Gestern abend fragt ich mich welche 2-3 Ereignisse, Aufnahmen usw. ich als highlight 2008 betrachten würde.
Meine wären:
- Das Liveerlebnis in München mit dem WDR SO unter S. Bychkov mit Schostakowitsch Sonfonie #4 sowie dem Beethoven VK mit V. Repin.
- Die Aufnahme von Albeniz Iberia durch Luis Fernando Pérez
-Die Brahms Aufnahme von M. Groh
Und eure?
- Das Repin wieder einen Plattenvertrag hat.
cellodil (21.11.2008, 12:50): Meine - bisherigen (ich habe noch einen Abend mit dem Artemis Quartett und einen mit dem Pacifica Quartet vor mir) - Highlights 2008 waren zwei Konzerte:
Yo-Yo Ma mit drei Bach-Suiten in Basel Eine wirkliche Sternstunde, für die ich dankbar bin, die ich wohl nicht so schnell vergessen werde.
und
das Turtle Island String Quartet in Schwetzingen Hinreißend, heiter und großartig. Lustvolles Musizieren und Improvisieren.
Den Parsifal in Bayreuth verbuche ich mit dem gesamten Drumrum eher als Erlebnis, das man in all seiner Eigenartigkeit und Befremdlichkeit vielleicht mal gehabt haben muss. Interessant fand ich die Transparenz des Orchesterklangs und auch die Inszenierung hatte ihre guten Momente. Als musikalisches Highlight würde ich das nicht unbedingt bezeichnen wollen, dafür bin ich schlicht zu Wagner-phobisch.
Und ansonsten freue ich mich jetzt noch auf die beiden Quartettabende und auf ein musikalisch etwas aufregenderes 2009. Da ist ja immerhin wieder Cello-Festival in Kronberg und Haydn und Mendelssohn stehen ja auch ins Jahr...
Liebe Grüße
Sabine
Jeremias (21.11.2008, 17:38): Bei mir waren es v.a. außermusikalische Highlights.... wenn musikalisch, dann Lady MacBeth in der Oper Düsseldorf, Krystian Zimerman in Duisburg und Grigory Sokolov in Dortmund, beides im Rahmen des Ruhr-Festivals. Und nicht zu vergessen im Januar: Vesselina Kasarova, ebenfalls in Dortmund :down
An erster Stelle möchte ich die Wiederveröffentlichung des Leipziger Richter-Recitals vom 28. Nov. 1963 nennen, auf die ich schon so lange gewartet und gehofft hatte:
Dann die Testament-Ausgabe eines Recitals aus London (1957) mit Arturo Benedetti Michelangeli, mit dem wohl besten „Carnaval“, den ich jemals gehört habe. Aber eigentlich ist das ganze Recital der pure Wahnsinn!
In der Folge verliebte ich mich in „Harold in Italie“, in William Primrose (den einzig wahren Harold!) usw., entdeckte überhaupt Hector Berlioz für mich ganz neu.
Nennen muss ich natürlich unbedingt noch Dietrich Fischer-Dieskau :down, dessen unglaubliche Sangeskunst ich erst in diesem Jahr für mich entdeckte und lieben lernte! Was für ein großer Künstler! Unmöglich für mich, einzelne Aufnahmen herauszustellen – sie sind alle so wunderbar!
Live-Erlebnisse waren leider rar gesät in diesem Jahr. Als herausragender Eindruck wäre dann auch schon Frank-Peter Zimmermann mit dem Sibelius-Violinkonzert zu nennen. Ein sehr schönes Konzert, wenngleich kein Eindruck, der sich bis in alle Ewigkeit bei mir festbrennen wird.
Gruß, Cosima
Cetay (inaktiv) (22.11.2008, 11:32): Was Live Erlebnisse angeht, habe ich nur von Lowlights zu berichten. Alle geplanten Konzertbesuche sind wegen kurzfristig dazwischen gekommenen Geschäftsterminen geplatzt. Bleibt mir nur, die CD-Neuerscheinung des Jahres zu küren. Wie gewohnt agiere ich nach dem Prinzip der maximalen Faulheit und stelle meinen Kandidaten Zitate aus eigenen früheren Posts zur Seite.
