Hans Swarowsky

ab (19.10.2007, 10:18):
Ich stelle fest, dass ich vom Dirigenten Hans Swarowsky keine einzige CD zuhause habe.

http://daphne.fc2web.com/swarowsky01.jpg

Er wurde mir kürzlich geannnt bei der Suche nach einer guten Einspielung von Schönbergs Pelleas und Melisande op. 5 (Supraphon). Ich meine mich auch zu entsinnen, gelesen zu haben, dass er einen schönen Brahms-Zyklus hinterlassen habe. Stimmt das?

Was sind denn empfehlenswert Aufnahmen von ihm?

Hans Swarowsky (* 16. September 1899 in Budapest; † 10. September 1975 in Salzburg). Er war ein österreichischer Dirigent und Professor für Dirigieren an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien.

1937-40 Dirigent am Opernhaus Zürich; 1940-44 Dramaturg bei den Salzburger Festspielen; 1945-47 Chefdirigent der Wiener Symphoniker; 1947-50 Direktor am Opernhaus in Graz, 1957-59 in Glasgow. Ab 1946 Professor an der Musikakademie; zahlreiche Schriften über Interpretation. Österreichisches Ehrenzeichen für Wissenschaft und Kunst 1975.

Viele der bekanntesten Dirigenten der letzten Jahrzehnte entstammen seiner Schule, so etwa Claudio Abbado, Jacques Delacote, Adam und Iván Fischer, Christoph Haas, Jesus Lopez-Cobos, Zubin Mehta, Peter Schneider, Miguel Gómez-Martínez, Manfred Huss, Theodor Guschlbauer, Hans Zanotelli, Heinrich Schiff, Mario Venzago und Bruno Weil.

Hans Swarowsky was celebrated as both a conductor and as a teacher. He studied composition in Vienna with Schoenberg and Webern and conducting with Richard Strauss, Felix Weingartner and Clemens Krauss.

Hans Swarowsky held positions in Stuttgart, Gera, Hamburg (1932), Berlin (1934), Zürich (1937-1940), Krakow (1944-1946), Graz (1947-1950) and at the Vienna State Opera (1957). He was chief conductor of the Royal Scottish National Orchestra, from 1957 to 1959. From 1959 he was chief conductor of Vienna Symphony Orchestra, and appeared also as guest conductor of the Vienna State Opera.



Eine Diskographie findet sich hier.
(Ein Schüler von Swarowsky, Alfred Scholz, soll als Produzent zahlreiche Tonaufnahmen mit der Süddeutschen Philharmonie unter verschiedensten Dirigenten-Pseudonymen veröffentlicht, darunter häufig Hans Swarowsky. Wahrscheinlich ist kaum eine dieser Aufnahmen tatsächlich von Swarowsky dirigiert.)
Amadé (20.10.2007, 14:03):
LIeber ab,

