Dr. Schön (05.11.2008, 22:12): Da gerade im Faden zu Mahlers zweiter Sinfonie dessen Dritte angesprochen wurde, sollte man vielleicht auch dieser eine eigene Plattform einrichten, zumal ich interessiert bin, wie dieses Werk von anderen Mitgliedern eingeschätzt wird.
Kurz und gut, die Dritte ist letztendlich die Sinfonie Mahlers, mit der ich bisher am wenigsten anfangen konnte. Ich habe sie bisher auch vergleichsweise so selten gehört, dass ich einzelne Sätze nicht einmal grob im Ohr habe.
Auch formal nimmt sich dieses Werk sehr eigentümlich aus: Ganze 6 Sätze und eine Spielzeit von über 90 Minuten hat der Komponist hier für Nachwelt mit Musik gefüllt.
Auch gibt es einige Aussagen und Angaben Mahlers, die interessantes und wunderliches beinhalten.
Die Sinfonie ist in zwei Abteilungen gegliedert (Satz 1 & Sätze 2-6). Für den ersten gab es die Angabe "Pan erwacht. Der Sommer marschiert ein", für die Folgenden die Bezeichnungen
"Was mir die Blumen auf der Wiese erzählen" "Was mir die Tiere im Walde erzählen" "Was mir der Mensch erzählt" "Was mir die Engel erzählen" "Was mir die Liebe erzählt", jedoch nahm Mahler diese später wieder zurück.
Auch war wohl der spätere Finalsatz der vierten Sinfonie ("Das himmlische Leben"), ursprünglich als ein siebter Satz mit der Bezeichnung "Was mir das Kind erzählt" anvisiert.
Der erste Satz dauert, ganze Beethoven Sinfonien verschlingende, 30 Minuten oder länger. Daraufhin folgen zwei eigentümliche rein instrumentale Sätze, ein schräger Kinderchor, eine Nietzsche Vertonung ("Oh Mensch gib acht") und am Ende folgt das erste, der später für Mahler so typischen Adagios ("Langsam. Ruhevoll. Empfunden").
Eine ganze Menge also, meine ich.
Was haltet Ihr von diesem Werk, welchen Stellenwert hat es bei euch, welche Aufnahmen sind interessant?
Ich selbst bin schwach ausgestattet und besitze nur die frühe Einspielung von Leonard Bernstein, der hier ganze arbeit zu leisten scheint, jedoch habe ich mich noch nicht gebührend damit befasst, jene von Pierre Boulez, bei dem es immerhin angenehm kurzweilig zuging und dann kenne ich noch Jascha Horenstein, der hier wie ich finde einiges zu sagen hat, jedoch ohne mich in diesem Fall wirklich zu fesseln. Das er so sehr in dieses Werk, das nicht ohne längen ist, versinkt, hat mir eher etwas die negativeren Eigenschaften mit vor Augen geführt.
Ring frei!
HenningKolf (06.11.2008, 12:18): Auch wenn ich im Büro bin will ich schon mal ein paar Worte schreiben, damit hier nicht länger bei den Antworten die Zahl 0 steht.
Zunächst vielen Dank für die Fadeneröffnung!
Für mich stellt sich ab der 3. das "Mahlergefühl" ein, ich finde die beiden ersten Sinfonien insoweit noch etwas weniger charakteristisch. Die Sinfonie ist in der Tat lang und - wie ich finde - besonders im ersten satz kann man durchaus auch interpretationsabhängig Längen empfinden.
Welche Aufnahmen ich habe, müsste ich zuhause mal überprüfen, aber auch vom Büro aus schreibend habe ich keine Zweifel, dass Bernstein aus den 60ern (Sony-Gesamtaufnahme) und Kondraschin meine Favoriten sind.
wird als Besonderheit russisch und deutsch gesungen.
Gruß Henning
ab (06.11.2008, 14:08): Mir geht es mit der 3. nur ähnlich, nämlich insofern als ich mit dem Bombast der 8. gar nichts anfangen kann (sehe ich vom Beginn des Teil II ab, gewöhnlich bis ein meist grässlicher Tenor einsetzt...), bei der 3. aber bislang noch nichts gefunden haben, was mich hinreichend zufriedenstellen würde.
Als einzige der Einspielungen habe ich mir Jascha Horenstein gekauft (leider bevor ich sie billig bei Brilliant classics entdeckt habe), der ich hier, gleich wie Dr. Schön findet: "einiges zu sagen hat, jedoch ohne mich in diesem Fall wirklich zu fesseln".
Im Konzert war ich aber jedes mal überwältigt wie bei keiner der anderen Sinfonien. Ich suche also noch....
Dr. Schön (06.11.2008, 14:37): Über die Anschaffung der Dritten unter Kondraschin denke ich dann und wann nach. Ich kenne nur dessen Sechste, mit der ich mich bislang eher weniger anfreunden konnte. Kann mir aber vorstellen, dass er bei der 3 auch eher flott, bündig und gewohnt schlank unterwegs ist, was dann wiederum interessant für mich wäre. Bei der 6 finde ich ihn zu schnell, zu schostakowitsch'esk und er lässt die Wiederholung der Exposition weg, was ich auch Mitropoulos und Barbirolli übel anrechne. Wobei ich nicht weiß, ob ich die Dritte eher schlank oder eher breit besser finden würde. Ich kann mir nicht so recht vorstellen, unter welchen Kriterien ich hier meine Aufnahme(n) suchen resp. finden sollte.
Gestern habe ich wiedermal Bernstein (sony) angehört und mit dieser Einspielung kann ich schon recht zufrieden sein, wenn ich das Werk nur überhaupt mal hören möchte. Aber das Ideal, das ich dann auch wirklich mögen könnte fehlt noch und ich wüsste nicht wer das sein könnte.
Oft wird ja auch Barbirolli bei BBC Legends als Referenz gelobt. Kennt die jemand?
Kubelik bei Audite wäre auch so eine Überlegung.
Eine große Diskographie habe ich eben noch beim googeln gunden:
Jürgen (06.11.2008, 16:30): Die Dritte ist schon ein bunter Strauss.
Der erste Satz: Markig, forsch, "Wie ein Naturlaut" eben. Hier gefällt mir Horenstein (aus der Brilliant-Box :D) am besten.
Der zweite Satz gefällt mir weniger. Mir erscheint er lasch und belanglos. Ich überspringe ihn beim Hören meist.
Der dritte Satz hat als Hauptthema ein Lied aus Mahler's Jugendzeit "Ablösung im Sommer". Wenn man das mal im Ohr hat, gefällt es einem immer besser. Das Posthornsolo und der sich überraschend aufbäumende Schluss machen aus diesem Satz einen der besten, die Mahler geschrieben hat. Bernstein (Sony) oder Inbal mag ich hier besonders.
Vierter Satz (Oh Mensch): Das Alt-Solo ist schon ziemlich deprimierend. Da kann man sich nur auf eigene Gefahr hineinfallen lassen. Jessye Norman mit Abbado setzt hier Maßstäbe. Aber auch mit ihr mache ich das nicht unvorbereitet (z.B. 0.5l Tempranillo).
Fünfter Satz: "Bimm Bamm"-Kinderchor geht nicht an mich, kapiere ich nicht, mag ich nicht ==> skip
Sechster Satz: Langsam. Ruhevoll. Empfunden. Der Prototyp des langsamen Mahlersatzes. Da geht man entspannt, geläutert und erholt wieder heraus. Arthur C.Clarke/Stanley Kubrick würden sagen: "Was mir das Sternenkind erzählt". Hier wieder Abbado die ältere.