Ladies and Gentlemen, here are the nominees:
http://ecx.images-amazon.com/images/I/41DF959HdWL._AA240_.jpg Hier sind die Informiertesten der Historisch Informierten am Werk und die stützen sich auf das bei den ersten öffentlichen Aufführungen verwendete Notenmaterial, das Angaben über Phrasierung, Artikulation und Dynamik enthält, die in der gedruckten Erstausgabe fehlen. Besonders gravierend ist die Abweichung bei der Besetzungsstärke. Chor und Orchester bewegen sich beide im Hunderterbereich. Fazit: Ich verstehe jetzt, warum dieses Werk oft als erhebend, überwältigend, bezaubernd und tröstlich bezeichnet wird. Das ist in meinen Ohren große Musik. Noch ein paar Details für die Vokalfraktion. Gesungen wird in Englisch, allerdings wird dafür nicht die Rückübertragung der deutschen Fassung verwendet, sondern es wurde das gesamte Libretto unter Berücksichtigung der -nach aktuellem Forschungsstand- vermuteten Quellen überarbeitet. HIP in progress sozusagen.
http://ecx.images-amazon.com/images/I/41hGe1RvY0L._SL500_AA240_.jpg Nicht von dieser Welt... Eine solch verinnerlichte Hingabe, die zu maximaler Expressivität ohne jegliche aufgesetzte Dramatik führt, ein solch betörender Klangrausch, der mit leisen Tönen und kleinen Gesten erzeugt wird - etwas so Stimmiges, bei dem jede(r) einzelene Musiker(in)/Sänger(in) mit Leib und Seele dabei ist und sich dabei doch völlig zurücknimmt, um die Musik wie aus höheren Sphären kommend erscheinen zu lassen... Vor allem bei den ersten 7 Stücken dieses Wunderwerks gehen mir die Worte aus und weichen einem Gefühl des überirdischen Aufgehobenseins... Kurz: Unbeschreiblich!
http://ecx.images-amazon.com/images/I/41RuEq%2BQjAL._AA240_.jpg Beim FBO bin ich mittlerweile nicht mehr unvoreingenommen sondern erwarte einfach hinreissendens Mozartieren. Und auch die dritte und leider letzte Einspielung der Mozart-Konzertreihe steht auf dem selben Niveau wie die beiden Vorgänger. Das ist wieder eine farbenfroh leuchtende Aufnahme, mit einer hingebungsvollen Spielfreude, die mich schier aus dem Sessel lupft. Und trotzdem hat die Musik auf mich eine tiefe und gewichtige, in manchen Passagen gar himmlische Wirkung. Auch für Theoretiker dürfte die Aufnahme interessant sein. Beim Klavierkonzert wird zwischen Solo und Tutti Begleitung unterschieden. Wenn das Klavier begleitet wird, spielt oft nur ein Kammerensemble und bei echten Tutti-Passagen kommt das ganze Orchester zum Einsatz. In meinen Ohren klingt das sehr überzeugend und "richtig".
