Große Stimmen in historischen Aufnahmen-Raritäten und Kuriositäten
Rossini (22.01.2017, 18:14): Würde mich sehr über Diskussionen mit Liebhabern aus dem Bereich Klassik, Oper Kunstlied usw freuen
palestrina (22.01.2017, 19:10): Hallo Rossini, ab wann, oder bis wann ist es bei dir historisch?
LG palestrina
Hörbert (22.01.2017, 19:11): Hallo!
Was meinst du mit Kuriositäten? Florence Foster Jenkins?
Wie die Dame tatsächlich gesungen hat kann man anhand der veröffentlichten uralten Aufnahmen bestenfalls noch erahnen.
Ansonsten was sind für dich große Stimmen?
Kirsten Flagstad?, Anna Moffo? Martha Mödl? Gerhard Stolze? Richard Lewis? .............
Einige der alten großen Stimmen kenne ich auch, aber mein Wissen ist hier recht lückenhaft und mein Interesse sporadisch.
MFG Günther
Rossini (23.01.2017, 10:21): Guten Morgen! Hätte nicht gedacht, daß jemand auf dieses Thema aufspringt. :) Also für mich beginnen die historischen Aufnahmen so um 1900 herum. Die Aufnahmen mit Foster Jenkins (die ich übrigens auh in meiner Sammlung habe), sind eigentlich schon mehr als kurios und tuen meinen Ohren ein wenig weh.... ;( Ich selbst bin bei Sängern und Sängerinnen nicht für Personenkult. Jeder Künstler hat irgendwann in seinem Leben auch nicht so gut gelungene Aufnahmen gemacht, aber das ist ja wohl auch menschlich? Dies trifft allerdings z.B. auf den Tenor Richard Tauber NICHT zu. Es gibt auch Künstler, die trotz einer strahlenden Stimme aus irgendwelchen Gründen niemals eine Weltkarriere gemacht haben (jon Otnes). Hoffe hier ein wenig Interesse geweckt zu haben an der menschlichen Stimme?
Waldi (24.01.2017, 11:32): Wann hört "historisch" bei Dir auf?
Die Serie "Great Voices of the Opera" dürfte vermutlich sehr viel von dem erfassen, was Du im Sinn hast, oder?
Übrigens: Um eine Weltkarriere zu machen, muß man auf sehr viel verzichten. Familie, Privatleben etc. etc. - da muß man ziemliche Abstriche machen. Das schafft nicht jede(r) und will auch nicht jede(r). Der Vorteil daraus ist, daß es einen natürlich freut, wenn auch die zweite oder dritte Besetzung Qualitäten aufweist, die einen Vollgenuß garantieren. Personenkult ist auch meine Sache nicht, aber für Stimmenkult bin ich schon ein bisserl anfällig.
:hello Waldi
palestrina (24.01.2017, 12:12): Wann hört "historisch" bei Dir auf?
aber für Stimmenkult bin ich schon ein bisserl anfällig.
:hello Waldi Ja lieber Waldi, wann historisch aufhört habe ich ja auch schon gefragt? ?( Und der Stimmenkult hat bei mir auch einen besonderen Platz!
Der gute Rossini sollte doch mal mit gutem Beispiel vorangehen, und uns mit Beispielen beglücken, wenn man schon einen solchen Thread eröffnet!
LG palestrina
Waldi (24.01.2017, 13:06): Ich denke, unser Rossini wird sich schon rühren (offenbar war er zu pessimistisch bezüglich des Echos und schaut vielleicht nur selten nach, ob da was widerhallt). Etwas schwierig wird die Sache natürlich, weil die seinerzeitige Technik ja die Wiedergabe von Männerstimmen begünstigte. Bei den Damen wird man sich nolens volens stärker auf die Jahrzehnte nach 1930 konzentrieren müssen. Für mich könnte "historisch" durchaus erst in den 1950ern enden, wiewohl das für mich alten Knacker ja eigentlich Gegenwart bedeutet.
:hello Waldi
Rossini (24.01.2017, 15:52): Hallo Waldi! Bin selbst ein alter Knacker :D (74) Ich freue mich über jeden Komentar.... Ich bin noch relativ neu hier und versuche herauszufinden wie man einzelnen Interessenten antworten kann. Auf dem Gebiet der Komunikation in einen solchen netten Forum, bin ich ein Greenhorn ^^ Vielleicht kann mir ja jemand erklären, wie ich auf die einzelnen Komentare zu meinem Beitrag antworten kann??? ( aber bitte für 8 Järige) :) Die bisherigen Komentare finde ich alle sehr zutreffend und vieles liegt auch in meinem Sinne. LG Rossini
Rossini (24.01.2017, 16:03): Hallo Hörbert Vielleicht eine kleine Erklärung, was ich da unter Raritäten gemeint habe.... Da wäre z.B. Eine Aufnahme mit Richard Tauber.... Er singt da mit sich selbst ein Duett. Für die 30iger Jahre schon etwas Besonderes (Ich wollt, meine Liebe ergösse sich) Mendelssohn-B das ist aber nur eins von vielen Stücken, die allerdings nur ich für Raritäten halte LG Rossini
Rossini (24.01.2017, 16:06): Hallo Waldi! Habe Deinen Wink mit dem Zeigefinger wohl verstanden, und da Du und die Anderen scheinbar doch ein wenig Interesse habt, an meinem Thema gelobe ich Euch, in Zukunft öferts reinzuschauen. LG Rossinni :hello
Waldi (24.01.2017, 16:22): Lieber Rossini,
Man tut sich leichter, wenn man sich an konkrete Namen hält. Du hast zum Beispiel Richard Tauber genannt. Ich kenne mehrere Aufnahmen von ihm und weiß natürlich, daß er Lehárs Traum-Tenor war. Was ich im Moment an Operetten von Tauber im Ohr habe, fasziniert mich erstaunlicherweise gar nicht so sehr, aber das liegt vermutlich mehr an den technischen Mängeln der Aufnahmen. Ich erinnere mich aber dumpf (momentan bin ich mit anderen Dingen belastet, die mir kaum Zeit zum Stöbern geben) an eine Opernarie, möglicherweiswe aus "Tosca", bei der ich mir dachte: "Wow, jetzt begreife ich, warum die Leute so wild auf ihn waren!". Irgendwas in meinem Hinterkopf sagt mir auch, daß ich etwas aus seiner Spätzeit gehört habe, als die Technik schon fortgeschritten war, und das war ebenfalls begeisternd gut, weil nicht schmalzig oder so, aber großartig timbriert.
