Hosenrolle1 (28.11.2016, 13:36): Ich konnte den alten Thread, wo ich diese Frage schon einmal gestellt habe, leider nicht mehr finden mit der Suchfunktion, deswegen probier ich es nochmal.
Von einem AKG-Kopfhörer, mit dem ich liebäugele (AKG K 701), heißt es, dass er sehr analytisch sein soll, eher für´s Studio als für HiFi. Die Bässe seien nicht angehoben, usw.
Jetzt bin ich unsicher: natürlich ist es mir lieber, wenn ein Kopfhörer nicht noch selbst irgendwas verstärkt, andererseits weiß ich nicht, was dieses "analytisch" genau heißen soll. Ist damit gemeint, dass, wenn das Ausgangsmaterial basslastig und wuchtig ist, der Kopfhörer diese Bässe dann auch basslastig und wuchtig abspielt? Oder unterdrückt er die Bässe und ist eine Art Gleichmacher jeglicher Musik, so dass ein Rocksong genausoviel Bass hat wie etwa ein Streichquartett? Ich hatte noch nicht die Gelegenheit, ihn in einem Geschäft probezuhören, und selbst wenn es ihn gäbe, läuft dort wahrscheinlich nur irgendeine Musik, ohne Vergleichsmöglichkeiten.
In einer Rezension heißt es: "Der Klang ist ok , aber die Lautstärke ist ein Witz. 08/15 In Ears sind viel lauter und vom Klang her nicht schlechter."
Sehr sachlich ist das natürlich nicht formuliert, aber es könnte vielleicht ein Hinweis darauf sein, dass das Gerät tatsächlich keinen Bass hat, selbst bei basslastigen Sachen. Ein anderes Problem ist, dass mehrere geschrieben haben, dass nach kurzer Zeit ein Hörer aufgehört hat zu spielen, und die Qualität sehr nachgelassen habe, seit AKG dieses Produkt in China produzieren lässt, statt in Österreich.
Ein Kunde meinte überhaupt:
Bei mir ist das mit dem heutigen Tag schon das zweite Modell (hat jetzt 3 Monate gehalten), dass diesen Mangel hat. Vermutlich ist es ein Kabelbruch, der durch die unglaubliche dünne Kontaktbahn innerhalb der Drahtbügelkonstruktion verläuft. Ich ahnte damals schon, dass die Auslagerung der Produktion der einst so renomierten Marke AKG nach China kein gutes Omen war; und klug war es obendrein auch nicht. Die Rückgabequote dieses Kopfhörertyps muss gigantisch hoch sein. Mein 15 Jahre "alter" Sennheiser HD linear sieht immer noch fast aus wie neu (dank gutem Ohrpolsterleder!) und macht auch technisch betrachtet immer noch keine Mucken. Ich werde Amazon diesmal um Erstattung des Kaufpreises bitten. In ein solches Produkt habe ich einfach kein Vertrauen mehr. Werde mich mal im Sony-Lager umsehen.
Auch auf YouTube wird in halbwegs professionellen Reviews gesagt, dass der Bass sehr gering ist bei dem Teil.
Ich bin immer noch verunsichert.
LG, Hosenrolle1
satie (28.11.2016, 13:53): Puh, schwierig... Also grundsätzlich ist es so, dass Studiokopfhörer den Klang möglichst neutral zeigen sollen, das ist ja der Witz daran, dass der Tontechniker auch wirklich das hört, was er macht. Er hat also soviel Bass, wie eben die Aufnahme hat, die man damit hört. Lautstärke ist sehr subjektiv, da ist dann auch noch die Frage, wo Du ihn ranhängst, sprich wie stark Du verstärkst. Wo willst Du denn hauptsächlich Musik hören? Wenn es zu Hause ist, würde ich das mit der Lautstärke nicht zu wörtlich nehmen, wenn Du aber in der lauten S-Bahn fährst, kann das ein Argument sein. Persönlich habe ich ein zwiespältiges Verhältnis zu AKG: einerseits fand ich den Klang dieser Kopfhörer bislang sehr gut, aber es ist mir bei zwei AKG-Kopfhörern passiert, dass sie schnell kaputtgegangen sind, einmal ist der Bügel beim zweiten Aufsetzen einfach mitten durchgebrochen, weil das Material zu spröde war, beim anderen ist dasselbe nach längerer Zeit passiert, danach habe ich dieser Marke abgeschworen. Ich habe aktuell einen B & O für zu Hause und einen Sennheiser Momentum In-Ear für unterwegs, den ich aber selten benutze, unterwegs Musik hören ist für mich einfach nicht praktikabel, ich kann mich da nicht genug auf die Musik konzentrieren.