Hier meine Empfehlungen: Abbado, die ältere http://ecx.images-amazon.com/images/I/51H24JXQ7GL._SL500_AA240_.jpg
Bernstein, die ältere (Sony) http://ecx.images-amazon.com/images/I/41Dqfs45PiL._SL500_AA240_.jpg
Inbal (Denon bzw. Brilliant) http://ecx.images-amazon.com/images/I/51RBT6F9S3L._SL500_AA240_.jpg
Horenstein (Unicorn bzw. Brilliant) http://ecx.images-amazon.com/images/I/41ABR2Y5F5L._SL500_AA240_.jpg
Ich gebe zu, dass mich bei Mahlers 3. das unmittelbare sinnliche Klangerlebnis deutlich mehr anspricht als die Architektur -die bei dieser Ausdehnung ohnehin (fast) kein Mensch hörend erfassen kann- oder esoterisch-programmatische Stufenpläne. Wenn es allerdings nur darum geht, das Ganze quasi als einen betörenden Klangrausch ohne Reue zu genießen, dann ist die unglaublich farbenreiche und bis in feinste Verästelungen hinein transparente Aufnahme mit Jesus Lopéz-Cobos schwer zu toppen - ich habe sie sogar seinerzeit ins Inselgepäck verfrachtet. Die Ecken und Kanten sind hier zugunsten des Flusses und der Kontrolle abgeschliffen, bzw. sie werden erst gar nicht besonders herausgemeißelt. Manche Dirigenten neigen durch diese dramatisch zuspitzende Meißelei dazu, Mahler okkult oder psychopathisch klingen zu lassen, aber das nehme ich in der Regel weder den Interpreten noch dem Komponisten ab. Hier liege ich dann doch näher bei dem Mahler-Bild unseres geschätzten SATIE, das für mich bei aller Satire seine Körner besitzt. Ich hatte auch mal Alternativaufnahmen im Regal (Inbal, Salonen), aber letzlich reicht die eine Aufnahme. Wenn ich mir schon mal +90 Minuten am Stück Zeit nehme, dann gibt es allerlei hochkarätige Konkurrenz, die um die Gehörgänge buhlt (Orfeo, h-moll Messe, Schöpfung, Zauberflöte...).
kreisler (08.02.2009, 22:58): Also ich denke die 3. von Mahler hat doch wirklich mehr als 5 Antworten verdient:)
Soll also die 6. folgen...
Ich glaube was mir an dieser Symphonie so gefällt (also "gefallen" tut mir bis jetzt jede Mahlersymphonie - ich hab auch die 8. noch nie gehört :D) also, was mir so besonders gefällt ist die unglaubliche Vielfalt der Musikalischen Einfälle und dei daraus resultierende "unmögliche Form" der Symphonie. Und trotz der grausamen Längen höre ich sie immer an einem Stück. Ich kann einfach nicht mittendrin aufhören, dazu freue ich mich einfach zusehr auf die nächste Melodie, die nächste Wahnsinnsszene, den nächsten Satz. Ja, sogar auf den IV. Satz freue ich mich und sei es auch nur auf das Schmunzeln/Lachen dabei :P
Also ich liebe eben gerade diesen bunten Strauß: (nicht den Johann oder Richard gell - die mag ich nämlich garnicht :wink)
Ich gestehe, den 1. Satz habe ich am Anfang überhaupt nicht verstanden (und hoffentlich tue ich das nie so ganz - wäre ja langweilig); Hier hat maler wirklich das "Felsengebirg" auskomponiert. Der Satz hat so etwas raues. Ganz anders als bsp. der erste der 2. Symphonie. Dieses "raue" hat aber durchaus etwas für sich. Mir bleibt da besonders der Anfang mit den 8. Hörnern und der Fanfare, die ihm übrigens immer mal wieder mal als "Kontrapunkt" dient. Ich weiß gar nicht, wo ich die schon überall in diesem Satz wiederentdeckt habe. Sehr gern mag ich auch das "zweite Thema" - wenn man es so nennen kann - ich glaube das erste mal von der Solovioline und der Oboe vorgetragen. Und dann "brennt" sich natürlich da dieser Marsch ein, in dem die Musik immer auf der Stelle bleibt, mit dieser unheimlichen Trompete, die die ganze Zeit das selbe spielt. Ach, das muss man selber anhören. Hier lesen bringt überhaupt nichts:) Man muss sich einfach auf die Musik einlassen, wie auf einen langen Roman, und dann erzählt sie uns Geschichten, die man sich niemals selber hätte ausdenken können...
Mit dem 2. Satz hat Mahler wohl seinen unbekümmertsten Satz jemals geschrieben und ich... finde ihn einfach nur schön, und höre ihn ohne jede Vorbehalte, oder Ironie (nicht wie bei der 4. Symphonie, wo Mahler selber ironisch komponiert hat). Dies mag vielleicht fast etwas nach "Kitsch" klingen - mir völlig egal :D
Der 3. Satz ist so richtig was mir die Tiere (besonders die Ohrwürmer9 erzählen. Das Posthorn labert natürlich auch ganz schön viel vor sich hin. Auch diesen Satz mag ich einfach gerne, ähnlich wie der zweite; für mich bilden beide ein unzertrennliches Paar, sozusagen Flora und Fauna...
Der 4. Satz ist mir immer noch etwas fremd. Ich höre öfter und lieber das "Urlicht" aus der zweiten Symphonie. Jedoch, wenn ich ihn dann anhöre muss ich schon sagen, ziemlich beeindruckend, wie der Satz an dei unheimlichen Stellen des ersten Satzes erinnert und die ganze Hoffnung und Freude der vorherigen zwei Sätze mit einem mal wegbläst...
Spätestens beim 5. Satz kommt dann wieder Freude auf. Jetzt eher weniger darüber, dass ich zusammen mi´m Petrus die himmlichen Freuden geniessen darf (Die kommen dann sowieso in der nächsten Symphonie dran), natürlich erst nachdem sich der Herr Jesu meiner erbarmt hat!, sondern eher das oben erwähnte "schmunzeln" über den Satz an sich. Aber was heißt da"geht mich nichts an, kapiere ich nicht, mag ich nicht"? Sind wir ehrlich, dieser Zug gehört halt auch zu Mahler. Und ohne ihm würde schon was fehlen...
Ufff, fehlt nur noch der letzte Satz, nun und der ist, wie Jürgen ganz treffend sag, der "Prototyp des langsamen Mahler-Satzes". Mir manchmal ein wenig zu "prototyp", aber wenn ich dann den mitreißenden Höhepunkt des Satzes, indem das Hornthema aus dem ersten Satz reindonnert anhöre, dann bin ich da ganz still. Und mal ehrlich... die Melodie am Anfang ist doch auch ganz schön :wink
So, bleibt mir nur noch, meine Aufnahme nachzureichen: Und zwar Bernstein, die Ältere bei Sony, spare ich mir mal hier noch abzubilden, der beitrag ist eh schon viel zu lang, müsst nur etwas nach oben schauen... Ist meine einzige auf CD und habe deswegen wenig Vergleichsmöglichkeiten...