Deine Antworten auf andere Kommentare/Beiträge/Äußerungen schreibst Du einfach hier in diesen Thread, dafür ist er da. Erfahrungsgemäß lesen viel mehr Leute interessiert mit als sich tatsächlich an der Diskussion beteiligen. Und mit etwas Glück finden sich dann mehrere Oper(ette)nnarren, die auch ihren Senf, sprich ihre Erfahrung einbringen. Allerdings würde ich aus praktischen Gründen vorschlagen, Orchestrales (also Mendelssohn Bartholdy) von Vokalem zu trennen, wenn es nicht konkrete Überschneidungen oder Zusammenhänge gibt.
LG Waldi
Rossini (24.01.2017, 17:13): Hallo Waldi! Danke Dir sehr für Deinen Tip. Richard Tauber ist übrigens komplett in meiner Sammlung, allerdings beeindrucken mich hauptsächlich genau wie Du, die Opernaufnahmen. Die Mendellsohn-Aufnahme habe ich nur angeführt, weil es damals schon etwas Besonderes war solch eine Technik einzusetzen (Tauber singt mit Tauber).
LG Rossini
Jürgen (24.01.2017, 19:04): Also für mich beginnen die historischen Aufnahmen so um 1900 herum Und für mich befindet sich die Grenze zu neuzeitlichen Aufnahmen zwischen 1955 und 1965.
Historischen Aufnahmen höre ich recht selten. Dennoch gibt es einige wenige, die ich gerne höre:
Schubert: Die schöne Müllerin, Aksel Schiotz/Gerald Moore 1945
Schubert: Winterreise, Hotter/Raucheisen 1942
Wagner: Die Walküre 1.Aufzug, Melchior/Lehmann/List/Walter 1935
Wagner: Parsifal, Knappertsbusch 1951
Oops, jetzt lese ich gerade, dass es zusätzlich um Raritäten bzw. Kuriositäten geht.
Darum handelt es sich natürlich bei meinen Oldies nicht. Sorry.
Grüße
Jürgen
Hörbert (24.01.2017, 20:13): Hallo!
Ja, wo endet "historisch"?
Für mich sind auch Aufnahmen aus den 70ger und 80ger Jahren des letzten Jahrhunderts schon historische Aufnahmen und nicht erst Aufnahmen aus den 30gern oder 50gern.
So sehe ich z.B. nicht nur die Aufnahmen mit Maria Callas sonmdern auch z.B. Aufnahmen mit Carla Henius als historisch an.
Aber ich fürchte mal das hat Rossini eigentlich nicht gemeint.
MFG Günther
Rossini (25.01.2017, 09:26): Hallo Hörbert! Auch die von Dir angeführten Aufnahmen aus den 80igern gehören für mich zu dem Kreis der historischen Aufnahemen. Über die 2. Sängerin, die Du aufgeführt hast, muß ich mich allerdings noch schlau machen..... LG Roissini
Rossini (25.01.2017, 09:31): Hallo Jürgen! Schöne Aufnahmen, die Du da angeführt hast. Die schätze ich auch sehr :thanks Wenn ich nur wüßte, wie man solche Covers hier hineinbringen kan??? (technisch) Vielleicht hast Du einen Tip für mich? LG Rossini
Cavaradossi (25.01.2017, 10:45): Du hast zum Beispiel Richard Tauber genannt. Ich kenne mehrere Aufnahmen von ihm und weiß natürlich, daß er Lehárs Traum-Tenor war. Hallo Waldi,
es stimmt, daß Tauber Lehárs Traumtenor war, obgleich er ihn nach dem Krieg schmählich behandelt hat. Der fast mittellose Tauber saß todkrank in London und hatte Lehár, der durch ihn Millionen verdient hatte, um finanzielle Hilfe gebeten. Lehár schickte ihm signierte Postkarten mit seinem Porträt mit dem Hinweis, daß er diese in England wohl leicht zu Geld machen könnte ..... Aber das ist eine andere Geschichte. Nun zu Richard Tauber: Bevor dieser zum "Lehár-Tenor" und Operettenstar wurde, war er ein Opernsänger von internationalem Rang. Vor allem aber war er - und blieb es bis zu seinem Tod - ein Mozart-Sänger von einzigartiger Kultur. Hier ist er als solcher zu erleben:
Don Giovanni: "Dalla sua pace" und "Il mio tesoro" (1939, ital. gesungen), Die Entführung: "Konstanze, dich wiederzusehen" und aus Zauberflöte: "Dies Bildnis ist bezaubernd schön", beide 1938 aufgenommen. Von der Bildnis-Arie gibt es zwei weitere Versionen: die erste von 1922 (frischer, aber auch unbekümmerter als 1938) und eine von 1946 (mit dem Orchester der Wiener Staatsoper). Diese letzte ist wohl seine reifste Interpretation, ohne spürbare Einbuße seiner stimmlichen Mittel. Dann gibt es (enthalten in einer preiswerten 10 CD-Box) noch einen Mitschnitt der Giovanni-Arie "Il mio tesoro" vom 27. September 1947 in Covent Garden London. Tauber singt die Arie auf deutsch "Tröstet die Heißgeliebte". Die Aufnahme entstand anläßlich des Gastspiels der Wiener Staatsoper in London, während einer öffentlichen Aufführung der gesamten Oper. Kurz zuvor hatte Tauber bei einer Operation einen Lungenflügel eingebüßt; er sang also hier mit nur halber Lunge. Das hört man aber nicht; seine Stimme klingt unverbraucht und sein Vortrag ist bewundernswert. Es war sein letzter Auftritt. Wenige Monate später, am 8. Januar 1948, starb Richard Tauber an den Folgen seiner Krebserkrankung.
LG, Cavaradossi :hello
Rossini (25.01.2017, 16:21): Hallo Cavaradossi! Ich freue mich über den Beitrag sehr, insbesondere, daß es viele Menschen gibt, die ihn nicht nur als Lehar Interpreten gehört haben. Ich meine, den bislang kompletten Tauber auf Tonträger in meiner Sammlung zu haben. Ich muß immer leise in mich hinein lächeln, wenn einige Kritiker ihn in die Riege der "Ritter des hohen C" einreihen. Tauber hat niemals das hohe C voll ausgesungen. Aber wie geschickt er das angestellt hat, merkt das breite Publikum nicht. Da sieht man mit welcher Technik dieser Künstler gesungen hat. LG Rossini
Cavaradossi (25.01.2017, 17:17): Tauber hat niemals das hohe C voll ausgesungen. Hallo Rossini,
als Tauber nach dem 1. Weltkrieg in Dresden engagiert war, gab es an der Semperoper einen Tenor namens Curt Taucher. Da gibt es ein schönes Bonmot, das hieß: TAUCHER hat ein C und ein H, TAUBER aber nur ein B. Doch welch eine Karriere hat Tauber mit seiner wesentlich kleineren Stimme hingelegt, während von Curt Taucher heute kaum noch die Rede ist. Die meisten werden noch nicht einmal seinen Namen kennen. Hier übrigens das 10 CD-Album, das ich in meinem vorherigen Beitrag erwähnt habe:
Es enthält, neben vielen unbekannten Kostbarkeiten, auch den Mitschnitt aus Covent Garden vom 27.9.1947. Klanglich ist der zwar unterirdisch, aber künstlerisch belegt der kurze Ausschnitt noch einmal eindrucksvoll Taubers Künstlertum. Natürlich ist der Sänger nicht ganz unschuldig daran, daß er heutzutage den meisten Musikfreunden nur als Operetten- und Schnulzensänger noch bekannt ist. Dabei verdeckt das total die Tatsache, daß er ein ungewöhnlich feinsinniger und vielseitiger Opernsänger war. Aber die Operette, und vor allem Lehárs Melodien, waren in den 1920er Jahren die Hits schlechthin, und so ist es ihm nicht zu verdenken, daß er vornehmlich damit seine Kasse gefüllt hat. Doch, wie bekannt, konnte er vieles, aber nicht mit Geld umgehen. Großzügig verteilte er sein Vermögen, meist an fragwürdige Leute, und starb schließlich völlig verarmt. Sein Begräbnis wurde von Freunden finanziert, u.a. auch von Marlene Dietrich. Vor der Beisetzung wurde in der Kirche zu seinen Ehren Mozarts Requiem aufgeführt. Wer sich für Taubers Leben interessiert, dem empfehle ich die Biographie von Michael Jürgs "Gern hab' ich die Frau'n geküßt" (List Taschenbuch). Ein bewegendes Buch und zudem auch ein Stück Zeitgeschichte.
