Meine Zeit wird kommen. Diese Aussage Gustav Mahlers hat sich wunderbar bewarheitet! Seit Anfang der sechziger Jahre wurde sein Schaffen mehr und mehr bekannt Dies in ganz entscheidendem Mass dank der gerade eingeführten Stereophonie. Bernstein und Bruno Walter in Amerika haben Pionierarbeit geleistet.
Was fasziniert uns an diesem Mann, der nur in seinen Sommerferien seine Sinfonien und Liederzyklen niederschreiben konnte ?
Immer wieder und auch noch heute wird ihm vorgeworfen, nur Kapellmeistermusik geschrieben zu haben. Und mehr gewollt als erreicht zu haben. Für seine 8. Sinfonie wahrscheinlich nicht ganz ohne Berechtigung.
Auch gegenwärtig gibt es viele, die die Werke Mahlers in Grund und Boden verdammen. Aber auch die, die nie genug von seiner Musik bekommen können. Ich gehöre zur zweiten Kategorie.
Mit Ausnahme der 8. schätze und liebe ich alle seine Sinfonien. Seine Liederzyklen sind ergreifend. Das Lied von der Erde , eine Sinfonie mit Worten.
Grosse Mahlerdirigenten in der Vergangenheit waren wie schon gesagt, Bruno Walter L. Bernstein und auch Otto Klemperer. Walter war ein enger Freund Mahlers. Er leitete den Mahler - Boom ein. Otto Klemperer kannte Mahler ebenso. Mahler gab dem 23 jährigen Klemperer ein Empfehlungsschreiben mit. Klemperer erzählte, dass dieses ihm alle Türen im weiteren Leben geöffnet habe. Sein Leben lang trug er eine Kopie in seinem Anzug.
Die Tonträgerindustrie hat sich um diesen Komponisten stets bemüht. Grosse Interpretationen, grosser ,auch noch lebender Dirigenten ,haben uns Mahler noch näher gebracht.
Wie ist Eure Einstellung Mahler gegenüber ? Liebt Ihr seine Werke auch, oder gehört er eher zu den Unbeachteten ?
Rolf.
Cosima (01.04.2006, 15:12): Hallo Rolf,
mit Mahler bin ich erst recht spät warm geworden, vielleicht weil ich mich zu wenig um ihn gekümmert habe. Dann plötzlich mit der 4. Sinfonie (Szell hat mir hier zum Durchbruch verholfen) die Erkenntnis: Das ist ein großartiger Komponist. Plötzlich mochte ich auch all die anderen Sinfonien, die lange Zeit vorher im Regal vor sich hin staubten.
Am liebsten höre ich die 1. (Kegel, Giulini) und die 6. (Solti). Die 9. unter Bernstein oder Klemperer ist natürlich auch grandios. Schön ist auch die 2. unter Abbado. Das „Lied von der Erde“ finde ich zwar sehr berührend, kann es aber nicht allzu oft hören.
Ich würde mich gerne zukünftig intensiver mit Mahler befassen und suche gelegentlich nach einer guten, aber nicht zu umfangreichen Biographie. Vielleicht hat jemand eine Idee?
Dein Mahler ist ja sehr gut ausgesucht. Maurice Abravanel ! Hast Du gewusst, dass er ein Schweizer war ? Der hat Karriere gemacht in der Stadt der Mormonen!
Diese Aufnahmen habe ich allerdings verschlafen. Vor vielen Jahren waren sie bei uns im Handel. Hochpreis . Wie üblich bei uns. Ich hab nichts von ihm.
Das Klagende Lied hab ich auch mit Morris. Die erste Aufnahme, wenn ich mich nicht täusche. Sowie mit Rattle und Nagano. Auf LP mit Haitink.
Vom Lied von der Erde hab ich eine Spitzenaufnahme, neben Klemperer, nämliich Fritz Reiner mit dem Chicago S. O. und Maureen Forrester. Den Tenor hab ich momentan vergessen.
Die 10. auch mit Rattle.