Mit Bewunderung, Kreisler
kreisler (01.03.2009, 17:38): Selbstzitat Ist meine einzige auf CD und habe deswegen wenig Vergleichsmöglichkeiten...
Heute habe ich allerdings mal wieder den Plattenspieler angeworfen und mir Mahlers 3. unter Michael Tilson-Thomas angehört:
Gustav Mahler, 3. Symphonie - M. Tilson-Thomas, J. Baker, London SO, 1987
Die Aufnahme hat mich regelrecht überrascht, da ich sie zum ersten mal richtig bewusst gehört habe und mir eigentlich nicht so viel erwartet hatte. Wie ich mir es gedacht hatte, geht "MTT" eher analytisch an das Werk heran. Daraus ergeben sich aber sehr flotte Tempi in Kombination mit Präzision. So wirkt der 1. Satz fast etwas dramatischer als bei Bernstein! Bei den zwei folgenden Sätzen ist mir Bernsteins innigeres Musizieren dann doch lieber. Richtige Abstriche bekommt Tilson-Thomas aber erst beim letzten Satz, der auf mich einfach zu steif wirkt.
Fazit: Trotzdem eine wirklich gute Alternative zu "Lenny", die dafür sorgt, das diese Symphonie nie langweilig wird. Als Einstig oder so kann ich aber nur Bernstein empfehlen, der ist am malerischsten...
Interessieren würde mich ja mal noch die ältere Aufnahme von Abbado. Kann jemand etwas zu ihr sagen? Hat Abbado einen ähnlichen Ansatz wie Bernstein?
Viele Grüße, Kreisler
Rachmaninov (03.03.2009, 17:28): angeregt durch die hier stärker werdenen diskussionen zu mahler habe ich mir heute die 3. mit Inbal angehört.
Die Interpretation scheint mir hörenswert, jedoch bin ich auch dieses mal zu der erkenntnis gekommen, dass mahler und ich (noch) nicht zusammen finden. Alleine der erste satz mit seinen seltsamen wechseln im ausdruck und sprunghaftigkeit ist für nicht eher nervig.
EinTon (03.03.2009, 19:57): Satz 1 und 4 sind mE die weitaus stärksten der 3.!
kreisler (03.03.2009, 20:49): Ich muss gestehen, dass ich den ersten Satz mir auch erst ziemlich oft anhören musste, bis ich das ganze "Material" so einigermaßen verdaut hatte. Jetzt finde ich ihn aber absolut genial - auch weil er so lang ist.
Deswegen kann ich das mit dem 1. Satz auch verstehen, aber warum schätzt du den 4. Satz höher ein als den 2. und besonders den 3. Satz? Würde mich mal interessieren. Toll ist er schon, aber hab ja schon oben geschrieben, dass der Satz mir immer noch etwas fremd ist und ich nicht genau weiß, ob er in die Symphonie überhaupt reinpasst. Auch was den Text angeht.
mit viel Freude über die Antworten, Kreisler
EinTon (03.03.2009, 21:11): Ich muss dazu sagen, dass ich mir schon lange nicht mehr die ganze Sinfonie angehört habe, insofern müsste ich die Sätze 2 und 3 nochmal durchhören um da wirklich kompetent urteilen zu können...
Seinerzeit empfand ich sie halt als recht mittelmäßig und unspektakulär, ganz im Gegensatz zum ersten mit seinen schillernden farblichen Extremen von grell bis duster und der ausgeprägten Rhythmik.
Den 4. Satz empfinde ich als ungeheuer stimmungsvoll, mit seinen modalen Einschlägen und geheimnisvollen Hell-Dunkel-Gegensätzen in Instrumentierung und Harmonik.
kreisler (03.03.2009, 21:43): Original von EinTon Den 4. Satz empfinde ich als ungeheuer stimmungsvoll, mit seinen modalen Einschlägen und geheimnisvollen Hell-Dunkel-Gegensätzen in Instrumentierung und Harmonik.
Gut, was die Stimmung des Satzes angeht, muss ich dir voll zustimmen.
Aber höre dir bitte noch mal den 2. und 3. an, wenn du Zeit und Lust hast.:) Ich meine, dass diese Sätze einem bei jedem hören besser gefallen. (trifft ja auch beim ersten Satz zu) So geht es jedenfalls mir. Ich glaube deshalb kann ich diese Symphonie auch (noch) öfter hören als bsp. die 5. oder die 6.
Kreisler
Wooster (03.03.2009, 21:47): Für die meisten Hörer (mich eingeschlossen), gehören die 3. (neben der 7. und 8.) zu den schwersten Brocken. Zwar ist sie gewiß nicht *schwieriger* als die 6., 7. oder 9., aber eben mächtig lang und man weiß nicht immer, was das alles soll ;) Als Einstieg halte ich sie daher für denkbar ungeeignet (dafür eher 1,2,4,5). So ganz warm geworden bin ich mit dem Stück immer noch nicht, daher kann ich, weil länger nicht mehr gehört, nichts gescheites dazu sagen. Wollte nur auf Rachmaninoffs Anmerkung reagieren: wenn es hier nicht klappt, heißt das noch nicht, daß es mit Mahler nicht klappt.
:hello
Wooster
EinTon (03.03.2009, 22:14): Original von kreisler Aber höre dir bitte noch mal den 2. und 3. an, wenn du Zeit und Lust hast.:) Ich meine, dass diese Sätze einem bei jedem hören besser gefallen. (trifft ja auch beim ersten Satz zu)
Naja, der 1. gefiel mir ganz unmittelbar beim ersten Hören... :) aber ich werde mir Satz 2 und 3 demnächst nochmal zu Gemüte führen.
kreisler (03.03.2009, 22:22): Wosster,
was du schreibst kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen. Mit der 3. hatte ich am meisten Probleme. Aber ich befürchte unser Rachmaninow hat es wohl auch schon mit anderen Symphonien ausprobiert?
Nebenbei: Ich halte übrigens die 2. am besten für den Einstieg geeignet. Und zwar mit Bernstein. Da bekommt man gleich alles mahlerische, und auch noch sehr spannend serviert. (Und dann die 1., so hab ichs jedenfalls gemacht. :P)
Ich wollte gerne nochmal hierauf zurück kommen:
http://filmy.sme.sk/i/imgs_orig/323/60323.jpg
Ist mir zwar im Moment etwas zu teuer, aber kennt die jemand gut? Bin gespannt, weil ich habe eine sehr gute Kritik gelesen.
lg kreisler
Jürgen (04.03.2009, 12:16): Original von kreisler Ich wollte gerne nochmal hierauf zurück kommen:
http://filmy.sme.sk/i/imgs_orig/323/60323.jpg
Ist mir zwar im Moment etwas zu teuer, aber kennt die jemand gut?
Ich habe diese Aufnahme auf LP. Das heisst, dass ich sie seit etwa 20 Jahren nicht mehr gehört habe. Ich erinnere mich aber, dass Abbado im Finalsatz (mit 26:30 etwas langsamer als der Schnitt) die Spannung wunderbar gesteigert hat. Ein gewaltiger, überwältigender Schluß.
Und Frau Norman ist wunderbar, Oh Mensch.