LG, Cavaradossi :hello
palestrina (25.01.2017, 19:52): Ich führe dann mal einen echten „ Tenore di grazia " ins Feld Cesare Valletti. *18.12.1922 in Rom +15.5.2000 in Mailand
Er ist immer noch ein gern gehörter Gast auf meinen Ohren, angefangen hat das mit dem Alfredo in einer Aufnahme mit der Callas, dann war ich infiziert mit dem Valletti Virus ! Zu seinen Lehrern gehörte auch der große Tito Schipa.
AD 1949-1952 Wer ihn kennenlernen möchte, dem sei diese Zusammenstellung empfohlen! Für die vielen Gesammtaufnahmen div.Opern die es von ihm gibt, stelle ich zwei meiner liebsten hier vor ...
AD 1958 Es gibt auch noch eine Traviata mit der Callas von 1951 aus Mexico.
AD 1955 Diese Aufnahme gab es auch mal von der EMI.
Dann viel Rossini, den Don Giovanni, Don Pasquale, Linda di Chamounix, Cimarosa usw., wer nach Aufn. suchen will der findet.
LG palestrina
Cavaradossi (25.01.2017, 20:20): In dieser wunderbaren Aufnahme von 1959 (Stereo) singt Cesare Valletti den Grafen Almaviva. Insgesamt eine grandiose Besetzung, und Valletti ist eines der Glanzlichter.
Figaro: Robert Merrill - Rosina: Roberta Peters - Don Basilio: Giorgio Tozzi - Bartolo: Fernando Corena Chor und Orchester der Metropolitan Opera New York, Dirigent: Erich Leinsdorf.
palestrina (25.01.2017, 22:31): In dieser wunderbaren Aufnahme von 1959 (Stereo) singt Cesare Valletti den Grafen Almaviva. Insgesamt eine grandiose Besetzung, und Valletti ist eines der Glanzlichter.
Figaro: Robert Merrill - Rosina: Roberta Peters - Don Basilio: Giorgio Tozzi - Bartolo: Fernando Corena Chor und Orchester der Metropolitan Opera New York, Dirigent: Erich Leinsdorf. Hallo Cavaradossi, die Aufnahme wäre noch besser mit einer vorteilhafteren Rosina :D !
LG palestrina
Jürgen (26.01.2017, 01:14): Hallo Jürgen! Schöne Aufnahmen, die Du da angeführt hast. Die schätze ich auch sehr :thanks Wenn ich nur wüßte, wie man solche Covers hier hineinbringen kan??? (technisch) Vielleicht hast Du einen Tip für mich? LG Rossini Aber gerne. Hier findest Du die Anleitung.
Grüße Jürgen
Cavaradossi (26.01.2017, 09:28): Hallo Cavaradossi, die Aufnahme wäre noch besser mit einer vorteilhafteren Rosina :D ! LG palestrina
Hallo, palestrina, guten Morgen!
Ehrlich gestanden, mir persönlich gefällt gerade Roberta Peters in dieser Rolle ganz ausgezeichnet. Ich weiß, daß Rossini sie für einen Mezzo komponiert hat, aber ich finde, daß eine Sopranstimme besser zu einem jungen Mädchen paßt. Und Frau Peters hat zum einen eine glockenreine, jugendfrische Stimme (in dieser Hinsicht erinnert sie mich immer ein bißchen an Erna Berger), und ihre Koloraturen sind schlicht großartig. Mir gefällt sie hier deutlich besser als in Böhms "Zauberflöte". Für die Königin der Nacht fehlt ihr ein wenig die Durchschlagskraft und die Dämonie. Da ziehe ich Lucia Popp, Edda Moser oder Cristina Deutekom vor.
LG, Cavaradossi :hello
palestrina (26.01.2017, 09:41): Auch der zwei Jahr jüngere Nicola Monti gehört in die selbe Kategorie wie Valletti, als „ Tenore di grazia ". *21. November 1920, Mailand, +1. März 1993, Fidenza, Italien Monti hatte die etwas schönere süßliche Stimme, wogegen Valletti etwas mehr forza besaß, auch stand Monti am Anfang seiner Karriere etwas im Schatten von Valletti, doch später waren sie quasi Rivalen um die Gunst des Publikums. Von Monti gibt es drei Aufnahmen mit der Callas in La Sonnambula und alle aus dem Jahr 1957. 1.Studio EMI , 2. Köln 4.7. EMI 3.Edinburgh 21.8. Testament. Und alle sind erhältlich. Ich liebe jede einzelne
Hier hat man die Qual der Wahl! AD1960 Auch gibt es noch einen schönen Barbiere von 1952 mit der los Angeles, da hätte sich die Peters mal sollen eine Scheibe abschneiden. :D
Diese Liebestrank Aufnahme ist schließlich der Knaller, wie Monti hier den den naiven Burchen darstellt ist einfach sensationell, nicht wie heutzutage als Tenorvehikel. Auch Gobbi als eingebildeter Belcore ist grandios, und der große Melchiorre Luise der, der Dulcamara seiner Zeit war, komödiantisch aber nie übertrieben.Und dann die Carosio als kecke Adina passt exzellent dazu. Dicke Empfehlung!
Liebestrank selige Grüße vom palestrina der gerade den Liebestrank hört. :love:
palestrina (26.01.2017, 09:52): Hallo Cavaradossi, die Aufnahme wäre noch besser mit einer vorteilhafteren Rosina :D ! LG palestrina Hallo, palestrina, guten Morgen!
