Gustav Mahler - Sinfonie Nr. 2 in c-moll "Auferstehung"

flixi (22.05.2007, 22:10):
Hallo Forum :hello!

Meinen ersten Thread möchte, anlässlich eines bevorstehen Konzerts, dieser wunderbaren Sinfonie von Gustav Mahler (1860-1911) widmen.

...., nun zur Sache. Ich muss gestehen, dass ich mir mit der Werkeinführung schwerer tue als angenommen (ich brühte seit Stunden!). Ich werde daher nur kurz die Entstehungsgeschichte umreißen und hoffe im Fortlauf des Threads mehr beitragen zu können.

Die Arbeit an seiner 2. Sinfonie kostete Gustav Mahler acht Jahre. Begonnen im Jahr 1887, wurde der erste Satz bereits 1888 fertiggestellt. Leider hinderten ihn familiäre Sorgen und Krankheit daran, an der Sinfonie weiterzuarbeiten. Er glaubte schon selber nicht mehr daran, das Werk vollenden zu können und veröffentlichte den abgeschlossenen 1. Satz und dem Titel "Todtenfeier".

Es sollte fünf Jahre dauern, ehe Mahler die Arbeit an der Sinfonie wieder aufnehmen konnte. In den Jahren 1893-1894 komponierte er den 2. und 3. sowie den Finalsatz und schrieb am 29. Juni 1894 an einen Freund:

„Melde hiermit die glückliche Ankunft eines gesunden, kräftigen letzten Satzes der 2. Symphonie. Vater und Kind befinden sich den Umständen angemessen: letzteres ist noch nicht außer Gefahr“.

Damit meinte er die noch fehlende Verbindung zwischen dem 3. Satz und dem Finale. Schließlich entschied er sich für einen Text aus der Liedersammlung "Des Knaben Wunderhorn" und komponierte den 4. Satz, das "Urlicht".

Zum Finalsatz gibt es ein interessantes Detail zu berichten. 1984 nahm Mahler an der Totenfeier für Hans von Bülow teil. Als von der Orgel der Klopstock-Choral "Auferstehn" ertönte fand er darin seine Inspiration für das Chorfinale. Das Interessante daran liegt ein paar Jahre zurück. Als Mahler nämlich von Bülow den fertigen 1. Satz vorspielte, äußerte sich dieser sehr abschätzig über das Werk (es dürfte vergleichbar mit Nikolaj Rubinsteins Urteil über Tschaikowskys 1. Klavierkonzert gewesen sein). Dass ausgerechnet der Tod Hans von Bülows zur Vollendung der 2. Sinfonie beitrug, zeugt schon von einer gewissen Ironie...

Bei der Uraufführung am 13. Dezember 1895 in Berlin fiel das Werk glatt durch. Die Kritiker bezeichneten es als zu modern und warfen Mahler Formlosigkeit und Maßlosigkeit der Mittel vor. Erst eine Aufführung im Jahre 1900 in München brachte den Mahler den durchschlagenden Erfolg.

Mit ca. 80 Minuten Dauer und einer riesigen Besetzung (sehr großes Orchester, Orgel, gemischter Chor, Alt, Sopran) ist die Sinfonie eine der monumentalsten, die ich kenne. Seit 1924 wurde das Werk weit über 100 mal aufgenommen. Ich liebe es seit ich es das erste Mal hörte, mein persönlicher Höhephunkt der Diskografie ist die Aufnahme von Claudio Abbado mit dem Lucern Festival Orchestra (2003, DG) :down. Diese besitze ich sowohl auf CD (gekoppelt mit einer sehr guten Aufnahme von Debussys "La Mer") sowie auf DVD. Ich ziehe eindeutig die DVD vor, zum einen ist hier das Hörerlebnis um ein vielfaches intensiver, zum andern habe ich das Gefühl, dass die Aufnahme für die CD neu abgemischt wurde, das Klangbild wirkt irgendwie "eingeebnet". Ich besitze allerdings noch ein paar andere, die ich ebenfalls schätze.



Wie steht ihr zur "Auferstehungssinfonie"? Welche Aufnahmen bevorzugt ihr? Ich freue mich schon wie ein Wahnsinniger auf das Konzert (25. Mai in Würzburg, es spielen die Würzburger Philharmoniker unter ihrem neuen Chef Jin Wang, hoffentlich schaffen die das...)!

Das wärs soweit von mir. Gruß und einen schönen Abend,

Felix
nikolaus (23.05.2007, 14:42):
Hallo Felix/Flixi (bei 24 Jahren kann das ja noch nicht so lange her sein!!),

zunächst ein herzliches Willkommen und Dank für die Werkeinführung.

Deine Vorliebe für Abbados Aufnahme der 2. Sinfonie von Mahler kann ich 100%ig nachvollziehen, ich bin auch begeistert von ihr, mir läuft jedesmal ein Schauer über den Rücken.
Ich glaube, es war ein unvergessliches Erlebnis für die, die das Konzert live miterleben konnten, so empfinde ich zumindest die Atmosphäre.

Übrigens: klasse Beruf, vielleicht schreibst du mal mehr darüber ?!

Gruß, Nikolaus.

P.S.: Habe ich gerade erst gesehen:

Alles Gute zum Geburtstag!! :beer :leb :hello

Gleiches gilt für Daniel!! :beer :leb :hello
daniel5993 (23.05.2007, 18:03):
Hallo Flixi :hello,

Ich habe gerade daran gearbeitet, genau an diesem Thread über meine Lieblingssymphonie, Mahlers 2! Den wollte ich ebenfalls in den nächste Tagen als Thread eröffnen! Aber es ist ja egal wer das eröffnet, wichtig ist, das es solch einen gibt!

Werde mich in den nächsten Tagen einbringen!

Gruß und einen "Frohen 24"
daniel :rofl
flixi (23.05.2007, 20:05):
Hallo Daniel!

Wie sehe hast du heute auch Geburtstag, daher :thanks und auch von mir alles Gute!

Tut mir Leid, dass ich dir das Thema weggeschnappt habe, bot sich einfach an. Das Problem ist nur, dass ich in den letzten Tagen die Abbado Aufnahme rauf und runter gehört habe (ich kann die DVD wirklich wärmstens empfehlen, als Appetizer mag dieser Link dienlich sein), so dass ich möglicherweise von der Aufführung enttäuscht sein könnte. Andererseits, live is live (frei nach Opus), da drückt man schon mal so manches Auge zu...

Ich würde mich freuen, wenn du dich zu diesem Thema einbringst, zur 2. Mahler gibts sicher mehr zu erzählen als ich es getan habe.

Gruß, Felix
flixi (23.05.2007, 21:04):
Hallo Nikolaus!

Vielen Dank für die Glückwünsche und Willkommensgrüße :)!

Freut mich, dass dir Abbados Aufnahme auch so gut gefällt. Die ist ja auch ein Wahnsinn, vielleicht nicht so wuchtig wie manch andere aber jederzeit optimal durchhörbar (manche Nebenstimmen sind mir vorher nie aufgefallen). Wie gerne wäre ich dabei gewesen! Claudio Abbado hat in Luzern eine Qualität erreicht, die so schnell nicht zu toppen sein dürfte (auch seine anderen Aufnahmen mit diesem Orchester sind hervorragend). Dieses Jahr gibt er meines Wissens Beethovens 9te zum Besten, Karten gibts leider keine mehr (für mich eh unbezahlbar) aber das Konzert erscheint ja sicher auch auf CD/DVD.

Zum Thema Klavierbau, das ist schon sehr komplex. Sehr viel kann ich mangels Erfahrung noch nicht erzählen (im 1. Lehrjar sind vor allem Holzbearbeitung und natürlich Stimmen angesagt), ich war aber vor kurzem auf einer sehr interessanten Tagung und war ganz baff was mich da alles noch erwartet. Die Arbeit bei Steingraeber ist in sofern toll, da es keine "normale" Klavierfabrik ist sondern eine Manufaktur, in der noch sehr viel Wert auf Handarbeit gelegt wird. Wenn ich mehr Erfahrung gesammelt habe, werde ich sicher mal berichten. Mir fällt da schon ein hübscher Threadtitel ein: "Klavierbau, der vielsaitigste Beruf der Welt...". :D

Gruß, Felix
Rachmaninov (24.05.2007, 08:19):
@Felix, Daniel,

zu der Aufnahme von G. Kaplan dieser Sinfonie gibt es bereits einen Thread.

Sie ist auch die einzige Aufnahme der Sinfonie, die ich überhaupt kenne.

Es ist schon erstaunlich. Euch versetzt Mahler mit dieser Sinfonie in Erstaunen. Mich überzeugt sie irgendwie weniger. Das ist das tolle an der Musik :wink
Jürgen (24.05.2007, 09:42):
Hallo Leute,

das mit der Lieblingssinfonie schwankt bei mir immer.
Aber eines steht fest: Sie ist von Mahler!

Und da wechseln sich 2,3 und 6 je nach Tagesform ab.

Von der Zweiten habe ich einige Aufnahmen.
Bernstein 2x, Inbal, Mehta, Kaplan, Vonk und Solti (LP).

Momentan gefällt mir Bernstein (DGG) am besten.
Diese Sinfonie ist sehr vielschichtig. Man findet so viele kleine Details, wie z.B. die Militärmusik im Hintergrund, die man bei jedem Hören anders einordnet. Jeder Dirigent stellt diese Details auch unterschiedlich dar, weshalb es insbesondere bei der Auferstehungssinfonie berechtigt ist, mehrere Interpretationen zu besitzen.
Gerade im Finalsatz kann man, wenn man in die Gedankenwelt des Programms nur ein wenig (oder auch mehr) eintaucht, ein unglaubliches Erlebnis geboten bekommen.

Grüße
Jürgen
uhlmann (24.05.2007, 09:44):
für mich ist diese symphonie eine der größten musikalischen leistungen überhaupt. es gibt kaum ein anderes werk, das mich, wenn ich in der richtigen stimmung bin, in solche sphären trägt, wie die 2te mahler. da kann ich richtig in der musik versinken und ungeahnte emotionale rührungen erleben.
etwa, wenn der "hornruf" im letzten satz aus der stille anhebt, da kriege ich regelmäßig die gänsehaut. oder beim einsetzten des "auferstehn", da könnte ich einfach nur heulen. für solche momente "lebt" man quasi als musikliebhaber.

ich besitze foldgende aufnahmen:
- walter, ny philharmonic
- solti, chicago symphony
- neumann, tschchische philharmonie
- inbal, rso frankfurt
- tabakov, sofia philharmonic
- chailly, concertgebouw
(die unteren 5 als gesamtaufnahmen von mahlers symphonien)

meine favoriten bei der 2ten sind walter und chailly. walters interpretation ist sehr energisch, manchmal geradezu expressiv, das ist dramatik pur. chailly nimmt das werk gelassener, ihm gelingt eine sehr fein herausgearbeitete struktur, dazu ist das concertgebouw geradezu phänomenal.
auch neumann und inbal sind in gut, solti ist mir zu fahrig (das passt besser zur 5ten oder 6ten), und tabakovs 2te ist einfach schwach.
Amadé (24.05.2007, 22:20):
Hallo flixi und andere Mahlerianer,

mich wundert 's doch ein wenig, dass der Dirigent, der die "Höheren Weihen" gerade der 2. Sinfonie vom Komponisten selbst erhalten hat, Otto KLemperer, noch nicht erwähnt wurde.
Bei einer Aufführung in Berlin, die Oscar Fried leitete, der auch die erste Aufnahme für die DGG 1924!!! erstellte, dirigierte der junge Klemperer das Fernorchester. Nach der Generalprobe bat Klemperer den anwesenden Komponisten um ein Urteil. Mahler fand es schauderhaft, Klemperer entgegnete, dass in der Partitur doch "schmetternd" stünde. "Ja, aber ganz von hinten", gab Mahler zu verstehen.

Klemperer hat eine sehr gute Aufnahme für EMI erstellt, die seit ihrem Erscheinen immer in den Katalogen blieb. Bereits 1951 spielte er die Sinfonie für VOX mit den Wiener Symphonikern ein.
Daneben gibt es noch zwei Mitschnitte: 1951 vom Hollandfestival mit dem Concertgebouworchester (Decca) und 1971 aus der Royal Festival mit dem Philharmonia Orchester.

Hört Euch auch mal KLemperer an!