Grüße Jürgen
kreisler (04.03.2009, 13:48): Lieber Jürgen, danke das du deine Erinnerung für mich "ausgegraben hast":) Ich habe nämlich vor mir irgendwann eine zweite Aufnahme neben der frühen von Bernstein von der 3. zu kaufen. Und Abbado scheint ja wirklich gut zu sein. Allerdings ist die Frage ob er überhaupt groß "anders" ist als Bernstein. Natürlich ist die Aufnahme auch nicht gerade billig. Aber z.B. der billiger zu bekommende Horenstein, der bei dieser Symphonie ja so gelobt wird gefällt mir auch nicht so sehr. Deswegen bin ich noch auf der Suche.
Klingt ja jedenfalls sehr positiv, was du zu Abbado schreibst. Gerade der Schlusssatz hat mir schon bei mehreren Aufnahmen missfallen.
Viele Grüße, Kreisler
ab (04.03.2009, 15:16): Original von kreisler Mahlers 3. Deswegen bin ich noch auf der Suche.
Weil es mir genauso geht: Kennt jemand von euch die Aufnahme mit Gary Bertini und dem Kölner Rundfunkorchester (EMI), die er Ende der 80er bis Mitte der 90er aufgenommen hat? Das soll ein vorzüglicher, an der Romantik orientierter Zyklus geworden sein...
@ Kreisler: Wie gefällt Dir bei der 3. Sonfonie Zinman aus Zürich? Bei Abbados altem DG-Zyklus hat mich eigentlich bloß das Adagio der 10. überzeugt und am ehesten noch die 7. - alles aber weit davon entfernt in die engere Wahl gekommen zu sein. Sein Alterswerk nun finde ich da musikalisch viel überzeugender. :hello
kreisler (04.03.2009, 18:48): Ich muss gestehen, dass ich weder die Aufnahme von Bertint noch von Zinman selber kenne :ignore
Bei Zinman gefallen mir die - freilich viel zu kurzen - Hörschnipsel bei jpc ganz gut. Scheint eine sehr präziese aber eher "leichtere" Aufnahme zu sein. Allerdings muss für mich bei der 3. auch jede menge Dramatik dabei sein. Dramatik meine ich jetzt wie im Theater: Der Verlauf, das größere Programm muss stimmen.
Oder sehe ich das mit Zinman falsch und die Aufnahme ist keineswegs so "leicht"?
Bei Abbado kenne ich seinen neuen Zyklus gar nicht. Ich seine älteren Aufnahmen (jedenfalls die die ich kenne) nicht so schlecht. Aber manchmal sind sie mir nicht zwingend genug. Sowieso mein Problem mit Abbado: Alles sehr gut aber es fehlt halt dann doch das kleine Etwas zum ganz Großen.
Kreisler
ab (04.03.2009, 22:45): Original von kreisler
Oder sehe ich das mit Zinman falsch und die Aufnahme ist keineswegs so "leicht"?
soweit ich sie gehört habe (alles im Laden), schien sie eine vor allem auf Klangschönheit bedachte zu sein, die auf Ausgleich aus ist. Wer Extreme will, liegt hier wohl falsch. Mir haben alle Ausschnitte jedenfalls deutlich besser gefallen als die meinsten Rezensionen zum Ausdruck bringen.
Das "nicht zwingend genug" habe ich auch so bei Abbado empfunden.
Soltis ältere würde mich noch ziemlich interessieren. Wenn es Dir um Dramatik geht, ist eigentlich Solti und Mahler sowieso das erste, was mir einfiele.
Amadé (04.03.2009, 22:51): Soltis 1. Aufnahme der 3. mit dem London Symphony Orchestra und Helen Watts ist immer noch top-aktuell.
Gruß Amadé
ab (05.03.2009, 02:12): @ Amadé PN übersehen? :hello
kreisler (05.03.2009, 16:37): Original von ab Soltis ältere würde mich noch ziemlich interessieren. Wenn es Dir um Dramatik geht, ist eigentlich Solti und Mahler sowieso das erste, was mir einfiele.
Also, das war ein bisschen blöd von mir von Dramatik zu sprechen. Natürlich sollte die Aufnahme auch einen gewisse Spannung haben, aber ich meine mehr "Dramaturgie". Soll heißen: Genaues Verständnis für die inneren Abläufe der Symphonie. Wissen, warum Mahler an dieser Stelle einen langsamen Satz schreibt, ein Zitat bringt, die Musik plötzlich "eskaliert" etc. Also gewissermaßen alle Zusammenhänge im Kopf haben und das ganze aber dann (wie ich es mir bei den Wunderhorn-Symphonien vorstelle) mehr emotional als kompositorisch aufzufassen.
Bei Solti habe ich manchmal ein bisschen das Gefühl, das eine ist jetzt einfach laut und dramatisch und das jetzt gefühlvoll oder so. Freilich bringt Solti das dann perfekt rüber, aber ich spüre manchmal keine "Ebene dahinter". Ist natürlich schwer zu sagen, ob man das wirklich klar sagen kann, wo es die gibt und wo nicht.
Viele Grüße, Kreisler
kreisler (09.03.2009, 19:50): So, da mit meinen wenigen CD-Beständen bei Mahlers 3. für mich noch lange nicht alles interpretatorisch gesagt wurde, habe ich in letzter Zeit (denn ich hatte mal etwas Zeit...) mich intensiv mit verschiedenen Interpretationen auseinandergesetzt. Insgesamt habe ich natürlich "meine" Interpretation des Werkes gesucht.
Genauer unters Visier genommen habe ich dann aber nur: Horenstein (1988), Abbado (ältere), Leinsdorf (1966), Barbirolli (BBC Live) und letztendlich die beiden Bernstein´s (einmal Sony, einmal DGG)
Mir ist klar, dass alle Aufnahmen mehr oder weniger in die gleiche Richtung gehen, ganz andere Interpretationsweisen bekommt man bsp. bei Zinman (sehr "feine" Interpretation), Metha (nicht gut!) , Tilson-Thomas ("kompakt"), Boulez (na was wohl? - nicht so sehr emotional halt :D) oder Kondrashin zu hören. Interessieren würde mich ja noch Haitink...
Dafür das er häufig als Referenz genannt wird hat Horenstein mich nicht vollkommen überzeugt. Im ersten Satz fehlt einfach die Ruhe und Genauigkeit, es wird nur nach vorne gestürmt - wenn auch beeindruckend. Die beiden folgenden Sätze nimmt er recht schnell. Hier fehlt mir oft einfach der Ausdruck. Trotzdem hat seine Deutung etwas großes, stimmungshaftes an sich (z.B auch der 4. Satz) und ich verstehe warum man sie als insgesamt recht gelungen einstufen kann. Solte man als Mahlerianer umbedingt mal gehört haben, aber:
Der hier weitaus weniger bekannte Leinsdorf scheint mir manchmal schon um einiges interessanter. Außerdem hat er die schönste Horn-Einleitung von allen. Bei ihm hat alles etwas mehr Ruhe und wächst sozusagen aus sich selber heraus. Jedoch hat auch er sehr viele Probleme mit der Klarheit der Stimmen etc.
Zu Abbado kann ich nicht allzu viel sagen, außer, dass er im Vergleich zur Konkurrenz dann doch leider etwas langweilig wirkte. Allerdings muss ich zugeben, dass der 4. Satz wirklich ganz besonders gelungen ist! Das folgende Adagio war so naja...