Wenn Du ihn nicht ausprobieren kannst, bestell ihn doch und probier ihn aus. Bei Amazon kannst Du doch alles zurückgeben.
Hosenrolle1 (28.11.2016, 14:48): Also grundsätzlich ist es so, dass Studiokopfhörer den Klang möglichst neutral zeigen sollen, das ist ja der Witz daran, dass der Tontechniker auch wirklich das hört, was er macht. Er hat also soviel Bass, wie eben die Aufnahme hat, die man damit hört. Ah ok, das heißt also, wenn die Aufnahme, beispielsweise von einem Rocksong, einen satten Bass hat, dann bildet ein "analytischer" Kopfhörer das auch so ab, und setzt den Bass nicht irgendwie herunter - umgekehrt fügt er keinen Bass hinzu, der im Original nicht vorhanden ist? Meine Befürchtung ist nämlich, dass so ein KH eine basslastige Aufnahme quasi herunterschraubt, damit alles ausgewogen klingt, der Bass dann allenfalls ein dezentes Summen im Hintergrund ist.
Lautstärke ist sehr subjektiv, da ist dann auch noch die Frage, wo Du ihn ranhängst, sprich wie stark Du verstärkst. Wo willst Du denn hauptsächlich Musik hören? Auf jeden Fall ausschließlich zu Hause, entweder am Verstärker, oder aber am Computer, etwa für YouTube Videos.
Vielleicht ist der B&O BeoPlay H6 Premium was für mich. Wie klingt er denn bei rockiger Musik? Klingen Schlagzeug und Bass eher dünn, oder doch auch wuchtig?
LG, Hosenrolle1
satie (28.11.2016, 15:21): Genau diesen B & O habe ich! Ich bin extrem zufrieden damit.
Hosenrolle1 (28.11.2016, 15:35): Wie findest du die Ohrmuscheln? Auf den Bildern sehen die irgendwie so klein aus, als müsste man da mit Gewalt die Ohren reindrücken, übertrieben ausgedrückt. Kannst du die sofort aufsetzen, oder musst du ihn erst richten, bis er gut sitzt?
EDIT: ich war dieser Tage bei einem Saturn, da hatten sie einen einzigen AKG Kopfhörer, der allerdings in einer viel höheren Preisklasse lag, d.h., er wäre für mich so oder so nicht in Frage gekommen. Trotzdem habe ich ihn testweise aufgesetzt, und obwohl er ohrumschließend war, habe ich gemerkt, dass er nicht sofort das Ohr umschlossen hat, sondern ich ihn erst bewegen musste, bis sie umschlossen waren. Vermutlich war der Schlitz, die Öffnung, etwas zu schmal für mich.
Und bei Rockmusik klingt er auch wuchtig? Vermutlich wird die Größe der Ohrmuscheln keine wirklich große Rolle spielen, aber mich interessiert doch, ob er das trotzdem packt. :)
LG, Hosenrolle1
satie (28.11.2016, 16:36): Aaaaalso: Rock höre ich eigentlich nicht, aber ich denke, auch das geht damit. Es ist kein Over-Ear-Kopfhörer, sondern ein On-Ear, d.h. die Ohrmuscheln verschwinden nicht darin, bzw. müsstest Du da sehr kleine haben oder sie vorher zweimal falten... ich finde ihn extrem angenehm. Einmal auf die richtige Größe gestellt lässt er sich sofort aufsetzen, wie die meisten Kopfhörer, die ich kenne. Er hat Lederpolster, die ich sehr angenehm finde, ganz wenig Plastikan den Hörmuscheln, dami kann ich gut leben.
Vinding (28.11.2016, 16:46): Kopfhörer sind ein schwieriges Thema, weil der Klang auch von den anatomischen Verhältnissen abhängt, ähnlich wie Lautsprecherklang auch von der Raumakustik abhängt. Ohne Ausprobieren würde ich keinen Kopfhörer kaufen wollen.
Allerdings ist es zutreffend, dass es eher linear abgestimmte Hörer gibt, wozu der AKG 701 und eher noch mehr der AKG 601 sicherlich gehören, und welche die bewusst so abgestimmt sind, dass die Musik nicht so klingen soll wie es in der Aufnahmesession geklungen hat, sondern "gesounded", entweder schlicht bassbetont oder als "Badewanne" mit einer Überbetonung der tiefen und hohen Frequenzen mit einer Mittenabsenkung, letzteres auch bei manchen Klassikhörern beliebt (ähnlicher Effekt wie die Loudnesstaste, die man früher an vielen Verstärkern hatte). Ich mag es linear, auch wenn dies bei geringer Abhörlautstärke manchmal weniger mitreissend klingen mag wie eine Badewannenabstimmung. Aber wie gesagt Geschmacksfrage und immer auch von der Kopfgröße, Ohrengröße und Ohrenform mit beeinflusst.