http://ecx.images-amazon.com/images/I/51XZL%2BBGHtL._SL500_AA240_.jpg Meine Eindrücke zum Beethoven: Zunächst sollte man kein Freund des Metronoms sein, denn das Tempo ist ständig im Fluss. Die weiteren Eigenheiten liegen zunächst einmal in der Akzentuierung und Phrasierung des Orchesterparts. Kennedy, der auch dirigiert, legt mit Vorliebe besonderen Nachdruck auf das Ende von Sinneinheiten, was dem Ganzen einen fast "rockigen" Anstrich verleiht. Eine gewisse Fahrigkeit und Ruppigkeit kann dabei nicht weggeleugnet werden - aber längst nicht so übertrieben wie es manche "moderne" HIP-Kapellen treiben. Auch im Solopart setzt Kennedy Akzente an Stellen, an denen man sie bei anderen Solisten eher nicht findet. Ob sein manchmal etwas quietschiges und sägendes Spiel -besonders ausgeprägt am Ende des 3. Satzes- von technischen Limitationen oder von bewußt zugelassenen Einflüssen von Jazz und Folk herrührt, vermag ich nicht zu sagen; es gefällt mir jedenfalls sehr gut. Alles in allem habe ich den Eindruck, man hat hier die Noten hergenommen und unbelastet von musikwissenschaftlichem Ballast und von Traditionen einfach mal geschaut, was man aus heutiger Sicht daraus machen kann. Es ist nicht etwa so, dass Kennedy dem Werk völlig neue Facetten abgewinnt, es klingt auch nicht nach einer Bearbeitung. Ich habe vielmehr dem Eindruck hier bei dem Moment der Entstehung des Werkes an sich zuzuhören. Das ist kein museales Reproduzieren von etwas Fertigem und Einstudierten, wie ich es auf Dutzenden von anderen Aufnahmen zu Hören glaube - das ist lebendiges und spannendes Musizieren mit -im positiven Sinne- improvisatorischem Charakter, ein Ausleuchten der Partitur aus dem Moment heraus, wie ich es allenfalls noch ansatzweise von der Einspielung mit Kremer / Harnoncourt kenne.
And the winner is:
Haydn; The Creation; Gabrieli Consort & Players, Paul McCreesh
Heike (27.11.2008, 23:23): die größte Liebe 2008: Schostakowitsch! :engel
Live Kammermusik: Haydn Klaviertrios im wahrhaft bezaubernden ungarischen Esterhazy-Schloss in Fertöd - ich bin (bisher) kein Haydn-Fan, aber dort lebte diese Musik und ich hab mich sehr berührt gefühlt
Orchester: Philharmoniker Berlin: Barenboim, Klavierkonzerte Beethoven (ich mag seine natürliche Musikalität, auch wenn er es manchmal ein wenig übertreibt mit dem Pathos)
Oper: Julius Cäsar Premiere in Göteburg - vielleicht auch inspiriert durch das wunderschöne Haus am Wasser und die Urlaubsstimmung - jedenfalls ein wirklich schönes Erlebnis
Original von Hebre die größte Liebe 2008: Schostakowitsch! :engel
Meine größte Liebe 2008: Johann Sebastian Bach :ignore
Konzertmäßig war eine Sternstunde Richard Joo (Pianist) und das Staatsorchester Braunschweig unter der Leitung von Alexander Joel mit dem Klavierkonzert op. 16 von Edvard Grieg. Unvergesslich :I
Grüße Daniel
Dr. Schön (19.12.2008, 18:04): 2008 sind bei mir relativ wenig bisher unbekannte Werke hinzugekommen. Diejenigen, die es aber doch sind gehören jedoch zu den Highlights:
Zum einen mein Best Buy 2008, gleich ganz am Anfang dieses Jahres:
Verschlungen ist hier vielleicht zuviel gesagt, aber ich konnte endlich vieles was ich bisher nur vom Namen her kannte endlich einmal kennenlernen. Und Strawinskij's Eigeneinspielungen haben einen besonderen Charme.
Das Damaskuserlebnis 2008 hatte ich Mitte des Jahres, nachdem sich mir bei Bach's Passionen und der h-moll Messe, nachdem sie ein paar Jahre mit ? versehen im Regal standen, plötzlich ein paar Türen öffneten. Eine Bereicherung bei Bach war da für mich auch Gustav Leonhardt mit seiner Cembaloeinspielung der Goldberg Variationen. Mit diesem Instrument werden sicher noch einige folgen. Nochmal Danke an Tranquillo und Satie für ihre Ermutigungen :hello
An aktuellen Erscheinungen sind dieses Jahr nur 2 dazu gekommen, die ich mir jedoch in freudiger Erwartung herbei gesehnt hatte. Zum einen Paavo Järvi und zum anderen Michael Korstick, jeweils mit ihren Forsetzungen ihrer Beethoven-Zyklen. Und beide haben meine hohen Erwartungen voll erfüllt.