Die 4. mit Szell die Du hast, kenne ich nicht. Hab jedoch die Aufnahme mit meiner Landsmännin Lisa della Casa und Fritz Reiner. RCA Living. Referenz für mich.
Gefällt Dir die Sinfonie der Tausend ? Mir nicht besonders.
Gruss. R.
Rachmaninov (14.04.2006, 16:04): Mal eine Frage in diesem Zusammenhang:
Kennt jemand die Aufnahmen der Mahler Sinfonien von Michael Thomas Tilson, die doch rehct positive Kritiken bekommen?
Rolf Scheiwiller (14.04.2006, 16:23): Original von Rachmaninov Mal eine Frage in diesem Zusammenhang:
Kennt jemand die Aufnahmen der Mahler Sinfonien von Michael Thomas Tilson, die doch rehct positive Kritiken bekommen?
Hallo Rachmaninov. Auf SACD hab ich die Aufnahmen von der 1. der 3. der 4. Sinfonie. Eigenlabel des San Franc. Orch. Herausragende Interpretationen des Bernstein Schülers MTT. Fantastisch aufgenommen. Alle LIVE.
Dann gibt es noch frühere auf BMG. Davon hab ich nur die 7. Auch erstklassig. Obwohl viele dieses Orchester noch nicht zu der Spitzenklasse zählen. Und eben , wie oben gesagt das " Klagende Lied ". Keine Sinfonie. Ein Jugendwerk des etwa 19 - jährigen Mahler. Mehr eine Kantate.
Gruss. R.
Rachmaninov (14.04.2006, 16:26): Original von Rolf Scheiwiller Original von Rachmaninov Mal eine Frage in diesem Zusammenhang:
Kennt jemand die Aufnahmen der Mahler Sinfonien von Michael Thomas Tilson, die doch rehct positive Kritiken bekommen?
Hallo Rachmaninov. Auf SACD hab ich die Aufnahmen von der 1. der 3. der 4. Sinfonie. Eigenlabel des San Franc. Orch. Herausragende Interpretationen des Bernstein Schülers MTT. Fantastisch aufgenommen. Alle LIVE.
Dies deckt sich mit den Berichten, die ich bisher gelesen habe. Hoffe darauf das die Aufnahmenirgendwann günstiger in einer Box erscheinen.
Danke
Wotan (19.04.2006, 18:22): Hallo,
was ist mit dem Mahler Zyklus von Leonard Bernstein, der wurde hier noch überhaupt nicht erwähnt. Ich finde den sehr gut. Die Aufnahmen von Rattle hingegen gefallen mir nicht, wie bislang alles von Rattle.
MfG Marco
Cosima (04.06.2006, 11:21): Liebe Mahler-Freunde,
ich höre gerade die 4., meine Lieblingssymphonie, unter Herbert Kegel, die ich für sehr gut halte. Der Name Abravanel fiel hier öfter – was hat es hiermit auf sich?
Diese CD ist bei amazon für 139,99 Euro gelistet, aus dem Ausland jedoch ab 7,90 Euro zu beziehen. Es kann sich doch nur um einen Fehler handeln, oder?
Kennt jemand die Aufnahme? Wie ist die 4. einzuschätzen, evtl. im Vergleich zu Szell oder gar Kegel?
Gruß, Cosima
martin (04.06.2006, 13:22): Liebe Cosima,
die 4. mit Abravanel hatte ich, wie seinen gesamten Zyklus auf LP. Es ist aber nun schon zu lange her, daß ich noch eine Erinnerung an sie hätte. Ich kann nur sagen: Mit diesen Interpretationen bin ich aufgewachsen, sie haben mir meinen Zugang zu Mahler eröffnet.
Die 2. , die zügig genug gespielt wird, um auf eine CD zu gehen, habe ich mir vor einiger Zeit auf CD wiederbesorgt. Ich habe sie sehr gerne wieder gehört, mir gefiel sie sehr gut, wobei ich jetzt nur den Vergleich zu Abbado habe, den ich aber auch lange nicht mehr gehört habe.