Mit Barbirolli kann man sicher rundum zufrieden sein. Er hat sich bei mir ja sowieso mit der 5. und 9. als liebster Mahler Dirigent gefestigt (Oh, natürlich zweiter hinter Bernstein :wink) In einheitlicher Manier bringt er den ersten Satz sehr glaubhaft herüber. Die beiden "Mittelsätze" wirken allerdings hin und wieder etwas eigenartig, hin und wieder wird eine wichtige Phrase "verschluckt". Insgesamt fehlt mir bei ihm aber noch der allerletzte Zug im Ganzen.
So, absolut vom Hocker gehauen hat mich aber diese späte Bernstein Aufnahme: http://www.iclassics.com/images/local/300/709E.jpg
Seltsamerweise, hatte ich von der noch gar nichts gehört, außer natürlich dass es sie gibt.
Was Bernstein hier bring ist schlicht weg unglaublich! Nie hat jemand den ersten Satz so kräftig und entschieden aufgenommen. Und er behält noch dazu immer die genaue Kontrolle und den Sinn fürs Detail. Alles in allem eine Spitzenaufnahme, die auch mich zu seinem späteren Zyklus (wenn auch nicht zum ganzen) bekehrt hat. Ein absolutes "Highlight" ist der letzte Satz, der mit 27 Minuten ca. 5 Minuten länger dauert als bei den anderen. So innig Musiziert eröffnen sich ganz neue Dimensionen. Bernstein kann sich sowas aber auch nur leisern, da er die ganze Symphonie von Anfange an so groß auslegt. Jetzt verstehe ich warum Daniel im Thread zur 1. Symphonie Bernstein`s späte Aufnahmen so sehr gelobt hat. Wem diese gewaltige Aufnahme aber zu gewaltig wird, der soll ruhig auf die alte Einspielung mit den NYP zurückgreifen. Der erste Satz ist hier etwas leichter, gefällt mir aber immer noch an der ein oder anderen Stelle dort besser. Jedenfalls hat auch diese frühe Aufnahme ein unglaubliches "Feeling" und nicht zu verachtenden "Drive" (Naja, Bernstein war ja immerhin amerikanisch; deshalb sein mir diese Begriffe verziehen :D)
Zum Schluss noch Noten, nicht weils sinnvoll wäre, sondern weils Spaß macht :P:
Horenstein: 2-4 (neige zu letzterem, ist aber ganz "Interpretationssache") Leinsdorf: 3 (letzendlich bleibt es bei guten Ansätzen) Abbado: 4 Barbirolli: 2-3 Bernstein DGG: 1 Bernstein Sony: 2 (Gewohnheits Bonus :cool:D)
Viele Grüße, Kreisler
teleton (10.03.2009, 11:21): Hallo Kreisler,
es freut mich für Dich außerordentlich, das Du jetzt auch zu den Bernstein-DG-Aufahmen gefunden hast. Und das Du siehst, was das für ein "Wahnsinn" im allerpositivsten Sinne ist.
Wenn ich aber recht überlege, dann kann ich ja Deine positive Grundhaltung zu Bernstein auf CBS/SONY verstehen. Es gibt nämlich eine ganze Reihe Beispiele, aber bei anderen Komponisten, bei denen ich auch die älteren Aufnahmen auf CBS/SONY bevorzuge ... insbesondere bei Brahms sogar weit den DG´s vorziehe ... aber hier bei Mahler ist bernsteins "Hineinschlüpfen in den Komponisten" genial.
Jürgen (10.03.2009, 12:01): Original von kreisler Genauer unters Visier genommen habe ich dann aber nur: Horenstein (1988), .... Dafür das er häufig als Referenz genannt wird hat Horenstein mich nicht vollkommen überzeugt. Im ersten Satz fehlt einfach die Ruhe und Genauigkeit, es wird nur nach vorne gestürmt - wenn auch beeindruckend. Die beiden folgenden Sätze nimmt er recht schnell. Hier fehlt mir oft einfach der Ausdruck. Trotzdem hat seine Deutung etwas großes, stimmungshaftes an sich (z.B auch der 4. Satz) und ich verstehe warum man sie als insgesamt recht gelungen einstufen kann. Solte man als Mahlerianer umbedingt mal gehört haben, aber: ....
Bei Horenstein ist es gerade der erste Satz, der mir so gut gefällt. "Kräftig. Entschieden" sollte er sein und so kommt es mir bei Horenstein auch vor. Auch der Eindruck des nach vorne Stürmens, man kann es auch forsch nennen ist hier passend, auch weil er sich kaum auf die Laufzeit auswirkt. Hier die Laufzeiten der mir bekannten Einspielungen:
Die Ruhe und Genauigkeit, die kreisler hier vermisst, ist sicherlich eine alternative Lesart. Ich kenne aber in dieser Richtung noch keine zufriedenstellende Einspielung. Vielleicht ist ja die neuere Bernstein-Aufnahme diesbezüglich etwas Lohnendes. Wunschlistenkandidat?
Grüße Jürgen
P.S: Horensteins Aufnahme stammt übrigens nicht aus dem Jahre 1988, da war er leider schon 15 Jahre tot. M.E. wurde sie etwa 1970 gemacht.
Cetay (inaktiv) (10.03.2009, 13:15): Original von Jürgen Original von kreisler Hier fehlt mir oft einfach der Ausdruck.
Die Ruhe und Genauigkeit, die kreisler hier vermisst, ist sicherlich eine alternative Lesart. Ich kenne aber in dieser Richtung noch keine zufriedenstellende Einspielung.
Wenn es nur um Ruhe und Genauigkeit geht, dann gehört die von mir weiter oben genannte Aufnahme mit Lopez Cobos sicher in die engste Wahl; Der "Ausdruck" fehlt dennoch, das scheint bei Lopez Cobos bei solchen Schlachtrössern aber bewußt Methode zu haben (auch sein Bruckner ist eine interessante Alternative) und gefällt mir sehr gut.
kreisler (10.03.2009, 16:16): Original von Jürgen Die Ruhe und Genauigkeit, die kreisler hier vermisst, ist sicherlich eine alternative Lesart. Ich kenne aber in dieser Richtung noch keine zufriedenstellende Einspielung. Vielleicht ist ja die neuere Bernstein-Aufnahme diesbezüglich etwas Lohnendes. Wunschlistenkandidat?
Grüße Jürgen
Zuerst was zu der "Ruhe" und Genauigkeit: Meinte wohl eher "Ruhe in der Genaugigkeit" Ruhe ist vielleicht der Falsche Begriff - ich meinte, dass die Musik überall klar rübergebracht wird, das sie Detailgetreu ist. Das ist das einzige was ich am erstem Satz bei Horenstein kritisieren kann: Er "verhuscht" manchmal, der Takt ist manchmal etwas ungenau und wichtige Kontrapunktische Linien etc. gehen verloren.
Also was ich meine: Es muss nicht umbedingt langsam sein, um das zu erreichen, wie uns Bernstein zeigt. Seine späte Aufnahme ist also dem entsprechend sicher nicht ruhig, aber seine 2. aus der DGG Zeit ist jetzt bei mir Wunschlistenkandidat, und wenn man die 3. noch nicht hat, gehört die da umbedingt drauf! :)
P.S: Horensteins Aufnahme stammt übrigens nicht aus dem Jahre 1988, da war er leider schon 15 Jahre tot. M.E. wurde sie etwa 1970 gemacht.