Gruß Amadé
ab (09.07.2007, 11:58):
Original von uhlmann

- solti, chicago symphony

solti ist mir zu fahrig (das passt besser zur 5ten oder 6ten)

Deshalb solltest Du Dir unbedingt einmal die ältere Klangperle mit den Londonern anhören! (Mein Favorit bei der der 2., der ich sonst Solti oft zu plakativ finde...)

http://www.jpc.de/image/middle/front/0/7782051.jpg
oder neu (hoffentlich nicht kaputt geremasterd)
http://www.jpc.de/image/middle/front/0/1327250.jpg
flixi (20.08.2007, 00:34):
Hallo allerseits!

Das ist schon peinlich. Da leiere ich diesen Thread an und lasse dann prompt zweieinhalb Monate nichts von mir hören. Zur Erklärung: Ich hatte 6 Wochen Blockunterricht in Ludwigsburg und dann erst mal 3 Wochen Urlaub. Ich war zwar hin und wieder im Forum unterwegs aber in Ludwigsburg fehlte mir die Ruhe (nicht die Zeit!) und danach habe ich den Thread irgendwie aus den Augen verloren.

Nun denn...

@ Rachmaninov

Ich hatte beide Aufnahmen von Gilbert Kaplan. Beide haben mich nicht gerade umgehauen. Die alte (ich glaube London Symphony Orchestra) war mir zu "fetzig", die neue mit den Wienern fand ich zu glatt. Dennoch ziehe ich den Hut vor Kaplan. Als "Laie" ein Orchester durch Mahlers Zweite zu führen ist schon beachtlich. Vielleicht liegt es ja an Kaplan, dass dir die Sinfonie nicht gefällt. Falls noch Interesse besteht, probier mal den Abbado. Die CD ist zwar recht teuer aber die Clips auf Youtube entsprechen der Aufnahme.

@ Jürgen

Ja, das mit der Lieblingssinfonie ist so eine Sache. Bei mir wechselt das phasenweise. Mal Beethoven, mal Bruckner, hin und wieder Dvorak, oft Mahler und auch Schostakowitsch (und andere).
Zu Bernsteins Mahler habe ich ein etwas gespanntes Verhältnis. Ich kenne Nos. 1, 2 und 6 (Sony) sowie Nr. 2 (DGG). Irgendwie ist das nicht "mein" Mahler. Allerdings war die späte Aufnahme der 2. Sinfonie die erste, bei der ich die Harfe im 2. Satz nicht als kitschig empfand.

@ Uhlmann

Ich würde mich nicht als übermäßig emotionalen Menschen bezeichnen aber das Finale der Auferstehungs-Sinfonie treibt mir mit erstaunlicher Regelmäßigkeit Tränen in die Augen.
Was deine Favoriten angeht: Walter kenne ich nicht aber bei Chailly hatte ich das erste Mal das Gefühl, den 1. Satz "verstanden" zu haben. In jedem Fall eine Aufnahme, die zu haben sich lohnt.

@ Amadé

Ich muss dich leider korrigieren. Klemperer hat die Zweite zwei mal für EMI aufgenommen. 1961/62 mit dem Philharmonia Orchestra und 1965 mit dem Sinfonie-Orchester des Bayrischen Rundfunks (live). Die 1961er Aufnahme habe ich irgendwann verkauft, weil sie mir zu kühl erschien, in die 1965er muss ich mich erst noch einhören.

@ ab

Mit Solti habe ich so meine Probleme. Die wenigen Aufnahmen, die ich von ihm kenne finde ich wie uhlmann zu "fahrig", seinen Beethoven dagegen gähnend langweilig. Insbesondere seine Londoner Aufnahme von Mahlers Zweiter (in der Kopplung mit der Ersten) halte ich persönlich für einen der misslungensten Mahler-Versuche aller Zeiten (ich weiss, das klingt hart aber ich war damals wirklich geschockt...). Nichts für ungut, andere wiederum können Abbados Interpretation wenig abgewinnen (David Hurwitz). Über Geschmack lässt sich eben nicht streiten.


So, hier noch meine Aufnahmen.

Ich habe:

- Claudio Abbado, Lucerne Festival Orchestra (DGG, 2003): mein Favorit
- Riccardo Chailly, Concertgebouw Orchestra (DECCA, 1999): siehe uhlmann
- Otto Klemperer, Sinfonie Orchester des Bayrischen Runfdfunks (EMI, 1965): muss ich noch öfter hören, bisheriger Eindruck relativ gut
- Rafael Kubelik, Sinfonie Orchester des Bayrischen Runfdfunks (DGG, 1969): schon länger nicht mehr gehört, ich habe sie als sehr feurig in Erinnerung
- Michael Tilson-Thomas, San Francisco Orchestra (SFS Media, 2004): ähnlich wie Bernstein auf DG aber etwas flotter

Ich hatte:

- Pierre Boulez, Wiener Philharmoniker (DGG, 2005)
- Ivan Fischer, Budapest Festival Orchestra (Channel Classics, 2004)
- Gilbert Kaplan alt und neu
- Otto Klemperer, Philharmonia Orchestra (EMI, 1961/62)
- Zubin Mehta, Wiener Philharmoniker (DECCA, 1975)
- Sir George Solti, London Symphony Orchestra (DECCA, 1966)

Diese Aufnahmen habe ich aus verschiedenen Gründen wieder verkauft.

Ich denke das ist genug für heute.

Gruß, Felix

P.S.: Das Konzert war leider ziemlich mies. Die Akustik war grässlich, der Dirigent zog ständig das Tempo an, obwohl das Orchester ohnehin schon überfordert war, die Solistinnen waren vor lauter Vibrato kaum zu verstehen, lediglich der Chor war gut.

Gute Nacht!
ab (20.08.2007, 11:48):
Original von flixi

@ ab

Mit Solti habe ich so meine Probleme. Die wenigen Aufnahmen, die ich von ihm kenne finde ich wie uhlmann zu "fahrig", seinen Beethoven dagegen gähnend langweilig. Insbesondere seine Londoner Aufnahme von Mahlers Zweiter (in der Kopplung mit der Ersten) halte ich persönlich für einen der misslungensten Mahler-Versuche aller Zeiten (ich weiss, das klingt hart aber ich war damals wirklich geschockt...).

Ist das als ein geschmacksurteil von Dir zu verstehen? Oder was wären die Aspekte, aufgrund derer du meinst, es sei einer der" misslungendsten Mahler-Versuche aller Zeiten.)

(Wie gesagt, ich spreche von der Londoner Mahler #2, nicht von den späteren Aufnahmen aus Chicago.)

Danke!

(Die Mahler 1 auf derselben Ausgabe von Solti gefällt mir übrigens überhaupt nicht...)
daniel5993 (20.08.2007, 12:33):
Hallo Felix! :hello

Ich hatte ja auch versprochen mich an Thread zu beteiligen und auf Mahlers 2 einzugehen.Möchte das jetzt auch bei deinem "Wiederauftauchen" tun! Ist schön das du wieder da bist!

Ich besitze lediglich 2 Gesamtaufnahmen von den Symphonien Mahlers!
Zu ersten unter Georg Solti und zum zweiten unter Leonard Bernstein!
Zu Solti kann ich noch nicht viel sagen(zu wenig gehört, aber die erste gefiel mir! Aber bei Bernstein's Mahler, New Yorker Philharmoniker bin ich immer voll bei der Sache gewesen! Bei Bernstein hat mich seine unglaubliche Liebe zu dieser Musik von Gustav Mahler tief berührt! Zum Teil hat hat er sich ja mit Ihm Verglichen! Ein ergreifenden Bericht hat Bernstein einmal über Mahler verfasst! Und dadurch, dass dieser mit Liebe und mit Ganzer Kraft und mit großer Hingabe sich mit diesem Werk auseinandergesetzt hat, liebe ich und höre ich "Sein" Mahler immer Vorrangig vor allen anderen! Für mich ist immer wichtig, wie sich der Dirigent mit dem Leben des Komponuisten und mit seiner Musik auseinandergesetzt hat und ob er wirklich mit dem Herzen dabei war! Ein weiterer vergleich wäre da Böhm zu Mozart!

Zur Symphonie!
Es ist meine Lieblingssymphonie aus dem Mahler - Zyklus! Noch kenne ich nicht alle Perfekt, aber bis jetzt ist es jedenfalls der Fall! Das "Urlicht" ist das schönste für mich!!!

Bei Solti werde ich wieder reinhören sobald ich kann! Sein Mahler wurde mir in einem anderen Forum ans Herz gelegt und als sehr Gut beschrieben!

Ich habe außerdem von einer sehr Guten 2 unter Abbado gehört, aber eine die mind. 20 - 30 Jahre zurrückliegt, gibts also noch auf LP!
Hat Karajan die 2 augenommen?


Gruß
Daniel
flixi (21.08.2007, 22:06):
@ ab

Original von ab
Ist das als ein geschmacksurteil von Dir zu verstehen?
Ich denke ja, auch wenn ich es vielleicht ungeschickt formuliert habe. Ich will nicht behaupten, ich wüsste, wie genau diese Sinfonie zu interpretieren sei - heute nicht und damals erst recht nicht - aber beim Hören hat sich etwas in mir dermaßen gesträubt, dass ich wusste so nicht! Ich habe die Aufnahme nicht mehr im Ohr, aber von allen gehörten hat sie mir mit Abstand am schlechtesten gefallen.
Vielleicht würde ich sie heute anders beurteilen aber das war schon zum abgewöhnen...

(Diese Mahler 1 hat mir auch nicht gefallen...)

@ Daniel

Original von daniel5993
Ich habe außerdem von einer sehr Guten 2 unter Abbado gehört, aber eine die mind. 20 - 30 Jahre zurrückliegt, gibts also noch auf LP!
Laut dieser Seite müsste es sich dabei um diese oder jene Aufnahme handeln. Von Karajan gibts keine Aufnahme, wobei ich zugeben muss auf eine solche guten Gewissens verzichten zu können.

Für mich ist immer wichtig, wie sich der Dirigent mit dem Leben des Komponuisten und mit seiner Musik auseinandergesetzt hat und ob er wirklich mit dem Herzen dabei war!
Die Auseinandersetzung mit Werk und Leben eines Komponisten trägt sicher zum tiefergehenden Werkverständnis bei. Dennoch tue ich mir mit "seinem" Mahler schwer. Begründen kann ich das nicht genau, Höreindrücke in Worte zu fassen bereitet mir irgendwie Probleme. Aber das ändert sich sicher noch.

Das "Urlicht" ist das schönste für mich!!!
Definitiv! Und natürlich die letzten 15 Minuten im Finale. Das "Urlicht" ist allerdings aufgrund der Kürze problematisch. Wenn die Sängerin den "Ton" nicht trifft, kann einem das den ganzen Satz kaputt machen. So war es leider auch im Konzert im Mai. Viel zu laut und dann noch dermaßen viel Vibrato, nein danke! Aber in Anbetracht der Gesamtleistung war das ja nur konsequent...

Bei Solti werde ich wieder reinhören sobald ich kann!
Viel Spass dabei, vielleicht gefällt er dir ja besser als mir. Ist die Gesamtaufnahme mit dem Chicago Symphony Orchestra? Das CSO klingt mir unter Solti leider viel zu "grell", außerdem mag ich seinen Stil nicht, wie er die Musik quasi unter Dauerspannung setzt. Ich finde das zu einseitig, zum kennenlernen OK aber auf Dauer langweilig.

Gruß, Felix

P.S.: Um nochmal auf Abbado zurückzukommen, am Sonntag hat er in Luzern die 3. Sinfonie gespielt. Das ganze lief auch im Fernsehen, leider kam ich nicht dazu rein zu schauen. Hat jemand das Konzert gesehen? Würde mich mal interessieren.
daniel5993 (21.08.2007, 22:40):
Hallo Felix!

Laut dieser Seite müsste es sich dabei um diese oder jene Aufnahme handeln.

Ich weiß nicht, welche davon! Ich kann an ein irres Cover aus lauter Farbpunkten auf der LP erinnern! Vielleicht die "jene" Aufnahme!
Werde mir, wenn ich Sie sehe kaufen! Ich lauere schon!

Viel Spass dabei, vielleicht gefällt er dir ja besser als mir. Ist die Gesamtaufnahme mit dem Chicago Symphony Orchestra? Das CSO klingt mir unter Solti leider viel zu "grell", außerdem mag ich seinen Stil nicht, wie er die Musik quasi unter Dauerspannung setzt.

Also zu meiner Solti GA:

London Symphonie Orchestra: 1,2,3,9
Chicago Symphonie Orchestra: 5,6,7,8
Concertgebouw Orchester Amsterdam:4

Definitiv! Und natürlich die letzten 15 Minuten im Finale. Das "Urlicht" ist allerdings aufgrund der Kürze problematisch. Wenn die Sängerin den "Ton" nicht trifft, kann einem das den ganzen Satz kaputt machen. So war es leider auch im Konzert im Mai. Viel zu laut und dann noch dermaßen viel Vibrato, nein danke! Aber in Anbetracht der Gesamtleistung war das ja nur konsequent...