Froh bin ich auch, dass ich mir, nachdem ewig aufgeschoben, endlich die späten Beethoven Quartette mit dem Hagen Quartett angeschafft habe, die ich nach wie vor nicht hoch genug loben kann.
Von allen ergänzenden Einspielungen zu vorhandenen Werken, die neu dazu kamen, habe ich wahrscheinlich folgende am häufigsten gehört:
Sowas wie den Absteiger des Jahres gab es dieses Jahr nicht.
Der musikalische Vorsatz für 2009 ist eine nähere Beschäftigung mit O. Messiaen und Charles Ives.
Nicolas_Aine (19.12.2008, 19:04): Zum einen wäre da Midori mit dem Tchaikovsky Konzert am 21.6.08 in Taipei, mit dem National Symphonie Orchester von Taiwan. Auch wenn mir persönlich ihre Interpretation nicht so gut gefallen hat, war es zweifelsohne ein sehr gutes Konzert.
Ein weiteres Highlight war Anne-Sophie Mutter mit Solisten eines Göteburger (?) Streichorchesters mit den 4 Jahreszeiten, ebenfalls in Taipei, am 1.6.08.
Und ein drittes war das Konzert und die Meisterklassen mit Ingolf Turban mitte März, auch in Taipei.
Und das Erlebnis Landesjugendorchester mit der 9. Symphonie von Dvorak und dem 1. Klavierkonzert von Brahms Ende Oktober / Anfang November.
CD Highlights fallen mir keine an, ich finde, ich hatte dieses Jahr allgemein eine glückliche Hand^^
nikolaus (19.12.2008, 21:13): Mein CD-Highlight ist wohl (vielleicht etwas bevorzugt durch die zeitliche Nähe):
thwinter12 (19.12.2008, 22:46): Original von nikolaus Sie macht mich einfach glücklich! :engel Wenn meinst Du mit "sie"? :J
Servas, Thomas
P.S.: Hoffe den "Schmäh" versteht jemand... :P
nikolaus (20.12.2008, 09:14): Original von thwinter12 Original von nikolaus Sie macht mich einfach glücklich! :engel Wenn meinst Du mit "sie"? :J
Servas, Thomas
P.S.: Hoffe den "Schmäh" versteht jemand... :P
Na ja :wink
cellodil (20.12.2008, 11:45): Original von nikolaus Original von thwinter12 Original von nikolaus Sie macht mich einfach glücklich! :engel Wenn meinst Du mit "sie"? :J
Servas, Thomas
P.S.: Hoffe den "Schmäh" versteht jemand... :P
Na ja :wink
Was für ein hübscher "Dialog"! :rofl
Meine diesjährige "Glücks-CD" war übrigens diese hier:
Gerion (20.12.2008, 12:36): @Cellodil: Deiner Glücks-CD-Wahl kann ich mich voll und ganz anschließen! Die Aufnahme gehört auch für mich zum beglückendsten des Jahres, ebenso wie das Live-Erlebnis der Herren in der Kölner Philharmonie! :leb
cellodil (20.12.2008, 12:53): Original von Gerion @Cellodil: Deiner Glücks-CD-Wahl kann ich mich voll und ganz anschließen! Die Aufnahme gehört auch für mich zum beglückendsten des Jahres, ebenso wie das Live-Erlebnis der Herren in der Kölner Philharmonie! :leb
Lieber Gerion,
da werde ich ja ganz grün vor Neid... Ich konnte sie nämlich, weil mir was dazwischengekommen war, nicht in Spätzle-City hören... Hoffe mal, dass sich nächstes Jahr vielleicht eine Gelegenheit ergeben wird.