Lautstärke? Nun ja, einen AKG 701 kann man an einem üblichen Smartphone nur eingeschränkt antreiben (es geht, aber mit einem nicht ganz so guten Klang und auch nicht mit richtig hoher Lautstärke). Hat zum einen etwas damit zu tun ob die Impedanzwerte des Kophörerausgangs und des Kophörers zusammenpassen, aber auch mit der Verstärkerleistung und den Membraneigenschaften. Bedenken sollte man auch, dass bei offenen Kopfhörern wie dem AKG 701 die Tendenz besteht, lauter zu hören, was den Ohren auf Dauer nicht gut tut. Geschlossene Kopfhörer der gleichen Preisklasse klingen allerdings meist, nicht immer, schlechter, dafür ist man passabel von den Außengeräuschen abgeschirmt und stört die Umgebung weniger.
Der AKG 701 ist etwas für die Heimanlage mit gutem eingebauten oder externen Kopfhörerverstärker oder die sehr gute Soundkarte oder das Smartphone mit zusätzlichem mobilen KHV. Da auch insbesondere die im Verstärker oder Receiver eingebauten KHV unterschiedlichster Qualität sind, gibt es noch einen Grund mehr, zuhause Probe zu hören.
Dass AKG bei den Hörern mit fest eingebautem Kabel gerne Probleme hat, war schon immer so. Ich hatte 2 AKG 601, wohl noch aus Wiener Produktion (?), die jeweils wegen Kabelbruchs umgetauscht werden mussten. Mein AKG 701 hatte einen Kabelbruch nach ca. 4 Jahren, da ich mich sehr an ihn gewöhnt habe, habe ich schließlich im Netz jemanden gefunden der eine Buchse dran gemacht hat, sodass ich jetzt ein steckbares Kabel verwende.
Nicht zu unterschätzen ist die Bedeutung des Tragekomforts. Der AKG 701 hat ein seltsames Kopfband mit mehrerem "Höckern" die auf meinem großen Kopf schmerzhaft gedrückt haben, auch das habe ich austauschen lassen. Einige der klangverwandten, aber nicht gleich klingenden Ableger (702, 712, manchmal steht ein Q davor, manchmal ein Anniversary dahinter) haben das wesentlich bequemere glatte Kopfband.
Unangenehm ist es auch, wenn ein Kopfhörer einen für die Kopfgröße zu hohen Anpressdruck hat oder das Material der Ohrmuscheln zu heißen oder schwitzigen Ohren führt. Auch alles sehr individuell ....Von B & O hatte ich auch mal einen Hörer zum Testen da, weiss nicht mehr welches Modell, glaube der war preislich in der Mitte der Angebotspalette, den fand ich ziemlich gut, von der Abstimmung dem AKG gar nicht unähnlich, nur mit weniger Bühne wie ich fand. Sicherlich gut für Klassik geeignet, habe ihn nicht lange aufgehabt, aber ich glaube für große und kleine Köpfe mit und ohne Brille bequem....
Gibt aber ne ganze Menge weitere Hersteller, die in der Preisklasse um 200 € + passable Hörer bauen.
Hörbert (28.11.2016, 19:13): Hallo!
Ich habe mich seinerzeit zu guter letzt gegen einen Beyer und einen AKG zugunsten eines Sennheisers HD-800 entschieden da hier für mich der Tragekomfort am größten und das Klangbild am natürlichsten war.
Eigentlich hat mich der viele verbaute Kunststoff ein wenig abgeschreckt aber allers in allem bin ich mit dem HD-800 recht zufrieden.
Ein ein wenig analytisches Klangbild braucht ein KH m.E. eigentlich da er im Prinzip immer auch eine akustische Lupe ist.
MFG Günther
Vinding (28.11.2016, 19:40): Als ich mir meinen 701 geholt habe war der senn 650 das Spitzenmodell und der 600er der beste Sennheiser :) . Klar ist der 800er hervorragend, ist allerdings auch heute 8 mal so teuer und war beim Erscheinen 4 mal so teuer wie der 701......