Ehrlich gestanden, mir persönlich gefällt gerade Roberta Peters in dieser Rolle ganz ausgezeichnet. Ich weiß, daß Rossini sie für einen Mezzo komponiert hat, aber ich finde, daß eine Sopranstimme besser zu einem jungen Mädchen paßt. Und Frau Peters hat zum einen eine glockenreine, jugendfrische Stimme (in dieser Hinsicht erinnert sie mich immer ein bißchen an Erna Berger), und ihre Koloraturen sind schlicht großartig. Mir gefällt sie hier deutlich besser als in Böhms "Zauberflöte". Für die Königin der Nacht fehlt ihr ein wenig die Durchschlagskraft und die Dämonie. Da ziehe ich Lucia Popp, Edda Moser oder Cristina Deutekom vor.
LG, Cavaradossi :hello Hallo Cavaradossi, du sprichst was an, ja die Königin der Nacht war das Schlüsselerlebnis, die Peters hat mich nie erreicht, so ist das eben mit Stimmen, wie oben geschrieben war auch die los Angeles ein Sopran aber um längen besser als die Peters, :ignore als Rosina! Aber wir haben ja beides und können uns aussuchen was wir und wenn wir hören wollen :thumbsup: !
Es grüßt dich palestrina
Cavaradossi (26.01.2017, 10:20): Auch gibt es noch einen schönen Barbiere von 1952 mit der los Angeles, da hätte sich die Peters mal sollen eine Scheibe abschneiden. Hallo palestrina,
ja, natürlich war Victoria de los Angeles eine andere Klasse als Roberta Peters, keine Frage! Die Aufnahme von 1952 (ich denke, Du meinst die mit Serafin) kenne ich leider nicht, aber ich habe de los Angeles als Rosina in der Aufnahme von 1962 unter Vittorio Gui, mit dem unvergleichlichen Sesto Bruscantini in der Titelrolle. Da singt und spielt sie ganz bezaubernd und ist natürlich der Peters in jeder Hinsicht überlegen. Roberta Peters habe ich seinerzeit erstmals als Gilda gehört, in der Perlea-Aufnahme von "Rigoletto" (RCA), mit Jussi Björling als Herzog. Da war ich ganz begeistert, was zum Teil aber sicher auch mit meinem Lieblingstenor Björling zu tun hat, obwohl der gerade in dieser Aufnahme nicht seinen besten Tag hatte (aber immer noch um Klassen besser als mancher Kollege an seinem besten Tag!). Als sternflammende Königin kann Peters dagegen nicht überzeugen, da sind wir uns ganz einig. Übrigens hast Du weiter oben die Bartoletti-Aufnahme des Barbier (DGG) aufgeführt. Die hat leider nie die Anerkennung gefunden, die sie eigentlich verdient hätte. Ich besaß sie auf LP, aber aus Platzgründen mußte ich den größten Teil meiner LP-Sammlung auslagern, und auf CD habe ich sie nicht mehr neu angeschafft. Es ist eine schöne Aufnahme, mit guter Besetzung. So habe ich sie jedenfalls in Erinnerung.
Liebe Grüße, Cavaradossi
Waldi (26.01.2017, 11:30): Dem hymnischen Lob für Victoria de los Angeles unter Serafin schließe ich mich gern an, weise aber auch auf den ebenso großartigen Nicola Rossi-Lemeni als Basilio in der gleichen Aufnahme hin. Beide legen ein Niveau vor, das weder von Serafin noch von Monti erreicht wird, obwohl auch die sehr gut sind.
Cavaradossi (26.01.2017, 12:03): In die Reihe der Raritäten und Kuriositäten gehört zweifellos auch diese ungewöhnliche Aufnahme:
Schubert: Winterreise Peter Anders, Tenor (mit Michael Raucheisen am Klavier).
Sie entstand unter chaotischen Bedingungen im Januar/März 1945 in Berlin, immer wieder unterbrochen durch Bombenangriffe. Ein Tondokument, das nicht nur die wunderbare Interpretation durch den frühverstorbenen Sänger festhält, sondern auch die bedrückende Stimmung der letzten Kriegswochen widerspiegelt.
Cantus Arcticus (26.01.2017, 16:34): Hallo Zusammen ich habe dieses Thema aus dem Bereich "Registrierung/Erste Beiträge" hierher verschoben, da es thematisch hierher gehört.
Gruss Stefan
Cavaradossi (26.01.2017, 17:06): Nachtrag zu Leinsdorfs "Barbier von Sevilla". Es gibt ihn auch noch in dieser Ausführung in der Serie "Living Stereo":
Nach m.W. war das seinerzeit die erste komplette Einspielung, ohne die üblichen Kürzungen. Das bedeutet über 30 Minuten Spielzeit mehr, und darunter befindet sich manche bisher übersehene Perle. Die Klangqualität ist erstaunlich gut.
Cavaradossi (26.01.2017, 18:37): In die Reihe der Raritäten, weniger der Kuriositäten, gehört nach meinem Empfinden auch Alexander Kipnis (1891-1978), der vielseitigste Bass des 20. Jahrhunderts. Nicht so populär wie Schaljapin, hatte er ein wesentliches breiteres Repertoire und nach meinem Empfinden auch die schönere Stimme. Ich möchte Kipnis, der aufgrund der idiotischen Judengesetze der Nazis nach 1933 Deutschland verlassen mußte und in die USA emigrierte, mit einem Doppelalbum vorstellen, das ihn sowohl als Opern- wie auch als Liedsänger präsentiert:
Es enthält Aufnahmen aus den Jahren 1922 - 1931, also aus seiner besten Zeit. CD 1 zeigt ihn als Opernsänger, mit Auszügen aus italienischen und deutschen Opern. Darunter befindet sich eine deutsch gesungene Version der Arie des Philipp aus Verdis "Don Carlos", die ich in dieser Intensität von keinem seiner Kollegen, auch nicht von Boris Christoff, gehört habe. CD 2 enthält neben einer Händel-Arie (aus "Ariodante") Lieder von Schubert, Schumann und Brahms, sowie - sozusagen als Zugabe - drei Opernarien aus der akustischen Ära (1922-23), darunter nochmals (gekürzt) die Philipp-Arie. Ein faszinierendes Album, das ich jedem Liebhaber großer Stimmen ans Herz legen möchte. Für mich ist Kipnis der Sänger mit der schönsten und reinsten Baßstimme, die ich je kennengelernt habe. Das ist kein Votum gegen Christoff, Ghiaurov, Siepi oder Frick, sondern ein Plädoyer für einen Künstler, der ganz unverdient, zumindest in unseren Breiten, fast in Vergessenheit geraten ist.