Hans Swarowsky ist sicherlich nur wenigen bekannt, leider, um so mehr freut es mich, dass Du hier an ihn erinnerst. Ich besitze einige LPs und CDs unter seinem Dirigat. Ich erinnere mich an eine überzeugende 1. von Brahms mit der Süddeutschen Philharmonie Stuttgart veröffentlicht vor Jahren bei Intercord. HIer wird die Schlussapotheose am Ende des 4.Satzes nicht verbreitert, oder sogar molto rubato, dargeboten sondern ganz natürlich im Tempo gespielt wird, ohne Einbuße an Ausdruckskraft.
Bei der UE, Wien 1979, gibt es herausgegeben von Manfred Huss das Buch: Hans Swarowsky, Wahrung der Gestalt. Das sehr lesenswerte Werk beinhaltet Schriften über Werk und Wiedergabe, Stil und Interpretation in der Musik. Ich vermute, dass es sich um Manuskripte seiner Dirigierkurse
handelt.
Auch enthält es eine Liste seiner Dirigierschüler von 1946-1975, die das Studium mit Diplom abgeschlossen haben, einer namens Alfred Scholz ist dort jedoch nicht verzeichnet. Es gibt einige CDs mit Alfred Scholz und dem Sinfonie-Orchester von Gran Canaria bei Naxos, kenne jedoch keine einzige.
Das Buch enthält auch eine umfangreiche Diskographie. Von Brahms ist da nur die oben erwähnte 1. dabei, in meinem Archiv stehen aber die anderen drei auch, teilweise mit mehreren Orchestern unter verschiedenen Labels. Das hat mich schon länger irritiert, z.B. 2.Sinfonie op.73:
1. Süddeutsche Philharmonie Membran 39'01
2. Bamberger Symphoniker K-tel 39'13
3. Großes Symphonie Orchester Weltbild 39'16
Ich muss demnächst mal alle drei bei div. Stellen überprüfen, vielleicht handelt es sich um ein und diesselbe Aufnahme.
Swarowsky hat übrigens mehrmals mit dem Kölner Rundfunk Sinfonie-Orchester gearbeitet, ich habe da einiges mitgeschnitten, zB.Strauss: Till, Don Juan, Burleske, oder Brahms, auch Modernes.

Schöne Grüße
Amadé
Telramund (22.10.2007, 13:47):
Auch ich finde es höchst bedauerlich, dass Swarowsky fast ausschließlich als Dirigentenlehrer in Erinnerung geblieben ist und weniger als Dirigent.

Eine Kaufempfehlung stellt für mich Mahlers 5. dar.



Wenn man sich daran gewöhnt hat, dass der Solotrompeter einige Mühen hat, in die Trompetenfanfare einzusteigen, hört man einen sehr langsamen, aber keinen langweilige Mahler.

Im Gegenteil, durch die langsamen Tempi hört man ein alt bekanntes Werk quasi neu. Hinzu kommt, dass Swarowsky die ersten und zweiten Violinen gegenüber setzte statt neben einander, was (nicht nur bei Mahler) einen immensen Gewinn in der Durchhörbarkeit bringt.
ab (19.10.2007, 10:18):
Ich stelle fest, dass ich vom Dirigenten Hans Swarowsky keine einzige CD zuhause habe.

http://daphne.fc2web.com/swarowsky01.jpg

Er wurde mir kürzlich geannnt bei der Suche nach einer guten Einspielung von Schönbergs Pelleas und Melisande op. 5 (Supraphon). Ich meine mich auch zu entsinnen, gelesen zu haben, dass er einen schönen Brahms-Zyklus hinterlassen habe. Stimmt das?

Was sind denn empfehlenswert Aufnahmen von ihm?

Hans Swarowsky (* 16. September 1899 in Budapest; † 10. September 1975 in Salzburg). Er war ein österreichischer Dirigent und Professor für Dirigieren an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien.

1937-40 Dirigent am Opernhaus Zürich; 1940-44 Dramaturg bei den Salzburger Festspielen; 1945-47 Chefdirigent der Wiener Symphoniker; 1947-50 Direktor am Opernhaus in Graz, 1957-59 in Glasgow. Ab 1946 Professor an der Musikakademie; zahlreiche Schriften über Interpretation. Österreichisches Ehrenzeichen für Wissenschaft und Kunst 1975.

Viele der bekanntesten Dirigenten der letzten Jahrzehnte entstammen seiner Schule, so etwa Claudio Abbado, Jacques Delacote, Adam und Iván Fischer, Christoph Haas, Jesus Lopez-Cobos, Zubin Mehta, Peter Schneider, Miguel Gómez-Martínez, Manfred Huss, Theodor Guschlbauer, Hans Zanotelli, Heinrich Schiff, Mario Venzago und Bruno Weil.

Hans Swarowsky was celebrated as both a conductor and as a teacher. He studied composition in Vienna with Schoenberg and Webern and conducting with Richard Strauss, Felix Weingartner and Clemens Krauss.