Das Utahsinfonieorchester ist keine Spitzenorchester, spielt aber sehr gut, der Utah University Chorus singt mit Hingabe, ohne natürlich ein Spitzenchor zu sein. Diese Aufnahmen ( ich glaube auch von der 4.) haben aber immer ihre Liebhaber gehabt. Die 7,90 für 2 CDs scheinen ein guter Preis zu sein, sehr oft findest Du sie aber auch ziemlich teuer ( so teuer wie da 139,99 habe ich sie aber noch nie gesehen)
Der Klang ist glaube ich ganz passabel, ich mag ihn, aber sicher noch nicht digital. Ich glaube, Abravanel war einer der Pioniere der Mahlerinterpretation, die wirklich einen vollständigen Zyklus vorlegten. Das Lied von der Erde hat er aber meines Wissens nicht gemacht.
Meine Zeit wird kommen. Diese Aussage Gustav Mahlers hat sich wunderbar bewarheitet! Seit Anfang der sechziger Jahre wurde sein Schaffen mehr und mehr bekannt Dies in ganz entscheidendem Mass dank der gerade eingeführten Stereophonie. Bernstein und Bruno Walter in Amerika haben Pionierarbeit geleistet.
Was fasziniert uns an diesem Mann, der nur in seinen Sommerferien seine Sinfonien und Liederzyklen niederschreiben konnte ?
Immer wieder und auch noch heute wird ihm vorgeworfen, nur Kapellmeistermusik geschrieben zu haben. Und mehr gewollt als erreicht zu haben. Für seine 8. Sinfonie wahrscheinlich nicht ganz ohne Berechtigung.
Auch gegenwärtig gibt es viele, die die Werke Mahlers in Grund und Boden verdammen. Aber auch die, die nie genug von seiner Musik bekommen können. Ich gehöre zur zweiten Kategorie.
Mit Ausnahme der 8. schätze und liebe ich alle seine Sinfonien. Seine Liederzyklen sind ergreifend. Das Lied von der Erde , eine Sinfonie mit Worten.
Grosse Mahlerdirigenten in der Vergangenheit waren wie schon gesagt, Bruno Walter L. Bernstein und auch Otto Klemperer. Walter war ein enger Freund Mahlers. Er leitete den Mahler - Boom ein. Otto Klemperer kannte Mahler ebenso. Mahler gab dem 23 jährigen Klemperer ein Empfehlungsschreiben mit. Klemperer erzählte, dass dieses ihm alle Türen im weiteren Leben geöffnet habe. Sein Leben lang trug er eine Kopie in seinem Anzug.
Die Tonträgerindustrie hat sich um diesen Komponisten stets bemüht. Grosse Interpretationen, grosser ,auch noch lebender Dirigenten ,haben uns Mahler noch näher gebracht.
Wie ist Eure Einstellung Mahler gegenüber ? Liebt Ihr seine Werke auch, oder gehört er eher zu den Unbeachteten ?
Rolf.
Cosima (01.04.2006, 15:12): Hallo Rolf,
mit Mahler bin ich erst recht spät warm geworden, vielleicht weil ich mich zu wenig um ihn gekümmert habe. Dann plötzlich mit der 4. Sinfonie (Szell hat mir hier zum Durchbruch verholfen) die Erkenntnis: Das ist ein großartiger Komponist. Plötzlich mochte ich auch all die anderen Sinfonien, die lange Zeit vorher im Regal vor sich hin staubten.
Am liebsten höre ich die 1. (Kegel, Giulini) und die 6. (Solti). Die 9. unter Bernstein oder Klemperer ist natürlich auch grandios. Schön ist auch die 2. unter Abbado. Das „Lied von der Erde“ finde ich zwar sehr berührend, kann es aber nicht allzu oft hören.
Ich würde mich gerne zukünftig intensiver mit Mahler befassen und suche gelegentlich nach einer guten, aber nicht zu umfangreichen Biographie. Vielleicht hat jemand eine Idee?