Ich gehe gerne bei mir zu Hause ins Konzert!
Da dirigiert auch noch Bernstein (wenn dass die Leute wüssten)
Und da weiß ich jedesmal: Bernstein wird seine Sache Super machen!
Außerdem geben noch viele andere Dirigenten bei mir Hauskonzerte, wann und wie lange ich will! Und ich muss nur einmal Eintritt zahlen (beim Kauf der LP). Gerade ist Karajan bei mir zu Gast.
Nein, ins Konzert gehen ist hier in Celle nicht! Nichts! Hier kennt keiner Mahler!?! Nur den der "mahlt" :wink


Gruß
Daniel
:beer
flixi (21.08.2007, 23:19):
Ich gehe gerne bei mir zu Hause ins Konzert!
Da dirigiert auch noch Bernstein (wenn dass die Leute wüssten)
Und da weiß ich jedesmal: Bernstein wird seine Sache Super machen!
Außerdem geben noch viele andere Dirigenten bei mir Hauskonzerte, wann und wie lange ich will! Und ich muss nur einmal Eintritt zahlen (beim Kauf der LP). Gerade ist Karajan bei mir zu Gast.
Nein, ins Konzert gehen ist hier in Celle nicht! Nichts! Hier kennt keiner Mahler!?! Nur den der "mahlt" :wink
Ja so ist das in der Provinz... Allerdings finde ich es schon bezeichnend, wenn ein Laienorchester, welches ein Bekannter von mir leitet und welches ich daher hin und wieder höre besser ist als das Philharmonische Orchester Würzburg (also sog. Profis). In Bayreuth ist das kaum anders, hin und wieder spielen die Bamberger Symphoniker und im Sommer tue ich mir ab und zu auch mal Wagner an...

Nur den der "mahlt" :wink
?( Du meinst demnach "Maler"? Ich steh grad aufm Schlauch.

Gute Nacht
daniel5993 (21.08.2007, 23:30):
Original von flixi
Ich gehe gerne bei mir zu Hause ins Konzert!
Da dirigiert auch noch Bernstein (wenn dass die Leute wüssten)
Und da weiß ich jedesmal: Bernstein wird seine Sache Super machen!
Außerdem geben noch viele andere Dirigenten bei mir Hauskonzerte, wann und wie lange ich will! Und ich muss nur einmal Eintritt zahlen (beim Kauf der LP). Gerade ist Karajan bei mir zu Gast.
Nein, ins Konzert gehen ist hier in Celle nicht! Nichts! Hier kennt keiner Mahler!?! Nur den der "mahlt" :wink
Ja so ist das in der Provinz... Allerdings finde ich es schon bezeichnend, wenn ein Laienorchester, welches ein Bekannter von mir leitet und welches ich daher hin und wieder höre besser ist als das Philharmonische Orchester Würzburg (also sog. Profis). In Bayreuth ist das kaum anders, hin und wieder spielen die Bamberger Symphoniker und im Sommer tue ich mir ab und zu auch mal Wagner an...

Nur den der "mahlt" :wink
?( Du meinst demnach "Maler"? Ich steh grad aufm Schlauch.

Gute Nacht


HAllo Felix!

Ja ich meine den Maler! Der, der mit Farbtopf und Pinsel!
Ich steh grad aufm Schlauch.

Liegt nicht an dir!

Ich muss mich einfach deutlicher ausdrücken

Am Wochenende höre ich wieder Mahler!
In der Woche finde ich keine Zeit dafür!
Ich höre das Werk gerne am Stück!
Auch bis zum Ende mit Konzentration! Meistens jedenfalls!

Gute Nacht!
Gruß
Daniel
:beer
flixi (29.08.2007, 22:41):
Servus Daniel!

Obwohl vermutlich etwas teuer und daher evtl. nur bedingt interessant, möchte ich dich trotzdem auf dieses Angebot hinweisen. Wenn mich nicht alles täuscht, hast du diese Aufnahme gemeint.

Gruß, Felix
Jürgen (30.08.2007, 10:22):
Original von flixi
Servus Daniel!

Obwohl vermutlich etwas teuer und daher evtl. nur bedingt interessant, möchte ich dich trotzdem auf dieses Angebot hinweisen. Wenn mich nicht alles täuscht, hast du diese Aufnahme gemeint.

Gruß, Felix

Na ich kenne mich ja nicht so aus mit LP-Preisen.
Daher meine Frage: Werden solche Preise gezahlt ?

Zur Info: Mahler 2, Abaddo, Doppel-LP 30 € + 5€ Versand

Wenn ja, dann stelle ich meine Mahler 3 aus der gleichen Serie auch rein.

Spass beiseite. Ich stöbere manchmal in einem Second Hand Shop. Meine Eindrücke gehen eher dahin, dass CDs dort zu teuer und LPs wesentlich billiger sind.

Aber, Vinylies, klärt mich mal auf!

Grüße
Jürgen
daniel5993 (30.08.2007, 10:48):
Original von flixi
Servus Daniel!

Obwohl vermutlich etwas teuer und daher evtl. nur bedingt interessant, möchte ich dich trotzdem auf dieses Angebot hinweisen. Wenn mich nicht alles täuscht, hast du diese Aufnahme gemeint.

Gruß, Felix

Hallo flixi!

Vollkommen richtig, die meine ich!
Kennst du die? Wie schätzt du sie ein?

Gruß
Daniel
daniel5993 (30.08.2007, 10:55):
Original von Jürgen
Original von flixi
Servus Daniel!

Obwohl vermutlich etwas teuer und daher evtl. nur bedingt interessant, möchte ich dich trotzdem auf dieses Angebot hinweisen. Wenn mich nicht alles täuscht, hast du diese Aufnahme gemeint.

Gruß, Felix

Na ich kenne mich ja nicht so aus mit LP-Preisen.
Daher meine Frage: Werden solche Preise gezahlt ?

Zur Info: Mahler 2, Abaddo, Doppel-LP 30 € + 5€ Versand

Wenn ja, dann stelle ich meine Mahler 3 aus der gleichen Serie auch rein.

Spass beiseite. Ich stöbere manchmal in einem Second Hand Shop. Meine Eindrücke gehen eher dahin, dass CDs dort zu teuer und LPs wesentlich billiger sind.

Aber, Vinylies, klärt mich mal auf!

Grüße
Jürgen

Hallo Jürgen!
Wenn die Ware in Ordnung ist, sind z.B die Preise für diese Box (Abbado/MAhler) keine seltenheit! Und diese werden auch für diese Prei gekauft! Bin gerade dabei ein Teil meiner Platten zu verkaufen, welche dann auch später bei ebay drin sein werden! CD's sind im Gegensatz zu Platten soo billig, dass ich mittlerweile dabei bin mir so manches auf CD als auf Platte zu kaufen! z.B Mendelssohn unter Abbado (Box), Bernstein's Beethoven, Karajans Beethoven! Die CD-Preise sind ein Witz! (bei Amazon)!
Werde mich verstärkt der CD zuwenden! Denn das ist oft viel, viel Günstiger! Falls du gut erhaltene Platten hast, so beurteilt zwischen 1+ bis 2 (der Zustand) dann zögere nicht sie bei ebay reinzusetzen, die wird gekauft! Also, Plattenboxen sind die hochpreisplatten bei ebay und Boxen werden gekauft! Einzelplatten dagegen weniger und auch für weniger Geld!


Gruß
Daniel
flixi (30.08.2007, 17:53):
Kennst du die? Wie schätzt du sie ein?
Leider nein, hab sie auch eher zufällig gefunden. Weniger zufällig habe ich sie allerdings hier noch etwas günstiger gefunden. Jetzt liegts an dir, hätte ich nicht die Lucerner Aufnahme, ich würde sie vermutlich kaufen!

Gruß, Felix
flixi (22.05.2007, 22:10):
Hallo Forum :hello!

Meinen ersten Thread möchte, anlässlich eines bevorstehen Konzerts, dieser wunderbaren Sinfonie von Gustav Mahler (1860-1911) widmen.

...., nun zur Sache. Ich muss gestehen, dass ich mir mit der Werkeinführung schwerer tue als angenommen (ich brühte seit Stunden!). Ich werde daher nur kurz die Entstehungsgeschichte umreißen und hoffe im Fortlauf des Threads mehr beitragen zu können.

Die Arbeit an seiner 2. Sinfonie kostete Gustav Mahler acht Jahre. Begonnen im Jahr 1887, wurde der erste Satz bereits 1888 fertiggestellt. Leider hinderten ihn familiäre Sorgen und Krankheit daran, an der Sinfonie weiterzuarbeiten. Er glaubte schon selber nicht mehr daran, das Werk vollenden zu können und veröffentlichte den abgeschlossenen 1. Satz und dem Titel "Todtenfeier".

Es sollte fünf Jahre dauern, ehe Mahler die Arbeit an der Sinfonie wieder aufnehmen konnte. In den Jahren 1893-1894 komponierte er den 2. und 3. sowie den Finalsatz und schrieb am 29. Juni 1894 an einen Freund:

„Melde hiermit die glückliche Ankunft eines gesunden, kräftigen letzten Satzes der 2. Symphonie. Vater und Kind befinden sich den Umständen angemessen: letzteres ist noch nicht außer Gefahr“.

Damit meinte er die noch fehlende Verbindung zwischen dem 3. Satz und dem Finale. Schließlich entschied er sich für einen Text aus der Liedersammlung "Des Knaben Wunderhorn" und komponierte den 4. Satz, das "Urlicht".

Zum Finalsatz gibt es ein interessantes Detail zu berichten. 1984 nahm Mahler an der Totenfeier für Hans von Bülow teil. Als von der Orgel der Klopstock-Choral "Auferstehn" ertönte fand er darin seine Inspiration für das Chorfinale. Das Interessante daran liegt ein paar Jahre zurück. Als Mahler nämlich von Bülow den fertigen 1. Satz vorspielte, äußerte sich dieser sehr abschätzig über das Werk (es dürfte vergleichbar mit Nikolaj Rubinsteins Urteil über Tschaikowskys 1. Klavierkonzert gewesen sein). Dass ausgerechnet der Tod Hans von Bülows zur Vollendung der 2. Sinfonie beitrug, zeugt schon von einer gewissen Ironie...

Bei der Uraufführung am 13. Dezember 1895 in Berlin fiel das Werk glatt durch. Die Kritiker bezeichneten es als zu modern und warfen Mahler Formlosigkeit und Maßlosigkeit der Mittel vor. Erst eine Aufführung im Jahre 1900 in München brachte den Mahler den durchschlagenden Erfolg.

Mit ca. 80 Minuten Dauer und einer riesigen Besetzung (sehr großes Orchester, Orgel, gemischter Chor, Alt, Sopran) ist die Sinfonie eine der monumentalsten, die ich kenne. Seit 1924 wurde das Werk weit über 100 mal aufgenommen. Ich liebe es seit ich es das erste Mal hörte, mein persönlicher Höhephunkt der Diskografie ist die Aufnahme von Claudio Abbado mit dem Lucern Festival Orchestra (2003, DG) :down. Diese besitze ich sowohl auf CD (gekoppelt mit einer sehr guten Aufnahme von Debussys "La Mer") sowie auf DVD. Ich ziehe eindeutig die DVD vor, zum einen ist hier das Hörerlebnis um ein vielfaches intensiver, zum andern habe ich das Gefühl, dass die Aufnahme für die CD neu abgemischt wurde, das Klangbild wirkt irgendwie "eingeebnet". Ich besitze allerdings noch ein paar andere, die ich ebenfalls schätze.



Wie steht ihr zur "Auferstehungssinfonie"? Welche Aufnahmen bevorzugt ihr? Ich freue mich schon wie ein Wahnsinniger auf das Konzert (25. Mai in Würzburg, es spielen die Würzburger Philharmoniker unter ihrem neuen Chef Jin Wang, hoffentlich schaffen die das...)!

Das wärs soweit von mir. Gruß und einen schönen Abend,

Felix
nikolaus (23.05.2007, 14:42):
Hallo Felix/Flixi (bei 24 Jahren kann das ja noch nicht so lange her sein!!),

zunächst ein herzliches Willkommen und Dank für die Werkeinführung.

