übermäßig groß, allerdings durchaus effektvoll, da er im letzten Bild quasi einen Dialog mit sich selbst singt. Der Staatsanwalt ist dabei in Baritonlage, der Verteidiger im Falsett zu singen (wobei ihm die tiefe Lage eindeutig besser gelingt). Von der Regie wird das dadurch unterstützt, dass er in jeder Hand eine Puppe hat, die jeweils den Text mitzusprechen scheint.
In einer ähnlich schwierigen Rolle (Bariton/Falsett) erlebte ich Falko Hönisch jetzt in Regensburg als letzten Virtuosen. Es war eine extrem spannende Kurzoper und sehr zu empfehlen. Aber nichts für schwache Nerven.