Lieben Gruß, Cosima
martin (14.04.2006, 13:49): Hallo Rolf, hallo Cosima,
Mahler liebe und schätze ich schon in meiner Jugend. Ich begann in meiner etwas früheren Jugend mit Brahms ( allerdings nur das Sinfonische!), dann Bruckner und schließlich Mahler.
Sozusagen aufgewachsen bin ich mit dem Mahlerzyklus des Utahsinfonieorchesters unter Abravanel. Ich war froh, mir einige dieser Aufnahmen auf CD wiederzuholen.
Ich liebe immer noch die alte Klemperereinspielung des Lieds von der Erde mit Wunderlich und Ludwig.
Bei der vierten ist der Szell sehr schön! Wiewohl ich auch eine Einspielung von Gustav Mahler selber auf den Welte Mignon Rollen habe und zum Beispiel erstaunt war mit welchem Affenzahn er durch diesen "Ihr habt nun himmlische Freuden" durchrattert.
Ich habe sonst verschiedene Mahler CDs, obwohl meine CD Sammlung auch nicht überwältigend groß ist.
Mahlers 6. mit Karajan hat mich nicht überzeugt, seine 9. finde ich besser, obwohl ich den Giulini besser fand. Die 7. mit Abbaddo finde ich ganz gut.
Meine nicht sehr umfangreiche Diskographie ( abgesehen von den Abravanel LPs)
Mahler 1.:
- Bruno Walter - Leinsdorf
Mahlers 2.
- Abaddo, Chicago Symphonie - Abravanel
Mahlers 3.
- Wit ( Naxos) - Abravanel
Mahlers 4.
- Szell
Mahlers 5.
-Wit - Rattle ( live)
Mahlers 6.
-Abravanel -Karajan -Szell
Mahlers 7.
-Abaddo
Mahlers 8.
-Abravanel -Solti -Järvi ( schlecht!)
Mahlers 9.
-Giulini -Karajan -Abravanel
Lied von der Erde
- hatte mal Naxos, ziemlich schlecht - Klemperer sehr schön
Klagendes Lied
- Chaily - Wyn Morris ( besser, ganz toll, vor allem großartige Raumwirkung des Fernorchesters, aber ohne ersten Teil) -
Mahlers 10.
- Rattle ( die alte Aufnahme mit dem Birminghamsinfonieorchester, sehr schön!)
Ich kenne allerdings auch noch Abaddo mit der 1. und 4. ( leider nicht in meinem Besitz). Auch sehr eindrucksvoll.
Gruß Martin
martin (14.04.2006, 19:49): Original von Rolf Scheiwiller Maurice Abravanel ! Hast Du gewusst, dass er ein Schweizer war ? Der hat Karriere gemacht in der Stadt der Mormonen!
Ja, eigentlich ist es eher andersherum! Abravanel machte Karriere in Berlin, ging dann, weil er von den Nazis fliehen mußte, nach Sidney, landete am Ende an der New Yorker Met. Das war eine Karriere.
Dann aber ging er von dort in die amerikanische verschlafene Provinz, nach Salt Lake City, nach amerikanischen Maßstäben eine Kleinstadt.
Es war mir natürlich bekannt, daß er aus der Schweiz stammte, war bekannt mit Ansermet. Er war ein sephardischer Jude, deshalb mußte er fliehen. Er war Schüler von Kurt Weill, der seine Werke in Amerika nur von Abravanel dirigieren ( uraufführen) ließ. Ja und dann ist noch bekannt, daß ihm der Klemperer seine Frau ausgespannt hat.
Diese Aufnahmen habe ich allerdings verschlafen. Vor vielen Jahren waren sie bei uns im Handel. Hochpreis . Wie üblich bei uns. Ich hab nichts von ihm.
Er hat mit diesem Utahsinfonieorchester sehr viel eingespielt. Aber sage mal, wenn das so teuer ist bei euch in der Schweiz, kannst Du die CDs nicht auch über CD Versandhäuser wie insbesondere das mit den drei Buchstaben und den Amazonen beziehen? Oder ist auch das in der Schweiz viel teurer?