Deine Vorliebe für Abbados Aufnahme der 2. Sinfonie von Mahler kann ich 100%ig nachvollziehen, ich bin auch begeistert von ihr, mir läuft jedesmal ein Schauer über den Rücken.
Ich glaube, es war ein unvergessliches Erlebnis für die, die das Konzert live miterleben konnten, so empfinde ich zumindest die Atmosphäre.

Übrigens: klasse Beruf, vielleicht schreibst du mal mehr darüber ?!

Gruß, Nikolaus.

P.S.: Habe ich gerade erst gesehen:

Alles Gute zum Geburtstag!! :beer :leb :hello

Gleiches gilt für Daniel!! :beer :leb :hello
daniel5993 (23.05.2007, 18:03):
Hallo Flixi :hello,

Ich habe gerade daran gearbeitet, genau an diesem Thread über meine Lieblingssymphonie, Mahlers 2! Den wollte ich ebenfalls in den nächste Tagen als Thread eröffnen! Aber es ist ja egal wer das eröffnet, wichtig ist, das es solch einen gibt!

Werde mich in den nächsten Tagen einbringen!

Gruß und einen "Frohen 24"
daniel :rofl
flixi (23.05.2007, 20:05):
Hallo Daniel!

Wie sehe hast du heute auch Geburtstag, daher :thanks und auch von mir alles Gute!

Tut mir Leid, dass ich dir das Thema weggeschnappt habe, bot sich einfach an. Das Problem ist nur, dass ich in den letzten Tagen die Abbado Aufnahme rauf und runter gehört habe (ich kann die DVD wirklich wärmstens empfehlen, als Appetizer mag dieser Link dienlich sein), so dass ich möglicherweise von der Aufführung enttäuscht sein könnte. Andererseits, live is live (frei nach Opus), da drückt man schon mal so manches Auge zu...

Ich würde mich freuen, wenn du dich zu diesem Thema einbringst, zur 2. Mahler gibts sicher mehr zu erzählen als ich es getan habe.

Gruß, Felix
flixi (23.05.2007, 21:04):
Hallo Nikolaus!

Vielen Dank für die Glückwünsche und Willkommensgrüße :)!

Freut mich, dass dir Abbados Aufnahme auch so gut gefällt. Die ist ja auch ein Wahnsinn, vielleicht nicht so wuchtig wie manch andere aber jederzeit optimal durchhörbar (manche Nebenstimmen sind mir vorher nie aufgefallen). Wie gerne wäre ich dabei gewesen! Claudio Abbado hat in Luzern eine Qualität erreicht, die so schnell nicht zu toppen sein dürfte (auch seine anderen Aufnahmen mit diesem Orchester sind hervorragend). Dieses Jahr gibt er meines Wissens Beethovens 9te zum Besten, Karten gibts leider keine mehr (für mich eh unbezahlbar) aber das Konzert erscheint ja sicher auch auf CD/DVD.

Zum Thema Klavierbau, das ist schon sehr komplex. Sehr viel kann ich mangels Erfahrung noch nicht erzählen (im 1. Lehrjar sind vor allem Holzbearbeitung und natürlich Stimmen angesagt), ich war aber vor kurzem auf einer sehr interessanten Tagung und war ganz baff was mich da alles noch erwartet. Die Arbeit bei Steingraeber ist in sofern toll, da es keine "normale" Klavierfabrik ist sondern eine Manufaktur, in der noch sehr viel Wert auf Handarbeit gelegt wird. Wenn ich mehr Erfahrung gesammelt habe, werde ich sicher mal berichten. Mir fällt da schon ein hübscher Threadtitel ein: "Klavierbau, der vielsaitigste Beruf der Welt...". :D

Gruß, Felix
Rachmaninov (24.05.2007, 08:19):
@Felix, Daniel,

zu der Aufnahme von G. Kaplan dieser Sinfonie gibt es bereits einen Thread.

Sie ist auch die einzige Aufnahme der Sinfonie, die ich überhaupt kenne.

Es ist schon erstaunlich. Euch versetzt Mahler mit dieser Sinfonie in Erstaunen. Mich überzeugt sie irgendwie weniger. Das ist das tolle an der Musik :wink
Jürgen (24.05.2007, 09:42):
Hallo Leute,

das mit der Lieblingssinfonie schwankt bei mir immer.
Aber eines steht fest: Sie ist von Mahler!

Und da wechseln sich 2,3 und 6 je nach Tagesform ab.

Von der Zweiten habe ich einige Aufnahmen.
Bernstein 2x, Inbal, Mehta, Kaplan, Vonk und Solti (LP).

Momentan gefällt mir Bernstein (DGG) am besten.
Diese Sinfonie ist sehr vielschichtig. Man findet so viele kleine Details, wie z.B. die Militärmusik im Hintergrund, die man bei jedem Hören anders einordnet. Jeder Dirigent stellt diese Details auch unterschiedlich dar, weshalb es insbesondere bei der Auferstehungssinfonie berechtigt ist, mehrere Interpretationen zu besitzen.
Gerade im Finalsatz kann man, wenn man in die Gedankenwelt des Programms nur ein wenig (oder auch mehr) eintaucht, ein unglaubliches Erlebnis geboten bekommen.

Grüße
Jürgen
uhlmann (24.05.2007, 09:44):
für mich ist diese symphonie eine der größten musikalischen leistungen überhaupt. es gibt kaum ein anderes werk, das mich, wenn ich in der richtigen stimmung bin, in solche sphären trägt, wie die 2te mahler. da kann ich richtig in der musik versinken und ungeahnte emotionale rührungen erleben.
etwa, wenn der "hornruf" im letzten satz aus der stille anhebt, da kriege ich regelmäßig die gänsehaut. oder beim einsetzten des "auferstehn", da könnte ich einfach nur heulen. für solche momente "lebt" man quasi als musikliebhaber.

ich besitze foldgende aufnahmen:
- walter, ny philharmonic
- solti, chicago symphony
- neumann, tschchische philharmonie
- inbal, rso frankfurt
- tabakov, sofia philharmonic
- chailly, concertgebouw
(die unteren 5 als gesamtaufnahmen von mahlers symphonien)

meine favoriten bei der 2ten sind walter und chailly. walters interpretation ist sehr energisch, manchmal geradezu expressiv, das ist dramatik pur. chailly nimmt das werk gelassener, ihm gelingt eine sehr fein herausgearbeitete struktur, dazu ist das concertgebouw geradezu phänomenal.
auch neumann und inbal sind in gut, solti ist mir zu fahrig (das passt besser zur 5ten oder 6ten), und tabakovs 2te ist einfach schwach.
Amadé (24.05.2007, 22:20):
Hallo flixi und andere Mahlerianer,

mich wundert 's doch ein wenig, dass der Dirigent, der die "Höheren Weihen" gerade der 2. Sinfonie vom Komponisten selbst erhalten hat, Otto KLemperer, noch nicht erwähnt wurde.
Bei einer Aufführung in Berlin, die Oscar Fried leitete, der auch die erste Aufnahme für die DGG 1924!!! erstellte, dirigierte der junge Klemperer das Fernorchester. Nach der Generalprobe bat Klemperer den anwesenden Komponisten um ein Urteil. Mahler fand es schauderhaft, Klemperer entgegnete, dass in der Partitur doch "schmetternd" stünde. "Ja, aber ganz von hinten", gab Mahler zu verstehen.

Klemperer hat eine sehr gute Aufnahme für EMI erstellt, die seit ihrem Erscheinen immer in den Katalogen blieb. Bereits 1951 spielte er die Sinfonie für VOX mit den Wiener Symphonikern ein.
Daneben gibt es noch zwei Mitschnitte: 1951 vom Hollandfestival mit dem Concertgebouworchester (Decca) und 1971 aus der Royal Festival mit dem Philharmonia Orchester.

Hört Euch auch mal KLemperer an!

Gruß Amadé
ab (09.07.2007, 11:58):
Original von uhlmann

- solti, chicago symphony

solti ist mir zu fahrig (das passt besser zur 5ten oder 6ten)

Deshalb solltest Du Dir unbedingt einmal die ältere Klangperle mit den Londonern anhören! (Mein Favorit bei der der 2., der ich sonst Solti oft zu plakativ finde...)

http://www.jpc.de/image/middle/front/0/7782051.jpg
oder neu (hoffentlich nicht kaputt geremasterd)
http://www.jpc.de/image/middle/front/0/1327250.jpg
flixi (20.08.2007, 00:34):
Hallo allerseits!

Das ist schon peinlich. Da leiere ich diesen Thread an und lasse dann prompt zweieinhalb Monate nichts von mir hören. Zur Erklärung: Ich hatte 6 Wochen Blockunterricht in Ludwigsburg und dann erst mal 3 Wochen Urlaub. Ich war zwar hin und wieder im Forum unterwegs aber in Ludwigsburg fehlte mir die Ruhe (nicht die Zeit!) und danach habe ich den Thread irgendwie aus den Augen verloren.

Nun denn...

@ Rachmaninov

Ich hatte beide Aufnahmen von Gilbert Kaplan. Beide haben mich nicht gerade umgehauen. Die alte (ich glaube London Symphony Orchestra) war mir zu "fetzig", die neue mit den Wienern fand ich zu glatt. Dennoch ziehe ich den Hut vor Kaplan. Als "Laie" ein Orchester durch Mahlers Zweite zu führen ist schon beachtlich. Vielleicht liegt es ja an Kaplan, dass dir die Sinfonie nicht gefällt. Falls noch Interesse besteht, probier mal den Abbado. Die CD ist zwar recht teuer aber die Clips auf Youtube entsprechen der Aufnahme.

@ Jürgen

Ja, das mit der Lieblingssinfonie ist so eine Sache. Bei mir wechselt das phasenweise. Mal Beethoven, mal Bruckner, hin und wieder Dvorak, oft Mahler und auch Schostakowitsch (und andere).
Zu Bernsteins Mahler habe ich ein etwas gespanntes Verhältnis. Ich kenne Nos. 1, 2 und 6 (Sony) sowie Nr. 2 (DGG). Irgendwie ist das nicht "mein" Mahler. Allerdings war die späte Aufnahme der 2. Sinfonie die erste, bei der ich die Harfe im 2. Satz nicht als kitschig empfand.

@ Uhlmann

Ich würde mich nicht als übermäßig emotionalen Menschen bezeichnen aber das Finale der Auferstehungs-Sinfonie treibt mir mit erstaunlicher Regelmäßigkeit Tränen in die Augen.
Was deine Favoriten angeht: Walter kenne ich nicht aber bei Chailly hatte ich das erste Mal das Gefühl, den 1. Satz "verstanden" zu haben. In jedem Fall eine Aufnahme, die zu haben sich lohnt.

@ Amadé

Ich muss dich leider korrigieren. Klemperer hat die Zweite zwei mal für EMI aufgenommen. 1961/62 mit dem Philharmonia Orchestra und 1965 mit dem Sinfonie-Orchester des Bayrischen Rundfunks (live). Die 1961er Aufnahme habe ich irgendwann verkauft, weil sie mir zu kühl erschien, in die 1965er muss ich mich erst noch einhören.

@ ab

Mit Solti habe ich so meine Probleme. Die wenigen Aufnahmen, die ich von ihm kenne finde ich wie uhlmann zu "fahrig", seinen Beethoven dagegen gähnend langweilig. Insbesondere seine Londoner Aufnahme von Mahlers Zweiter (in der Kopplung mit der Ersten) halte ich persönlich für einen der misslungensten Mahler-Versuche aller Zeiten (ich weiss, das klingt hart aber ich war damals wirklich geschockt...). Nichts für ungut, andere wiederum können Abbados Interpretation wenig abgewinnen (David Hurwitz). Über Geschmack lässt sich eben nicht streiten.


So, hier noch meine Aufnahmen.

Ich habe:

- Claudio Abbado, Lucerne Festival Orchestra (DGG, 2003): mein Favorit
- Riccardo Chailly, Concertgebouw Orchestra (DECCA, 1999): siehe uhlmann
- Otto Klemperer, Sinfonie Orchester des Bayrischen Runfdfunks (EMI, 1965): muss ich noch öfter hören, bisheriger Eindruck relativ gut
- Rafael Kubelik, Sinfonie Orchester des Bayrischen Runfdfunks (DGG, 1969): schon länger nicht mehr gehört, ich habe sie als sehr feurig in Erinnerung
- Michael Tilson-Thomas, San Francisco Orchestra (SFS Media, 2004): ähnlich wie Bernstein auf DG aber etwas flotter

Ich hatte:

- Pierre Boulez, Wiener Philharmoniker (DGG, 2005)
- Ivan Fischer, Budapest Festival Orchestra (Channel Classics, 2004)
- Gilbert Kaplan alt und neu
- Otto Klemperer, Philharmonia Orchestra (EMI, 1961/62)
- Zubin Mehta, Wiener Philharmoniker (DECCA, 1975)
- Sir George Solti, London Symphony Orchestra (DECCA, 1966)

Diese Aufnahmen habe ich aus verschiedenen Gründen wieder verkauft.