Dann war das das Datum, an dem meine CD erscheinen ist - Fehler von mir :ignore
Gamaheh (03.07.2009, 16:31): Liebe Forenser,
zu dieser Sinfonie kann ich leider nicht viel sagen, aber hinweisen wollte ich die Mahler-Fans unter Euch auf das Blindhören bei Classica bzw. qobuz.com
Hier kann man die ganze Sendung hören (196 Minuten!), aber auf der Webseite steht eine Zusammenfassung.
Von den hier genannten Aufnahmen haben sie z.B. Inbal gleich aussortiert, weil sie "rückgratlos und hohl" sei, Leinsdorff als vulgär, Mehta als schlecht aufgenommen, Tilson-Thomas asl nur virtuos ohne Risiken, usw.usw. Was übrig bleibt, sind die folgenden, die nach dem Anhören wie folgt gereiht werden (die als beste Befundene zuerst):
CLAUDIO ABBADO Philharmonique de Vienne DG 2 CD 447 023-2 (1980) "Wunderbare Synthese der von Mahler geliebten populären Inspiration und weitem Atem"
BERNARD HAITINK Philharmonique de Berlin Philips 2 CD 432 162-2 (1990) "Tiefgründige und mystische Konzeption; religiöses Ende von unerhörter Schönheit"
MICHAEL GIELEN Orchestre de Baden-Baden-Fribourg Hänssler 2 CD CD.93.017 (1997) "Schönheit, Einfallsreichtum, Menschlichkeit: eine der bewegendsten Interpretationen - leider gestraft durch die Stimmen"
GIUSEPPE SINOPOLI Orchestre Philharmonia DG 2 CD 471 451-2 (1994) "Hochintelligent, aber ohne Geheimnis oder Emotion - modernistische Auffassung"
LEONARD BERNSTEIN Philharmonique de New York DG2 CD 459 080-2 (1987) "Ausladend und kraftvoll - schade, daß Christa Ludwig keinen guten Tag hatte..."
GEORG SOLTI Symphonique de Chicago Decca 2 CD 430 804-2 (1982) "Großes Spektakel, aber die Langeweile stellt sich schnell ein, und auch hier die Stimmen ..."
Das ganze etwas in Eile ...
Beste Grüße, Gamaheh
Jürgen (04.07.2009, 23:40): Hallo Gamaheh,
leider ist mein IE nach dem Öffnen des Links gleich abgestürzt.
Ich finde aber auch Deine Kurzzusammenfassung sehr interessant.
Von den Aussortierten kenne ich zwei, nämlich Inbal und MTT. "rückgratlos und hohl" bei Inbal ist zwar dick aufgetragen, hat aber hie und da einen wahren Kern. Ich höre mir aber den dritten Satz der Dritten von ihm sehr gerne an. Dieses Nachthornsolo und den furiosen Schluss muss man erstmal tontechnisch so sauber einfangen, das ist ein Genuss. Den Tilson-Thomas habe ich erst zweimal gehört, weil mich die Aufnahme langweilt. Von daher könnte risikolos wohl stimmen. Wie sich das mit "nur virtuos" aber decken soll, kann ich nicht nachvollziehen. Leinsdorfs Aufnahme kenne ich nicht. Da sie als vulgär bezeichnet wurde, muss ich sagen: leider. Jetzt interessiert sie mich.
Nun zu den platzierten: Bernstein/Sony gehört auch nach meinem Dafürhalten zu den Besten. Ich hätte ihn sogar weiter oben erwartet.
Abbado, die wiener Aufnahme mit J.Norman: "weiter Atem" stimmt genau, gerade im Finale, über 30 Minuten und Spannung gehalten ==> grandios. Habe ich aber lange nicht mehr gehört, da nur LP. Daher kann ich mich an die ersten 3 Sätze nicht mehr erinnern.
Ich vermisse bei diesem Blindhörtest allerdings Horenstein, der von vielen (wenn auch nicht von allen) als Referenz eingestuft wird. Wenn man satzweise bewerten könnte hätte ich ihn zumindest beim ersten Satz Gold zuerkannt.
Grüße Jürgen
Gamaheh (05.07.2009, 11:06): Hallo Jürgen,
es tut mir leid, daß Dein IE abgestürzt ist - vielleicht versuchst Du es nochmal? Man kommt durch diesen Link nicht direkt in die Aufnahme, sondern auf die Seite, auf der das vorgestellt wird: die ganzen Aufnahmen (eine ziemlich umfassende Diskographie, denke ich), die Modalitäten des Vergleichshörens (jeweils die ersten drei Minuten des 1., 3., 4. und 5. Satzes sowie einige Minuten um das erste Crescendo des Finales herum) usw.
Was die Leinsdorf-Aufnahme betrifft, so heißt es von ihr und anderen - Lorin Maazel (1985, Sony), Evgueni Svetlanov (1994, CDM), Vaclav Neumann (1981, Supraphon) et Erich Leinsdorf (1966, RCA) - sie seien "schwülstig oder vulgär". Horenstein habe - bei allen genialen Momenten - Spannungstiefs ... Es ist auch von der extremen Gewalt von Mitropoulos die Rede, der 1960 bei einer Probe dieser Sinfonie gestorben sei.
Ich kann dazu nichts sagen, da ich nur eine Aufnahme habe (geerbt: die frühe - aussortierte - Bernstein-Aufnahme), und die noch nie gehört. Ich habe das, wie gesagt, nur eilig und oberflächlich gelesen und hier nur gewissermaßen als "Service" für die Mahler-Fans unter Euch darauf hingewiesen.
Grüße, Gamaheh
Amadé (05.07.2009, 11:21): Hallo Gamaheh und Jürgen,
speziell bei der 3. Mahler spielt bei der Einschätzung des Hörers auch mit, was er aus der Musik, der Aufnahme heraushören möchte, ob sie zügig gespielt werden soll (so ca.90 bis 95 Min) und damit mehr Plastizität gewinnt, oder gerade die langsamen Sätze oder Abschnitte bis zum geht-nicht-mehr ausgekostet werden sollen, dann kommt man locker über 100 Min Spielzeit. Ich neige eher der ersten Kategorie zu und empfehle hier mal Schuricht mit den SWF-Musikern (archiphon oder hänssler)
Mitropoulos letzte Aufnahme war tatsächlich Mahlers 3., aufgenommen während eines Konzerts mit dem Kölner RSO, ein paar Tage später wollte er sie in Mailand wiederholen, starb aber bei der Probe.
Grüße Amadé
kreisler (05.07.2009, 12:41): Original von Amadé speziell bei der 3. Mahler spielt bei der Einschätzung des Hörers auch mit, was er aus der Musik, der Aufnahme heraushören möchte, ob sie zügig gespielt werden soll (so ca.90 bis 95 Min) und damit mehr Plastizität gewinnt, oder gerade die langsamen Sätze oder Abschnitte bis zum geht-nicht-mehr ausgekostet werden sollen, dann kommt man locker über 100 Min Spielzeit. Ich neige eher der ersten Kategorie zu und empfehle hier mal Schuricht mit den SWF-Musikern (archiphon oder hänssler)
ich neige ja eindeutig zu zweiten Kategorie, in der Bernstein für mich das Maß aller Dinge darstellt. Will man das ganze aber nicht so Gefühlsbetont, kann ich durchaus die (frühe - die späte kenn ich nicht) Einspielung von Michael Tilson-Thomas empfehlen, die weiter oben ja als "nur virtuos und ohne Risiken" abgetan wird.