Herzliche Grüße
Sabine
Poztupimi (20.12.2008, 13:19): Ihr Lieben,
vor mir liegt der – virtuelle – Stapel meiner Neuerwerbungen aus diesem Jahr, die in die engere Wahl für eine Nominierung in diesem Faden in Frage kommen. Vorweg muß ich feststellen, daß ich – mit zwei Ausnahmen – nur CDs erworben habe, die meine Erwartungen erfüllt haben – im positiven wie im negaiven Sinne. Die Ausnahmen sind zum einen die Aufnahme der Vier Jahreszeiten mit dem Orpheus Chamber Orchestra und Sarah Chang und zum anderen die des Klavierkonzerts Nr. 6 (nach dem Violinkonzert) mit Arthur Schoonderwoerd und dem Ensemble Cristofori
http://www.jpc.de/image/w183/front/0/0094639443123.jpg http://www.jpc.de/image/w183/front/0/3760014191220.jpg (Die Vivaldi-Aufnahme finde ich so schwach, daß mich die gruselige Qualität der Cover-Aufnahme bei jpc nicht weiter stört)
Und damit komme ich zu den für meinen Geschmack erfreulicheren Aufnahmen.
Unter den Aufnahmen, die in diesem Jahr veröffentlicht wurden und die den Weg in meinen Bestand gefunden haben, sind diese hier ganz vorne:
http://www.jpc.de/image/w183/front/0/0608917229226.jpg Franz Schubert • Die Schöne Müllerin • Christoph Prégardien, Michael Gees
http://www.jpc.de/image/w183/front/0/0722056254625.jpg Franz Schubert • Die Winterreise • Christoph Prégardien • Pentaèdre
http://www.jpc.de/image/w183/front/0/0028947774662.jpg Antonio Vivaldi • Konzerte für zwei Violinen • Viktoria Mullova, Giuliano Carmignola| • Venice Baroque Orchestra, Andrea Marcon
http://www.jpc.de/image/w183/front/0/0028947758648.jpg Ludwig van Beethoven • Die Symphonien • Berliner Philharmoniker • Claudio Abbado
http://www.jpc.de/image/w183/front/0/3760009291683.jpg Ludwig van Beethoven • Die Symphonien • Anima Eterna • Jos van Immerseel
http://www.jpc.de/image/w183/front/0/0034571176246.jpg Charles-Valentin Alkan, Frédéric Chopin • Cellosonaten • Alban Gerhardt • Steven Osborne
Ebenfalls in diesem Jahr erworben und auf meinem Auswahlstapel liegen diese schon länger auf dem Markt befindlichen Aufnahmen:
http://www.jpc.de/image/w183/front/0/7318599917160.jpg Ludwig van Beethoven • Symphonien Nr. 1 & 6 • Minnesota Orchestra • Osmo Vänskä
http://www.jpc.de/image/w183/front/0/0094637879726.jpg Richard Strauss • Vier letzte Lieder etc. • Nina Stemme • Orchestra of the Royal Opera House, Covent Garden • Antonio Pappano
http://www.jpc.de/image/w183/front/0/0886971124323.jpg Johann Sebastian Bach • Die Violinsonaten • Frank Peter Zimmermann • Enrico Pace (ein Grund dafür, daß die neue, im Januar erscheinende Scheibe mit Zimmermann sicher eine meiner ersten Neuerwerbungen 2009 sein wird)
http://www.jpc.de/image/w183/front/0/4011790305127.jpg Richard Strauss • Claude Debussy • Arnold Schönberg • Lieder • Julie Kaufmann • Irwin Gage
http://www.jpc.de/image/w183/front/0/0028941974525.jpg Pjotr Iljitsch Tschaikowsky • Symphonien Nr. 4, 5 & 6 • Leningrader Philharmonie • Evgeny Mravinsky