Ich denke das ist genug für heute.

Gruß, Felix

P.S.: Das Konzert war leider ziemlich mies. Die Akustik war grässlich, der Dirigent zog ständig das Tempo an, obwohl das Orchester ohnehin schon überfordert war, die Solistinnen waren vor lauter Vibrato kaum zu verstehen, lediglich der Chor war gut.

Gute Nacht!
ab (20.08.2007, 11:48):
Original von flixi

@ ab

Mit Solti habe ich so meine Probleme. Die wenigen Aufnahmen, die ich von ihm kenne finde ich wie uhlmann zu "fahrig", seinen Beethoven dagegen gähnend langweilig. Insbesondere seine Londoner Aufnahme von Mahlers Zweiter (in der Kopplung mit der Ersten) halte ich persönlich für einen der misslungensten Mahler-Versuche aller Zeiten (ich weiss, das klingt hart aber ich war damals wirklich geschockt...).

Ist das als ein geschmacksurteil von Dir zu verstehen? Oder was wären die Aspekte, aufgrund derer du meinst, es sei einer der" misslungendsten Mahler-Versuche aller Zeiten.)

(Wie gesagt, ich spreche von der Londoner Mahler #2, nicht von den späteren Aufnahmen aus Chicago.)

Danke!

(Die Mahler 1 auf derselben Ausgabe von Solti gefällt mir übrigens überhaupt nicht...)
daniel5993 (20.08.2007, 12:33):
Hallo Felix! :hello

Ich hatte ja auch versprochen mich an Thread zu beteiligen und auf Mahlers 2 einzugehen.Möchte das jetzt auch bei deinem "Wiederauftauchen" tun! Ist schön das du wieder da bist!

Ich besitze lediglich 2 Gesamtaufnahmen von den Symphonien Mahlers!
Zu ersten unter Georg Solti und zum zweiten unter Leonard Bernstein!
Zu Solti kann ich noch nicht viel sagen(zu wenig gehört, aber die erste gefiel mir! Aber bei Bernstein's Mahler, New Yorker Philharmoniker bin ich immer voll bei der Sache gewesen! Bei Bernstein hat mich seine unglaubliche Liebe zu dieser Musik von Gustav Mahler tief berührt! Zum Teil hat hat er sich ja mit Ihm Verglichen! Ein ergreifenden Bericht hat Bernstein einmal über Mahler verfasst! Und dadurch, dass dieser mit Liebe und mit Ganzer Kraft und mit großer Hingabe sich mit diesem Werk auseinandergesetzt hat, liebe ich und höre ich "Sein" Mahler immer Vorrangig vor allen anderen! Für mich ist immer wichtig, wie sich der Dirigent mit dem Leben des Komponuisten und mit seiner Musik auseinandergesetzt hat und ob er wirklich mit dem Herzen dabei war! Ein weiterer vergleich wäre da Böhm zu Mozart!

Zur Symphonie!
Es ist meine Lieblingssymphonie aus dem Mahler - Zyklus! Noch kenne ich nicht alle Perfekt, aber bis jetzt ist es jedenfalls der Fall! Das "Urlicht" ist das schönste für mich!!!

Bei Solti werde ich wieder reinhören sobald ich kann! Sein Mahler wurde mir in einem anderen Forum ans Herz gelegt und als sehr Gut beschrieben!

Ich habe außerdem von einer sehr Guten 2 unter Abbado gehört, aber eine die mind. 20 - 30 Jahre zurrückliegt, gibts also noch auf LP!
Hat Karajan die 2 augenommen?


Gruß
Daniel
flixi (21.08.2007, 22:06):
@ ab

Original von ab
Ist das als ein geschmacksurteil von Dir zu verstehen?
Ich denke ja, auch wenn ich es vielleicht ungeschickt formuliert habe. Ich will nicht behaupten, ich wüsste, wie genau diese Sinfonie zu interpretieren sei - heute nicht und damals erst recht nicht - aber beim Hören hat sich etwas in mir dermaßen gesträubt, dass ich wusste so nicht! Ich habe die Aufnahme nicht mehr im Ohr, aber von allen gehörten hat sie mir mit Abstand am schlechtesten gefallen.
Vielleicht würde ich sie heute anders beurteilen aber das war schon zum abgewöhnen...

(Diese Mahler 1 hat mir auch nicht gefallen...)

@ Daniel

Original von daniel5993
Ich habe außerdem von einer sehr Guten 2 unter Abbado gehört, aber eine die mind. 20 - 30 Jahre zurrückliegt, gibts also noch auf LP!
Laut dieser Seite müsste es sich dabei um diese oder jene Aufnahme handeln. Von Karajan gibts keine Aufnahme, wobei ich zugeben muss auf eine solche guten Gewissens verzichten zu können.

Für mich ist immer wichtig, wie sich der Dirigent mit dem Leben des Komponuisten und mit seiner Musik auseinandergesetzt hat und ob er wirklich mit dem Herzen dabei war!
Die Auseinandersetzung mit Werk und Leben eines Komponisten trägt sicher zum tiefergehenden Werkverständnis bei. Dennoch tue ich mir mit "seinem" Mahler schwer. Begründen kann ich das nicht genau, Höreindrücke in Worte zu fassen bereitet mir irgendwie Probleme. Aber das ändert sich sicher noch.

Das "Urlicht" ist das schönste für mich!!!
Definitiv! Und natürlich die letzten 15 Minuten im Finale. Das "Urlicht" ist allerdings aufgrund der Kürze problematisch. Wenn die Sängerin den "Ton" nicht trifft, kann einem das den ganzen Satz kaputt machen. So war es leider auch im Konzert im Mai. Viel zu laut und dann noch dermaßen viel Vibrato, nein danke! Aber in Anbetracht der Gesamtleistung war das ja nur konsequent...

Bei Solti werde ich wieder reinhören sobald ich kann!
Viel Spass dabei, vielleicht gefällt er dir ja besser als mir. Ist die Gesamtaufnahme mit dem Chicago Symphony Orchestra? Das CSO klingt mir unter Solti leider viel zu "grell", außerdem mag ich seinen Stil nicht, wie er die Musik quasi unter Dauerspannung setzt. Ich finde das zu einseitig, zum kennenlernen OK aber auf Dauer langweilig.

Gruß, Felix

P.S.: Um nochmal auf Abbado zurückzukommen, am Sonntag hat er in Luzern die 3. Sinfonie gespielt. Das ganze lief auch im Fernsehen, leider kam ich nicht dazu rein zu schauen. Hat jemand das Konzert gesehen? Würde mich mal interessieren.
daniel5993 (21.08.2007, 22:40):
Hallo Felix!

Laut dieser Seite müsste es sich dabei um diese oder jene Aufnahme handeln.

Ich weiß nicht, welche davon! Ich kann an ein irres Cover aus lauter Farbpunkten auf der LP erinnern! Vielleicht die "jene" Aufnahme!
Werde mir, wenn ich Sie sehe kaufen! Ich lauere schon!

Viel Spass dabei, vielleicht gefällt er dir ja besser als mir. Ist die Gesamtaufnahme mit dem Chicago Symphony Orchestra? Das CSO klingt mir unter Solti leider viel zu "grell", außerdem mag ich seinen Stil nicht, wie er die Musik quasi unter Dauerspannung setzt.

Also zu meiner Solti GA:

London Symphonie Orchestra: 1,2,3,9
Chicago Symphonie Orchestra: 5,6,7,8
Concertgebouw Orchester Amsterdam:4

Definitiv! Und natürlich die letzten 15 Minuten im Finale. Das "Urlicht" ist allerdings aufgrund der Kürze problematisch. Wenn die Sängerin den "Ton" nicht trifft, kann einem das den ganzen Satz kaputt machen. So war es leider auch im Konzert im Mai. Viel zu laut und dann noch dermaßen viel Vibrato, nein danke! Aber in Anbetracht der Gesamtleistung war das ja nur konsequent...

Ich gehe gerne bei mir zu Hause ins Konzert!
Da dirigiert auch noch Bernstein (wenn dass die Leute wüssten)
Und da weiß ich jedesmal: Bernstein wird seine Sache Super machen!
Außerdem geben noch viele andere Dirigenten bei mir Hauskonzerte, wann und wie lange ich will! Und ich muss nur einmal Eintritt zahlen (beim Kauf der LP). Gerade ist Karajan bei mir zu Gast.
Nein, ins Konzert gehen ist hier in Celle nicht! Nichts! Hier kennt keiner Mahler!?! Nur den der "mahlt" :wink


Gruß
Daniel
:beer
flixi (21.08.2007, 23:19):
Ich gehe gerne bei mir zu Hause ins Konzert!
Da dirigiert auch noch Bernstein (wenn dass die Leute wüssten)
Und da weiß ich jedesmal: Bernstein wird seine Sache Super machen!
Außerdem geben noch viele andere Dirigenten bei mir Hauskonzerte, wann und wie lange ich will! Und ich muss nur einmal Eintritt zahlen (beim Kauf der LP). Gerade ist Karajan bei mir zu Gast.
Nein, ins Konzert gehen ist hier in Celle nicht! Nichts! Hier kennt keiner Mahler!?! Nur den der "mahlt" :wink
Ja so ist das in der Provinz... Allerdings finde ich es schon bezeichnend, wenn ein Laienorchester, welches ein Bekannter von mir leitet und welches ich daher hin und wieder höre besser ist als das Philharmonische Orchester Würzburg (also sog. Profis). In Bayreuth ist das kaum anders, hin und wieder spielen die Bamberger Symphoniker und im Sommer tue ich mir ab und zu auch mal Wagner an...

Nur den der "mahlt" :wink
?( Du meinst demnach "Maler"? Ich steh grad aufm Schlauch.

Gute Nacht
daniel5993 (21.08.2007, 23:30):
Original von flixi
Ich gehe gerne bei mir zu Hause ins Konzert!
Da dirigiert auch noch Bernstein (wenn dass die Leute wüssten)
Und da weiß ich jedesmal: Bernstein wird seine Sache Super machen!
Außerdem geben noch viele andere Dirigenten bei mir Hauskonzerte, wann und wie lange ich will! Und ich muss nur einmal Eintritt zahlen (beim Kauf der LP). Gerade ist Karajan bei mir zu Gast.
Nein, ins Konzert gehen ist hier in Celle nicht! Nichts! Hier kennt keiner Mahler!?! Nur den der "mahlt" :wink
Ja so ist das in der Provinz... Allerdings finde ich es schon bezeichnend, wenn ein Laienorchester, welches ein Bekannter von mir leitet und welches ich daher hin und wieder höre besser ist als das Philharmonische Orchester Würzburg (also sog. Profis). In Bayreuth ist das kaum anders, hin und wieder spielen die Bamberger Symphoniker und im Sommer tue ich mir ab und zu auch mal Wagner an...

Nur den der "mahlt" :wink
?( Du meinst demnach "Maler"? Ich steh grad aufm Schlauch.

Gute Nacht


HAllo Felix!

Ja ich meine den Maler! Der, der mit Farbtopf und Pinsel!
Ich steh grad aufm Schlauch.

Liegt nicht an dir!

Ich muss mich einfach deutlicher ausdrücken

Am Wochenende höre ich wieder Mahler!
In der Woche finde ich keine Zeit dafür!
Ich höre das Werk gerne am Stück!
Auch bis zum Ende mit Konzentration! Meistens jedenfalls!

Gute Nacht!
Gruß
Daniel
:beer
flixi (29.08.2007, 22:41):
Servus Daniel!

Obwohl vermutlich etwas teuer und daher evtl. nur bedingt interessant, möchte ich dich trotzdem auf dieses Angebot hinweisen. Wenn mich nicht alles täuscht, hast du diese Aufnahme gemeint.

Gruß, Felix
Jürgen (30.08.2007, 10:22):
Original von flixi
Servus Daniel!

Obwohl vermutlich etwas teuer und daher evtl. nur bedingt interessant, möchte ich dich trotzdem auf dieses Angebot hinweisen. Wenn mich nicht alles täuscht, hast du diese Aufnahme gemeint.

Gruß, Felix

Na ich kenne mich ja nicht so aus mit LP-Preisen.
Daher meine Frage: Werden solche Preise gezahlt ?