Hans Swarowsky held positions in Stuttgart, Gera, Hamburg (1932), Berlin (1934), Zürich (1937-1940), Krakow (1944-1946), Graz (1947-1950) and at the Vienna State Opera (1957). He was chief conductor of the Royal Scottish National Orchestra, from 1957 to 1959. From 1959 he was chief conductor of Vienna Symphony Orchestra, and appeared also as guest conductor of the Vienna State Opera.



Eine Diskographie findet sich hier.
(Ein Schüler von Swarowsky, Alfred Scholz, soll als Produzent zahlreiche Tonaufnahmen mit der Süddeutschen Philharmonie unter verschiedensten Dirigenten-Pseudonymen veröffentlicht, darunter häufig Hans Swarowsky. Wahrscheinlich ist kaum eine dieser Aufnahmen tatsächlich von Swarowsky dirigiert.)
Amadé (20.10.2007, 14:03):
LIeber ab,

Hans Swarowsky ist sicherlich nur wenigen bekannt, leider, um so mehr freut es mich, dass Du hier an ihn erinnerst. Ich besitze einige LPs und CDs unter seinem Dirigat. Ich erinnere mich an eine überzeugende 1. von Brahms mit der Süddeutschen Philharmonie Stuttgart veröffentlicht vor Jahren bei Intercord. HIer wird die Schlussapotheose am Ende des 4.Satzes nicht verbreitert, oder sogar molto rubato, dargeboten sondern ganz natürlich im Tempo gespielt wird, ohne Einbuße an Ausdruckskraft.
Bei der UE, Wien 1979, gibt es herausgegeben von Manfred Huss das Buch: Hans Swarowsky, Wahrung der Gestalt. Das sehr lesenswerte Werk beinhaltet Schriften über Werk und Wiedergabe, Stil und Interpretation in der Musik. Ich vermute, dass es sich um Manuskripte seiner Dirigierkurse
handelt.
Auch enthält es eine Liste seiner Dirigierschüler von 1946-1975, die das Studium mit Diplom abgeschlossen haben, einer namens Alfred Scholz ist dort jedoch nicht verzeichnet. Es gibt einige CDs mit Alfred Scholz und dem Sinfonie-Orchester von Gran Canaria bei Naxos, kenne jedoch keine einzige.
Das Buch enthält auch eine umfangreiche Diskographie. Von Brahms ist da nur die oben erwähnte 1. dabei, in meinem Archiv stehen aber die anderen drei auch, teilweise mit mehreren Orchestern unter verschiedenen Labels. Das hat mich schon länger irritiert, z.B. 2.Sinfonie op.73:
1. Süddeutsche Philharmonie Membran 39'01
2. Bamberger Symphoniker K-tel 39'13
3. Großes Symphonie Orchester Weltbild 39'16
Ich muss demnächst mal alle drei bei div. Stellen überprüfen, vielleicht handelt es sich um ein und diesselbe Aufnahme.
Swarowsky hat übrigens mehrmals mit dem Kölner Rundfunk Sinfonie-Orchester gearbeitet, ich habe da einiges mitgeschnitten, zB.Strauss: Till, Don Juan, Burleske, oder Brahms, auch Modernes.

Schöne Grüße
Amadé
Telramund (22.10.2007, 13:47):
Auch ich finde es höchst bedauerlich, dass Swarowsky fast ausschließlich als Dirigentenlehrer in Erinnerung geblieben ist und weniger als Dirigent.

Eine Kaufempfehlung stellt für mich Mahlers 5. dar.



Wenn man sich daran gewöhnt hat, dass der Solotrompeter einige Mühen hat, in die Trompetenfanfare einzusteigen, hört man einen sehr langsamen, aber keinen langweilige Mahler.

Im Gegenteil, durch die langsamen Tempi hört man ein alt bekanntes Werk quasi neu. Hinzu kommt, dass Swarowsky die ersten und zweiten Violinen gegenüber setzte statt neben einander, was (nicht nur bei Mahler) einen immensen Gewinn in der Durchhörbarkeit bringt.