Grüße, Kreisler
Amadé (05.07.2009, 20:18): Hallo Kreisler, wenn Dir Lennie gefällt, müsstest Du auch mal Maazel mit den Wiener Philharmonikern kennen lernen:
sie wird nicht überall gelobt, das muss jedoch nichts heißen. Spieldauer 110'33.
Gruß Amadé
kreisler (05.07.2009, 22:33): Oh, vielen Dank für den Tipp, von dieser Aufnahme hatte ich noch gar nicht gehört, auch wenn mir Maazel schon als Mahlerdirigent bekannt ist.
Viele Grüße, Kreisler
jünter (26.05.2010, 07:34): Es gibt eine hier noch nich genannte Live-Aufnahme mit dem Deutschen SO Berlin unter Kent Nagano von 1999, die jedenfalls im Rondomagazin hoch gelobt wurde und derzeit mit diesem Cover
Kennt jemand die Aufnahme und hat eine Meinung dazu?
ab (26.05.2010, 09:16): Original von jünter Es gibt eine hier noch nich genannte Live-Aufnahme mit dem Deutschen SO Berlin unter Kent Nagano von 1999, die jedenfalls im Rondomagazin hoch gelobt wurde und derzeit mit diesem Cover
Kennt jemand die Aufnahme und hat eine Meinung dazu?
Meine Assoziation, die mit bei Konzerten dieses Gespanns kam, schien mir immer, Nagano wolle aus Mahler Bruckner machen; und aus Bruckner Mahler. Im Konzert war ich schier entsetzt über den klanglosen, fahlen und auch unausgewogenen Streicherklang dieses Orchesters. Ich habe dieser Aufnahme daher nie eine Chance gegeben, diese meine Meinung auf den Prüfstein zu stellen. :hello
Amadé (13.06.2010, 11:16): Forianer,
man macht immer wieder neue Erfahrungen. Neulich machte ich mich noch für Schuricht stark und nun höre ich die 3.Mahler unter Leitung von Gary Bertini und dem Kölner RSO, die Box erwarb ich auf Anregung dieses Forums preisgünstig auf dem Marktplatz.
Mit 104:33 ist diese Interpretation die längste in meiner Sammlung. Trotzdem wirkt sie auf mich keineswegs schleppend, im Gegenteil, vieles geriet ausgesprochen lebendig. Man gewinnt den Eindruck, dass Mahlers Musik, insbesondere die 3. Sinfonie, ihm eine Herzensangelegenheit bedeutete, entsprechend überzeugend diese Studio-Einspielung, die auch durch eine gute Aufnahmetechnik, plastischer Klang, für sich einnimmt.
Sonntägliche Grüße Amadé
Heike (26.11.2010, 08:24): Am Sonntag den 28.11 von 15.05 Uhr - 17.00 Uhr auf Deutschlandradio Kultur Interpretationen Erzwungene Hoffnung Gustav Mahlers 3. Sinfonie Moderation: Gerald Felber Gast: Jonathan Nott
Kathleen Ferrier BBC Symphony Orchestra & Choir Adrain Boult
Eben habe ich die Aufnahme von Mahler 3 unter der Leitung von Adrain Boult aus dem Jahre 1947 gehört und muss sagen, dass sie mich schon beeindruckt hat, zumal man im ersten Moment Boult nicht unbedingt mit Mahler in Verbindung bringen würde.
Boults Dirigat ist straff - was ich an seinem Elgar bspw. nicht allzusehr liebe - "straightforward", ohne irgendwelche interpretativen Allüren oder individuelle Exaltiertheit. Der Kopfsatz gelingt ausgesprochen gut, stellt die dem Satz inewohnende vehemente Düsternis gut der ebenfalls hier zu Hause seienden Narretei gegenüber, wobei mir Boults Fokus doch deutlicher auf der Darstellung der dunklen Seite des Satzes zu liegen scheint.
Die beiden folgenden Sätz nimmt Boult flott, ohne jedoch herunterzumusizieren. Orchester und Dirigent scheinen mir sehr bei der Sache zu sein, auch die Posthornepisode gelingt gut, gefühlvoll, aber nicht kitschig. Allerdings hört sich das - finde ich - nicht so hundertprozentig nach Posthorn an.
Ausgesprochen gut gefällt mit Kathleen Ferriers Darstellung des Nachtliedes. Mit der Ferrier habe ich immer so etwas meine Problem, hier jedoch ist sie ausgesprochen gut, ich meine sogar, dass dies die beste Mahler-Darstellung ist, die ich von ihr kenne und die an Intensität der Gestaltung (bei aller erfreulicher Schlichtheit) vielen anderen neueren Interpretationen den Rang abläuft. Der Chorsatz ist mir persönlich etwas zu harmlos.
Aber das Finale gelingt dafür ganz wunderbar. Boult lässt sich zwar Zeit zur Entfaltung, kann aber durchweg die Spannung halten, sodass nicht jene Langeweile entsteht, die mir die MTT-Einspielung so verdorben hat. Gleichzeitig überzeichnet er den Satz nicht (wie Bernstein I), löst ihn aber auch nicht in ein sanftes Mysterium auf (Abbado). Boult lässt die Musik langsam aber steig ihrem Ziel zufließen, sodass sich auch die für mich oft schwierigen letzten Takte (Pauken) ausgesprochen natürlich einstellen. Da wird weder derartig draufgehauen, dass man denkt, der Paukist nutze zwei Hände pro Schlägel, noch wird versucht, die Paukenfigur zu leugnen (Abbado). Tatsächlich stellt sich das Gefühl ein, dass Mahler seine Anweisung "Nicht mit roher Kraft. Gesättigten, edlen Ton" etwa so gemeint haben könnte.
Alles in allem ist die Aufnahmequalität allerdings mäßig, was mich aber angesichts der sehr überzeugenden Interpretation nicht so recht stören kann. Es handelt sich um einen Livemitschnitt der ersten Aufführung der Symphonie in GB aus dem Jahre 1947, wobei die BBC selbst diese Ausfführung nicht mitgeschnitten hat. Tatsächlich wurde sie von einem Mahler-Liebhaber mitgeschnitten - was wohl die Qualität erklärt - und erst 1981 in einem Plattenladen in Manchester wieder entdeckt.
Ich mache keinen Hehl daraus: Ich halte Semyon Bychkov für einen der gegenwärtig interessantesten Dirigenten. Seit seinen Aufnahmen der fünften und achten Symphonie Shostakovichs mit den Berliner Philharmonikern habe ich ihn immer gern mit symphonischen Repertoire gehört und bin dabei auch meist auf meine Kosten gekommen. Im Zuge meines Vergleichshörens verschiedener Interpretationen von Mahler 3 habe ich nun auch seine Einspielung mit dem WDR-Sinfonieorchester Köln aus dem Jahre 2002 gehört und bin (wieder einmal) sehr angetan.