Hörbert (28.11.2016, 20:22): Hallo!
ist allerdings auch heute 8 mal so teuer und war beim Erscheinen 4 mal so teuer wie der 701..
;( Stimmt, das hatte ich wohl verdrängt. ;(
Aber ich fand seinerzeit einfach keine günstigere Alternative die mich ähnlich überzeugt hat, hier stimmte für mein Empfinden einfach alles am besten zusammen und der Tragekomfort entsprach genau meinen Vorstellungen.
MFG Günther
Hosenrolle1 (01.12.2016, 16:31): Ich bin jetzt kurz davor, den B & O H6 zu kaufen, aber ich war jetzt in einem Geschäft, wo ich einen billigen Kopfhörer ausprobiert habe, der zumindest optisch dem H6 sehr ähnlich sieht, vor allem auch was die Ohrmuschelgröße betrifft. Die waren nämlich keineswegs ohrumschließend, sondern lagen eher auf der Ohrmuschel drauf. Nicht komplett, wie etwa On-Ear-Kopfhörer, aber trotzdem, umschließend war das nicht. Umschließend waren die Sennheiser, die ich hatte, da war das Ohr ganz drin.
Zur Not kann ich ihn zurückschicken, ich weiß, aber jetzt bin ich schon extrem verunsichert, weil diese Kopfhörer, die das Ohr plattdrücken, statt es zu umschließen finde ich total unangenehm. Wie ist das bei dir, Satie?
LG, Hosenrolle1
satie (01.12.2016, 17:25): Ich habe eben bemerkt, dass ich Dir einen kompletten Blödsinn geschrieben hatte, was damit zusammenhängt, dass ich in den letzten Wochen kaum den Kopfhörer aufgesetzt habe. Wenn ich etwas gehört habe, dann eher über Lautsprecher, was an sich bei mir sonst selten ist. Und da ich beim Tragen gar nie so sehr darauf geachtet habe, hat mir mein Gefühl einen Streich gespielt, sehr sehr seltsam das, zumal ich so überzeugt geschrieben hatte... es kann aber auch daran liegen, dass ich, wenn ich im Bett bin, meinen kleineren JBL benutze, und der ist tatsächlich so, dass er nur auf den Ohren aufliegt. Tatsächlich ist der B & O doch ein Over-Ear, und auch meine recht großen Ohren werden sanft umschlossen. Ich habe ihn eben noch einal aufgesetzt, und da fiel es mir plötzlich ganz überraschend auf... Tragekomfort für mich persönlich top.
Vinding (01.12.2016, 17:48): es gibt den H6 und den H6 2nd generation, beide noch im Angebot, der h6 2nd etwas bassbetonter und knapp 200 € teurer. Für 400 € gibt es mE Besseres, aber die aufgerufenen 200 € für das alte Modell sind ok und ich glaube als Klassikhörer ist die neue Abstimmung eher das was man nicht möchte....aber alles subjektiv und zudem anatomieabhängig......
Hosenrolle1 (01.12.2016, 17:52): Sowas ist natürlich blöd zu beschreiben in Worten, ich weiß.
Beim Sennheiser war und ist es so, dass die Ohren weder von den Ohrpolstern noch von der Innenwand der Kopfhörer berührt werden. Vor allem liegt das Ohr nicht direkt auf der Innenwand auf, so entsteht nicht etwa ein Unterdruck-Gefühl.
Bei diesen Kopfhörern, die ich heute ausprobiert habe, und die den B&O verdammt ähnlich sehen, war es ganz anders. Sofort ein Unterdruckgefühl, und die Ohren waren überhaupt nicht "drinnen", sondern wurden plattgedrückt von den Ohrmuscheln UND der Innenwand.
Beim B&O lese ich gerade, dass das Kabel nur 1,20m lang ist. Stimmt das? Das ist schon arg wenig, vor allem, weil ich auch Fernsehen will damit und wegen der Größe des Fernsehers weiter weg sitze.
LG, Hosenrolle1
satie (01.12.2016, 18:04): Das Kabel ist tatsächlich recht kurz, es ist halt als Headset gedacht. Die Verlängerung von B & O ist unverschämt teuer. Ich hatte mir einfach ein anderes Kabel bestellt, allerdings muss man aufpassen, es muss vom Stecker her ganz schmal sein, sonst geht es nicht. Ich musste drei ausprobieren, das erste war zu dick, das zweite klang nicht gut, erst das dritte war in Ordnung. Ich könnte posten, welches genau ich da habe. Ansonsten muss zum Fernsehen ein Verlängerungskabel ran.