Ohne jetzt noch einmal alle einzulegen denke ich, daß die nachfolgenden Aufnahmen die beiden vorderen Plätze für mich einnehmem, weil sie entweder ein bekanntes Werk in einer für mich völlig neuen Weise sehr spannend darbeiten oder aber einen mir bisher unbekannten Komponisten mit einem demzufolge unbekannten Werk so präsentieren, daß ich mehr davon kennenlernen möchte:
http://www.jpc.de/image/w183/front/0/0722056254625.jpg Franz Schubert • Die Winterreise • Christoph Prégardien • Pentaèdre
http://www.jpc.de/image/w183/front/0/0034571176246.jpg Charles-Valentin Alkan, Frédéric Chopin • Cellosonaten • Alban Gerhardt • Steven Osborne
Aber vielleicht wird ja doch der eine oder andere Wunsch zu Weihnachten erfüllt und erweist sich als absoluter Überflieger. Und eigentlich muß ich mich bei all den wunderbaren Aufnahmen entschuldigen, die es ganz knapp nicht geschafft haben, z. B. Brahms: Horntrio; Beethoven: Järvi; Schubert: Artemis Quartett; Mozart: Podger/Cooper; Lorraine Hunter Lieberson: Neruda Songs; Bazzini: Hanslip; Kosma: Chansons; 50 Jahre dhm; Händel: Savall; Tschaikowsky: Gluzman; Beethoven: Hagen Quartett; Brahms: Mackerras; Schubert: Auryn Quartett; Brahms: Fauré Quartett; Schumann: Hewitt; Haydn: McCreesh; Kuss Quartett: Bridges; Händel: Padmore; Schaäfer: Apparition ...
Grüße, Wolfgang
Cosima (20.12.2008, 16:59): Original von Poztupimi http://www.jpc.de/image/w183/front/0/0034571176246.jpg Charles-Valentin Alkan, Frédéric Chopin • Cellosonaten • Alban Gerhardt • Steven Osborne
Gerade dazu hier diese Rezension gefunden. Der Rezensent lobt zwar grundsätzlich die Aufnahme, bemängelt jedoch, dass ein "besonderes Stimmungsmoment fehlen" würde. "Das versucht eher, das ausbleibende Unansprechbare zu umschreiben, das die Wörter einer Kritik nicht wirklich aussprechen können." Damit ist auch das gemeint, was mir bei vielen neueren, technisch perfekten Aufnahmen fehlt.
Aber ich nehme mal an, dass Dir, Wolfgang, an der Aufnahme nichts fehlt... Ich liebäugele ja auch mit der Aufnahme, vor allem, weil ich Osborne sehr schätze.
:hello
Poztupimi (21.12.2008, 11:28): Original von Cosima Original von Poztupimi http://www.jpc.de/image/w183/front/0/0034571176246.jpg Charles-Valentin Alkan, Frédéric Chopin • Cellosonaten • Alban Gerhardt • Steven Osborne
Gerade dazu hier diese Rezension gefunden. Der Rezensent lobt zwar grundsätzlich die Aufnahme, bemängelt jedoch, dass ein "besonderes Stimmungsmoment fehlen" würde. "Das versucht eher, das ausbleibende Unansprechbare zu umschreiben, das die Wörter einer Kritik nicht wirklich aussprechen können." Damit ist auch das gemeint, was mir bei vielen neueren, technisch perfekten Aufnahmen fehlt.
Aber ich nehme mal an, dass Dir, Wolfgang, an der Aufnahme nichts fehlt... Ich liebäugele ja auch mit der Aufnahme, vor allem, weil ich Osborne sehr schätze.
:hello
Liebe Cosima,
ich habe die Kritik gerade zum zweitenmal gelesen und, um es vorweg zu nehmen:
Dieser Satz "Das versucht eher, das ausbleibende Unansprechbare zu umschreiben, das die Wörter einer Kritik nicht wirklich aussprechen können." – hinterläßt bei mir den Eindruck: diese Kritik brauche ich nicht wirklich.