Allerdings sind auch dort diese CDs oft schweineteuer. Ich habs mal heute gesehen. Die 8. für 28 Euro! Dabei gab es die noch vor ein paar Monaten für nur 3 Euro bei jottpehzeh oder so. An sich sind das nämlich zu LP- Zeiten Billigaufnahmen gewesen, ich weiß nicht, warum da jetzt so ein Wucher mit getrieben wird ( und Du dann andererseits gewisse Aufnahmen doch wieder auch sehr billig bekommst!)
Wiegesagt der Sibelius war billig, der Grieg ist immer noch billig, Mahler war teilweise billig. Man muß halt Auschau halten. Und halt warten, ob gewisse Aufnahmen mal wieder billig auftauchen.
Gefällt Dir die Sinfonie der Tausend ? Mir nicht besonders.
Mir hat sie mit Abravanel immer sehr gut gefallen. Nun ist das keine Spitzenaufnahme ( Salt Lake City Universitätschor- na ja). Allerdings singen die mit Begeisterung. Die Soltiaufnahme, die im übrigen nur 5 Euro kostet, ist rein technisch um Klassen besser. Trotzdem höre ich den Abravanel lieber. Aber das mag auch Prägungssache sein.
In jedem Fall ist das ein großartiges Werk. Vielleicht hast Du einfach noch nicht die richtige Aufnahme gefunden.
Gruß Martin
Rolf Scheiwiller (19.04.2006, 15:14): @ Martin.
Von der 8. Sinfonie hab ich seit über 20 Jahren eine, die es wahrscheinlich gar nicht mehr auf dem Markt gibt. Auf zwei CD Boston S. O. unter Ozawa. Philips.
Sodann die Solti Version, und Tennstedt auf zwei CD. Und Abbado.
Aber ich kann dieses Werk höchstens einmal im Jahr hören. Ganz anders seine 2. 3. 4. und natürlich meine meistgespielte,die 1. Sinfonie.
Von der 1. hab ich Aufnahmen mit B. Walter, E. Leinsdorf. Muti, Abbado C. Davis u.a.
Von Bernstein hab ich die 5. mit den N. Y. Ph. aus Anfang den 60er Jahren. Herausragender Klang. Auf SACD die 1. , auch mit den N.Y. Ph. Sodann auf DGG die 1. 2. 3. 4. ( mit Knabensopran, gefällt mir gar nicht, Knabensopran mein ich ), sowie die 6. und die 7.
Auf DVD würde ich nicht kaufen. Miserable Bildschärfe wahrscheinlich auch hier, wie bei allen Unitel Produkten. Und ich hab viele davon.
Sowie das " Lied von der Erde " mit J. King , und den Wiener Ph. auf DECCA Legends.
Gruss.
R.
Jascha Horenstein (20.04.2006, 11:03): Unbedingt hingewiesen werden muß auf die Einspielungen von den bisher nicht genannten Mitropoulos, Horenstein, Wyn Morris (heute komplett in Vergessenheit geraten?) oder Markevitch. Sie markieren für mich die Höhepunkte in der Mahler - Aufnahmengeschichte.
Rolf Scheiwiller (21.04.2006, 08:08): Original von Jascha Horenstein Unbedingt hingewiesen werden muß auf die Einspielungen von den bisher nicht genannten Mitropoulos, Horenstein, Wyn Morris (heute komplett in Vergessenheit geraten?) oder Markevitch. Sie markieren für mich die Höhepunkte in der Mahler - Aufnahmengeschichte.
@J. Horenstein. Martin hat die Aufnahme von W. Morris oben kurz erwähnt. Das hast Du wahrscheinlich nicht gesehen.
Diese Aufnahme des " Klagenden Liedes " war dazumal meine erste von diesem Jugendwerk.
Weiter hab ich ebenfalls mit Morris die " Wunderhornlieder " mit J. Baker. Ebenfalls auf DELISEE erschienen.
Sonst kenne ich nichts von diesem Pionier, Mahler betreffend.
Markevich und Mahler sagt mir nichts. Auf welchem Label ?