Zur Info: Mahler 2, Abaddo, Doppel-LP 30 € + 5€ Versand

Wenn ja, dann stelle ich meine Mahler 3 aus der gleichen Serie auch rein.

Spass beiseite. Ich stöbere manchmal in einem Second Hand Shop. Meine Eindrücke gehen eher dahin, dass CDs dort zu teuer und LPs wesentlich billiger sind.

Aber, Vinylies, klärt mich mal auf!

Grüße
Jürgen
daniel5993 (30.08.2007, 10:48):
Original von flixi
Servus Daniel!

Obwohl vermutlich etwas teuer und daher evtl. nur bedingt interessant, möchte ich dich trotzdem auf dieses Angebot hinweisen. Wenn mich nicht alles täuscht, hast du diese Aufnahme gemeint.

Gruß, Felix

Hallo flixi!

Vollkommen richtig, die meine ich!
Kennst du die? Wie schätzt du sie ein?

Gruß
Daniel
daniel5993 (30.08.2007, 10:55):
Original von Jürgen
Original von flixi
Servus Daniel!

Obwohl vermutlich etwas teuer und daher evtl. nur bedingt interessant, möchte ich dich trotzdem auf dieses Angebot hinweisen. Wenn mich nicht alles täuscht, hast du diese Aufnahme gemeint.

Gruß, Felix

Na ich kenne mich ja nicht so aus mit LP-Preisen.
Daher meine Frage: Werden solche Preise gezahlt ?

Zur Info: Mahler 2, Abaddo, Doppel-LP 30 € + 5€ Versand

Wenn ja, dann stelle ich meine Mahler 3 aus der gleichen Serie auch rein.

Spass beiseite. Ich stöbere manchmal in einem Second Hand Shop. Meine Eindrücke gehen eher dahin, dass CDs dort zu teuer und LPs wesentlich billiger sind.

Aber, Vinylies, klärt mich mal auf!

Grüße
Jürgen

Hallo Jürgen!
Wenn die Ware in Ordnung ist, sind z.B die Preise für diese Box (Abbado/MAhler) keine seltenheit! Und diese werden auch für diese Prei gekauft! Bin gerade dabei ein Teil meiner Platten zu verkaufen, welche dann auch später bei ebay drin sein werden! CD's sind im Gegensatz zu Platten soo billig, dass ich mittlerweile dabei bin mir so manches auf CD als auf Platte zu kaufen! z.B Mendelssohn unter Abbado (Box), Bernstein's Beethoven, Karajans Beethoven! Die CD-Preise sind ein Witz! (bei Amazon)!
Werde mich verstärkt der CD zuwenden! Denn das ist oft viel, viel Günstiger! Falls du gut erhaltene Platten hast, so beurteilt zwischen 1+ bis 2 (der Zustand) dann zögere nicht sie bei ebay reinzusetzen, die wird gekauft! Also, Plattenboxen sind die hochpreisplatten bei ebay und Boxen werden gekauft! Einzelplatten dagegen weniger und auch für weniger Geld!


Gruß
Daniel
flixi (30.08.2007, 17:53):
Kennst du die? Wie schätzt du sie ein?
Leider nein, hab sie auch eher zufällig gefunden. Weniger zufällig habe ich sie allerdings hier noch etwas günstiger gefunden. Jetzt liegts an dir, hätte ich nicht die Lucerner Aufnahme, ich würde sie vermutlich kaufen!

Gruß, Felix
Dr. Schön (07.09.2008, 14:26):
Ich habe gestern wiedermal Abbado's 2te Mahler mit den Luzernen gehört und war, obwohl ich sie beim letzten hören vor wenigen Monaten noch immer für meine liebste Einspielung gehalten hatte, ziemlich enttäuscht.

Ich schätze Abbado's Mahler Einspielungen der letzten Jahre sehr. Ich nenne sie immer "die Früchte seiner langen Beschäftigung mit Mahler". Seine früheren Einspielungen aus den 70ern bis in die 90er zeugten immer von seiner Vertrautheit mit der Partitur und waren sehr genau.
In den letzten Jahren ist noch eine hohe, aber immer kontrolierte, Emotionalität hinzugekommen, die, in Verbindung mit seiner Genauigkeit und Vertrautheit mit den Werken, diese Einspielungen für mich zu absoluten Ereignissen machte.

So ist das auch in dieser Luzerner Aufnahme, die im Einzelnen ganz hervorragende und ereignishafte Momente für sich verbuchen kann. Aber was mich im Ganzen beim Durchhören stört ist dieses Orchester.

Im Vergleich mit seinen Berliner live Einspielungen, wo er einen einheitlichen und eingespielten Klangkörper anleiten und modelieren kann, ist dieses Luzern Orchester eher Patchwork-Orchester, mit dem das Werk einfach nicht zusammengehalten wird.

Jedenfalls vom Orchester her fand ich diesen Mitschnitt, trotz beachtlicher Momente und Effekte, schon etwas ärgerlich.

Das Problem ist nun, dass ich von diesem sehr geschätzten Werk keine Einspielung mehr habe, die MEINE Einspielung ist.

Von den vielen hier Erwähnten, halte ich von der Klemperer (EMI Studio) eine ganze Menge. Weil sie wirklich in Sphären vorstößt. In letzter Konsequenz ist sie mir nur ein wenig zu hart, konstruktiv und streng.
Der Luftikus Mahler müsste noch etwas herauskommen.
Sehr schön fand ich auch immer den frühen Bernstein.

Ich gedenke demnächst entweder Kubeliks Einspielung auf audite, denn über diesen Zyklus hört man nur sehr gutes und ich kenne noch gar nichts davon, oder Gielen eine Chance zu geben.

Gruß
D. Schön
flixi (01.11.2008, 22:22):
Hallo Dr. Schön!

Ich sehe bei Mahler/Abbado treffen wir uns weitestgehend. Seine Mahler Aufnahmen gehören zu meinen Favoriten, dass es dabei Ausfälle zu verzeichnen gibt ist wohl normal.
Ich schätze Abbado außerordentlich und bin in sofern sicher nicht ganz objektiv. Dennoch, nach mehreren Versuchen bezüglich Mahler 2 stieß ich irgendwann auf eben jene Aufnahme aus Luzern, und war begeistert. Es folgten weitere Mahler Aufnahmen mit dieser Besetzung (größtenteils auf DVD, das macht viel aus denke ich) und zugegebenermaßen musste ich mir da auch manches Bekannte erarbeiten (v.a. 6. Sinfonie), aber letztlich stehen diese Aufnahmen für mich in gewisser Weise außer Konkurrenz. Es ist diese, von Abbado auch immer wieder betonte "Lust am gemeinsamen Musizieren", die ich hier besonders verwirklicht sehe. Für mich treffen hier Transparenz, Detailgenauigkeit UND Emotion aufeinander (ein gewisses "Etwas", das ich nicht benennen kann ist wohl auch noch dabei).
Diese Aufnahme ist nicht perfekt, das steht fest, dafür gibt es (nicht nur) bei dieser Musik zu viele Parameter. Ich schätze ebenso Bernstein (1987) und auch Fischer, die mir, obwohl völlig anders, dieses Werk näher bringen. Nicht zuletzt ist die Wahrnehmung von Musik ja auch immer stimmungsabhängig. "Meine" Aufnahme wäre wohl eine Mischung aus diesen dreien. Das spricht letztlich auch nicht gegen die einzelnen Interpreten, sondern viel mehr für Mahlers Musik, die eben solche verschiedenen Ansätze verträgt.
Kubelik ist sicher keine schlechte Wahl, ich besaß mal die Aufnahme aus den 60ern, habe sie aber in dem ständigen Versuch meine Sammlung zu verkleinern aufgrund der oben genannten wieder verkauft.
Was ich damit sagen wollte, nichts für ungut :wink.

Lg, Felix
Cosima (01.11.2008, 23:46):
Original von Dr. Schön
So ist das auch in dieser Luzerner Aufnahme, die im Einzelnen ganz hervorragende und ereignishafte Momente für sich verbuchen kann. Aber was mich im Ganzen beim Durchhören stört ist dieses Orchester.


Das ist die doch die Aufnahme, die mit Debussys "La Mer" gekoppelt ist. Ich stimme Dir zu, mir gefällt das Orchester auch nicht. Mit Mahlers 2. Symphonie kenne ich mich weniger aus (ich habe ansonsten nur die Bernstein-Aufnahme als Alternative), aber bei dem Debussy-Werk finde ich das Orchester auf jeden Fall eher mittelmäßig.
Als Leihgabe hatte ich mal die Aufnahme unter Iván Fischer mit dem Budapest Festival Orchestra. Die habe ich als sehr gute Interpretation (auch klangtechnisch war sie hervorragend, glaube ich) in Erinnerung. Gekauft habe ich sie allerdings nicht, weil mir diese Mahler-Symphonie nicht so sehr liegt.

Aber wolltest Du Dir die Fischer-Aufnahme nicht eh zulegen?

Gruß, Cosima
Dr. Schön (02.11.2008, 17:13):
Ja, diese Fischer Aufnahme habe ich mittlerweile ein paar Male gehört. Ich hatte nicht gleich etwas dazu geschrieben, weil sie mir auf den ersten Blick etwas unscheinbar vorkam.
Was mich aber zunehmend für diese Aufnahme einnimmt, ist, dass sie mir sehr organisch vorkommt. Gerade die ersten Sätze entwickeln sich so angenehm aus sich selbst und atmen. Auch das Orchesterspiel ist sehr farbig und past schön dazu. Oft, das ist aber vielleicht auch die Schuld des Werkes selbst, kommt mir der Bau der ersten Sätze etwas "Station zu Station"-haft vor, als würde Themenkomplex für Themenkomplex abgearbeitet und der Gesammtzusammenhang geht dabei etwas verloren.
Ein übles Beispiel wäre da für mich diese Zubin Mehta Aufnahme, der das irgendwie rein technisch durchexerziert.

Gar nicht fällt mir dieser Bau bei Klemperers oder Walters Aufnahmen der Zweiten auf. Da sind sie im Vergleich sogar frapierend rund, wobei es mir hier schon etwas ausgebeult vorkommt und irgendetwas signifikantes für mich fehlt.

Jedenfalls unter dieser Betrachtung gefallen mir im Moment Fischer und der frühe Lennie am besten.

Das Highlight dieser Symphonie ist natürlich der Chorsatz, aber der weg dorthin will natürlich erstmal beschritten werden.

Gielen habe ich kürzlich auch erworben. Die gefällt mir insgesammt sehr gut, halt typisch für diesen Dirigenten, ist für mich aber eher eine interessante Alternative, denn MEINE Aufnahme.
Mit Gielen mag ich die 7 und 10 (Cooke Fassung) am liebsten.

Dr. Schön
teleton (05.11.2008, 12:04):
Hallo Felix,

Deine Mitgliedschaft in diesem Forum wurde mir heute erstmalig durch Deine Mahler2-Beiträge hier bewusst.

Ich habe mir alles durchgelesen und bin schon einigermaßen verwundert, wie Du über die Solti-Aufnahmen urteilst.
Nachdem was Du dann über Karajan schreibst, wundert es mich eigendlich nicht mehr - ein weiterer Anti-Karajan.

Die Solti-GA hatte ich mir nach der Sinfonie Nr.6 (die ich zuerst als Decca-Einzel-CD hatte) gleich als Decca-GA gekauft. Nach dieser positiven Überraschung mußte ich Solti-Mahler als GA haben.
Was soll man sich noch weiter mit teuren Einzel-CD´s rumschlagen. !?!
Für mich war Solti´s GA ein großer Erfolg, der mit Sachkenntnis, Detailreichtum, rhytmischer Kraft vorgeht, die mich begeistert. ((Was soll daran fahrig sein ? ))
Klangtechnisch gibt es zudem kaum etwas besseres, als die Aufnahmen mit Solti/Chicago SO.
:times10 Die Sinfonie Nr.2 finde ich mit Solti packend umgesetzt.
Mit dieser Aufnahme alleine könnte ich auf Ewig glücklich und zufrieden sein. Ich wäre es warscheinlich auch, wenn nicht günstige TOP-Angebote zu weiteren Käufen verleitet hätten.


Später kamen dann bei mir, wegen der günstigen TOP-Angebote, die Mahler- GA mit Chailly (Decca) hinzu, von dem ich insgesamt schon mehr erwartet hätte.
Die Sinfonie Nr.2 ist mit Chailly gut, aber nicht herausragend - so wie alle weiterene Aufnahmen in der Decca-Box. Nach Solti hatte diese GA keine Chance mehr bei mir.
Einzig die Sinf.Nr.4 ist für mich die beste Aufnahme - aber so umwerfend finde ich das ganze Werk nicht.