Hosenrolle1 (01.12.2016, 19:21): Ah ok ... dann scheidet der B&O leider aus, obwohl ich mich darauf gefreut habe.
Jetzt lese ich auch erst, dass da im Kabel oder so ein Mikro eingebaut sein soll - das brauche ich gar nicht, bestätigt aber was du sagst, nämlich dass es als Headset gedacht ist in erster Linie. Ich sage keineswegs, dass er schlecht ist - ich kenne ihn ja nicht, aber meinen Anforderungen (also z.B. dass das Kabel lang genug ist) entspricht er leider nicht, auch wenn das arrogant klingen mag.
Ich werde ins Geschäft gehen und mir dort welche probehören und gleich schauen, wie sie passen, auch wenn´s ein billigerer wird. Wenn ich einen habe, werde ich natürlich berichten, wie er ist!
Was ein bischen fies ist, etwa beim Saturn: dort sind die Kopfhörer fix angesteckt, und man kann per Knopfdruck unterschiedliche Musiknummern auswählen, aber man kann schlecht eigene Musik mitnehmen und den Hörer DAMIT anhören. Oft ist da auch ein Klassikstück dabei, dann aber volles Orchester, aber z.B. kein Streichquartett, usw.
Danke dir nochmal für die Hilfe und für´s Nachschauen! :)
LG, Hosenrolle1
satie (01.12.2016, 19:36): Wenn lange Kabel ein Kriterium sind, würde ich mich nach einem (halb-)geschlossenen Studiokopfhörer umschauen, die haben meistens längere Kabel (meist 3 Meter). Das als Kaufkriterium zu betrachten, halte ich allerdings für wenig klug, so eine Verlängerung ist nicht teuer.
satie (01.12.2016, 21:04): beyerdynamic DT 770 PRO wär vielleicht auch was. Gute Verarbeitung, beliebte Studiokopfhörer. Oder als Hifi-Variante der Teufel Real Z? Aber ausprobieren wär schon besser...
Hosenrolle1 (01.12.2016, 21:22): Der Beyerdynamik interessiert mich jetzt, habe mir das Teil und ein paar Rezis dazu angesehen!
Ein bisschen schreckt mich das dünne Plastikhalterung auf den Seiten der Muscheln ab, die die Muscheln mit dem Kopfteil oben verbindet. Aber 3m Kabel klingt schonmal gut.
Ich lese öfter mal, dass ein Kopfhörer eine "gute Bühne" hat. Was heißt das eigentlich?
Was mir übrigens bei dem billigen Kopfhörer heute aufgefallen ist: er hat die Bässe zu stark betont. Ich habe in erster Linie Gewummer gehört, die Höhen waren irgendwo leise darüber. Glaubst du fördert eine geschlossene Bauweise diese zu starken, drückenden Bässe? Oder bedeutet "geschlossen" ausschließlich, dass kein Klang nach außen dringt? Meine Sennheiser waren offen. Als ich die Kopfhörer dort aufgesetzt habe, war es ein bisschen so, als würde ich mein Ohr an eine Muschel halten (also eine echte Muschel), was irgendwie auch unangenehm war.
LG, Hosenrolle1
satie (01.12.2016, 22:59): Also Bühne heißt meines Wissens, wie räumlich der Klang wirkt, also z.B. bei einem Orchesterwerk hättest Du bei einem KH mit großer Bühne den Eindruck, die Instrumente wären weiter auseinander verteilt, vereinfachend gesagt. Da gibt es durchaus Unterschiede, also es kann z.B. bei dem einen so klingen, als sei der Klang direkt in Deinem Kopf, bei anderen, als sei er eher vor Dir oder auch rund um Dich nach oben o.ä. Ob das jeder gleich empfindet wird durchaus auch diskutiert. Ich würde einfach ausprobieren, wie der Klang ist. Ganz geschlossene Kopfhörer können mitunter quasi ihren eigenen Hohlraum erzeugen, aber das ist sehr unterschiedlich und ebenfalls total Geschmackssache.Ob man davon etwas merkt, musst Du testen.
Hosenrolle1 (01.12.2016, 23:11): Wenn der geschlossene nichts ist, gäbe es von der selben Firma einen ähnlichen, in offener Bauweise, den würde ich dann probieren.
Generell finde ich gut, wenn keine Geräusche nach außen dringen, nur sollte es halt nicht zu dumpf oder wummernd sein, wie ich das im Geschäft gehört habe. Da lief irgendeine Rocknummer, ich habe in erster Linie den Bass gehört, und die Höhen und Mitten waren irgendwie gar nichit präsent. Schauen wir mal.