Gruss. Rolf.
Cosima (23.04.2006, 14:43): Original von Rachmaninov Kennt jemand die Aufnahmen der Mahler Sinfonien von Michael Thomas Tilson, die doch rehct positive Kritiken bekommen?
Hallo Richard,
die 7. unter Tilson-Thomas und dem LSO (BMG 1997) habe ich vorhin noch einmal durchgehört. Ich mag diese Symphonie nicht sonderlich, was vor allem an dem theatralischen Finale liegen mag. Mal ist ein Romantiker am Werke (in den „Nachtmusiken“), dann dieser auftrumpfende Jubel am Ende. Das ganze Werk scheint mir in sich nicht schlüssig zu sein.
Aus diesem Grund besitze ich auch nur die eine Aufnahme, empfinde sie aber interpretatorisch und besonders klangtechnisch als gelungen. Aber ganz ehrlich gesagt: Ich würde bei dieser Symphonie zu einer günstigen Alternative greifen, weil Du sie bestimmt nicht so oft hören wirst.
Gruß, Cosima
Nordolf (27.04.2006, 22:23): Hallo Marco!
Die Zyklen von Bernstein bei Sony und bei DGG finde ich beide hervorragend. :down Letzterer bekommt ja leider häufiger ambivalente Kritiken, was ich überhaupt nicht verstehen kann :(. Insgesamt gesehen scheint er mir sogar noch besser als die alten Sony-Aufnahmen – einfach noch tiefgründiger und grandioser, aber auch zerrissener, expressionistischer... Wobei natürlich die alten Aufnahmen auch ihre Vorteile haben und letztlich aufgrund der strafferen Tempi und der Gradlinigkeit als Erstanschaffung besser geeignet sind.
Rattle finde ich in Bezug auf Mahler gar nicht soooo schlecht. Die Dritte hat er mit dem Birminghamer Symphonie-Orchester hervorragend umgesetzt – besonders das Schlussadagio ist farbenreich, soundmässig weit ausgreifend und rundum gelungen. Die beste Rattle-Mahler-Aufnahme!
Die Achte Symphonie scheint ja hier ein echtes Stiefkind zu sein. :I Ich finde allein schon die Idee, einen Choral aus dem 8. Jahrhundert und Goethes Faust miteinander zu verbinden genial – eine Brücke zwischen eintausend Jahren deutscher Geistesgeschichte! Vielleicht liegt die allgemein verbreitete Skepsis gegenüber der Achten auch an Theodor W. Adornos Verdikt in seinem berühmten Mahler-Essay. Man darf dabei nicht vergessen, das Adorno (bei allem Respekt vor ihm) einfach linksideologisch ein Brett vor dem Kopf hatte und somit ein Werk, das Mahler als „Geschenk für die Nation“ verstand, nicht akzeptieren konnte.
Es gibt für die Achte die wunderbare Aufnahme mit Kent Nagano und dem DSO sowie dem Rundfunkchor Berlin. Leider ist sie nur als überteuerte (Auf-Normalen-Anlagen-Kein-Unterschied)-SACD erhältlich X(.
Herzliche Grüße! Nordolf
Cosima (04.06.2006, 11:21): Liebe Mahler-Freunde,
ich höre gerade die 4., meine Lieblingssymphonie, unter Herbert Kegel, die ich für sehr gut halte. Der Name Abravanel fiel hier öfter – was hat es hiermit auf sich?
Diese CD ist bei amazon für 139,99 Euro gelistet, aus dem Ausland jedoch ab 7,90 Euro zu beziehen. Es kann sich doch nur um einen Fehler handeln, oder?
Kennt jemand die Aufnahme? Wie ist die 4. einzuschätzen, evtl. im Vergleich zu Szell oder gar Kegel?
Gruß, Cosima
martin (04.06.2006, 13:22): Liebe Cosima,
die 4. mit Abravanel hatte ich, wie seinen gesamten Zyklus auf LP. Es ist aber nun schon zu lange her, daß ich noch eine Erinnerung an sie hätte. Ich kann nur sagen: Mit diesen Interpretationen bin ich aufgewachsen, sie haben mir meinen Zugang zu Mahler eröffnet.