Dann kam die große Mahler-Überraschung.
Wieder durch ein Megaangebot griff ich 2006 zu meinem Liebling Bernstein. Die SONY-GA mit den New Yorker PH.
Hier kann ich nur unterstreichen, was daniel in seinem Beitrag so treffend formuliert:
Aber bei Bernstein's Mahler, New Yorker Philharmoniker bin ich immer voll bei der Sache gewesen! Bei Bernstein hat mich seine unglaubliche Liebe zu dieser Musik von Gustav Mahler tief berührt! Zum Teil hat hat er sich ja mit Ihm Verglichen! Ein ergreifenden Bericht hat Bernstein einmal über Mahler verfasst! Und dadurch, dass dieser mit Liebe und mit Ganzer Kraft und mit großer Hingabe sich mit diesem Werk auseinandergesetzt hat, liebe ich und höre ich "Sein" Mahler immer Vorrangig vor allen anderen! Für mich ist immer wichtig, wie sich der Dirigent mit dem Leben des Komponuisten und mit seiner Musik auseinandergesetzt hat und ob er wirklich mit dem Herzen dabei war!
Bernstein ist mit seinem Herzen dabei und das begeistert den Hörer.
:times10 Die Mahler Sinfonie Nr.2 ist dabei eine der intensivsten Interpretationen des großen Bernstein !
Kann es etwas besseres - wahnsinnigeres geben ?
ab (05.11.2008, 14:20):
Original von teleton

:times10 Die Sinfonie Nr.2 finde ich mit Solti packend umgesetzt.
Mit dieser Aufnahme alleine könnte ich auf Ewig glücklich und zufrieden sein.

Womöglich hatte ich diese Frage schon einmal gestellt, kann mich aber just nicht entsinnen; daher nochmal: Finden sich in besagter Solti-GA-Box alles Einspielungen mit dem Chicagoer SO? Oder sind dort drinnen auch solche mit den Londonern?

Ich selbst bin ja bei Soltis #2 aus London höchstlich zufrieden

richtig mag (sehe ich einmal vom Beginn des Teil II der # 8 ab) - wobei ich allerdings leider die #3 aus Chicago noch immer nicht kenne. Früher einmal standen mir noch seine Londoner #4, #6 (die ich heute noch bewundere, wenn auch persönlich nicht mehr so mag) sowie #7, beide aus Amerika, nahe.]
ab (05.11.2008, 14:22):
Original von Dr. Schön
Ja, diese Fischer Aufnahme habe ich mittlerweile ein paar Male gehört.

Was, bitte, ist hier mit "diese" gemeint, der uralte Konzertmitschnitt bei Hungaroton (den ich eher verunglückt fand) oder die neue Aufnahme bei Channel Classics?
?(

Danke!
:hello
Dr. Schön (05.11.2008, 14:29):
Ich meine die bei Channel, die ich geglückt finde.

Hat Solti in London eigentlich alle schon mal aufgenommen? Ich kenne da nur 1,2,9, wobei das bei 2 & 9 zu lange her ist. Ich weiß aber, dass sie mir erheblich besser gefallen haben.

Bei den CSO Aufnahmen ziehe ich auch genau bei 6,7 und partitiell 8 durchaus den Hut, um ihn aber gleich wieder aufzusetzten, damit ich ihn an anderer Stelle feierlich in die Luft werfen kann.
ab (05.11.2008, 14:49):
Original von Dr. Schön
Ich meine die bei Channel, die ich geglückt finde.

Hat Solti in London eigentlich alle schon mal aufgenommen? Ich kenne da nur 1,2,9, wobei das bei 2 & 9 zu lange her ist. Ich weiß aber, dass sie mir erheblich besser gefallen haben.

Bei den CSO Aufnahmen ziehe ich auch genau bei 6,7 und partitiell 8 durchaus den Hut, um ihn aber gleich wieder aufzusetzten, damit ich ihn an anderer Stelle feierlich in die Luft werfen kann.

schön gesagt :)

Es gibt aus London noch ein 4., ebenfalls mit der (fehlbesetzten - aber wer ist das nicht im Vergleich zu Jo Vincent!) Kawana, aber, wie mir vorkam, deutlich besser. Die gibts mit der 1. gepaart bei Double-Decca. Die 9. finde ich beidemal missglückt, sehe ich vom Preis ab: die ältere gibts inzwischen bei eloquence.

Ich meine, es gab auch noch eine 3. aus London, wenn dem so sein sollte, dann aber dürfte sie bislang noch nie einen Laser der Welt erblickt haben.

Gruss vom Fluss
Dr. Schön (05.11.2008, 14:55):
Jo Vincent war doch Mengelberg?
ab (05.11.2008, 14:58):
Original von Dr. Schön
Jo Vincent war doch Mengelberg?
Jo
:times10 :down :engel :leb
uhlmann (05.11.2008, 15:43):
Original von ab
Finden sich in besagter Solti-GA-Box alles Einspielungen mit dem Chicagoer SO? Oder sind dort drinnen auch solche mit den Londonern?

die solti-ga ist nur mit dem chicago symphony orchestra eingespielt.
die aufnahmen entstanden anfang der 70er (5, 6, 7, 8) und anfang der 80er (1, 2, 3, 4, 9)

http://www.jpc.de/image/w183/front/0/0028943080422.jpg
Amadé (05.11.2008, 21:25):
Liebe Mahler-Freunde,

uhlmann hat Recht, die Gesamtaufnahme wurde mit dem Chicago Symphony Orchester eingespielt, die 8. entstand übrigens (wegen der Chöre) in Wien!
Bei den Sinfonien 1-3 und 9 gibt es Vorgänger-Aufnahmen mit dem London SYmphony Orchestra, bei Nr.4 eine Aufnahme mit dem Concertgebouw Orkest (!) Solistin: Sylvia Stahlman, die ich jedoch nicht kenne. Nr.2 gefällt mir wenig, nur 3. allerdings umsomehr. Hier liegt eine Spitzenaufnahme vor!

Jo Vincet hat die 4. mit Mengelberg eingespielt. Die Chailly-CDs können mich im Vergleich zu anderen Aufnahmen nicht recht überzeugen.

Grüße Amadé
ab (05.11.2008, 22:15):
Bist Du Dir sicher, dass es aus London keine 4. mit der Kawana gibt?!
?(

Hast Du die Londerne #3 auf CD?
Dr. Schön (05.11.2008, 22:21):
Die Londoner 3 auf CD => JO
ab (05.11.2008, 22:56):
Original von Dr. Schön
Die Londoner 3 auf CD

Da frisst mich der Neid, wie man so sagt.
Amadé (05.11.2008, 23:00):
Lieber ab,

Kanawa ist in der "neuen" Aufnahme mit dem Chicago SO für die himmlischen Freuden zuständig, die Aufnahme entstand 1983 in Chicago. Das war die Zeit, als Te Kanawas Ruhm dem Höhepunkt zusteuerte. Zur Zeit der Amsterdamer Aufnahme gab es in der Musikwelt noch keine Kiri!
Die Londoner 3. habe ich auf 2 LPs.

Gruß Amadé
ab (06.11.2008, 09:16):
Original von Amadé
Lieber ab,

Kanawa ist in der "neuen" Aufnahme mit dem Chicago SO für die himmlischen Freuden zuständig, die Aufnahme entstand 1983 in Chicago. Das war die Zeit, als Te Kanawas Ruhm dem Höhepunkt zusteuerte. Zur Zeit der Amsterdamer Aufnahme gab es in der Musikwelt noch keine Kiri!
Die Londoner 3. habe ich auf 2 LPs.

Gruß Amadé

Danke, ich dachte, da hätte sie ihren Zenit schon lange überschritten :ignore

diese CD war meine erste 4. und ich hatte sie einmal verliehen; und nie mehr zurück bekommen X(
kreisler (29.03.2009, 20:10):
Ich hab heute mal wieder so ein Mahler Tag, und höre schon seit heut Morgen kreuz und quer durch meine Aufnahmen. Angekommen bin ich jetzt bei Klemperers 2.

Die wurde hier mit Sicherheit schon erwähnt, aber ich muss doch jetzt was dazu schreiben:

Ich hatte mir diese Aufnahme aufgrund ihres angeblichen Referenzstatus gekauft.

http://www.musicweb-international.com/Mahler/Mahler2/klemperer.jpg

- Mahler: Symphonie Nr. 2, Otto Klemperer -

(so sieht sie bei mir aus. Gibt aber auch jede Menge anderer Cover)

Zuerst hatte mich die CD etwas beim reinhören enttäuscht. Ich hörte wahrscheinlich nur die Unterschiede zu Bernstein und Solti gehört.
Nun ist das aber ganz anders:
Ist das wirklich die gleiche CD, in die ich hreingehört hatte? (Ohne Scherz: Ich hab mitten im ersten Satz nachgeschaut und noch mal von vorne gehört, weil ich es nicht glauben konnte :J)
So grandios kommt die mir jetzt vor. Genau so stelle ich mir die Smymphonie vor; eine Offenbarung, auch wenn ich nicht geanu weiß woran es genau liegt. Da brauche ich ja nicht mal mehr meinen geliebten Bernstein, ganz zu schweigen von Kaplan (den ich zuvor gehört habe) oder Solti.

Ich sehe, das wird mit Abstand meine Lieblingsaufnahme, ich bin ja schon jetzt total begeistert...:D

lg kreisler
teleton (30.03.2009, 09:47):
Hallo Kreisler,

es freut mich für Dich, dass Du mit dem großen Klemperer eine so fabelhafte Interpretation kennengelernt hast.

Das einzige was mir allgemein bei den EMI-Aufnahmen mit Klemperer aus den 60er-Jahren immer wieder mißfällt, ist der harte und spitze Klang der Instrumente in den höheren Bereichen (Streicher, Bläser, Blechbläser).
:hello Was hast Du klanglich für einen Eindruck in dieser Hinsicht ?
kreisler (30.03.2009, 18:27):
Hab ehrlich gesagt noch nicht besonders auf den Klang geachtet beim anhören. Insgesamt klingen die hohen Tönen nicht besonders "warm", dass stimmt. Ich empfinde das aber nicht als so stark, und besonders stören tut es mich sowieso nicht.

Und irgendwie passt das auch etwas zu Klemperers Interpretation, die ja auch nicht so ganz ohne Härten und Kanten ist...

lg kreisler
pyrrhon (31.03.2009, 20:01):
Original von teleton
Wieder durch ein Megaangebot griff ich 2006 zu meinem Liebling Bernstein. Die SONY-GA mit den New Yorker PH.


Bernstein ist bei Mahler natürlich ein Klassiker und Bernstein war auch einer der Musiker, die mich vor vielen Jahren für die Klassik begeistern konnten. Die Aufnahme der 2. Symphonie von Sony, die ich kenne, ist der Mitschnitt eines Konzerts in der Kathedrale von Ely vom September 1973, der auch auf Video existiert und seither mehrmals im Fernsehen gesendet worden ist. Es handelt sich dabei aber nicht um das New York Philharmonic Orchestra, sondern um das London Symphony Orchestra, wie auch auf der CD-Version. Ich halte es allerdings für möglich, dass Sony vielleicht mehrere Einspielungen dieser Symphonie durch L. Bernstein anbietet oder angeboten hat.

Die Aufnahme dieser Symphonie durch Bernstein ist allerdings wirklich mit dem New York Philharmonic Orchestra aufgenommen worden und bei der DGG erschienen. Es ist ebenfalls ein Live-Mitschnitt. Ich liebe diese Aufnahme, wobei ich aber sagen muss, dass sich mir die ältere Aufnahme, die ich nur im Fernsehen gesehen habe, bereits nach einmaligem Hören eingebrannt hat, so beeindruck hat sie mich. Einer der Gründe könnte allerdings die recht temperamentvolle Gestik und Mimik Bernsteins beim Dirigieren sein. Das kann durchaus ablenken und daher wäre es interessant, wie die Aufnahme ohne Bild auf mich wirken würde.
kreisler (31.03.2009, 22:32):
Hallo pyrrhon,

Herzlich Willkommen im Forum, erstmal! :hello

Bernstein ist bei Mahler mein absoluter Lieblingsdirigent!!!