Cantus Arcticus (26.01.2017, 20:09): Nachtrag zu Leinsdorfs "Barbier von Sevilla". Es gibt ihn auch noch in dieser Ausführung in der Serie "Living Stereo":
Nach m.W. war das seinerzeit die erste komplette Einspielung, ohne die üblichen Kürzungen. Das bedeutet über 30 Minuten Spielzeit mehr, und darunter befindet sich manche bisher übersehene Perle. Die Klangqualität ist erstaunlich gut. Die Reihe Living Stereo ist eine Serie erstklassiger - damals hypermoderner - 3-Kanal-Einspielungen, die als SACD Ausführungen wirklich toll sind. Diese Opernaufnahmen mit Leinsdorf und der Besetzung Merrill/Peters/Tozzi sind Meilensteine, die auch heute noch ihre Berechtigung haben!
Die Living Stereo Reihe beinhaltet 180 CDs in drei Editionen, wobei Volume 1 und 2 Symphonische Werke, Konzerte und Opern zum Inhalt haben, die 3 Edition beinhaltet vor allem Kammermusik, Liedrezitale und Sonaten. Eigentlich würden die 3 Boxen schon reichen: :times10
Grüsse :hello Stefan
Hörbert (29.01.2017, 10:07): Hallo!
@Rossini
Na ja Carla Henius war genau wie Cathy Berberian (die dir hoffentlich ein Begriff ist) vor allem bei der damaligen zeitgenössischen Musik aktiv.
:) Da ich mich vor allen für die Musik ab Brahms/Wagner über Schönberg/Reger bis zur Musik der Gegenwart interessiere dürfte ich natürlich deutlich andere "berühmte" historische (und gegenwärtige) Stimmen im Fokus haben als du. :)
Ich nehme mal an Künstler wie:
Yvonne Minton,
Louis Devos,
Evelyn Lear
oder auch
Heather Harper,
sind dir gänzlich unvertraut oder mehr dem Namen nach als durch ihre Tätigkeit vertraut.
Neben Fischer-Dieskau dürfte hier m.E allenfalls noch Christa Ludwig und Doris Soffel Schnittpunkte darstellen.
MFG Günther
palestrina (29.01.2017, 17:20): Hallo Hörbert, Cathy Berberian ist womöglich durch ihren ersten Mann Luciano Berio sehr beeinflusst worden im Bezug auf die Moderne, denn auch im Frühbarock war sie eine beeindruckende Sängerin, allen voran mit Monteverdi. Stellvertretend für beide Stielrichtungen seien hier die beiden CDs zu nennen, es gibt noch sehr viel von ihr bei den div. Anbietern, es lohnt sich allemal darüber zu schauen! ;)
Auf dieser CD ist ein schöner Ø durch ihr Schaffen dargeboten, z.B.Villa-Lobos, Xango, Berios Sequenza III und ihr eigenes Stück Stripsody :D , wer dann mehr will muss halt mal schauen, wie schon gesagt es lohnt sich, gelle Hörbert! :thumbsup: Carla Henius kenne ich nur über die Nono CD bei Wergo!
LG palestrina
Hörbert (29.01.2017, 18:40): Hallo!
@palestrina
Ja die Monteverdi-Sachen kenne ich auch, ich habe sowohl die gezeigte CD als auch das gleiche noch einmal als alte Schallplatte ( die war einmal ein Geschenk, sonst wäre sie längst weg da ich Doubletten in meiner Sammlung eigentlich nicht dulde) :) und sogar den gesamten L´Orfeo unter Harnoncourt mit Berberian/Kozma/Hansmann u.s.w. in der Erstausgabe. :)
MFG Günther
Rossini (29.01.2017, 18:42): Hallo Hörbert Hattest Recht mit der Auswahl der historischen Aufnahmen. Meist interesiere ich mich für die Oper. Bis auf einen Namen habe ich von den anderen Sängerinnen noch nie etwas gehört. Die meisten Musikaufnahmen in meiner Sammlung gehören ohnehin den männlichen Stimmen. Die E. Lear ist die Einzige, die ich gehört habe. Im Barock kenne ich mich gar nicht aus. ?( Aber man kann ja nicht überall zu Hause sein. LG Rossini
Rossini (29.01.2017, 18:50): Hallo Cavaradosi! Sehr interessant Deine Ausführungen über A.Kipnis!!! Macht mich neugierig. Werde mal hineinhören. Danke für den Tipp LG Rossini
palestrina (29.01.2017, 19:05): Aber man kann ja nicht überall zu Hause sein. LG Rossini Aber auf vielen Hochzeiten tanzen ! ;)
LG palestrina
Hörbert (29.01.2017, 20:26): Hallo!
Die meisten Musikaufnahmen in meiner Sammlung gehören ohnehin den männlichen Stimmen. Ah ja, na dann sind dir möglicherweise Ernst Haeflinger, oder auch Robert Tear bekannt die ist z.B. sehr schätze. So hat Haeflinger einige Werke von Aribert Reimann eingespielzt und Tear hat zusammen mit Giullini eine phantastische Interpretation von Brittens "Les Illuminations" sowie von der "Serenade für Horn, Tenor und Streicher" abgeliefert die ich ohne wenn und aber als kleine Juwelen meiner Sammlung betrachte.
MFG Günther
Waldi (30.01.2017, 10:14): Lieber Rossini,
Die von Hörbert genannten Damen kann ich Dir trotzdem empfehlen. Heather Harpers wundervollen Sopran kannst Du etwa in Otto Klemperers "Sommernachtstraum" von 1960 hören (für mich eine richtige Traumaufnahme). Oder Du nimmst Dir Daniel Barenboims "Nozze" di Figaro" von 1976 vor; da singt sie die Gräfin. Heather Harper und Yvonne Minton zusammen präsentiert Georg Solti bei Mahlers 8.Symphonie (1971). Es lohnt sich!
:hello Waldi
Cavaradossi (30.01.2017, 10:59): Hallo Cavaradosi! Sehr interessant Deine Ausführungen über A.Kipnis!!! Hallo Rossini,
ich bin sehr gespannt auf Deinen Kommentar zu Alexander Kipnis. Die von mir genannte Doppel-CD ist bei Amazon z.Zt. gebraucht ab € 3,91 erhältlich. Eine mehr als lohnende Anschaffung. Die beiden bekannten deutschen Stimmenexperten, Jürgen Kesting und Jens Malte Fischer, längst nicht immer einer Meinung, sind, was Kipnis betrifft, auf einer Wellenlänge. Natürlich sind die alten Aufnahmen technisch veraltet, aber die Stimme ist überraschend klar und unverzerrt eingefangen, und die Aufnahmen klingen für ihr Alter überraschend gut. Amazon bietet übrigens eine breite Palette von Kipnis-Aufnahmen, doch ich denke, daß bei dem Nimbus-Album das Preis/Leistungsverhältnis optimal ist.