Ich hatte nicht das Empfinden, daß beide Stücke "recht klavierbetont" geraten sind. Und wenn er schreibt "... das den Hörer nicht für die in den Werken angesprochenen Emotionspotentiale erwärmt, geschweige denn deren Hitze mitteilen kann", so kann ich dem überhaupt nicht folgen. Und ob ob es ein Mangel ist, daß Gerhardts Ton "in seiner Farbe nie zu einem vollem ‚Ultra’-Pathos oder zu starker Gefühlsintensität" anschwillt und stattdessen die Betörung dem Klavier überlassen wird – mich läßt so eine Formulierung ratlos, da ich es nicht so empfinde und nicht nachvollziehen kann. Will er ein schmachtendes, schwülstig aufspielenden Cello hören?
Aber vielleicht hörst Du ja mal rein und kommst zu einem ganz anderen Ergebnis.
Viele Grüße, Wolfgang
Jeremias (21.12.2008, 11:47): Ich kann die Rezension nachvollziehen. Sicher eine gute Aufnahme, aber das gewisse "etwas" fehlt einfach ?(
Cosima (21.12.2008, 13:56): Original von Poztupimi Dieser Satz "Das versucht eher, das ausbleibende Unansprechbare zu umschreiben, das die Wörter einer Kritik nicht wirklich aussprechen können." – hinterläßt bei mir den Eindruck: diese Kritik brauche ich nicht wirklich.
Wieso denn? Da spricht doch nur jemand gelassen aus, was das Problem einer jeden Rezension ist, was überhaupt das Diskutieren über Musik-Eindrücke so schwierig macht. Ich sehe es überhaupt nicht als kritisch an, wenn ein Rezensent zugibt, dass es da etwas gibt, "das die Wörter einer Kritik nicht wirklich aussprechen können". Im Gegenteil: Ich finde das sympathisch.
Gruß, Cosima
Poztupimi (21.12.2008, 14:34): Original von Cosima Original von Poztupimi Dieser Satz "Das versucht eher, das ausbleibende Unansprechbare zu umschreiben, das die Wörter einer Kritik nicht wirklich aussprechen können." – hinterläßt bei mir den Eindruck: diese Kritik brauche ich nicht wirklich.
Wieso denn? Da spricht doch nur jemand gelassen aus, was das Problem einer jeden Rezension ist, was überhaupt das Diskutieren über Musik-Eindrücke so schwierig macht. Ich sehe es überhaupt nicht als kritisch an, wenn ein Rezensent zugibt, dass es da etwas gibt, "das die Wörter einer Kritik nicht wirklich aussprechen können". Im Gegenteil: Ich finde das sympathisch.
Gruß, Cosima
Liebe Cosima,
das ist sicher ein Problem jeder Rezension, da kann ich Dir garnicht widersprechen. Und sicher ist eloquentes Geschwafel über etwas, was man nicht in Worte fassen kann, auch nicht sonderlich zielführend. Und dann kann es ja sein, daß man lieber sagt, daß es da was gibt, was man nicht in Worte fassen kann – sei es durch die Formulierung "hat was", sei es durch "das gewisse etwas fehlt". Das habe ich sicher auch schon zur Genüge geäußert, insofern bin ich da nicht so streng. Aber sollte nicht ein Profi – und das unterstelle ich mal angesichts der Vielzahl seiner Kritiken – da zu ein wenig mehr in der Lage sein. Zumal er ja manches aufzählt, was aus seiner Sicht Schwachpunkte der Aufnahme sind. Vielleicht hätte er ja wenigstens eine Aufnahme nennen können – gibt es von der Alkan-Sonate überhaupt eine weitere, ich habe jetzt nicht gesucht –, bei der das "ausbleibende" eben nicht ausbleibt.
Grüße, Wolfgang
daniel5993 (31.12.2008, 15:17): Beim Katalogisieren meiner CD's ist mir aufgefallen, dass ich besonders eine CD hier nicht genannt habe, welche hier aber hingehört!
Gamaheh (02.01.2009, 01:44): Mein Konzert-Highlight der Saison war sicherlich die dreitägige Veranstaltung Brahms am Klavier in Hamburg, über die hier berichtet wurde.