Danke für den Hinweis mit der Bühne :)
LG, Hosenrolle1
Hosenrolle1 (01.12.2016, 23:19): Generell etwas zum Thema Kopfhörer: ich lese immer wieder, dass gute Kopfhörer etwas Zeit brauchen, um sich "einzuspielen". Andere halten das für einen Mythos und meinen, dass das vermutlich daran liegt, dass die Ohrpolster weicher werden und sich deswegen der Sound verändert, weil die Ohren näher an der Membran dran sind.
Ist da was dran?
LG, Hosenrolle1
Hörbert (03.12.2016, 11:58): Hallo!
Ist da was dran? M.E. -nein-, die Sicken der kleinen Membrane sind viel zu klein um bei einer solch geringfügigen Materialveränderung Effekte im hörbaren Frequenzbereich zu generieren. Etwas anderes ist das bei großen Tieftonchassis hier dürften so ab ca. 30 cm Durchmesser deutlich vernehmliche Effekte nicht ausgeschlossen sein.
Keiner meiner KH´s hat sich bislange da auffällig gezeigt.
MFG Günther
Hosenrolle1 (03.12.2016, 12:06): Danke auch dir für die Info :)
Der KH wurde jetzt bestellt, ich werde dann berichten wie er ist (oder war)!
LG, Hosenrolle1
Vinding (03.12.2016, 15:47): Gib ihm trotzdem 2 Stunden - es sei denn er klingt wirklich ganz furchtbar - bevor er zurück geht. Das Ohr oder besser das Gehör gewöhnt sich, ein großer Teil des Einspieleffektes hat schlicht mit Gewöhnung zu tun. Ist man einen bestimmten Klang gewohnt, klingt ein etwas anderer erst mal vermeintlich schlecht, hat man sich etwas mit dem neuen Klang vertraut gemacht nochmal ins alte Equipment hineinhören und hören ob der noch immer besser ist..... Ansonsten stimme ich Hörbert zu, es sei denn das Paket kommt bei minus 15 ° ins Haus...dann würde ich ihm ein paar Stunden Zimmertemperatur gönnen.....
Vinding (03.12.2016, 16:02): Ach ich sehe gerade, das jetzt der DT 770 ausprobiert werden soll...also, die "ähnlichen" Modelle 880 und 990 sind nur sehr bedingt ähnlich im Klang, zudem gibt es die in 250 Ohm Ausführung, aber auch jedenfalls zum Teil in 32 Ohm und jedenfalls früher - ob heute auch noch müsste ich nachschauen - in 600 Ohm (wenn ich nicht irre...). Das muss halbwegs mit dem Gerät/den Geräten harmonieren an die er angeschlossen werden soll. Ein 32-Ohm- und ein 600-Ohm Modell werden an einem nicht regelbaren (was der Regelfall ist) Ausgang nicht nur Lautstärkeunterschiede haben, sondern auch recht unterschiedlich klingen....
Hosenrolle1 (03.12.2016, 16:06): Das werde ich auf jeden Fall machen.
Ich werde verschiedene Sachen anhören: Streichquartett, Oper, Rockmusik, Jazz, um zu sehen, ob es mir gefällt.
Meine Hauptbefürchtung ist eigentlich nur die, dass (begünstigt durch die geschlossene Bauweise???) die Bässe zu wummrig sind, und die Mitten und Höhen nur leise irgendwo darüber liegen, wie bei diesem billigen Modell im Geschäft. Bei dem Beyerdynamic steht eh, dass er eigentlich neutral ist. Es gibt ja auch Kopfhörer, die absichtlich noch ordentlich Bässe beisteuern, vielleicht für DJs oder so. Ich bin auf jeden Fall gespannt, wie sich die geschlossene Bauweise auf die Bässe auswirkt. Ich wollte eigentlich eh schon immer einen geschlossenen haben, nach dem Erlebnis im Geschäft bin ich jetzt verunsichert, deswegen bin ich natürlich umso gespannter!
LG, Hosenrolle1
Hörbert (03.12.2016, 16:49): Hallo!
Das Ohr oder besser das Gehör gewöhnt sich, ein großer Teil des Einspieleffektes hat schlicht mit Gewöhnung zu tun. es sei denn das Paket kommt bei minus 15 ° ins Haus...dann würde ich ihm ein paar Stunden Zimmertemperatur gönnen. Beide Punkte die Vinding hier anführt kann ich so unterschreiben, zwar gibt es keine wirklich neutralen Kopfhörer (die hätten schließlich ein enttäuschend flaches Klangbild ohne Tieftonanteile) aber im grossen ganzen gibt es in der angepeilten Preisklasse keine wirklich furchtbar klingenden Kopfhörer mehr, -allerdings sind diese KH´s oft auf einen bestimmten Markt abgestimmt und hier dominiert unglücklicherweise der Popmusik-Markt.