Schönen Tag, Cavaradossi
Cavaradossi (30.01.2017, 11:05): Heather Harpers wundervollen Sopran kannst Du etwa in Otto Klemperers "Sommernachtstraum" von 1960 hören (für mich eine richtige Traumaufnahme). Ja, Klemperers Aufnahme der "Sommernachtstraum"-Musik ist eine Perle des Repertoires, nicht nur, aber auch wegen der herrlichen Soli von Heather Harper und Janet Baker. Selbst wer Kubelik, Maag und Szells Versionen besitzt, sollte auf Klemperers Aufnahme nicht verzichten. Sie ist in ihrer Tiefgründigkeit unerreicht.
LG, Cavaradossi
Rossini (03.02.2017, 20:40): Hallo Cavaradossi! Vielen Dank für den Tip mit A.Kipnis.... Ist wirklich eine bemerkenswert schöne Stimme. Habe , nachdem ich einige Aufnahmen von ihm gehört habe auch gleich danach auf das von Dir empfolene Doppelalbung zugegriffen. Ich glaube, dieser Künstler hat eine einzigartige Stimme :thanks Rossini :hello
Cavaradossi (04.02.2017, 10:14):
Vielen Dank für den Tip mit A.Kipnis....
Ich glaube, dieser Künstler hat eine einzigartige Stimme :thanks Hallo Rossini,
Es freut mich, dass Dir die Stimme von Alexander Kipnis gefällt. Jens Malte Fischer schließt in seinem Buch "Große Stimmen" das Kipnis-Kapitel mit folgenden Worten: "Solange es Zeugnisse großen Kunstgesangs geben wird, so lange wird Kipnis einen der allervordersten Plätze in der Rangliste einnehmen, nicht nur die exzeptionelle Stimme, sondern auch der ungewöhnliche Interpret. Er war - nimmt man nur alles im allem - der größte Bassist unseres Jahrhunderts. Wir werden wohl kaum mehr seinesgleichen hören". Dieses Buch von J.M. Fischer ist übrigens für alle Stimmenliebhaber höchst empfehlenswert. Es umfasst über 600 Seiten und analysiert eine repräsentative Auswahl der größten Sänger und Sängerinnen des 20. Jhdts. Bei Amazon kann man es z.Zt. gebraucht für € 1,80 (+ 3 € Versandkosten) erwerben. Eine lohnende Anschaffung.
LG, Cavaradossi :hello
Rossini (10.02.2017, 21:25): Halla Cavaradosi! Habe verzweifelt das von Dir empfohlene Buch von J.M.Fischer bei Amazone gesucht.... leider ohne Ergebnis ;( (habs nicht gefunden) LG Rossini
palestrina (10.02.2017, 21:57): Halla Cavaradosi! Habe verzweifelt das von Dir empfohlene Buch von J.M.Fischer bei Amazone gesucht.... leider ohne Ergebnis ;( (habs nicht gefunden) LG Rossini Siehe hier ....
Gebunden Taschenbuch Seite 115-122
LG palestrina
Rossini (10.02.2017, 22:00): Hallo Cararadossi Damit Du nicht denkst, ich lasse die Damen der Oper links liegen..... Die Sopranistin Ernestine Schumann-Heink (1861-1936) einst auf der ganzen Welt gefeiert,war sich nicht zu schade 1908 ein Stück von Millöcker zu singen. Dies ist eine kleine Rarität in meiner Sammlung, denn sie jodelt auf bayrischer Art verteufelt gut. LG Rossini PS. weiß leider gar nicht, ob Du auf Sängerinnen stehst??
Rossini (10.02.2017, 22:03): Hallo Cararadossi! Danke für den schnellen Tip. Hab grad bei mir gewühlt und dabei festgestellt, daß ich dieses Werk schon besitze Trotzdem Danke :beer LG Rossini
Victor Aufnahmen 1906-1929 Wenn man einen Teil der Aufnahmen hört weiß man nicht ob man lachen oder weinen soll! :D Z.B. die Arie des Orsini aus der „ Lucrezia Borgia " , wenn das heute so jemand singen würde der wäre ganz schnell herunter, von den Brettern die die Welt bedeuten! Gelungen ist der Bolero von Arditi, Lascia ch'io pianga aus Rinaldo, Wagners Träume, Brahms Wiegenlied und dann die beiden Aufnahmen aus Rheingold und Götterdämmerung, und das mit 68 Jahren, das Weiche,Wotan weich ist besser als in der Aufnahme aus 1907.
Aber der Millöcker und der Erlkönig, der Rienzi, das gehört schon in das Kuriositäten Kabinett! :P
LG palestrina
P.s.Hallo Rossini ich bin der palestrina nicht der Cavaradossi, und habe dir die Bildchen eingestellt, das nur nebenbei! ;)
Rossini (11.02.2017, 00:09): Hallo Pelestrina
Hast ganz Recht, habe den Verkehrten angesprochen ..... so gehts einem alten Mann manchmal, tut mir leid LG Rossini ?(
komme erst jetzt wieder an den PC, sehe aber, daß Deine Frage inzwischen schon beantwortet ist.
Ernestine Schumann-Heink ist mir namentlich natürlich bekannt, aber soweit ich weiß, besitze ich keine Aufnahmen von ihr. Meine historischen Aufnahmen beschränken sich auf relativ wenige Sänger/innen.
Gruß, Cavaradossi
palestrina (11.02.2017, 14:43): Wer unbedingt in diesen Thread gehört ist ...
Meta Seinemeyer (* 5. September 1895 in Berlin; † 19. August 1929 in Dresden) Wiki Diese früh verstorbene Sängerin war in den 20ziger Jahren der Star der Dresdner Oper, mit einer wunderbaren Stimme gesegnet, das man noch in Dokumenten nachhören kann!
Und ihr häufiger Partner an der Dresdner Oper, der kroatische Tenor Tino Pattiera (27 June 1890 - 24 April 1966)
Gefeiertes Mitglied der Dresdner Oper bis 1941. Gastierte erfolgreich in Wien, London, Paris, Basel und Chicago und gehörte einige Jahre der Berliner Staatsoper an. Seit 1950 war er Professor an der Wiener Musikakademie.
Beiden ist die Verdi Renaissance in Deutschland zu verdanken, auch sangen sie Puccini und Giordano. Auf den CDs sind wunderschöne Duette enthalten, eine dicke Empfehlung!
LG palestrina
Rossini (11.02.2017, 16:50): Hallo Palestrina!
Vielen Dank für Deine Tips Von T.Pattiera habe ih zwar schon gehört, nie aber seine Stimme. Werde mir diese aber gleich mal zu Gehör bringen. Aus seiner Region kommen zwar nicht viele weltberühmte Sänger, wenn aber doch dann sind es ganz große Künstler (Anton Dermota als Beispiel) LG Rossini
Falstaff (11.02.2017, 23:38): Ich muss gestehen, dass ich Pattiera auch nur dem Namen nach kannte. Aber dank YouTube ist ein Kennenlernen ja heutzutage kein Problem mehr.