Und ich kenne auch die Aufnahme, die du meinst (bzw. bin gerade dabei sie anzuhören :D). Ich habe sie in einer CBS-CD zusammen mit den Kindertotenliedern. (Leider finde ich kein Cover im Internet)

Sie war mein Einstieg in die Mahler-Welt und deshalb wird sie für mich immer etwas ganz besonderes bleiben, auch wenn ich die Aufnahem aus der SONY-GA nicht viel schlechter (oder sagen wir besser: genauso grandios) finde und ich, wie du vielleicht oben gelesen hast total von Klemperer begeistert bin...

Es gibt einige Details die ich mittlerweile anders hören will (oder selber anders machen würde), aber als ganzes wirkt sie auf mich einfach unglaublich!

Viele Grüße,
Kreisler

Nachtrag: Außerdem merke ich auch gerade beim hören, dass Bernstein in der gewaltigen "Durchführung" (Ok, das gibts bei Mahler ja nicht mehr so richtig, aber vielleicht weißt du welche Passage ich meine) wirklich ans Maximum geht: Noch dramatischer und gewaltiger kann man das ja gar nicht mehr bringen :down :down :down
kreisler (31.03.2009, 22:50):
hier ist noch eine Diskographie von Mahler´s 2.

Die DVD Aufnahme von DGG ist tatsächlich die gleiche Aufnahme, wie die auf meiner CBS-CD wusste ich gar nicht!

Ich hatte mir die DVD einmal ausgeliehen und ich war auch sehr beeindruckt, was aber sicher daran lag, dass ich mal wieder vollkommen von der Musik gebannt war. Außerdem trägt der Live-Eindruck sicher auch sein übriges dazu...
Cetay (inaktiv) (08.02.2010, 12:25):


Schwafeln wir nicht lange drum herum: Bei dieser Aufnahme müssen wir in erster Linie über den Klang reden, etwas das für mich sonst, wenn überhaupt, maximal einen Nebensatz wert ist. Ich bin gewiss kein Klängverächter und weiß es durchaus zu schätzen, eine klangtechnisch superbe Aufnahme über mein High End Equipment zu goutieren. Genau so snobistisch hebe ich aber den Finger, wenn interpretatorisch gelungene Aufnahmen verworfen werden, weil sie "historisch" klingen und schlage mich auf die unpopuläre Seite derjenigen Kulturkritiker, die solchen Klangfetischismus als ein Zeichen von Oberflächlichkeit werten, als Unvermögen oder -willen, den hohlen Schein der Klangoberfläche kunstverständlich zu durchdringen - unsere Vorfahren, die nichts als mechanische Schellackaufnahmen zur Verfügung hatten, hätten das schließlich noch gekonnt. Damit sind wir beim Thema. Es geht hier um eine Aufnahme, die noch vor Einführung der elektrischen Aufzeichnung gemacht wurde, sozusagen mit einem umgekehrten Grammophon. Der Trichter fungiert als Mikrophon, die Schallschwingungen setzen eine Nadel in Bewegung und die Nadelschwingungen werden in eine Wachs-Zinkmatrize geschnitten. Dass das Ergebnis nicht unbedingt unseren Vorstellungen von hoher Wiedergabetreue entspricht, leuchtet ein. Dennoch: die Wärme eines Caruso oder das Strahlen eines jungen Louis Armstrong kann man durch das Rauschen und Knistern hindurch ohne weiteres wahrnehmen. Aber ein Werk, das für ein Riesenorchester mit Solisten und Chor geschrieben wurde?

Zumindest über die historische Bedeutung braucht man nicht zu streiten. Es ist die erste Aufnahme einer Mahlersinfonie auf Tonträger überhaupt. Aber die Mahler 2 Diskographie ist groß, Referenzen gibt es genügend, auch solche mit tadelosem Klang. Bei Oskar Fried muss man dagegen erst mal durch einen lauten Schleier von Störgeräuschen hindurchhören und hinnehmen, dass das, was man dahinter wahrnehmen kann, ziemlich leiert, frei von Bässen und Höhen ist und dazu noch jede Menge an aufführungstechnischen Kompromissen beinhaltet. Die Orchesterstärke musste drastisch reduziert werden und die Instrumentenbalance ständig den jeweiligen Erfordernissen angepasst werden. Da ohnehin nicht mehr als 3 Minuten am Stück aufgenommen werden konnten, war das andauernde Umsetzen kein Problem. Die Aufnahmen zogen sich -kaum verwunderlich- über mehrere Wochen hin, von einer Interpretation aus einem Guß kann man da kaum sprechen. Und weil es Zeit und Geld lediglich gestatteten, jede Sequenz nur einmal aufzunehmen, darf man nicht auf eine fehlerfreie Darbietung hoffen - zumal die spieltechnischen Anforderungen dieser neuen Musik für die damaligen Orchester nicht einfach zu bewältigen waren.

Dennoch kommt man an dieser Aufnahme wenigstens zu Lern- und Vergleichszwecken kaum vorbei. Immerhin hat Fried die 2. uraufgeführt und dafür nicht nur die allergrößte Bewunderung von Mahler bekommen, sondern den Grundstein für ihre lebenslange Freundschaft gelegt. Fried wußte also, wie es "richtig" geht und das ist, wenn man sich die Auffassungen vergegenwärtigt, um die heute gestritten wird, doch recht aufschlußreich. Sehr zügige Tempi, antiromantische Expressivität und strukturelle Klarheit, nicht zuletzt durch exzessives -heute so verpöntes- Verschärfen des Tempos vor formalen Angelpunkten und durch das klare Herausmodellieren der Hauptstimmen (wobei heute nicht mehr nachvollziehbar ist, inwieweit dies durch die technischen Begrenzungen erzwungen war).
Ich will diese Interpretation allerdings keineswegs zum Museumsstück degradiert sehen. Es ist nicht nur die bis dato beste Aufnahme der Zweiten, die ich kenne, sondern überhaupt die erste, die mir den Schlüssel zu diesem Schinken geliefert hat. Diese Aufnahme gibt mir das Gefühl, in eine andere Zeit versetzt zu sein und die unerhörte Neuheit dieser Musik nachzuerleben...
...und die "höhere Botschaft" :ignore unverstellt zu begreifen.
hans-jürgen (08.02.2010, 21:48):
Und auf Last.fm hier anzuhören.
Cetay (inaktiv) (09.02.2010, 07:57):
Original von hans-jürgen
Und auf Last.fm hier anzuhören.

Hallo Hans-Jürgen,
zunächst mal herzlich Willkommen in unserem feinen Debattierclub. :hello

Ich habe Fried in der Tat bei last.fm entdeckt. Zuerst habe ich nur aus Neugierde reingehört, musste das aber dann zu Ende hören (ein untrügliches Zeichen, die richtige Aufnahme für sich gefunden zu haben). Ich habe sie mir dann ganz bewußt gekauft, um diese editorische und restauratorische Großtat zu unterstützen. Ich denke, das ist die Rechnung die gemacht wird, wenn Labels ihren Katalog für das freie Strömen lizensieren. Der eine oder andere kauft die CD vielleicht nicht, weil sie im Netz steht, dafür gibt es 10 andere, die sie sonst überhaupt nicht hören würden und wenn zwei davon ihren Obulus einreichen, dann ist es aufgegangen.
hans-jürgen (09.02.2010, 11:20):
Original von Cetay
Ich habe Fried in der Tat bei last.fm entdeckt. Zuerst habe ich nur aus Neugierde reingehört, musste das aber dann zu Ende hören (ein untrügliches Zeichen, die richtige Aufnahme für sich gefunden zu haben). Ich habe sie mir dann ganz bewußt gekauft, um diese editorische und restauratorische Großtat zu unterstützen.
Ich werde sie mir bald anhören, da ich im Moment noch fasziniert den neuen Tag-Radios lausche, die seit dem gestrigen Datenbank-Update bei Last.fm hinzugekommen sind (jetzt gerade das für Roger Norrington).

Aus meiner Erinnerung heraus würde ich sagen, daß mir Eliahu Inbals Aufnahme der 2. Sinfonie ziemlich gut gefallen hat, dessen CD-Box ich mir damals gekauft hatte. Auch die ist inzwischen bei Last.fm zu hören (allerdings nur im Radio, nicht "auf Verlangen"), hier das entsprechende 2-seitige Suchergebnis nach "mahler 2".

Bernstein auf Deutsche Grammophon ist zwar auf dieser Liste nicht dabei, aber trotzdem als "Vol. 1" der CD-Boxen vorhanden (1.-4. und Lieder), was an den verqueren Künstler- und Albumtiteln liegt, die die einzelnen Labels benutzen.

Ich denke, das ist die Rechnung die gemacht wird, wenn Labels ihren Katalog für das freie Strömen lizensieren. Der eine oder andere kauft die CD vielleicht nicht, weil sie im Netz steht, dafür gibt es 10 andere, die sie sonst überhaupt nicht hören würden und wenn zwei davon ihren Obulus einreichen, dann ist es aufgegangen.
Wir hatten uns ja schon über Last.fm ausgetauscht, ich bin ein Fan dieser Seite. Sie zahlen übrigens auch Radiolizenzen über die Verwertungsgesellschaften oder direkt an die Labels und beteiligen sie an den Werbeeinnahmen, so daß es auch eine direkte Vergütung gibt. Leider reichte die Warner nicht aus, so daß sie vor ca. zwei Jahren ausgestiegen sind und ihre Aufnahmen gelöscht wurden, was man auch im Klassik-Bereich merkt. Außerdem kann man dort über direkte Links zu Amazon etc. auch die Alben oder einzelne MP3-Titel kaufen, wie Du wahrscheinlich weißt. Und das kostenlose "On Demand"-Hören einzelner Titel in voller Länge ist ja nach dem dritten Mal vorbei, dann gibt es auch nur noch 30-Sekunden-Ausschnitte wie überall oder eben als weiterhin vollständiger Radiostream.

Ich habe mir direkt noch keine CD gekauft, die ich bei Last.fm gehört habe, aber dafür eine andere, die ich als Geburtstagsgeschenk brauche, wozu mich Last.fm angeregt hat. :)
Cetay (inaktiv) (09.02.2010, 13:28):
Original von hans-jürgen
Wir hatten uns ja schon über Last.fm ausgetauscht, ich bin ein Fan dieser Seite.

:A Stimmt... bei den vielen Neuanmeldungen in letzter Zeit kann man schon mal durcheinander kommen. :ignore

Ich habe mir noch die Aufnahme mit Zinman auf meinen Wunschzettel gesetzt und dann ist unlängst eine Bearbeitung für Klavier zu 4 Händen von Hermann Behn auf den Markt gekommen. Die wurde von Behns Urgroßnichte ausgegraben und ist jetzt mit ihr am Klavier zu hören. Näheres hier.

http://www.jpc.de/image/w183/front/0/4012476569154.jpg
hans-jürgen (09.02.2010, 16:27):
So, inzwischen habe ich mal bei Fried reingehört (2. und 3. Satz) und finde den schlanken, kammermusikalischen Klang ebenfalls interessant. Das konstante Rauschen hätten sie aber ruhig beim Digitalisieren herausrechnen können. Und eigentlich war ja damals das Aufnahmeverfahren schon sehr modern, schließlich werden heutzutage auch nur kurze Schnipsel eingespielt und hinterher zusammengeschnitten. :wink

Neulich habe ich die 4. Sinfonie, Das Lied von der Erde und Lieder eines fahrenden Gesellen in der Orchestrierung von Arnold Schönberg für Kammerorchester gehört, die Dir vielleicht auch gefallen. Auf Last.fm sind das zwei Alben mit den Smithsonian Chamber Players & Santa Fe Pro Musica.
uhlmann (09.08.2010, 20:11):
hört euch unbedingt mal die neu erschienene live-aufnahme von mahlers zweiter unter klaus tennstadt an: der wahnsinn!

http://ecx.images-amazon.com/images/I/41rVjTBVnaL._SL500_AA300_.jpg

mahler 2: klaus tennstedt, kenny, van nes, london philharmonic choir & orchestra - live februar 1989

nachdem ich sie nun 2x gehört habe, kann ich die euphorischen rezensionen bei musicweb und classics today, sowie die enthusiastischen meinungen bei amazon (etwa hier) nur voll und ganz unterstreichen. diese interpretation ist von wahrhaft epischer größe.

puristen werden eventuell über tennstedts extreme tempi mosern (er braucht ca. 92 minuten), das eine oder andere rubato zuviel kritisieren. doch wie nebensächlich sind diese einwände angesichts der geradezu unglaublichen intensität dieser aufführung. noch nie habe ich diese musik so atmen gehört, noch nie ist sie mir in dieser eindringlichkeit präsentiert worden. absolut GRANDIOS! mann, wäre ich gerne in diesem konzert gewesen.