Aus diesem Grund bevorzuge ich auch in aller Regel die Produkte von Sennheiser. Für klassischen Gesang wären natürlich die Grado-Modelle noch sehr interessant allerding haben diese zumindest im bezahlbaren Bereich einen deutlich schlechteren Tragekomfort als vergleichbare Modelle anderer Hersteller, zumal für Brillenträger sind sie eigentlich unbrauchbar. Die Beyer-Modelle sind mir für klassische Musik ein wenig zu hochtonlastig und bei den AKG-Modellen fehlt mir eigentlich der letzte "Feinschliff".
MFG Günther
Hosenrolle1 (06.12.2016, 16:15): Falls es jemand lesen will, hier mein Testbericht zu den Kopfhörern (Beyerdynamic DT 770 PRO), die heute früh kamen.
Zuerst den Hörer ausgepackt. Mitgeliefert wurde ein Säckchen zur Aufbewahrung (nur ein dünner Stoffsack, also kein wirklicher Schutz), sowie eine Garantie und eine kurze Gebrauchsanleitung. Es hieß, ein aufschraubbarer Adapter sei auch dabei, konnte den zuerst nicht finden, bis ich gemerkt habe, dass er bereits aufgeschraubt war - das Ende des Kabels hat also einen dünnen Stecker, den dicken Stecker kann man also aufschrauben, was ich nicht schlecht finde.
Rein optisch gefällt mir das Teil sehr gut, alles schwarz, dazu die grauen, glänzenden Ohrpölster. Als ich auf Amazon das Bild sah, dachte ich, dass diese Seitenteile, die die Ohrmuscheln halten, aus Plastik seien, aber sie sind aus hartem Metall oder so.
Also die Hörer aufgesetzt, und hier habe ich sofort gemerkt, dass es unangenehm wird. Der Hörer hat eine ziemliche Spannung und klemmt den Kopf stark ein. Die Ohren selbst passen perfekt in die Öffnung der Muscheln, aber dennoch, das ist extrem unangenehm. Zudem entsteht ein leichtes Unterdruckgefühl, als ob man mit den flachen Händen auf die Ohren drückt. Unangenehm finde ich auch den Bügel oben, der zwar gepolstert ist, aber nicht so gut wie beim Sennheiser, so dass der Bügel gegen den Kopf drückt. Die Ohrpölster sind zwar angenehm weich, allerdings habe ich nach etwa 2 oder 3 Minuten angefangen zu schwitzen, weil sie ziemlich schnell warm werden - ich möchte gar nicht wissen, wie das erst im Sommer wäre. Ich glaube, die Pölster sind nicht wirklich "atmungsaktiv", sondern stauen die ganze Wärme auf.
Nun zum Klang.
Ich habe den Hörer mit folgenden Songs getestet: (bitte nicht zerpflücken wegen der Kategorisierung, das sind nur ganz grobe Oberbegriffe)
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POP SONGS:
Son of a preacher man (Nancy Sinatra) Stupid Cupid (Wanda Jackson) School Days (Beach Boys) Summerboy (Lady Gaga) Push the Button (Sugababes) Tennesee Waltz (Alma Cogan, dt. Version) (sorry, hab eine Schwäche für sowas ... :love: )
ROCK:
Same old Situation (Motley Crue) It´s a Heartache (Bonnie Tyler) Dirty Deeds Done Dirt Cheap (Joan Jett) I love Rock n Roll (Joan Jett) Mercedes Benz (Janis Joplin)
KLASSIK:
Le nozze di Figaro Ouvertüre (Rene Jacobs, live, period instruments) Te Deum (Marc-Antoine Charpentier) Hänsel und Gretel - Hexenritt (Thielemann, Staatsoper, live) Der Tod und das Mädchen (period instruments, Studioaufnahme) Tanz der sieben Schleier - Salome (Strauss, live)
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Seine Stärken hat der Kopfhörer meiner Meinung nach bei Pop und Rock, wenn es um die Musik geht. Die Blechbläser bei "Son of a preacher man" klangen voll, das ordentlich abgemischte "Stupid Cupid" klang in den Bässen und dem Schlagzeug knackig und nicht wummernd. "Summerboy" von Lady Gaga ist sehr basslastig, auch das konnte der Kopfhörer druckvoll wiedergeben. Auch das Schlagzeug bei "Push the Button" war knackig.