Ich habe mir also sein 'Celeste Aida' angehört und bin ein wenig verwirrt. Angenehmes Timbre durchaus. Aber mir fehlt es an Legatokultur und an der warmen und tragfähigen Mittellage. Zudem empfinde ich das 'b' als sehr steif. Seine Stimme klingt doch eher nach einem Tenor in der Tradition von Valletti und Tagliavini. Aber er muss wohl eine entsprechende Durchschlagskraft gehabt haben, sonst hätte er all diese Spinto-Partien nicht singen können.
Vielleicht ist es aber auch unsere Prägung heutzutage durch all diese del Monacos, Corellis, Domingos und Pavarottis. Ich muss einfach mal mehr Zeitgenossen hören.
Der zweite Ausschnitt war übrigens das Liebesduett aus dem Otello. Die Seinemeyer ist wirklich überwältigend. Da ist das Legato, die Emphase, die Wärme und ein wunderbarer Umgang mit dem Vibrato. All das höre ich bei ihm leider nicht.
Unabhängig davon ist aber seine Bedeutung für die Verdi-Renaissance damals in Deutschland. Von daher ein wirklich bedeutender Sänger.
palestrina (12.02.2017, 10:15): Tiana Luise Lemnitz (* 26. Oktober 1897 in Metz; † 5. Februar 1994 in Berlin)
Die Lemnitz besaß eine warme lyrische Stimme von großer Schönheit und Ausdruck. Auf der EMI CD sind besonders zu erwähnen, die beiden Arien aus dem Freischütz und das Duett aus Otello mit dem unvergesslichen Thorsten Ralf, die große Scene ebenfalls aus Otello, die große Scene aus dem Lohengrin mit Margarete Klose, diese und die Aufnahme von Berlin Classics, mit fantastischen Duetten, Zauberflöte und Trovatore mit Karl Schmitt-Walter, Lohengrin mit Franz Völker, Arabella mit Gerhard Hüsch und das ganz hervorragende Duett aus dem Rosenkavalier mit der entzückenden Maria Cebotari, sind sehr zu empfehlen. Die Aufnahmen lohnt allemal. Die Aufnahme mit Wagner, hatte ich mir zugelegt, wegen den Wesendonck Liedern, da ist die Klangqualität nicht ganz so gut.
LG palestrina
Cavaradossi (14.02.2017, 18:58): Unbedingt ins Kabinett der Raritäten und Kuriositäten gehört: Ljuba Welitsch (geb. 1913 bei Popowo, Bulgarien, gest. 1996 in Wien).
Ihre Karriere war kurz, sie dauerte nur rund 10 Jahre. Aber was für eine Karriere! Nach ihrem Debüt in Sofia wurde sie rasch bekannt und kam über einige Zwischenstationen nach Wien, wo sie ganz rasch an der Staatsoper zu der Salome in der gleichnamigen Oper von Richard Strauss wurde. DIese Rolle war ihr wie auf den Leib geschrieben, und noch heute heißt es, daß es weder vor noch nach ihr eine auch nur annähend gleichwertige Interpretation dieser Partie gegeben habe. Wie auch immer, schon ab Anfang der 1950er Jahre ließ ihre Stimme rapide nach, und danach hat sie sich in diversen Filmen als Schauspielerin betätigt. Allerdings setzte kein Geringerer als Karajan sie noch einmal in seinem legendären Londoner "Rosenkavalier" als Jungfer Marianne Leitmetzerin ein, eine Nebenrolle, aber immerhin .... Hier ist sie in ihren Glanzpartien zu erleben, u.a. auch mit der Finalszene aus "Salome": "Ach, du wolltest mich nicht deinen Mund küssen lassen". Eine Szene, die den Atem stocken macht, wenn Ljuba Welitsch sie gestaltet. "Unvergessen - Unerreicht": so ist auf ihrem Grabstein auf dem Wiener Zentralfriedhof zu lesen. Eine Sängerin, die leider fast vergessen ist, aber zu den Größten ihres Fachs gehört.
Falstaff (14.02.2017, 21:04): Lieber Cavaradossi, ich glaube gar nicht einmal, dass sie so sehr vergessen ist. Immer wenn die Salome genannt wird, fällt doch eigentlich auch ihr Name. Dabei sollte man nicht vergessen, was für eine großartige Donna Anna sie war, Amelia, auch Tatjana. Und erst ihre Operettenaufnahmen.
Hier kann man sie übrigens im Interview hören. Köstlich.
:hello Falstaff
Cavaradossi (15.02.2017, 12:13): Hallo, Falstaff,
nein, ganz vergessen ist sie nicht, und zum Glück gibt es ja noch immer ihre Aufnahmen. In meinem Regal steht von ihr u.a. diese Doppel-CD:
mit vielen Aufnahmen aus ihrer Glanzzeit, und auch das berühmte Welitsch-Recital von EMI habe ich, mit Arien aus Eugen Onegin, Aida, Tosca, La Bohème, Weber und natürlich der Finalszene aus Salome (mit Lovro von Matacic). Diese Szene gibt es m.W. mindestens dreimal auf Tonträger: mit Matacic (EMI), Karajan (EMI) und in der oben abgebildeten Box (live aus der Met, 1949, unter Fritz Reiner). Immer wenn ich eine davon höre, denke ich, das ist die beste! :D Ganz wunderbar ist auch ihre Aida (Ritorna vincitor) unter Krips die Agathe aus "Freischütz" (Wie nahte mir der Schlummer). Nicht zu vergessen die Brief-Szene aus "Eugen Onegin" (alles auf dem EMI-Recital). Weniger kann ich mich für ihre Lied-Aufnahmen begeistern. Strauss' "Vier letzte Lieder": Da ziehe ich doch Elisabeth Schwarzkopf oder die Janowitz deutlich vor.
:hello Cavaradossi
Cavaradossi (15.02.2017, 12:17): Übrigens: Auf "Youtube" gibt es ein 45-minütiges Interview mit Ljuba Welitsch, das August Everding mit ihr in seiner "DACAPO"-Reihe geführt hat. Sehr hörenswert!
Und jetzt noch einmal ein Versuch, die legendäre EMI-CD abzubilden:
Na, wer sagt's denn: diesmal hat's geklappt! Das ist eine von 1001 CDs, die "man hören sollte, bevor das Leben vorbei ist." (Aufnahmen: 1944, 1947, 1948).
palestrina (15.02.2017, 20:31): Übrigens: Auf "Youtube" gibt es ein 45-minütiges Interview mit Ljuba Welitsch, das August Everding mit ihr in seiner "DACAPO"-Reihe geführt hat. Sehr hörenswert!