Die 2. , die zügig genug gespielt wird, um auf eine CD zu gehen, habe ich mir vor einiger Zeit auf CD wiederbesorgt. Ich habe sie sehr gerne wieder gehört, mir gefiel sie sehr gut, wobei ich jetzt nur den Vergleich zu Abbado habe, den ich aber auch lange nicht mehr gehört habe.
Das Utahsinfonieorchester ist keine Spitzenorchester, spielt aber sehr gut, der Utah University Chorus singt mit Hingabe, ohne natürlich ein Spitzenchor zu sein. Diese Aufnahmen ( ich glaube auch von der 4.) haben aber immer ihre Liebhaber gehabt. Die 7,90 für 2 CDs scheinen ein guter Preis zu sein, sehr oft findest Du sie aber auch ziemlich teuer ( so teuer wie da 139,99 habe ich sie aber noch nie gesehen)
Der Klang ist glaube ich ganz passabel, ich mag ihn, aber sicher noch nicht digital. Ich glaube, Abravanel war einer der Pioniere der Mahlerinterpretation, die wirklich einen vollständigen Zyklus vorlegten. Das Lied von der Erde hat er aber meines Wissens nicht gemacht.
Gruß Martin
kreisler (11.01.2009, 13:01): Erlaubt mir eine Frage: wieso erscheint hier Mahler im Dirigentenforum?
Meiner meinung nach hat er uns ein Spätwerk, ja ein Symphonisches Werk überhaupt geschenkt, an das nur die ganz großen Meister herankommen! Aber ich bin die unterschidlichen Meinungen zu Mahler gewöhnt, gibt es doch in meiner Famillie einen "musikstreit" zwischen Vater und Mutter, Mahler und Bruckner.
Mittlerweile hat Mahler so von mir "besitz ergriffen", dass man fast garnichts anderes Mehr hören will. Folglich kenne ich auch seine Sinfonien recht gut (bis auf die 8.)
Sein erster Satz der 9. ist einer der schönsten Symphoniesätze die es gibt. Hier gibt es eine wunderbare Aufnahme mit Sir John Barbirolli, die hier merkwürdigerweise noch nich erwähnt wurde, gehört sie doch zum markenstein der Mahler-Interpretation. Ansonsten besitze ich die ertste gesambteinspielung von Bernstein mit dem Londonern. Besser als seine zweite bei DG!
Ich kenne noch die drie Instrumentalsinfonien mit Pierre Boulez- das ist einen ganz anderer, interessanter mahler, doch Bernstein steht mir persöhnlich näher.
Weiß jemand wo man seine 7. mit Abravanel herbekommen kann? bei der siebten bin ich noch von keiner Aufnahme hundertprozentig überzeugt. Interessant vielleicht auch die neue Aufnahme mit Barenboim? Überhaupt ist die 7. vielleicht eine der schwersten Sinfonien überhaupt. Ungemein Modern und mit zwei grandiosen "Nachtstücken". Übrigens die lieblingssymphonie bon Alban Berg. Auch wenn sich Adorno zu recht über den Schlusssatz aufregt. Ach ja noch zu den Biographien: Es gibt eine sehr Empfehlenswerte Kurzbiografie von Wolfgang Schreiberbei rowohlt. Ich habe sie einmal ane einem Tag in einem gewissen "Rausch" durchgelesen.
Für die mehr Musikalische Seite muss man wohl oder übel Adorno studieren. Da empfielt es sich, die Musik über die er spricht sich gleichzeitig anzuhören.
Entschuldigung wenn mein Text etwas lang geraten ist, Kreisler
satie (11.01.2009, 13:19): Lieber Amadeus,
hier von mir noch einmal ein offizielles Herzlich Willkommen!
Danke übrigens für den Hinweis wegen der falschen Einordnung. Jetzt steht der Thread dort, wo er hin gehört, nämlich in der Komponisten-Rubrik.