Auch im Rockbereich hat er seine Stärken.
"Same old Situation" hat ein fett abgemischtes Schlagzeug, das hämmert, und das klingt hier ebenfalls knackig und eigentlich auch präzise. Der plötzlich in die Musik reinrutschende Bass bei "It´s a Heartache" war ebenfalls bemerkenswert, keine Verzerrungen. Die beiden Joan Jett-Titel waren auch in Ordnung. Beim Sologesang von "Mercedes Benz" fiel mir dann aber etwas negatives auf, was mir schon vorher aufgefallen ist, nämlich, dass die S-Laute irgendwie zischend rüberkommen, was bei meinem Sennheiser nicht der Fall war. Auch habe ich das Gefühl, dass der Kopfhörer generell Gesangsstimmen mit der Musik irgendwie zudeckt, ich finde auch, dass die Mitten nicht wirklich da sind. Die Bässe sind da, auch die Höhen, aber dazwischen fehlt mir etwas.
Bei der Klassik aber mochte ich ihn überhaupt nicht.
Die Live-Aufnahme der Figaro-Ouvertüre auf period instruments klang trotz der kleinen Besetzung viel zu bombastisch. Ich habe zwar die Violinen oder die Oboen immer gehört, aber etwa die lauten kurzen Schläge des ganzen Orchesters klangen viel zu "saftig", zu breit, obwohl die Akustik dort sicher viel trockener war. Es klang eher wie eine ordentlich aufgemotzte Studioversion, aber nicht wie live.
Beim Hexenritt aus der Wr. Staatsoper fielen mir ebenfalls die Bässe auf, die ich als zu stark empfunden habe, wiederum zu viel Saft, zu viel Breite. Beim Streichquartett klang das Cello zu tief, erneut zu bassig, wieder fehlten mir die Mitten. Bei Salomes Schleiertanz das gleiche Spiel, unangenehm war, wie hell das Xylophon gegen Ende klang, viel zu nah am Ohr. Auch das war beim Sennheiser nicht der Fall.
Ich habe mir, um möglichst unvoreingenommen zu sein, keine schlechten Rezensionen auf Amazon durchgelesen, aber nachdem mir das mit den Zischlauten aufgefallen war, war ich neugierig, ob das nur mein Eindruck ist, und tatsächlich, andere User haben das auch gemängelt.
Der Kopfhörer geht morgen wieder zurück. Ich bekomme da sofort Kopfschmerzen, wenn ich ihn aufsetze, weil er wie ein Schraubstock ist, trotz seines relativ leichten Gewichts, der Bass ist mir zu präsent und zu saftig, die Mitten gehen mir ab, die Zischlaute stören mich, und man fängt schnell an zu schwitzen, die Wärmeentwicklung ist sehr unangenehm, die Polsterung am Bügel ist unzureichend. Ich musste ihn zwischen den einzelnen Testsongs immer wieder für einige Zeit absetzen, und die Songs habe ich auch nur deswegen gehört, weil ich den Klang hier beschreiben wollte. Dass er für mich wegen des Tragegefühls nicht in Frage kommt stand schnell fest.
Ich finde das sehr bedauerlich, weil er optisch wirklich super aussieht, relativ leicht ist, und mir gefällt, dass man den Adapter anschraubt, statt aufsteckt. Aber trotzdem: den Sennheiser trage ich oft fast unbewusst über 3 oder 4 Stunden hinweg vor dem Computer, weil ich fast gar nicht merke, dass ich ihn aufhabe - beim Beyerdynamic undenkbar, dafür ist der Druck auf den Kopf sowie das Unterdruckgefühl auf den Ohren und die Wärmeentwicklung viel zu unangenehm und störend. Aber selbst wenn er angenehm zu tragen wäre, die S-Laute sowie mein Eindruck, dass man nur Bässe und Höhen hört, machen mir einfach keine Freude. Muss ich noch eine Weile mit meinem kaputten Sennheiser vorlieb nehmen und im Geschäft testen.
LG, Hosenrolle1
Hosenrolle1 (06.12.2016, 16:38): Ergänzung: ich habe den Kopfhörer heute im Laufe des Tages noch ein paar Mal probiert, um ihm noch mehr Chancen zu geben, aber direkt nach jedem Aufsetzen tat der Kopf weh, dass ich gar keine Musik mehr hören wollte, und die Spannung wurde auch nicht geringer.