Und jetzt noch einmal ein Versuch, die legendäre EMI-CD abzubilden:
Na, wer sagt's denn: diesmal hat's geklappt! Das ist eine von 1001 CDs, die "man hören sollte, bevor das Leben vorbei ist." (Aufnahmen: 1944, 1947, 1948). Hallo Cavaradossi, da muss ich dir uneingeschränkt Recht geben, und es gibt soviele Live Mitschnitte, auf dermaßen vielen Labels, ich habe 8 dieser CDs, 2X 2 Doppel CDs von Melodram die ich in den 80zigern in Italien erstand, es sind hier und da auch div. Überschneidungen darauf und die Tonqualität z.T. miserabel.
Auf dieser CD liebe ich besonders die Operetten Ausschnitte mit ihrem wunderbaren sprachlichen Akzent! ;)
Dieser Biographie, mit wunderschönen Bildern, na ja sie war ja auch eine schöne Frau, liegt eine CD bei mit Raritäten, das Duett aus dem Zigeunerbaron und das Lied -Ich träume immer nur von dem einen- aus dem Film „ Ihr größter Erfolg", liebe ich sehr, auch sind zweit Titel aus Privatbesitz dabei, Duett aus dem Trovatore und Tosca mit Helge Roswaenge.
LG palestrina
palestrina (15.02.2017, 20:42): Ach erwähnen wollte ich noch diese Regimentstochter ...
als Duchessa di Crakentorp ! :thumbsup:
LG palestrina
Falstaff (16.02.2017, 01:13): Fazit: Man muss sie einfach hören. Und je mehr, je besser. :)
Falstaff (17.02.2017, 00:36): Unbedingt hier hinein gehört Julius Patzak.
Ein Charaktertenor mit einer eigentlich nicht sehr schönen Stimme, dafür aber unglaublich ausdrucksvoll. Seine Florestan-Interpretation mit dem verhaltenen Beginn und nachfolgenden Crescendo (bei Böhm zwei Jahre später klang das anders) finde ich überwältigend. Auch wenn es immer wieder an bestimmten Stellen vokal hapert, ist es, vom Ausdruck her betrachtet, unglaublich eindrucksvoll und man versteht, warum Furtwängler ihn mehrfach auswählte.
Patzak war mit Sicherheit mehr 'schauspielernder Sänger', als 'singender Schauspieler'. Das aber auf eine Art und Weise, dass er einen auch auf reinen Aufnahmen heute noch in seinen Bann zieht.
Falstaff (17.02.2017, 00:43):
Vielleicht seine berühmteste Aufnahme. Und vielleicht wäre er einer der Interpreten des 'Lied von der Erde', hätte es nicht einen Fritz Wunderlich gegeben.
Ich muss gestehen, ich tue mich immer wieder schwer mit seiner Stimme. Einerseits zucke ich an bestimmten Stelle geradezu zusammen, andererseits packt er mich einfach durch seinen Ausdruck, seine Präsenz, seine Eindringlichkeit.
PS zu dieser Aufnahme. Über die Ferrier muss man wohl nichts mehr sagen. Sie ist schlichtweg :down :down :down :down :down :down :down :down :down
Keith M. C. (17.02.2017, 07:43): Hallo,
da es hier um historische Aufnahmen bzw. Raritäten geht, habe ich die betreffenden Passagen aus dem Thread "Was höre ich gerade jetzt - Jahr 2017" hierher kopiert:
Richard Wagner 100 Jahre Bayreuth auf Schallplatte Die frühen Festspielsänger 1876-1906 Recordings: 1900 - 1930
Es handelt sich um eine Box mit 12 CD.
Die Aufnahmen sind allerdings auch aufgrund des technischen Zustands mehr was für historisch Interessierte oder Enthusiasten.
Das Booklet ist mit 115 Seiten doch relativ umfangreich und listet zu jedem Stück das Aufnahmedatum der ursprünglichen Platte mit Nr. auf. Zum Beispiel für das Vorspiel zu Tristan und Isolde mit Richard Strauss und den Berliner Philharmonikern – Berlin, 13.Dezember 1928 die Nr. Grammophon 66832 (mx. 1510 bm1, 1511 bm1); oder: Ouvertüre zum Fliegenden Holländer mit Siegried Wagner und dem Orchester der Staatsoper Berlin – Berlin, 4. April 1925 die Nr. Parlophon P.1955-I,P.1955-II, P.1956-I (mx. 2-8053, 2-8054, 2-8055). Die Beispiele zeigen, dass die Box auch gewisse Orchester- und Choraufnahmen (unter der Leitung von Hugo Rüdel) beinhaltet sowie auch sehr wenige Nicht-Wagner-Titel, um die Kunst der Sängerinnen und Sänger darzustellen. Die Aufnahmen der Sänger liegen aber zum größten Teil vor den oben angeführten Orchesteraufnahmen. Diese 2 Beispiele zeigen, dass es sich bei der Box nicht ausschließlich um Aufnahmen aus Bayreuth, also z. B. im Hotel Sonne handelt, sondern vorwiegend „Bayreuther Sänger“ zeigt. Einige Aufnahmen sind mit Sängern, die wenig mit Bayreuth zu tun hatten und deren Aufnahmen z. B. in New York (z. B. Johanna Gadski) gemacht wurden.
Das Booklet listet die einzelnen Aufnahmen auf, verzichtet natürlich auf Libretti. Es handelt sich um keine Gesamtaufnahmen; dafür war es wohl noch etwas früh. Aber man versuchte die Aufnahmen als „Opernquerschnitte“ in den Besetzungen bis 1906 anzuordnen, um gut hörbare, fiktive Aufführungen zu rekonstruieren, jedoch mit folgender Erweiterung: traten Sänger, die bis 1906 in Bayreuth debütiert hatten, später in passenden Rollen dort auf, wurden sie auch berücksichtigt (C. Whitehill als Amfortas 1908, P. Knüpfer als Pogner 1912…); (zitiert aus dem Booklet, Seite 4).
Das Booklet beinhaltet dazu Beiträge "Die Bayreuther G&Ts von1904" oder "Der Bayreuther Vortragsstil auf Schallplatte oder: Was können wir hören?" u. a.
Hier sind z. B. bzgl. Lohengrin-Titelrolle Aufnahmen von Wilhelm Grüning, Ernst Kraus, Alois Hadwiger, Erik Schmedes, Andreas Dippel zu finden.
Die Gesamtspieldauer der 12 CD wird mit 15 Stunden 40 Minuten = 275 Tracks = 305 Schellack-Plattenseiten angegeben.
Bis dann.
palestrina (17.02.2017, 09:23): So sieht die Box aus ...
Die Box ist durchaus interessant, aaaber, wie Keith M.C. schon anführt, nur für Wagner Enthusiasten, bis zum Teil an der Schwelle des erträglichen, ich bin wahrlich nicht empfindlich in dieser Hinsicht ! Verdienstvoll ist so eine Zusammenstellung allemal!