Schon die Darstellung des weltumspannenden Kopfsatzes gelingt ausgesprochen gut. Dieses gigantische Panoptikum an Motiven, Themen und Stimmungen gibt Bychkov und dem WDR-Sinfonieorchester den Raum zu befruchtender Arbeit. Da wird ausgesprochen farben- und facettenreich musiziert, man hört, dass jedes auch noch so kleine Motiv mehrfach umgedreht wurde, bevor man sich auf die Art der Wiedergabe geeinigt hat, kaum gibt eine Phrase bei der man sagen könnte: Hier wird nur „Dienst nach Vorschrift“ gemacht und Mahler zum x-ten Mal heruntergespielt. Man gewinnt beim Hören vielmehr den Eindruck, dass Dirigent und Orchester die Partitur aber auch bis ins Letzte präzise durchdrungen haben und nun gemeinsam die Interpretation vorstellen. Hinzu kommt das ausgezeichnete Klangbild, das zwar immer voll, dabei aber auch immer – auch in den wuchtigsten Momenten – ausgesprochen licht und durchsichtig ist.
Ausgesprochen überzeugend gelingen auch die beiden folgenden Sätze. Hier spüren Dirigent und Orchester einerseits dem wehmütigen Abschied von einer biedermeierlich-romantischen Klangvorstellung nach, ohne das bisweilen bewusst zum Kitsch neigende zu dick aufzutragen. Andererseits wird eben jenes süßliche Bild von musikalischer Schönheit durch punktgenaue humoristisch-ironisch Überzeichnung karikiert, ja tranchiert.
Marjana Lipovšeks Gestaltung von Zarathustras Nachtlied ist ausgesprochen intensiv, wobei sie es versteht Intensität ohne falsche Gefühlsduselei zu erzielen, wie es hier nicht selten der Fall ist. Wenn ich das beispielsweise mit Michelle deYoungs Darstellung bei Tilson Thomas vergleiche, die sich tremolierend durch den Satz wabert, dann wird schon sehr deutlich, wo der Unterschied zwischen Empfindung und gespielter Empfindung liegt.
Dem ebenfalls gelungenen „Bimmbammbaumeln“ des Chorsatzes folgt das große Adagio. Bychkov und das Orchester haben keinerlei Schwierigkeiten, das ausholende Thema spannungsvoll zu gestalten. Was mich auch hier – und dies gilt auch für den Rest des Satzes – speziell überzeugt, ist die Fähigkeit des Ensembles, den Satz warm, zart, leidenschaftlich und hymnisch zu spielen, ohne dass man das Gefühl hat, es werde entweder über die Stränge geschlagen oder zuviel Distanz bewahrt. Insgesamt erlebt man hier – wie in der gesamten Darstellung dieses Werkes – eine unmittelbar ansprechende, ganz ungekünstelte Natürlichkeit in Spiel und Ausdruck. Schöne Scheibe.
:hello Agravain
Rainer (02.06.2011, 07:42): Hallo zusammen,
wenn ich das richtig sehe, fehlt hier noch die, wie ich finde, sehr gelungene Einspielung mit Zubin Mehta (Los Angeles Phillharmonic Orchestra), Aufnahme von 1979:
palestrina (25.11.2012, 11:39): Hallo zusammen!
Ein kleiner Beitrag zu Mahlers 3 Sinfonie.
Habe gestern Abend auf Classica Mariss Jansons mit dem CG Orchestra Amsterdam mir angehört u. gesehen. Insgesammt eine sehr beklueckende Interpretation. Die acht Hörner im 1 Satz waren ja die Wucht und zielgenau . 2 und 3 waren ruhig und entspannt. Der 4 dann ganz elegisch ,fließend und sehr bedacht.(allerdings gefiel mir Bernard Fink nicht besonders gut) Der 5 war mir dann etwas zu keck. Aber dann kam der große Wurf : So habe ich diesen 6 Satz noch nie gehört . Getragen von großer empfindsamkeit und Liebe, ein Adagio wie geschaffen für die Ewigkeit. Man merkte dabei die tiefe Religiosität von Mahler und die Gotteesfurcht vor der Menschlichkeit, und die Paukenschlaege zum Schluss sollten uns schon etwas aufruetteln !!!!!
PS.Beim 1 Satz habe ich noch gedacht ,wenn Pan jetzt nicht erwacht ist!?!?!?
Und noch ein kleiner tipp : Die 3 unter Haitink ,aber nur wegen Maureen Forrester ,der großen Dame des elegischen Gesangs.
LG palestrina
abendroth (25.11.2012, 14:05): Hallo Palestrina, wenn Du die Dritte mit Jansons/Amsterdam gesehen (!) hast, ist Dir diese merkwürdige Stelle aufgefallen, bei der Blechbläser, ich glaube es waren die Posaunen, beim Spielen mit schwarzen Samttüchern zugehängt waren? Keine Ahnung, ob dies ein Brauch ist, der auf Mahler zurückgeht. Ich habe die Aufnahme nicht im deutschen Fernsehen gesehen, sondern während der Aufführung im holländischen. Du hast ganz recht, es war eine beseelte und beglückende Aufnahme. freundliche Grüsse Joachim
palestrina (09.05.2013, 00:49): Hallo Joachim,
nein das mit den schwarzen Samttuechern habe ich nicht bemerkt ,habe mir aber auch nicht die Sendung aufgezeichnet, kommt aber bestimmt wieder.Beim Fernseh schauen eines Konzertes sehe ich oft nicht hin (ich hoehre dann Fernsehen)!Jetzt muss ich selber lachen !!!!!!Aber es ist oft so wenn ich Classica schaue (höre ). Weshalb ich erst heute darauf antworte , naja habe in den letzten Tagen wiederholt die3te mit Boult gehört und bin immer noch begeistert von der Aufnahme ,vorallem der Gesang von K.Ferrier ist einfach wunderbar ,tief emotional ! Agravain hat das ja auch schon betont. Höre mir das jetzt noch mal an !
LG palestrina
Ach ja, habe dann die 3te mit Jansons auf CD gekauft, einfach super!
Cabarettist (09.11.2024, 21:14): Hat jemand von den Insidern hier eine Meinung zu Osmo Vänskäs Einspielung mit dem Minnesota Orchestra?
ich hoffe, Du hast Freude und Erkenntnisgewinn hier im Forum! Oder aber Du denkst: hierzu oder dazu kann ich aber Besseres beitragen als das, was hier geschrieben steht. Fühl' Dich frei, Dich jederzeit und überall einzubringen. Welches sind Deine Vorlieben? Wo kannst Du Dein Wissen, Deine Hörerfahrungen, Dein Herzblut zur Geltung bringen? Ich bin mir sicher, da gibt es etwas. Zu Mahler kann ich nichts beitragen - ein blinder Fleck bei mir. Aber mit etwas Geduld kommt hier sicher etwas mit Hand und Fuß.
Spitz' die Feder - sei inspiriert. Und inspirierend.
Herzlichst, Sfantu
Joe Dvorak (12.11.2024, 01:48): Mahler ist zwar kein blinder Fleck bei mir und erst recht nicht die Dritte, die die meistgespielte sein dürfte. Aber so häufig, dass ich mich sofort auf jede neue Aufnahme stürze, höre ich sie auch nicht. Ich habe kurz beim MO reingehört, der Klang ist superb, farben- und detailreich, der Anfang erscheint mir allzu zurückhaltend gespielt, aber was sagt das schon. Bei einem Werk, bei dem es gilt, einen Bogen über 100 Minuten zu spannen, kann das ein entscheidender Teil des Konzepts und der Gesamtwirkung sein. Lange Rede, gar kein Sinn: Als Nicht-Insider kann ich keine Meinung mit Hand und Fuß äußern, außer dass mich die ersten paar Minuten nicht zum weiterhoren animiert haben.